• Um ein H-Kennzeichen fürs Wohn­mobil zu beantragen, müssen einige Voraus­setzungen erfüllt sein. Ein Oldtimer-Kenn­zeichen erhalten Reise­mobile, deren Erst­zulassung mindestens 30 Jahre zurückliegt. Auch Optik, Zustand und Verkehrs­sicherheit spielen eine Rolle.
  • Ein Wohnmobil-H-Kenn­zeichen kann sinn­voll sein, wenn das Fahr­zeug gut gepflegt ist und keine nach­träglichen Umbauten geplant sind. Ein Vorteil der H-Zulassung ist die günstigere Kfz-Steuer.
  • Für die Zulassung mit H-Kenn­zeichen sollten Wohn­mobil­halter min­des­tens 250 Euro einplanen. Neben Zulassungs­gebühren entstehen Kosten für Old­timer-Gut­achten, Haupt­unter­suchung und H-Kennzeichen.
  • Wer sein Wohnmobil mit H-Kenn­zeichen anmeldet, kann eine Wohn­mobil-Old­timer-Versicherung ab­schließen. Meist sind Old­timer-Tarife günstiger als reguläre Wohn­mobil-Versicherungen.
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H-Kennzeichen erhalten Wohn­mobile, die bestimmte Bedingungen erfüllen. Unter anderem muss die Erst­zulassung des Reise­gefährts mindestens 30 Jahre zurück­liegen. Um nach­zuweisen, dass Ihr Wohn­mobil die Kriterien für den Oldtimer-Status erfüllt, ist ein Oldtimer-Gutachten nötig.

Die Voraussetzungen für ein H-Kenn­zeichen am Wohn­mobil sind in § 2 Nr. 22 Fahrzeug-Zulassungs­verordnung (FZV) fest­gelegt. Eine Oldtimer-Zulassung für Ihr altes Wohn­mobil ist möglich, wenn diese Bedingungen erfüllt sind:

  • Mindestens 30 Jahre alt: Ent­scheidend ist der Tag der Erst­zulassung, der unter anderem im Fahrzeug­schein des historischen Wohn­mobils steht.
  • Originalzustand: Das Reise­mobil muss mindestens zu 90 Prozent aus Original­teilen bestehen. Original­getreue Ersatz­teile sind zulässig. Das gilt auch für zeit­genössische Um­bauten oder Nach­rüstungen – sprich: Ver­änderungen, die in den ersten zehn Jahren nach Erst­zulassung statt­gefunden haben oder möglich gewesen wären.
  • Keine technischen Mängel: Im Rahmen einer Haupt­untersuchung (HU) prüft ein Sach­verständiger, ob das WoMo verkehrs­sicher ist und den Vor­schriften der StVZO entspricht. Ausschluss­kriterien sind beispiels­weise Unfall­schäden und nicht fach­gerecht durch­geführte Reparaturen.
  • Gepflegte Optik: Weist das Wohn­mobil Rost oder grobe Beschä­di­gungen auf, erhält es in der Regel keine H-Zulassung. Kein Pro­blem sind dagegen Gebrauchs­spuren, die sich beim einem Camping­mobil ab 30 Jahren nicht ver­meiden lassen (z. B. abgewetzte Sitze).

Wer ein Wohnmobil mit H-Kenn­zeichen anmelden will, braucht außer­dem gültige HU, Old­timer-Gutachten und Oldtimer-Wohn­mobil-Versicherung. Wichtig: Möchten Sie einen speziellen Oldtimer-Tarif für Ihr WoMo abschließen, ist der Ver­wendungs­zweck ent­scheidend. Viele Anbieter setzen voraus, dass Sie mit einem Wohn­mobil-Old­timer nicht mehr zum Campen fahren. Für das Beantragen eines Wohn­mobil-H-Kenn­zeichens spielt die Fahrzeug­nutzung dagegen keine Rolle. Bereits bei der Überführungsfahrt benötigen Sie eine gültige Versicherung und ggf. ein Über­führungs­kenn­zeichen für Ihr Oldtimer-Wohnmobil.

