Warnung: Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte wechseln Sie zu einem moderneren Browser wie Chrome, Firefox oder Microsoft Edge.

Zahnextraktion: Alle Infos im Überblick
Indikation, Behandlung und Kosten

Zahnextraktion: Ratgeber zum Zähneziehen

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Kann Ihr Zahn nicht mehr gerettet werden, muss Ihr Zahnarzt den Zahn unter Umständen ziehen. Zahnmediziner bezeichen das Zähneziehen auch als Zahnextraktion.
  • Die Kosten für eine Zahnentfernung und für die allgemeine Anästhesie übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) vollständig.
  • Auch eine Vollnarkose zahlt die gesetzliche Krankenversicherung, sofern diese medizinisch notwendig ist. Wünschen Sie optionale Narkosemittel, erfolgt eine private Abrechnung, die Sie aus eigener Tasche begleichen.
  • Allerdings: Nach einer Zahnextraktion ist in vielen Fällen teurer Zahnersatz nötig. Hochwertigen Zahnersatz und Implantate übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung meist nur zu einem geringen Teil. Eine private Zahnzusatzversicherung ist hier sinnvoll. Sie erstattet Ihnen die Kosten für Zahnersatz oder Implantate je nach Tarif bis zu 90 % und schließt die Versorgungslücke nach einer Zahnextraktion.
1 von 7
Definition
Schmerzende oder defekte Zähne müssen Sie unter Umständen ziehen lassen. Zahnmediziner sprechen von einer Zahnextraktion.

Ist Ihr Zahn sehr stark zerstört oder schon locker, muss er gezogen werden. Das ist die sogenannte Zahnextraktion. Bei diesem Eingriff entfernt der Zahnarzt  den beschädigten Zahn. Unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) hebelt er mit speziellen Zahnzangen den defekten Zahn aus dem Kiefer

Am häufigsten werden bei Erwachsenen oder Jugendlichen Weisheitszähne gezogen. Dies geschieht meist als operativer Eingriff der Zahnchirurgie, da Weisheitszähne oft nicht ganz durchgebrochen oder nur schlecht greifbar sind. Auch bei Zysten an der Zahnwurzel, einer stark fortgeschrittenen Zahnentzündung oder einem unfallbedingt abgebrochenen Zahn ohne Aussicht auf Rettung bleibt meist nur die Zahnentfernung. 

Lange Zeit haben Zahnärzte bei Zahnschmerzen den Zahn recht schnell gezogen. Patienten erhielten daraufhin einen Zahnersatz, zum Beispiel ein Zahnimplantat. Inzwischen versuchen Zahnärzte zunächst, den Zahn zu retten. Die Entscheidung, ob man den Zahn ziehen oder eine Wurzelbehandlung  durchführen soll, fällt bevorzugt für den Zahnerhalt  aus. Denn ein wurzelbehandelter Zahn kann viele Jahre im Mund verbleiben und seinen Zweck erfüllen.

Je nach Gesundheitszustand des Patienten entscheiden Zahnärzte nach vorliegenden Gründen (sogenannte Indikationen oder Kontraindikationen), ob ein Zahn gezogen werden muss. Beispielsweise während einer Schwangerschaft ist eine Zahnextraktion möglich. Die Zahnextraktion in der Schwangerschaft sollte aber nur durchgeführt werden, wenn keine alternative Behandlungsmethode möglich ist.

Gut zu wissen
Moderne Zahnmedizin macht es möglich, dass eine Zahnextraktion nicht unnötig schmerzhaft sein muss. In den meisten Fällen sind die Zahnschmerzen, die ein defekter Zahn verursacht größer als die Schmerzen beim Zähneziehen selbst. Lokale Betäubung oder Narkose-Methoden wie Lachgas lassen Sie während des Eingriffs kaum etwas spüren. Nach der Zahnextraktion verschreibt Ihnen der Zahnarzt in der Regel Schmerzmittel. Eventuelle Schwellungen und Schmerzen sollten 24 Stunden nach der Zahnentfernung abgeklungen sein.
2 von 7
Wann ist eine Zahnentfernung sinnvoll?

In der Regel versuchen Zahnärzte erkrankte Zähne beispielsweise durch eine Wurzelbehandlung zu retten. Hilft alles nichts mehr, muss der Zahn gezogen werden. Lesen Sie hier, welche Gründe (Indikationen) für eine Zahnextraktion sprechen.

