Sicht vom Armaturenbrett eines Pkw auf die gesprungene Windschutzscheibe
Reparatur oder Scheibentausch?

Steinschlag reparieren: Wann die Teil­kasko zahlt

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Durch Steinschlag kommen in Deutschland pro Jahr mehr als zwei Millionen Autover­glasungen zu Schaden. Damit sind Stein­schlag­schäden der mit Abstand häufigste Teilkasko­schaden.
  • Die Teilkaskoversicherung übernimmt die Reparaturkosten für Schä­den an der gesamten Autoverglasung. Alle Teilkasko­leistungen sind in der Vollkasko­versicherung inbegriffen.
  • Werden kaputte Scheiben Ihres Autos ausgetauscht, zahlen Sie nur die Selbst­be­teiligung für die Teilkasko. Diese beträgt in der Regel 150 Euro.
  • Für eine Glasreparatur bezahlen Sie bei Glaspartnern Ihrer Auto­ver­sicherung nichts – die Betriebe rechnen direkt mit dem Anbieter ab.
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Gut zu wissen: Definition
Illustration Info: Gut zu wissen

Ein Steinschlag ist ein kleiner Schaden an Front-, Heck- oder Seitenscheibe, Außenspiegeln oder Lackierung eines Kraftfahrzeugs. Er entsteht, wenn wäh­rend der Fahrt Steine gegen das Auto prallen und ein Stück Glas oder Lack herausschlagen. Das kann zum Beispiel passieren, wenn ein vor Ihnen fah­render Pkw Rollsplitt aufwirbelt. Durch die meist von vorne hoch­ge­schleu­derten Steine sind Autoteile wie Wind­schutz­scheibe und Scheinwerfer am stärksten gefährdet.

Eine Autoscheibe besteht in der Regel aus Verbundglas und ist in drei Schich­ten aufgeteilt: Außen­schicht, Zwischenfolie und Innen­schicht. Ist nur die Außen­schicht beschädigt, handelt es sich um einen Steinschlag. Sind Zwischen­folie oder Innenschicht beschädigt, liegt ein Loch oder Riss im Autoglas vor. Dann müssen Sie die komplette Scheibe austauschen.

Illustration Info: Gut zu wissen
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Kostenübernahme

Mit gesprungenen Windschutzscheiben haben Kfz-Versicherer in Deutschland sehr häufig zu tun. Glasbruch ist nach An­gaben des Gesamtverbands der Deutschen Ver­si­che­rungs­wirt­schaft (GDV) der häufigste Versicherungs­schaden. 2018 wurden fast 2,11 Millionen Schäden gemeldet. Deutsche Versicherungs­gesell­schaften regulierten im selben Jahr für über 1,2 Milliarden Euro Glas­schäden an Autoscheiben, Schein­werfern und Außenspiegeln. Deshalb gibt es bei der Schaden­regulierung einige Besonderheiten.

Steinschlagreparatur erfolgt meist ohne Selbst­beteiligung

Haben Sie eine Vollkasko oder Teilkasko ab­geschlossen,

  • zahlt Ihre Kfz-Versicherung alle Kosten für die Reparatur Ihrer Autoverglasung – auch bei mehreren Schäden am Glas.
  • Ist eine Scheibenreparatur mög­lich, verzichtet die Versicherung – anders als bei anderen Teilkasko­schäden – auf Ihren Selbstbehalt. Die meisten Glasreparaturen kosten unter 100 Euro. Dies ist für Sie ein besonderer Vorteil. Denn sonst müssten Sie die Steinschlag-Kosten selbst übernehmen.

    Muss die gesamte Scheibe ausgetauscht werden, zahlen Sie statt der vollen Reparatur­kosten nur Ihren Selbstbehalt, in den meisten Fällen 150 Euro.
  • Ihre Schadenfreiheitsklasse bleibt davon unberührt. Denn bei der Teil­kasko gibt es keinen Schaden­freiheits­rabatt. Auch ein reiner Teilkasko­scha­den, der im Rahmen einer Vollkasko­versicherung abgedeckt ist, führt nicht zur Hochstufung Ihrer Beitragsprämie.
  • Neben Schäden durch Steinschlag an Scheiben und Verglasungen von Außen­spiegeln, Scheinwerfern und Rückleuchten fallen auch Schiebe- und Pano­rama­dächer unter den Versicherungs­schutz der Teilkasko. Das gilt auch für Scheiben aus Kunststoff und Plexiglas, wenn diese wie eine Verglasung ver­arbeitet sind. Also etwa bei Cabrio oder Wohnmobil. Nicht ver­sichert sind Glühlampen und Solarzellen auf einem Solar­schiebe­dach.
  • Ihre Kaskoversicherung übernimmt auch erneute Schäden. Zum Beispiel, wenn Ihre frisch repa­rierte Windschutzscheibe inner­halb kürzester Zeit einen weiteren Stein­schlag abbekommt. Solange es sich bei dem erneuten Glas­scha­den nicht um einen Gewähr­leistungs­fall handelt, trägt Ihre Teilkasko abermals die Kosten für Reparatur oder Ersatz abzüg­lich der Selbstbeteiligung.

