• In der Motorrad-Versicherung sagt die Schaden­freiheits­klasse (SF-Klasse) aus, wie viele Jahre die ver­sicherte Person unfall­frei gefahren ist. Je besser die Einstufung, desto günstiger der Beitrag.
  • Motorrad-SF-Klassen reichen von SF 0 (= kein unfall­freies Jahr) bis SF 20 (= 20 oder mehr schaden­freie Jahre). In der Schaden­freiheits­klassen-Motor­rad-Tabelle gibt es auch Schaden­klasse M. In die Malus­klasse rutschen Fahr­anfänger:innen, die in SF 0 oder ½ ein­ge­stuft sind und einen Unfall verschulden.
  • Versicherungsnehmer:innen können ihre Schaden­freiheits­klasse von Motor­rad auf Auto über­tragen – und umgekehrt. Versichern Sie Ihre Maschine als Zweitfahrzeug, ist oft eine Sondereinstufung möglich.
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Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie die Schaden­frei­heits­klasse von Motor­rad auf Auto über­tragen – und um­gekehrt. Bei Ver­sicherungs­wechsel über­nimmt der neue Anbieter Ihre bisherige Motorrad-Schaden­frei­heits­klasse in der Regel.
  • Motorrad-Schadenfreiheitsklasse bei Versicherungswechsel übertragen

    Wenn Sie die Kfz-Versiche­rung wechseln, können Sie Ihren bis­herigen Schaden­verlauf mit­nehmen. Weisen Sie zum Bei­spiel zwölf unfall­freie Jahre nach, stuft der neue An­bieter Sie in SF 12 ein. Der Schaden­freiheits­rabatt, den Ihr alter Ver­sicherer ge­währt hat, ist nicht über­trag­bar. Denn Ver­siche­rungs­gesell­schaften ver­wenden unter­schiedliche Rabatt­staffeln.
  • SF-Klassen für Motorrad an andere Person übertragen

    Ihre SF-Klassen fürs Motorrad kann sich eine andere Per­son an­rechnen lassen. Das ist zum Bei­spiel möglich, wenn Sie das Motorrad­fahren auf­geben und Ihre unfall­freien Jahre Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn ab­treten. Dabei zählen nur die Jahre, die Emp­fängerin oder Emp­fänger selbst schaden­frei unter­wegs sein konnte. Sprich: Hat Ihr Kind erst seit drei Jahren seine Motorrad­fahr­erlaubnis, kann es maximal drei SF-Klassen über­nehmen. Der Rest verfällt. Außer­dem können Ver­siche­rungs­nehmer:innen nicht jeder Person ihre Schaden­freiheits­klasse übertragen. Bei den meisten Ver­sicherungs­anbietern ist die Weiter­gabe an Kinder oder Ehe­partner:innen problem­los möglich.
  • Schadenfreiheitsklasse von Motorrad auf Auto übertragen

    Melden Sie Ihr Motorrad ab und ver­sichern statt­dessen ein Auto, können Sie die Schaden­freiheits­klasse über­tragen. Kraft­räder und Pkw sind unter­schied­liche Fahrzeug­gruppen mit abweichenden Schaden­freiheits­systemen. Wenn Sie die Motor­rad-SF aufs Auto über­tragen, sind bei der Ein­stufung des­wegen die schaden­frei ge­fahrenen Jahre ent­scheidend. Zum Beispiel: Sie haben die höchste Motorrad-Schaden­freiheits­klasse 20 erreicht, ins­gesamt aber 24 schaden­freie Jahre gesammelt. Dann steigen Sie bei der Kfz-Ver­sicherung nicht in SF 20, sondern in SF 24 ein.
  • Schadenfreiheitsklasse von Auto auf Motorrad übertragen

