- EinH-Kennzeichen ist ein Kfz-Kennzeichen für Oldtimer. Es hat ein "H" am rechten Rand des Nummernschildes, das für "Historie" steht.
- Voraussetzungen für ein H-Kennzeichen sind unter anderem, dass das Kfz unter anderem mindestens 30 Jahre alt sein und weitestgehend dem Originalzustand entsprechen muss.
- Die Vorteile eines H-Kennzeichens: Halter:innen zahlen meist weniger Steuern, geringe Versicherungsbeiträge und haben weniger Umweltauflagen zu erfüllen.
- Die Kosten für ein H-Kennzeichen liegen bei ca. 40 Euro. Die Kosten für ein Gutachten fangen bei 80 Euro an. Das H-Kennzeichen ist unbegrenzt gültig.
H-Kennzeichen
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H-Kennzeichen: Kurz erklärt
Welche Versicherungsoptionen gibt es für H-Kennzeichen?
Wie unterscheiden sich die Versicherungsarten für Oldtimer mit H-Kennzeichen?
- Kfz-Haftpflicht: Fahren Sie Ihren Oldtimer auf öffentlichen Straßen, ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Lassen Sie vor Vertragsabschluss ein Gutachten erstellen, das Zustand und Wert des historischen Kfz dokumentiert. Damit erhalten Sie den passenden Tarif. Bis zu einem bestimmten Fahrzeugwert (z. B. bis 10.000 Euro) akzeptieren einige Anbieter bei der H-Kennzeichen-Versicherung eine Selbsteinschätzung des Halters oder der Halterin.
- Teilkasko: Teilkaskoversicherung ist sinnvoll ab einem Fahrzeugwert von ca. 15.000 Euro. Sie greift unter anderem bei Brand, Diebstahl und Elementarschäden. Spezielle Oldtimer-Tarife decken oft zusätzlich Beschädigungen ab, die durch Vandalismus oder bei Transportfahrten mit Trailer oder Anhänger entstehen.
- Vollkasko: Der Rundumschutz lohnt sich für seltene oder wertvolle Oldtimer ab ca. 25.000 Euro. Versichert sind neben allen Teilkaskoleistungen auch Schäden, die Sie als Fahrzeughalter:in selbst verursachen. Kaufen oder besitzen Sie einen seltenen oder besonders teuren Oldtimer, ist zusätzlich eine Allgefahrendeckung sinnvoll. Damit ist so gut wie jedes Risiko versichert – einschließlich fast aller Motorschäden, welche die Vollkaskoversicherung nicht abdeckt.
- Garagenversicherung: Möchten Sie Ihren Oldtimer nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zulassen, reicht eine Garagenversicherung aus. Der Schutz ist besonders günstig und vor allem für Sammler:innen interessant. Mobile Klassiker sind damit bei Autodiebstahl, Brand und Hochwasser abgesichert.
Wichtig: Einige Oldtimer-Tarife versichern im Rahmen der Vollkasko oder Teilkasko eine Wertsteigerung des historischen Fahrzeugs bis zur vertraglich festgelegten Grenze (z. B. 20 Prozent) mit. Ist das bei Ihrer Versicherung nicht der Fall, lassen Sie den Wert Ihres Oldtimers regelmäßig überprüfen. Ist er gestiegen, informieren Sie Ihre H-Kennzeichen-Versicherung und passen die Deckungssumme an. Andernfalls riskieren Sie eine Lücke im Versicherungsschutz, weil die Kfz-Versicherung unter Umständen nicht die vollen Schadenskosten übernimmt.
Für Fahrzeuge mit H-Kennzeichen können Sie bei der Allianz eine reguläre Kfz-Versicherung oder eine spezielle Oldtimer-Versicherung abschließen. Der Oldtimertarif bietet Ihrem historischen Kfz unter anderem diese Vorteile:
- Erweiterte Leistungen: Wählen Sie eine Kaskoversicherung, ist eine Wertsteigerung Ihres Classic-Fahrzeugs von bis zu 30 Prozent inklusive. Außerdem deckt bereits die Teilkasko Vandalismusschäden ab.
