Warnung: Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte wechseln Sie zu einem moderneren Browser wie Chrome, Firefox oder Microsoft Edge.

Motorradfahrer fährt auf Landstraße
Von Erster Hilfe bis Schadensregulierung

Motorradunfall: Wie richtig verhalten, zahlt Versicherung?

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Sind Sie mit Ihrem Motorrad in einen Unfall verwickelt, sorgen Sie zunächst für Ihre eigene Sicherheit. Anschließend kümmern Sie sich um Verletzte und setzen – falls nötig – einen Notruf ab oder rufen die Polizei.
  • Bei Bagatellschäden genügt es, wenn Sie Kontakt- und Ver­si­che­rungs­daten mit Ihrem Unfall­gegner austauschen. Doku­men­tieren Sie entstandene Schäden sorgfältig durch Fotos.
  • Melden Sie den Motorradunfall unverzüglich Ihrem Kfz-Versicherer. Dieser übernimmt anschließend die Schadensregulierung. Je nach Unfallhergang kommt Ihre eigene oder die gegnerische Versicherung für entstandene Schäden auf.
  • Wer bei einem fremdverschuldeten Motorradunfall Verletzungen davonträgt, hat Anspruch auf Schmerzensgeld. Der Grad Ihrer gesundheitlichen Einschränkungen bestimmt die Höhe der Zahlung.
1 von 5
Am Unfallort
Haben Sie einen Unfall mit Ihrer Maschine, kontrollieren Sie zunächst, ob Sie selbst verletzt sind. Im Anschluss sichern Sie die Unfallstelle, leisten – falls nötig – Erste Hilfe und verständigen Notruf bzw. Polizei. Anschließend dokumentieren Sie die Unfallschäden per Foto und notieren die Kontaktdaten aller Unfallbeteiligten.
01
Sind Sie mit Ihrem Motorrad in einen Verkehrsunfall verwickelt, bewahren Sie zunächst Ruhe. Prüfen Sie, ob Sie verletzt sind, Schmerzen haben und sich bewegen können. Achten Sie auf den nach­fol­genden Verkehr. Verlassen Sie auf keinen Fall den Unfallort – ansonsten begehen Sie Fahrerflucht und machen sich strafbar.
Illustration: Motorradfahrer betrachtet sein liegendes Motorrad nach Unfall
Illustration: Motorradfahrer betrachtet sein liegendes Motorrad nach Unfall
02
Illustration: Motorradfahrer sichert die Unfallstelle mit einem provisorischen Warndreieck
Schalten Sie den Warnblinker Ihres Motorrads ein und legen Sie die Warn­weste an. Sofern Sie unverletzt sind, ziehen Sie Ihren Motorradhelm aus und stülpen die Warnhaube über den Kopf­schutz. Im Stadtverkehr platzieren Sie den Warndreieck-Ersatz anschließend 50 Meter von der Unfallstelle entfernt. Auf der Landstraße sollte der Abstand 100 Meter, auf der Autobahn 200 Meter betragen. Begeben Sie sich anschließend auf den Seitenstreifen oder hinter die Leitplanke.
Illustration: Motorradfahrer sichert die Unfallstelle mit einem provisorischen Warndreieck
03
Gibt es Verletzte, setzen Sie einen Notruf ab und leisten Erste Hilfe. Bei größeren Unfallschäden oder unklarem Unfall­hergang verständigen Sie zudem die Polizei. In diesem Fall warten alle Beteiligten das Eintreffen der Beamten ab. Bagatellschäden an Bike oder Pkw regeln Sie direkt mit Ihrem Unfallgegner und melden den Schaden anschließend Ihrer Motorradversicherung.
Illustration: Motorradfahrer ruft nach Unfall den Notruf
Illustration: Motorradfahrer ruft nach Unfall den Notruf
04
Illustration: Motorradfahrer unterhält sich mit Autofahrer nach Unfall
Notieren Sie Kontakt- und Ver­si­che­rungs­daten aller Unfall­beteiligten. Dazu gehören Name, Anschrift und Telefon­nummer sowie Kfz-Kennzeichen, Versicherungs­gesell­schaft und Versicherungs­nummer. Weigert sich Ihr Unfallgegner, seine Daten preiszugeben, macht er sich strafbar.
Illustration: Motorradfahrer unterhält sich mit Autofahrer nach Unfall
05
Fotografieren Sie alle entstandenen Beschädigungen aus ver­schiedenen Perspektiven. Ein Unfallbericht hilft Ihnen bei der Dokumentation. Unterschriebene Zeugen­aus­sagen sorgen bei gericht­lichen Streitigkeiten für Klarheit hin­sicht­lich des Unfall­hergangs. Unter­schreiben Sie vor Ort keinesfalls ein Schuld­bekenntnis.
Illustration: Motorradfahrer fotografiert auf der Straße liegendes Motorrad nach Unfall
Illustration: Motorradfahrer fotografiert auf der Straße liegendes Motorrad nach Unfall
06
Illustration: Motorradfahrer macht nach Unfall mit Besen die Fahrbahn sauber
Prüfen Sie vor der Weiterfahrt, ob Ihr Motorrad noch verkehrs­tauglich ist. Im Zweifel organisieren Sie einen Ab­schlepp­dienst, der Ihr Bike zur nächsten Werkstatt fährt. Säubern Sie vor Verlassen der Unfallstelle gegebenenfalls die Straße. Lose Teile oder Scherben entfernen Sie selbst. Ausgelaufenes Öl und Benzin übernehmen Feuerwehr oder Spezialunternehmen.
Illustration: Motorradfahrer macht nach Unfall mit Besen die Fahrbahn sauber
2 von 5
Illustration Info: Gut zu wissen
Gut zu wissen: Schadensanzeige
Illustration Info: Gut zu wissen