Ist ein Scheibentausch ohne Selbst­beteiligung möglich?

Vereinzelt gab es bereits Fälle, in denen Werkstätten mit "Erlass der Selbst­beteiligung" warben und Kunden ent­sprechende Gutscheine ausstellten. Oder im Zuge eines "Werbepartner­ver­trags" Aufkleber an der Front­scheibe von Kunden platzierten – mit dem Versprechen, den Selbstbehalt zu übernehmen, wenn bei Steinschlagschäden ein Scheiben­wechsel erforderlich ist.

Diese Praxis wurde vor Gericht allerdings nicht aner­kannt. Als Versicherungsbetrug ist sie abmahnfähig und kann eine Schaden­ersatz­forderung nach sich ziehen. Ein Scheiben­austausch ohne Selbst­beteiligung ist daher kaum möglich.

Frontscheibe wechseln kostet bis zu 4.000 Euro

Entwickelt sich ein Steinschlag zu einem Riss im Glas, kommen Sie nicht um einen Scheiben­wechsel herum. Eine neue Frontscheibe kostet je nach Modell 500 bis 1.000 Euro. Eine neue Heck­scheibe schlägt je nach Fahrzeugtyp mit rund 500 Euro zu Buche. Lassen Sie die Glasscheibe von Profis austauschen, kommen je nach Aufwand des Werkstatt-Jobs 200 bis 450 Euro hinzu.

Ein Windschutzscheibentausch kann bis zu 4.000 Euro kosten. Davon übernehmen Sie die Selbstbeteiligung, die Sie für Teilkasko­schäden mit Ihrer Versicherung vereinbart haben. In der Regel liegt der Selbstbehalt bei 150 Euro.

Eine Werkstatt, die den Austausch der Scheibe direkt mit dem Versicherungs­unter­nehmen abrechnet, macht den Betrag bei Ihnen geltend und gibt ihn bei Abrechnung mit der Kfz-Versicherung als Einnahme an.

Diese Vorteile bietet die Allianz Teilkasko bei Steinschlagschäden

Bei den Teilkasko-Versicherungspaketen Smart und Smart Plus der Allianz profitieren Sie von einer direkten Schadens­abwicklung. Das heißt: Im Versicherungs­schutz enthalten ist eine unkomplizierte Abwicklung von Glas­schaden­reparaturen in einer Partner­werk­statt. Zu den Autoglaspartnern der Allianz zählen Euromaster, Carglass, Junited Autoglas und Wintec. Die Glas­partner der Allianz kommen auch als mobiler Service zu Ihnen nach Hause und reparieren Ihre Windschutz­scheibe vor Ort.

Freie Werkstattwahl haben Sie im Allianz Versicherungspaket Komfort. Sie wählen, wer Ihr Fahrzeug wieder in Schuss bringt. Ausnahme: Sie haben sich für die Zusatzoption WerkstattBonus entschieden. Diese enthält ebenfalls Glasschaden­reparaturen und die Allianz belohnt Sie mit 20 Prozent Nachlass auf Ihren Kaskobeitrag. Im Rundum-sorglos-Paket zur Glasschaden-Abwicklung sind sogar Hol- und Bringservice inklusive.

Wichtig: Wie in den Smart-Tarifen muss eine Partner­werk­statt den Schaden beheben. Andernfalls begleicht die Allianz nur 80 Prozent des Schadens bzw. zieht bei Steinschlag­reparaturen ohne Scheiben­tausch die Selbst­beteiligung ab.

