- Sie können anderen Personen Ihr Wohnmobil vermieten und damit Geld verdienen.
- Private Wohnmobile vermieten Sie zum Beispiel über Zeitungsinserate, Kleinanzeigen und Online-Plattformen.
- Wie hoch Mieteinnahmen sind, hängt von Fahrzeugzustand, Modell und Saison ab. Mietpreise liegen ca. bei 70 bis 100 Euro pro Tag.
- Zusätzlich zur Wohnmobil-Versicherung können Privatvermieter:innen eine Selbstfahrervermietfahrzeug-Versicherung abschließen. Die Allianz bietet diesen Zusatzschutz nicht an.
Wohnmobil privat vermieten
Wohnmobil vermieten: Kurz erklärt
Wohnmobil vermieten – was beachten?
- Aufwand: Machen Sie sich bewusst, dass das Wohnmobilvermieten Zeit und Nerven kostet. Zum Beispiel für den Erstkontakt mit potenziellen Mietern und Mieterinnen, Fahrzeugübergabe und -rücknahme sowie regelmäßige Reinigungs- und Wartungsarbeiten. Auch sollten Sie Vermietkalender, Onlineprofil oder Webseite stets aktuell halten.
- Übergabe: Gerade Campingneulinge können mit oder in Ihrem Wohnmobil schnell Schaden anrichten. Planen Sie bei der Fahrzeugübergabe daher eine umfassende Einweisung ein: von Benutzung der Gasflaschen und Umgang mit der Kochmöglichkeit über Befüllen des Wassertanks bis hin zum Entleeren der Toilette.
- Vertragliches: Neben dem Mietvertrag ist ein Übergabe- und Rückgabeprotokoll unerlässlich, das beide Seiten unterschreiben. Im Dokument vermerken Sie Zustand (z.B. bestehende Schäden) und Ausstattung Ihres Wohnmobils sowie die Rückgabebedingungen. Vergessen Sie nicht die Kaution – für den Fall, dass neue Schäden hinzukommen.
Wie kann ich mein Wohnmobil privat vermieten?
Als Privatperson haben Sie verschiedene Möglichkeiten, Ihr Wohnmobil zu vermieten. Gängige Vermietoptionen sind:
- Camper als Online-Kleinanzeige oder Zeitungsinserat einstellen
- Wohnmobil in Campingzeitschriften anbieten
- Eigene Vermietungswebseite (mit Kalenderfunktion) erstellen
- Wohnmobil auf gewerblicher Vermietungsplattform inserieren
Welchen Vorteil hat Wohnmobil-Sharing über Online-Plattformen?
Welche Versicherung für Wohnmobil vermieten?
- Wohnmobil-Haftpflichtschutz: Ohne gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung können Sie Ihr Campingmobil weder zulassen noch im Straßenverkehr bewegen.
- Kaskoversicherung: Damit Schäden am Camper versichert sind, ist eine Kaskoversicherung erforderlich. Neben allen Teilkaskoschäden (z.B. durch Diebstahl, Hagel, Sturm oder Brand) deckt die Vollkaskoversicherung auch selbst verschuldete Unfallkosten am Wohnmobil sowie Schäden durch Vandalismus ab.
- Wohnmobilvermieter-Schutzbrief: Die Zusatzpolice hilft bei Pannen im europäischen Ausland und deckt Kosten für Unfallhilfe, Abschleppdienst oder Ersatzfahrzeug ab.
- Selbstfahrervermietversicherung: Der Zusatzschutz für selbstgenutzte Vermietfahrzeuge greift, wenn Ihre Mieter:innen einen Unfall oder Schaden verursachen. Diese Versicherung können Sie bei der Allianz nicht abschließen.
- Veruntreuungsversicherung: Die Zusatzversicherung für Selbstfahrervermietfahrzeuge schützt den Fahrzeughalter oder die Fahrzeughalterin, wenn Mieter:innen das Wohnmobil entwenden oder weiterverkaufen.
Versicherung bei Vermietung über Online-Plattformen
Vermieten Sie Ihr Wohnmobil tageweise über eine Vermietplattform im Internet, ist das Fahrzeug in der Regel automatisch über den Anbieter versichert. Meist beinhalten die Tarife ein Rundumpaket aus Kfz-Haftpflicht, Vollkasko und Bausteinen, die Sie optional hinzubuchen können. Etwa eine 24-Stunden-Pannenhilfe: Mit der Zusatzversicherung des Vermietportals stellen Sie sicher, dass Ihre Mieter:innen bei einer Panne schnell wieder mobil sind. Bei hochwertig ausgestatteten Campern lohnt sich eine Innenraumversicherung. Die Zusatzversicherung übernimmt Kosten für die Reparatur von Beschädigungen im Inneren des Reisegefährts (z. B. an Polstern, Campingküche).
Wichtig: Oft gelten Zusatzversicherungen nur für Wohnmobile bis 3,5 Tonnen. Einzelne Anbieter (z. B. PaulCamper) versichern auch Reisemobile bis 7,5 Tonnen.
