Oldtimer Zulassung: Junger Mann fährt in einem roten Oldtimer-Cabrio eine Landstraße entlang
H-Kennzeichen, 07er-Nummer & Co.

Oldtimer-Zulassung: So melden Sie Ihren Klassiker an

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Klassiker auf vier Rädern richtig zulassen
  • Bevor Sie mit Ihrem Oldtimer am Straßenverkehr teilnehmen dürfen, müssen Sie ihn bei der Zulassungsbehörde anmelden.
  • Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, einen Oldtimer zuzulassen: als reguläres Kfz, als reguläres Kfz mit Saisonkennzeichen, mit einem H-Kennzeichen, einem H-Saisonkennzeichen oder einem roten 07-Kennzeichen.
  • Für die Zulassung als Oldtimer gelten verschiedene Voraussetzungen. So muss der Klassiker weitestgehend im Originalzustand sein, der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen und vor mindestens 30 Jahren erstmals zugelassen worden sein.
  • Wer sein Fahrzeug als Oldtimer anmeldet, zahlt eine pauschale Kfz-Steuer und vergünstigte Versicherungsbeiträge, sofern es oldtimergemäß genutzt wird.
Gut zu wissen
Auf deutschen Straßen sind immer mehr historische Fahrzeuge unterwegs. Laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) sind aktuell (Stand Januar 2019) knapp fünf Prozent aller Fahrzeuge in Deutschland über 30 Jahre alt. Etwa 20 Prozent davon sind mit einem historischen H-Kennzeichen als Oldtimer zugelassen.

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Fahrzeugart
Bestand
Über 30 Jahre
Mit H-Kennzeichen
Pkw 47.095.784 756.544 474.561
Krafträder 4.438.600 664.085 14.995
Lkw 3.149.263 59.897 24.520
Zugmaschine 2.237.428 1.181.011 16.596
Omnibus 80.519 1033 593
Sonstige 303.607 25.717 4879
Summe der Fahrzeuge mit
amtlichem Kennzeichen
57.305.201 2.688.287 536.144
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Voraussetzungen
Nicht jedes alte Fahrzeug ist nach deutschem Verkehrsrecht ein Oldtimer. Wann die Oldtimer-Zulassung möglich ist, regelt die Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV): Laut § 2 Nummer 22 müssen Auto, Motorrad, Lkw und Co. folgende Kriterien erfüllen, damit sie bei der Zulassungsstelle als Oldtimer angemeldet werden können:
 
  • Das Kfz wurde vor mindestens 30 Jahren erstmals zum Straßenverkehr zugelassen.
  • Das Fahrzeug weist keine größeren Schäden auf und ist in einem guten, erhaltungswürdigen Zustand.
  • Das Kfz dient der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes, das heißt es gilt als Zeitzeuge einer bestimmten Epoche, Automarke oder Modellserie.
  • Karosserie, Bremsanlage und alle weiteren Hauptbaugruppen entsprechen weitestgehend dem Originalzustand. Das bedeutet: Umbauten oder zeitgenössische Nachrüstungen wurden, wenn überhaupt, nur in sehr begrenztem Umfang vorgenommen. Bei den Reifen ist beispielsweise nur die Originalausführung oder eine Rad-Reifen-Kombination aus derselben Fahrzeugbaureihe zulässig.

Dieser Zustand wird von einem anerkannten Sachverständigen oder Prüfer, zum Beispiel von TÜV oder DEKRA, mit einem Oldtimer-Gutachten nach § 23 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung bestätigt. Das Dokument legen Sie dann bei der Kfz-Zulassungsbehörde vor, um eine Oldtimer-Zulassung für Ihren Klassiker zu erhalten.

 

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Kfz-Steuer und Co.
Eine Zulassung als Oldtimer bietet Ihnen als Fahrzeughalter mehrere Vorteile, zum Beispiel eine pauschale Besteuerung. Wer sein Kfz als Oldtimer anmeldet, hat bei der Versicherung und Nutzung des Klassikers allerdings auch einige Vorgaben zu beachten.
  • Für Oldtimer fällt eine pauschale Kfz-Steuer an, die unabhängig von Hubraum und Emissionen 191,73 Euro für Pkw und 46,02 Euro für Motorräder beträgt.
  • Oldtimerbesitzer zahlen eine vergünstigte Versicherungsprämie, da die Versicherer davon ausgehen, dass sie mit einem historischen Fahrzeug seltener und vorsichtiger im Verkehr unterwegs sind als mit einem normalen Pkw.
  • Mit einem Oldtimer dürfen Sie Umweltzonen in Großstädten auch ohne Feinstaubplakette befahren.
  • Viele Versicherungsunternehmen begrenzen die Fahrleistung automobiler Klassiker, beispielsweise auf 10.000 Kilometer pro Jahr.
  • Für die Erstellung eines Oldtimergutachtens zahlen Sie als Fahrzeugbesitzer je nach Umfang der Begutachtung zwischen 100 und 500 Euro.
  • Eine gewerbliche Nutzung, etwa die Vermietung eines alten VW Käfers für Hochzeiten, schließen viele Versicherer bei Fahrzeugen mit Oldtimer-Zulassung aus.
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Gut zu wissen
Allianz - Info Oldtimerzulassung: Illustration Gut zu wissen

Ob die Zulassung mit einem Oldtimer-Kennzeichen für den Halter finanzielle Vorteile hat, hängt vom Kfz und seiner Nutzung ab. Eine Zulassung als Oldtimer rentiert sich vor allem bei großmotorigen Klassikern mit einem Hubraum ab etwa 1.200 Kubikzentimetern (ccm) sowie sehr alten Fahrzeugen ohne geregelten Katalysator (G-Kat).

