Junge Frau steckt Ladekabel in Buchse eines blauen Elektroautos
Steckdose, Wallbox, öffentliche Ladestation

Elektroauto laden: Wo und wie Sie richtig Strom tanken

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Zu Hause laden Sie Ihren batteriebetriebenen Pkw an Haushalts­steckdose oder Wand­lade­station ("Wallbox") auf. Unterwegs stehen Elektroauto-Fahrern deutschlandweit über 19.400 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung.
  • Wie lange es dauert, bis Ihr E-Auto geladen ist, hängt von der Ladetechnik des Kfz und der Ladeleistung der Stromquelle ab: An der Steckdose nimmt der Ladevorgang bis zu 15 Stunden in Anspruch. An Wallbox und öffentlichen Ladesäulen sind es zwei bis sechs Stunden.
  • In unter einer Stunde laden Elektroautos an Schnell­lade­stationen, die unter anderem an Autobahnraststätten installiert sind. An öffentlichen Ladesäulen bezahlen Sie meist per Ladekarte oder Smartphone-App.
  • Wer einen Stromer regelmäßig von null auf 100 Prozent volllädt, strapaziert seinen Lithium-Ionen-Akku. Flache Ladezyklen, zum Beispiel von 50 auf 70 Prozent, schonen hingegen die Batterie.
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E-Tankstelle finden
In Deutschland können Sie Ihr E-Auto an über 19.400 Ladestationen "auftanken". Zum Vergleich: Im zweiten Quartal 2018 erfasste das digitale Ladestationen-Verzeichnis "ChargeMap" weniger als 9.000 Ladepunkte für E-Autos. Staat und Industrie treiben den Ausbau der Ladeinfrastruktur immer weiter voran. Bereits jetzt sind deutschlandweit mehr Stromtankstellen verfügbar als reguläre Tankstellen für Diesel und Benziner.
Infografik zur Anzahl der Ladestationen in Deutschland

Parkhaus und öffentlicher Parkplatz: Dort stehen die meisten Ladestationen

Laut "ChargeMap" befindet sich 2020 rund jede vierte deutsche Ladestation in einem Parkhaus oder auf einem öffentlichen Parkplatz. Etwa 13 Prozent der E-Tankstellen sind an öffentlichen Straßen gelegen, mehr als sieben Prozent gehören zu Hotels. Rund 1,5 Prozent der Ladestationen für Elektrofahrzeuge sind privat.

Bayern hat das dichteste E-Tankstellen-Netz

Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) waren Ende 2019 über 5.600 öffentliche Ladepunkte für Elektroautos im Freistaat Bayern installiert. Auf Platz zwei und drei folgen Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit 2.739 und 2.525 E-Tankstellen.

Das bundesweite Städte-Ranking führt München an: In der Landeshauptstadt hatten E-Fahrzeughalter Ende 2019 die Wahl zwischen über 1.100 Ladepunkten. Ähnlich hoch ist die Ladesäulen-Dichte in Hamburg und Berlin mit 1.070 und 974 öffentlichen E-Tankstellen.

Die nächste Ladestation finden Sie per Online-Karte oder App

Online-Verzeichnisse und Smartphone-Apps erleichtern Elektroauto-Fahrern die Suche nach nahegelegenen Stromtankstellen. Die Bundesnetzagentur beispielsweise bietet auf ihrer Website eine regelmäßig aktualisierte Liste der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland an. Zusätzlich ist eine  Ladesäulenkarte verfügbar, die unter anderem eine Umkreissuche ermöglicht.

Kostenlose Ladestationen-Finder stellen auch Websites wie "E-Tankstellen-Finder" oder "SmartTanken" zur Verfügung. Zu den Online-Portalen gehört meist auch eine App. Wer sie auf sein Smartphone lädt, kann per Standortsuche die nächstgelegene Stromtankstelle ausfindig machen.

Wichtig: Informieren Sie sich vorab online oder per Smartphone-App, welche Ladestation in der Nähe für Ihr Elektroauto geeignet ist. Ist Ihr E-Pkw mit einem Typ-2- oder CCS-Stecker ausgestattet, können Sie in der Regel jede öffentliche E-Tankstelle nutzen.

