Ermitteln Sie Ihren Kfz-Versicherungstarif

Typklassen: So beeinflussen Marke und Modell den Beitrag

Kurz erklärt in 30 Sekunden
Schadenbilanzen der Automodelle
  • Typklassen sind für Versicherer ein wesentlicher Faktor zur Berechnung der Kfz-Versicherung: Je niedriger die Typklasse eines Autos ist, desto weniger zahlt der Fahrzeughalter für den Versicherungsschutz.  
  • Typklassen spiegeln die Schaden- und Unfallbilanzen wieder: Werden für ein Fahrzeugmodell wenige Schäden gemeldet und von der Versicherung übernommen, wird es in eine niedrige Typklasse eingestuft - und umgekehrt.
  • Die Einstufung der Typklassen für Autos erfolgt jedes Jahr neu und wird vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) durchgeführt. 
Gut zu wissen

Typklassen sind eines von mehreren Tarifmerkmalen, anhand derer Versicherungsgesellschaften den Beitrag einer Kfz-Versicherung berechnen. Sie dienen Versicherungen seit Mitte 1996 als Basis beim Bestimmen der Prämie

Wie das Ermitteln der Typklassen genau funktioniert, erfahren Sie hier in einem Video des Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Es wird in einem YouTube-Player geladen. Das bedeutet, Google sammelt Informationen über Ihre Nutzung der bereitgestellten Inhalte und nutzt diese für Analyse- und Marketing-Zwecke. Wenn Sie damit einverstanden sind und dieses Video dennoch ansehen möchten, klicken Sie auf das Bild. Wer mehr zum Datenschutz von YouTube erfahren möchte, klickt hier.

Youtube-Video des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft zum Thema Typklassen

Typklassenverzeichnis: Die Grundlage aller Kfz-Versicherungspolicen

Jeweils zum 1. Oktober eines Jahres veröffentlicht der GDV eine Gesamtliste aller in Deutschland verfügbaren Fahrzeugtypen – inklusive deren Einstufung in die unterschiedlichen Typklassen. Das sogenannte Typklassenverzeichnis dient Autoversicherern als Grundlage zur Berechnung ihrer Policen. Es ist für Versicherer nicht verbindlich, allerdings greifen sie gerne auf die Typklassen-Liste zurück.

Eine komplette Printausgabe kann beim GDV für 14 Euro angefordert werden.

Typklassen Kfz: Diese Fahrzeugdaten werden erfasst

Im Typklassenverzeichnis sind die einzelnen Autohersteller und deren verfügbaren Fahrzeugmodelle anhand ihrer Motorleistung (kW/PS) in Tabellenform gelistet. Folgende Fahrzeugdaten finden Sie in der Übersicht:

  • Name des Herstellers
  • Name des Fahrzeugtyps (Golf, Corsa, etc.)
  • Motorleistung (kW, PS, Hubraum, etc.)
  • Antriebsart (Benzin, Diesel, Elektro, etc.)
  • Typklassen je nach Versicherungsart (Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko)
  • Schlüsselnummer bzw. Schlüsselzahlen: Herstellerschlüsselnummer (HSN) und Typschlüsselnummer (TSN)

Wer wissen möchte, in welcher Typklasse sein Kfz eingestuft ist: Die Typklassen-Tabelle des Verzeichnisses liefert eine übersichtliche Antwort.

Hohe und niedrige Typklassen

Die Liste des GDV zeigt Ihnen, in welcher Typklasse Ihr Auto eingestuft ist. Aktuell sind über 30.000 verschiedene Automodelle in Typklassen eingeordnet. In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es die Typklassen 10 bis 25, in der Vollkaskoversicherung 10 bis 34 und in der Teilkasko 10 bis 33.

Ins Geld gehen derzeit vor allem Pkw der Oberklasse. BMW X6 M und Lexus RX450H Hybrid AWD zählen im Typklassen-Verzeichnis zu den Modellen mit hoher Einstufung.

