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Aktuelles: Neue Typklassen für 2022 

+++ 11 Millionen Autofahrer bekommen neue Einstufung +++ Bessere Typklassen in der Kfz-Haftpflicht für 4,3 Millionen Autofahrer +++ Hohe Typklassen für SUVs und Oberklasse-Modelle +++ Richtig absichern und mit günstiger Typklasse Beitrag sparen  +++ 
Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungs­wirtschaft (GDV) stuft Autos jedes Jahr neu in Typ­klassen ein. Je besser die Unfall- und Scha­dens­statistik eines Modells, desto niedriger ist seine Typklasse.
  • Die Typklasse des Autos beeinflusst die Kosten der Kfz-Versicherung: Für Fahrzeuge mit niedriger Typ­klasse fallen die Beiträge günstiger aus.
  • Je nach Versicherungs­art (Haft­pflicht, Teilkasko oder Voll­kasko) gibt es unterschiedliche Typklassen.
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Marken & Modelle

Aktuell sind rund 32.000 verschiedene Auto­modelle in Typklassen eingestuft. Für jedes Kfz-Modell sind drei ver­schie­de­ne Versicherungs­klassen (Kfz-Haftpflicht, Teilkasko, Vollkasko) wählbar. Entsprechend ordnet der GDV auch drei unter­schiedliche Typklassen zu. Die Einstufung reicht von 10 bis maximal 34:

In diesem Auszug der GDV-Liste 2022 sehen Sie, welche Fahr­zeuge sich im Vergleich zum Vorjahr um wie viele Typ­klassen verbessert oder ver­schlech­tert haben. Ist in der jeweiligen Versicherungs­klasse keine Zahl in Klammern vermerkt, hat sich die Typ­klassen-Ein­stufung nicht geändert.

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Modell
HSN / TSN
Haftpflicht
Vollkasko
Teilkasko
Hyundai I10 1.0 5984-ABJ 13  17 (-2) 15 (-1)
Kia Picanto 1.0 8253-AHB 15 15 (-1) 17 (-1)
Opel Corsa-E 1.4 0035-BCB 17 (+1) 16 16
Peugeot Rifter 1.5 HDI 1889-AAG 16 17 (-2) 18 (-1)
Skoda Citigo-E 8004-AUN 14 (-1) 15 15
VW T-Cross 1.0 TSI 0603-CJF 12 15 (-1) 17
 

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Modell
HSN / TSN
Haftpflicht
Vollkasko
Teilkasko
Audi Q8 50 TDI Quattro 0588-BNL 22  27 28
BMW M5 XDRIVE 7909-ABW 20 30 30 (-1)
Mercedes-Benz GLE 350 D 4MATIC 1313-HWI 21 26 (-2) 26 (-3)
Range Rover Velar 20D AWD 1590-AGD 23 31 (+2) 32 (+2)
SsangYong Rexton 2.2 Diesel 8251-ADE 22 26 (-1) 24
Tesla Model X 1480-AAM 23  29  26 (-1)
 

In die niedrigste Typ­klasse sind 2022 zum Beispiel Oldtimer wie die BMW Isetta 250 und 300 eingeordnet – sowohl in der Haft­pflicht­klasse, als auch bei Voll- und Teilkasko. Kleinwagen wie der Fiat 126 A erhalten in der Vollkasko mit Typklasse 10 ebenfalls die Minimal­einstufung.

 

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Gut zu wissen: Typklassen ermitteln
Die Typklasse Ihres Autos ermitteln Sie online über die Typ­klassen­abfrage des GDV. Um Ihre Pkw-Typ­klasse für das Jahr 2022 zu bestimmen, benötigen Sie folgende Daten aus Ihrer Zulassungs­bescheinigung Teil I (Fahrzeugschein): Her­stellername, Fahrzeug­daten, Her­stel­ler­schlüssel (HSN) und Fahrzeugtyp-Schlüssel (TSN).
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Beitragshöhe
Die Typklasse ist eines von mehreren Kriterien, das Ver­sicherer für die Berechnung der Beitragsprämie in der Kfz-Versicherung heranziehen. Grundlage ist das Typklassenverzeichnis, das der GDV jedes Jahr neu veröffentlicht. Die GDV-Typklassen sind für Versicherer nicht verbindlich. Dennoch orientieren sich die meisten Anbieter daran. Das heißt: Wird Ihr Pkw in eine höhere Typklasse ein­ge­stuft, können Ihre Ver­siche­rungs­kosten steigen.
 

