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Prävention und Tipps im Schadensfall

Wildunfall: Wie verhalte ich mich richtig?

Allianz - Wildunfall-Gefahr bei Dämmerung und Nacht

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Wildunfall – Die Themen im Überblick

Wildunfall – Das Wichtigste in 30 Sekunden

Allianz - Wildunfall: Tacho vor Allianz Logo

Statistisch alle paar Minuten geschieht in Deutschland ein Unfall, in den ein Wild verwickelt ist. In der Dämmerung und vor allem im Herbst und Winter sind die meisten Tiere auf Straßen unterwegs. Das gilt es im Ernstfall zu beachten:

  • Rufen Sie nach dem Unfall sofort die Polizei. Diese verständigt dann den Jagdpächter.
  • Fassen Sie ein verletztes Tier nicht an und nehmen sie es auf keinen Fall mit.
  • Sie benötigen eine Teil- oder Vollkaskoversicherung, um den Schaden ersetzt zu bekommen. Eine Kfz-Haftpflichtversicherung alleine reicht nicht aus.
  • In den meisten Basisversicherungen werden nur Schäden abgedeckt, die durch „Haarwild“ entstanden sind. Vögel und Haustiere sind durch Zusatzpakete abgesichert.

Was genau ist ein Wildunfall?

Nicht jeder Unfall, der von einem Tier verursacht wird, gilt offiziell als Wildunfall. Haustiere wie Hunde und Pferde gehören zum Beispiel laut Begriffsdefinition des Bundesjagdgesetzes nicht zur Kategorie „Wild“ – auch dann nicht, wenn sie nachts im Wald über die Straße rennen (siehe Tierhalterhaftpflicht). Ebenso ist ein Zusammenstoß mit einem tieffliegenden Bussard kein Wildunfall. Vögel sind aus dieser Definition nämlich ausgeschlossen, genau wie Kriechtiere, Igel, Haus- und Hoftiere. Mit inbegriffen ist lediglich sogenanntes „Haarwild“, also Rehe, Hirsche, Hasen, Füchse, Dachse, Wildschweine, Luchse, Gämsen und Fischotter. Kommt ein solches Tier durch einen Autounfall zu Tode, wird es Fallwild genannt.

Allianz - Drohende Gefahr: Wild am Straßenrand

Wildunfall: Wann und wo lauern die größten Gefahren?

Die meisten Wildtiere sind nacht- oder dämmerungsaktiv und in dieser Zeit auf der Suche nach Futter oder Partnern für die Paarung. Entsprechend ist die Gefahr, ein hungriges Reh auf der Straße zu treffen, am größten zwischen 17 Uhr und Mitternacht sowie von 5 bis 8 Uhr morgens. Im Herbst und Winter ist die Nahrungssuche beschwerlicher, daher sind zu dieser Jahreszeit besonders viele Tiere unterwegs. Je ländlicher und unbefahrener die Straßen, desto mehr Wild kreuzt den Weg. Besonders gefährdete Wald- und Feldgebiete sind mit einem Hinweisschild gekennzeichnet.

Denn schon bei einer vermeintlich geringen Aufprall-Geschwindigkeit werden je nach Wildart unglaublich brachiale Kräfte freigesetzt, wie unsere Grafik belegt:

Allianz - Wildunfall Aufprallgewicht im Vergleich

Nach einem Wildunfall das Richtige tun

  1. Unfallstelle absichern: Schalten Sie das Warnblinklicht ein, legen Sie eine Sicherheitsweste an, sichern Sie die Unfallstelle mit einem Warndreieck. Eventuell um Verletzte kümmern.
  2. Polizei rufen: Benachrichtigen Sie die Polizei, um den Unfall zu dokumentieren. Diese verständigt auch das zuständige Forstamt. Anstelle der Polizei kann auch gleich der Jagdpächter verständigt werden.
  3. Totes Wild entfernen: Ziehen Sie das tote Wild an den Straßenrand, aber nur mit Schutzhandschuhen (Tollwutgefahr!).
  4. Nichts mitnehmen: Packen Sie das angefahrene Tier nicht in Ihren Kofferraum! Die Mitnahme ist für Autofahrer verboten - egal ob tot oder lebendig.
  5. Vorsicht bei verletzten Tieren: Bleibt das Tier verletzt liegen, nähern Sie sich auf keinen Fall - es könnte gefährlich werden. Angeschlagene Tiere neigen nämlich dazu, spontan zu kratzen oder auch beißen. Flüchtet das angefahrene Wild: Unfallstelle markieren und Fluchtweg merken. Das erleichtert dem Förster die Suche und erspart dem Tier unnötiges Leid.
  6. Unfall dokumentieren und melden: Lassen Sie sich von Polizei oder Jagdpächter eine Wildschadenbestätigung ausstellen. Nehmen Sie umgehend Kontakt zu Ihrer Versicherung auf. Beseitigen Sie Unfallspuren am Fahrzeug erst nach der Begutachtung durch die Versicherung.

