Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Das H-Kennzeichen steht für "Historisch" und ist ein spezielles Nummern­schild für Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals zugelassen wurden. Voraussetzung ist ein guter, originaler oder zeit­genössisch restaurierter Zustand
  • Historische Fahrzeuge werden in der Regel weniger und anders bewegt als moderne Kfz. Deshalb gibt es eine spezielle, günstige Kfz-Ver­sicherung für Oldtimer.
  • Wenn Sie Ihren Oldtimer mit H-Kennzeichen zulassen, zahlen Sie pauschal 191,73 Euro Kfz-Steuer – unabhängig von Hubraum und Verbrauch des Fahrzeugs.
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Voraussetzungen

Damit Sie ein historisches Fahrzeug als Oldtimer zulassen und eine Oldtimer-Versicherung abschließen können, muss es folgende Voraus­setzungen erfüllen:

  • Das Kfz ist mindestens 30 Jahre alt.
  • Eine bestandene Hauptuntersuchung (HU) bestätigt die Verkehrs­sicherheit des Kfz.
  • Das Kfz ist in historisch korrektem Zustand.
  • Ein Oldtimergutachten gemäß § 23 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) liegt vor.
Deutsches H-Kennzeichen für Oldtimer
 

Nicht jeder mobile Klassiker ab 30 Jahren erhält ein H-Kenn­zeichen bzw. Historienkennzeichen (einige Oldtimerfans sagen auch History-Kennzeichen dazu). Ab wann Sie Ihr Lieb­haber­stück als Oldtimer anmelden können, hängt von mehreren Voraus­setzungen ab. Hierzu hat der Oldtimerclub-Weltverband FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens) klare Kriterien definiert. Eine Bedingung ist zum Beispiel, dass Karosserie, Fahr­werk, Motor, Bremsanlage, Lenkung, Reifen, elektrische Anlage und Fahr­zeug­innen­raum historisch korrekt erhalten sind.

Erfüllt das Automobil alle Anforderungen, stellt ein amtlich anerkannter Sach­ver­ständiger oder Prüfingenieur ein Gutachten gemäß § 23 Straßen­verkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) aus. Dieses Dokument legen Sie bei Oldtimerzulassung in der Kfz-Behörde vor. Ebenfalls erforderlich für die H-Zulassung sind eine gültige Haupt­unter­suchung (HU) und der Abschluss einer Kfz-Haft­pflicht­versicherung.

Oldtimer dienen der Pflege des kraft­fahrzeug­technischen Kulturgutes. Nur erhaltungs­würdige Fahrzeuge er­hal­ten ein H-Kennzeichen. Das heißt: Ein altes Modell darf durchaus Patina und ein paar Rost­stellen haben. Weist die Original­lackierung beispielsweise ein paar Blessuren auf, ist insgesamt aber gut, sollten Sie die Lackierung unbedingt erhalten.

Die H-Kennzeichen-Voraussetzung "Erhaltungswürdigkeit" ist nicht erfüllt, wenn Ihr Oldtimer folgende Mängel aufweist:

  • technische Mängel
  • Gebrauchs­spuren, die über eine leichte Patina hinausgehen
  • Substanzschäden (z.B. durch Korrosion)
  • erkennbare Unfall­rest­schäden
  • Anzeichen unsach­gemäßer Instandsetzung

Bei der Beurteilung des Gesamt­zustands prüft der Sach­verständige, ob Sie Umbauten oder Tuning an Ihrem Oldtimer vorgenommen haben. Laut Technischem Überwachungs­verein (TÜV) sind Veränderungen an Oldtimern nur in sehr begrenztem Umfang möglich. Zudem müssen umgebaute oder geänderte Fahrzeuge den Vorschriften der Straßen­verkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) entsprechen.

Anerkannt werden Umbauten und Anbauten lediglich, wenn sie für das Fahrzeug typisch und zeitgenössisch sind bzw. ein zeit­genössisches Prüf­zeugnis vorliegt. Das bedeutet: Möglich und zulässig sind Umbauten, die in den ersten zehn Jahren nach Erst­zulassung des Oldtimers durchgeführt wurden. Die Gasanlage darf beispiels­weise nur nachgebaut werden, wenn Abgas- und Geräusch­ver­halten sich dadurch nicht verschlechtern.

Effekt- und Mehr­farben­lackierungen werden nur akzeptiert, sofern der Fahrzeug­hersteller diese angeboten hat. Eine modernere und vorschrifts­mäßige Beleuchtung dürfen Sie ebenfalls nur nach Rück­sprache mit einem Sachverständigen anbauen.