Fahren Sie dagegen einen „jungen“ Klassiker aus den 80er-Jahren oder einen kleinmotorigen Benziner, der bereits einen geregelten Katalysator verbaut hat und der Euro-2-Abgasnorm entspricht, lohnt es sich, vorab nachzurechnen, ob Sie mit der Oldtimer-Zulassung tatsächlich Kosten sparen.

Allianz - Info Oldtimerzulassung: Illustration Gut zu wissen
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Zulassungsarten
Für Besitzer eines historischen Kfz gibt es mehrere Wege, das Fahrzeug als Oldtimer anzumelden: als normales Kfz, als normales Kfz mit einem Saisonkennzeichen, mit einem H-Kennzeichen, mit einem Saisonkennzeichen oder mit einem roten 07-Kennzeichen.
Oldtimer H Zulassung: Nahaufnahme eines H-Kennzeichens an Oldtimer-Pkw

Zulassung als "normales" Kfz ist auch bei Klassikern möglich

Wenn Ihr historisches Fahrzeug eine gültige Hauptuntersuchung (HU) hat, können Sie es regulär anmelden und wie ein modernes Kfz uneingeschränkt im Alltag nutzen. Um ein reguläres Kennzeichen für Ihren Klassiker zu erhalten, benötigen Sie auf der Zulassungsstelle Ihren Ausweis, die Fahrzeugpapiere sowie die elektronische Versicherungsbescheinigung (eVB-Nummer).

Oldtimer mit H-Kennzeichen profitieren von pauschaler Steuer

Die Zulassung mit einem historischen H-Kennzeichen ist in Deutschland die bekannteste und beliebteste Variante, einen Oldtimer anzumelden. Mit der H-Zulassung profitieren Sie als Fahrzeughalter unter anderem von einer pauschalen Besteuerung und einer reduzierten Versicherungsprämie.

Diese Unterlagen benötigen Sie für die Zulassung eines Oldtimers mit H-Kennzeichen 

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Zulassungsbescheinigung Teil 1 (früher: Fahrzeugschein)
  • Zulassungsbescheinigung Teil 2 (früher: Fahrzeugbrief)
  • Bisheriges Kennzeichen des Fahrzeugs
  • Versicherungsbestätigung oder eVB-Nummer
  • Gültige Hauptuntersuchung (HU/TÜV)
  • Oldtimergutachten nach § 23 der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO)

Saisonkennzeichen ermöglicht eine monatsweise Oldtimer-Zulassung

Seit 2017 gestattet die Fahrzeug-Zulassungsverordnung eine Kombination aus H-Kennzeichen und Saisonkennzeichen. Voraussetzung für die saisonale H-Zulassung: Der Zulassungszeitraum des Oldtimers muss mindestens zwei und höchstens elf Monate betragen – so wie bei einem regulären Saisonkennzeichen.

Kfz-Steuer und Versicherungsbeiträge sind bei Fahrzeugen mit Saisonkennzeichen nur anteilig für die Monate fällig, in denen sie für den Straßenverkehr zugelassen sind. Ist Ihr Oldtimer-Pkw also zum Beispiel von März bis September angemeldet, zahlen Sie die Beiträge bei einigen Versicherern nur für sieben Monate.

07er-Kennzeichen können Sammler im Wechsel an mehreren Oldtimern verwenden

Für Oldtimerbesitzer mit mehreren Fahrzeugen ist das rote 07-Kennzeichen attraktiv, da es als Wechselkennzeichen genutzt werden kann. Zudem ist für Klassiker, die mit der sogenannten 07er-Nummer angemeldet sind, keine regelmäßige Haupt- und Abgasuntersuchung (HU/AU) erforderlich.

Allerdings sind die Hürden für die Zulassung mit dem roten Nummernschild besonders hoch: Neben den allgemeinen Bedingungen für die Anmeldung als Oldtimer gelten strikte Regeln für die Nutzung des Sonderkennzeichens.