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Stromtankstellen
Zu Hause versorgen Sie Ihr Elektroauto an der Haushaltssteckdose oder Wandladestation mit Strom. Unterwegs sind öffentliche Ladestationen mit Wechsel- und Gleichstrom verfügbar. Letztere ermöglichen einen besonders schnellen Ladevorgang.
Frau schließt Elektroauto über Ladekabel an öffentlicher Ladestation an

Schnellladesysteme sind besonders leistungsfähig

Wer sich einen Stromer zulegt, lädt das Fahrzeug in der Regel zu Hause an Haushaltssteckdose oder Wand­lade­station ("Wallbox") auf. Wallboxen erreichen eine Ladeleistung von elf bis 44 Kilowatt (kW) und arbeiten mit Wechselstrom (AC). Haushaltsübliche Schutzkontakt­steckdosen (Schuko-Steckdosen) leisten maximal 2,3 kW.

Leistungsfähiger sind öffentliche Ladestationen, die zum Beispiel an Autohöfen und Autobahnraststätten installiert sind. Handelt es sich um Schnellladesysteme, die mit Gleichstrom (DC) arbeiten, sind Ladeleistungen von bis zu 170 kW möglich. Das entspricht einer Ladezeit von unter einer Stunde.

Ladekabel verbindet Ladestation mit Elektroauto

Das Laden eines E-Autos ist vergleichbar mit dem Auftanken eines Pkw mit Verbrennungsmotor: Anstelle des Benzin- oder Diesel-Zapfhahns schließen Sie einen Ladestecker an die Buchse Ihres Stromers an. Über das Ladekabel versorgt die Ladestation den Lithium-Ionen-Akku im Fahrzeug mit neuer Energie.

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Ladevorgang
Um den Akku Ihres Elektroautos an der Haushaltssteckdose mit neuer Energie zu versorgen, benötigen Sie ein Mode-2-Kabel, an öffentlichen Ladesäulen ein Mode-3-Kabel. An Schnellladestationen nutzen Sie das fest an der Stromzapfsäule angebrachte Kabel, um Ihr E-Mobil zu betanken.
  • Für das Laden an Schuko-Steckdosen nutzen Sie ein Mode-2-Ladekabel, das Autohersteller oft werksseitig mitliefern. Auf der einen Seite ist ein Stecker angebracht, der mit der Ladebuchse des E-Autos kompatibel ist. Am anderen Ende befindet sich ein Schuko-Stecker, der in die Steckdose passt.
  • Laden Sie Ihr Elektrofahrzeug an einer öffentlichen Ladestation mit Wechselstrom, benötigen Sie ein Mode-3-Ladekabel. Dieses ist in der Regel nicht im Lieferumfang des E-Autos enthalten. Steuern Sie unterwegs regelmäßig Lade­sta­tio­nen an, lohnt es sich, ein solches Kabel anzuschaffen.
  • Um Stromer an DC-Ladesäulen mit Gleichstrom zu laden, benötigen Sie kein separates Ladekabel. Die dicken und schweren Ver­bin­dungs­kabel sind fest an der Schnell­ladestation angebracht.

Je nach Stecker sind E-Autos für verschiedene Ladestationen geeignet

An welchen Ladeanschlüssen Sie ein vollelektrisches Fahrzeug "betanken" können, hängt davon ab, welches Stecker-System sich an Bord des Fahrzeugs befindet.

Standard in Europa sind Typ-2-Stecker ("Mennekes-Stecker"). Neu installierte Ladestationen sind in der Regel mit einem Typ-2-Anschluss für Wechselstrom (AC) ausgestattet. E-Auto-Modelle aus Nordamerika und Asien besitzen häufig einen Typ-1-Stecker. Über das mitgelieferte Ladekabel, das auf einer Seite einen gängigen Typ-2-Stecker hat, lassen sich die Fahrzeuge ohne Adapter an AC-Ladesäulen anschließen.