Unterscheidung in absolute und relative Indikationen:

  • Der Zahn muss gezogen werden:
    1. Ihr Zahn ist extrem locker (Grad III) und eine Regeneration des Zahnhalteapparates ist nicht mehr zu erwarten.  
    2. Zahnkrone oder -wurzeln sind von einer Längsfraktur betroffen.      
    3. Im mittleren Drittel der Zahnwurzel liegt eine Querfraktur vor.
    4. Sie leiden unter einer Zahnverlagerung oder es herrscht Platzmangel in Ihrem Gebiss.
    5. Überzählige Zähne behindern den Durchbruch regelgerechter Zähne.
  • Der Zahn sollte gezogen werden:
    1. Aufgrund einer starken Zerstörung der Zahnhartsubstanz kann der Zahnerhalt mit Zahnfüllungen oder einer Krone nicht dauerhaft gewährleistet werden. 
    2. Sie möchten keine zahnerhaltenden Maßnahmen vornehmen lassen, haben aber starke Zahnschmerzen.
    3. Ihnen fehlen die finanziellen Mittel für zahnerhaltende Maßnahmen.
    4. Zwischen Zahn- und Kieferbreite liegt ein Missverhältnis vor.
    5. Im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung wird eine Ausgleichsextraktion vorgenommen, wenn im gegenüberliegenden Kiefer ein Zahn fehlt und eine Verschiebung verhindert werden soll.
3 von 7
Kontraindikation: Gründe gegen das Zähneziehen

Umstände, die gegen Zahnentfernungen sprechen (Kontraindikationen), sind meist nur zeitlich begrenzt. In der Regel liegt eine Erkrankung vor, es handelt sich um eine Zahnextraktion während der Schwangerschaft oder sie betreffen die Operationsfähigkeit des Patienten. Unter bestimmten Risikobedingungen und der richtigen Vorbehandlung ist eine Zahnextraktion dennoch möglich. 

Eine Unterscheidung erfolgt in allgemeinmedizinische und lokale Kontraindikationen.

  • Der Zahn darf nicht gezogen werden bei:
    1. Antikoagulation
    2. Hämorrhagische Diathesen
    3. Hämophilie
    4. Schwere Herz-Kreislauf-Insuffizienz
    5. Akute Phase eines Herzinfarktes
    6. Akute Leukosen sowie Agranulozytosen
    7. Chemotherapie
  •  Der Zahn darf derzeit nicht gezogen werden bei:
    1. Akute Entzündungen
    2. Radiatio (Strahlentherapie)
Alternativen für Kinder

Unter Umständen kann auch bei  Kindern  Zähneziehen notwendig und sinnvoll sein. Beispielsweise wenn sehr viel Platz im Kiefer fehlt und nachkommende Zähne sonst schief durchbrechen würden. Sind bereits Milchzähne kaputt, verursachen starke Zahnschmerzen oder wollen nicht ausfallen, erwägen Zahnärzte häufig eine Zahnextraktion.

Auch die Zahnmedizin und Zahnchirurgie für Kinder zieht mittlerweile schonendere Verfahren vor. Sprechen Sie eine etwaige Zahnextraktion unbedingt ausführlich mit dem behandelnden Zahnarzt oder Kieferorthopäden ab. Die grundsätzliche Weisheitszahnentfernung vor der Zahnspange für Kinder ist längst keine Standardtherapie mehr.

Bis zu 100% Kostenübernahme, bis zu 120 Euro pro Jahr für Zahnprophylaxe und vieles mehr. Entdecken Sie die umfassenden Leistungen der Allianz Zahnzusatzversicherung.
4 von 7
Gesamtkosten und Anteil der GKV
Die Kosten einer Zahnextraktion hängen vom Aufwand ab. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten fürs Zähneziehen vollständig. Ebenso wie die medizinisch notwendige Betäubung.

 

Die Gesamtkosten einer Zahnextraktion richten sich nach den Kosten für die Vorbereitungen zum EingriffMitunter sind vorab spezielle Röntgenanalysen, eine Computertomografie (CT) oder eine digitale Volumentomografie (DVT) sowie zusätzlich eine professionelle Zahnreinigungnotwendig. Die Kosten dafür beginnen ab 350 Euro und gehören nicht zu den sogenannten Kassenleistungen.

Die Kosten für das Zahnziehen sowie die Lokalanästhesie übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung. Wünschen Sie die Behandlung unter Verwendung von Lachgas oder unter Vollnarkose, zahlen Sie dies aus eigener Tasche. Bei Lachgas  kommen zwischen 100 und 200 Euro pro Stunde und bei einer Vollnarkose zwischen 200 und 350 Euro pro Stunde auf Sie zu. Besteht keine medizinische Notwendigkeit, müssen Sie die Anästhesie-Kosten selbst tragen. Ist ein anderes Anästhesieverfahren aus medizinischer Sicht notwendig, zahlt die GKV ebenfalls die Vollnarkose.

