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Zwei weiße Wohnwagen stehen vor einem grauen Pkw auf Parkplatz
Reichweite, Modelle, Anhängelast

Elektroauto-Anhänger: Eignen sich E-Autos als Zug­fahr­zeuge?

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Aufgrund ihrer Leistung und ihres Gewichts eignen sich Elektroautos optimal als Zugfahrzeuge. Sie können sowohl Anhänger als auch Wohnwagen ziehen.
  • Schwere Anhänger verringern die Reichweite eines E-Autos. Viele Her­steller verzichten deshalb darauf, ihre E-Modelle mit einer Anhänger­kupplung auszustatten. Einige Stromer lassen sich nach­rüsten.
  • Um die Reichweite von E-Autos mit Anhänger zu erhöhen, hat ein Start-up einen Batterie-Anhänger entwickelt. Mit ihm sollen Elektroautos ab 2022 längere Strecken zurücklegen können.
  • Kfz-Anhänger sind in der Regel nicht über die Elektroauto-Ver­sicherung der Zugmaschine mit­ver­sichert. Sie müssen dafür eine separate Anhänger­versicherung abschließen.
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Illustration Info: Gut zu wissen
Gut zu wissen: Voraussetzungen
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Grundsätzlich darf jedes Elektroauto einen Anhänger ziehen. Die Frage ist nur, ob es Sinn macht. Letztendlich hängt es davon ab, wie leistungsstark der Stromspeicher des E-Autos ist. Im Elektroauto-Vergleich verfügen die meisten markt­üblichen Modelle über eine ausreichend hohe Akku­leistung, um Anhänger zu bewegen. Dabei gilt: Je höher die Kapazität der Batterie, desto größer die Elektroauto-Reichweite – und desto teurer Elektroauto-Kosten sowie Elektroauto-Versicherung.

Für den Anhängerbetrieb müssen voll­elektrische Zug­fahr­zeuge darüber hinaus folgende technischen Voraus­setzungen erfüllen:

  • Ausstattung mit Hängerkupplung ab Werk oder zum Nachrüsten
  • ausreichend hohes Fahrzeug­gewicht, um beim Bremsen nicht vom Anhänger angeschoben zu werden
  • genug Drehmoment, um das zusätzliche Anhängergewicht zu bewegen
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Geeignete Modelle
Die meisten E-Autos sind weder mit Hängerkupplung erhältlich noch mit einer entsprechenden Vorrichtung nach­zu­rüsten. Der Grund: Anhänger verringern die Reichweite von Elektromobilen so stark, dass die Nach­frage gering ist. Welche E-Auto-Modelle sich als Zug­fahr­zeuge eignen, erfahren Sie hier.
Weißer Pkw zieht Bootsanhänger

Welches Elektroauto hat eine Anhängerkupplung?

Welche E-Auto-Modelle eine Anhängerkupplung haben und sich als Zugfahr­zeuge eignen, wie hoch ihre maximale Anhängelast ist und welchen Aufpreis Hersteller dafür abrufen, zeigt folgende Tabelle.

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Modell Aufpreis Maximale Anhängelast
Audi e-tron 790 Euro 1.800 kg
Jaguar I-Pace 2.012 Euro 750 kg
Mercedes EQC 1.142,40 Euro 1.800 kg
Polestar 2 1.100 Euro 1.500 kg
Tesla Model X 0 Euro 2.250 kg
Tesla Model 3 1.069 Euro 910 kg

Können E-Autos Wohn­wagen ziehen?

Ja, ein Elektroauto mit Anhänger­kupplung kann auch Wohn­anhänger ziehen. Für Camping-Trips mit Caravan eignen sich besonders zugstarke E-Autos der oberen Preisklasse wie das Model X von Tesla. Mit einer Anhängelast von über zwei Tonnen kann der Stromer selbst schwere Wohn­wagen an den Haken nehmen. Weitere geeignete Modelle sind Audi e-tron und Mercedes EQC.