- Keine Rückstufung: Bei der Oldtimer-Versicherung gibt es keine Schadenfreiheitsklassen. Verursachen Sie mit Ihrem Kfz-Klassiker einen Haftpflicht- oder Vollkaskoschaden, bleibt Ihr Beitrag unverändert.
- Individueller Schutz: Die Versicherung für Kfz mit Oldtimerkennzeichen können Sie bei der Allianz mit Zusatzbausteinen anpassen. Nach Bedarf erweitern Sie Kfz-Haftpflicht oder Teilkasko zum Beispiel um eine Garagenversicherung.
Wie ist ein H-Kennzeichen aufgebaut?
Welche Voraussetzungen sind für ein H-Kennzeichen nötig?
Ab wann H-Kennzeichen (Historienkennzeichen, teils auch History-Kennzeichen) für Kfz verfügbar sind, gibt die Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) vor. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können Sie ein H-Kennzeichen beantragen:
Wie viel kostet ein H-Kennzeichen?
Bei der Oldtimerzulassung fallen sowohl einmalige H-Kennzeichen-Kosten als auch laufende Ausgaben für Versicherung und Steuer an.
Welche einmaligen Kosten fallen für H-Kennzeichen an?
Zu den einmaligen Kosten für ein H-Kennzeichen gehören:
- Historienkennzeichen: ca. 40 Euro
- Aufschlag für Wunschkennzeichen: 10,20 Euro
- Online-Reservierung des Wunschkennzeichens: 2,60 Euro
- Oldtimergutachten nach § 23 StVZO: ca. 80 bis 200 Euro (ggf. zuzüglich ca. 110 Euro für HU)
Mit welchen laufenden Kosten ist bei Oldtimern mit H-Kennzeichen zu rechnen?
Unter laufende H-Kennzeichen-Kosten fallen in erster Linie:
- Kfz-Haftpflichtversicherung: ab 40 Euro im Jahr
- Kfz-Steuer in Höhe von 191,73 Euro im Jahr (46,02 Euro für Motorräder)
Wichtig: Für Oldtimer zahlen Sie eine pauschale Kfz-Steuer von 191,73 Euro im Jahr. Bei der H-Kennzeichen-Steuer liegen die monatlichen Kosten also unter 16 Euro. Meist sind H-Zulassung-Steuern günstiger als reguläre Kfz-Steuern, die sich nach Hubraum und Schadstoffklasse berechnen. Aber: Für einige Oldtimer kann die reguläre Kfz-Steuer günstiger als die Steuer mit H-Kennzeichen sein (z. B. Kleinwagen bis 700 ccm Hubraum, Modelle mit G-Kat). Wer sich für eine H-Zulassung mit Saisonkennzeichen entscheidet, zahlt den Pauschalsteuersatz anteilig. Sprich: Melden Sie Ihren Oldtimer von Mai bis Oktober an, kostet die H-Kennzeichen-Steuer für sechs Monate knapp 96 Euro.
Wie beantrage ich ein H-Kennzeichen?
Ein H-Kennzeichen beantragen Sie bei der Zulassungsstelle an Ihrem Hauptwohnsitz. Damit Sie Ihr H-Kennzeichen erhalten, führen Sie folgende vier Schritte durch:
- Lassen Sie bei TÜV, DEKRA oder einem vergleichbaren Anbieter ein Oldtimer-Gutachten erstellen.
- Stellen Sie sicher, dass Ihr Oldtimer über eine aktuelle, bestandene Hauptuntersuchung verfügt.
- Schließen Sie die zu Ihnen passende Oldtimer-Versicherung ab und erhalten Sie die eVB-Nummer.
- Lassen Sie an Ihrer örtlichen Zulassungsstelle die Oldtimer-Zulassung durchführen. Im Anschluss erhalten Sie Ihr H-Kennzeichen.
Gibt es Saisonkennzeichen für Oldtimer?
Ja, Sie können Saisonkennzeichen und H-Kennzeichen kombinieren. Sinnvoll ist das für Fahrer:innen, die ihren Oldtimer nur eine bestimmte Zeit im Jahr fahren. In der Regel sparen Sie mit saisonaler Zulassung bei der Versicherung. Die genauen Beiträge hängen von mehreren inividuellen Faktoren ab.
