Ermitteln Sie Ihren Kfz-Versicherungstarif

Typklassen: So beeinflussen Marke und Modell den Beitrag

Kurz erklärt in 30 Sekunden
Schadenbilanzen der Automodelle
  • Autofahrer in Deutschland sind dazu verpflichtet, für ihr Fahrzeug eine Kfz-Versicherung abzuschließen. Wie hoch der Beitrag ausfällt, hängt unter anderem von der Typklasse ab.
  • Typklassen spiegeln die Schaden- und Unfallbilanzen eines in Deutschland zugelassenen Automodells wieder: Wurden wenig Schäden gemeldet und von der Versicherung entschädigt, wird das entsprechende Modell in eine niedrige Typklasse eingestuft - und umgekehrt.
  • Je niedriger die Typklasse des jeweiligen Fahrzeugtyps ist, umso günstiger wird der Versicherungsbeitrag für den Fahrzeughalter.
  • Die Einstufung der Typklassen für Autos erfolgt jedes Jahr neu und wird vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) durchgeführt. Es ist ein wesentlicher Faktor zur Berechnung des Kfz-Versicherungsbeitrags, weil sich Versicherungen an den vom GDV ermittelten Typklassen orientieren.
Gut zu wissen
Typklassen sind eines von mehreren Tarifmerkmalen, anhand derer Versicherungsgesellschaften den Beitrag einer Kfz-Versicherung berechnen. Sie dienen Versicherungen seit Mitte 1996 als Basis beim Bestimmen der Prämie. Bis dahin orientierten sich Versicherer an der KW-Anzahl eines Autos. 

Typklassenverzeichnis: Die Grundlage aller Kfz-Versicherungspolicen

Jeweils zum 1. Oktober eines Jahres veröffentlicht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine Gesamtliste aller in Deutschland verfügbaren Fahrzeugtypen – inklusive deren Einstufung in die unterschiedlichen Typklassen. Die Datenbank umfasst rund 30.000 verschiedene Modelle mit entsprechenden Schadenbilanzen im Zeitraum 2015 bis 2017. Das sogenannte Typklassenverzeichnis dient Autoversicherern als Grundlage zur Berechnung ihrer Policen. Typklassen sind für Versicherungen nicht verbindlich. Versicherer greifen allerdings gerne auf die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft jährlich erstellte Typklassen-Liste zurück.

Auch interessierte Fahrzeughalter, die ihre Versicherungsprämie selbst berechnen wollen, können die Indexwerte online abrufen oder die komplette Printausgabe zum Preis von 12 Euro anfordern.

Typklassen Kfz: Diese Fahrzeugdaten werden erfasst

Im Typklassenverzeichnis sind die einzelnen Autohersteller und deren verfügbaren Fahrzeugmodelle anhand ihrer Motorleistung (kW/PS) in Tabellenform gelistet. Folgende Fahrzeugdaten finden Sie in der Übersicht:

  • Name des Herstellers
  • Name des Fahrzeugtyps (Golf, Corsa, etc.)
  • Motorleistung (kW, PS, Hubraum, etc.)
  • Antriebsart (Benzin, Diesel, Elektro, etc.)
  • Typklassen je nach Versicherungsart (Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko)
  • Schlüsselnummer bzw. Schlüsselzahlen: Herstellerschlüsselnummer (HSN) und Typschlüsselnummer (TSN)

Wer wissen möchte, in welcher Typklasse sein Kfz eingestuft ist: Die Typklassen-Tabelle des Verzeichnisses liefert eine übersichtliche Antwort.

Hohe und niedrige Typklassen

Die Liste des GDV zeigt Ihnen, in welcher Typklasse Ihr Auto eingestuft ist. In der aktuellen Fassung der Typklassenstatistik gehen vor allem Pkw der Oberklasse ins Geld. Range Rover 3.0 TD und BMW M5 zählen im Typklassen-Verzeichnis zu den Modellen mit hoher Einstufung.

Günstiger sind Kleinwagen zu versichern - entsprechend niedrig fallen Typklassen von Golf 7 und Typklassen von Audi A3 aus. Große Umstufungen waren in der aktuellen Typklassenstatistik die Ausnahme.

Hier sehen Sie einen Auszug der GDV-Liste 2019.