Gut zu wissen: Oldtimerzulassung

Um ein H-Kennzeichen zu beantragen, sind Oldtimer­gutachten und Kfz-Haftpflicht­versicherung Voraussetzung. Darüber hinaus benötigen Sie bei der Kfz-Zulassungs­behörde folgende Dokumente:

  • Zulassungsbeschei­ni­gung Teil I (Fahrzeugschein)
  • Zulassungsbeschei­ni­gung Teil II (Fahrzeugbrief)
  • gültiger HU-Bericht
  • elektronische Versicherungs­bestätigung (eVB-Nummer)
  • Kfz-Kennzeichen (falls Fahrzeug bereits angemeldet ist)
  • SEPA-Lastschrift­mandat für Kfz-Steuer
  • Personalausweis oder Reise­pass mit Meldebescheinigung
  • ggf. Reservierungs­bestätigung für Wunschkennzeichen
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Haftpflicht, Teil- oder Vollkasko?

Selbst wenn Sie Ihren Klassiker selten nutzen, können Sie damit schwer­wiegende Schäden verursachen. Umso wichtiger ist der richtige Versicherungs­schutz:

  • Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist Pflicht, sobald Sie den Old­timer im Straßen­verkehr bewegen.
  • Eine Teilkaskoversicherung ist ab einem gewissen Fahrzeugwert sinnvoll. Sie sichert Ihren Klassiker zum Beispiel gegen Brand, Diebstahl und Elementar­schäden ab. Beschädigungen durch Vandalismus oder beim Transport mit Trailer oder Anhänger sollte die Teilkasko ebenfalls abdecken. Gegebenenfalls empfiehlt sich zusätzlich auch eine Anhänger-Versicherung
  • Eine Vollkasko lohnt sich für seltene oder besonders wertvolle Oldtimer. Sie schützt Ihr Lieb­haber­stück zusätzlich bei Schäden, die Sie als Halter selbst verursachen.

Anders als bei regulären Kfz-Policen, bei denen sich die Versicherungs­prämie aus Faktoren wie Schadensfreiheitsklasse oder Typklassen errechnet, berück­sichtigen Kfz-Versicherer bei Oldtimern auch den individuellen Wert des Fahrzeugs.

  • Bei großen Versicherungs­unter­nehmen ist meist der Marktwert entscheidend. Das ist die Summe, die der Oldtimer bei Verkauf auf dem Gebraucht­wagenmarkt aktuell erzielen würde.
  • Einige Versicherer nutzen den Wiederbeschaffungswert als Berechnungs­grundlage. Bei beschädigten Gebraucht­fahrzeugen ist dies der Preis eines hinsichtlich Marke, Modell, Ausstattung, Baujahr, Kilometer­leistung und Zustand gleichwertigen Ersatzfahrzeugs.
  • Mehr Sicherheit bietet Oldtimerbesitzern eine Versicherung des Markt­werts, da dieser nicht vom insgesamt schwankenden Wert des historischen Fahrzeugs abhängt.

Damit die H-Kennzeichen-Versicherung im Schadenfall ausreicht, sollten Sie den Wert Ihres Oldtimers regelmäßig überprüfen lassen. Ist er gestiegen, informieren Sie Ihren Versicherer und lassen die Deckungs­summe anpassen. Andernfalls riskieren Sie eine Lücke im Versicherungs­schutz und Ihre Kfz-Versicherung kommt für Schäden nicht vollständig auf.

Einige Anbieter kommen Ver­si­che­rungs­nehmern ent­gegen und integrieren eine sogenannte Wert­steigerungs­vor­sorge in ihre Ver­träge. Das bedeutet: Tritt ein Schadensfall ein und hat sich der Wert Ihres versicherten Oldtimers seit Vertrags­abschluss erhöht (z.B. um 15 Prozent), ohne dass Sie die Wert­steigerung gemeldet haben, greift die Versicherung dennoch. Der Ver­sicherungs­schutz besteht ohne Einschränkungen und Sie sind nicht unterversichert.