Um ein Wohnmobil-H-Kenn­zeichen zu beantragen, ist ein aktuelles Oldtimer-Gut­achten gemäß § 23 Straßen­verkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) not­wendig. Das Dokument stellen amt­lich anerkannte Sach­verständige einer technischen Prüf­stelle wie dem Technischen Über­wachungs­verein (TÜV) aus. Alternativ beauftragen Sie einen unabhängigen Gutachter.

Die Oldtimer-Begutachtung umfasst eine reguläre HU. Zusätz­lich prüft der Sach­verständige die Originalität der Haupt­baugruppen (z. B. Fahr­werk, Brems­anlage, Reifen), Pflege- und Erhaltungs­zustand des WoMos.

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Gut zu wissen: Kosten­ersparnis

Ein H-Kennzeichen fürs Wohn­mobil lohnt sich, wenn das Fahr­zeug ein Sammlerstück in gutem, original­getreuem Zustand ist. Nach­trägliche Um­bauten oder Moderni­sie­rungen sollten nicht geplant sein. Bei Oldtimer-Wohnmobilen stehen Wert­erhalt und Liebhaber­charakter im Vorder­grund. Sinnvoll ist ein Wohn­mobil-H-Kenn­zeichen etwa, wenn Sie mit dem historischen Reise­gefährt an Oldtimer-Ver­anstaltungen teil­nehmen. Für all­tägliche Fahrten oder Camping­reisen sollten Sie ein modernes Fahrzeug besitzen. Zusätz­lich ist regel­mäßiger Wartungs- und Pflege­aufwand erforder­lich, um den Wohn­mobil-Oldtimer-Status zu erhalten.

Wichtig: Die Kosten für ein Wohn­mobil-H-Kenn­zeichen rechnen sich erst bei einer gewissen Nutzungs­dauer. Eine schnelle Kosten­ersparnis bringt die Wohn­mobil-Oldtimer-Zulassung nicht.

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Lassen Sie Ihr Wohnmobil mit H-Kenn­zeichen zu, sind Kfz-Steuer und Versicherung günstiger. Dafür fallen oft teure Restaurierungs­arbeiten an, um den Old­timer-Status zu erhalten. Bei Fahr­zeugen mit Old­timer-Wohn­mobil-Versicherung gibt es außerdem oft Nutzungs­einschränkungen.
  • Pauschale Kfz-Steuer für Wohnmobil-Oldtimer (191,73 Euro im Jahr). Für die meisten Wohn­mobil­halter ist der ein­heit­liche Oldtimer-Steuer­satz deutlich günstiger als reguläre Wohnmobil-Steuern.
  • Günstige Wohn­mobil-Old­timer-Versicherung
  • Befahren von Umwelt­zonen deutscher Groß­städte uneingeschränkt erlaubt
  • Oldtimer-Wohn­mobil-Ver­sicherung oft mit Nutzungs­beschränkungen (z. B. nicht für Camping nutzbar)
  • Wartungs- und Pflege­aufwand, um Wohn­mobil-Old­timer-Status zu erhalten
  • Ggf. hohe Kosten für Restaurierungs­arbeiten
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Die Wohnmobil-Oldtimer-Zulassung kostet zwischen 250 und 450 Euro. Die Kosten für das Wohnmobil-H-Kennzeichen setzen sich wie folgt zusammen:

  • Zulassungsgebühren: ca. 30 bis 100 Euro (je nach Bundesland)
  • Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVO: ca. 100 bis 200 Euro (je nach Aufwand)
  • Hauptuntersuchung inklusive Abgasuntersuchung: ca. 100 Euro
  • Wohnmobil-H-Kennzeichen: ca. 20 bis 30 Euro
  • Wunschkennzeichen: 10,20 Euro (+ 2,60 Euro für Online-Reservierung)
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Gut zu wissen: Behördengang