    Wenn Sie Ihr Auto abmelden und statt­dessen ein Motor­rad ver­sichern, können Sie die schaden­freien Jahre der Auto­versicherung in der Regel über­nehmen. Aber: Die Kfz-Ver­siche­rung stuft Sie mit dem Motor­rad nur bis SF 20 ein. Das heißt: Sind Sie mit Ihrem Pkw 22 Jahre unfall­frei gefahren, stuft der Motorrad­versicherer Sie auto­matisch in SF 20 ein – die höchst­mögliche Schaden­freiheits­klasse beim Motorrad.
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Motorrad-SF-Klassen funktionieren wie SF-Klassen bei Autos: Mit jedem unfall­freien Jahr rutschen Ver­sicherte in eine höhere Schaden­frei­heits­klasse fürs Motorrad. Per Tabelle legen Ver­sicherer fest, mit wie viel Pro­zent auf den Beitrags­satz sie schaden­freie Jahre be­lohnen (= Schaden­frei­heits­rabatt). Ein Unfall führt meist zur Rück­stufung der Motor­rad-Schaden­frei­heits­klasse. Dadurch steigt der Beitrag der Motor­rad­versicherung im nächsten Ver­siche­rungs­jahr. Anders als bei Pkw reichen SF-Klassen fürs Motor­rad von SF 0 (= kein schaden­freies Jahr) bis SF 20 (20 oder mehr schaden­freie Jahre). Außer­dem gibt es die Sonder­klassen SF ½ und M.

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SF-Klasse
Schadenfreie Jahre
Beitragssatz Haftpflicht in % (ca.)
Beitragssatz Vollkasko in % (ca.)
SF 20 20 25 32
SF 16 - 19 16 - 19 26 33
SF 10 - 15 10 - 15 30 - 27 36 - 33
SF 5 - 9 5 - 9 34 - 31 45 - 37
SF 2 - 4 2 - 4 36 - 34 56 - 48
SF 1 1 40 60
SF ½
(Sondereinstufung für Personen mit mehr als 3 Jahren Fahrerlaubnis, die erstes eigenes Motorrad versichern)
  50 78
SF 0
(Ersteinstufung für Personen mit weniger als 3 Jahren Fahrerlaubnis)
  55 86
SF M
(Malusklasse, Rückstufung von Personen mit SF 0 oder ½ nach Unfall durch Eigenverschulden)
  100 143

Das kommt darauf an, wie viele unfall­freie Motor­rad­jahre Sie ohne Unter­brechung gesammelt haben. Einige Bei­spiele zur Ein­stufung in SF-Klassen beim Motorrad:

  • Bei der Motorrad­versicherung steigt eine 18-jährige Fahr­anfängerin oder ein 18-jähriger Fahr­anfänger meist in SF 0 ein.
  • Eine Sonderregelung gilt für Ver­sicherte, die ihren Motorrad­führer­schein min­des­tens drei Jahre besitzen. Zum Bei­spiel startet eine 24-Jährige oder ein 24-Jähriger, die bzw. der sein erstes Bike ver­sichert und die Fahr­erlaubnis seit fünf Jahren hat, in SF ½.
  • Verursacht ein Nachwuchs­fahrer oder eine Nachwuchs­fahrerin mit SF 0 oder ½ durch Eigen­ver­schulden einen Motorrad-Unfall, fällt er bzw. sie in SF M zurück. In der Malus­klasse erreicht der Ver­siche­rungs­beitrag den Höchstsatz.
  • Einen 50-Jährigen oder eine 50-Jährige, der bzw. die seit 25 Jahren unfall­frei Motor­rad fährt, stufen Ver­sicherer in die beste Motor­rad-Schaden­freiheits­klasse SF 20 ein.

Wichtig: Das System der Motor­rad-SF-Klassen ist von Ver­sicherung zu Ver­sicherung unter­schied­lich. Wie sich der Beitrags­satz verändert, hängt vom Anbieter ab. Die Prozent­angaben in der Schaden­freiheits­klassen-Motorrad-Tabelle dienen nur als grobe Orientierung.