Typklassen spiegeln die Unfall- und Schadensbilanzen verschiedener Pkw-Modelle wider. Je weniger Schäden für einen Fahrzeugtyp gemeldet und von Kfz-Versicherungen reguliert werden, desto niedriger ist seine Typklasse. Der statistische Wert ist als Zahl zwischen 10 und 34 im Typklassenverzeichnis des GDV angegeben. In tabellarischer Form sind darin folgende Fahrzeug- und Leistungsdaten gelistet:

  • Name des Autoherstellers
  • Name des Fahrzeugtyps (Golf, Corsa, etc.)
  • Motorleistung (kW, PS, Hubraum, etc.)
  • Antriebsart (Benzin, Diesel, Elektro, etc.)
  • Typklassen je nach Versicherungsart (Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko)
  • Schlüsselnummer bzw. Schlüsselzahlen: Herstellerschlüsselnummer (HSN) und Typschlüsselnummer (TSN)
  • Produktionszeitraum (Fahrzeugalter)
  • Angaben zur Wegfahrsperre

Um Typklassen zu ermitteln, wertet der GDV jedes Jahr die polizeilich registrierten Verkehrs­unfälle in Deutschland aus. Neben Schadens­statistiken der letzten drei Kalenderjahre sind unter anderem Motorleistung, Versicherungsart und Anzahl der in einem Zulassungsbezirk gemeldeten Fahrzeugtypen für die Typklasse relevant. Bei neuen Auto­model­len fließen Daten ähnlicher Fabrikate und Ergebnisse von Crashtests in die Einstufung ein.

Wie genau die Einstufung funktioniert, erfahren Sie hier im Video des GDV:

Youtube-Video zu Typklassen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft
 

Die Typklasse eines Autos ist eines von zahlreichen Tarifmerkmalen, das die Kosten der Kfz-Versicherung beeinflusst. Die meisten Autoversicherer orientieren sich bei der Beitragsberechnung an den unverbindlichen GDV-Typklassen. Dabei gilt: Je niedriger die Typklasse des Fahrzeugmodells, desto günstiger ist in der Regel die Kfz-Versicherung. Ändert sich die Typklasse Ihres Autos, heißt das jedoch nicht automatisch, dass Ihre Prämie günstiger oder teurer wird.

Weitere Faktoren zur Berechnung des Versicherungsbeitrags:

  • Regionalklasse: Je mehr Kfz-Schäden in einem Zulassungsbezirk auf­treten, desto höher ist die Regional­klasse – und umso teurer die Prämie.
  • Schaden­freiheits­klasse: In Kfz-Haftpflicht und Vollkasko sind SF-Klassen bei Pkw von maximal 0 bis 50 gestaffelt. Je mehr schadenfreie Jahre ein Fahrer sammelt, desto günstiger wird seine Prämie.
  • Schaden- und Kosten­entwicklung: Steigende Reparatur­kosten, mehr Unfälle durch erhöhtes Fahr­aufkommen oder extreme Wetter­ereignisse verursachen höhere Aufwendungen bei Kfz-Schäden. Das wirkt sich auf die Kfz-Versicherungs­tarife aus.
  • Individuelle Merkmale: Faktoren wie Fahrerkreis, vereinbarte Selbstbeteiligung, Werkstattbindung oder Kilo­meter­leistung pro Jahr beeinflussen die Beitragshöhe individuell.
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Fahrzeugmodell & Co.
Welche Kriterien für die Ermittlung der GDV-Typklassen in der Kfz-Haftpflicht- und Kaskoversicherung ausschlaggebend sind, zeigt folgende Infografik:
Faktoren für Einstufung eines Automodells in Typklassen je nach Kfz-Versicherung (Kfz-Haftpflicht oder Kasko)

