Warnung: Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte wechseln Sie zu einem moderneren Browser wie Chrome, Firefox oder Microsoft Edge.

Junger Cafe-Angestellter sitzt im Cafe an einem Laptop
Voraus­setzungen, Form und Fristen

Kündigung Minijob: Das müssen Sie beachten

Für Allianz Rechtsschutz-Kunden
Schnelle Hilfe, wenn es darauf ankommt
Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Ein Minijob ist ein reguläres Arbeitsverhältnis. Somit haben Minijobber dieselben Rechte und Pflichten wie Vollzeitangestellte.
  • Ist vertraglich nichts anderes vereinbart, müssen sich geringfügig Beschäftigte an die gesetzlichen Kündigungsfristen halten. Demnach kann der Minijob mit einer Frist von 4 Wochen zum 15. oder zum Ende des Kalendermonats gekündigt werden.
  • Eine fristlose Kündigung ist immer dann möglich, wenn Arbeitgeber oder Minijobber schwere Pflichtverletzungen begangen haben.
  • Die Rechte von Minijobbern werden im Praxisalltag häufig nicht anerkannt: Allianz Rechtsschutz unterstützt Sie bei Konflikten mit Ihrem Arbeitgeber.
1 von 6
Definition
Was viele Menschen nicht wissen: Ein Minijob ist ein ganz normales Arbeitsverhältnis, weshalb für Sie als Minijobber dieselben Rechte und Pflichten wie für Vollzeitangestellte gelten.

Das fängt an bei Urlaubsanspruch, geht über die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und endet bei der Kündigung. Der Begriff „Minijob“ bezieht sich also nicht etwa auf eingeschränkte Rechte, sondern ausschließlich auf die sozialversich­erungsrechtliche Einordnung des Arbeitsver­hältnisses. So sind Sie als Minijobber nicht sozialversicherungspflichtig und auch die Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung entfallen.

Minijobs gibt es in 2 Varianten:

  • Dauerhaft geringfügig entlohnte Beschäftigung: Um ein derartiges Beschäftigungsverhältnis handelt es sich, wenn Sie nicht mehr als 450 Euro pro Monat oder 5.400 Euro pro Jahr verdienen.
  • Kurzfristiger Minijob: Bei kurzfristigen Minijobs handelt es sich meist um Saison- oder Aushilfsjobs. Hierbei dürfen Sie maximal 3 Monate beziehungsweise 70 Tage im Kalenderjahr arbeiten.

Minijob, geringfügige Beschäftigung oder 450-Euro-Job: Es gibt zahlreiche Bezeichnungen für derartige Jobs. Einen rechtlichen Unterschied gibt es zwischen den Begriffen jedoch nicht.

2 von 6
Nebenjob ordentlich kündigen
Auch wenn Sie „nur“ geringfügig beschäftigt sind, können Sie nicht einfach von heute auf morgen kündigen. Sie müssen sich an formale Vorgaben halten und auch die gesetzlichen oder vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen müssen Sie beachten.

Wie für alle anderen Beschäftigen in Ihrem Unternehmen, so gelten auch für Sie als Minijobber die gesetzlichen Kündigungsfristen gemäß § 622 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Demnach können Sie als Arbeitnehmer mit einer Frist von 4 Wochen zum 15. oder zum Ende des Monats kündigen. Es ist also nicht möglich, einen Minijob schneller zu kündigen als eine reguläre Vollzeitbeschäftigung.

Ausschlaggebend für den Beginn der Frist ist der Zugang der Kündigung. Übergeben Sie Ihrem Chef das Kündigungsschreiben beispielsweise persönlich am 1. April, müssen Sie noch bis zum 30. April weiterarbeiten. Ist eine Probezeit vereinbart, so können Sie während dieser mit einer verkürzten Frist von nur 14 Tagen zu jedem beliebigen Tag kündigen. Die Probezeit darf bei einer geringfügigen Beschäftigung – wie auch bei regulären Arbeitsverhältnissen – maximal 6 Monate dauern.

Anders verhält es sich, wenn Ihr Vertrag andere Kündigungsfristen vorsieht. So kann per Arbeits- oder Tarifvertrag durchaus eine längere Kündigungsfrist vereinbart werden. Hierbei gilt jedoch, dass Sie als Arbeitnehmer nicht benachteiligt werden dürfen: Sieht der Vertrag für Sie eine 2-monatige Kündigungsfrist vor, so gilt diese auch für Ihren Arbeitgeber.

Wenn Sie eine geringfügige Beschäftigung kündigen wollen, so muss dies immer in Schriftform geschehen. Mündliche Kündigungen sind ebenso unwirksam wie eine Kündigung per E-Mail oder Messenger. 

Die folgenden Informationen sollte Ihr Kündigungsschreiben für den Minijob beinhalten:

  • Name und Anschrift der beiden Vertragsparteien
  • Datum
  • Betreff „Kündigung der geringfügigen Beschäftigung“
  • Zeitpunkt der Kündigung 
  • Gegebenenfalls Bitte um Arbeitszeugnis
  • Unterschrift

Einen Kündigungsgrund müssen Sie nicht angeben, wenn Sie eine ordentliche Kündigung für Ihren Minijob schreiben. Beim Zeitpunkt der Kündigung empfiehlt es sich, das exakte Datum zu nennen. Sind Sie sich unsicher, können Sie zur Formulierung „oder hilfsweise zum nächst­möglichen Zeitpunkt“ greifen und sich das Datum der Beendigung der Arbeitsverhältnisses schriftlich von Ihrem Arbeitgeber bestätigen lassen.