Sie haben Fragen zu Motor­rad-SF-Klassen bei der Allianz? Unser Service-Team berät Sie gerne.
Sie haben sich für die Allianz Motorrad­versicherung entschieden? Hier berechnen Sie Ihren Beitrag.
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Gut zu wissen: Sonder­einstufung

Sie haben bereits eine Autoversicherung und wollen Ihr Motor­rad als Zweit­wagen versichern? Oft ist eine Sonder­einstufung möglich: Ihr Bike startet in einer besseren Motorrad-Schaden­freiheits­klasse und Sie zahlen einen er­mäßigten Beitrag.

Als Fahranfänger:in können Sie Ihr Motor­rad als Zweit­fahrzeug über die Kfz-Versicherung Ihrer Eltern ver­sichern (Zweit­wagen­re­ge­lung) und so Beiträge sparen. Haben Sie bereits ein Kraft­rad und wollen ein Zweit­motor­rad ver­sichern, stufen viele Ver­sicherer das zweite Bike in SF ½ ein. Voraus­gesetzt, Ihr Erst­fahr­zeug hat mindestens SF 3.

Allianz Vorteil: Bei Versicherung Ihres Motor­rads sparen Sie nicht nur mit der Zweit­wagen­regelung. Haben Sie ein Allianz Privat­schutz-Paket (z. B. Unfall-, Rechts­schutz- und Privat-Haft­pflicht­versicherung) ab­ge­schlossen, erhalten Sie bis zu zehn Pro­zent Nach­lass auf den Bei­trag Ihrer Motor­rad­versicherung. Der Bündel­rabatt gilt auch, wenn Sie Leicht­kraft­roller, Pkw, Wohn­mobil, Wohn­wagen, Anhänger oder Old­timer bei uns versichern.

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Die Rückstufung der SF-Klassen beim Motorrad lässt sich vermeiden, wenn Sie einen Rabattschutz zu Ihrer Motorradversicherung abschließen.

Mit jeder unfallfreien Motorrad­saison stuft die Motorrad-Versicherung Sie eine Schaden­freiheits­klasse besser ein. Mit den Motorrad-Schaden­freiheits­klassen sammeln Sie immer mehr Pro­zente auf Ihren Beitrag – auch wenn Sie ein Saison­kenn­zeichen für Ihr Motorrad haben und der Zulassungszeitraum mindestens sechs Monate pro Jahr beträgt.

Motorrad-SF-Klassen gibt es bei Kfz-Haft­pflicht und Voll­kasko fürs Motor­rad. In der Motorrad-Teil­kasko gibt es weder SF-Klassen noch Schaden­freiheits­rabatt. Denn auf Teilkasko­schäden wie Diebstahl oder Marder­biss (durch Marder­schaden-Versicherung ab­ge­deckt) haben Sie als Fahrer:in begrenzt Einfluss.

Die Rückstufung in schlechtere Motorrad-SF-Klassen bedeutet höhere Bei­träge. Bei kleineren Schäden rechnet es sich des­wegen teils, die Kosten selbst zu über­nehmen und so die Prämie stabil zu halten. Oder Sie erweitern Ihre Motorrad-Ver­si­che­rung mit dem Bau­stein Rabatt­schutz. Damit haben Sie je einen Haft­pflicht- und Vollkasko­schaden pro Jahr frei.

So funktioniert der Rabatt­schutz: Sind Sie in SF 20 eingestuft und ver­ursachen einen Un­fall, würde Ihr Versicherer Sie bei Vollkasko ohne Rabatt­schutz in SF 8 zurück­stufen. Mit Rabatt­schutz bleibt Ihre Motorrad-Schaden­freiheits­klasse stabil. Erst wenn Sie im selben Kalender­jahr einen zweiten Schaden ver­schulden, erfolgt eine Rück­stufung in SF 8 (siehe Grafik).

