Königsblaues Elektroauto steht auf Parkplatz und lädt an Ladesäule mit orangefarbenem Ladekabel
Kaufpreis, Aufladung, Wartung

Elektroauto Kosten: So teuer sind Stromer wirklich

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Hoher Anschaffungspreis, niedrige Betriebskosten
  • In der Anschaffung sind Kfz mit Elektroantrieb immer noch verhältnismäßig teuer – unter anderem wegen hoher Batteriekosten. Für 30.000 bis 40.000 Euro erhalten Sie aktuell einen soliden Mittelklassewagen.
  • Die nahe Zukunft soll jedoch Preissenkungen bringen. Dazu tragen unter anderem bessere Ladebatterien, höhere Stückzahlen sowie die bis 2025 verlängerte Umweltprämie für E-Autos bei.
  • In der Nutzung schont ein Elektroauto nicht nur Umwelt, sondern auch Geldbeutel. Neben Ersparnissen bei der „Tankrechnung“ profitieren E-Auto-Halter von geringen Gebühren bei Wartung und Service.
  • Welche Ladekosten auf Sie zukommen, hängt davon ab, wo und wie Sie Strom tanken. Neben der normalen Steckdose gibt es auch praktische Wallboxen für zu Hause und immer mehr öffentliche Ladestationen.
Illustration Information gut zu wissen
Gut zu wissen
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Kosten von Autos mit Elektroantrieb sinken von Jahr zu Jahr. Grund dafür sind stetig fallende Preise von Elektroauto-Batterien, steigende Stückzahlen und ein immer breiter werdendes Angebot an Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahr­zeugen (= mehr Wettbewerb).

Auch die bis Ende 2025 verlängerte Umwelt­prämie von bis zu 6.000 Euro trägt ihren Teil dazu bei, dass E-Autos für Fahrzeughalter attraktiv sind.

Um die tatsächlichen Kosten für ein Elektroauto berechnen zu können, sollten Sie sämtliche Aufwendungen in die Berechnung einfließen lassen. Neben dem Anschaffungspreis zählen dazu auch Aufwendungen für Kfz-Versicherung und Kfz-Steuer, Reifen- und Batterieverschleiß, Strom- bzw. Ladekosten sowie Ausgaben für Wartung und Serviceleistungen.

Auch der Wertverlust  (= Anschaffungspreis abzüglich des durchschnittlichen Restwertes des Fahrzeugs) ist bei der Berechnung zu berücksichtigen. Wollen Sie Elektroauto-Kosten mit denen herkömmlicher Verbrenner vergleichen, veranschlagen Sie als Berechnungsgrundlage eine durchschnittliche Halte­dauer von fünf Jahren und eine Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern.

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Anschaffung
Sie denken über den Kauf eines Elektroautos nach, sind aber von vergleichsweise hohen Kaufpreisen abgeschreckt? Verständlich, aber nicht zwangsläufig gerechtfertigt. Denn auf lange Sicht macht sich ein E-Auto durch günstige Strompreise und geringen Wartungsbedarf bezahlt. Besonders, wenn Sie viel fahren und Ihr Elektroauto kostenlos laden können – zum Beispiel am Arbeitsplatz.
Symbol eines weißen Elektroautos mit Stecker ist auf den Straßenasphalt gemalt

Elektroauto kaufen: Preise variieren je nach Hersteller

E-Auto ist nicht gleich E-Auto. Mittlerweile gibt es auch bei Elektrofahrzeugen zahlreiche Anbieter mit einer großen Vielfalt an Modellen. Sie sollen verschiedenste Geschmäcker und Bedürfnisse bedienen. Die Angebotsvielfalt findet sich allerdings auch in der Preis-Spanne beim E-Auto-Kauf wieder.

Neuwagen mit E-Antrieb unter 20.000 Euro sind in Deutschland (noch) kaum zu finden. Die meisten E-Modelle liegen preislich zwischen 30.000 bis 40.000 Euro. Nach oben (etwa bei Tesla, Jaguar, Audi oder Porsche) finden sich hingegen auch Listenpreise zwischen 80.000 und 120.000 Euro.

Elektroauto-Kaufpreis mit Umweltbonus senken

Um den Absatz neuer Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride weiter anzukurbeln, haben Regierung und Automobilhersteller im November 2019 eine Verlängerung und Erhöhung der Umweltprämie beschlossen. Der sogenannte Umweltbonus des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beträgt nun bis zu 6.000 Euro.