Je höher die Anhängelast, desto zugstärker das E-Auto

Aus Drehmoment und Gewicht ergibt sich die zulässige Anhängelast, die das E-Auto im Anhängerbetrieb ziehen darf. Überlegen Sie vor dem E-Auto-Kauf, mit welchen Hängern Ihr E-Fahr­zeug kompa­tibel sein soll. Möchten Sie etwa einen Fahrradträger an die Zugmaschine kuppeln oder mit dem Anhänger Garten­utensilien transportieren, reicht eine maximale Anhängelast von 750 Kilo­gramm aus. 

Planen Sie hingegen, mit E-Auto und Wohnanhänger in den Urlaub zu fahren, sollte die An­hänge­last mindestens 1.800 Kilogramm be­tra­gen.

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Gut zu wissen: Hybridfahrzeuge
Illustration Info: Gut zu wissen

Hybridautos sind zuverlässige Zug­fahr­zeuge, wenn Sie lange Strecken mit Anhänger zurücklegen möchten. Sie besitzen einen sogenannten Doppel­motor, also sowohl einen Elektro- als auch einen Verbrennungsmotor. Im Vergleich zu reinen E-Fahrzeugen gibt es bei Voll- und Plug-in-Hybrid-Pkw deutlich mehr Modelle, die An­hänger ohne Reich­wei­ten­ver­luste bewegen.

Zu den zugstärksten Hybrid­fahrzeugen auf dem deutschen Markt gehören:

  • Audi A7 Sportback TFSI e (2.000 kg)
  • BMW X5 (2.700 kg)
  • Ford Explorer (2.500 kg)
  • Mercedes E-Klasse (2.100 kg)
  • Mercedes E-Klasse T-Modell (2.100 kg)
  • Mercedes GLE (2.700 kg)
  • Porsche Cayenne E-Hybrid (3.500 kg)
  • Volvo XC90 (2.400 kg)
  • Volvo XC60 (2.100 kg)
  • Volvo V90 (2.100 kg)
  • Volvo S90 (2.100 kg)
Illustration Info: Gut zu wissen
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Batterie-Anhänger
Moderne E-Autos legen 120 bis 600 Kilometer ohne Ladestopp zurück. Trotz fortschrittlicher Akku-Technologien, die immer höhere Distanzen er­mög­lichen, sorgt ein Anhänger für Reich­weiten-Einbußen von bis zu 70 Prozent. Um dem entgegenzuwirken, hat ein Start-up-Unternehmen einen Batterie-Anhänger entwickelt. Er soll 2022 auf den Markt kommen.
Junge Frau telefoniert, während ihr Elektroauto an öffentlicher Ladesäule auflädt

Batterie-Anhänger erhöht die E-Auto-Reichweite

Um der "Reichweitenangst" die Stirn zu bieten, hat das französische Start-up EP Tender einen Batterie-Anhänger für Elektroautos entwickelt. In dem Hänger ist ein Akku mit einer Kapazität von 60 Kilo­watt­stunden (kWh) verbaut. Dieser so­ge­nannte Range Extender (Reich­weiten­verlängerer) versorgt das E-Mobil während der Fahrt mit Energie und gleicht den Zusatz­verbrauch aus. Die Elektroauto-Reich­weite erhöht sich dadurch um rund 300 Kilometer.

Ursprünglich wurde der Batterie-Anhänger für den vollelektrischen Kleinwagen Renault ZOE entwickelt. Mittlerweile lässt er sich an alle Elektroautos mit Anhängerkupplung koppeln.

Markteinführung für 2022 geplant

EP Tender möchte seinen Batterie-Anhänger 2022 auf den Markt bringen. Darüber hinaus plant das Start-up den Ausbau von Verleihstationen in der Nähe großer Metropolen und an wichtigen Fernverbindungspunkten. Langfristig sollen solche Stationen alle 50 Kilometer zu finden sein.

Ziel ist es, die Elektroauto-Batterie-Anhänger online anzubieten. E-Auto-Fahrer können die Akku-Hänger dann ganz einfach über PC oder Smart­phone buchen. Für den Service plant EP Tender eine Jahresgebühr von 40 Euro sowie eine Tagesmiete von 15 Euro pro Batterie-Anhänger. Ein Anhängertausch soll fünf Euro kosten.