Günstiger sind Kleinwagen zu versichern - entsprechend niedrig fallen Typklassen von VW Polo und Seat Arona aus. Große Umstufungen waren in der aktuellen Typklassenstatistik die Ausnahme.

Hier sehen Sie einen Auszug der GDV-Liste 2020.

Neue Typklassen 2020: Automodelle mit niedriger Typklasse

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Kfz-Haftpflichtversicherung
Haftpflicht
Vollkasko
Teilkasko
Seat Arona 1.0 12 (-4) 15 (-2) 18 (-2)
Suzuki Ignis 1.2 14 (-) 18 (-4) 20 (-1)
Smart Forfour ED 14 (-1) 14 (+1) 12 (-1)
VW Polo VI 1.0 15 (+1) 16 (+1) 16 (-1)
Citroen C3 1.2 14 (-) 17 (-2) 16 (-2)

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Kfz-Haftpflichtversicherung
Haftpflicht
Vollkasko
Teilkasko
Lexus RX450H Hybrid AWD 22 (-) 31 (-) 32 (-)
BMW 730 D 21 (-1) 31 (-) 32 (-)
Chevrolet Camaro 6.2 18 (-1) 29 (-) 24 (-1)
Mercedes-Benz GLE Coupe 350 D 4Matic 24 (-) 29 (-) 29 (-)
BMW X6 M 24 (-) 33 (-) 33 (+1)
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Verkehrsunfälle, Motorleistung, Automodelle
Für die Einstufung eines Kfz-Modells in eine Typklasse wertet der GDV jedes Jahr die polizeilich registrierten Verkehrsunfälle in Deutschland aus. Neben der Schaden- und Unfallbilanz sind unter anderem auch die Motorleistung, die Anzahl der in einem Zulassungsbezirk gemeldeten Modelle und die Versicherungsart wichtig für die Ermittlung der Typklassen.
 Allianz - Typklassen bei Fahranfängern - Junge Frau am Steuer

Typklasse Pkw: Eine starke Motorleistung kostet mehr

Fürs Ermitteln der Typklasse für Pkw ist die Motorleistung ein entscheidendender Faktor. Das erwartete Unfallrisiko eines Sportwagens mit hoher Motorleistung ist beispielsweise höher als das eines Kleinwagens mit wenig PS. Daher wird der Kleinwagen in der Regel niedriger in den Typklassen gelistet als der Sportwagen, und die Versicherungsprämie fällt hier im Verhältnis niedriger aus. Auch die Karosserievariante des Fahrzeugs (Cabrio, Limousine, Coupé, SUV etc.) spielt bei der Einstufung eine Rolle.

Mehr Autos einer Marke - mehr Versicherungsbeitrag

Ebenso relevant für die Berechnung der Typklassen von Pkw ist die Zahl der in einem Zulassungsbezirk gemeldeten Fahrzeugmodelle. Je weniger Autos eines bestimmten Modells auf den Straßen unterwegs sind, desto niedriger fällt auch das Unfallrisiko und somit die Einstufung in die Typklassen aus.

Umgekehrt verhält es sich genauso: Manche Kfz-Modelle sind gerade deshalb in einer höheren Typklasse eingeordnet, weil sie überdurchschnittlich häufig verkauft wurden.

Unfälle junger Fahrer treiben Typklassen-Einstufung in die Höhe

Es gibt Modelle, die gerade bei jungen Autofahrern besonders beliebt sind: der Opel Corsa zum Beispiel, der VW Polo oder vergleichbare Kleinwagen.

Da das Unfallrisiko bei Fahranfängern aufgrund der fehlenden Fahrpraxis erfahrungsgemäß höher ist, tauchen solche Autotypen entsprechend häufiger in Unfallstatistiken und Schadensregulierung der Versicherer auf. Die Folge: eine höhere Einstufung in den Typklassen.

Welche Risiken einfließen, hängt von der Versicherungsart ab

Die Einstufung eines Fahrzeugmodells in die jeweilige Typklasse hängt auch von der Art der Kfz-Versicherung ab. In die Berechnung der Haftpflichtversicherung fließen beispielsweise alle Kosten mit ein, die mit der Reparatur verbunden sind: häufige Schadensbilder, der Zeitaufwand durch die Werkstatt oder auch die Kosten der Ersatzteile.