Ein H-Kennzeichen für Ihr Wohn­mobil beantragen Sie bei der Zulassungs­stelle an Ihrem Haupt­wohnsitz. Für die Wohn­mobil-Zulassung sind diese Unter­lagen not­wendig:

  • Personal­ausweis oder Reise­pass mit aktueller Melde­bescheinigung
  • Fahrzeugschein (Zulassungs­bescheinigung Teil 1)
  • Fahrzeugbrief (Zulassungs­bescheinigung Teil 2)
  • Nachweis über gültige Hauptuntersuchung
  • Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO
  • Elektronische Versicherungs­bestätigung (eVB-Nummer)
  • SEPA-Lastschrift­mandat für Einzug der Kfz-Steuer
  • Ggf. bisherige Nummern­schilder des Kfz
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Bei einigen Anbietern können Sie für Ihr Wohn­mobil mit H-Kenn­zeichen eine spezielle Old­timer-Wohn­mobil-Versicherung abschließen. Nutzen Sie das WoMo zum Campen, brauchen Sie meist eine reguläre Wohn­mobil-Versicherung.
  • Oldtimer-Wohnmobil-Versicherung

    Je nach Anbieter können Sie für Reise­mobile ab 30 Jahren eine Wohn­mobil-Old­timer-Versicherung abschließen. Für Wohn­mobile mit H-Kenn­zeichen ist Kfz-Haft­pflicht gesetz­lich vor­geschrieben. Ergänzend sind Teil­kasko und Voll­kasko wählbar.

    Eine Oldtimer-Wohn­mobil-Versicherung ist meist günstiger und enthält je nach Tarif Extra­leistungen (z. B. Wert­steigerungs­vorsorge). Aber: In der Regel ist der Versicherungs­schutz an bestimmte Bedingungen geknüpft. Je nach Versicherung können das zum Beispiel sein:

    • Begrenzte Fahr­leistung (z. B. maximal 10.000 Kilo­meter im Jahr)
    • Beschränkte Auslands­aufenthalte
    • Vorgeschriebener Stell­platz (z. B. Garage, umzäunter Carport)
    • Alltagswagen erforder­lich (z. B. Pkw)
    • Keine geschäft­liche/gewerb­liche Nutzung (z. B. private Ver­mietung)
    • Keine Nutzung für ursprünglichen Zweck (z. B. Camping­fahrten)
  • Reguläre Wohnmobil-Versicherung

    Wer sein historisches Reise­gefährt uneingeschränkt für Camping­touren und Auslands­reisen nutzen möchte, schließt eine reguläre Wohn­mobil-Versicherung ab. Sprich: Das Wohn­mobil mit H-Kenn­zeichen ist genauso versichert wie ein modernes Mobil­heim. Der Beitrag ist meist höher als bei Oldtimer-Tarifen.
  • Oldtimer-Versicherung für Wohnmobil mit Saisonkennzeichen

    Sie haben Ihren Wohn­mobil-Oldtimer mit saisonalem H-Kenn­zeichen angemeldet? In diesem Fall zahlen Sie nur für den Zeit­raum Versicherungs­beiträge, in dem das Mobil­heim zugelassen ist. Das können zwischen zwei und elf Monate im Jahr sein.

    Außerhalb des Zulassungs­zeitraums ist das historische Reise­mobil beitrags­frei über die Ruhe­versicherung geschützt. Voraus­gesetzt, Sie bewegen das Kfz während der Ruhe­zeit nicht im öffent­lichen Straßenverkehr.

