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TÜV abgelaufen: Versicherungsschutz
Unterwegs mit Mängeln am Pkw

Zahlt die Kfz-Versicherung bei abge­lau­fe­nem TÜV?

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Kommt es durch technische Fehler, die bei fristgerechter TÜV-Unter­suchung hätten behoben werden können, zu einem Unfall, übernimmt die Kfz-Haftpflicht Schäden Dritter. Der Auto­­ver­sicherer kann Ver­si­che­rungs­­nehmer mit abgelaufenem TÜV aber an den Kosten beteiligen.
  • Bei Regressnahme des Versicherten muss die Unfall­ursache durch ein Gutachten nachgewiesen werden.
  • Ist die TÜV-Plakette mehr als zwei Monate abgelaufen, drohen 15 bis 60 Euro Bußgeld. Ab einer TÜV-Über­ziehung von acht Monaten gibt es zusätzlich einen Punkt in Flensburg.
  • Haben Sie eine Allianz Autoversicherung abgeschlossen, greift der Versicherungsschutz in der Regel auch bei grober Fahr­lässig­keit.
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Versicherungsschutz
Die meisten Autoversicherer übernehmen Schäden auch, wenn Sie den TÜV überziehen. Je nach Versicherung können Leistungen jedoch entfallen, wenn die Hauptuntersuchung (HU) Ihres Pkw abgelaufen ist und Sie aufgrund technischer Mängel einen Unfall verursachen. Außerdem kann Ihr Kfz-Versicherer Sie in Regress nehmen und am Schadenersatz beteiligen.

Kfz-Versicherung gilt meist trotz Fahren ohne TÜV

Bewegen Sie einen Pkw mit abge­laufenem TÜV im öffentlichen Straßen­verkehr, werten Kfz-Versicherer dies meist als leichte Fahr­lässigkeit. Grob fahrlässig wäre es, wenn Sie mit abge­laufenem TÜV unterwegs sind und wissen, dass an Ihrem Auto etwas defekt ist. Einige Kfz-Versicherer schließen die Schutz­leistung von vornherein aus, wenn Sie den TÜV über­ziehen. Die Versicherung erstattet dann keine Kosten und Sie zahlen den Schaden selbst.

Welche Kosten über­nimmt Kfz-Versicherung?

Angenommen, Sie verursachen mit abgelaufenem TÜV einen Auffahr­unfall. Und das nur, weil technische Mängel an Ihrer Brems­anlage vorliegen, die eine Prüfstelle bei fristgerechter HU entdeckt hätte. Zwar kommt Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung zunächst für Sach- und Personen­schäden auf, die Dritten durch den Autounfall entstehen. Da Sie den TÜV überzogen haben, kann die Versicherung Sie im Anschluss aber in Regress nehmen und bis zu 5.000 Euro der entstandenen Kosten von Ihnen zurück­fordern.

Denn: Die Unfall­schäden sind auf Ihre Obliegen­heits­verletzung als Versicherungs­nehmer (= mit oder ohne Vorsatz versäumte TÜV-Abnahme) zurückzuführen. Vorausgesetzt, ein Gutachter weist nach, dass Mängel an Ihrem Pkw bei termingerechter TÜV-Untersuchung festgestellt worden wären und der Unfall so hätte vermieden werden können.

Welche Schäden deckt die Teilkasko ab?

Glasbruch als Folge eines Autounfalls zahlt Ihre Teilkasko in der Regel auch dann, wenn der Unfall mit bestandenem TÜV hätte vermieden werden können. Bezweifelt der Ver­sicherer allerdings den fahr­tüchtigen Zustand Ihres Pkw zum Unfall­zeit­punkt, kann er wie bei der Kfz-Haft­pflicht Regress­ansprüche erheben und Sie auffordern, einen Teil der Schaden­summe selbst zu zahlen. Das gilt auch bei einem Wildunfall.

Wann springt die Vollkasko ein?

Die Vollkasko deckt alle Schäden an Ihrem eigenen Pkw ab. Auch hier gilt: Wenn Sie den TÜV überziehen, kann die Versicherung Sie am Schaden­ersatz beteiligen. Dazu muss der Versicherer durch ein Gut­achten belegen, dass eine frist­gerechte TÜV-Abnahme den Schaden verhindert hätte – zum Beispiel, wenn Sie mit intakten Bremsen keinen Auffahr­unfall verursacht hätten. Schäden durch Vandalismus am Auto reguliert die Vollkasko unabhängig davon, ob der TÜV des Fahrzeugs abgelaufen ist.

Jedoch soge­nan­nte Be­triebs­scha­den müssen die Ver­sicherer nicht übernehmen. Das heißt, wenn Sie beispielsweise falsch getankt haben, zahlen Kfz-Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko generell nicht.

Leistungen
In der Regel zahlt Ihre Allianz. Denn die Allianz Autoversicherung greift auch bei grober Fahr­lässig­keit – egal ob Sie Kfz-Haft­pflicht oder Kaskoversicherung abge­schlossen haben. Je nach Schadenfall gibt es bei der Kasko­versicherung jedoch Ein­schränkungen. Haben Sie zum Beispiel nicht nur den TÜV über­zogen, sondern stehen auch unter Alkohol­einfluss, wenn Sie einen Autounfall haben, riskieren Sie Ihren Versicherungsschutz. Schäden an Ihrem eigenen Pkw zahlen Sie dann unter Umständen selbst.
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Definition & Fristen

Bei der Hauptuntersuchung werden unter anderem Lenkung, Motor und Bremsen auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft. Ziel ist, die Verkehrs­sicherheit des Fahr­zeugs zu bestätigen und Auto­unfälle zu vermeiden. Die HU ist seit 1. Dezember 1951 in Deutschland für Kraft­fahr­zeuge vorgeschrieben und umgangs­sprachlich als TÜV bekannt.

