Oldtimer Zulassung: Junger Mann fährt in einem roten Oldtimer-Cabrio eine Landstraße entlang
Check für historische Fahrzeuge

Oldtimer-Gutachten: Wann Sie es für Ihren Klassiker benötigen

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Ihr Oldtimer im Check
  • Mit einem Gutachten nach § 23 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) stuft ein amtlich anerkannter Sachverständiger oder Prüfingenieur Ihr Fahrzeug offiziell als Oldtimer ein. Er bewertet den Erhaltungs-, Pflege- und Originalzustand. 
  • Das Gutachten benötigen Sie, um bei der Zulassungsbehörde Ihren Klassiker als historisches Fahrzeug anzumelden und ein H-Kennzeichen zu erhalten. Voraussetzung ist, dass der Tag der Erstzulassung des Kfz mindestens 30 Jahre zurückliegt.
  • Wer den Marktwert seines Fahrzeugs feststellen möchte, gibt  eine Kurzbewertung oder ein umfangreiches Wertgutachten in Auftrag. Beide Gutachtenarten sind eine wichtige Orientierungshilfe vor dem Kauf oder Verkauf eines historischen Fahrzeugs.
  • Auch für die Kfz-Versicherung sind Kurzbewertung und Wertgutachten relevant: Auf Basis der Bewertung berechnen sich Versicherungssumme und Prämienhöhe.
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Die Begutachtung von Fahrzeugen für die Anerkennung als Oldtimer ist in § 23 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) geregelt. Darin ist festgelegt, dass zur Einstufung eines Kfz als Oldtimer das Gutachten eines amtlich anerkannten Sachverständigen, Prüfers oder Prüfingenieurs erforderlich ist. Dieser orientiert sich beim Erstellen des Dokuments an einem in § 23 StVZO festgelegten Muster, das unter anderem die Prüfung des Zustands, der Ausrüstung und Veränderungen am Fahrzeug vorsieht.

Darüber hinaus umfasst die Oldtimer-Begutachtung eine technische Untersuchung im Umfang einer Hauptuntersuchung (HU), bei der das Kfz, seine Teile und Funktionen auf ihre Verkehrstüchtigkeit geprüft werden.

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Funktion

Ein Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO bestätigt Ihnen, dass Ihr Kfz der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dient. Die Ästhetik und Technik des Fahrzeugs muss also einem bestimmten vergangenen Zeitgeist entsprechen, der für die Nachwelt erhalten werden soll. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Pkw oder zum Beispiel ein Motorrad, einen Lkw oder einen Traktor handelt. Ausschlaggebend ist, dass der Tag der Erstzulassung mindestens 30 Jahre zurückliegt. 

 

Oldtimer Gutachten TÜV Kosten: Sachverständiger steht mit Oldtimerbesitzerin vor einem blauen Oldtimer in Werkstatt

Keine Oldtimer-Zulassung ohne Gutachten nach § 23 StVZO

Um bei der Kfz-Zulassungsbehörde ein H-Kennzeichen für Ihr historisches Fahrzeug zu beantragen, ist die Vorlage einer offiziellen Bewertung nach § 23 StVZO verpflichtend. Das Gutachten weist zugleich nach, dass Ihr Oldtimer die HU erfolgreich bestanden hat. Für die Erstellung dieses Gutachtens beauftragen Sie zum Beispiel beim Technischen Überwachungsverein (TÜV) einen anerkannten Sachverständigen, der den Pflege- und Erhaltungszustand sowie die Originalität des Kfz beurteilt.

Nach erfolgreicher H-Zulassung – H steht für historisches Fahrzeug – profitieren Sie unter anderem von einer reduzierten Kfz-Steuer.

Ein Wertgutachten bietet Orientierung beim Kauf oder Verkauf eines Oldtimers

Möchten Sie den aktuellen Marktwert Ihres Klassikers herausfinden, geben Sie eine Kurzbewertung oder ein Wertgutachten in Auftrag. Im Rahmen einer Kurzbewertung beurteilt der Sachverständige Ihr Fahrzeug in erster Linie optisch. Das Kurzgutachten ist eine sinnvolle Investition, um etwa alle drei Jahre die Wertentwicklung Ihres Liebhaberstücks zu dokumentieren.

Bei einem vollständigen Wertgutachten erfolgt sowohl optisch als auch technisch eine genaue Begutachtung. Der Sachverständige kontrolliert beispielsweise, ob Motor und Getriebe noch im Originalzustand sind und zur Fahrgestellnummer des Fahrzeugs passen („matching numbers“). Außerdem bezieht er die Fahrzeughistorie anhand von Kaufverträgen, Werkstattrechnungen oder Serviceheften in die Bewertung mit ein. Gerade für teure Sammlerfahrzeuge ist ein Vollgutachten sinnvoll, um den Versicherungswert exakt zu bestimmen und einen hohen Verkaufspreis zu rechtfertigen.