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Schramme in der Motorhaube
Mann in Schutzkleidung mit Atemmaske lackiert Motorhaube eines Pkw in Werkstatt

Manchmal ist nicht nur die Windschutzscheibe vom Steinschlag betroffen, sondern auch die Motorhaube. Solche Lackschäden durch Steinschlag fallen allerdings nicht unter den Versicherungsschutz der Teilkasko. Wollen Sie einen Steinschlag im Lack reparieren lassen, übernimmt die Kosten nur die Voll­kasko.

Nur wenn nachweisbar ist, dass beispielsweise ein Lkw Teile seiner Ladung verloren und Ihren Wagen dadurch beschädigt hat, kommt der Lkw-Fahrer mit seiner Kfz-Haftpflichtversicherung für den Schaden auf. Diesen Nachweis können Sie durch Zeugenaussagen, Fotos der Schadenstelle oder – wenn möglich – Videoaufnahmen erbringen.

Mann in Schutzkleidung mit Atemmaske lackiert Motorhaube eines Pkw in Werkstatt
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Nach Steinschlag

Bei einem Steinschlag handeln Sie genauso wie bei anderen Kaskoschäden. Einzige Ausnahme: Sie lassen den Schaden bei einem Autoglaspartner Ihres Kfz-Versicherers reparieren. Um den Steinschlag zu melden und das weitere Vorgehen zu besprechen, setzen Sie sich telefonisch, per E-Mail oder online mit Ihrer Versicherung in Verbindung. Gehen Sie wie folgt vor:

  1. Dokumentieren Sie den Schaden, indem Sie Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln machen.
  2. Beschreiben Sie den Schaden möglichst genau.
  3. Erklären Sie, wie er entstanden ist.
  4. Zeugenaussagen sind hilfreich für eine schnelle Schadenregulierung.

Schuldfrage lässt sich bei Steinschlag nur selten klären

Für die Schadenregulierung ist es wichtig, die Schuldfrage zu klären, falls beispielsweise ein Kieslaster Ladung verloren und Ihren Wagen damit beschädigt hat. In einem solchen seltenen Fall müsste für den Steinschlag die Haftpflicht des Lkw-Fahrzeughalters aufkommen. Für ein aufgewirbeltes Steinchen von der Straße, das Ihnen in die Scheibe fliegt, kann dagegen kein Fahrer haftbar gemacht werden.

Bei der Allianz entfällt die Schadenmeldung: Hier fahren Sie direkt zu einem der Auto­glas­partner, der sowohl Schaden­meldung als auch Abrechnung mit der Versicherung für Sie erledigt.

Bei Steinschlag im Ausland handeln Sie genauso wie in Deutschland

Im Urlaub ist ein Steinschlag besonders ärgerlich, aber keine Seltenheit. Im Nor­mal­fall können Sie einfach weiterfahren und den Schaden nach Ihrer Rückkehr aus dem Ausland reparieren lassen. Liegt ein großer Steinschlag im Sichtbereich oder eine Be­schä­digung mit Rissbildung vor, sollten Sie diese aus Sicherheitsgründen sofort repa­rie­ren lassen.

Fotografieren Sie die beschädigte Stelle und dokumentieren Sie den Scha­den­her­gang. Kontaktieren Sie anschließend Ihren Kfz-Versicherer und schildern Sie den Schadenfall. In der Regel übernimmt Ihre Teilkasko gegen Vorlage der Rechnung die Kosten der Steinschlagreparatur im Ausland.

Illustration: Frau steht neben ihrem Unfallwagen und meldet den Schaden mit dem Mobiltelefon ihrer Versicherung
Illustration: Frau steht neben ihrem Unfallwagen und meldet den Schaden mit dem Mobiltelefon ihrer Versicherung

Sie haben einen Schaden an Ihrem Auto? Oder ein anderes Fahrzeug beschädigt? Ein Schadenfall ist nie angenehm. Wir helfen Ihnen gerne weiter - und tun alles, um die Abwicklung für Sie so einfach wie möglich zu machen. 

Melden Sie Ihren Unfall ganz schnell und einfach über unser Online-Tool. Alternativ erreichen Sie uns auch telefonisch unter 0800 11223344 (aus dem Ausland 00800 11223344). 

Illustration: Fünf Sterne
Illustration: Fünf Sterne
Unsere Kunden sind mit unserer Bearbeitung im Schadenfall sehr zufrieden: Bei unserer Befragung geben sie uns 4,5 von 5 Sternen.
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Steinschlag ausbessern
Beschädigt ein Stein Heckscheibe, Scheinwerfer oder Seitenscheiben, ist eine Reparatur grundsätzlich nicht möglich. Bei Frontscheiben entscheiden Einschlagstelle, Größe und Form des Schadens, ob eine Reparatur infrage kommt.
Mann repariert Steinschlag an Windschutzscheibe eines Pkw

Wann ist nach einem Steinschlag eine Wind­schutz­­scheiben­reparatur möglich?