Sie können die Prämie rückwirkend für alle ab 5. November 2019 zugelassenen und förderfähigen Fahrzeuge (= Neufahrzeuge mit Netto-Listenpreis des Basismodells bis maximal 65.000 Euro) beantragen. Der Förderzeitraum hat sich von Ende 2020 auf 2025 verlängert.

Tipp: Neben dem staatlichen Zuschuss beim Kauf sind batterieelektrische Fahrzeuge zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, die Sie bis Ende 2020 zulassen.

Kosten für Batterie, Ladekabel und Wallbox kommen hinzu

Zusätzliche Kosten entstehen durch Anschaffung neuer Elektroauto-Batterien und Peripheriegeräte wie Ladekabel und hauseigenen Ladestationen – sogenannten Wallboxen, Ladeboxen oder Wandladestationen. Je nach Hersteller, Leistung und individuellen Gegebenheiten vor Ort variiert der Preis für eine Ladevorrichtung am Haus zwischen 500 und mehreren tausend Euro.

Die hohen Kosten für Elektroautos liegen vor allem an den teuren Lithium-Ionen-Batterien bzw. -Akkus. Die Kaufpreise von Batteriesystemen für Elektroautos belaufen sich aktuell auf rund 5.000 bis 10.000 Euro – je nach Kapazität. Prognosen der Stuttgarter Beraterfirma Horváth & Partners zufolge ist bei Lithium-Ionen-Batterien schon bald mit deutlichen Preissenkungen zu rechnen.

Während die Kilowattstunde (kWh) 2019 noch 105 Euro kostete, prognostizieren sie für 2020 Kosten von 84 Euro/kWh. Bis 2022 sollen die Kosten für E-Auto-Batterien im globalen Durchschnitt auf 75 Euro/kWh sinken. Zum Vergleich: 2013 lag der Preis für Elektroautobatterien noch bei rund 400 Euro pro Kilowattstunde.

Elektroauto-Batterie kaufen oder mieten?

Als Herzstück des Elektroautos ist die Lithium-Ionen-Batterie unverzichtbar, um von A nach B zu gelangen. Sie versorgt den Motor mit Energie und entscheidet über die potenzielle Reichweite Ihres Stromers. Doch es ist nicht zwingend notwendig, dieses wichtige Fahrzeugteil zu kaufen. Viele Autohersteller bieten die Batterie zum Mieten an. Dadurch kann sich der Kaufpreis um mehrere tausend Euro reduzieren.

Beispiel: Kaufen Sie einen neuen Renault Zoe, zahlen Sie für eine 22-kWh-Batterie zusätzlich 8.000 Euro. Alternativ können Sie den Stromspeicher für einen monatlichen Betrag mieten. Die Höhe der Batteriemiete hängt von den gefahrenen Kilometern ab: Je längere Strecken Sie zurücklegen, desto mehr Miete zahlen Sie.

Für 7.500 gefahrene Kilometer im Jahr zahlen Sie monatlich beispielsweise 59 Euro. Für 15.000 Kilometer/Jahr kommt eine monatliche Miete von 89 Euro auf Sie zu. Das Unlimited-Paket kostet 119 Euro pro Monat.

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Privat leasen statt kaufen

Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) erreichte die Anzahl der in Deutschland zugelassenen Elektroautos am 1. Januar 2020 einen Rekordwert. Mit rund 136.600 Fahrzeugen ist der Bestand zum Vorjahr um mehr als 53.000 Stromer gewachsen. Das Interesse nimmt zu, die Zahl der E-Auto-Käufer bleibt dennoch verhältnismäßig gering. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum gab es knapp 3,3 Millionen Neuzulassungen von Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselantrieb.

Der Grund für die kontinuierlich niedrigen Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen ist und bleibt der hohe Anschaffungspreis – trotz Umweltbonus. Gleichzeitig bekommt der traditionelle Autokauf durch Privatleasing und individuelle Finanzierungsmodelle immer mehr Konkurrenz. Denn anders als beim Kauf lassen sich mit Leasing und Miete viele Probleme und Verpflichtungen umgehen.

