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Ein schwarzes Auto fährt auf einer Landstraße weg
Strafen und Folgen bei Unfallflucht

Fahrerflucht und Versicherung

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Wer einen Unfall verursacht und mit seinem Fahrzeug nicht sofort anhält, begeht Unfallflucht. Darunter fällt selbst die Fahrt zum nächstgelegenen Parkplatz.
  • Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers reguliert in der Regel den Schaden, der Dritten entstanden ist.
  • Ist der Verursacher nicht auffindbar, springt die Vollkaskoversicherung des geschädigten Unfallbeteiligten für die Schadensregulierung ein.
  • Fahrerflucht gilt als zweithäufigste Straftat im Straßenverkehr. Als Strafen drohen Freiheitsentzug und/oder hohe Bußgelder.
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Gut zu wissen: Definition

Die Definition liefert das Strafgesetzbuch (StGB): Entfernt sich ein beteiligter Straßenverkehrsteilnehmer vom Unfallort, ohne Personalien und die Art seiner Unfallbeteiligung zu hinterlassen, ist dies eine Unfallflucht oder auch Fahrerflucht. Nach § 142 des Strafgesetzbuchs (StGB) ist Unfallflucht eine Straftat.

Nach Angaben der Bayerischen Polizei aus dem Jahr 2018 entfernt sich im Schnitt etwa jeder vierte Unfallbeteiligte unerlaubt vom Unfallort und macht sich damit laut StGB strafbar. Der Schaden ist beträchtlich.

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Schadensregulierung
Beschädigtes Auto und wegfahrendes Fahrzeug, das Fahrerflucht begeht. Zahlt die Versicherung bei Fahrerflucht?

Die Versicherung des Täters zahlt bei Fahrerflucht den Schaden. Dafür muss der Unfallflüchtige bekannt sein: entweder durch Identi­fi­zierung per Zeu­gen (z.B. Aufschreiben des Kfz-Kennzeichens) oder nach­träg­liche Selbst­stel­lung. Wenn der Täter bekannt ist, übernimmt seine Kfz-Haftpflichtversicherung die Schadens­regulierung.

Wenn der Täter nicht gefunden bzw. ermittelt wird, zahlt Ihre eigene Ver­sicherung bei Fah­rer­flucht nicht. Sie bleiben als Unfallopfer auf dem Schaden sitzen. Es sei denn, Sie haben Vollkaskoschutz abgeschlossen. Denn nur eine Vollkasko deckt bei Fahrerflucht auch Schäden durch unbekannte Dritte ab. Unkomplizierte Hilfe bei plötzlichen Notlagen durch Pannen oder Unfälle bietet Ihnen auch der Schutzbrief.

Sind Sie der Geschädigte, lohnt es sich gegebenenfalls, die Reparaturkosten selbst zu tragen. Ansonsten könnte Ihr Versicherer Sie im Zuge der Schadens­regulierung in Ihrer Schadenfreiheitsklasse zurückstufen. Dadurch steigt Ihr monatlicher Versicherungsbeitrag. Überprüfen Sie auch die Höhe Ihrer Selbstbeteiligung . Überschreitet sie die Schadenshöhe, ist es ebenfalls günstiger, den Schaden selbst zu bezahlen.

Unfallverursacher verlieren bei Fahrer­flucht Ver­sicherungs­schutz

Werden Sie wegen Fahrerflucht vor Gericht schuldig gesprochen, darf Ihr Versicherer Sie nach Schadensregulierung in Regress nehmen: Die For­der­ungen können bis zu 5.000 Euro betragen. Zudem hat er das Recht, Ihren Versicherungsvertrag zu kündigen. Der Verurteilte muss sich anschließend eine neue Kfz-Versicherung suchen.

Gerichtskosten oder Gebühren für einen Rechtsanwalt übernimmt in der Regel die Rechtsschutzversicherung. Im Fall von Fahrerflucht darf allerdings auch sie die Leistung verweigern.

Verkehrsopferhilfe zahlt bei Unfallflucht mit Personenschaden

Kommen bei einem Unfall mit Fahrerflucht Menschen zu Schaden, springt die Verkehrsopferhilfe ein: Dieser Garantiefonds der deutschen Auto­haft­pflicht­ver­sicherer übernimmt die Entschädigung für verletzte Opfer. Sachschäden erstattet die Verkehrsopferhilfe allerdings nur bei schweren Verletzungen des Unfallopfers.