Der Combined Charging System-Stecker (CCS-Stecker) hat sich als europäischer Standard für Schnellladestationen mit Gleichstrom (DC) etabliert. E-Autos japanischer Hersteller wie Nissan, Mitsubishi und Kia besitzen oft einen ähnlich leistungsfähigen "CHArge de MOve"-Stecker (CHAdeMO). Beide DC-Systeme ermöglichen hohe Ladeleistungen von über 100 Kilowatt.

Das Gleichstrom-Ladesystem Tesla Supercharger der gleichnamigen E-Automarke erzielt Leistungen von bis zu 120 kW. Weltweit betreibt Tesla rund 16.000 Supercharger-Anschlüsse. In Deutschland befinden sich derzeit mehr als 70 Standorte. Andere Autofabrikate sind mit Tesla-Ladestationen nicht kompatibel.

Gängige Ladestecker für Elektroautos im Überblick:

Wischen um mehr anzuzeigen

Steckersystem Stromart Maximale Ladeleistung Schnellladen möglich
Schuko Wechselstrom 2,3 kW nein
Typ 1 Wechselstrom 7,4 kW nein
Typ 2 Wechselstrom 22 kW nein
CHAdeMO Gleichstrom 100 kW ja
Tesla Supercharger Gleichstrom 120 kW ja
CCS Wechselstrom/Gleichstrom 170 kW ja
Illustration Info: Gut zu wissen
Gut zu wissen: AC-/DC-Laden
Illustration Info: Gut zu wissen

Grundsätzlich gilt: Je leistungsfähiger die Stromtankstelle, desto höher die Ladeleistung. An einer 230-Volt-Haushaltssteckdose ist die Ladeleistung mit 2,3 kW zum Beispiel deutlich geringer als an einer 22-kW-Wallbox.

Daneben beeinflusst die technische Ausstattung des E-Fahrzeugs, welche maximale Ladeleistung es erreicht. E-Auto-Batterien speichern ausschließlich Gleichstrom (DC). Haushaltssteckdosen und die meisten Ladestationen geben allerdings Wechselstrom (AC) ab. Um den Akku zu laden, ist es deshalb notwendig, den Wechselstrom in Gleichstrom umzuwandeln. Dies ist auf zwei verschiedene Arten möglich:

  • AC-Laden: Jedes E-Fahrzeug besitzt ein On-Board-Ladegerät, das AC in DC umwandeln kann. Die Ladeleistung variiert je nach eingebautem Ladegerät. Ein VW e-up! lädt beispielsweise mit bis zu 7,2 kW, ein Renault ZOE mit maximal 22 kW.
  • DC-Laden: Ist in der Ladestation ein "Gleichrichter" verbaut, wandelt dieser Wechselstrom direkt in Gleichstrom um – und lädt die E-Auto-Batterie deutlich effektiver. An DC-Schnellladesäulen erreichen Renault ZOE oder Nissan LEAF eine maximale Ladeleistung von 50 kW. Bei Luxus-Stromern wie Teslas Model S oder Model X sind bis zu 142 kW möglich.
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Ladezeit

Betanken Sie Ihr E-Auto mit Strom aus der Schuko-Steckdose, nimmt der Ladevorgang bis zu 15 Stunden in Anspruch. Schneller geht es, wenn Sie in Ihrer Garage eine Wandladestation installiert haben oder eine öffentliche AC-Ladestation ansteuern. Die meisten E-Modelle sind nach zwei bis sechs Stunden wieder startklar. An DC-Schnellladestationen ist die Aufladung nach 30 bis 60 Minuten abgeschlossen.