Reichweiten-Vergleich – mit und ohne Batterie-Anhänger

Die Strecke von Paris nach Bordeaux beträgt 600 Kilometer. Der Renault ZOE hat eine Reich­weite von rund 390 Kilo­metern. Folglich ist ein Stopp an einer Schnell­lade­station notwendig, um die Strecke in einem Zug zu absolvieren. Insgesamt benötigt der ZOE dafür acht Stunden und 40 Minuten. Koppeln Sie einen Batterie-Anhänger an das E-Fahrzeug an, fährt es die 600 Kilometer ohne Stopp in sechs Stunden und 15 Minuten.

Mit der zusätzlichen Reichweite des Batterie-Anhängers ist die Tour also wesentlich kürzer – allerdings auch etwas kostspieliger. Mit Anhänger kostet die Fahrt rund 90 Euro. Mit Stopp an einer Ladestation belaufen sich die Kosten auf rund 72 Euro.

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Camping & E-Mobilität
Um einen schweren Wohnwagen zu ziehen, eignen sich zugstarke E-Autos mit Anhängerkupplung und hoher Reichweite – beispielsweise Audi e-tron, Mercedes EQC oder Tesla Model X.
Nahaufnahme eines Stromanschlusses auf einem Campingplatz

Elektro-Kleinbusse lassen sich zu Campern umbauen

Wohnmobile mit Elektroantrieb sind aktuell noch sehr selten. Auf dem deutschen Markt gibt es bisher lediglich den Nissan e-NV200. Das vollelektrische Familienauto ist mit einer 40-kWh-Batterie ausgestattet und schafft damit rund 300 Kilometer ohne Ladestopp. Allerdings bietet das E-Mobil keine Schlaf­möglich­keiten und ist daher kein klassischer Camping­bus. Wer damit campen möchte, kommt um einen Umbau nicht herum.

Auf solche Umbauarbeiten hat sich zum Beispiel die bayerische Manufaktur Zooom spezialisiert. Das Unter­nehmen baut Kleinbusse und Vans in Wohnmobile um. Mit Aufstelldach und einfacher Wohn­aus­stattung liegen die Kosten für den Nissan e-NV200 bei rund 40.000 Euro. Hinzu kommt die monatliche Batteriemiete für den E-Auto-Akku.

Elektroauto laden klappt auch auf Camping­platz

Auf den meisten Campingplätzen können Sie über einen Stromanschluss mit regu­lären Steckdosen auch Ihr Elektroauto aufladen. Um Ihren Stromer mit neuer Energie zu versorgen, ist allerdings eine mobile Lade­station erforderlich. Das heißt: Sie benötigen ein Ladekabel mit zugehörigem Adapter.

Die mobile Ladestation ermöglicht eine geregelte Energiezufuhr und fungiert als Schutz- und Kontrollelement zwischen E-Auto und Steckdose. Allerdings ist die Ladeleistung im Gegensatz zu regulären E-Auto-Ladestationen eingeschränkt.

Batterie-Aufladen an Camping-Steckdosen dauert länger

An herkömmlichen Steckdosen können Sie Ihr Elektrofahrzeug meist mit 16 oder 32 Ampere (= Stromstärke) laden. Dies er­mög­licht eine Ladeleistung von 3,6 beziehungsweise 7,4 Kilowatt. Durch die verhältnismäßig geringe Leistung dauert ein kompletter Ladevorgang mehrere Stunden.

Welche Kosten für den Ladevorgang anfallen, hängt vom Campingplatz ab. In der Regel zahlen Sie für Strom einen festen Pauschalbetrag pro Nacht. Manche Campingplätze legen einen Preis pro "getankter" Kilowattstunde fest.

