Günstige Pauschalbesteuerung

H-Kennzeichen Steuern: Wie Oldtimerbesitzer Geld sparen

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Mit Oldtimer-Zulassung Kfz-Steuer sparen
  • Für Fahrzeuge mit H-Kennzeichen gilt ein einheitlicher Steuersatz. Sie zahlen pro Jahr pauschal 191,73 Euro Oldtimer-Steuern für Ihren Klassiker. 
  • Dieser pauschale Steuersatz fällt in der Regel günstiger als die reguläre Kfz-Steuer aus. Bei modernen Pkw berechnet sich die Kfz-Steuer nach Hubraum und Schadstoffklasse.
  • Lassen Sie Ihren Klassiker mit H-Saisonkennzeichen zu, sparen Sie zusätzlich. Denn Sie entrichten die Oldtimer-Steuern nur anteilig für die Monate im Jahr, in denen Ihr Kfz angemeldet ist.
  • Ein historisches Kennzeichen können Sie für Kraftfahrzeuge beantragen, die mindestens 30 Jahre alt sind. Mit einem Oldtimergutachten weisen Sie nach, dass Ihr Liebhaberstück den Status eines „historischen Fahrzeugs“ besitzt.
Bestand wächst
Infografik zu Bestandsentwicklung Oldtimer-Pkw in Deutschland von 2008 bis 2020 als Balkendiagramm

Ist Ihr Klassiker auf vier Rädern mit H-Kennzeichen zugelassen, zahlen Sie Oldtimer-Steuern. Dieser spezielle Steuersatz gilt in Deutschland für immer mehr Fahrzeuge: Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sind 2020 rund 800.000 Oldtimer-Pkw auf deutschen Straßen unterwegs.

Der Bestand an historischen Fahrzeugen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. 2018 waren noch etwa 675.000 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen angemeldet. Auch über deutsche Landesgrenzen hinweg boomen Liebhaberfahrzeuge: Nach Angaben der Internationalen Auto-Veteranen-Vereinigung FIVA wechseln innerhalb der EU Jahr für Jahr Oldtimer im Gesamtwert von über 16 Milliarden Euro den Besitzer.

Klassiker von VW und Mercedes-Benz führen die Oldtimer-Zulassungsstatistik an

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) gibt an, dass deutsche Fahrzeughalter bevorzugt deutsche Autoklassiker mit H-Kennzeichen anmelden. Unangefochtene Nummer eins in den Top Ten der Zulassungsstatistik: der VW Käfer mit über 50.000 Exemplaren. Ihm folgen der Mercedes-Benz W 123 mit rund 27.000 Exemplaren und der VW Golf mit mehr als 26.000 Exemplaren.

Mittlerweile haben die ersten Pkw mit moderner Sicherheitsausstattung wie Airbags oder Antiblockiersystem das für Oldtimer relevante Alter von 30 Jahren erreicht. Prognosen von KBA und VDA zufolge geht der Trend auch deshalb zunehmend zu „Oldies“. Das heißt: In Zukunft nimmt die Bundesfinanzverwaltung immer mehr H-Kennzeichen-Steuern ein.

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Pauschale für alle

Wer ein Fahrzeug mit H-Kennzeichen fährt, zahlt pro Jahr einheitlich 191,73 Euro Oldtimer-Steuern. Anders sieht es bei der Kfz-Steuer für moderne Fahrzeuge aus. Für sie gilt: je größer der Hubraum und je schlechter die Schadstoffklasse, desto höhere Abgaben. Für historische Fahrzeuge fällt die Pauschalbesteuerung in vielen Fällen deutlich günstiger als der reguläre Steuersatz für Pkw, Motorrad  und Co. aus.

Wann lohnt sich hinsichtlich der Oldtimer-Steuern ein H-Kennzeichen?

Besitzer von betagten Sportwagen, Bussen, Geländewagen und großen Limousinen sparen mit einheitlichen H-Kennzeichen-Steuern oft mehrere hundert Euro pro Jahr. Auch Halter historischer Diesel-Fahrzeuge profitieren. Obwohl diese Klassiker deutlich mehr Schadstoffe ausstoßen als Benziner. Zusätzlicher Vorteil: Fahrzeuge mit Oldtimer-Kennzeichen benötigen keine Feinstaubplakette, um in Umweltzonen deutscher Großstädte einzufahren.

Dennoch lohnt sich der pauschale Oldtimer-Steuersatz nicht für jedes Kfz. Mittlerweile erreichen viele Modelle mit geregeltem Katalysator (G-KAT) und dementsprechend guter Schadstoffklasse die 30-Jahre-Grenze. Bei Kleinwagen bis 700 Kubikzentimeter Hubraum ist die normale Kfz-Steuer in der Regel günstiger - so zum Beispiel beim BMW 700.

Versicherung für Oldtimer ist ebenfalls günstiger

Wer einen Oldie fährt, spart nicht nur Steuern. Auch Versicherungsbeiträge fallen günstiger aus. Kfz-Versicherer gehen davon aus, dass Sie mit Ihrem Klassiker seltener und vorsichtiger im Straßenverkehr unterwegs sind als mit einem modernen Kfz. Das geringere Unfallrisiko spiegelt sich in einer niedrigeren Prämie wider.