Besonders bei Produkten wie Elektroautos, die verhältnismäßig teuer sind und deren technische Entwicklung noch in vollem Gange ist, stellt Leasing eine attraktive Alternative zum Kauf dar. Das E-Auto bleibt zwar Eigentum der Leasinggesellschaft. Dafür müssen Sie sich um Wertverlust, Verkauf oder unzureichende Reichweiten keinerlei Gedanken machen.

Leasing-Fahrzeuge sind in der Regel Neuwagen oder junge Gebrauchte und somit stets auf dem neuesten Stand der Technik. Außerdem können Sie den Stromer am Ende der Vertragslaufzeit ganz einfach gegen ein neues Modell austauschen.

Da nicht nur Elektroauto-Käufer, sondern auch Leasingnehmer Anspruch auf die staatliche Umweltprämie haben, können Sie den Bonus auf die Leasingraten umlegen und Geld sparen. Kleinere E-Wagen gibt es beispielsweise schon ab 79 Euro im Monat. Zu den Elektroauto Leasing-Kosten kommt aber noch die Batterie-Miete hinzu, sodass Sie am Ende auf eine monatliche Leasing-Gebühr von rund 200 Euro kommen.

Alternative zum Leasing: Elektroauto mieten

Lohnen sich langfristige Investitionen wie Leasing nicht, können Sie E-Autos mittlerweile auch tag- oder wochenweise mieten. Die meisten Mietwagen-Anbieter stellen auch Stromer bereit. Die Mietkosten sind immer an den Kaufpreis des Fahrzeugs gekoppelt. Für Elektroautos fällt die Leihgebühr daher im Schnitt etwas teurer aus als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Rechnen Sie bei den gängigen Anbietern mit Tagessätzen von 100 bis 200 Euro.

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Preiskalkulation

Pauschale Aussagen über die Kosten einer Elektroauto-Versicherung sind schwierig. Wie bei herkömmlichen Kfz hängen Versicherungsbeiträge von verschiedenen Faktoren ab: Dazu zählen zum Beispiel Regional- und Typklassen. Sie spiegeln die Schadensbilanz verschiedener Regionen und Automodelle wider.

Das heißt: Fahren Sie ein Elektroauto, das statistisch häufiger in Autounfälle oder Diebstähle verwickelt ist, steigt auch die Versicherungsprämie. Da es bisher nur wenige Erfahrungswerte von E-Fahrzeugen im Straßenverkehr gibt, ist die Einstufung der Kfz-Versicherung jedoch vergleichsweise moderat.

Weitere Faktoren, die für die Höhe der Elektroauto-Versicherung maßgeblich sind: Anzahl der versicherten Fahrer, ihr Alter und ihre Schadenfreiheitsklasse. Da Fahranfänger ein höheres Unfallrisiko haben, zahlen sie entsprechend höhere Beiträge. Daraus folgt: Abhängig vom Fahrzeugmodell zahlt praktisch jeder E-Auto-Fahrer unterschiedlich hohe Beiträge bei der Elektroauto-Versicherung.

Die untenstehende Tabelle zeigt einige aktuelle Preisbeispiele. Fest steht: Sobald bessere Erfahrungswerte über die Nutzung von Elektroautos vorliegen, sollten auch die Versicherungskosten künftig sinken.

Vergleich: Vollkasko-Kosten für verschiedene Elektroautos

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Modell Vollkasko
BMW i3 (170 PS) 305,00 Euro
Mitsubishi i-MiEV (67 PS) 274,14 Euro
Opel Ampera (150 PS) 423,04 Euro
VW e-Golf (116 PS) 345,82 Euro
Die passende Versicherung
Optimal abgesichert mit der Allianz Elektroauto-Versicherung
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Verbrauch & Aufladung
Junge Frau tippt an E-Tankstelle auf Bildschirm einer digitalen Ladesäule und hält Ladekabel in der Hand

Bevor Sie ein Elektroauto kaufen, sollten Sie sich mit der Ladeinfrastruktur in Ihrer Umgebung vertraut machen. Denn abhängig vom Ladeort variieren auch die Elektroauto-Kosten für das Laden. Bietet Ihr Arbeitgeber kostenlose Ladeplätze an? Können Sie den Stromer zu Hause nur über eine Haushaltssteckdose oder über eine Wallbox laden?

Mieter haben es in dieser Hinsicht schwerer als Hauseigentümer, da sie an die Vorgaben von Vermieter und Hausverwaltung gebunden sind. Wie teuer sind in diesem Fall die öffentlichen Ladestationen in Ihrer Region?   