Als Versicherungsnehmer sind Sie dazu verpflichtet, Ihre Kfz-Versicherung unverzüglich über den Motorradunfall zu informieren – unabhängig davon, ob Sie die Kollision selbst verschuldet haben. In der Regel haben Sie eine Woche Zeit, um die Schadensanzeige vorzunehmen. Bei Unfällen mit schweren Verletzungen gilt je nach Versicherungs­bedingungen eine 48-Stunden-Frist. Indem Sie Ihrer Motorradversicherung den Schaden melden, leiten Sie die Schadensabwicklung ein.

Ausnahme: Haben Sie einen Blech- oder Bagatellschaden an Ihrem Bike oder dem gegnerischen Kfz verursacht, kommt es Sie möglicherweise günstiger, den Schaden selbst zu übernehmen. Eine Meldung beim Versicherer ist dann nicht erforderlich.

Sie haben einen Schaden an Ihrem Auto, beispielsweise durch Hagel oder Wildunfall? Oder beschädigten ein anderes Fahr­zeug? Ein Schaden­fall ist nie angenehm. Wir helfen Ihnen gerne weiter – und tun alles, um die Abwicklung für Sie so simpel wie möglich zu machen.

Melden Sie Ihren Unfall ganz schnell und einfach über unser Allianz Online-Tool. Alternativ erreichen Sie uns auch telefonisch unter der Allianz Schadenhotline 0800 11223344 (aus dem Ausland 00800 11223344).

Illustration: Fünf Sterne
Illustration: Fünf Sterne
Unsere Kunden sind mit unserer Bearbeitung im Schadenfall sehr zufrieden: Bei unserer Befragung geben sie uns 4,6 von 5 Sternen.
3 von 5
Leistungen

Sind Sie mit Ihrem Motorrad in einen Verkehrsunfall verwickelt, übernimmt je nach Unfall­her­gang die gegnerische oder Ihre eigene Kfz-Versicherung den entstandenen Schaden. Dazu zählen Beschädigungen an Ihrer Maschine und dem gegnerischen Fahrzeug, Verlet­zun­gen Ihres Körpers und Personenschäden sowie sonstige Sach- und Vermögens­schäden

Motorradunfall: Wer zahlt?

Wer nach einem Motorradunfall Schadens­regulierung und Kosten übernimmt, hängt von der Schuldfrage ab:

  • Haben Sie keine Mitschuld am Unfall, trägt der Kfz-Haft­pflicht­versicherer Ihres Unfallgegners die Kosten.
  • Trifft Sie eine Teilschuld, wird die Entschädigungs­leistung, die Ihnen zusteht, entsprechend gekürzt.
  • Sind Sie selbst der Unfall­ver­ur­sacher, kommt Ihre Motorrad-Haft­pflicht­versicherung für Schäden auf, die anderen Personen entstehen.  
  • Fahren Sie trotz abgelaufenem Motorrad TÜV, besteht weiterhin Versicherungsschutz. Wenn Sie jedoch aufgrund technischer Mängel einen Motorradunfall verschulden, übernimmt Ihre Motorrad-Vollkasko Kosten für Schäden an Ihrer eigenen Maschine unter Umständen nicht bzw. nicht in voller Höhe.
ÜbrigensIm Schutzbrief der Allianz sind auch zusätzliche Leistungen wie die Organisation von Ersatzteilen im Ausland, Bergung, Fahrzeug­rück­transport sowie die Übernahme von Fahrt­- und Übernachtungs­kosten enthalten. 
 