Allerdings sind die günstigen Oldtimer-Tarife bei den meisten Anbietern an bestimmte Bedingungen geknüpft. Zum Beispiel ist die Kilometeranzahl begrenzt. Sie dürfen pro Jahr mit Ihrem Klassiker nicht beliebig viele Kilometer zurücklegen. Oft fordern Versicherer auch einen Nachweis, dass Sie bereits eine Kfz-Versicherung für einen modernen Zweitwagen  als Alltagsfahrzeug abgeschlossen haben.

Tipp: Auch wenn Ihr Klassiker nicht mit H-Kennzeichen zugelassen ist, können Sie ihn als Oldtimer versichern. Oft sind das Datum der Erstzlassung und ein Kurz- bzw. Wertgutachten für Versicherungsunternehmen ausreichend, um den Versicherungswert des Fahrzeugs zu kalkulieren.

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Oldtimer-Sammlung
Mehrere Oldtimer stehen in einer Reihe

Besitzer einer Oldtimer-Sammlung genießen keine Steuervorteile. Stehen zum Beispiel drei Klassiker in Ihrer Garage, zahlen Sie die pauschalen H-Kennzeichen-Steuern pro Fahrzeug. Das heißt: jährlich dreimal 191,73 Euro.

Wer mehrere historische Fahrzeuge besitzt und sie abwechselnd auf öffentlichen Straßen bewegt, meldet jedes Kfz mit einem eigenen H-Kennzeichen an. Entsprechend ist für jedes Fahrzeug der einheitliche Oldtimer-Steuersatz fällig. Auch mit einem roten Wechselkennzeichen für Oldtimer („07er-Nummer“) ergeben sich für Fahrzeugsammler keine steuerlichen Vergünstigungen.

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Kosten berechnen
Allianz – H-Kennzeichen Steuern: Mann rechnet mit Taschenrechner anhand von Unterlagen

Wer sein historisches Fahrzeug ausschließlich während der Sommermonate fährt, kann das Oldtimer-Kennzeichen mit einem Saisonkennzeichen kombinieren. Damit ist Ihr Klassiker nicht für das ganze Jahr, sondern nur für einen begrenzten Zeitraum als Oldtimer zugelassen. Dieser beläuft sich zwischen mindestens zwei und höchstens elf Monaten.

Oldtimerhalter sparen durch diese Regelung zusätzlich Geld: Sie müssen nicht mehr den pauschalen Jahresbeitrag in Höhe von 191,73 Euro, sondern nur eine anteilige Oldtimer-Steuer entrichten.

Saisonale Oldtimer-Steuer: So berechnen Sie die Kosten

Ein Beispiel: Sie melden Ihren Klassiker mit H-Kennzeichen für den sechsmonatigen Saisonzeitraum von April bis September an. Pro Saison zahlen Sie knapp 96 Euro Oldtimer-Steuern:

  • Oldtimer-Steuern für 12 Monate: 191,73 €
  • Oldtimer-Steuern für 1 Monat: 191,73 € ÷ 12 = 15,98 €
  • Oldtimer-Steuern für 6 Monate: 15,98 € × 6 = 95,88 €

Was ist beim saisonalen H-Kennzeichen zu beachten?

Ist Ihr saisonales H-Kennzeichen von 1. April bis 30. September gültig, sind am rechten Rand des Nummernschilds eine „04“ und eine „09“ vermerkt. Nur in diesem Zeitraum ist das Fahrzeug zugelassen. Außerhalb des Geltungszeitraums dürfen Sie Ihren Klassiker weder im öffentlichen Straßenverkehr bewegen noch an öffentlich zugänglichen Plätzen abstellen.

Darüber hinaus ist der Versicherungsschutz außerhalb der Saison eingeschränkt. Haben Sie eine Vollkasko für Ihren Oldtimer abgeschlossen, ist er mit der sogenannten Ruheversicherung gegen typische Standrisiken wie Brand, Vandalismus oder Autodiebstahl abgesichert.

Allianz – H-Kennzeichen Steuern: Mann rechnet mit Taschenrechner anhand von Unterlagen
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Allianz – H-Kennzeichen Steuern: Illustration Gut zu wissen
Gut zu wissen
Allianz – H-Kennzeichen Steuern: Illustration Gut zu wissen

Fahrzeuge, die zwischen 15 und 30 Jahre alt sind, erhalten steuerlich gesehen keine Sonderbehandlung. Eine pauschale Besteuerung wie bei der Oldtimer-Kfz-Steuer gibt es nicht.

Junge Klassiker melden Sie bei der Zulassungsbehörde wie moderne Fahrzeuge an. Sie erhalten reguläre Kennzeichen und zahlen für das Kfz jedes Jahr die reguläre Kfz-Steuer.

Allerdings bieten viele Versicherungsgesellschaften für Pkw, die älter als 20 und jünger als 30 Jahre sind, eine günstige Youngtimer-Versicherung an. Wer seinen „jungen Alten“ nicht das ganze Jahr über nutzt, kann ihn mit einem Saisonkennzeichen zulassen – und spart so Kfz-Steuern und Versicherungsbeiträge.

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