- Ob sich die Vermietung Ihres Wohnmobils lohnt, hängt von Auslastung, Mietpreis und laufenden Kosten ab – Einnahmen können Kosten decken und einen Gewinn ermöglichen.
- Auch bei privater Vermietung müssen Einnahmen versteuert werden. In der Regel ist die Anmeldung eines Kleingewerbes erforderlich, insbesondere bei regelmäßiger Vermietung oder Gewinnerzielungsabsicht.
- Zusätzlich zur Wohnmobil-Versicherung können Privatvermieter:innen eine Selbstfahrervermietfahrzeug-Versicherung abschließen. Die Allianz bietet diesen Zusatzschutz nicht an.
Wohnmobil & Wohnwagen privat vermieten
Wohnmobil & Wohnwagen vermieten: Kurz erklärt
Was ist beim Wohnmobilvermieten zu beachten?
Bevor Sie Ihr eigenes Wohnmobil privat vermieten, sollten Sie sich über folgende Aspekte Gedanken machen.
Worin besteht der Unterschied zwischen Verleihen und Vermieten eines Wohnmobils?
Beim Verleihen überlassen Sie Ihr Wohnmobil unentgeltlich anderen Personen – es fließt kein Geld, daher entstehen in der Regel keine steuerpflichtigen Einnahmen und es muss kein Gewerbe angemeldet werden. Beim Vermieten hingegen erhalten Sie eine Gegenleistung (Miete). Sie erzielen Einnahmen, die steuerlich relevant sind. Daraus ergeben sich entsprechende Pflichten wie die Angabe der Einnahmen in der Steuererklärung oder ggf. eine Gewerbeanmeldung.
Ab wann ist es gewerblich ein Wohnmobil zu vermieten?
Erfolgt die Vermietung eines Wohnmobils privat mit der Absicht, auf Dauer Gewinn zu machen, liegt unter Umständen eine gewerbliche Tätigkeit nach § 15 Absatz 2 Einkommenssteuergesetz vor. Dann müssen alle Gewinne versteuert werden. Kosten für Kfz-Steuer, Reparaturen oder Wohnmobil-Stellplatz können Vermieter:innen steuerlich geltend machen.
Tipp: Konsultieren Sie einen Steuerberater oder eine Steuerberaterin, wenn Sie Ihr privates Wohnmobil vermieten. Zu Abschreibung oder abzugsfähigen Aufwendungen ist eine individuelle Beratung sinnvoll. Der Experte oder die Expertin weiß auch, ob Sie für Wohnmobil-Vermieten ein Gewerbe anmelden und was Sie versteuern müssen. So vermeiden Sie Probleme mit dem Finanzamt.
Welche Voraussetzungen gibt es für die private Vermietung eines Wohnmobils?
Für die private Vermietung eines Wohnmobils muss das Fahrzeug ordnungsgemäß zugelassen, verkehrssicher und entsprechend versichert sein (inkl. Vermietversicherung). Sie müssen Eigentümer:in des Wohnmobils sein – Leasingfahrzeuge dürfen in der Regel nicht ohne Zustimmung des Leasinggebers vermietet werden. Eine gültige Hauptuntersuchung (HU) muss vorliegen. Als Halter:in tragen Sie die Verantwortung für den technischen Zustand und die sichere Übergabe des Fahrzeugs.
Welche Versicherung für Wohnmobil vermieten?
- Wohnmobil-Haftpflichtschutz: Ohne gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung können Sie Ihr Campingmobil weder zulassen noch im Straßenverkehr bewegen.
- Kaskoversicherung: Damit Schäden am Camper versichert sind, ist eine Kaskoversicherung erforderlich. Neben allen Teilkaskoschäden (z.B. durch Diebstahl, Hagel, Sturm oder Brand) deckt die Vollkaskoversicherung auch selbst verschuldete Unfallkosten am Wohnmobil sowie Schäden durch Vandalismus ab.
- Wohnmobilvermieter-Schutzbrief: Die Zusatzpolice hilft bei Pannen im europäischen Ausland und deckt Kosten für Unfallhilfe, Abschleppdienst oder Ersatzfahrzeug ab.
- Selbstfahrervermietversicherung: Im Gegensatz zu einer regulären Wohnmobil Versicherung kostet eine Selbstfahrermietversicherung für Wohnmobile bis zu 2.500 Euro im Jahr. Grund für die teure Versicherungsprämie ist das erhöhte Schadens- und Unfallrisiko, das der unbegrenzte und stets wechselnde Fahrerkreis mit sich bringt. Der Zusatzschutz für selbstgenutzte Vermietfahrzeuge greift, wenn Ihre Mieter:innen einen Unfall oder Schaden verursachen. Diese Versicherung können Sie bei der Allianz nicht abschließen. Die Kosten für eine Selbstfahrermietversicherung für Wohnmobile betragen bis zu 2.500 Euro im Jahr. Grund für die teure Versicherungsprämie ist das erhöhte Schadens- und Unfallrisiko, das der unbegrenzte und stets wechselnde Fahrerkreis mit sich bringt.
