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Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Um Ihr Motorrad winterfest zu machen, ist eine gründliche Reinigung genau­so wichtig wie der richtige Füll­stand im Tank oder ausreichende Korrosionsschutzmaßnahmen. Unsere Motorrad-Einwintern-Checkliste hilft Ihnen, keinen Schritt zu vergessen.
  • Wer sein Kraftrad im Herbst nur mit einer Plane abdeckt und bis zum Frühjahr stehen lässt, riskiert Batterie-, Korrosions-, Vergaser- und weitere Standschäden.
  • Ihr Motorrad überwintern Sie am besten in einem trock­en­en Garagen- oder Kellerraum. Um die Reifen zu schonen, sollten Sie das Motorrad zum Überwintern aufbocken.
  • Haben Sie Ihr Motorrad richtig eingewintert und trocken gelagert, lässt es sich selbst nach mehreren Jahren einfach und kostengünstig reaktivieren.
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Stellplatz

Das Motorrad überwintern Sie am besten in einem trockenen, nicht zu warmen und gut belüf­te­ten Raum. Ideal sind frostfreie Keller- und Garagenräume. Diese müssen nicht unbedingt be­heizt, sollten aber trocken sein, um optimalen Nässeschutz zu gewährleisten.

Decken Sie die Maschine mit einer atmungsaktiven Decke, Stoffbahn oder einem alten Bett­laken ab. Luftundurchlässige Planen sind nicht geeignet, um Motorräder einzuwintern. Unter ihnen kann sich Schwitzwasser bilden, welches Rostbefall begünstigt.

Steht keine winterfeste Motorradgarage zur Verfügung, haben Sie die Möglichkeit, einen exter­nen Stellplatz anzumieten. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Motorradhändler oder Ihrer Kfz-Werk­statt. Einige Firmen bieten für den Winter trockene und frostfreie Abstellplätze an. Die Kosten fürs Motorradeinwintern hängen von Anbieter, Fahrzeuggröße und Mietdauer ab: Rechnen Sie mit Preisen zwischen sechs und zehn Euro pro Woche bzw. zwischen 30 und 45 Euro pro Monat.

Bei manchen Anbietern umfasst die Stellplatzmiete auch Services wie Reinigung, Batterieausbau und Inbetriebnahme im Frühling. Bei anderen Händlern fallen bei Wintereinlagerung des Zwei­rads zusätzlich zu den Stellplatz-Gebühren weitere Kosten an.

Können Sie Ihr Motorrad im Winter nicht in einem Raum einlagern, muss es draußen überwintern. Für Laternen­parker ist eine blick- und wasserdichte Plane unerlässlich. Im besten Fall reicht sie bis zum Boden und schützt das Motorrad vor Kälte und Nässe.

Für zusätzliche Sicherheit sorgt eine spezielle Motorradplane, die Sie mit einem kleinen Bügel­schloss abschließen. Wählen Sie eine Abdeckhaube mit Sichtfenster. So bleibt Ihr Motorrad­kenn­zei­chen während der Winterpause für Polizei und Co. sichtbar.

Damit sich unter der Abdeckung keine Feuchtigkeit sammelt, sollten Sie das Fahrzeug im Winter von Zeit zu Zeit lüften. Nehmen Sie den Wetterschutz an trockenen Tagen ab und lassen Sie die Feuchtigkeit trocknen. Bei einer Motorrad-Überwinterung im Freien sind regelmäßige Lüftungs­maßnahmen notwendig, um Rostbefall zu vermeiden.
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Vorbereitung
Bevor Sie Ihr Motorrad richtig einwintern können, benötigt es Zuwendung und Pflege. Denn nur mit der richtigen Vorbereitung kommt Ihre Maschine schadenfrei durch die Winterruhe. Mit diesen Tipps machen Sie Ihr Motorrad winterfest:
   

Beginnen Sie beim Motorradeinwintern mit dem Tank. Ob voll oder leer hängt vom Tanktyp (Kunststoff- oder Stahltank) ab. Das heißt: Je nach Material müssen Sie entweder Kraftstoff nachfüllen oder abpumpen:

  • Blechtank: Ein Motorradtank aus Stahl ist von innen nicht lackiert und rostet bei Kontakt mit feuchter Luft. Löst sich der Rost später im Benzin auf, kann er Kanäle im Vergaser oder Einspritzsystem verstopfen. Befüllen Sie den Stahltank daher bis zum oberen Rand mit Kraftstoff (oder – falls abweichend – entsprechend der Herstellervorgaben).
  • Kunststofftank: Motorradtanks aus Kunststoff sollten möglichst leer sein. Verbleiben Benzinrückstände im Tank, können aggressive Kraftstoffbestandteile den Kunststoff angreifen und durch die Tankwand nach außen diffundieren.
Bei Motorrädern mit Vergaseranlagen sollten Sie, bevor Sie das Motorrad einwintern, auch die Schwim­mer­kammern entleeren. Dort sammeln sich sonst Schwebstoffe und Wasser, die zu Ab­la­ger­ungen führen können. Jede Schwimmerkammer hat an ihrem tiefsten Punkt eine spezielle Ablassschraube. Ziehen Sie diese bei geschlossenem Benzinhahn heraus und lassen Sie das Benzin in eine Metallwanne ablaufen. Nach Entleerung verschließen Sie wieder die Ablassschrauben der Vergaser-Schwimmerkammern.
Um das Motorrad winterfest zu machen, ist auch ein Ölwechsel erforderlich. Dazu lassen Sie das Motoröl aus dem warmen Motor ab, tauschen den Ölfilter aus und befüllen den Motor mit fri­schem Öl. Der Grund für den Austausch: Altes Öl enthält aggressive Substanzen, die während der Standzeit Kolben, Laufflächen und Lager angreifen. Motoren mit Hydrostößeln wie bei einer Harley-Davidson könnten sonst während der Winterruhe verharzen.
Checken Sie Füllstand und Konzentration der Kühlflüssigkeit und geben bei Bedarf Frost­schutz­mittel dazu. Denn: Gefriert Kühlwasser zu Eis, können Kühler und Wasserkanäle im Motor platzen.

Gerade vor längeren Ruhephasen sollten Sie die Reifen Ihres Motorrads entlasten. Holzbretter als Unterlage schützen das Gummi vor Bodenfrost und Nässe. Noch besser sind Holzklötze oder Getränkekisten unter dem Motorblock, damit die Räder nicht den Boden berühren. Front- und Heckheber eignen sich optimal als Motorradständer im Winter. Die Kosten sind jedoch höher als bei einer selbst gebauten Aufbockvorrichtung aus Getränkekisten.

Wichtig: Bevor Sie das Motorrad einwintern, Reifendruck prüfen nicht vergessen. Um Standschäden zu vermeiden, benötigen die Pneus in der Winterruhe erhöhten Fülldruck – circa 0,5 bar über Herstellerangabe sind empfehlenswert.  

Schmutz zieht Feuchtigkeit und Rost magisch an: Putzen Sie Ihr Bike mit einem biologisch ab­bau­baren Motorradreiniger. Nach kurzer Einwirkzeit schrubben Sie den Dreck mit einem Schwamm ab. Achten Sie auch auf schlecht zugängliche Bereiche wie Vorderseite des Motors und Unterseite der Auspuffanlage – dort sammelt sich Schmutz besonders gern. Nach der Grundreinigung trocknen Sie alle Fahrzeugteile gut ab. Im Idealfall lassen Sie das Bike für ein paar Stunden in der Sonne stehen.

Säubern Sie Motorradkette und Ritzel mit Kettenreiniger. Anschließend ölen Sie die geputzten Teile ausgiebig mit frischem Kettenspray ein. Der Grund: Kettenfett nimmt im Laufe der Zeit Schmutzpartikel auf, die Kettenrad und Kettenritzel zusetzen können.

Kontrollieren Sie die Ritzel auch auf Verschleiß: Sind die Zähne spitz und haben asymmetrische Flanken, ist es sinnvoll, Kette und Ritzel gegen einen neuen Kettensatz auszutauschen.