1. Fahrzeug

Der GDV listet jedes in Deutschland zugelassene Pkw-Modell mit konkreter Motor­leistung (kW/PS), und Ausführung (Antriebsart, Karosserie­variante, Baujahr) auf. So gibt es beispiels­weise den Porsche Cayenne 3.0 TDI mit unterschiedlich starken Motoren (PS-Leistung) und aus verschiedenen Herstellungs­jahren (z.B. 2011 bis 2014 und 2014 bis 2018). Ein Porsche Cayenne mit 193 kW (262 PS) ist nicht gleich­zusetzen mit der 180-kW-Version (244 PS) und auch keiner anderen Variante des Cayenne 3.0 TDI.

2. Haftpflicht- oder Kaskoversicherung

Für jede Modellvariante erstellt der GDV eine eigene Unfall- und Schadensstatistik – für Kfz-Haftpflicht, Teil- und Vollkasko. Je nach Versicherungsart fließen unterschiedliche Schäden in die Statistik ein:

  • Für die Bilanz der Kfz-Haftpflicht­versicherung sind ausschließlich Versicherungs­leis­tungen für geschädigte Dritte nach Verkehrsunfällen relevant.
  • In die Unfallbilanz der Teilkasko­versicherung fließen nur Teil­kasko­schäden (u.a. Autodiebstähle, Fahrzeug­brände, Glas­schäden oder Teilentwendungen) ein.
  • Bei der Vollkasko sind Schäden am eigenen Auto nach selbst verschuldeten Verkehrsunfäl­len und Teilkaskoschäden maßgeblich.

Je nach Ergebnis (hohe oder niedrige Schadens­bilanz) teilt der GDV die Typklassen für Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko zu. Das heißt: Jedes Automodell hat mindestens drei verschie­dene Typklassen. Gibt es mehrere Modellvarianten (z.B. fünf) erhöht sich die Anzahl der Typklassen entsprechend (3 x 5 = 15 verschiedene Typklassennummern).

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Umstufung

Der GDV veröffentlicht die neue Typ­klassen-Liste jedes Jahr zum 1. Oktober. Zu diesem Termin kann sich die Typ­klasse Ihres Auto­modells also ändern. Wird Ihr Pkw hoch- oder herunter­gestuft, wendet Ihre Kfz-Ver­si­che­rung die neuen GDV-Typklassen in der Regel zur Haupt­fälligkeit Ihres Vertrags an. Das heißt: Endet Ihre laufende Kfz-Ver­si­che­rung am 31. Dezember, kann sich Ihr Beitrag zum 1. Januar ändern.

War ein Pkw-Modell zum Beispiel seltener in Autounfälle verwickelt als im Jahr zuvor, wird es in der Kfz-Versicherung in eine niedrigere Typ­klasse ein­ge­stuft. Durch diese Umstufung reduziert sich in der Regel auch die Höhe Ihrer Prämie. Sind Unfallrisiken oder zu erwartende Schaden­fälle bei einem Automodell gestiegen, wird es in eine höhere Typ­klas­se umge­stuft. In diesem Fall können Versicherer den Kfz-Ver­si­che­rungs­betrag zum Vertrags­ablauf nach oben korrigieren.

  • Bessere Typklasse: 2022 profitierte von der Umstufung zum Beispiel der VW E-Golf VII. Das Modell verbesserte sich in Haftpflicht drei Typklassen, in der Teilkasko um eine Typklasse. Zu den Typ­klassen-Gewinnern zählen auch Skoda Superb 2.0 TDI und Nissan Juke 1.0. Beide Modelle wurden in der Teil­kasko­versicherung um eine Typ­klasse herun­ter­gestuft.
  • Schlechtere Typklasse: Bei den neuen Typklassen 2022 hochgestuft wurden unter anderem VW Arteon 2.0 TSI und Range Rover Velar 30D AWD. Beide Auto­modelle ver­schlech­terten sich deutlich bei der Einstufung in Teil- und Vollkasko um zwei Typklassen.
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Häufige Fragen
Was möchten Sie gerne wissen?
  • Gibt es Typklassen bei der Motorradversicherung?