Woran erkenne ich, wann der nächste TÜV fällig ist?

Bei privat genutzten Neu­fahr­zeugen ist die HU erstmalig 36 Monate nach Zulassung fällig. Danach müssen Pkw, Motorräder und Wohnmobile alle zwei Jahre zur TÜV-Abnahme. Wann die nächste HU ansteht, ist auf der HU-Pla­kette (am hinteren Kfz-Kennzeichen angebracht), im letzten HU-Prüf­bericht oder in den Fahr­zeug­papieren vermerkt.

Wie lese ich die TÜV-Plakette richtig?

Die auf der TÜV-Plakette vermerkten Zahlen zeigen an, wann die nächste Haupt­unter­suchung ansteht. Die Jahreszahl finden Sie in der Mitte der Plakette, den Monat der Prüfung vertikal darüber. Auf dem Beispiel­bild wäre die nächste HU im März 2021 fällig.

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Gut zu wissen: COVID-19

Trotz Corona-Krise sind Sie dazu ver­pflichtet, Ihr Auto zur HU zu bringen, wenn die Prüffrist abläuft. Unter Ein­hal­tung von Abstands- und Hygiene­vorschriften führen TÜV, DEKRA und andere Prüfstellen weiterhin Fahr­zeug­unter­suchungen durch. Um Wartezeiten und Kundenandrang zu vermeiden, buchen Sie Ihren Termin am besten vorab online oder telefonisch.

Fahrzeughalter, die sich in häuslicher Quarantäne befinden oder zu einer Risiko­gruppe gehören, können beispielsweise Freunde oder Familie darum bitten, ihr Gefährt zur Sicherheits­prüfung zu bringen.

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Häufige Fragen
  • TÜV überziehen: Was muss ich bei Saisonkennzeichen beachten?

    Nutzen Sie ein Fahrzeug mit Saisonkennzeichen, dürfen Sie es außerhalb der Geltungs­dauer nicht auf öffentlichen Straßen bewegen. Die einzige Ausnahme ist die direkte Fahrt zur Hauptuntersuchung, falls diese außerhalb des Saisonzeitraums liegt.

    In finanzieller Hinsicht kann es sinnvoll sein, den Termin zur HU verstreichen zu lassen und diese zu Beginn der nächsten Saison nachzuholen. Nehmen Sie mit dem Auto nicht am Straßen­verkehr teil, droht auch keine Strafe. Die erste Fahrt in der neuen Saison muss allerdings direkt und ohne Umwege zum TÜV führen – so verlangt es auch Ihr Versicherer. Haben Sie den TÜV überzogen, kann es bei Unfall und anderen Schadenfällen ansonsten teuer werden.

  • Worauf muss ich achten, wenn ich im Ausland den TÜV überziehe?

    Sind Sie mit Ihrem Fahrzeug, beispielsweise einem Wohnmobil, für einen längeren Zeitraum im Ausland unterwegs und zur fälligen Hauptuntersuchung nicht zurück in Deutschland, muss die erste Fahrt in der Heimat sofort zur offiziellen HU führen. Innerhalb der EU ist es bislang nicht möglich, eine für Deutschland gültige HU machen zu lassen. Sie können den mängelfreien Zustand Ihres Kfz aber bei einer ausländischen Prüfbehörde dokumentieren lassen.
  • TÜV bei Anhänger überziehen – wie lange ist das möglich?

    Ist Ihr Anhänger- oder Wohnwagen-TÜV fällig, haben Sie bis zu zwei Monate Zeit, um das Gefährt bei einer technischen Prüfstelle vorzuführen. Innerhalb dieses Zeitraums können Polizei und Ordnungsamt Sie zwar auf die fällige HU hinweisen, Bußgelder drohen aber nicht.

    Erst wenn Sie die Sicherheits­prüfung Ihres Hängers länger als zwei Monate überziehen, ist laut Bußgeld­rechner eine Geldstrafe zwischen 15 und 60 Euro fällig. Wer die Hauptunter­suchung bei seinem Anhänger mehr als acht Monate aufschiebt, riskiert zusätzlich einen Punkt in Flensburg. Auch kann Ihre Anhänger-Versicherung Sie bei einem Unfall am Schaden­ersatz beteiligen.

  • Ist ein Motorrad ohne TÜV noch versichert?

    Genauso wie bei Pkw und anderen Kraftfahrzeugen gilt bei Motor­rädern: Auch wenn der TÜV abgelaufen ist besteht Versicherungs­schutz. Verschulden Sie allerdings einen Unfall, weil technische Mängel am Bike vorliegen, kann Ihre Motorradversicherung Sie in Regress nehmen. Denn: Da Sie die HU überzogen haben, verstoßen Sie gegen Ihre Obliegen­heits­pflicht als Versicherungs­nehmer. Der Motorrad­ver­sicherer kann Sie im Schadenfall daher an den Kosten für die Entschädigungs­leistung beteiligen.
  • Wird die Plakette zurückdatiert, wenn der TÜV abgelaufen ist?

    Nein, die neue TÜV-Plakette gilt zwei Jahre – unabhängig davon, wann die Prüfstelle sie ausstellt. Die Rückdatierung wurde 2012 abgeschafft. Bis dahin waren Fahrzeughalter bei über zwei Monate überzogenem TÜV dazu verpflichtet, ihr Kfz bei der nächsten Hauptuntersuchung entsprechend früher vorzuführen. Wer seinen Pkw beispielsweise erst nach drei Monaten zur HU brachte, erhielt eine rückdatierte Prüf­plakette, die statt 24 Monate nur 21 Monate gültig war.
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