Eine Reparatur Ihres Steinschlag­schadens kommt nur infrage, wenn folgende vier Vor­aus­setz­ungen erfüllt sind:

  1. Die Einschlagstelle muss sich außerhalb des rund 30 Zentimeter breiten Sicht­felds des Fahrers befinden.
  2. Der Riss muss mehr als zwölf Zentimeter Abstand vom Scheibenrand haben.
  3. Das Steinschlagloch sollte nicht größer als eine 2-Euro-Münze und sternförmig sein.
  4. Der Steinschlag muss sich auf der äußeren Glasschicht der Autoscheibe befinden.

Hat der Steinschlag die Kunststofffolie zwischen den beiden Glasschichten oder die zweite Glasschicht beschädigt, ist eine Reparatur nicht möglich. Sind die Steinschlag­schäden nicht zu beheben, lassen Sie die komplette Wind­schutzscheibe austauschen. Dasselbe gilt, wenn die Autoglas­werkstatt feststellt, dass eine der anderen Vor­aus­setz­ungen nicht erfüllt ist.

Anders als bei einem Steinschlag an der Frontscheibe verhält es sich mit Schäden an den Seitenscheiben oder der Heckscheibe. Diese sind grundsätzlich nicht reparierbar. Hier muss immer die gesamte Glasscheibe ersetzt werden.

Wer repariert den Glasschaden?

Die meisten Versicherer arbeiten zur Regulierung von Glasschäden mit spezialisierten Autoglas­werkstätten zusammen. Enthält Ihre Teilkasko-Police eine Werkstattbindung, fahren Sie direkt zu einem der Glaspartner und holen den Wagen nach Reparatur wieder ab. Dort zahlen Sie maximal Ihre Selbstbeteiligung – aber auch nur, wenn der Schaden nicht zu reparieren ist und die Scheibe ersetzt werden muss. Die Schaden­meld­ung und die Reparatur­kosten­abrechnung regelt die Werkstatt direkt mit der Ver­sicherung.

In Baumärkten gibt es zwar auch Glasreparatur-Sets für Laien. Da aber zum Beispiel die Wind­schutzscheibe ein sicherheitsrelevantes, tragendes Teil der Karosserie ist, raten alle Experten davon ab, selbst Hand anzulegen. Für ein gutes Ergebnis suchen Sie besser einen Fachmann mit entsprechender Ausbildung, Technik und Spezial­werkzeug auf.

Diese Sofortmaßnahmen helfen bei Steinschlag

Welche Reparatur­methoden zum Einsatz kommen und wie lange die Behebung von Glas­bruchschäden durch eine Fachwerkstatt dauert, hängt von der Schwere des Schadens ab. Für einen Riss oder Einschlag brauchen Profis beispielsweise eine halbe Stunde. Dabei nutzen Glasspezialisten transparentes Kunstharz, um Steinschläge zu versiegeln. Große Autoglas­werkstätten geben Garantie auf ihre Leistung.

Haben Sie einen Steinschlag auf Ihrer Windschutz­scheibe festgestellt, können Sie auf dem Weg in die Werkstatt selbst Erste Hilfe leisten: Fahren Sie rechts ran und reinigen Sie die Beschä­di­gung gründlich. Danach reiben Sie die Einschlagstelle trocken und kleben von innen und außen Tesafilm oder ein spezielles Scheibenpflaster darüber. Der Klebefilm verhindert, dass Schmutz und Feuchtigkeit in die feinen Risse der kaputten Windschutz­scheibe gelangen. Beides erschwert die anschließende Reparatur erheblich.

Nach "Erstversorgung" des Steinschlags steuern Sie die nächste Kfz-Werkstatt oder den Glaspartner an oder vereinbaren telefonisch einen Termin.

Steinschlag ausbessern: So machen es Profis

Wenn Glasspezialisten einen Steinschlag ausbessern, reinigen sie zuerst in der Werkstatt die beschädigte Stelle gründlich von Schmutz und Staub. Anschließend spritzen sie künstliches Harz in den Riss und trocknen ihn aus. Dabei wird die Luft zwischen der ersten Glasschicht und der darunter liegenden Sicherheitsfolie abgesaugt. Es entsteht ein Unterdruck, der dafür sorgt, dass sich das Harz gleichmäßig verteilt und den Riss gleichmäßig auffüllt.