Gewerbe anmelden und Einnahmen versteuern?
Ab wann zahle ich Steuern fürs Wohnmobil vermieten?
Ab wann ist Wohnmobil vermieten gewerblich?
Erfolgt die Vermietung eines Wohnmobils privat mit der Absicht, auf Dauer Gewinn zu machen, liegt unter Umständen eine gewerbliche Tätigkeit nach § 15 Absatz 2 Einkommenssteuergesetz vor. Dann müssen alle Gewinne versteuert werden. Kosten für Kfz-Steuer, Reparaturen oder Wohnmobil-Stellplatz können Vermieter:innen steuerlich geltend machen.
Tipp: Konsultieren Sie einen Steuerberater oder eine Steuerberaterin, wenn Sie Ihr privates Wohnmobil vermieten. Zu Abschreibung oder abzugsfähigen Aufwendungen ist eine individuelle Beratung sinnvoll. Der Experte oder die Expertin weiß auch, ob Sie für das Wohnmobil-Vermieten ein Gewerbe anmelden und was Sie versteuern müssen. So vermeiden Sie Probleme mit dem Finanzamt.
Lohnt es sich finanziell, das Wohnmobil zu vermieten?
Wie viel kann ich verdienen, wenn ich mein Wohnmobil vermiete?
Wie viel Sie verdienen, hängt unter anderem davon ab, wie oft Sie Ihren Camper vermieten. Wer sein Wohnmobil beispielsweise an 100 Tagen im Jahr vermietet, kann 7.000 bis 10.000 Euro Miete einnehmen. Was es kostet, ein Wohnmobil zu mieten, hängt von Fahrzeugmodell, Ausstattung und Saison ab. Der durchschnittliche Mietpreis für private Wohnmobile beträgt ca. 70 bis 100 Euro pro Tag.
Rechnen Sie damit, deutlich schwankende Preise zu erzielen, wenn Sie Ihren Camper vermieten. Die Nachfrage ist in der Hauptsaison deutlich größer als in Zwischen- und Nebensaison. Bedenken Sie dies bei der Höhe der Mieteinnahmen und Ihrer Kostenkalkulation. Sie möchten ja nicht draufzahlen, wenn Andere Ihr Wohnmobil von privat mieten.
Provision bei Vermietplattformen
Vermieten Sie Ihr privates Wohnmobil über ein Internetportal, dient die Plattform als Vermittler zwischen Ihnen und mietinteressierten Personen. Für diese Dienstleistung ist bei jeder Buchung eine Provision fällig. Wie hoch die Gebühr für das Vermietgeschäft ausfällt, hängt vom Portal ab (Stand: Januar 2026):
- PaulCamper behält 15 Prozent des Mietpreises als Provision ein.
- Privaten Vermietern und Vermieterinnen zieht Yescapa acht Prozent vom Mietpreis ab. Für Mieter:innen – also Personen, die den Camper von Ihnen privat mieten – fallen keine Gebühren an.
- Bei Campanda zahlen Wohnmobilbesitzer:innen eine individuelle Provision für erfolgreiche Vermietungen.
Wohnmobil vermieten: Kalkulation der Kosten
Von den Mieteinnahmen ziehen Sie alle laufenden Kosten (Versicherung, Wohnmobil-Steuern, Stellplatzmiete, Wartung, etc.) ab. Auch der erhöhte Verschleiß und potenzielle Reparaturkosten sind zu berücksichtigen, wenn Sie Ihr Wohnmobil vermieten. Die Kalkulation Ihres Gewinns ist erst realistisch, wenn Sie alle Kosten mit Ihren Einkünften verrechnen.
Die Kostenkalkulation für einen sechs Jahre alten VW T5 California (Tachostand: 75.500 Kilometer) kann zum Beispiel wie folgt aussehen:
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Posten
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Betrag in Euro pro Jahr
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|---|---|
| Wohnmobilversicherung | – 660 |
| Kfz-Steuer | – 210 |
| Wartung / Reparaturen | – 700 |
| Wertverlust | – 1.500 |
| Selbstfahrervermietversicherung | – 1.470 |
| Vermittlungsprovisionen der Vermietplattform | – 1.180 |
| Mieteinnahmen | + 7.500 |
| Gewinn | 1.780 |
Einnahmen abhängig von vereinbartem Mietpreis je nach Saison, z.B.:
- 50 Tage in der Nebensaison à 75 € = 3.750 €
- 30 Tage in der Hauptsaison à 125 € = 3.750 €
- Insgesamt: 7.500 € Mieteinnahmen pro Jahr
Wohnmobil vermieten: Häufige Fragen
Welche Risiken gibt es, wenn ich mein Wohnmobil privat vermiete?
Wer seinen Camper an fremde Personen vermietet, geht ein unternehmerisches Risiko ein. Verschleiß am Fahrzeug und Schadensrisiko erhöhen sich, je öfter Sie Ihr Wohnmobil vermieten. Entsprechend steigen die Reparaturkosten. Schäden am Kfz sind zwar versichert, aber trotzdem ärgerlich – insbesondere, wenn Sie das Reisemobil gleich im Anschluss wieder vermieten möchten.