Wichtig: Für Motorrad­fahrer:innen ist nicht nur der Schutz vor einer Rück­stufung als finanzielle Absicherung wichtig. Wegen des erhöhten Verletzungs­risikos bei Motorrad­unfällen kann auch eine private Unfall­versicherung sinnvoll sein. Denn: Eine Unfall­versicherung zahlt unabhängig davon, wer den Unfall verursacht hat. Mit ihr lassen sich finanzielle Folgen eines Unfalls abfedern, falls körper­liche oder geistige Be­ein­trächtigungen bestehen bleiben. Zudem bietet sie zahl­reiche Service­leistungen, um Sie bei Ihrer Genesung zu unterstützen.
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  • Wie finde ich meine aktuelle SF-Klasse fürs Motorrad heraus?

    Ihre aktuelle Motorrad-Schaden­freiheits­klasse steht in der Regel in der letzten Beitragsrechnung Ihrer Motorrad­versicherung. Alternativ können Sie direkt bei Ihrem Versicherer nachfragen.
  • Wie viele Jahre sind SF-Klassen nach einer Motorradpause gültig?

    Erkundigen Sie sich bei Ihrer Kfz-Versicherung, wie lange Ihre Motorrad-Schaden­freiheits­klasse gültig bleibt, wenn Sie Ihren Vertrag pausieren. Die Gültig­keit von SF-Klassen fürs Motorrad variiert je nach Anbieter. Oft verfällt die schaden­freie Zeit nach sieben bis zehn Jahren.
  • Welche Rolle spielt die Schaden­freiheits­klasse bei Berechnung der Motorrad­versicherung?

    In der Motorrad­-Versicherung zählen Schaden­freiheits­klassen zu den Kriterien, die Ihren in­di­vi­du­ellen Beitrags­satz be­ein­flussen. Die Ein­stufung in SF-Klassen erfolgt auf Basis der Anzahl der Jahre, die Sie ohne Unter­brechung unfall­frei gefahren sind. Je länger Sie schaden­frei bleiben, desto günstiger wird Ihre Ver­sicherungs­prämie. Wer in eine gute (= hohe) Motorrad-Schaden­frei­heits­klasse ein­gestuft ist, kann dank Schaden­frei­heits­rabatt über 50 Prozent des ursprüng­lichen Beitrags sparen.
  • Wie beeinflussen Alter des Fahrers und Nutzung des Motorrads den Beitrag der Motorradversicherung?

    Bei Elektro-Motorrad-Versicherung und Motorrad-Ver­sicherung ist die Schaden­frei­heits­klasse eines von mehreren beitrags­relevanten Kriterien. Sowohl Fahrer­alter als auch Motorrad­nutzung sind wichtig bei der Ein­stufung und Berechnung der Prämie:

    • Junge Fahrer:innen zahlen meist höhere Bei­träge als erfahrene Biker:innen. Denn wer den Motorrad­führer­schein frisch bestanden hat, ver­ursacht statistisch gesehen häufiger Unfälle. Versicherer kalkulieren dieses Risiko bei der Beitrags­berechnung ein und stufen Ein­steiger:innen in die schlechteste SF-Klasse 0 ein. Aber: Schon nach einem schaden­freien Jahr sinken die Versicherungs­kosten für Motorrad­anfänger:innen deutlich.
    • Wer selten Motor­rad fährt, hat eine geringere jährliche Fahr­leistung und ein niedrigeres Unfall­risiko als Viel­fahrer:innen. Deswegen zahlen Gelegen­heits­biker:innen meist weniger für die Motorrad­versicherung.
  • Gelten Motorrad-SF-Klassen auch für Leichtkrafträder?

    Das ist je nach Versicherer unter­schiedlich. Einige Anbieter stufen Leicht­kraft­räder in Motorrad-Schaden­freiheits­klassen von SF 0 bis SF 20 ein. Bei anderen Unter­nehmen endet die Ein­stufung zum Beispiel bei SF 3.
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