Auch für die Kfz-Versicherung benötigen Sie ein aktuelles Kurz- oder Wertgutachten. Das Dokument dient Ihrem Versicherer zur Kalkulation des versicherten Markt- oder Wiederbeschaffungswertes. Letzterer beziffert die Kosten, die sich aus der Anschaffung und späteren Restaurierung eines Fahrzeugs ergeben – unabhängig davon, ob dieser Preis sich bei einem Verkauf am Markt erzielen lässt.

Mit regelmäßigen Oldtimer-Gutachten die Versicherung aktuell halten

Spezielle Oldtimer-Tarife zeichnen sich durch günstige Beiträge, eine Ruheversicherung und weitere Zusatzbausteine aus. Obwohl einige Anbieter den Wertzuwachs historischer Fahrzeuge bis zu einem gewissem Grad berücksichtigen, empfiehlt es sich, alle zwei bis drei Jahre eine Kurzbewertung erstellen zu lassen und den Versicherungsvertrag gegebenenfalls anzupassen.

Wollen Sie eine Kaskoversicherung für Ihren Klassiker abschließen, setzen Kfz-Versicherungen je nach Fahrzeugwert oft ein aktuelles Oldtimer-Gutachten voraus, zum Beispiel:

  • Pkw bis 10.000 Euro: kein Gutachten erforderlich
  • Pkw bis 50.000 Euro: Kurzbewertung
  • Pkw ab 50.000 Euro: Vollgutachten
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Was Sie für das Dokument zahlen, hängt davon ab, ob Sie ein Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO, ein Kurzgutachten oder ein vollumfängliches Wertgutachten erstellen lassen. Der mit der Begutachtung verbundene Aufwand für den Sachverständigen bestimmt den Preis.

Die Kosten für ein Gutachten nach § 23 StVZO liegen bei offiziellen Prüfstellen wie dem TÜV bei 80 bis 200 Euro. Unter Umständen zahlen Sie zusätzlich etwa 110 Euro für eine aktuelle Hauptuntersuchung.

Für eine Kurzbewertung sollten Sie rund 90 bis 150 Euro einkalkulieren. Bei einem vollständigen Wertgutachten können Sie im Schnitt mit 300 bis 500 Euro rechnen. Hier beeinflussen die Seltenheit des Kfz, eine besonders aufwendig zu recherchierende Fahrzeughistorie sowie der Umfang eventueller Restaurierungen und deren Dokumentation die Kosten.

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Bewertungskriterien

In § 23 StVZO findet sich ein Anforderungskatalog, der vorgibt, anhand welcher objektiver Kriterien die Begutachtung des Kfz durch den anerkannten Sachverständigen erfolgen muss. Dabei wird das Fahrzeug in folgende Hauptbaugruppen unterteilt:

  • Aufbau/Karosserie: Der Gutachter prüft unter anderem, ob Reparaturen fachgerecht ausgeführt wurden.
  • Rahmen/Fahrwerk: Anhand der Fahrgestellnummer kann der Prüfer das Fahrzeug eindeutig identifizieren.
  • Motor/Antrieb: Nicht nur der Motor, sondern auch alle Teile im Motorumfeld müssen original oder zumindest zeitgenössisch sein.
  • Bremsanlagen dürfen von mechanischer auf hydraulische Betätigung umgebaut worden sein.
  • Lenkung: Handelt es sich nicht um das Original, muss das Lenkrad zumindest ein zeitgenössisches Sonderlenkrad mit Prüfzeugnis sein.
  • Reifen/Räder: Zulässig ist zum Beispiel die Umrüstung von Diagonal- auf Radialreifen.
  • Elektrische Anlage: Erlaubt ist unter anderem die fachgerechte Umrüstung von 6- auf 12-Volt-Betriebsspannung.
  • Innenraum hat der Originalausführung zu entsprechen. Die fachgerechte Nachrüstung von Sicherheitsgurten ist zulässig.

Laut Anforderungskatalog müssen die einzelnen Gruppen im Originalzustand, zeitgenössisch oder zulässig um- bzw. nachgerüstet worden sein. Für die Oldtimer-Zulassung darf ein Kfz keine offensichtlichen Mängel gemäß StVZO aufweisen und alle wesentlichen Teile müssen daran vorhanden sein.

So bewertet der Gutachter den Zustand eines Oldtimers bei Kurzgutachten und Wertgutachten

Auch wenn Motorräder, Pkw und Co. keine bestimmte Zustandsnote mehr benötigen, um den Status eines historischen Fahrzeugs zu erhalten, ist die Benotung weiterhin ein wichtiges Kriterium für den individuellen Wert Ihres Klassikers.