Allianz Vorteile

Ihr mindestens 30 Jahre altes Wohn­mobil mit H-Kenn­zeichen ist ein Lieb­haber­stück, das Sie aus­schließ­lich für Fahrten zu Old­timer­-Ver­anstaltungen nutzen? Dann können Sie Ihren Klassiker bei der Allianz mit einer Wohn­mobil-Old­timer-Versicherung schützen. Der Abschluss des Oldtimer-Tarifs ist schnell und unkompliziert über Vertreter oder Agentur möglich. Die Allianz Oldtimer-Versicherung bietet Ihrem historischen Fahr­zeug zum Beispiel diese Vorteile:

  • Erweiterte Leistungen: Bei der Allianz Old­timer-Wohn­mobil-Versicherung ist eine Oldtimer-Wert­steigerung bis zu 30 Prozent ab der Teil­kasko mitversichert. Außerdem deckt bereits die Teil­kasko Vandalismus­schäden ab.
  • Versicherungsschutz nach Maß: Nach Bedarf ergänzen Sie Ihre Old­timer-Wohn­mobil-Versicherung mit den Zusatz­leistungen Garagen­versicherung, FahrerSchutz, Premium Schutz­brief oder AuslandsSchadenSchutz.
  • Ohne Wohnmobil-H-Kenn­zeichen abschließbar: Ihr Wohn­mobil hat kein H-Kenn­zeichen? Kein Problem: Die Allianz bietet die Old­timer-Wohn­mobil-Versicherung auch für Camping­fahrzeuge ab 40 Jahren ohne H-Nummer an.
Noch Fragen zur Wohn­mobil-Old­timer-Versicherung? Wir beraten Sie gerne.
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  • Was darf an einem Oldtimer-Wohnmobil umgebaut werden?

    Bei einem H-Kenn­zeichen-Wohnmobil ist Umbau oder Innen­ausbau ein­geschränkt möglich. Nach­trägliche Ein- und Anbauten dürfen den Original­zustand bzw. zeit­genössisch restaurierten Zustand des Reise­gefährts nicht be­ein­trächtigen. Das bedeutet: Der Einbau einer modernen Camping­toilette ist nicht zulässig. Gegen eine Nach­rüstung mit zeit­genössischem Camping­equipment spricht dagegen nichts.
  • Gibt es bei Oldtimer-Wohnmobilen eine Kilometerbeschränkung?

    Schließen Sie für das Wohn­mobil mit H-Kenn­zeichen eine reguläre Wohn­mobil-Versicherung ab, ist die Fahr­leistung meist nicht begrenzt. Anders sieht es aus, wenn Sie sich für eine Old­timer-Wohn­mobil-Versicherung entscheiden. Bei den meisten Old­timer-Tarifen ist eine Kilometer­beschränkung (z. B. bis zu 10.000 Kilo­meter pro Jahr) vertrag­lich vorgesehen.
  • Wie oft muss ein Wohnmobil mit H-Kennzeichen zum TÜV?

    Bei der Hauptuntersuchung gibt es keine Sonder­behandlung für Wohn­mobil-Oldtimer. Wie ein modernes Camping­fahrzeug bringen Sie Ihr Wohn­mobil mit H-Kenn­zeichen alle zwei Jahre zum TÜV.
  • Wirkt sich ein H-Kennzeichen auf den Beitrag der Wohnmobil-Versicherung aus?

    Ja. Wer ein mindestens 30 Jahre altes Wohn­mobil mit Historien­kennzeichen (H-Kennzeichen) zulässt und eine Oldtimer-Versicherung abschließt, zahlt meist günstigere Beiträge. Einige Versicherer bieten Sonder­tarife für Oldtimer an. Voraus­setzung ist meist, dass der Camper nicht mehr seinem ur­sprüng­lichen Zweck (= Camping­fahrten) dient und ein Pkw für Alltags­fahrten vorhanden ist. Möchten Sie Ihr Wohn­mobil mit H-Kennzeichen für Urlaubsfahrten nutzen, schließen Sie eine reguläre WoMo-Versicherung ab.

    Mit einem Camper-Versicherung-Vergleich finden Sie heraus, welche die beste Wohn­mobil-Versicherung für Ihren Kfz-Klassiker ist. Unter Umständen fahren Sie mit einer regulären Wohn­mobil-Versicherung günstiger.

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