Wie vermeide ich den Ernstfall?

Fahren Sie besonders zu den Haupt-Gefahrenzeiten umsichtig und mit angepasster Geschwindigkeit. Achten Sie auf Hinweisschilder für Wildwechsel und plötzliche Bewegungen am Fahrbahnrand. Lassen Sie beide Hände am Steuer. Falls ein Tier auf die Straße springt, bremsen Sie ab, aber wechseln nicht die Fahrbahn - Ausweichmanöver führen oft erst recht zum Unfall. Durch lautes Hupen können Sie das verängstigte und vielleicht bewegungslose Tier zum Weiterlaufen bringen und so die Gefahr eines Aufpralls verringern. Fernlicht bitte möglichst ausschalten, um das Wild nicht zusätzlich zu blenden.

Ratgeber: Hilfe bei Autounfall

Allianz - Wildunfall Warnschild

Wildunfall: Was zahlt die Versicherung?

Je nachdem mit welcher Geschwindigkeit Sie fahren und ob Sie mit einem Hasen oder einem Hirsch kollidieren, ist vom leichten Blechschaden bis zum tödlichen Autounfall alles möglich. Damit Ihre Versicherung den Schaden übernimmt, benötigen Sie eine Teilkasko oder Vollkasko.

  • In der Grundversicherung sind meist nur diejenigen Unfälle abgedeckt, die tatsächlich durch Wild verursacht wurden. Zusatzbausteine decken auch Unfälle mit „Tieren aller Art“ ab. Bei der Allianz-Teilkasko ist das im MeinAuto Top-Paket der Fall, bei der Vollkaskoversicherung immer.
  • Wurde ein Tier bei dem Unfall getötet oder verletzt, so wird der hinzugezogene Jagdpächter entsprechende Beweise aufnehmen und diese in seiner Wildunfallbescheinigung festhalten. In diesem Fall gleicht die Versicherung den Schaden aller Wahrscheinlichkeit nach umgehend aus.
  • Wenn Ihr Auto bei einem Ausweichmanöver beschädigt wird, das Tier aber wieder im Wald verschwunden ist, kann es Probleme bei der Beweisführung geben. Bescheinigt Ihnen der Jagdpächter das Vorliegen eines ihm bekannten Wildwechsels an diesem Straßenabschnitt, so besteht zumindest die Chance, dass die Versicherung doch noch leistet. Glaubwürdige Zeugen helfen bei der Beweisführung ebenfalls weiter.
  • Auch die Größe des Tieres ist entscheidend: Wer aus Tierliebe einem kleinen Hasen oder Fuchs ausweicht und dadurch Schaden erleidet, bekommt diesen nicht ersetzt. Diverse Gerichtsurteile haben entschieden: Ist bei einer Kollision kein großer Schaden am Auto zu erwarten, ist der Fahrer angehalten weiterzufahren, auch wenn er das Tier dabei tötet. Bei einem Hirsch, Reh oder Wildschwein ist Ausweichen erlaubt.
  • Waren Sie zu schnell unterwegs, greift der Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit. Wer allerdings betrunken unterwegs war, muss mit einer Leistungskürzung rechnen.

Übrigens: Abhängig vom Tarif, ist nicht nur der Wildunfall versicherbar, sondern auch die Kollision mit allen Tieren, also der Tierschaden allgemein.