Neue Typklassen 2019: Automodelle mit niedriger Typklasse

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Kfz-Haftpflichtversicherung
Haftpflicht
Vollkasko
Teilkasko
Citroen C2 1.4  14 12 14
Smart Fortwo Cabrio 0.9 13 11 13
Skoda Citigo 1.0 13 13 16
Audi A3 1.8 T 15 12 18
VW Golf 7 1.2 TSI 14-16 17-18 17-19

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Kfz-Haftpflichtversicherung
Haftpflicht
Vollkasko
Teilkasko
Range Rover 3.0 TD  24  26-33  29-34
BMW M5 15-23 28-32 27-31
Mercedes CLS 63 AMG 22-23 31-32 31
Porsche Cayenne Turbo 4.0 22 30 30
Audi S6 Avant 4.0 TFSI Quattro 21 29 30
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Verkehrsunfälle, Motorleistung, Automodelle
 Allianz - Typklassen bei Fahranfängern - Junge Frau am Steuer

Für die Einstufung eines Kfz-Modells in eine Typklasse wertet der GDV jedes Jahr die polizeilich registrierten Verkehrsunfälle in Deutschland aus. Das sind momentan über 2,4 Millionen. Die Ergebnisse dieser Schaden- und Unfallbilanzen sind Basis für die Versicherungsgesellschaften, die jährliche Prämie zu berechnen.

Aktuell sind rund 30.000 verschiedene Automodelle in Typklassen eingeordnet. In der Kfz-Haftpflichtversicherung gibt es die Typklassen 10 bis 25, in der Vollkaskoversicherung 10 bis 34 und in der Teilkasko 10 bis 33.

Typklasse Pkw: Eine starke Motorleistung kostet mehr

Neben der Unfallbilanz ist auch die Motorleistung ein zentraler Faktor fürs Ermitteln der Typklasse für Pkw. Das erwartete Unfallrisiko eines Sportwagens mit hoher Motorleistung ist beispielsweise höher als das eines Kleinwagens mit wenig PS. Daher wird der Kleinwagen in der Regel niedriger in den Typklassen gelistet als der Sportwagen, und die Versicherungsprämie fällt hier im Verhältnis niedriger aus. Auch die Karosserievariante des Fahrzeugs (Cabrio, Limousine, Coupé, SUV etc.) spielt bei der Einstufung eine Rolle.

Mehr Autos einer Marke - mehr Versicherungsbeitrag

Ebenso relevant für die Berechnung der Typklassen von Pkw ist die Zahl der in einem Zulassungsbezirk gemeldeten Fahrzeugmodelle. Je weniger Autos eines bestimmten Modells auf den Straßen unterwegs sind, desto niedriger fällt auch das Unfallrisiko und somit die Einstufung in die Typklassen aus.

Umgekehrt verhält es sich genauso: Manche Kfz-Modelle sind gerade deshalb in einer höheren Typklasse eingeordnet, weil sie überdurchschnittlich häufig verkauft wurden.

Autounfälle treiben Typklassen-Einstufung in die Höhe

Es gibt Modelle, die gerade bei jungen Autofahrern besonders beliebt sind: der Opel Corsa zum Beispiel, der VW Polo oder vergleichbare Kleinwagen.

Da das Unfallrisiko bei Fahranfängern aufgrund der fehlenden Fahrpraxis erfahrungsgemäß höher ist, tauchen solche Autotypen entsprechend häufiger in Unfallstatistiken und Schadensregulierung der Versicherer auf. Die Folge: eine höhere Einstufung in den Typklassen.

Welche Risiken in der Typklasse berücksichtigt werden

Die Einstufung eines Fahrzeugmodells in die jeweilige Typklasse hängt auch von der Art der Kfz-Versicherung ab. In die Berechnung der Haftpflichtversicherung fließen beispielsweise alle Kosten mit ein, die mit der Reparatur verbunden sind: häufige Schadensbilder, der Zeitaufwand durch die Werkstatt oder auch die Kosten der Ersatzteile.

In der Teilkasko- und Vollkaskoversicherung werden neben Verkehrsunfällen auch Autodiebstähle, Fahrzeugbrände, Hagel- und Glasschäden berücksichtigt.

Allianz - Typklassen: Audi A4 Avant 2.0 TDI
Auswirkungen auf den Versicherungsbeitrag
Allianz - Typklassen: Audi A4 Avant 2.0 TDI

War ein Automodell seltener in einen Autounfall verwickelt als im Jahr zuvor oder fielen die zu regulierenden Schäden deutlich geringer aus, wird es in eine niedrigere Typklasse in der Autoversicherung eingestuft. Bei dieser sogenannten Umstufung reduziert sich grundsätzlich auch die Höhe der von Ihnen zu zahlenden Prämie.

Zum Datum des Vertragsablaufs wird eine Typklassenänderung im Versicherungsvertrag beitragswirksam umgesetzt. Von dieser Regelung profitierten 2018 beispielsweise Besitzer der Modelle Audi A4 Avant 2.0 TDI (siehe Foto) und Seat Leon ST 1.8 TSI, die sich in Haftpflicht- bzw. Vollkaskoklasse deutlich verbesserten. 2019 gehören VW Tiguan 2.0 TSI 4Motion, Mercedes GLA 180 und Toyota Verso 1.6 zu den Profiteuren.