Das öffentliche Netz zum Laden von E-Fahrzeugen befindet sich immer noch im Aufbau. Bisher gibt es bundesweit circa 12.500 E-Tankstellen – auch Stromtankstellen genannt. In der Regel handelt es sich um besonders effektive Ladestationen, die ein Elektroauto in wenigen Stunden aufladen können.

Elektroauto-Tankstelle: Kosten, die beim Laden anfallen

Für eine öffentliche Stromtankstelle benötigen Sie fast immer eine Ladekarte. Hier gibt es verschiedenste Anbieter mit sehr unterschiedlicher und teils intransparenter Preispolitik. Einige berechnen die „Tankkosten“ pro Kilowattstunde (durchschnittlich zwischen 23 bis 32 Cent je kWh). Andere verlangen einen Pauschalpreis pro Ladung (zwischen fünf und zehn Euro). Dritte berechnen wiederum die Zeit, die Ihr E-Auto an der öffentlichen Ladesäule hängt.

Darüber hinaus kommen mancherorts monatliche Grundgebühren für das Lade-Abo oder ein einmaliges Entgelt für das Starten eines Ladevorgangs hinzu. Einige Betreiber von Ladestationen kombinieren diese Preiskomponenten sogar miteinander.

Welche Ladekarte ist die Beste?

Die Wahl der passenden Ladekarte hängt neben Ihrem Fahrverhalten auch von der jeweiligen Region ab. Vielfahrer zum Beispiel profitieren von einem Lade-Abo mit monatlicher Grundgebühr, da geringere bzw. gar keine Kosten (bei Flatrate-Tarifen) für die einzelnen Ladevorgänge anfallen. Gelegenheitsfahrer sollten sich lieber eine Prepaid-Ladekarte zulegen. So bleiben Sie flexibel und zahlen nur die Kosten, die Sie tatsächlich verfahren.

Studie warnt vor Kostenfallen beim öffentlichen Laden

Im Rahmen der Studie „Vergleichsanalyse mobiler Ladestromtarife 2019“ hat das Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research alle 123 Autostromtarife untersucht. Die Ergebnisse zeigen, wie vielseitig und intransparent die Preis- und Abrechnungsgestaltung in Deutschland ist. Gleichzeitig wird deutlich, dass pauschale Aussagen über Elektroauto-Kosten pro 100 km nahezu unmöglich sind.

Elektroauto zu Hause laden – wie hoch sind die Kosten?

Derzeit bezahlen Sie in Deutschland pro Kilowattstunde Strom rund 30 Cent. Dieser Durchschnittswert hängt jedoch vom individuellen Stromanbieter und -tarif ab. Öko-Strom ist in der Regel teurer als herkömmlicher Strom.

Kostenbeispiel: Für einen Nissan Leaf mit 40-kWh-Akku zahlen Sie für eine Vollladung genau zwölf Euro (30 Cent/kWh x 40 kWh = 12 Euro). Beim Tesla Model S mit 60 kWh-Akku belaufen sich die Kosten dementsprechend auf 18 Euro.

Zu Hause können Sie Ihren Stromer über eine normale Haushaltssteckdose (Schuko), über eine leistungsstärkere Wallbox oder die eigene Photovoltaik-Anlage mit Strom versorgen. Wählen Sie die Steckdose, kann der Ladevorgang bis zu 14 Stunden dauern.

Zudem sollten Sie sich vergewissern, dass die Anschlüsse einer solchen Belastung standhalten. Gerade in Altbauten mit veralteten Stromnetzen kann eine Überlastung zu Kurzschlüssen und Bränden führen.

Gut zu wissen
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Wie viel kostet ein E-Auto im Monat oder pro Kilometer? Welche Höhe erreichen die Kosten nach fünf oder zehn Jahren? Und wie fällt der Vergleich mit Benzin- oder Dieselmotoren aus?

Inzwischen gibt es im Internet zahlreiche Kostenrechner, mit denen Sie den Elektroauto-Verbrauch berechnen können. Sie geben alle Parameter in das Tool ein und haben die Möglichkeit, verschiedene Modelle miteinander zu vergleichen. Anschließend können Sie sich die jeweiligen Elektroauto Kosten pro km anzeigen lassen.