In der Teilkasko- und Vollkaskoversicherung werden neben Verkehrsunfällen auch Autodiebstähle, FahrzeugbrändeHagel- und Glasschäden berücksichtigt.

Allianz - Typklassen: Audi A4 Avant 2.0 TDI
Auswirkungen auf den Versicherungsbeitrag
Allianz - Typklassen: Audi A4 Avant 2.0 TDI

War ein Automodell seltener in einen Autounfall verwickelt als im Jahr zuvor oder fielen die zu regulierenden Schäden deutlich geringer aus, wird es in eine niedrigere Typklasse in der Autoversicherung eingestuft. Bei dieser sogenannten Umstufung reduziert sich grundsätzlich auch die Höhe der von Ihnen zu zahlenden Prämie.

Zum Datum des Vertragsablaufs wird eine Typklassenänderung im Versicherungsvertrag beitragswirksam umgesetzt. Von dieser Regelung profitierten 2019 beispielsweise Besitzer der Modelle Audi A4 Avant 2.0 (siehe Foto) und Mercedes GLA 180, die sich in Haftpflicht- bzw. Vollkaskoklasse deutlich verbesserten. 2020 gehören Skoda Kodiaq 2.0 TSI 4x4, Kia Stonic 1.2 und VW T-ROC 1.5 TSI zu den Profiteuren.

In umgekehrter Richtung verhält es sich genauso. So wird ein Pkw-Modell in eine höhere Typklasse umgestuft, wenn Unfallrisiken oder die zu erwartenden Schadensfälle deutlich gestiegen sind. In diesem Fall wird auch der Kfz-Versicherungsbetrag nach oben korrigiert.

Gut zu wissen
Allianz - Illustration Info: Gut zu wissen
Für eine einfache Abfrage Ihrer Pkw-Typklasse fürs Jahr 2020 benötigen Sie lediglich die folgenden Daten aus Ihrem Fahrzeugschein: Herstellername, Fahrzeugdaten, Herstellerschlüssel (HSN) und Fahrzeugtyp-Schlüssel (TSN). Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) bietet Ihnen diesen Service.
Allianz - Illustration Info: Gut zu wissen
Regionalklasse, Schadenfreiheitsklasse und Co.
Allianz - Typklassen: Frau berechnet am PC ihren Kfz-Versicherungsbeitrag aus

Wie hoch der jährliche Beitrag für Ihre Kfz-Versicherung tatsächlich ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Neben Typklassen für Kfz zählen auch Regionalklasse, Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) sowie Schaden- und Kostenentwicklung zu den Berechnungsgrundlagen. Erfahren Sie hier, was ebenfalls wichtig ist.

Regionalklasse

413 Zulassungsbezirke gibt es in Deutschland. Für jeden wird über einen Zeitraum von fünf Jahren anhand Unfallhäufigkeit und Höhe aller Kfz-Schäden eine Schadenstatistik ermittelt. Aus dieser ergibt sich die Regionalklasse, die jährlich am 1. Oktober vom GDV veröffentlicht wird. Je mehr Schadensfälle in einem Bezirk auftreten, desto höher ist die Regionalklasse.

Für rund 5,1 Millionen Versicherte wirkt sich die Änderung der Regionalklasse 2020 positiv aus. Ihre Automodelle rutschen in eine günstigere Regionalklasse. Etwa 4,2 Millionen Autofahrer müssen aufgrund einer höheren Einstufung der Regionalklasse tiefer in die Tasche greifen. Für die Mehrzahl der Kfz-Haftpflichtversicherten (32 Millionen) ändert sich nichts.

Sie finden die Einstufung Ihrer Regionalklasse auf der Beitragsrechnung Ihrer Kfz-Versicherung. Oft kennzeichnen Versicherer dort die Regionalklasse mit dem Buchstaben „R“.