Bevor Sie eine Oldtimerversicherung abschließen, lassen Sie ein Gutachten erstellen, das Zustand und Wert Ihres Klassikers dokumentiert. Hierfür reicht eine Kurzbewertung aus, die rund 150 Euro kostet. Den Gutachter können Sie bei vielen Versicherern frei wählen. Einige Anbieter akzeptieren bei der Oldtimerversicherung bis zu einem bestimmten Fahrzeug­wert (z.B. bis 10.000 Euro) eine Selbst­ein­schätzung des Oldtimerhalters.
Die passende Versicherung
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Gut zu wissen: Youngtimer-Versicherung

Nein, Voraussetzung für ein H-Kenn­zeichen ist ein Fahrzeug­alter von min­des­tens 30 Jahren. Junge Klassiker ab 15 bis 30 Jahren lassen Sie mit regulärem Kfz-Kenn­zeichen zu. Für die Youngtimer-Zulassung gibt es kein eigenes Kenn­zeichen.

Bei einigen Anbietern können Sie für mindestens 20 Jahre alte Pkw allerdings eine Youngtimer-Versicherung abschlie­ßen. Vorausgesetzt, eine Kurz­bewer­tung bescheinigt dem Kfz einen Wert von mindestens 5.000 Euro und Sie besitzen ein weiteres Alltags­fahrzeug. Dann erhalten Sie auch ohne Oldtimer-Kenn­zeichen einen besonders günstigen Tarif für Ihr Liebhaberstück.

Dann schreiben Sie uns. Wir helfen Ihnen gerne bei Ihrer Wahl.
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Gebühren & Steuern
Neben einmaligen Gebühren für die H-Zulassung kommen auf Oldtimer­besitzer regelmäßige Kosten für Kfz-Steuer und Versicherung zu. Bei der Oldtimer­versicherung variiert die Beitragshöhe je nach Versicherungs­wert des historischen Fahrzeugs.

Bei der Oldtimerzulassung fallen einmalige H-Kennzeichen-Kosten von rund 40 Euro an. Die Gebühren zahlen Sie bei der örtlichen Zulassungsstelle, bei der Sie das Historienkenn­zeichen beantragen. Hinzu kommen weitere Kosten für Kfz-Steuer und Versicherung.

Wie reguläre Kfz-Kenn­zeichen sind H-Kennzeichen als Wunsch­kenn­zeichen erhältlich. Ist die Kombination Ihrer Wahl verfügbar, können Sie das H-Kenn­zeichen online reservieren. Kostenpunkt: etwa elf Euro.

Für Oldtimer zahlen Sie pauschal 191,73 Euro H-Kennzeichen-Steuern pro Jahr. Die monatlichen Kosten für die Kfz-Steuer liegen entsprechend bei weniger als 16 Euro. In vielen Fällen ist die Pauschal­besteuerung deutlich günstiger als der reguläre Steuersatz, der sich nach Hubraum und Schadstoffklasse berechnet. Dennoch gibt es Oldtimer, bei denen die reguläre Kfz-Steuer günstiger ist. Das ist zum Beispiel bei Kleinwagen bis 700 Kubik­zenti­meter (ccm) Hubraum und Modellen mit G-Kat der Fall.

Wer sein H-Kennzeichen-Auto nicht ganzjährig nutzt, kann das historische Nummernschild seit Oktober 2017 als Saisonkennzeichen beantragen. Damit sind mobile Klassiker für einen begrenzten Zeitraum von mindestens zwei und höchstens elf Monaten im Jahr angemeldet.

Oldtimerfahrer sparen durch diese Regelung Geld: Statt des pauschalen Jahresbeitrags in Höhe von 191,73 Euro entrichten sie eine anteilige Kfz-Steuer. Wer seinen Klassiker zum Beispiel von April bis September anmeldet, zahlt für sechs Monate rund 96 Euro Kfz-Steuern.

Welche einmaligen und laufenden H-Kennzeichen-Kosten auf Oldtimerhalter zukommen, zeigt folgende Tabelle:

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Einzelposten Kosten
H-Kennzeichen einmalig 40 €
Kfz-Steuer jährlich 191,73 €
Kfz-Haftpflichtversicherung jährlich ab 40 €
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Einschränkungen
Häufig ist der Abschluss einer Oldtimerversicherung an Nutzungs­bedingungen geknüpft: Je nach Versicherungs­gesell­schaft und Vertrag ist die jährliche  Fahrleistung oft durch eine Kilometer­höchst­grenze beschränkt. Neben dem Klassiker muss zudem meist ein modernes Kfz als Alltagsfahrzeug versichert sein.
 