Auch bei einem Unfall im Ausland mit einem gemieteten Motorrad sind Sie mit der Mallorca Police, die kostenloser Leistungsbestandteil Ihrer Allianz Motorradversicherung ist, optimal abgesichert und müssen sich keine Gedanken um die im Ausland geltenden Versicherungsbedingungen machen.
Schmerzensgeld

Verschuldeten Sie den Unfall nicht selbst, haben Sie Anspruch auf Schadenersatz und Schmer­zens­geld. Neben Reparatur­kosten für Ihr Bike erstattet die Kfz-Haftpflicht des Unfall­gegners Ihnen zusätzliche Unkosten, zum Beispiel für Medikamente oder Fahrten zum Arzt. Benötigen Sie ein Leihfahrzeug, über­nimmt die gegnerische Versicherung die Kosten ebenfalls.

Wie viel Schmerzensgeld erhalte ich nach einem Motorrad-Unfall?

In welchem Umfang Sie nach einem Unfall Anspruch auf Schmerzensgeld haben, ist nicht pauschal zu beant­worten. Die Höhe der Zahlung hängt je nach Einzelfall von Unfall­hergang und Schwere Ihrer Verletzungen ab. Um das Ausmaß der gesund­heit­lichen Beein­trächtigungen zu doku­men­tieren, machen Sie Fotos von Ihren Blessuren und lassen sich ärztlich untersuchen. Auch das Führen eines Schmerz­tagebuchs dient als Nachweis Ihrer körperlichen Einschrän­kun­gen.

Bei Unfall ohne Motorrad­helm zahlt Versicherung nicht

Tragen Sie bei einem Unfall mit Motorrad keinen Schutzhelm, kann es teuer für Sie werden. Biker sind gesetzlich verpflichtet, als Fahrerschutz zumindest einen Motor­rad­helm anzulegen. Laut Straßen­ver­kehrs­ordnung (StVO) gilt die Helm­pflicht für Fahrer und Beifahrer von Krafträdern ohne Sicherheitsgurte ab einer bauart­bedingten Geschwindigkeit von mehr als 20 km/h (StVO § 21a Abs. 2).

Ohne Motorradhelm oder zusätzlichen Motorrad-Fahrerschutz tragen Sie eine Mitschuld an Ihren Verletzungen. Grund hierfür ist die unterlassene Schaden­minderungs­pflicht. Die Kfz-Haft­pflicht Ihres Unfall­gegners kann sich in diesem Fall weigern, Ihnen Schmerzensgeld zu zahlen. Benötigen Sie infolge der Verletzungen zum Beispiel Hilfe im Alltag, kommen Sie selbst dafür auf – auch wenn Sie den Unfall nicht selbst verursacht haben.

Die passende Versicherung
4 von 5
Häufige Fragen
  • Wie wirkt sich ein Motorradunfall auf meine Versicherungsbeiträge aus?

    Das hängt davon ab, ob Sie die Kollision selbst verschuldet haben. Sind Sie als Motorradfahrer in einen Unfall verwickelt, an dem ein anderer Verkehrsteilnehmer schuld ist, kommt dessen Kfz-Haftpflicht für Schäden an Ihrem Bike auf. Der Schadenfall hat keinen Einfluss darauf, in welcher Versicherungsklasse Ihr Motorrad eingestuft ist. Die Höhe Ihrer Versicherungsbeiträge ändert sich also nicht.

    Anders sieht es aus, wenn Sie selbst für den Motorradunfall verant­wort­lich sind. Zum Beispiel, weil Sie unaufmerksam fahren und den vor Ihnen fahrenden Pkw rammen. Dann übernimmt Ihre Motorrad-Vollkasko zwar den Schaden an Ihrem eigenen Kraftrad. Allerdings erfolgt in der Regel eine Rück­stu­fung in der Schadenfreiheitsklasse. Das heißt: Ihr Versicherer reduziert den Schaden­freiheits­rabatt, den Sie durch unfallfreies Fahren "angesammelt" haben. Dadurch erhöht sich die Prämie Ihrer Motorradversicherung. 

    Übrigens: Auch in der Leichtkraftrad Versicherung, die für Bikes mit einem Hubraum von über 50 bis maximal 125 ccm gilt, gewähren Versicherer Schadenfreiheitsrabatt. 