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Unfallflucht im Detail

Schon das leichte Streifen eines Fahrzeugs im Verkehr und das anschließende Entfernen des Verursachers vom Ort des Geschehens gilt laut StGB als Fahrer­flucht. Besonders schwerwiegend sind Unfallfluchten nach einem Perso­nen­schaden.

Fahrerflucht mit Sachschaden

Beim Einparken sind Sie ein kleines Stück zu weit nach hinten gefahren und haben das dahinterstehende Fahrzeug leicht angerempelt. Selbst wenn Sie am anderen Kfz nur einen kleinen Kratzer oder eine minimale Beule sehen, dürfen Sie sich nicht vom Ort des Geschehens entfernen. Denn auch nach einem solchen Bagatellschaden begehen Sie Fahrerflucht.

Die Strafen für Fahrerflucht nach Bagatellschäden fallen laut StGB meist geringer aus als bei einer Fahrerflucht nach erheblichem Sachschaden.

Fahrerflucht mit Personenschaden

Wer bei einem Verkehrsunfall jemanden verletzt und sich anschließend vom Unfallort entfernt, begeht laut StGB Fahrerflucht mit Personenschaden. Dem Unfallflüchtigen drohen in diesem Fall besonders hohe Strafen: Er macht sich zusätzlich der fahrlässigen Körperverletzung und unterlassenen Hilfeleistung schuldig.

Unbemerkte Fahrerflucht

Wer einen selbst verschuldeten Unfall nicht bemerkt und anschließend weiter­fährt – beispielsweise weil der Aufprall so schwach war oder die Umgebungs­ge­räusche zu laut – begeht laut StGB keine Unfallflucht. Hält ein Kfz-Sach­ver­ständiger das "Nichtbemerken" für plausibel, liegt keine Fahrerflucht vor. Je größer die Beschädigung ist, desto eher ist davon auszugehen, dass der Verursacher den Schaden auch bemerkt hat.

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Rechtliche Konsequenzen

Bei einer Verurteilung drohen nach dem Gesetz (§ 142 StGB) eine Geldstrafe, ein Fahrverbot oder Entzug der Fahr­er­laub­nis bis hin zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

Für Ausmaß und Höhe der Strafe bewertet das Gericht verschiedene Faktoren. Wer beim Unfall zum Beispiel betrunken oder viel zu schnell unterwegs war, wird in der Regel höher bestraft als ein Fahrer, der nüchtern war oder mit ange­mes­se­nem Tempo fuhr. Auch die Höhe des Sachschadens und die Schwere der Verletzungen der Unfallbeteiligten haben Ein­fluss auf das Urteil. Die finanzielle Situation des Täters spielt ebenfalls eine Rolle: Besserverdienern drohen in der Regel höhere Bußgelder als Geringverdienern.

Wischen um mehr anzuzeigen

Verstoß (laut StGB)
Geldstrafe
Punkte in Flensburg
Fahrverbot/Entzug der Fahrerlaubnis
Freiheitsstrafe

Sachschaden unter 600 Euro

Geldauflage (Zahlung an eine gemeinnützige Einrichtung)

0 Punkte

kein Fahrverbot, kein Entzug der Fahrerlaubnis

keine Freiheitsstrafe

Sachschaden unter 1.300 Euro

Strafe richtet sich nach der Höhe eines Monatsgehalts

2 Punkte

maximal drei Monate Fahrverbot

keine Freiheitsstrafe

Sachschaden über 1.300 Euro

Geldstrafe, die höher als ein Monatsgehalt ausfallen kann

3 Punkte

Entzug der Fahrerlaubnis

keine Freiheitsstrafe

Personenschaden durch fahrlässige Körperverletzung

Geldstrafe oder Freiheitsstrafe

3 Punkte

maximal drei Monate Fahrverbot oder Entzug der Fahrerlaubnis

Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren

Personenschaden durch fahrlässige Tötung

Geldstrafe oder Freiheitsstrafe

3 Punkte

Entzug der Fahrerlaubnis

Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren

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Vorgehensweise

Bestimmte Vorgehensweisen vereinfachen und beschleunigen die Schadens­regulierung, je nachdem ob Sie selbst Opfer von Unfallflucht sind oder Fahrerflucht begangen haben:

