Informationen und Fakten zum Personalgespräch

Regeln am Arbeitsplatz 

Informationen und Fakten zum Personalgespräch

(16.01.2020) Lädt Ihr Chef Sie unerwartet zu einem Personalgespräch ein, kann das viele Fragen aufwerfen. Für das Gespräch zwischen einem Arbeitnehmer und einem Mitarbeiter gelten allerdings bestimmte Regeln und Vorgaben. Aber müssen Sie überhaupt zum Gesprächstermin erscheinen? Und kann Ihr Chef Sie einfach grundlos zu einem Personalgespräch einladen?

Zeitpunkt, Ort und Teilnehmer

Der Termin für das Gespräch wird in der Regel vom Arbeitgeber festgelegt. Da das Gespräch zur Arbeitszeit zählt, darf Ihr Arbeitgeber den Termin nicht auf einen Termin außerhalb Ihrer gewöhnlichen Arbeitszeit legen. Legt Ihr Chef den Termin dennoch außerhalb Ihrer Arbeitszeit, wird die Zeit des Gesprächs als Überstunden gewertet. Diese Überstunden darf der Arbeitgeber nur dann anordnen, wenn es aufgrund eines tatsächlichen Notfalls nicht anders möglich ist. Wichtig: Wenn Sie im Schichtdienst nachts arbeiten, darf Ihr Chef Sie auch während der gängigen Bürozeiten zu einem Mitarbeitergespräch einladen. Ihr Chef muss für das Gespräch einen Ort wählen, der für Sie problemlos zu erreichen ist. Im Normalfall ist das Ihr üblicher Arbeitsplatz oder der Ihres Arbeitgebers. Gut zu wissen: Arbeitet Ihr Chef an einem anderen Ort und lädt Sie für das Gespräch in sein Büro ein, muss er die Anreise als Arbeitszeit anrechnen und die Reisekosten übernehmen. Für gewöhnlich nehmen nur Arbeitnehmer und Arbeitgeber an einem Personalgespräch teil. Möchten Sie trotzdem Unterstützung für den Dialog – zum Beispiel durch ein Betriebsratsmitglied – dürfte Ihr Chef nichts dagegen haben. Schließlich handelt es sich hier um keine betriebsfremde Person. Möchten Sie Ihre Personalakte einsehen oder die Zusammensetzung Ihres Gehalts diskutieren, sieht das Betriebsverfassungsgesetz sogar explizit vor, dass Sie Anspruch auf das Hinzuziehen eines Betriebsratsmitgliedes haben.

Besteht eine Teilnahmepflicht?

Ob Sie zum Personalgespräch erscheinen müssen, hängt davon ab, ob das Thema des Gesprächs dem Weisungsrecht unterliegt oder nicht. Wenn Ihr Chef mit Ihnen über Inhalte, Zeit und Ort Ihrer Arbeit sprechen möchte, müssen Sie zum Gesprächstermin erscheinen. Ihr Arbeitgeber übt damit nämlich sein sogenanntes Weisungsrecht aus. Gut zu wissen: Sind Sie krank, müssen Sie nicht zum Personalgespräch erscheinen. Lädt Ihr Chef Sie zu einem Gespräch ein, bei dem er Änderungen Ihres Arbeitsvertrags oder gar Ihre Kündigung diskutieren möchte, besteht für Sie keine Teilnahmepflicht. Diese Themen fallen nicht unter das Weisungsrecht Ihres Arbeitgebers.

Mündlich versprochene Lohnerhöhung

Gute Leistungen werden belohnt, zum Beispiel durch eine Gehaltserhöhung. Meist kommt es während des Personalgesprächs zu solchen Abmachungen. Aber gilt die versprochene Lohnerhöhung auch dann, wenn keine schriftliche Bestätigung vorliegt? Ja, denn auch mündliche Versprechen gelten als gültiger Vertrag und müssen nach dem Gesetz auch eingehalten werden. Hält Ihr Chef das Versprechen zunächst nicht ein, sollten Sie sich trotzdem nicht direkt auf einen Rechtsstreit einlassen. Sprechen Sie Ihren Chef lieber vorsichtig und höflich auf die versprochene Lohnerhöhung an. So vermeiden Sie ein angespanntes ArbeitsklimaTipp: Bitten Sie Ihren Vorgesetzten um eine kurze Bestätigung der Lohnerhöhung per E-Mail. So haben Sie für alle Fälle noch einen schriftlichen Beweis. 

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