Ladesystem und Akku-Kapazität beeinflussen die Ladedauer

Wie lange Ihr E-Fahrzeug an der E-Tankstelle lädt, bis es startklar ist, hängt von mehreren Faktoren ab:

  1. Art der Ladestation: Je leistungsfähiger die Strom­tank­stelle, desto kürzer die Ladezeit des Elektroautos. Schließen Sie den Stromer an eine öffentliche Schnell­lade­station an, ist der Ladevorgang deutlich zeitsparender als an der heimischen Wallbox.
  2. Akkukapazität: Je mehr Energie die Elektroauto-Batterie speichert, umso länger ist die Ladedauer. Bis ein Tesla Model S mit 100-kWh-Akku an einer 11-kW-Ladestation einen kompletten Ladezyklus durchlaufen hat, vergehen rund 9,5 Stunden. Bei einem Volkswagen e-Golf mit knapp 32 kWh Batterie­kapa­zität sind es drei Stunden.
  3. Ladestand: Je voller der Akku bei Ladebeginn, desto langsamer ist der Ladevorgang. Der Grund: Sobald ein Ladestand von 80 Prozent erreicht ist, reduzieren Ladestationen ihre Leistung und verlangsamen den Ladeprozess. Nur so können sie die Batterie schonend auf 100 Prozent vollladen.
  4. Ladetechnik: Elektroautos mit geringer Akkukapazität können die Ladeleistung an DC-Schnell­lade­sta­tio­nen häufig nicht voll nutzen. Trotz DC-Laden dauert es länger, bis die Batterie geladen ist.
  5. Außentemperatur: Im Hochsommer oder bei Minus­graden erhöht sich die Lade­zeit bei Lithium-Ionen-Akkus. Am schnell­sten aufgeladen sind E-Auto-Batterien bei 15 bis 25 Grad Celsius.

Je höher der Stromverbrauch, desto häufiger laden Sie das E-Auto

Wie oft Sie Ihr Elektrofahrzeug laden, hängt davon ab, welche Kapazität der Akku hat, wie viel Strom das Kfz verbraucht und wie schnell Sie damit unterwegs sind. Grundsätzlich gilt: Je geringer der Stromverbrauch und je leistungsstärker der Akku, desto höher die Reichweite – und desto seltener laden Sie nach.

Pendeln Sie mit einem vollelektrischen City-Flitzer wie dem VW e-Golf im Stadtverkehr zur Arbeit, reicht eine Batterieladung pro Woche meist aus. Legen Sie mit dem Stromer längere Distanzen auf der Autobahn zurück, sind oft mehrere Ladestopps erforderlich. Der Grund: Bei hohen Geschwindigkeiten steigt der Stromverbrauch.

E-Autos mit geringer Batteriekapazität, zum Beispiel der Seat Mii electric Plus mit rund 32 Kilowattstunden (kWh), benötigen häufig bereits nach 200 Kilometern einen "Refill". Ein Jaguar I-Pace mit 90 kWh Akku-Kapazität schafft über 350 Kilometer, bis die Batterie leer ist.

Laden Sie den Akku Ihres Elektroautos nicht voll auf

Wer sein E-Mobil von 0 auf 100 Prozent volllädt, strapaziert auf Dauer die Batterie. Schonender für den Lithium-Ionen-Akku sind flache Ladezyklen: Laden Sie den Energiespeicher regelmäßig von 50 auf 70 Prozent oder von 30 auf 60 Prozent auf, bleibt er länger leistungsfähig. Positiver Nebeneffekt: Kürzere Ladephasen sparen Zeit.

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Kosten
Die Ladekosten hängen davon ab, ob Sie Ihr E-Auto zu Hause oder an öffentlichen Ladestationen betanken. Nutzen Sie den Strom aus Ihrer eigenen Steckdose oder Wallbox, zahlen Sie im Schnitt 30 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Je nach Akku-Kapazität kostet eine volle Batterie­ladung für Ihr E-Fahrzeug zu Hause zehn bis 20 Euro. An öffentlichen Ladesäulen zahlen Sie bis zu 40 Cent pro kWh. Bei kleinen Stromern sind pro "Tank­füllung" zwölf bis 14 Euro fällig, bei leistungs­stärkeren Modellen bis zu 28 Euro.
Schwarzes Elektroauto wird auf einer Straße geladen

So zahlen Sie Ladekosten zu Hause und unterwegs

Schließen Sie Ihren Stromer an die heimische Steckdose oder Wand­lade­station an, zapft er Energie aus Ihrem Haushaltsnetz ab. Die E-Auto-Ladekosten zahlen Sie mit Ihrer monatlichen Strom­abrechnung. Öffentliche Ladestationen bieten unterschiedliche Bezahl­modelle an. Je nach Anbieter erfolgt die Abrechnung nach Zeit (in Minuten), nach Verbrauch (in kWh) oder pauschal pro Ladevorgang.