Viele Versicherungsanbieter be­schränken die Fahrleistung bei Oldtimern auf 5.000 bis 9.000 Kilo­meter pro Jahr. Wer seinen Klassiker ohne Einschränkung fahren möchte, schließt anstatt einer Oldtimer­versicherung eine reguläre Autoversicherung ab.

Neben der H-Kennzeichen-Kilo­meter­begrenzung können Versicherer auch die Art der Nutzung vertraglich festlegen, etwa indem sie Reisen ins Ausland verbieten. Die Teilnahme an Oldtimer­treffen und Fahrten zu Werkstätten oder technischen Prüfstellen sind in der Regel uneingeschränkt möglich.

Die meisten Versicherungs­gesell­schaften setzen für den Abschluss ihrer Oldtimer­tarife voraus, dass Sie einen Zweitwagen versichern und diesen für alltägliche Fahrten nutzen. Hintergrund: Nutzen Sie Ihren Oldtimer als Alltags­fahrzeug, entspricht das Unfall­risiko dem eines regulären Pkw. Entsprechend benötigt der mobile Klassiker eine reguläre Kfz-Versicherung. Eine Oldtimer­versicherung bietet keinen ausreichenden Schutz.

Ausnahme: Eine H-Kennzeichen-Versicherung ohne Zweitwagen ist bei einigen Anbietern unter bestimmten Voraus­setzungen möglich. Ein Alltags-Pkw ist etwa nicht notwendig, wenn sich Ihr Haupt­wohnsitz in einer Großstadt befindet, Sie Mitglied bei einem Carsharing-Unter­nehmen sind oder ein Jahresticket für den öffentlichen Personen­nah­verkehr besitzen. Beachten Sie diesbezüglich das Kleingedruckte, bevor Sie einen Versicherungs­vertrag unterschreiben.

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Pro & Contra
  • Einheitliche Kfz-Steuer für H-Kennzeichen: Oldtimer­halter zahlen pauschal 191,73 Euro im Jahr – egal, ob für Pkw, Lkw, Traktor, Wohnmobil oder Anhänger.
  • Günstiger Kfz-Versicherungsschutz: Haft­pflicht­ver­sich­er­ungen für Oldtimer kosten zwischen 40 und 110 Euro im Jahr.
  • Bei Berechnung der Versicherungsbeiträge spielen weder Schadenfreiheitsrabatte noch Typ- oder Regional­klassen eine Rolle.
  • Keine Rückstufung im Schadenfall: Das H-Kenn­zeichen ist unabhängig von der Schaden­frei­heits­klasse. Nach einem Unfall gibt es keine Beitragserhöhung.
  • Freie Fahrt in Umweltzonen: Eine Umweltplakette  ist für Kfz-Klassiker nicht notwendig.
  • Oldtimer dürfen ohne Katalysator fahren.
  • Es gelten strenge Voraussetzungen, damit ein Kfz Oldtimerstatus erhält.
  • Gebühren für Oldtimergutachten finanzieren Fahrzeughalter aus eigener Tasche.
  • Änderungen am Fahrzeug sind kaum möglich: So erlaubt der Gesetzgeber bei his­to­rischen Kraftfahrzeugen weder das Tunen der Abgasanlage, noch andere Felgen oder neue Farben.
  • Kosten-Nutzen-Bilanz ist nicht immer positiv: Bei Fahr­zeugen mit sehr kleinem Hubraum (ab 700 ccm) lohnt sich ein H-Kennzeichen in der Regel nicht.
  • Kfz-Versicherer kann jährliche Fahrleistung begrenzen, z.B. auf maximal 10.000 Kilometer pro Jahr.
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TÜV, Allgefahrendeckung & Co.
Für Fahrzeuge mit H-Kennzeichen gelten mildere Umweltauflagen: Sie dürfen Umweltzonen ohne Katalysator und ohne grüne Feinstaubplakette befahren. Damit entfällt die regelmäßige Abgas­untersuchung (AU). Die Haupt­untersuchung, umgangssprachlich TÜV genannt, ist für Oldtimer alle zwei Jahre Pflicht.

Oldtimer-HU ist alle zwei Jahre fällig

Damit Ihrem Fahrzeug das H-Kennzeichen nicht aberkannt wird, darf sein historischer Status nicht entfallen. Der Oldtimerstatus bleibt nur erhalten, wenn Sie Ihren Klassiker regelmäßig zur Hauptuntersuchung und Begutachtung (Oldtimergutachten) bringen.