Als Spezialist für Oldtimer hat die Firma Classic Data ein Bewertungsschema entwickelt, das sich mittlerweile als Standard auf dem Markt etabliert hat:

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Zustand
Beschreibung
Note
Makellos Keine Mängel, Beschädigungen oder Gebrauchsspuren an Technik und Optik, komplett und perfekt restauriertes Spitzenfahrzeug, wie neu (sehr selten) 1
Gut Mängelfrei, aber mit leichten Gebrauchsspuren, entweder seltener, guter unrestaurierter Originalzustand oder fachgerecht restauriert, technisch und optisch einwandfrei mit leichten Gebrauchsspuren 2
Gebraucht Fahrzeuge ohne größere technische und optische Mängel, voll fahrbereit und verkehrssicher, keine Durchrostungen, keine sofortigen Arbeiten notwendig 3
Verbraucht Nur eingeschränkt fahrbereit, sofortige Arbeiten zur erfolgreichen Abnahme gemäß § 29 StVZO notwendig, leichtere bis mittlere Durchrostungen, Fahrzeug in den einzelnen Baugruppen komplett, aber nicht zwingend unbeschädigt 4
Restaurierungsbedürftig Fahrzeug im mangelhaften, nicht fahrbereiten Gesamtzustand, umfangreiche Arbeiten in allen Baugruppen erforderlich, Fahrzeug nicht zwingend komplett 5

Wer darf ein Gutachten für Oldtimer erstellen?

Seit 1. März 2007 dürfen die Prüfingenieure aller amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO erstellen. Neben dem TÜV und dem Deutschen Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein (DEKRA) sind das die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) und der Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V (KÜS). Bis dahin oblag die Begutachtung von Fahrzeugen für die Erstzulassung als Oldtimer TÜV und DEKRA.

Möchten Sie eine Kurzbewertung oder ein vollständiges Wertgutachten für ein bereits als historisches Fahrzeug zugelassenes Kfz in Auftrag geben, bieten sich dafür neben den technischen Prüfstellen auch spezialisierte Sachverständige an, die bestens mit dem Markt vertraut sind.

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Die passende Versicherung
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Häufige Fragen
  • Wie unterscheiden sich Marktwert, Wiederbeschaffungswert und Wiederherstellungswert eines Oldtimers?

    Der Marktwert beschreibt den Durchschnittspreis eines Fahrzeugs bei An- und Verkauf auf dem Privatmarkt – ohne Berücksichtigung der Mehrwertsteuer oder der Gewinnspanne eines Händlers.

    Der Wiederbeschaffungswert ist die Summe, die der Geschädigte nach einem Totalschaden oder Verlust aufwenden muss, um kurzfristig ein gleichartiges und gleichwertiges Ersatzfahrzeug zu beschaffen.

    Beim Wiederherstellungswert handelt es sich um die Summe, die sich aus der Anschaffung und späteren Restaurierung eines Kfz ergeben hat – unabhängig davon, ob sich dieser Preis bei einem Verkauf tatsächlich am Markt erzielen lässt.

  • Kann ich mit einem Gutachten den Wert meines Oldtimers im Falle eines Unfalls oder Diebstahls belegen?

    Ja, bei historischen Fahrzeugen spielt die Bewertung eine wichtige Rolle bei der Feststellung und Sicherung des Vermögenswertes. Als Versicherungsnehmer sind Sie für die regelmäßige Anpassung des Versicherungswertes verantwortlich. Andernfalls ersetzt der Versicherer nach einem Autounfall oder Diebstahl trotz Schadengutachten nur den bei Vertragsabschluss vereinbarten Marktwert. Dies gilt auch, wenn der Marktwert aufgrund einer Wertsteigerung deutlich zu niedrig ist. Daher sollten Sie Ihren Versicherungsvertrag alle zwei bis drei Jahre durch ein neues Gutachten für Ihren Klassiker aktualisieren.
  • Wer haftet, wenn das Gutachten des Sachverständigen fehlerhaft ist?

    Ob Sie den Prüfer für die falsche Beurteilung Ihres Kfz haftbar machen können, hängt von der Art des Gutachtens ab. Ein Beispiel: Der vom Gutachter bestimmte Wert des Oldtimers liegt deutlich unter dem tatsächlichen Marktwert. Bei einem Vollgutachten können Sie den Sachverständigen für seinen Fehler in der Regel zur Rechenschaft ziehen, da er sich im Zuge der umfangreichen Begutachtung intensiv mit dem Fahrzeug hätte auseinandersetzen müssen. Bei einer Kurzbewertung findet eine deutlich oberflächlichere Prüfung statt. Vor Gericht hätten Sie in diesem Fall nur geringe Chancen auf Schadenersatz.
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