  • Soll der gezogene Zahn allerdings ersetzt werden, kann es unter Umständen auch teuer werden. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt hier 60 Prozent der Regelversorgung. Hochwertiger Zahnersatz oder Implantate  können Sie aber schnell mehrere Tausend Euro kosten (Eigenanteil). Hier ist eine private Zahnzusatzversicherung sinnvoll: Diese erstattet Ihnen je nach Tarif bis zu 90 Prozent der anfallenden Kosten für Zahnersatz.
Oft gefragt

Eine gründliche Zahnpflege und Mundhygiene (
Prophylaxe
) ist unerlässlich, um eine Zahnextraktion langfristig zu vermeiden. Zusammen mit einer zahnfreundlichen Ernährung können Sie Zahnschmerzen und Zahnentzündungen vorbeugen. Bestenfalls verzichten Sie auf zuckerreiche und klebrige Speisen.

Nehmen Sie außerdem die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt wahr. So lassen sich mögliche Schäden frühzeitig erkennen und beispielsweise Zahnentzündungen optimal behandeln. Dank zahlreicher Arten der Zahnbehandlung können inzwischen auch geschädigte Zähne noch durchaus lange erhalten bleiben. Bei Karies verhindern Zahnfüllungen oftmals Schlimmeres. Bei der Frage "Zahn ziehen oder Wurzelbehandlung?" bevorzugen Zahnmediziner sofern möglich den Zahnerhalt.

  • Eine private Zahnzusatzversicherung erstattet Ihnen die Kosten für umfassende Prophylaxe-Maßnahmen wie beispielsweise die professionelle Zahnreinigung. So können Sie mithilfe einer Zahnzusatzversicherung schlechten Zähnen vorbeugen!
5 von 7
Behandlung
Vor dem eigentlichen Eingriff fragt Ihr Zahnarzt Sie nach Ihrer konkreten Krankengeschichte. So kann er Ihre Wünsche oder auch Bedenken berücksichtigten und mögliche Komplikationen vermeiden. Hier erfahren Sie, wie bei einer Zahnextraktion der Ablauf ist:
01
Bevor die Zahnentfernung beginnt, erhalten Sie zunächst eine örtliche Betäubung, sofern keine Vollnarkose notwendig oder gewünscht ist. Zum Einsatz kommen dabei die Leitungsanästhesie (Betäubung des ganzen Nervs) oder die Infiltrationsanästhesie. Dies ist abhängig von der Anatomie des Bereiches, aus dem der Zahn entfernt werden soll. Um die Schmerzen bein Zahnziehen zu minimieren, kombiniert der Zahnarzt manchmal auch beide Verfahren miteinander.
02

Fühlt sich das gesamte umliegende Gewebe taub an, sodass keine Schmerzen mehr zu befürchten sind, erfolgt die Lösung des Zahnfleisches vom Zahn. Mit einem Hebel bewegt der Zahnarzt den Zahn dann leicht hin und her und lockert diesen. Anschließend wird der Zahn mit einer speziellen Zange gegriffen und weiter bewegt. So dehnt sich der Knochen, bis der Zahn gelöst ist und einfach entfernt werden kann.

Zur Behandlungsdauer lässt sich keine pauschale Aussage treffen. Muss der Zahn nur einfach gezogen werden, ist dies innerhalb von wenigen Minuten geschafft. Bei komplizierteren Fällen des Zahnziehens ist die Dauer länger.

03
Nach dem Herauslösen überprüft der Zahnarzt den Zahn. Sofern der Zahn vollständig ist, ist die Behandlung abgeschlossen. Zum Schluss reinigt er die offene Extraktionswunde. Dafür wird das Zahnfach mit einem scharfen Löffel ausgekratzt und so mögliches entzündliches Gewebe entfernt.
6 von 7
Tipps zur Wundheilung
Für eine optimale Wundheilung nach der Zahnextraktion ist das richtige Verhalten wichtig. Hier finden Sie wichtige Tipps in Überblick:
Die passende Versicherung
7 von 7
Häufige Fragen
  • Ist nach einer Zahnextraktion eine Krankschreibung notwendig?