Für Fahrzeuge mit H-Kennzeichen beträgt das TÜV-Intervall zwei Jahre. Das heißt: Alle zwei Jahre ist eine HU fällig, bei der ein Sachverständiger Bremsen, Beleuchtung und Co. überprüft. Das gilt für fast alle Oldtimer bis 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse.

Tipp: HU-Termine für mobile Klassiker vergeben nicht nur TÜV-Prüfstellen, sondern auch Deutscher Kraft­fahr­zeug-Über­wachungs-Verein (DEKRA), Kraftfahrzeug-Über­wachungs­orga­ni­sa­tion freiberuflicher Kfz-Sach­ver­stän­diger (KÜS) oder Gesellschaft für Technische Über­wachung (GTÜ).

Ohne gültigen TÜV entfällt Oldtimerstatus

Erhalten Sie nach der HU keine H-Zulassung bzw. fällt das Gutachten in Bezug auf das H-Kennzeichen negativ aus, erlöschen auch die H-Kennzeichen-Vorteile. Der Oldtimerstatus entfällt ebenso, wenn Ihr Fahrzeug nach Umbauten nicht mehr dem historischen Originalzustand entspricht.

Allgefahrendeckung umfasst auch Motorschäden

Kaufen oder besitzen Sie einen seltenen oder besonders teuren Oldtimer, ist eine Allgefahrendeckung sinnvoll. Damit ist so gut wie jedes Risiko ver­sichert – einschließlich fast aller Motorschäden. Da diese nicht als Unfall­schäden gelten, deckt die Vollkasko­versicherung sie nämlich nicht ab.

Garagenversicherung bietet Diebstahl­schutz

Möchten Sie Ihren Oldtimer nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zulassen, aber dennoch in Sicherheit wissen, reicht eine Garagenversicherung aus. Dieser Schutz ist insbesondere für Sammler interessant und sichert mobile Klassiker gegen Autodiebstahl ab.

Mit H-Kennzeichen ins Ausland fahren

Wer mit seinem Oldtimer in andere europäische Länder reisen möchte, hat mit dem historischen H-Kennzeichen in der Regel keine Probleme. Denn in Europa besteht kein Fahrverbot für Oldtimer mit H-Kennzeichen. Besitzen Sie hingegen ein rotes 07-Kennzeichen oder Kurz­zeit­kennzeichen, sollten Sie sich vorab über die geltenden Bestimmungen im Reiseland informieren. Denn: Nicht alle Länder erkennen diese Sonder­kennzeichen an.

Gut zu wissen: Sonderkennzeichen

Nein, denn das rote Oldtimer-Kennzeichen – auch 07-Kennzeichen oder 07er-Nummer genannt – schränkt die Nutzung des Oldtimers ein. Mit dem Sonder­kenn­zeichen dürfen Sie Ihren Klassiker nur zu historischen Ver­anstaltungen (z.B. Oldtimer­treffen und -rallyes) oder in die Werk­statt fahren. Ein Fahrten­buch als Nachweis ist Pflicht. Zudem ist nicht gestattet, die 07er-Nummer für alltägliche Fahrten zu nutzen. Sie können das rote 07-Oldtimer-Kenn­zeichen zudem nicht als Saisonkennzeichen zulassen und so Kfz-Steuern sparen. Das geht nur mit einem H-Kennzeichen.

Um ein rotes Wechsel­kenn­zeichen zu beantragen, muss Ihr historisches Fahrzeug die gleichen Voraussetzungen erfüllen wie für ein Historienkennzeichen. Amtliche Zulassung, gültige Allgemeine Betriebs­erlaubnis (ABE) und regel­mäßige Checks beim TÜV sind nicht erforderlich. Nach Zuteilung können Sie die 07er-Nummer im Wechsel an beliebig vielen Oldtimern anbringen.

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Häufige Fragen
  • Müssen Oldtimerfahrer Pkw-Maut bezahlen?

    Nein. Aktuell zahlen in Deutschland weder Oldtimer- noch Pkw-Fahrer eine Pkw-Maut. Eine gesetzliche Mautpflicht auf deutschen Straßen ist bisher nicht in Kraft getreten.

    Das entsprechende Gesetz von 2015 hätte für Oldtimerbesitzer eine "Infrastrukturabgabe" von 130 Euro pro Jahr vor­ge­sehen. Oldtimer mit rotem Kennzeichen  (07-Kennzeichen) wären aufgrund der ein­geschränkten Nutzung von der Pkw-Maut befreit.

  • Was darf man am H-Kennzeichen ändern?