Gut zu wissen: E-Camper
Illustration Info: Gut zu wissen

Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass Elektroautos in Zukunft verstärkt für Camping und Reisen mit Wohnmobil oder Wohnwagen zum Einsatz kommen: 

  • Elektroautos sind aufgrund ihrer Leistung ideale Zugfahrzeuge.
  • Die Technik zur Steigerung der Reichweite von E-Autos entwickelt sich kontinuierlich weiter. Stromer erreichen künftig trotz Anhänger hohe Reichweiten.
  • Immer mehr Autohersteller bieten die Möglichkeit, eine Anhänger­kupplung an ihre E-Fahrzeuge anzubauen.
  • Die meisten Campingplätze verfügen über die notwendige Lade­infrastruktur für Elektroautos.
Illustration Info: Gut zu wissen
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Versicherungsschutz

Wenn Sie Ihr Elektrofahrzeug mitsamt Anhänger im Straßenverkehr bewegen möchten, be­nö­tigen Sie zunächst eine Kfz-Versicherung für Ihr E-Auto. Eine Elektroauto-Versicherung ist speziell auf voll­­elek­trische Fahrzeuge abgestimmt und bietet E-Mobilen umfassenden Schutz. Ob darüber hinaus eine separate Ver­sicherung für den An­hänger er­for­der­­lich ist, hängt von der Art des An­hängers ab.

Eine Anhängerversicherung ist Pflicht für Anhänger, die über eine Ladefläche zur Güter­be­för­der­ung, aber keinen eigenen Antrieb verfügen. Ausgenommen sind Anhänger für Forst- und Land­wirt­schaft, Fahrzeugtrailer, Pferdeanhänger sowie Spezial­an­hänger (z.B. für Segel­flug­zeuge) und Bootstrailer. Diese sind automatisch über das Zugfahrzeug versichert.

Camper-Anhänger und Wohnwagen benötigen eine Versicherung

Bei Wohnwagen und Campern reicht die Kfz-Versicherung nicht aus. Sie benötigen eine separate Wohnwagen-Versicherung. Diese greift sowohl bei Schäden, die während der Fahrt passieren, als auch, wenn der Wohn­wagen abgestellt ist – unabhängig davon, ob er gerade an das Zugfahrzeug angekoppelt ist oder "frei" parkt.

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Häufige Fragen
  • Warum dürfen Elektroautos keine Anhänger ziehen?

    E-Autos können und dürfen An­hänger jeglicher Art ziehen, solange sie die technischen Voraussetzungen dafür erfüllen und über einen ausreichend starken Antrieb verfügen. In den meisten Fällen bieten Elektro­autos beide Kriterien.

    Der einzige Aspekt, der gegen Anhänger am Elektroauto spricht, ist die reduzierte Reichweite. Denn: Die Zusatzlast durch das Anhänger­gewicht steigert den Energieverbrauch enorm. Entsprechend sinkt die Reichweite, sodass längere Strecken nur mit mehreren Ladestopps möglich sind.

  • Elektroauto mit Anhänger bei Ladesäule aufladen – geht das?

    Ob mit oder ohne Anhänger, an jeder privaten oder öffentlichen Ladestation haben Sie die Möglichkeit, Ihr Elektroauto aufzuladen. Einzige Voraussetzung ist ein passendes Ladekabel, um den Stromer mit der Ladesäule zu verbinden.
  • Gibt es Fahrradträger für Elektroauto-Anhänger?

    Nein, es sind jedoch Fahrradträger erhältlich, die Sie an die Anhänger­kupplung Ihres E-Autos montieren können. Wichtig ist, dass Sie das Gewicht der Träger­vorrichtung (z.B. 20 Kilogramm) von der maxi­malen Stützlast des Fahr­zeugs abziehen. Beträgt diese zum Beispiel 60 Kilogramm, bleiben maximal 40 Kilogramm für zu transportierende Fahrräder übrig. Mit Pedelecs, E-Bikes oder mehreren Bikes ist die maximale Beladungsgrenze schnell erreicht.

    Tipp: Transportieren Sie die Akkus von Elektrofahrrädern im Koffer­raum. So sparen Sie Gewicht auf der Trägerstruktur.

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