    In der Regel stellt Ihnen der behandelnde Zahnarzt nach der Zahnentfernung eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus, da Sie sich mindestens am Folgetag schonen sollten. Wie lange Sie krankgeschrieben werden und nach einer Zahnextraktion arbeitsunfähig sind, hängt vom Verlauf des Eingriffs ab. Oder ob Sie nach dem Zahn ziehen starke Schmerzen entwickeln. Besprechen Sie sich am besten mit Ihrem behandelnden Zahnarzt.
  • Wie kann ich die Schmerzen nach dem Zahnziehen lindern?

    Mindestens zwei Tage werden Sie vermutlich auf Schmerzmittel angewiesen sein. Ihr Arzt stellt Ihnen direkt nach dem Eingriff ein entsprechendes Rezept aus. Übliche Schmerzmittel sind beispielweise Paracetamol oder Ibuprofen. Nehmen Sie die Schmerzmittel entsprechend den Anweisungen ein. Meiden Sie blutverdünnende Mittel wie Aspirin, um eine erneute Blutung zu verhindern. Eventuelle Schmerzen sollten 14 Tage nach Zahnextraktion vollständig abgeklungen sein.
  • Wann ist die Heilung nach der Extraktion eines Zahnes abgeschlossen?

    Das hängt vom Ablauf der Zahnextraktion ab. Bei einfachen Eingriffen ist die Heilung des Weichgewebes nach etwa sieben bis zehn Tagen abgeschlossen. Auftreten können auch Kieferschmerzen nach dem Zahn ziehen. Der Kieferknochen benötigt bis zur vollständigen Ausheilung meist zwischen sechs und zwölf Wochen.
  • Wie schnell verschieben sich die Zähne nach einer Zahnextraktion?

    Ob und wie schnell sich Ihre Zähne nach einer Zahnextraktion verschieben, hängt von der Beschaffenheit Ihres Gebisses ab. Gerade im Laufe der Zeit kann eine Zahnlücke dazu führen, dass sich die umliegenden Zähne bewegen. Das kann beispielsweise Auswirkungen auf Ihren Biss haben oder zu Instabilität führen. Mediziner der Zahnchirurgie empfehlen daher, möglichst schnell nach der Abheilung die enstandene Lücke mit einem Zahnersatz zu versorgen.

    • Zahnersatz und Implantate sind oft sehr teuer. Ihr Eigenanteil kann je nach Versorgung schnell bei mehreren Tausend Euro liegen. Um bestens nach einer Zahnextraktion abgesichert zu sein, empfiehlt sich eine private Zahnzusatzversicherung. Diese kommt für hohe Zahnersatzkosten auf und erstattet Ihnen je nach Tarif zwischen 75 und 90 Prozent der Kosten.
  • Welche Risiken oder mögliche Komplikationen gibt es während oder nach einer Zahnextraktion?

    Bei einer Zahnextraktion kann es zu einer Reihe von Komplikationen und Risiken kommen. In der Regel ist Zähneziehen eine unkomplizierte Zahnbehandlung, dennoch sollte Sie Ihr Zahnarzt über mögliche Risiken aufklären. Folgende Risiken und Komplikationen können bei einer Zahnextraktion eintreten:

    • Schwellungen und Blutungen während und nach dem Eingriff
    • Entzündungen oder Wundheilungsstörung nach Zahnextraktion
    • Schädigung benachbarter Zähne oder des Kiefernnervs
    • Fraktur der Zahnwurzel
    • Scharfe Knochenkante nach Zahnextraktion

    Normalerweise klingen Schwellungen und Blutungen innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Ablauf der Zahnextraktion ab. Treten jedoch Komplikationen wie Übelkeit, Fieber, Atemnot oder starke Schmerzen auf, kontaktieren Sie umgehend Ihren behandelnden Zahnarzt.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Geben Sie uns bitte Feedback
Unser Service für Sie
Haben Sie noch Fragen zur Zahn­zusatz­versicherung?
Die Allianz Agentur in Ihrer Nähe
Kontaktieren Sie die Allianz Service
Melden Sie sich bei dem Allianz Service
Schicken Sie uns Ihre Beratungsanfrage - wir melden uns bei Ihnen.
Berechnen Sie Ihren Tarif zur Allianz Versicherung
Finden Sie den
passenden Tarif
Berechnen Sie Ihren individuellen Tarif zur Zahnzusatzversicherung.
Sie benötigen Hilfe?

Hier finden Sie:

  • Wichtige Kontakt-Angebote
  • Nützliche Service-Links
  • Auf Sie persönlich zugeschnitten