- Veruntreuungsversicherung: Die Zusatzversicherung für Selbstfahrervermietfahrzeuge schützt den Fahrzeughalter oder die Fahrzeughalterin, wenn Mieter:innen das Wohnmobil entwenden oder weiterverkaufen.
Versicherung bei Vermietung über Online-Plattformen
Vermieten Sie Ihr Wohnmobil tageweise über eine Vermietplattform im Internet, ist das Fahrzeug in der Regel automatisch über den Anbieter versichert. Meist beinhalten die Tarife ein Rundumpaket aus Kfz-Haftpflicht, Vollkasko und Bausteinen, die Sie optional hinzubuchen können. Etwa eine 24-Stunden-Pannenhilfe: Mit der Zusatzversicherung des Vermietportals stellen Sie sicher, dass Ihre Mieter:innen bei einer Panne schnell wieder mobil sind. Bei hochwertig ausgestatteten Campern lohnt sich eine Innenraumversicherung. Die Zusatzversicherung übernimmt Kosten für die Reparatur von Beschädigungen im Inneren des Reisegefährts (z. B. an Polstern, Campingküche).
Wichtig: Oft gelten Zusatzversicherungen nur für Wohnmobile bis 3,5 Tonnen. Einzelne Anbieter (z. B. PaulCamper) versichern auch Reisemobile bis 7,5 Tonnen.
Einnahmen aus Wohnmobil-Vermietung versteuern?
Ab wann zahle ich Steuern fürs Wohnmobil vermieten?
Für Mieteinnahmen gibt es Freibeträge und Einkommenssteuer fällt nur für den Gewinn an. Deshalb zahlen Sie oft keine Steuern, wenn Sie Ihr Wohnmobil gelegentlich privat vermieten. Solange die Einnahmen nur die laufenden Unterhaltskosten decken (oder minimieren), erzielen Gelegenheitsvermieter:innen keinen einkommenssteuerpflichtigen Gewinn. Trotzdem müssen Privatvermieter:innen ein Kleingewerbe anmelden (Kosten: circa 30 Euro) und die Einkünfte beim Finanzamt deklarieren. Wer das nicht tut, begeht Steuerhinterziehung und macht sich strafbar.
Kann ich die Anschaffung eines Wohnmobils steuerlich absetzen, wenn ich dieses privat vermiete?
Das hängt davon ab, ob die Vermietung des Wohnmobils von privat gelegentlich oder unternehmerisch erfolgt. Zum Beispiel: Statt Ihr neues Wohnmobil winterfest zu machen, möchten Sie es außerhalb der Reisesaison ein- oder zweimal privat vermieten. In diesem Fall können Sie die Anschaffungskosten meist nicht steuerlich absetzen. Ab welcher Vermietdauer, Mieteranzahl und Einnahmenhöhe die steuerliche Abschreibung der Anschaffungskosten möglich ist, klären Sie am besten mit einem Steuerberater oder einer Steuerberaterin.
Lohnt es sich finanziell, das Wohnmobil zu vermieten?
Chancen und Vorteile
- Kostendeckung: Einnahmen können Versicherung, Steuer, Wartung und Reparaturen abdecken.
- Nutzung in Standzeiten: Das Wohnmobil verdient Geld, anstatt ungenutzt herumzustehen.
- Steuerliche Absetzbarkeit: Kosten des Fahrzeugs können anteilig abgesetzt werden.
- Einfache Abwicklung über Plattformen: Anbieter wie PaulCamper oder Goboony übernehmen oft Vermittlung und Versicherung
Vermieten Sie Ihr privates Wohnmobil über ein Internetportal, dient die Plattform als Vermittler zwischen Ihnen und mietinteressierten Personen. Für diese Dienstleistung ist bei jeder Buchung eine Provision fällig. Wie hoch die Gebühr für das Vermietgeschäft ausfällt, hängt vom Portal ab (Stand: Januar 2026):
- PaulCamper behält 15 Prozent des Mietpreises als Provision ein.
- Privaten Vermietern und Vermieterinnen zieht Yescapa acht Prozent vom Mietpreis ab. Für Mieter:innen – also Personen, die den Camper von Ihnen privat mieten – fallen keine Gebühren an.
- Bei Campanda zahlen Wohnmobilbesitzer:innen eine individuelle Provision für erfolgreiche Vermietungen.
Risiken und Nachteile
- Hoher Aufwand: Übergaben, Einweisungen, Reinigung und Verwaltung kosten viel Zeit.