Wichtig ist auch, dass Sie sichergehen, dass die Kündigung wirklich zugegangen ist. Denn hat Ihr Chef diese nie erhalten, ist sie auch nicht wirksam. Setzen Sie daher am besten auf ein Einschreiben oder händigen Sie die Kündigung persönlich aus, idealerweise mit Zeugen. So kann Ihr Arbeitgeber später auch nicht behaupten, das Schreiben nicht erhalten zu haben.

Musterkündigung downloaden
Kündigen leicht gemacht: Mit dieser Vorlage können Sie Ihr bestehendes  Arbeitsverhältnis ganz einfach ordentlich und fristgerecht kündigen.
3 von 6
Rechte des Arbeitgebers
Ist vertraglich nichts anderes vereinbart, können Sie als Arbeitnehmer Ihre geringfügige Beschäftigung ungeachtet der Betriebszugehörigkeit mit einer Frist von 4 Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende des Kalendermonats kündigen. Für Ihren Arbeitgeber gilt jedoch: Je länger Sie im Unternehmen tätig sind, desto länger ist die Kündigungsfrist für eine arbeitgeberseitige Kündigung. Gehen Sie Ihrem Minijob etwa schon seit mehr als 5 Jahren nach, so kann Ihr Chef Ihnen nur mit einer Frist von 2 Monaten zum Monatsende kündigen. 

Wischen um mehr anzuzeigen

Betriebszugehörigkeit
Kündigungsfrist
Bis 2 Jahre 4 Wochen bis zum 15. oder Monatsende
Ab 2 Jahren 1 Monat zum Monatsende
Ab 5 Jahren 2 Monate zum Monatsende
Ab 8 Jahren 3 Monate zum Monatsende
Ab 10 Jahren 4 Monate zum Monatsende
Ab 12 Jahren 5 Monate zum Monatsende
Ab 15 Jahren 6 Monate zum Monatsende
Ab 20 Jahren 7 Monate zum Monatsende
Anders verhält es sich lediglich, wenn Sie in einem Privathaushalt tätig sind, etwa als Haushaltshilfe. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat im Jahr 2020 entschieden, dass die gestaffelten Kündigungsfristen hier keine Anwendung finden. Der entsprechende Paragraf (§ 622, Abs. 2 BGB) gelte ausschließ­lich für Betriebe und Unternehmen – nicht für Privathaushalte. Hier beträgt die Kündigungsfrist daher für beide Seiten 4 Wochen zum Fünfzehnten oder zum Monatsende (Az. 2 AZR 660/19).
Die passende Versicherung
4 von 6
Gut zu wissen
Auch wenn Arbeitgeber das häufig etwas anders sehen, haben Sie als Minijobber doch dieselben Rechte wie reguläre Vollzeitangestellte. So stehen Ihnen bezahlte Urlaubstage ebenso zu wie der gesetzliche Kündigungsschutz.

Will Ihr Chef Ihnen dennoch von heute auf morgen kündigen und beruft er sich darauf, dass Sie „nur“ Minijobber sind, sollten Sie sich zur Wehr setzen. Die Allianz Rechtsschutzversicherung hilft Ihnen dabei, Ihr gutes Recht durchzusetzen. Als erste Anlaufstelle dient Ihnen in allen Tarifen die telefonische Sofort-Hilfe. Erfahrene Anwälte beraten Sie einfach und unkompliziert am Telefon und klären Sie über Ihre Rechte und Pflichten als Minijobber auf.

Sind die Fronten verhärtet und ist eine gerichtliche Auseinandersetzung unumgänglich, übernimmt der Allianz Berufs-Rechtsschutz Ihre Anwalts- und Gerichtskosten bis zur vereinbarten Versicherungs­summe. Von der plötzlichen Kündigung über das nicht erteilte Arbeitszeugnis bis zum verweigerten Urlaubsanspruch: Allianz Berufs-Rechtsschutz unterstützt Sie bei allen Problemen, denen sich Minijobber Tag für Tag stellen müssen.

Mann in Anzug mit Headset
Mann in Anzug mit Headset
Sie sind in einen Rechtsstreit geraten und wissen nicht weiter? Nutzen sie als Allianz Rechtsschutz Kunde unser Rechtsschutz-Service-Telefon. Wir leiten Sie an spezialisierte Anwälte weiter, mit denen Sie die Rechtslage und die nächsten Schritte besprechen können. Natürlich können Sie Ihren Rechtsfall auch online melden - unsere Partneranwälte rufen Sie gerne zurück.
5 von 6
Minijob fristlos kündigen
Liegen keine besonderen Umstände vor, können Sie Ihren Minijob nur unter Einhaltung der geltenden Kündigungsfristen kündigen. Anders sieht es aus, wenn eine der Parteien eine schwere Pflichtverletzung begangen hat.