  • Opfer von Fahrerflucht fotografieren den Unfallort sowie das eigene Fahrzeug. Anschließend verständigen Sie die Polizei. Lassen Sie als Betroffener den Schaden von einem unabhängigen Gutachter prüfen. Diese Vorgehens­wei­se ist auch empfehlenswert, falls Sie den Schaden erst später bemerken.
  • Zeugen können dazu beitragen, eine Fahrerflucht aufzuklären. Haben Sie eine Unfallflucht beobachtet, melden Sie den Vorfall stets der Polizei. Geben Sie Ihre Personalien sowie Details zum Unfallhergang an.
  • Haben Sie selbst Unfallflucht begangen, melden Sie sich innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei. Oft fällt die Strafe geringer aus, als wenn die Polizei den Täter ermittelt. Diese Ausnahmeregelung gilt aber nur bei geringen Sachschäden wie leichten Lackkratzern und Unfällen außerhalb des fließenden Verkehrs. Dazu zählt zum Beispiel ein Vorfall auf einem Parkplatz. Bei schwerwiegenderen Verstößen sollte sich der Täter dennoch stellen – selbst wenn es verspätet ist. Die Wahrscheinlichkeit für mildernde Umstände ist dann aber geringer.
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Häufige Fragen
Was möchten Sie gerne wissen?
  • Reicht es, wenn ich nach einem Unfall meine Kontaktdaten am beschädigten Fahrzeug hinterlasse?

    Nein. Wer nach einem Unfall wegfährt, begeht Fahrerflucht – selbst dann, wenn er seine Kontaktdaten und Personalien am Fahrzeug oder bei Anwohnern und Zeugen hinterlassen hat.
  • Wie lange sollte ich nach einem Unfall auf den Geschädigten warten?

    Als Faustregel gilt: Warten Sie mindestens 30 Minuten auf den Geschädigten, bevor Sie zur nächstgelegenen Polizeidienststelle fahren, um den Unfall zu melden. Wer dafür keine Zeit hat, kann den Schaden telefonisch auch sofort der Polizei melden. Bleiben Sie währenddessen jedoch vor Ort.
  • Gibt es Gründe, die eine Weiterfahrt nach einem selbst verschuldeten Unfall rechtfertigen?

    Ja, die gibt es. Wenn der Betroffene Hilfe für die Versorgung seiner eigenen Verletzungen oder für andere Schwerverletzte holen muss, liegt keine Fahrerflucht vor. Danach muss der Unfall aber umgehend der Polizei gemeldet werden.
  • Was passiert, wenn ich während der Probezeit Unfallflucht begehe?

    Eine Fahrerflucht in der Probezeit gehört nach § 142 StGB zu den schwerwiegenden Verstößen. Zusätzlich zur Geld- oder Freiheitsstrafe  verlängert sich die Probezeit nach solch einem „A-Verstoß“ um zwei Jahre.
  • Was genau ist ein Bagatellschaden?

    Als Bagatellschaden bezeichnet man beispielsweise geringe Blechschäden nach einem Verkehrsunfall. Dazu zählt etwa ein kleiner, kaum erkennbarer Kratzer im Autolack. Die Polizei rufen Sie bei Bagatellschäden nicht zwingend hinzu. Eine angemessene Wartezeit halten Sie aber auch nach Bagatellschäden ein: Kommt der Halter des betroffenen Fahrzeugs in dieser Zeit nicht zurück, dürfen Sie Ihre Personalien hinterlassen. Anschließend melden Sie den Bagatellschaden umgehend bei der nächsten Polizeidienststelle. 
  • Begehe ich Fahrerflucht, wenn ich bei einem Wildunfall nicht anhalte?

    Wer sich nach einem Zusammenstoß mit einem Reh, Fuchs oder anderen Wildtieren von der Unfallstelle entfernt, ohne anzuhalten und den Wildunfall der Polizei zu melden, begeht keine Fahrerflucht. Unter Umständen verstößt er aber gegen das Tierschutzgesetz – und zwar dann, wenn das Tier unnötig und stark leidet, der Autofahrer aber nichts unternimmt. Dafür kann eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe drohen.
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