- Verschleiß & Schäden: Höhere Kilometerleistung, Abnutzung im Innenraum und mögliches „Mieter-Risiko“ (unsachgemäße Behandlung)
- Spezialversicherung nötig: die private Kfz-Versicherung deckt keine Vermietung; eine Selbstfahrervermietversicherung ist teuer.
- Steuerliche Aspekte: Einnahmen sind in der Regel steuerpflichtig (Einkommenssteuer).
Wie viel kann ich verdienen, wenn ich mein Wohnmobil vermiete?
Wie viel Sie verdienen, hängt unter anderem davon ab, wie oft Sie Ihren Camper vermieten. Wer sein Wohnmobil beispielsweise an 100 Tagen im Jahr vermietet, kann 7.000 bis 10.000 Euro Miete einnehmen. Was es kostet, ein Wohnmobil zu mieten, hängt von Fahrzeugmodell, Ausstattung und Saison ab. Der durchschnittliche Mietpreis für private Wohnmobile beträgt ca. 70 bis 100 Euro pro Tag.
Rechnen Sie damit, deutlich schwankende Preise zu erzielen, wenn Sie Ihren Camper vermieten. Die Nachfrage ist in der Hauptsaison deutlich größer als in Zwischen- und Nebensaison. Bedenken Sie dies bei der Höhe der Mieteinnahmen und Ihrer Kostenkalkulation. Sie möchten ja nicht draufzahlen, wenn Andere Ihr Wohnmobil von privat mieten.
Wohnmobil vermieten: Kalkulation der Kosten
Von den Mieteinnahmen ziehen Sie alle laufenden Kosten (Versicherung, Wohnmobil-Steuern, Stellplatzmiete, Wartung, etc.) ab. Auch der erhöhte Verschleiß und potenzielle Reparaturkosten sind zu berücksichtigen, wenn Sie Ihr Wohnmobil vermieten. Die Kalkulation Ihres Gewinns ist erst realistisch, wenn Sie alle Kosten mit Ihren Einkünften verrechnen.
Die Kostenkalkulation für einen sechs Jahre alten VW T5 California (Tachostand: 75.500 Kilometer) kann zum Beispiel wie folgt aussehen:
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Posten
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Betrag in Euro pro Jahr
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|---|---|
| Wohnmobilversicherung | – 660 |
| Kfz-Steuer | – 210 |
| Wartung / Reparaturen | – 700 |
| Wertverlust | – 1.500 |
| Selbstfahrervermietversicherung | – 1.470 |
| Vermittlungsprovisionen der Vermietplattform | – 1.180 |
| Mieteinnahmen | + 7.500 |
| Gewinn | 1.780 |
Einnahmen abhängig von vereinbartem Mietpreis je nach Saison, z.B.:
- 50 Tage in der Nebensaison à 75 € = 3.750 €
- 30 Tage in der Hauptsaison à 125 € = 3.750 €
- Insgesamt: 7.500 € Mieteinnahmen pro Jahr
Wohnmobil vermieten: Häufige Fragen
Welche Voraussetzungen sollten Wohnmobil-Mieter erfüllen?
In der Regel dürfen Fahrer und Fahrerinnen ab 21 Jahren ein Wohnmobil mieten. Ein gesetzlich vorgeschriebenes Mindestalter gibt es in Deutschland nicht. Viele Anbieter:innen fordern aber eine Mindestzeit der Fahrerlaubnis.
Die meisten Campingmobile wiegen unter 3,5 Tonnen und dürfen mit Führerscheinklasse B gefahren werden. Für Camper über 3,5 Tonnen ist Klasse C1 oder C erforderlich. Überprüfen Sie, ob Ihr Mieter oder Ihre Mieterin einen entsprechenden Wohnmobil-Führerschein besitzt und Ihr Fahrzeug steuern darf. Nur so ist die Wohnmobil-Sicherheit und die aller Verkehrsteilnehmer:innen gewährleistet.
Kann ich mir meine Wohnmobil-Mieter aussuchen?
In der Regel ja. Vermieten Sie Ihr Wohnmobil über eine eigene Webseite, Zeitungsinserate oder Online-Kleinanzeigen, entscheiden Sie selbst, wem Sie den Camper anvertrauen. Sie können Anfragen nach Belieben annehmen oder ablehnen.
Auch bei Wohnmobilvermietungen über eine Sharing-Plattform sind Sie nicht verpflichtet, jede Buchungsanfrage anzunehmen. Sobald eine interessierte Person eine Anfrage stellt, können Sie über die Plattform Nachrichten austauschen. Das heißt: Sie entscheiden erst nach der persönlichen Kontaktaufnahme, ob Sie die Buchungsanfrage bestätigen oder absagen.
Mo bis Sa 8-20 Uhr
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