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Service & Reparatur
Genauso wie herkömmliche Kfz mit Otto- oder Dieselmotor sollten Sie auch ein Elektroauto regelmäßig zur Wartung in die Werkstatt bringen. Eine solche Inspektion ist jedoch nicht nur mit Zeit, sondern auch mit Kosten verbunden. Je öfter ein Besuch beim Kfz-Mechatroniker notwendig ist, desto teurer das emissionslose Fahrvergnügen.
Kfz-Mechaniker überprüft mit speziellem Gerät die Batterie eines Elektroautos mit geöffneter Motorhaube

Wartungsfrequenz bestimmt der Elektroauto-Hersteller

In welchen Abständen eine technische Inspektion erforderlich ist, hängt in der Regel vom Automobilhersteller ab. Die Intervalle unterscheiden sich von Marke zu Marke deutlich. So gibt es beispielsweise für Tesla-Halter keine festen Wartungstermine. Die E-Fahrzeuge sollten dennoch alle zwei Jahre zur Inspektion. Andere Elektroauto-Hersteller schreiben wiederum einen jährlichen Service bzw. Check nach 15.000 gefahrenen Kilometern vor. Mit einer ähnlichen Frequenz sollten Sie auch Verbrenner warten lassen.

35 Prozent niedrigere Kosten durch weniger reparaturanfällige Teile

Die Wartungsintervalle sind bei E-Autos und herkömmlichen Kfz ähnlich. Trotzdem fallen die Reparatur- und Servicekosten für Halter von Elektro-Fahrzeugen deutlich geringer aus. Der Grund: Das Elektroauto enthält im Vergleich zum Verbrenner viel weniger bewegliche und somit reparaturanfällige Teile.

Nach Angaben des Nürtinger Instituts für Automobilwirtschaft (ifa) sind Wartungs- und Reparaturkosten für E-Fahrzeuge rund 35 Prozent niedriger als die vergleichbarer Kfz mit Diesel- oder Ottomotor (wenn man ausschließlich Verschleiß und Wartung betrachtet).

Während sich die jährlichen Wartungskosten eines BMW i3 auf rund 300 Euro belaufen, kommen für einen herkömmlichen 1er BMW Servicekosten von circa 400 Euro im Jahr auf Sie zu. Auch im Luxussegment sind Halter von E-Autos im Vorteil: Die Wartung eines Tesla Model S kostet jährlich rund 650 Euro. Für einen S-Klasse Mercedes kommen hingegen bis zu 1.000 Euro im Jahr zusammen. 

Diese Fahrzeugteile machen die Wartung kostengünstiger

Ein Elektromotor ist kompakt und nahezu frei von wartungsanfälligen Fahrzeugteilen. Statt Kupplung, Schaltgetriebe, Vergaser und Kraftstofftanks verfügen Stromer nicht nur über mehr Platz. Auch Kosten für Wartung und Reparatur teilen sich anders auf. Was die Inspektion eines Elektroautos so einfach und günstig macht, lesen Sie in der Übersicht:

  • Verschleißteile wie Motorkühler, Wasserpumpe, Auspuffanlage oder Kupplung, die anfällig für aufwändige Inspektionen und teure Reparaturen sind, gibt es in Elektroautos nicht.
  • Zahnriemen- oder Zündkerzenwechsel sind ebenfalls überflüssig.
  • Betriebsstoffe wie Motoröl, Kühlflüssigkeit und Co. benötigen E-Autos nicht. Damit entfallen jegliche Flüssigkeits- und Filterwechsel.
  • Die Rekuperationstechnik (Bremskraftrückgewinnung), bei der ein Teil der Bremsenergie den Akku wieder auflädt, schont Bremsen und Bremsbeläge. Ihr Verschleiß geht stark zurück.
  • Elektronik und Elektrik sind wartungsfrei, können aber unvermittelt kaputt gehen. Regelmäßige Inspektionen sind daher unerlässlich, um plötzlichen Ausfällen vorzubeugen.
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Pro & Contra
Die emissions- und geräuschlose Art der Fortbewegung bietet gegenüber klassischen Benzin- oder Dieselantrieben folgende Vor- und Nachteile:
  • Befreiung von der Kfz-Steuer
  • Kaufprämien (z.B. Umweltbonus des BAFA)
  • Niedrige Kraftstoff-/Stromkosten
  • Kostengünstige Wartung
  • Lokale Emissionsfreiheit
  • Bessere CO2-Bilanz (ab einer gewissen Fahrleistung)
  • Dynamischer, leiser Motor
  • Rabatte für E-Autos in der Kfz-Versicherung (z.B. bei Allianz)
  • Hoher Anschaffungspreis
  • Ladestationen nicht flächendeckend vorhanden
  • Stellplatz mit Ladevorrichtung nicht überall verfügbar
  • Geringe Reichweiten (ungünstig für Langstrecken)
  • Hohe Tarifschwankungen bei öffentlichen Ladestationen
  • Batterie-Technologie (noch) nicht ausgereift
  • Reifenverschleiß doppelt so hoch (aufgrund schmälerer Profile, die permanent hohem Drehmoment ausgesetzt sind)
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Ausgewählte Kfz im Vergleich