In umgekehrter Richtung verhält es sich genauso. So wird ein Pkw-Modell in eine höhere Typklasse umgestuft, wenn Unfallrisiken oder die zu erwartenden Schadensfälle deutlich gestiegen sind. In diesem Fall wird auch der Kfz-Versicherungsbetrag nach oben korrigiert.

Gut zu wissen
Allianz - Illustration Info: Gut zu wissen
Für eine einfache Abfrage Ihrer Pkw-Typklasse fürs Jahr 2019 benötigen Sie lediglich die folgenden Daten aus Ihrem Fahrzeugschein: Herstellername, Fahrzeugdaten, Herstellerschlüssel (HSN) und Fahrzeugtyp-Schlüssel (TSN). Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) bietet Ihnen diesen Service.
Allianz - Illustration Info: Gut zu wissen
Regionalklasse, Schadenfreiheitsklasse und Co.
Allianz - Typklassen: Frau berechnet am PC ihren Kfz-Versicherungsbeitrag aus

Wie hoch der jährliche Beitrag für Ihre Kfz-Versicherung tatsächlich ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Neben Typklassen für Kfz zählen auch Regionalklasse, Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) sowie Schaden- und Kostenentwicklung zu den Berechnungsgrundlagen. Erfahren Sie hier, was ebenfalls wichtig ist.

Regionalklasse

415 Zulassungsbezirke gibt es in Deutschland. Für jeden wird über einen Zeitraum von fünf Jahren anhand Unfallhäufigkeit und Höhe aller Kfz-Schäden eine Schadenstatistik ermittelt. Aus dieser ergibt sich die Regionalklasse, die jährlich am 1. Oktober vom GDV veröffentlicht wird. Je mehr Schadensfälle in einem Bezirk auftreten, desto höher ist die Regionalklasse.

Für rund 5,4 Millionen Versicherte wirkte sich die Änderung der Regionalklasse 2018 positiv aus. Ihre Automodelle rutschten in eine günstigere Regionalklasse. Etwa 5,7 Millionen Autofahrer mussten aufgrund einer höheren Einstufung der Regionalklasse tiefer in die Tasche greifen. Für die Mehrzahl der Kfz-Haftpflichtversicherten (29,5 Millionen) änderte sich nichts.

Sie finden die Einstufung Ihrer Regionalklasse auf der Beitragsrechnung Ihrer Kfz-Versicherung. Oft kennzeichnen Versicherer dort die Regionalklasse mit dem Buchstaben „R“.

Berechnungskriterien für die Haftpflichtversicherung sind Schadenhäufigkeit in der Region und durchschnittliche Schadenhöhe. In der Kaskoversicherung fließen auch Sturm-, Hagel- und Hochwasserschäden, Autodiebstähle und Wildunfälle hinein.

Schadenfreiheitsklasse

In der Kfz-Haftpflichtversicherung und Vollkasko-Versicherung arbeiten Kfz-Versicherer mit Schadenfreiheitsklassen (SF-Klassen). In der SF-Klasse spielen Erfahrung eines Fahrers im Straßenverkehr sowie Anzahl seiner schadenfreien Jahre eine Rolle. Je besser die SF-Klasse ist, desto geringer ist der anteilige Beitrag zur Kfz-Versicherung – und umgekehrt. Die SF-Klassen bei Pkw sind von maximal 0 bis 35 gestaffelt und mit Beitragssätzen in Prozent hinterlegt. Jedes Jahr wird die SF-Klasse Ihres Vertrages angepasst.

Mehr zum Thema Schadensfreiheitsklasse übertragen

Schaden- und Kostenentwicklung

Es gibt unterschiedliche Gründe für höhere Aufwendungen bei Kfz-Schäden. Das können steigende Reparaturkosten sein, mehr Unfälle durch erhöhtes Fahraufkommen oder auch extreme Wetterereignisse wie Sturm, Hagel und Hochwasser. Diese Schaden- und Kostenentwicklung wirkt sich auf den Beitrag der Kfz-Versicherung aus.

Individuelle Merkmale

Auch individuelle Merkmale beeinflussen den Versicherungsbeitrag: Dazu zählen Höhe der Selbstbeteiligung, eine eventuelle Werkstattbindung, Alter des Fahrzeugs beim Kauf, Kilometerleistung im Jahr und auch die Angabe, wer fährt.

Häufige Fragen
  • Gibt es Typklassen bei der Motorradversicherung?

    Nein, im Gegensatz zur Kfz-Versicherung werden Motorräder nicht in unterschiedliche Typklassen eingestuft.  Versicherer unterscheiden stattdessen zwischen Kraftrad, Kleinkraftrad, Leichtkraftrad und Roller.
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