    Wie jedes andere Nummernschild ist das H-Kennzeichen ein amtliches Kfz-Kennzeichen, das Sie nicht verändern dürfen. Geregelt ist dies in § 22 Straßenverkehrsgesetz (StVG). Wer sein Kennzeichen in rechtswidriger Absicht verändert, verdeckt oder anderweitig unkenntlich macht, hat mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe zu rechnen.

    Das heißt: Sie dürfen weder Aufkleber anbringen noch Plaketten entfernen oder hinzufügen. Ebenfalls verboten ist, das Oldtimer-Kennzeichen mit einer Folie zu versehen. Das gilt übrigens nicht nur für Fahrzeuge, die mit veränderten Kennzeichen am Straßenverkehr teilnehmen. Sondern auch, wenn sich das Kfz auf öffentlichem Verkehrsgrund wie einem Parkplatz befindet. Erwischt Sie die Polizei, riskieren Sie ebenfalls ein Bußgeld.

  • Oldtimer auch im Winter fahren – ja oder nein?

    Jeder Fahrzeughalter entscheidet selbst, wann und wie oft er seinen Oldtimer im Straßenverkehr bewegt. Sie können mit einem H-Kennzeichen täglich fahren oder Ihren Klassiker nur zu besonderen Anlässen aus der Garage holen. Das gleiche gilt für die Jahreszeit: Ob Sie Ihren Oldtimer nur im Sommer nutzen oder auch im Winter damit unterwegs sind, ist Ihnen überlassen.

    Eine Oldtimer-Ausfahrt in der kalten Saison kann durchaus Freude bereiten. Andererseits gibt es gute Gründe, mobile Klassiker von Herbst bis Frühling in den Winterschlaf zu versetzen. Frostige Temperaturen, Schnee und Glatteis können das Fahrvergnügen schmälern, wenn nicht sogar verhindern. Hinzu kommen laufende Kosten für Kfz-Versicherung, Kfz-Steuern und Instandhaltung.

    Sie möchten sich den Winterspaß dennoch nicht entgehen lassen? In diesem Fall empfiehlt es sich, den Klassiker nur an trockenen Tagen zu fahren und möglichst von Streusalz fernzuhalten. Das Streugut kann den Autolack angreifen und Korrosion fördern. Besonders bei Originalteilen ist dies nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer.

  • Können auch Anhänger ein H-Kennzeichen bekommen?

    Auch Anhänger erhalten eine Zulassung mit H-Kennzeichen. Alter, Zustand und Co. müssen dafür die gleichen Bedingungen erfüllen wie bei Oldtimer-Pkw: Voraussetzung ist, dass der Anhänger mindestens 30 Jahre alt, weitest­gehend im Original­zustand und gut erhalten ist. Außerdem muss er der Pflege des kraft­fahr­zeug­technischen Kultur­guts dienen.
  • Darf ich mit Oldtimer-Kennzeichen in Umweltzonen fahren?

    Ja, das ist möglich. In Deutschland zugelassene Oldtimer, die ein historisches Zulassungskennzeichen (H-Kennzeichen) oder ein rotes 07-Kennzeichen führen, sind von in städtischen Umweltzonen geltenden Regelungen ausgenommen und dürfen die Stadtbereiche auch ohne grüne Plakette befahren. Geregelt ist das in der 35. Bundes­immissions­schutz­verordnung (BImSchV).
  • In welchen Ländern benötige ich eine Internationale Versicherungskarte?

    Die Internationale Versicherungskarte (ehemals Grüne Versicherungskarte) dient im Ausland als Nachweis für den Kfz-Haftpflichtschutz. Innerhalb des Euro­päischen Wirtschaftsraums (EWR) sowie in Andorra, Island, Kroatien, Liechtenstein, Norwegen, Serbien und der Schweiz ist die Internationale Versicherungskarte mittlerweile nicht mehr notwendig. Hier gilt das sogenannte Kennzeichenabkommen. Das heißt: Das amtliche H-Kennzeichen Ihres Oldtimers reicht als Versicherungsnachweis aus.

    Vorgeschrieben ist die Internationale Versicherungskarte hingegen bei Reisen in folgende Länder: Albanien, Bosnien-Herzegowina, Iran, Irak, Israel, Marokko, Mazedonien, Moldawien, Tunesien, Türkei und Ukraine. Nur wenn Sie die Internationale Versicherungskarte mitführen, ist Ihre Oldtimerversicherung im jeweiligen Reiseland gültig.

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