Anschließend wird der Füllstoff mit UV-Licht ausgehärtet und die Windschutz­scheibe nochmals gereinigt und poliert. Nach der Reparatur ist der Glasschaden in der Regel fast unsichtbar. Nur bei genauem Hinsehen können noch Spuren des Steinschlags erkennbar sein.

Illustration Info: Gut zu wissen
Gut zu wissen: Sicherheitsrisiko
Illustration Info: Gut zu wissen

Eine unbeschädigte, stabile Wind­schutz­scheibe ist für Ihre Sicherheit am Steuer unverzichtbar. Zwar halten Autoscheiben aus Verbundglas einiges aus und sind selbst durch einen Schlag mit einem harten Gegenstand schwer zu zerstören. Jedoch kann bereits ein kleines Stück abgeplatztes Glas die Sicht behindern oder vom Straßengeschehen ablenken.

Schränkt der Steinschlag das Sichtfeld des Fahrers ein oder blendet ihn die Lichtreflexion der Risse, kann ein Autounfall die Folge sein. Zudem ist eine stabile Frontscheibe Voraussetzung dafür, dass der Airbag den Aufprall bei einem Unfall abfängt. Ist das Glas beschädigt, sollten Sie daher schnellst­möglich handeln.

Steinschlag wird bei hohen Temperaturen zur Gefahr

Nicht bei jedem Steinschlag entsteht ein Riss im Glas. Dennoch können minimale Schäden in der Windschutzscheibe gefährlich sein – insbesondere bei extremer Hitze im Sommer. Haben Sie Ihr Auto in der prallen Sonne geparkt und drehen die Klimaanlage beim Losfahren voll auf, kann die beschädigte Scheibe infolge des Kälteschocks reißen. Aber auch Erschütterungen und hohe Fahrgeschwindigkeit können die unter Spannung stehende Scheibe zum Reißen bringen.

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Scheibentausch
Ist Ihre Windschutzscheibe nach einem Steinschlag nicht mehr zu retten, ist ein Austausch unverzichtbar. Lassen Sie diesen immer von einem Fachmann durchführen. Er weiß, wie der Frontscheibenwechsel funktioniert. Neben der neuen Glasscheibe benötigen Sie in der Regel auch Ersatzvignetten sowie eine neue Umweltplakette.
Person mit Arbeitshandschuhen tauscht Windschutzscheibe aus

Wie funktioniert der Windschutzscheibentausch?

Der Glasexperte löst mit einem dünnen Draht die Verklebung der Frontscheibe und hebt das Glas mithilfe von Saugnäpfen aus seinem Rahmen. An­schließend befreit er den Scheiben­rahmen von Schmutz und Kleberesten, trägt neuen Klebstoff auf und setzt eine intakte Windschutzscheibe ein. Es dauert bis zu 24 Stunden, bis der Kleber ausgehärtet ist. Voll belastbar ist die neue Scheibe nach etwa 48 Stunden. Bei modernen Fahrzeugen mit Spurhalteassistent wird zudem die Technik neu kalibriert.

Ersatzvignette erhalten Sie nach Front­scheiben­austausch nur mit Nachweis

Bei Austausch der Frontscheibe wird auch die aufgeklebte Maut-Vignette zerstört bzw. entfernt. Können Sie nachweisen, dass Sie im Besitz der Vignette gewesen sind, stellen Ihnen Vignetten­verkaufs­stellen in der Regel kostenlos eine Ersatzvignette über die ursprüngliche Laufzeit aus. Dazu benötigen Sie:

  • die Reste Ihrer Vignette,
  • die Quittung vom Kauf der Vignette,
  • in einigen Ländern den zweiten Vignettenteil (= der Teil, den Sie nicht auf die Windschutzscheibe kleben),
  • einen Werkstattbeleg über den Austausch der Scheibe.

Achtung: Tschechien und Österreich ersetzen lediglich Jahresvignetten. Das heißt: Eine Kurz­zeit­vignette müssen Sie noch einmal kaufen. Anders in Slowenien, Slowakei und Bulgarien: Dort erhalten Sie nach Scheibenaustausch Ersatz für Ihre kaputte Vignette – und zwar unab­hängig davon, ob Sie eine Jahres- oder Kurzzeit­vignette benötigen.