Betrachten Sie nur die Anschaffungs­kosten, sind Elektro-Autos in der Regel teurer als vergleichbare Neuwagen mit Verbrennungsmotor. Beziehen Sie auch Kosten für Verschleiß, Wartung, Kfz-Steuer und Versicherung in den Kostenvergleich mit ein, schneiden Elektrofahrzeuge ab einer gewissen Mindest-Fahrleistung häufig besser ab als Verbrenner. Der Grund: Die niedrigen Betriebskosten für Elektroautos überwiegen den hohen Kaufpreis und führen über Jahre gerechnet zu einer positiven Kostenbilanz.

Der ADAC führte einen umfangreichen Kostenvergleich von E-Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden mit Benzinern und Dieseln durch (Stand: Februar 2020). Die Studie enthält nahezu alle auf dem deutschen Markt erhältlichen E-Fahrzeuge. Ein kurzer Blick in die Tabelle beantwortet die Frage: "Elektroauto, lohnt sich das wirtschaftlich?". Außerdem ist ersichtlich, ab wann der Stromer seinen konventionellen "Gegner" kostenmäßig überholt.

Kostenvergleich: Ausgewählte Elektroautos und Verbrenner im Überblick

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Modell Kraftstoff Listenpreis in Euro (Basismodell) Cent pro km
BMW i3 (125 kW) Strom 39.000 49,8
BMW 118d (110 kW) Diesel 38.550 56,6
Kia e-Niro (39,2 kWh/100 kW) Strom 35.290 47,5
Kia Niro 1.6 Plus-in (104 kW) Super/Strom 33.990 45,4
Mercedes EQC 400 (300 kW) Strom 71.281 85,7
Mercedes GLC 43 AMGG (281 kW) SuperPlus 67.681 101,5
Nissan Leaf (40 kWh/110 kW) Strom 40.300 56,2
Nissan Qashqai 1.7 dCi (110 kW) Diesel 38.710 59,8
Renault Zoe R110 Z.E. 50 (80 kW) inkl. Batterie Strom 32.990 45,4
Renault Clio TCe 100 (74 kW) Super 18.140 38,2
VW e-Golf (100 kW) Strom 31.900 43,7
VW Golf VIII 1.5 eTSI (110 kW) Super 31.255 48,8
 

Elektroauto vs. Verbrenner: Kosten­vergleich auf 100 Kilometer

Bei einem Kfz mit Verbrennungsmotor können Sie mit jeder Tankfüllung beobachten, was das Fahrzeug im laufenden Betrieb kostet. Um verschiedene Modelle miteinander zu vergleichen, ziehen Sie in der Regel den Verbrauch pro 100 Kilometer als Vergleichswert heran.

Bei emissionslosen Autos gestaltet sich ein solcher Vergleich schwieriger, da der Stromverbrauch auf 100 Kilometer an sich wenig aussagt. Denn sowohl Ihr persönliches Energiemanagement als auch die Rekuperationstechnik (= Rückgewinnung von Strom beim Bremsen) „verfälschen“ die letztendliche Reichweite.

Beispiel: Verbraucht ein Elektroauto für 100 Kilometer circa 20 kWh, ergeben sich Kosten von sechs Euro pro 100 km. Ein Benziner benötigt auf 100 km etwa sieben Liter. Bei einem durchschnittlichen Benzinpreis von rund 1,40 Euro kostet die Fahrt 9,80 Euro pro 100 Kilometer.

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