Wieviel kostet ein Saisonkennzeichen für Oldtimer?
Anstelle der pauschalen Kfz-Steuer von 191,73 Euro für ganzfähriges Fahren eines Oldtimers mit H-Kennzeichen fällt der anteilige Betrag an. Für sechs Monate (z. B. von Mai bis Oktober) zahlen Sie zum Beispiel nur die Hälfte, also knapp 96 Euro.
Auf dem Nummernschild eines Saisonkennzeichens zeigen zwei Zahlen neben dem "H" den Anfangs- und Endmonat der Zulassungssaison an.
Ist der Oldtimer mit Saisonkennzeichen außerhalb der Zulassungszeit versichert?
Ja, der Oldtimer ist auch außerhalb der Zulassungszeit versichert. Dafür sorgt die Ruheversicherung. In Kfz-Haftpflicht und Teilkasko deckt sie zum Beispiel Diebstahl, Unwetterschäden oder Tierbiss ab. Vorausgesetzt, Sie nehmen damit nicht am Straßenverkehr teil und das Auto mit saisonalem H-Kennzeichen ist ordnungsgemäß untergebracht.
Außerhalb der Saison sind Fahrten mit dem Oldtimer nicht versichert – dann ist das Kfz nicht für den Straßenverkehr zugelassen und das Fahren des historischen Fahrzeugs ist illegal. Entscheiden Sie sich für eine saisonale Zulassung von Mai bis Oktober, gilt der Versicherungsschutz allerdings auch für November bis April.
Welche Fahrzeugarten außer Pkws können ein H-Kennzeichen erhalten?
Worauf ist beim H-Kennzeichen für verschiedene Fahrzeugarten zu achten?
- H-Kennzeichen Motorrad: Die H-Zulassung lohnt sich für historische Motorräder über 625 ccm Hubraum, für die der Pauschalsteuersatz (46,02 Euro im Jahr) günstiger als die reguläre Kfz-Steuer ist.
- H-Kennzeichen Wohnmobil: Eine Wohnmobilzulassung mit H-Kennzeichen ist nur möglich, wenn Sie das historische Fahrzeug nicht mehr für Campingreisen nutzen.
- H-Kennzeichen Anhänger: Auch historische Anhänger erhalten eine H-Zulassung, solange sie mindestens 30 Jahre alt, gut erhalten sowie weitestgehend im Originalzustand sind und zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen.
- H-Kennzeichen Traktor: Ein H-Kennzeichen erlaubt Ihnen, Ihren Traktor auch zu Oldtimertreffen und privaten Ausfahrten zu nutzen. Dies ist mit dem regulären grünen Kennzeichen für den land- und forstwirtschaftlichen Betrieb nicht möglich. Allerdings geben Sie mit einem H-Kennzeichen die Befreiung von der Kfz-Steuer auf, die für grüne Kennzeichen gilt. Steuerlich lohnt sich das H-Kennzeichen gegenüber einem regulären Kennzeichen erst ab einem Gesamtgewicht Ihres Oldtimer-Traktors von mehr als 3.000 Kilogramm.
- H-Kennzeichen Moped: Ein H-Kennzeichen für Mopeds ist theoretisch möglich. Es lohnt sich für gewöhnlich jedoch nicht, da Mopeds nicht zulassungspflichtig sind. Damit benötigen Sie weder ein Kennzeichen, noch zahlen Sie Kfz-Steuer – es reicht eine Mopedversicherung. Mit einem H-Kennzeichen erhöhen Sie deshalb lediglich Ihre Kosten, ohne Vorteile daraus zu ziehen.
Häufige Fragen zum H-Kennzeichen
Ist ein H-Kennzeichen ab 25 Jahren möglich?
Nein. Voraussetzung für ein H-Kennzeichen ist ein Fahrzeugalter von mindestens 30 Jahren. Junge Klassiker ab 15 bis 30 Jahre melden Sie mit regulärem Kfz-Kennzeichen an. Für die Youngtimer-Zulassung gibt es kein eigenes Kennzeichen.