Zerstörte Umweltplaketten werden nicht kostenfrei ersetzt. Sie müssen eine neue kaufen. Viele Autoglaswerkstätten bieten den Service an, eine Ersatzplakette zu besorgen.

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Gut zu wissen: Geleaste und gemietete Pkw
Illustration Info: Gut zu wissen

Leasingfahrzeuge haben Vollkaskoschutz. Das schließt den Teilkaskoschutz mit ein. Nach der Schadenmeldung lassen Sie die Autoscheibe in einer Fach­werkstatt reparieren, die von Ihrer Versicherung festgelegt ist. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Fahrzeugversicherer.

Bei einem Mietwagen informieren Sie zunächst die Fahrzeugvermietung, die sich meist zusammen mit der zuständigen Kfz-Versicherung um die Regulierung des Schadens kümmert. Sie selbst dürfen die Einschlagstelle am Fahrzeug nicht reparieren lassen. Vom Vermieter erhalten Sie eine Rechnung über die vereinbarte Selbstbeteiligung.

Illustration Info: Gut zu wissen
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Vorsichtsmaßnahmen

Meist sind es hochfliegende Steine, die ein vorausfahrendes Fahrzeug aufwirbelt, die Schäden am Fahrzeugglas verursachen. Eine vorsichtige und voraus­schau­ende Fahrweise trägt dazu bei, Steinschläge zu vermeiden. Achten Sie daher auf ausreichend Abstand zu vor­aus­fah­ren­den und entgegen­kommenden Autos.

  • Halten Sie sich an die Faustregel "Abstand gleich halber Tacho". Sind Sie zum Beispiel mit einer Geschwindigkeit von 100 km/h auf der Landstraße unterwegs, sollte der Ab­stand zum Vordermann mindestens 50 Meter betragen.
  • Fahren Sie auf engen Schotterpisten möglichst langsam. Weichen Sie bei Gegenverkehr auf den äußersten rechten Rand aus. So reduzieren Sie das Risiko, dass von vorbei­fahrenden Pkw aufgewirbelte Steinchen Ihre Windschutzscheibe treffen.
Die passende Versicherung
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Häufige Fragen
  • Steinschlag: Kann ein Sprung in der Windschutzscheibe die TÜV-Plakette gefährden?

    Unter Umständen kann ein Riss oder Sprung in der Windschutzscheibe bei der Hauptuntersuchung tatsächlich den Erhalt des TÜV-Prüfsiegels gefährden. Hierbei sind Art, Größe und Lage des Glasschadens entscheidend. Beeinträchtigt der Mangel die Fahrtüchtigkeit, gibt der TÜV bei einem Steinschlag kein grünes Licht. So beispielsweise bei Rissen, die an die Glaskante reichen oder fünf Zentimeter oder länger sind. Auch Steinschläge, die sich fünf Millimeter und mehr ins Glas gebohrt haben, zählen dazu. Die begehrte TÜV-Plakette gibt es erst nach Reparatur des beanstandeten Mankos.
  • Zahlt die Teilkasko die Behebung eines Risses in der Scheibe meines Autos, auch wenn der TÜV abgelaufen ist?

    Ja, selbst in diesem Fall übernimmt Ihre Teilkaskoversicherung die Kosten. Sie zahlt die Reparatur des Risses, damit Ihr Auto anschließend durch die TÜV-Prüfung kommt.
  • Darf ich trotz Steinschlag weiterfahren?

    Bei einem Steinschlag müssen Sie nicht sofort anhalten. Legen Sie jedoch bei nächster Gelegenheit einen Stopp ein, um die Windschutzscheibe mit einem Scheibenpflaster provisorisch zu reparieren. Am besten haben Sie diesen Erste-Hilfe-Artikel vorsorglich im Handschuhfach dabei.

    Um zu verhindern, dass sich Wasser und Schmutz im Steinschlag-Krater ansammeln, lassen Sie den Glasschaden im Anschluss sobald wie möglich in einer Kfz-Werkstatt oder bei einem Glaspartner Ihrer Kfz-Versicherung reparieren.

    Ein Bußgeld wegen eines nicht reparierten Steinschlags ist eher selten. Mit einer Strafe ist nur dann zu rechnen, wenn die Sicht erheblich eingeschränkt ist. Geraten Sie nach einem Steinschlag mit großen Rissen im Sichtfeld beispielsweise in eine Verkehrskontrolle, riskieren Sie 90 Euro und einen Punkt in Flensburg.

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