In diesem Fall ist eine fristlose Kündigung möglich und Sie können das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung beenden. So können Sie etwa fristlos kündigen, wenn Ihr Arbeitgeber Sie schlicht nicht bezahlt. Anders herum kann Ihr Chef Ihnen als Minijobber fristlos kündigen, wenn Sie sich beispielsweise an der Kasse bedient haben oder wenn Sie Betriebsinterna weitergegeben haben.

Doch Vorsicht: Im besten Fall sollten Sie die fristlose Kündigung zuvor absichern, denn teils ist sie nur dann rechtens, wenn Sie Ihr Gegenüber zuvor abgemahnt haben. Sind Sie etwa wiederholt zu spät gekommen, kann Ihr Arbeitgeber Sie nicht einfach so aus heiterem Himmel kündigen. Er muss Ihnen zuvor eine Abmahnung erteilen und Sie darin explizit auf Ihr Fehlverhalten hinweisen. Dasselbe gilt oft auch für Sie: Wird Ihr Lohn einmal zu spät überwiesen, können Sie nicht einfach den Vertrag beenden. Auch Sie müssen Ihren Arbeitgeber in diesem Fall vorab abmahnen.

6 von 6
FAQ
  • Kann man einen Aushilfsjob jederzeit kündigen?

    Nein, Sie müssen sich an die gesetzlichen oder an die vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen halten. Noch schwieriger wird es, wenn es sich bei Ihrem Mini- oder Aushilfsjob um eine befristete Tätigkeit handelt. Eine vorzeitige Kündigung ist dann für beide Parteien ausgeschlossen. Sie müssen Ihre Arbeit also so lange weiter verrichten, bis der Vertrag wie vereinbart durch die Befristung ein Ende findet. Lediglich fristlose Kündigungen sind weiterhin zulässig.
  • Kann ich im Minijob ohne Grund gekündigt werden?

    Ob Ihr Chef Ihnen als Minijobber grundlos kündigen kann, kommt auf mehrere Faktoren an. Wenn der allgemeine Kündigungsschutz für Sie greift, dann können Sie nur aus wichtigem Grund gekündigt werden. Hierbei sind betriebsbedingte, personenbedingte und verhaltensbedingte Kündigungen möglich. Der allgemeine Kündigungsschutz greift… 

    • …wenn Sie bereits mehr als 6 Monate im Unternehmen tätig sind und
    • …wenn in Ihrem Betrieb regelmäßig mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigt werden (Teilzeitkräfte zählen anteilig, Auszubildende zählen nicht). 

    Zur Veranschaulichung: Ein Rentner wird im Minijob gekündigt. Da er jedoch erst seit 2 Monaten für den Betrieb tätig war, ist die 6-monatige Wartezeit noch nicht um. Der Kündigungsschutz greift noch nicht, weshalb die unbegründete Kündigung wirksam ist.

    Im Übrigen greift der besondere Kündigungsschutz für spezifische Personengruppen auch bei Minijobbern und geringfügig Angestellten uneingeschränkt. Sind Sie etwa schwanger, in Elternzeit oder schwerbehindert, können Sie nur im absoluten Einzelfall gekündigt werden. Teils ist hierfür sogar die Zustimmung der zuständigen Behörde nötig.

  • Minijob ohne Arbeitsvertrag: Wann kann gekündigt werden?

    Von Kellnerjobs über private Haushaltshilfen: In der Praxis kommt es häufig vor, dass bei Minijobs kein schriftlicher Arbeitsvertrag geschlossen wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie ohne Arbeitsvertrag beschäftigt sind. Auch ein mündlicher Vertrag ist hier bindend. Haben Sie nicht über Kündigungsfristen oder Ähnliches gesprochen, so gelten hier immer die gesetzlichen Regelungen. Empfehlenswert sind Minijobs ohne Arbeitsvertrag jedoch nicht: Im Zweifelsfall können Sie so nicht nachweisen, welche Abmachungen bestehen. Besser ist es daher, von Vornherein einen schriftlichen Vertrag einzufordern.
Allianz Beratung - Finden Sie Ihren persönlichen Ansprechpartner
Allianz Rechtsschutzversicherung
Sie wünschen eine persönliche Beratung?
Sie interessieren sich für eine Allianz Rechtsschutzversicherung? Dann schreiben Sie uns. Ihr Allianz Ansprechpartner vor Ort wird sich umgehend bei Ihnen melden.
Ihre Meinung ist uns wichtig
Geben Sie uns ein Feedback
Service und Kontakt
Die Allianz Agentur in Ihrer Nähe
Allianz Service jetzt kontaktieren
Melden Sie sich bei dem Allianz Service
Schicken Sie uns Ihre Beratungsanfrage - wir melden uns bei Ihnen.
Berechnen Sie Ihren Tarif zur Allianz Versicherung
Finden Sie den
passenden Tarif
Berechnen Sie Ihren individuellen Tarif zur Rechtsschutzversicherung.
+
  • Leider ist der Live-Chat momentan nicht verfügbar. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.