  • Smartphone-App: Bezahlen per Smartphone ist an immer mehr Ladestationen möglich. Sie scannen den QR-Code an der Ladesäule, melden sich per App als Elektroauto-Nutzer an und starten den Ladevorgang. Die Ladekosten begleichen Sie über die in der App hinterlegte Zahlungsart.
  • Plug & Charge: An "Plug & Charge"-Ladestationen starten Lade- und Bezahlvorgang, sobald Sie das Ladekabel an Ihr E-Auto anschließen. Die Authen­ti­fi­zie­rungs­daten sind einmalig im Elektro­fahrzeug hinterlegt. Ab dann erkennt jede "Plug & Charge"-Ladesäule Ihren Pkw automatisch.
  • EC- oder Kreditkarte: Kartenzahlung ohne vorherige Anmeldung ist an den wenigsten Ladestationen möglich. Nutzen Sie EC- oder Kreditkarte, ist in der Regel eine Authentifizierung an der Ladesäule erforderlich.
  • SMS: Vereinzelt können Sie die Ladekosten für Ihr E-Auto per SMS über Ihren Mobilfunkvertrag oder Ihr Prepaid-Guthaben abrechnen lassen. Voraussetzung ist, dass Ihr Mobilfunkanbieter diese Zahlungsart zulässt.
  • Barzahlung: Ladestationen mit Kassenautomaten, an denen Sie ohne vorherige Anmeldung bar zahlen, sind selten. Denn "E-Tankautomaten", die Geld annehmen und Wechselgeld ausgeben, sind für Betreiber mit hohem Wartungsaufwand verbunden.
  • Ladekarte: Um an einer Ladestation mit Ladekarte Strom zu tanken, registrieren Sie sich vorab bei einem der deutschlandweit über 300 Ladekarten-Anbieter. Tarif und Zahlungsweise sind vertraglich vereinbart. An der Ladesäule zahlen Sie in der Regel kontaktlos über den RFID-Chip Ihrer Karte. Immer mehr Kartenanbieter schließen sich in Netzwerken (z.B. Hubject, ladenetz.de, e-clearing.net) zusammen. So können Sie mit einer Ladekarte deutschlandweit an vielen verschiedenen Ladestationen tanken ("E-Roaming").

Welche Ladekarte sinnvoll ist, hängt von E-Auto-Nutzung ab

Mit oder ohne Vertrag, mit Prepaid-Guthaben oder Flatrate: Die Auswahl an Ladekarten ist groß. Mit welcher Variante Sie am günstigsten fahren, hängt davon ab, wo und wie häufig Sie Ihr Kfz "betanken".

Sind Sie Gelegenheitsfahrer oder laden Sie Ihr Elektrofahrzeug hauptsächlich zu Hause, reicht eine Prepaid-Ladekarte aus. Nutzen Sie den vollelektrischen Pkw vorwiegend für Fahrten in Ihrer Heimatregion, bietet sich die Ladekarte eines örtlichen Stromanbieters an. Sind Sie mit Ihrem Stromer in ganz Deutschland unterwegs, lohnt sich die Anmeldung bei einem E-Roaming-Anbieter. So bleiben Sie bei der Wahl der Ladestation flexibel und tanken zum örtlichen Strompreis plus einer geringen Roaming-Gebühr. Flatrates lohnen sich vor allem für Vielfahrer. Für eine monatliche Pauschale von beispielsweise 15 Euro können Sie an teilnehmenden Stromtankstellen beliebig viel Energie nachladen.

Welches Elektroauto Sie fahren, spielt bei der Wahl der Ladekarte keine Rolle. Standard-Ladestationen mit Typ-2- oder CCS-Stecker sind mit allen E-Modellen kompatibel. Entsprechend können Sie Ihr E-Mobil an allen Zapfsäulen Ihres Ladekarten-Anbieters laden – egal, ob Sie einen Fiat 500e oder einen Mercedes EQV fahren.