Besonders Laternenparker, deren Motorrad im Freien überwintert, sollten bei der Korrosions­pro­phylaxe nicht sparen. Sprühen Sie korrosionsgefährdete Bauteile wie Auspuff, Felgen und Spei­chen sorgfältig mit Konservierungsmittel ein. Denn schon kleine Rostpickel führen hier zu Undichtigkeit.

Eine Versiegelung mit Wachs schützt glatte, lackierte Flächen optimal vor Rostbefall. Ober­fläch­en aus Edelstahl, Chrom und Alu freuen sich ebenfalls über zusätzliche Pflege durch ein Konservierungsspray. "Schmierstellen" wie bewegliche Gelenke und Hebel fetten Sie ordentlich mit sauberem Motorenöl, Fett oder Ballistol ein. Die Fettschicht schützt vor mechanischen Problemen, die durch die lange "Winterstarre" auftreten könnten.

Motorradbatterien mögen weder Frost noch geringe Spannung. Das heißt: Wenn Sie Ihr Motorrad ein­wintern, bauen Sie unbedingt die Batterie aus. Die Motorradbatterie überwintern Sie frostgeschützt an einem trockenen und kühlen Ort (bei etwa zehn Grad Celsius).

Um Kapazitätsverluste durch Tiefentladung zu vermeiden, schließen Sie die Motorradbatterie an ein spezielles Automatikladegerät an. Dieser sogenannte "Ladewächter" hält die Spannung konstant. Alternativ laden Sie den Stromspeicher alle vier bis sechs Wochen kurzfristig nach.

Anders als bei wartungsfreien Motorradbatterien müssen Sie bei herkömmlichen Akkus auch den Säurestand prüfen. Fehlt Flüssigkeit, füllen Sie destilliertes Wasser bis zur oberen Füllhöhe nach. 

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Gut zu wissen: Reparaturen

Hobbyschrauber nutzen die kalte Jahreszeit in der Regel zur Wartung Ihrer Maschine. Eine intensive Analyse des technischen Zustands zeigt, wie stark das Fahrzeug während der Saison gelitten hat und welche Repara­turen not­wen­dig sind. Wichtig ist, dass Sie Service- und Wartungsarbeiten immer ent­sprech­end der Herstellervorgaben ausführen. So bestehen Sie den Motorrad TÜV garantiert.

Selbst wenn Sie Ihr Bike von einem Fachmann durchchecken lassen, eignet sich die Wintersaison optimal: Da Motorradwerkstätten in der kalten Jahreszeit nicht ausgelastet sind, bieten sie häufig Sonderpreise an.

Typische Wartungsarbeiten für die Winterpause sind Telegabelöl-Wechsel, Tausch von Bremsleitungen, Lenkkopflager oder Radlager, Erneuerung des Kettensatzes, Montage und Umbau von Zubehör sowie Änderungen an Fahrwerk, Auspuff und Lackierung.

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Versicherungsschutz

Eine Motorradversicherung ist immer dann notwendig, wenn Sie Ihr Bike im Straßenverkehr bewegen. Planen Sie in der kalten Jahreszeit Aus­fahr­ten mit Ihrer Maschine, sollte zumindest Haftpflichtschutz bestehen.

Für ein eingewintertes Zweirad ist eine Kfz-Versicherung nicht zwingend er­for­derlich. Besonders bei längeren Ruhepausen kann es sich finanziell für Sie lohnen, das Motorrad abzumelden. Das gleiche gilt, wenn Sie die Motorradversicherung wechseln und in der nächsten Saison einen neuen An­bie­ter wählen. 

Mit einem Saisonkennzeichen genießt Ihr Motorrad lediglich in den Zulassungsmonaten vollen Ver­siche­rungs­schutz. Außer­halb der Saison ist Ihr Bike über die Ruheversicherung geschützt. Sie umfasst in der Regel die Leistungen der Motorrad-Haftpflichtversicherung – zum Teil mit Ein­schränk­ungen. Eine Ruhe­ver­sicherung mit Motorrad-Vollkasko ist nicht möglich.