    Im Unterschied zur Auto­versicherung gibt es für Motorräder kein allgemein­gül­tiges Typklassenverzeichnis, das jedes gängige Modell auflistet und ein­stuft. Daher ist bei Motorrädern auch von Versicherungsklassen die Rede. 

  • Nach einem Unfall mit Motorrad: Helm abnehmen oder nicht?

    Sind Sie selbst mit Ihrer Maschine verunglückt und bei Bewusstsein, nehmen Sie vorsichtig Ihren Helm ab oder lassen sich von Anwesenden dabei helfen.

    Finden Sie nach einem Verkehrsunfall einen bewusstlosen Motorrad­fahrer vor, nehmen Sie ihm vorsichtig den Helm ab. Laut Deutschem Roten Kreuz sind Erste-Hilfe-Maßnahmen nur ohne Motorradhelm sachgerecht möglich, zum Beispiel wenn Sie den Biker beatmen oder in die stabile Seitenlage bringen. Idealerweise gehen Sie dabei zu zweit vor, um Verletzungen zu vermeiden. Ist der Motorrad­fahrer bei Bewusstsein und ansprechbar, warten Sie das Eintreffen der Rettungskräfte ab.

  • Soll ich mein Motorrad nach einem Unfall vermessen lassen?

    Als Nachweis für Ihre Versicherung sowie zu Ihrer persönlichen Sicherheit ist es sinnvoll, Ihre Maschine nach einem Unfall vermessen zu lassen. Die Motorrad-Rahmenvermessung ist die Grundlage für ein qualifiziertes Gutachten. Per Infrarotverfahren werden dabei eventuelle Schäden und Verformungen am Bike fest­ge­stellt, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Je nach technischer Umsetzung und Motor­rad­modell kostet eine Rahmen­vermessung bei technischen Prüfstellen oder Fachwerkstätten ab 200 Euro aufwärts.
  • Motorrad nach Unfall kaufen oder verkaufen – geht das?

    Möchten Sie Ihr kaputtes oder beschädigtes Motorrad nach einem Unfall verkaufen, sind professionelle Motor­rad­händler oder Fahrzeug­börsen im Internet die einfachste Wahl. Sie kennen sich mit Unfall­fahrzeugen aus und bieten meist angemessene Preise.

    Verkaufen Sie Ihre Maschine privat weiter oder möchten Sie selbst ein gebrauchtes Motorrad mit Unfall­historie kaufen, ist ein technischer Check Pflicht. Achten Sie auf ein­wand­freie Fahr­zeug­papiere und Nachweise zu Beschädigungen sowie erfolgten Reparaturen – sowohl als Verkäufer, als auch als Kaufinteressent. Ziehen Sie im Zweifelsfall einen Motorrad­experten oder Kfz-Gutachter zu Rate.

    Übrigens: Nach einem Fahrzeugwechsel haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Das heißt: Sie können während des laufenden Versicherungsjahres Ihre Motorradversicherung kündigen und wechseln.

  • Besteht bei Unfall mit Motorrad ein erhöhtes Verletzungsrisiko?

    Ja, denn anders als Autofahrer haben Biker bei einer Kollision weder eine "Knautsch­zone" noch Airbags oder eine schützende Karosserie. Das macht sie zu einer Risiko­gruppe im Straßenverkehr. 2019 verun­glückten nach Angaben des Statistischen Bundesamts 28.426 Motorrad­fahrer auf deutschen Straßen. In acht von zehn Fällen fährt bei einem Motorradunfall der Unfallgegner einen Pkw.

    Laut einer Verkehrsstudie des ADAC aus dem Jahr 2019 ist die Wahr­schein­lich­keit, als Biker bei einem Unfall verletzt zu werden, viermal so hoch wie bei Auto­insassen. Dabei trägt in 30 Prozent der Fälle der Motorradfahrer selbst die Schuld am Unfall.

5 von 5
Service und Kontakt
Die Allianz Agentur in Ihrer Nähe
Rufen Sie bei unserer Service-Hotline an
Telefonische Beratung von 
Mo bis So 8-22 Uhr
Berechnen Sie Ihren Tarif zur Allianz Versicherung
Finden Sie den
passenden Tarif
Berechnen Sie Ihren individuellen Tarif zur Motorrad Versicherung.
+
  • Der Live-Chat steht Ihnen Mo-Fr von 8.00 - 20.00 Uhr zur Verfügung.

    Unseren Live-Chat können Sie leider nur dann nutzen, wenn Sie Cookies für Marketingzwecke akzeptiert haben. Ihre Einstellungen können Sie hier anpassen: https://www.allianz.de/datenschutz/cookies/