Junger Mann sitzt im Home-Office in Wohnzimmer am Laptop.
Unfallversicherung, Hausrat und Co.

Homeoffice Versicherung: Das sollten Arbeitnehmer wissen

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Homeoffice, auch Telearbeit genannt, wird immer relevanter in Deutschland – und das nicht erst seit Corona. Laut einer Umfrage könnten theoretisch 80 Prozent der Belegschaften von zu Hause aus arbeiten
  • Doch ebenso wichtig wie im Büro ist auch im Homeoffice ein angemessener Versicherungsschutz. Zwar gibt es keine extra Homeoffice Versicherung, im Falle zum Beispiel eines Arbeitsunfalls gilt grundsätzlich auch daheim die gesetzliche Unfallversicherung. 
  • Doch es gibt – je nach Art des Unfalls – Ausnahmen. Stürzen Sie beispielsweise auf dem Weg zur Toilette, besteht kein Versicherungsschutz
  • Mit einer privaten Unfallversicherung sowie einer Hausrat- und Haftpflichtversicherung sind Sie im Homeoffice in jedem Fall bestens abgesichert.
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Rechtsanspruch und Co.

Egal ob im Unternehmen oder im Homeoffice: Es gilt das Arbeitszeitgesetz (ArbZG). Um Ihre Gesundheit zu schützen, müssen Sie daher die Vorgaben zu Höchstarbeitszeit, Ruhepausen und Ruhezeiten einhalten. Von wann bis wann Sie arbeiten und erreichbar sind und wann Sie Mittagspause machen, klären Sie am besten individuell mit Ihrem Vorgesetzten ab. Als Arbeitnehmer sind Sie übrigens auch zu Hause dafür zuständig, Datenschutz zu gewährleisten. Sie sind zum Beispiel dazu verpflichtet, Geschäftsunterlagen vor dem Einblick durch Dritte zu schützen.

 

Das sollten Sie wissen:

Frau arbeitet an Bauplänen im Homeoffice
Ein Rechtsanspruch auf Telearbeit besteht hierzulande noch nicht. Allerdings sah beispielsweise ein Gesetzesentwurf vom Oktober 2020 einen Anspruch auf 24 Tage jährlich vor. Ansonsten bleibt es dem Arbeitgeber überlassen, ob er seinen Mitarbeitern Homeoffice ermöglichen möchte. Wenn er mobiles Arbeiten anbietet, regelt er dies meist in einer Zusatzvereinbarung zum Arbeitsvertrag, in einem extra Telearbeitsvertrag oder einer Betriebsvereinbarung.
Frau arbeitet an Bauplänen im Homeoffice
Frau sitzt mit Laptop an einer Küste und schaut zum Meer hinaus
Frau sitzt mit Laptop an einer Küste und schaut zum Meer hinaus
Mit dem Laptop am Strand arbeiten – für viele Arbeitnehmer ein Traum. Doch die rechtlichen Bedingungen für Homeoffice im Ausland sind nicht ganz klar. Maßgeblich sind immer Dauer und Umfang für das Arbeiten außerhalb Deutschlands. Ob also bei einem Unfall beispielsweise die gesetzliche Unfallversicherung greift, hängt von Ihrer individuellen Arbeitssituation ab.
Nicht nur aufgrund der Corona-Pandemie sollten Arbeitgeber prüfen, ob es möglich ist, ihren Mitarbeitern Homeoffice zu gestatten – immer mehr Arbeitnehmer wünschen sich die Möglichkeit, von daheim zu arbeiten. Allerdings dürfen Arbeitgeber Homeoffice nicht einseitig anordnen – der Arbeitnehmer muss immer zustimmen. Ansonsten sollten Arbeitgeber unbedingt dafür sorgen, dass die Mitarbeiter das Arbeitszeitgesetz beachten. Und noch etwas wird immer wichtiger: Cyberkriminelle versuchen auszunutzen, dass Mitarbeiter vermehrt daheim arbeiten. Arbeitgeber sollten ihre Mitarbeiter deshalb unbedingt im Umgang mit unbekannten Websites und Mails sowie angehängten Daten sensibilisieren. Sofern das Unternehmen über eine Cyberversicherung verfügt, sollte überprüft werden, ob die Tätigkeit im Homeoffice eine anzeigepflichtige Gefahrerhöhung darstellt.
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Büro, Nahrungsaufnahme, Toilettengang

Die gesetzliche Unfallversicherung leistet auch bei Unfällen im Homeoffice. Allerdings gibt es Einschränkungen. Stolpern Sie im Büro auf dem Weg zur Kaffeemaschine und brechen sich ein Bein, so gilt das in der Regel als Arbeitsunfall. Zu Hause ist die Sache schon schwieriger, hier muss der Unfall in direktem Zusammenhang zu Ihrer Arbeit stehen. Das heißt, für Wege innerhalb Ihrer privaten Wohnräume, beispielsweise zur Küche oder zur Toilette, besteht kein Unfallversicherungsschutz der Berufsgenossenschaft. Stürzen Sie dagegen, während Sie zum Drucker gehen, um für die Arbeit relevante Dokumente zu entnehmen, schützt Sie die gesetzliche Unfallversicherung. Schließlich haben Sie den Weg beruflich zurückgelegt. 

Sollten Sie Ihre Arbeit unterbrechen, um Ihr Kind von der KITA abzuholen, sind Sie ebenfalls nicht gesetzlich unfallversichert. Bringen Sie hingegen Ihr Kind auf dem Weg zu Ihrer Arbeitsstätte in die Kinderbetreuung und es geschieht ein Unfall, ist die gesetzliche Unfallversicherung wiederum zuständig.