Bedenken Sie beim Saisonkennzeichen, Ihr Motorrad mindestens für sechs Monate am Stück anzu­mel­den. Ansonsten erhöht Ihr Versicherer im näch­sten Jahr nicht die Schadenfreiheitsklasse­ Ihres­ Motorrads. Das heißt: Bei Saisonzulassungen unter einem halben Jahr besteht kein Anspruch auf einen höheren Schaden­freiheitsrabatt.

Tipp: Sie sollten Ihr Motorrad auch abmelden, wenn Sie es verkaufen möchten. Denn beim Privatverkauf geht die Versicherung des Vor­be­sitzers auto­matisch auf den Käufer über. Um sich bei Rechts­streitig­keiten abzusichern, empfiehlt es sich daher, wichtige Angaben in einen Motorrad Kauf­vertrag festzuhalten.

 

Die passende Versicherung
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Häufige Fragen
  • Warum Motorrad im Winter aufbocken?

    Um die Reifen zu schonen und Schäden zu vermeiden, sollten Sie Ihr Motorrad zum Überwintern aufbocken. Denn: Die Maschine steht mehrere Monate am Stück still und sollte im Frühling immer noch runde (nicht eckig verformte) Reifen haben. Sowohl für Vorderrad als auch für Hinterrad gibt es spezielle Montageständer bzw. Aufbockständer.

    Um Ihr Motorrad aufzubocken, ist ein sicherer Stand sehr wichtig. Einen unebenen Untergrund gleichen Standplatten aus, die Sie unter die Maschine schieben.

  • Wann Motorrad einwintern?

    Das Motorrad winterfest machen Biker in der Regel nach Saisonende, also im Herbst. Abhängig von den Wetter­ver­hält­nissen kann dies bereits Ende September, aber auch erst Anfang Dezember der Fall sein. Spätestens, wenn Schnee und Eis die Straßenverhältnisse beeinträchtigen, sollten Sie Ihr Kraftrad einwintern. Diese Motorrad-Einwintern-Tipps helfen bei der Vorbereitung auf die Winterpause.
  • Wie lange kann man ein Motorrad stehen lassen?

    Auf diese Frage gibt es keine pauschale Antwort, da Standschäden am Motorrad bereits nach kurzer Zeit auftreten können, wenn Sie es nicht richtig winterfest machen. Folglich hängt die maximale Standzeit von verschiedenen Fak­toren ab: Dazu gehören die Art der Unterbringung (Stellplatz), das Klima sowie Pflege und Vorbereitung auf die Win­ter­pause. Besonders der Stellplatz hat Auswirkungen auf die Standzeit: Motorräder überwintern in Garagen deutlich besser und länger als im Freien.

    Grundsätzlich gilt: Haben Sie das Motorrad gewartet und richtig "eingemottet", sind Standzeiten von mehreren Jahren möglich, ohne dass Ihr Bike Rostschäden und Co. davonträgt.

  • Motorrad fahren im Winter – was beachten?

    Wer in der kalten Jahreszeit mit seinem Motorrad fahren möchte, sollte auf folgende Punkte besonders achten:

    • Rutschgefahr einkalkulieren: Bei kalten Temperaturen haften Reifen grundsätzlich schlechter am Boden. Doch im Gegensatz zu Pkw gilt für Krafträder keine Winterreifenpflicht. Es gibt inzwischen zwar spezielle Motorrad-Winterreifen, die den Grip-Verlust ausgleichen, dennoch ist Vorsicht geboten.
    • Achtung bei Rollsplitt: Bei trockener Fahrbahn ist Splitt eine der größten Gefahrenquellen für zweirädrige Fahrzeuge und gerade im Winter keine Seltenheit.
    • Reflektoren nicht vergessen: Nicht nur die Fahrbahnbeschaffenheit, auch die Sichtverhältnisse können zum Verhängnis werden. Um bei Dunkelheit für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar zu sein, sollten Motorradfahrer Reflektoren an Ihrer Kleidung anbringen. 
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