Promillefahrt mit ernsten Folgen

Zahlt die Kfz-Versicherung bei Alkohol am Steuer?

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Versicherer darf Sie in Regress nehmen
  • Wer alkoholisiert am Straßenverkehr teilnimmt, gefährdet sich sowie andere – und riskiert hohe Strafen wie Bußgeld, Führerscheinentzug oder Freiheitsstrafe.
  • Bei einem Unfall unter Alkoholeinfluss kommt Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung zunächst für Schäden auf, die Dritte betreffen. Der Versicherer darf Sie nach der Zahlung aber in Regress nehmen, also am Schadenersatz beteiligen.
  • Ob Teil- und Vollkaskoversicherung Schäden an Ihrem Auto zahlen, hängt laut Gesetz von der Blutalkoholkonzentration während der Fahrt ab.
  • Vertraglich regelt dies die sogenannte Trunkenheitsklausel. Sie befreit die Versicherung von der Leistungspflicht, wenn der Versicherungsnehmer betrunken Auto fährt.
Gut zu wissen
Die meisten alkoholbedingten Unfälle, bei denen Menschen verletzt werden, ereignen sich sonntags. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung von Statista aus dem Jahr 2017. Das Statistikunternehmen ermittelte, dass an diesem Wochentag in Deutschland durchschnittlich 3.125 Unfälle nach Alkoholkonsum geschahen. Mittwochs waren es die wenigsten: 1.196 im Schnitt.
Allianz - Kfz-Versicherung Alkoholeinfluss: Balkendiagramm mit Statistik, an welchen Wochentagen sich 2017 die meisten alkoholbedingten Unfälle ereigneten
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Unfall nach Alkoholkonsum

Verursachen Sie unter Alkoholeinfluss einen Autounfall, entschädigt Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung Ihre Unfallgegner. Das Unternehmen kann Sie jedoch anschließend in Regress nehmen, also am Schadenersatz beteiligen. Rechtlich gesehen haben Sie hier nämlich grob fahrlässig gehandelt.

Das trifft übrigens auch zu, wenn Sie den Schaden zwar nicht verschulden, aber alkoholisiert in einen  Autounfall verwickelt sind: Dann tragen Sie in der Regel eine Teilschuld und können ebenfalls vom Versicherer in Regress genommen werden. Die Höhe der Regressnahme ist gesetzlich auf maximal 5.000 Euro begrenzt.

Schäden an Ihrem eigenen Fahrzeug übernimmt regulär die Vollkasko. Nach einer Alkoholfahrt ist diese jedoch unter Umständen teilweise von ihrer Leistungspflicht befreit. Dann muss sie nur einen gewissen Anteil oder gar nichts zahlen – je nachdem, wie viel Alkohol Sie im Blut hatten.

Das sagt das Gesetz

Der Deutsche Verkehrsgerichtstag, ein Gremium aus Juristen und Verkehrsexperten, hat 2010 empfohlen, dass die Vollkaskoversicherung bei einem Alkoholspiegel des Fahrers von 0,5 bis 1,1 Promille die Hälfte ihrer Leistung kürzen darf. Hatte der Fahrer mehr als 1,1 Promille Alkohol im Blut, muss das Versicherungsunternehmen gar nichts übernehmen – und der Versicherte den Schaden komplett aus eigener Tasche zahlen.

Das steht im Versicherungsvertrag

In den allermeisten Verträgen einer Kfz-Versicherung findet sich die sogenannte Trunkenheitsklausel. Dies ist ein Hinweis, dass der Versicherungsnehmer sein Auto nach Alkohol- und Drogenkonsum nicht fahren darf. Diese Vorgabe bezeichnet man in der Kfz-Haftpflichtversicherung als Obliegenheit.

In den Versicherungsbedingungen Ihrer Allianz heißt es zum Beispiel: „Das Fahrzeug darf nicht gefahren werden, wenn der Fahrer durch alkoholische Getränke oder andere berauschende Mittel nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen.“ Missachten Sie diese Klausel, haben Sie Ihre Obliegenheitspflicht verletzt. Bei einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Obliegenheitsverletzung kann die Versicherungsleistung gekürzt werden.