  • Das 07er-Kennzeichen dürfen Sie nur in Zusammenhang mit Veranstaltungen verwenden, die der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen, sowie für Probe-, Überführungs- und Werkstattfahrten. Spontane Alltagsfahrten sind mit dem roten Sonderkennzeichen tabu.
  • In vielen Bundesländern ist es Pflicht, die Einzelfahrten mit der 07er-Nummer in einem Fahrtenbuch zu protokollieren, was mit bürokratischem Aufwand verbunden ist.
  • Auch Fahrten ins Ausland, die bei den anderen Zulassungsarten unproblematisch sind, können bei dem roten Nummernschild Umstände bereiten. Denn obwohl das Sonderkennzeichen außerhalb Deutschlands gültig ist, erkennen nicht alle Länder es an. Um Schwierigkeiten, etwa bei der Einreise oder einer Verkehrskontrolle, zu vermeiden, sollten Sie deshalb immer die Einladung oder einen ähnlichen Nachweis dabeihaben, wenn Sie zu einer ausländischen Oldtimer-Veranstaltung unterwegs sind

Diese Unterlagen benötigen Sie, um ein rotes 07er-Kennzeichen zu beantragen

  • Formlosen schriftlichen Antrag mit Begründung oder Nachweis für den Bedarf
  • Personalausweis oder Reisepass
  • eVB-Nummer
  • Abmeldebescheinigung des Oldtimers
  • Eigentumsnachweis
  • Oldtimergutachten nach §23 der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO)
  • Auflistung aller Fahrzeuge, die mit dem 07-Kennzeichen genutzt werden sollen (Art, Identifikationsnummer, Erstzulassung)
  • Auszug aus Verkehrszentralregister
  • Polizeiliches Führungszeugnis
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Gebühren
Allianz Info: Illustration Gut zu wissen

Wie bei anderen Fahrzeugen auch, fallen bei der Anmeldung eines Klassikers auf der zuständigen Zulassungsbehörde Bearbeitungsgebühren und zusätzliche Kosten in Kfz-Werkstätten oder beim TÜV an: 

Für das Oldtimergutachten, das Sie einmalig bei der Erstzulassung des Fahrzeugs als Oldtimer benötigen, sofern der Wagen nicht schon ein H-Kennzeichen hatte, zahlen Sie zwischen 150 und 500 Euro. Daneben ist eine gültige Hauptuntersuchung (rund 110 Euro) erforderlich, damit Sie den Oldie anmelden können. Hinzu kommen die Anmeldegebühr (etwa 40 Euro), die Kosten für die Kennzeichenprägung (20 bis 30 Euro) und eventuell eine Reservierungsgebühr für ein Wunschkennzeichen (10,20 Euro).

Allianz Info: Illustration Gut zu wissen
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Die passende Versicherung
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Häufige Fragen
  • Ich habe mein Auto als Oldtimer zugelassen und möchte dies nun rückgängig machen. Ist das möglich?

    Normalerweise ist das kein Problem. Allerdings hängt es von der für Sie zuständigen Zulassungsstelle ab, ob Sie den Pkw sofort ummelden können oder zuvor eine aktuelle Hauptuntersuchung (TÜV) benötigen. Die HU weist nach, dass Ihr Klassiker verkehrssicher ist und hinsichtlich der technischen Ausstattung den Bestimmungen entspricht, die für reguläre Kfz gelten.
  • Ich habe mein Auto auf Erdgas umgerüstet. Kann ich es trotzdem als Oldtimer mit einem H-Kennzeichen zulassen?

    Ja, vorausgesetzt alle anderen Bedingungen und Regeln für die Oldtimer-Zulassung sind erfüllt. Die Umrüstung auf Erdgas darf höchstens zehn Jahre nach der Erstzulassung des Fahrzeugs oder mit zeitgenössischen Ersatzteilen erfolgt sein. Eine moderne Gasanlage würde den Charakter des Klassikers gravierend verändern. Das wiederum beeinflusst das Oldtimergutachten negativ und könnte der Anerkennung des Kfz als Oldtimer im Weg stehen.
  • Ich habe meinen Oldtimer stillgelegt. Kann ich ihn wieder zulassen?

    Ja, im Zeitraum von bis zu sieben Jahren nach der Stillegung ist die reguläre Zulassung des Klassikers jederzeit wieder möglich. Allerdings sind eine neue Haupt- und Abgasuntersuchung nötig, bevor Sie das Fahrzeug wieder im öffentlichen Straßenverkehr bewegen dürfen.
  • Kann ich für ein Fahrzeug mit Oldtimer-Zulassung eine normale Kfz-Versicherung abschließen?

    Ja, das ist möglich. Da ein Oldtimer meist selten und teuer ist, lohnt es sich, zusätzlich zur Kfz-Haftpflichtversicherung eine Teilkasko oder Vollkasko für das Fahrzeug abzuschließen. So sind Sie im Schadensfall rundum abgesichert. Für Oldtimerfahrer, die ihren mobilen Klassiker nicht für Alltagsfahrten nutzen und jährlich nur eine geringe Kilometeranzahl damit zurücklegen, reicht in der Regel eine günstigere Oldtimer-Versicherung.
  • Gibt es bei der Oldtimer-Versicherung ein Schadenfreiheitsrabattsystem wie bei der Pkw-Versicherung?


    Nein, anders als bei der regulären Kfz-Versicherung erfolgt bei der Oldtimer-Versicherung keine Einstufung in eine Schadenfreiheitsklasse. Die Berechnung der Versicherungsprämie erfolgt immer mit 100 Prozent des Normaltarifs. Dafür muss der Versicherungsnehmer nach einem Schadensfall weder mit einer Rückstufung noch mit höheren Beiträgen rechnen.
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