Allianz - Sparschwein Allianz Logo

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Statistik: So häufig passieren Wildunfälle

Allianz - Wildunfall Statistik Häufigkeit

„Alle 2,5 Minuten stirbt ein Reh auf Deutschlands Straßen“, teilte der Deutsche Jagdverband schon 2005 mit – Tendenz bis heute steigend: Die Anzahl der Fälle stieg, über mehrere Jahre betrachtet, deutlich an.

Im Jahr 2012 registrierte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die bisher höchsten Unfallzahlen. Hier gab es rund 258.000 Wildunfälle, die Kosten in Höhe von fast 600 Millionen Euro verursachten. Das sind im Schnitt etwa 2.400 Euro pro Crash.

Was ein Hirsch zum Thema Wildunfall sagt

Jedes Jahr gibt es zahlreiche Zwischenfälle auf deutschen Landstraßen, mit verletzten und auch getöteten Menschen sowie Tieren. Unsere Reporter haben sich auf die Suche nach einem Beteiligten von der Gegenseite gemacht und einen Hirsch aufgespürt. Mit seinem majestätischen Geweih gibt unser imposanter Gesprächspartner Einblick in die Sichtweise der Wald- und Wiesenbewohner und analysiert fehlerhaftes Verhalten bei Mensch und Tier.

Interview: Wildunfälle aus der Sicht eines Hirsches

Allianz - Wildunfall: Hirsch steht im Wald

Weitere häufige Fragen zum Thema Wildunfall

Was möchten Sie noch wissen?

  • Muss ich den Unfall melden, wenn Auto und Tier heil sind?
  • Beeinflusst eine Treibjagd die Haftungsbedingungen?
  • Darf man dem schwerverletzten Tier den Gnadenstoß verpassen?
  • Darf man das verletzte Tier mitnehmen?
  • Ist es strafbar, einfach weiterzufahren?
  • Gibt es Möglichkeiten, Wildtiere von der Straße fernzuhalten?
Muss ich den Unfall melden, wenn Auto und Tier heil sind?

Wenn Sie selbst keinen Schaden bei Ihrer Versicherung geltend machen wollen, so müssen Sie den Unfall dort auch nicht melden. Sinnvoll ist aber nach jeder Berührung mit Wild, den Vorfall der Polizei und dem Jagdpächter mitzuteilen. Immerhin kann das Tier auch später noch sterben oder schwerer verletzt sein, als zuerst angenommen. Der Jagdpächter kümmert sich dann um alles weitere.

Beeinflusst eine Treibjagd die Haftungsbedingungen?

Die Versicherung wird Ihren Schaden auch dann bezahlen, wenn zur Zeit des Unfalls eine Treibjagd in der näheren Umgebung stattgefunden hat. Allerdings muss der verantwortliche Jagdausübungsberechtigte in einem solchen Fall geeignete Maßnahmen zur Verkehrssicherung ergreifen und Schilder aufstellen. Tut er das nicht, kann die Versicherung ihn in Regress nehmen. Auch Ihre eigenen Aufwendungen, zum Beispiel die Selbstbeteiligung, können Sie dann beim Jagdausübungsberechtigten geltend machen.

Darf man dem schwerverletzten Tier den Gnadenstoß verpassen?

Nein. Das dürfen nur Personen, die die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten haben, wie beispielsweise Jäger und Tierärzte.

Darf man das verletzte Tier mitnehmen?

Nein, denn das ist Wilderei. Eine Ausnahme gibt es: Wenn Sie mit dem Tier unverzüglich zum Tierarzt fahren, besteht kein Verdacht auf eine „Aneignungsabsicht“.

Ist es strafbar, einfach weiterzufahren?

Ja. Wenn Sie ein verletztes Tier auf der Straße liegen lassen, dann ist das ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Liegt es mitten auf der Fahrbahn, so verletzen Sie außerdem Ihre Verkehrssicherungspflicht. Nur ein Tatbestand greift bei einem Wildtier-Unfall mit Verlassen der Unfallstelle nicht, nämlich die Fahrerflucht.

Gibt es Möglichkeiten, Wildtiere von der Straße fernzuhalten?

Ja. Bei einem Forschungsprojekt in Schleswig-Holstein wurden entlang von Teststrecken Duftzäune und blaue Reflektoren angebracht, die die Anzahl der Wildunfälle um 80 Prozent zurückgehen ließen. Das Projekt ist aber noch nicht abgeschlossen.

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