Unabhängig davon müssen Sie nach Alkoholkonsum mit einem Bußgeld und dem Entzug Ihres Führerscheins rechnen.

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Nach Alkoholfahrt

Eine Autofahrt unter Alkoholeinfluss hat nicht nur versicherungsrechtliche Konsequenzen. Einem betrunkenen Fahrer drohen Strafen – selbst wenn er keinen Unfall verursacht.

Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille in eine Routinekontrolle gerät, wird wegen einer Ordnungswidrigkeit belangt. Wer wegen auffälligen Fahrverhaltens kontrolliert wird, kann schon ab einem Promillewert von 0,3 für eine Straftat belangt werden.

Für Fahranfänger in der Probezeit und Autofahrer, die jünger als 21 Jahre sind, gilt die 0,0-Promille-Grenze. Wiederholungstäter und Fahrzeugführer, denen mehr als 1,6 Promille Alkohol im Blut nachgewiesen wurden, müssen sich zusätzlich einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU), dem sogenannten Idiotentest, unterziehen.

Das sind die Promillegrenzen:

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Promillegrenze
Vergehen
Strafe
ab 0,3 Promille Gefährdung des Straßenverkehrs bzw. auffälliges Fahrverhalten bis zu 3 Punkte, ggf. Führerscheinentzug für 1 bis 3 Monate sowie Bußgeld bis zu 1.500 Euro oder Freiheitsstrafe
0,5 bis 1,09 Promille auffälliges Fahrverhalten; Unfall mindestens 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot und 500 Euro Bußgeld; ggf. bis zu 1.500 Euro Bußgeld, mehrmonatiges Fahrverbot und Freiheitsstrafe
ab 1,1 Promille auffälliges Fahrverhalten; Unfall 3 Punkte, Bußgeld bis zu 1.500 Euro, Führerscheinentzug evtl. auf Dauer, Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren, ggf. MPU
Häufige Fragen
  • Wer zahlt, wenn ich unter Alkoholeinfluss mit einem Mietwagen verunglücke?

    Die Buchung eines Mietwagens enthält in Europa und vielen anderen Ländern automatisch eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Diese entschädigt bei einem Unfall die Opfer, die Sie mit Ihrem Leihwagen schädigen. Schäden am eigenen Mietwagen sind damit jedoch nicht versichert.

    Üblicherweise werden Mietwagen deshalb mit einer Vollkaskoversicherung angeboten, die mit und ohne Selbstbeteiligung abgeschlossen werden kann. Die Vollkasko haftet für Schäden, die Sie am Mietwagen verursachen.

    Ein betrunkener Autofahrer handelt jedoch grob fahrlässig. Deshalb kann er – abhängig vom Grad seines Verschuldens, sprich der Promillekonzentration in seinem Blut – vom Mietwagenverleih in Mithaftung genommen werden. Er muss sich dann an der Schadensregulierung und den Reparaturkosten beteiligen.

  • Besteht Versicherungsschutz, wenn ich als Beifahrer bei einer Trunkenheitsfahrt verletzt werde?

    Die Kfz-Haftpflicht des Fahrzeughalters sichert die Mitfahrer sowie den Unfallgegner und dessen Mitfahrer ab. Setzen Sie sich allerdings wissentlich neben einen alkoholisierten Fahrer, verletzen Sie Ihre Sorgfaltspflicht als Beifahrer. Kommt es dann zu einem Unfall, werden Ihnen Ihre eigenen Schäden eventuell nicht vollständig ersetzt.
  • Hat es Auswirkungen auf meinen Führerschein, wenn ich alkoholisiert vom Auto auf das Fahrrad umsteige?

    Ja. Ein Radfahrer gilt laut Gesetz ab einem Wert von 1,6 Promille als fahruntüchtig. Er bekommt dann drei Punkte in Flensburg, eine Geldstrafe und kann seinen Führerschein verlieren. Er müsste dann ebenso wie ein Autofahrer die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) machen, um seine Fahrerlaubnis wiederzubekommen. Bei auffälligem Fahren oder einem Unfall kommt es wie bei Autofahrern bereits ab einem Wert von 0,3 Promille zur Strafanzeige.
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