Berechnungskriterien für die Haftpflichtversicherung sind Schadenhäufigkeit in der Region und durchschnittliche Schadenhöhe. In der Kaskoversicherung fließen auch Sturm-, Hagel- und Hochwasserschäden, Autodiebstähle und Wildunfälle hinein.

Schadenfreiheitsklasse

In der Kfz-Haftpflichtversicherung und Vollkasko-Versicherung arbeiten Kfz-Versicherer mit Schadenfreiheitsklassen (SF-Klassen). In der SF-Klasse spielen Erfahrung eines Fahrers im Straßenverkehr sowie Anzahl seiner schadenfreien Jahre eine Rolle. Je besser die SF-Klasse ist, desto geringer ist der anteilige Beitrag zur Kfz-Versicherung – und umgekehrt. Die SF-Klassen bei Pkw sind von maximal 0 bis 35 gestaffelt und mit Beitragssätzen in Prozent hinterlegt. Jedes Jahr wird die SF-Klasse Ihres Vertrages angepasst.

Mehr zum Thema Schadensfreiheitsklasse übertragen

Schaden- und Kostenentwicklung

Es gibt unterschiedliche Gründe für höhere Aufwendungen bei Kfz-Schäden. Das können steigende Reparaturkosten sein, mehr Unfälle durch erhöhtes Fahraufkommen oder auch extreme Wetterereignisse wie Sturm, Hagel und Hochwasser. Diese Schaden- und Kostenentwicklung wirkt sich auf den Beitrag der Kfz-Versicherung aus.

Individuelle Merkmale

Auch individuelle Merkmale beeinflussen den Versicherungsbeitrag: Dazu zählen Höhe der Selbstbeteiligung, eine eventuelle Werkstattbindung, Alter des Fahrzeugs beim Kauf, Kilometerleistung im Jahr und auch die Angabe, wer fährt.

Häufige Fragen
  • Gibt es Typklassen bei der Motorradversicherung?

    Nein, im Gegensatz zur Kfz-Versicherung werden Motorräder nicht in unterschiedliche Typklassen eingestuft.  Versicherer unterscheiden stattdessen zwischen Kraftrad, Kleinkraftrad, Leichtkraftrad und Roller.
  • Was ist der Unterschied zwischen Typklassen und Regionalklassen?

    Typklassen orientieren sich an der Schadens- und Unfallbilanz von Automobilen im Zeitraum der letzten drei Jahre. Fahrzeugmodelle, die besonders oft in Unfälle verwickelt waren, landen in höheren Typklassen. Für den Tarif der Kfz-Versicherung gilt: Je niedriger die Typklasseneinstufung, desto günstiger ist der Beitrag. 

    Die Regionalklasse hingegen bildet die Unfallhäufigkeit von Fahrzeugen an einem bestimmten Ort ab. Liegt der Hauptwohnsitz des Versicherten in einem Gebiet, in dem viele Kfz-Schäden entstehen, zahlt er mehr als in einer Region mit weniger Unfällen. Die Regionalklasse des Zulassungsbezirks wird wie die Typklasse jährlich neu ermittelt.

  • Können Regionalklassen und Typklassen individuell beeinflusst werden?

    Individuell nicht, dafür in der Masse. Beide Werte hängen von der Häufigkeit von Schaden und Unfällen ab. Wenn jeder mit besonnenem Fahrverhalten zu wenig Karambolagen und Schadensregulierungen beiträgt, wirkt sich das in Summe positiv auf Typ- und Regionalklassen aus.
  • Welche Auswirkungen haben automatisierte Fahrassistenzsysteme auf Typklassen?

    Anti-Blockiersystem, Bremsassistent oder Abstandsregeltempomat: Automatisierte Fahrassistenzsysteme unterstützen Automobilisten und machen Fahren sicherer. Führen die Systeme bei einem Fahrzeugtyp zu wenig Unfällen und Schadensabwicklungen, wirkt sich das positiv auf Typklassen des Modells aus. Im Vergleich zu Fahrzeugen mit höherem Unfallaufkommen fallen die Einstufungen niedriger aus.
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