    Nein, im Gegensatz zur Kfz-Ver­sicherung sind Motor­räder nicht in unterschiedliche Typ­klassen ein­ge­stuft. Versi­che­rer unter­scheiden stattdessen zwi­schen Kraftrad, Kleinkraftrad, Leichtkraftrad und Roller.
  • Was ist der Unterschied zwischen Typklassen und Regionalklassen?

    Typklassen orientieren sich an der Schadens- und Unfallbilanz von Automobilen im Zeitraum der letzten drei Jahre. Fahrzeug­modelle, die besonders oft in Unfälle verwickelt sind, landen in höheren Typklassen. Für den Tarif der Kfz-Versicherung gilt: Je niedriger die Typ­klasse, desto günstiger ist der Beitrag.

    Die Regionalklasse hingegen bildet die Unfallhäufigkeit von Fahrzeugen an einem bestimmten Ort ab. Liegt der Haupt­wohnsitz des Versicherten in einem Gebiet, in dem viele Kfz-Schäden ent­stehen, zahlt er mehr als in einer Region mit weniger Unfällen. Die Regionalklasse des Zulassungs­bezirks wird wie die Typklasse jährlich neu ermittelt.

  • Können Regionalklassen und Typklassen individuell beeinflusst werden?

    Individuell nicht. Sie selbst haben keinen Einfluss auf die Ver­än­de­rung der Regional- oder Typ­klassen. Sie können bei­spiels­weise nichts tun, um die Typklasse Ihres Pkw zu verbessern. Denn beide Kenn­zahlen hängen von der Schaden- und Unfallhäufigkeit ab. Das heißt: Trägt jeder Autofahrer durch sicheres Fahrverhalten zu weniger Karambolagen und Schadensregulierungen bei, wirkt sich das in Summe positiv auf Typ- und Regional­klassen aus.

    Wichtig: Sind Sie mit einer Beitrags­erhöhung aufgrund der Umstufung Ihres Pkw in eine schlechtere Typ- oder Regionalklasse nicht einverstanden, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Sie können Ihren Vertrag dann während des laufenden Versicherungsjahres beenden und die Kfz-Versicherung wechseln.

  • Welche Auswirkungen haben automatisierte Fahrassistenzsysteme auf Typklassen?

    Anti-Blockiersystem, Brems­as­sis­tent oder Abstands­regel­tempomat: Automatisierte Fahr­as­sis­tenz­sys­teme unter­stützen Automobi­listen im Straßenverkehr und machen Fahren sicherer. Führen die Sys­teme bei einem Fahrzeugtyp zu weniger Unfällen und Schadens­abwicklungen, wirkt sich das positiv auf seine Typklassen-Umstufung aus. Im Vergleich zu Fahr­zeugmodellen mit höherem Unfallaufkommen kommt es in eine bessere Typklasse.
  • Was sind Autos mit niedriger Typklasse?

    In niedrige Typklassen stuft der GDV häufig Kleinwagen und ältere Fahrzeugmodelle wie den Citroën C3 Picasso ein. Besonders günstig schneiden bei der Typklassen-Einstufung zudem Oldtimer wie BWM Isetta 250 oder Fiat 126 A ab. Da Fahrzeughalter mobile Klassiker in der Regel seltener und vorsichtiger im Straßenverkehr bewegen, fallen his­to­rische Modelle häufig in die günstigste Typklasse 10 – sowohl in der Haft­pflicht­klasse als auch in Voll- und Teilkasko.
  • Welche Autos haben eine hohe Typklasse?

    In hohe Typklassen stuft der GDV häufig Oberklasse-Modelle und SUVs ein. Denn: Je mehr Motorleistung ein Pkw mit­bringt, desto größer ist statistisch gesehen das Unfallrisiko. Höhere Einstufungen als im Vorjahr gibt es 2022 auch bei Hybrid­fahr­zeugen: Der VW Arteon 2.0 TSI beispielsweise kletterte in der Typklassen-Liste in der Vollkasko­klasse zwei Stufen höher und ist aktuell in Typklasse 22 gelistet.
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