Haben Sie sich für einen Anbieter entschieden, bestellen Sie die Ladekarte online. In der Regel füllen Sie ein Kontaktformular aus, in dem Sie neben dem gewünschten Tarif die Zahlungsart angeben. Anschließend erhalten Sie die Ladekarte innerhalb weniger Tage per Post.

Gut zu wissen: Gratis-Ladestation
Illustration Info: Gut zu wissen

Gratisstrom tanken E-Auto-Fahrer zum Beispiel auf Parkplätzen großer Supermarktketten, Schnellrestaurants, Baumärkte oder Möbelhäuser. Daneben bieten immer mehr Behörden und öffentliche Parkhäuser unentgeltliche Batteriefüllungen an – teils sogar mit Ökostrom.

In Autobahnnähe stellen Discounter vereinzelt Schnelladesysteme zur Verfügung, an denen Sie Elektrofahrzeuge gebührenfrei in 30 bis 60 Minuten "volltanken" können. Für einige Ladesäulen benötigen Sie eine RFID-Karte, die Sie kostenlos an der Kasse erhalten.

Gratis-Ladestation für Ihr E-Auto finden Sie per App

Kostenlose Ladepunkte machen Sie am einfachsten mithilfe Ihres Smartphones ausfindig. Apps wie "Mehr-Tanken", "SmartTanken Ladestationen" oder "ChargeMap" bieten Suchfunktionen, über die Sie Gratis-E-Tankstellen in der Umgebung herausfiltern. Ebenfalls hilfreich: Ladestationen-Verzeichnisse wie "E-Tankstellen-Finder" oder "GoingElectric". Die interaktiven Karten der Online-Portale lassen sich so einstellen, dass sie nur kostenlose Ladesäulen anzeigen.

Illustration Info: Gut zu wissen
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Steckdose & Wallbox
Ihre private Ladestation montieren Sie in der Regel an der Garagen- oder Hauswand. Daher der Name "Wallbox". Heim-Lade­stationen erhalten Sie bei Auto­her­stellern, Strom­an­bie­tern und in Elektro­fach­märkten. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Anbieter vom Hersteller Ihres E-Autos geprüft und gelistet ist.
Weißes Elektroauto wird zu Hause geladen

Elektroauto laden an der Steckdose ist eine Notlösung

Wer ein Mode-2-Kabel für sein E-Mobil besitzt, kann das Fahrzeug damit an jeder haushalts­üblichen Schuko-Steckdose anschließen. Laden Sie das Kfz regelmäßig zu Hause, lohnt sich die Anschaffung einer Wandladestation. Eine Wallbox ist wie ein Elektroherd an 400-Volt-Starkstrom angeschlossen und erzielt Ladeleistungen von 3,7 bis 22 kW. Batteriebetriebene Kfz laden an einer Wallbox bis zu zehnmal schneller als an einer regulären Steckdose mit 2,3 kW Ladeleistung.

Das stundenlange Aufladen eines E-Fahrzeugs kann reguläre Haushalts­steck­dosen zudem überlasten. Das Ladekabel überhitzt und verursacht schlimmstenfalls einen Kabelbrand. Eine Wandladestation bietet mehr Sicherheit. Moderne Wallboxen mit Strom­über­wachung erkennen Störungen und reagieren darauf, indem sie den Ladevorgang sofort abbrechen. Je nach Modell steuern Sie die Wand­lade­station meist über Smartphone oder Tablet. Per App können Sie den Ladevorgang jederzeit starten und stoppen.

Wallbox kostet rund 500 bis 2.000 Euro

Zuverlässige Wandladestationen für Garage, Carport und Co. erhalten Sie ab 600 Euro. Je nach Ausstattung und Zusatzfunktionen erhöht sich der Preis auf bis zu 2.500 Euro. Hinzu kommen Kosten für die Installation – je nach geplantem Ladestandort sollten Sie zwischen 500 und 1.000 Euro einkalkulieren.