Sie sehen: Entscheidend für den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz im Homeoffice ist immer, zu welchem Zweck – beruflich oder privat – die Tätigkeit im Moment des Unfalls ausgeübt wurde. Wer viel und regelmäßig daheim arbeitet, kann sich zusätzlich mit einer privaten Unfallversicherung absichern. Damit sind Sie nicht nur bei Arbeitsunfällen versichert, sondern auch wenn Sie in der Freizeit, beim Sport oder im Ausland verunglücken.

Illustration: Mann stürzt im Homeoffice

Bei einem Unfall im Homeoffice sollten Sie wie folgt vorgehen: 

  • Dokumentieren Sie, was Sie im Moment des Unfalls gemacht haben, beispielsweise welches Arbeitsdokument Sie gerade bearbeitet oder welches dienstliche Telefonat Sie geführt haben.
  • Melden Sie den Unfall unverzüglich Ihrem Arbeitgeber.
  • Ihr Arbeitgeber meldet den Unfall anschließend der zuständigen Berufsgenossenschaft oder der Unfallkasse.
  • Suchen Sie einen Arzt auf oder gehen Sie ins Krankenhaus. Geben Sie unbedingt an, dass sich der Unfall während der Arbeit im Homeoffice ereignet hat. Nur dann kann dieser auch als Arbeitsunfall aufgenommen werden.
Illustration: Mann stürzt im Homeoffice
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Laptop und Co.  
Sie arbeiten mit einem teuren Notebook Ihres Arbeitgebers von zu Hause aus? Eine Hausratversicherung schützt vor Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion, austretendes Leitungswasser, Sturm, Hagel sowie Einbruchdiebstahl. Sollte also Ihr Notebook aus dem Arbeitszimmer gestohlen werden, müssten Sie für den Schaden nicht aufkommen. Falls Sie mit Ihrem privaten Laptop im Homeoffice arbeiten, gilt das ebenfalls. 
Statistik
Die Zahl der Arbeitnehmer, die hin und wieder aus dem Homeoffice arbeiten, steigt. Die Corona-Pandemie beschleunigt zusätzlich den Prozess hin zu mehr Möglichkeiten mobiler Arbeit. 
Infografik - Balkendiagramm zu Homeoffice Zahlen während Corona Pandemie
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Selbst verursachter Schaden

Ob im Büro oder zu Hause – etwas schiefgehen kann immer. Beim Stolpern fällt der Laptop auf den Boden oder Sie kippen aus Versehen Kaffee auf die Tastatur. Schnell stellt sich die Frage: Welche Versicherung haftet für den Schaden? Im Angestelltenverhältnis gelten die Grundsätze zur abgestuften Arbeitnehmerhaftung je nach Verschuldensgrad und Schadenshöhe. Das heißt in der Regel: 

  • bei Vorsatz haftet der Arbeitnehmer 
  • bei mittlerer Fahrlässigkeit gibt es eine Haftungsteilung 
  • bei leichter Fahrlässigkeit trägt der Arbeitgeber den Schaden.

Dies gilt auch bei der Heimarbeit und auch dann, wenn zum Beispiel Familienangehörige Firmeneigentum beschädigen. Wenn der Arbeitnehmer beispielsweise seinen Arbeitslaptop grob fahrlässig nicht vor einer Beschädigung durch Dritte geschützt hat, muss er eventuell selbst für den Schaden aufkommen. 

Die Grundsätze der Arbeitnehmerhaftung sind aber nur für Handlungen gültig, die betrieblich veranlasst sind. Im Homeoffice ist es nicht einfach zu unterscheiden, ob sich der Schaden in der Freizeit oder während der Arbeitszeit abgespielt hat. Passiert das Missgeschick, nachdem Ihr Chef ausdrücklich Homeoffice angewiesen hat, ist der Schaden in der Regel durch den Arbeitgeber zu übernehmen. Anders verhält es sich, wenn Sie von sich aus abends noch schnell eine Mail schreiben: Dann kann es sein, dass Sie selbst für den Schaden aufkommen müssen, obwohl Sie nicht grob fahrlässig gehandelt haben – es sei denn, Sie haben eine Privat-Haftpflicht

Suchen Sie im Zweifelsfall das Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten, denn oft lässt sich kaum unterscheiden, ob die Arbeit zu Hause freiwillig oder angeordnet war.

Definition

Gemeint ist mit allen Begriffen eine flexible Arbeitsform, bei der Sie nicht immer an einem Arbeitsplatz in Ihrem Unternehmen, sondern auch im privaten Umfeld arbeiten. 

Telearbeit: Telearbeit ist in der Arbeitsstättenverordnung definiert. Dort heißt es: "Telearbeitsplätze sind vom Arbeitgeber fest eingerichtete Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich der Beschäftigten, für die der Arbeitgeber eine mit den Beschäftigten vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit und die Dauer der Einrichtung festgelegt hat." Der Arbeitgeber ist in diesem Fall verpflichtet, die entsprechende Ausstattung des Telearbeitsplatzes bereitzustellen. 

Mobiles Arbeiten: Damit wird eine flexiblere Form der Arbeitsgestaltung bezeichnet, die nicht orts- und zeitgebunden ist. Mobiles Arbeiten ist im Gegensatz zur Telearbeit nicht in der Arbeitsstättenverordnung geregelt. Der Mitarbeiter kann im Homeoffice oder auch zum Beispiel im Zug seine Arbeit erledigen. 

Homeoffice: Dieser Begriff wird oft sowohl für Telearbeit als auch für mobile Arbeit bezeichnet. Meist ist damit gelegentliches Arbeiten von zu Hause gemeint.

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