Außerdem riskieren Wohnmobilvermieter:innen, dass Mieter:innen die vereinbarten Bedingungen nicht einhalten. Zwar können Sie Reiseroute, Destination und geplante Fahrzeugnutzung vorher abstimmen, während der Vermietung aber nicht überprüfen. Das heißt: Sie müssen darauf vertrauen, dass Ihre Mieter:innen nicht doch ein Festival ansteuern oder trotz Hundeverbots einen Vierbeiner mit auf Reisen nehmen.
Welche Voraussetzungen sollten Wohnmobil-Mieter erfüllen?
In der Regel dürfen Fahrer und Fahrerinnen ab 21 Jahren ein Wohnmobil mieten. Ein gesetzlich vorgeschriebenes Mindestalter gibt es in Deutschland nicht. Viele Anbieter:innen fordern aber eine Mindestzeit der Fahrerlaubnis.
Die meisten Campingmobile wiegen unter 3,5 Tonnen und dürfen mit Führerscheinklasse B gefahren werden. Für Camper über 3,5 Tonnen ist Klasse C1 oder C erforderlich. Überprüfen Sie, ob Ihr Mieter oder Ihre Mieterin einen entsprechenden Wohnmobil-Führerschein besitzt und Ihr Fahrzeug steuern darf. Nur so ist die Wohnmobil-Sicherheit und die aller Verkehrsteilnehmer:innen gewährleistet.
Kann ich mir meine Wohnmobil-Mieter aussuchen?
In der Regel ja. Vermieten Sie Ihr Wohnmobil über eine eigene Webseite, Zeitungsinserate oder Online-Kleinanzeigen, entscheiden Sie selbst, wem Sie den Camper anvertrauen. Sie können Anfragen nach Belieben annehmen oder ablehnen.
Auch bei Wohnmobilvermietungen über eine Sharing-Plattform sind Sie nicht verpflichtet, jede Buchungsanfrage anzunehmen. Sobald eine interessierte Person eine Anfrage stellt, können Sie über die Plattform Nachrichten austauschen. Das heißt: Sie entscheiden erst nach der persönlichen Kontaktaufnahme, ob Sie die Buchungsanfrage bestätigen oder absagen.
Was ist eine Selbstfahrermietversicherung fürs Wohnmobil?
Die sogenannte Selbstfahrermietversicherung fürs Wohnmobil greift, wenn der oder die Eigentümer:in mit dem Camper unterwegs ist. Aber auch, wenn Mieter:innen das Kfz zeitweise nutzen. Diese spezielle Versicherung ist notwendig, wenn Sie Ihr Campingfahrzeug anderen Personen überlassen und dafür ein Entgelt berechnen.
Versichert sind alle Fahrer:innen mit gültigem EU-Führerschein. Verursachen Mieter:innen mit Ihrem Reisemobil einen Unfall, springt die Selbstfahrervermietfahrzeug-Versicherung ein. Ohne Selbstfahrermietversicherung bleiben Sie auf dem Schaden sitzen.
Beim Selbstfahrermietversicherung-Vergleich ist die Auswahl meist überschaubar. Eigenständige Selbstfahrervermietfahrzeug-Versicherungen bieten nur wenige Kfz-Versicherer an. Denn aufgrund des wechselnden Fahrerkreises besteht erhöhtes Schadensrisiko. Dieses abzudecken, lohnt sich für viele Versicherungsgesellschaften nicht.
Für welche Fahrzeuge kann ich eine Selbstfahrervermietfahrzeug-Versicherung abschließen?
Was kostet eine Selbstfahrervermietversicherung für Wohnmobile?
Im Gegensatz zu einer regulären Wohnmobil Versicherung kostet eine Selbstfahrermietversicherung für Wohnmobile bis zu 2.500 Euro im Jahr. Grund für die teure Versicherungsprämie ist das erhöhte Schadens- und Unfallrisiko, das der unbegrenzte und stets wechselnde Fahrerkreis mit sich bringt.
Außerdem muss das Wohnmobil regelmäßig zur Hauptuntersuchung: Neue Camper bis 3,5 t bringen Sie nach 36 Monaten zur ersten HU, danach alle 24 Monate. Bei Reisemobilen über 3,5 t bis 7,5 t steht die erste HU 24 Monate nach Wohnmobil-Zulassung an. Anschließend erfolgt der Check alle 24 Monate, nach dem sechsten Jahr alle zwölf Monate. Bei WoMos über 7,5 t dauert es zwölf Monate bis zur ersten HU und dann weiter jährlich. Sprich: Eine Selbstfahrervermietfahrzeug-Versicherung lohnt sich erst, wenn Sie mit entsprechend hohen Mieteinnahmen rechnen können.
Kann ich die Anschaffung eines Wohnmobils steuerlich absetzen, wenn ich dieses privat vermiete?
Mo bis Sa 8-20 Uhr
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