Wichtig: Überlassen Sie das Anbringen der Wallbox einem Profi. Ein Elektroexperte kennt die Sicherheits­standards und weiß, welcher Platz am besten für den Ladeanschluss geeignet ist. In der Regel ist die Installation in jedem Haus möglich. Die meisten Heim-Ladestationen sind sehr leicht und lassen sich auch an älteren oder verputzten Hauswänden sicher montieren.

Auch Mieter können private Ladestation installieren

Wollen Sie auf dem Parkplatz einer gemieteten Immobilie eine Wallbox oder Ladesäule montieren, benötigen Sie die Zustimmung Ihres Vermieters. Die Kosten für die private Stromtankstelle zuzüglich Montage tragen Sie selbst.

Bei Gemeinschaftseigentum wie einer Tiefgarage ist das Einverständnis aller Miteigentümer erforderlich, bevor Sie eine Wallbox installieren. Damit anderen Bewohnern keine Zusatzkosten entstehen, ist ein separater Stromzähler für die Ladestation empfehlenswert.

Übrigens: Ihren privaten Ladeanschluss können Sie mit anderen E-Auto-Fahrern teilen, indem Sie ihn per App vermieten. Beim "Wallbox Sharing" bestimmen Sie selbst, was eine Batterieladung an Ihrer Ladestation kostet.

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Häufige Fragen
  • Wie fördert der Staat Elektroautos?

    Den Kauf eines vollelektrischen Pkw bezuschusst die Bundesregierung mit einem Umweltbonus von bis zu 6.000 Euro. Zusammen mit dem Herstelleranteil erhalten Sie im Zuge des Corona-Konjunkturpakets aktuell maximal 9.000 Euro. Die "Innovationsprämie" ist bis Ende 2021 befristet. Die Elektroauto-Förderung erhalten Sie auf Antrag über die Website des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

    Daneben fördern Bundesländer und Städte Elektromobilität mit unterschiedlichen Vergünstigungen und Zuschüssen, etwa für die Installation privater Ladestationen. Für E-Autos, die Sie bis 31. Dezember 2020 neu zulassen, zahlen Sie zudem zehn Jahre keine Kfz-Steuer.

  • Gibt es Elektroautos mit Solarspeicher?

    Batteriebetriebene Fahrzeuge, die sich über Solarzellen selbst aufladen, sind bislang nicht erhältlich. Allerdings haben Sie die Möglichkeit, Ihr E-Mobil mit selbst erzeugtem Solarstrom zu betanken. Produzieren Sie mit einer Photovoltaikanlage Ökostrom, können Sie ihn in Ihre private Wallbox oder Ladesäule einspeisen.

    Voraussetzung: Ihre Solaranlage produziert zusätzlich zum Stromverbrauch im Haushalt mindestens 1,4 kW Sonnen­energie. Steht während des Ladevorgangs weniger Strom aus dem Solarspeicher zur Verfügung, bezieht die Ladestation den Rest automatisch aus dem öffentlichen Stromnetz.

  • Können Elektroautos das Stromnetz überlasten?

    Die Angst, dass Deutschlands Stromnetz durch die zunehmende Anzahl an E-Fahrzeugen zusammenbrechen könnte, ist unbegründet. Laut dem Energiekonzern Energie Baden-Württemberg (EnBW) könnte die heutige Netzstruktur rund 13 Millionen Elektroautos mit Strom versorgen. Von dieser Zahl ist die Bundesrepublik weit entfernt: Bei reinen Elektroautos verzeichnete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) Anfang 2020 knapp 7.500 Neuzulassungen.
  • Kann ich die Ladekosten für mein Elektroauto von der Steuer absetzen?

    Nein. Die Stromkosten für das Laden Ihres E-Autos können Sie in Ihrer Einkommenssteuererklärung nicht geltend machen.

    Als Arbeitnehmer profitieren Sie allerdings von Steuervorteilen: Laden Angestellte ihr privates Elektroauto kostenlos beim Arbeitgeber, ist die Nutzung für sie steuerfrei. Wer einen vollelektrischen Dienstwagen auch privat fährt, kann sich die Ladekosten vom Arbeitgeber steuerfrei erstatten lassen.

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