Einige Versicherer bieten für mindestens 20 Jahre alte Pkw eine Youngtimer-Versicherung an. Vorausgesetzt, eine Kurzbewertung bescheinigt dem Kfz einen Wert von mindestens 5.000 Euro und ein Alltagsfahrzeug ist vorhanden. So erhalten Sie auch ohne Oldtimer-Kennzeichen einen günstigen Tarif für Ihr Liebhaberstück.
Darf ich mit Oldtimer-Kennzeichen in Umweltzonen fahren?
Ja, das ist möglich. In Deutschland zugelassene Oldtimer, die ein H-Kennzeichen oder rotes 07-Kennzeichen führen, sind von Auflagen ausgenommen, die in städtischen Umweltzonen gelten. Historische Mobile dürfen die Stadtbereiche ohne grüne Plakette befahren. Geregelt ist das in der 35. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV).
In welchem Zustand muss der Oldtimer für die H-Zulassung sein?
Oldtimer dienen zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes. Für erhaltungswürdige Fahrzeuge, die weitestgehend im Originalzustand sind, können Sie H-Kennzeichen beantragen. Sprich: Ihr Classic-Fahrzeug darf Patina und einige Roststellen haben. Wenn die Originallackierung ein paar Blessuren aufweist, insgesamt aber in gutem Zustand ist, sollten Sie sie unbedingt erhalten.
Erhaltungswürdigkeit als H-Kennzeichen-Voraussetzung ist nicht erfüllt, wenn ein Oldtimer folgende Mängel hat:
- Gebrauchsspuren, die über leichte Patina hinausgehen
- Substanzschäden (z. B. durch Korrosion)
- erkennbare Unfallrestschäden
- technische Mängel
- Anzeichen unsachgemäßer Instandsetzung
Was sind am Oldtimer mit H-Kennzeichen zulässige Umbauten?
Laut Technischem Überwachungsverein (TÜV) sind Veränderungen an Oldtimern in sehr begrenztem Umfang möglich. Wichtig ist, dass umgebaute oder geänderte Mobile den Vorschriften der StVZO entsprechen. Sachverständige akzeptieren Um- und Anbauten, wenn sie für das Kfz typisch und zeitgenössisch sind bzw. ein zeitgenössisches Prüfzeugnis vorliegt. Zulässig sind Umbauten, die in den ersten zehn Jahren nach Erstzulassung durchgeführt wurden. Das bedeutet zum Beispiel:
- Der Nachbau der Gasanlage ist nur zulässig, wenn sich Abgas- und Geräuschverhalten dadurch nicht verschlechtern.
- Effekt- und Mehrfarbenlackierungen sind nur gestattet, wenn der Fahrzeughersteller sie angeboten hat.
- Eine modernere, vorschriftsmäßige Beleuchtung dürfen Sie nach Rücksprache mit einer sachverständigen Person anbauen.
Was ist der Unterschied zwischen einem roten H6- und H7-Kennzeichen?
Ein rotes Kennzeichen steht für Kurzzeitzulassung. Ein rotes Händlerkennzeichen, auch als 06er-Kennzeichen bekannt, steht für eine Kurzzulassung für Gewerbetreibende. Das 07er-Kennzeichen gilt dagegen für Privatpersonen, aber nur für Oldtimer. Wer mehrere Oldtimer besitzt, kann mit einem roten 07er-Kennzeichen im Wechsel mehrere historische Kfz fahren, ohne die Fahrzeuge einzeln bei der Kfz-Behörde anzumelden.
Ist das 07-Kennzeichen eine Alternative zum H-Kennzeichen?
Nein. Das rote 07-Kennzeichen ermöglicht eine spezielle Nutzung, ist für Oldtimer aber keine Alternative zum H-Kennzeichen. Mit dem Nummerschild dürfen Sie Ihren Klassiker zu historischen Veranstaltungen oder Werkstätten fahren. Auch Probe-, Überführungs- und Bewegungsfahrten sind zulässig. Ein Fahrtenbuch dient als Nachweis. Alltagsfahrten sind mit dem 07-Kennzeichen nicht erlaubt.
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