Zahnarzt zeigt Patientin ein Röntgenbild vor einer Zahnextraktion
Zahn ziehen lassen

Welche Kosten entstehen Ihnen bei einer Zahnextraktion?

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Wenn ein Zahn nicht erhalten werden kann
  • Kann ein Zahn nicht mehr gerettet werden, muss er gezogen werden. In der Medizin wird dieses Zahnziehen als Zahnextraktion bezeichnet.
  • Die Kosten für eine Zahnentfernung und für die allgemeine Anästhesie werden von der gesetzlichen Krankenversicherung vollständig übernommen.
  • Eine Vollnarkose wird ebenfalls von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt, wenn sie medizinisch notwendig ist. Ansonsten erfolgt eine private Abrechnung.
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Gut zu wissen
Gut zu wissen Illustration: Was ist eine Zahnextraktion?

Lange Zeit wurden Zähne recht schnell gezogen. Patienten erhielten daraufhin einen Zahnersatz, zum Beispiel eine Zahnbrücke. Inzwischen versuchen Zahnärzte zunächst, einen Zahn zu retten. Dies geschieht häufig durch eine Wurzelbehandlung. Denn ein wurzelbehandelter Zahn kann viele Jahre im Mund verbleiben und seinen Zweck erfüllen.

Ist Ihr Zahn allerdings sehr stark zerstört oder schon locker, muss er gezogen werden. Das ist die sogenannte Zahnextraktion. Bei diesem chirurgischen Eingriff wird der beschädigte Zahn unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) mit speziellen Zahnzangen oder auch Hebeln aus dem Kiefer entfernt. 

Auch bei einer Zyste an der Zahnwurzel eines erkrankten Zahnes oder bei einem unfallbedingt abgebrochenen Zahn ohne Aussicht auf Rettung, bleibt meist nur die Extraktion. 

Gut zu wissen Illustration: Was ist eine Zahnextraktion?
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Wann ist eine Zahnentfernung sinnvoll?

Eine Zahnextraktion geht in seltenen Fällen mit dem Verlust von etwas Zahnfleisch sowie Knochenmaterial einher. Die Gründe für eine Zahnentfernung (Indikationen) sind dennoch sehr vielfältig.

Eine Unterscheidung erfolgt dabei in absolute und relative Indikationen.

    1. Der Zahn ist extrem locker (Grad III) und eine Regeneration des Zahnhalteapparates ist nicht mehr zu erwarten.  
    2. Zahnkrone oder -wurzeln sind von einer Längsfraktur betroffen.      
    3. Im mittleren Drittel der Zahnwurzel liegt eine Querfraktur vor.
    4. Es liegt eine Zahnverlagerung vor oder es herrscht Platzmangel.
    5. Überzählige Zähne behindern den Durchbruch regelgerechter Zähne.
    1. Aufgrund einer starken Zerstörung der Zahnhartsubstanz kann der Zahnerhalt mit Füllung oder Krone nicht dauerhaft gewährleistet werden. 
    2. Zahnerhaltende Maßnahmen werden vom Patienten abgelehnt, die Schmerzen müssen aber beseitigt werden.
    3. Es fehlen die finanziellen Mittel für zahnerhaltende Maßnahmen.
    4. Zwischen Zahn- und Kieferbreite liegt ein Missverhältnis vor.
    5. Es wird im Rahmen einer kieferorthopädischen Behandlung eine Ausgleichsextraktion vorgenommen, wenn im gegenüberliegenden Kiefer ein Zahn fehlt und eine Verschiebung verhindert werden soll.
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Wann wird ein Zahn nicht gezogen?

Umstände, die gegen Zahnentfernungen sprechen (Kontraindikationen), sind meist nur zeitlich begrenzt.

In der Regel liegt eine Erkrankung vor oder sie betreffen die Operationsfähigkeit des Patienten. Nach einer entsprechenden Vorbehandlung kann der Zahn unter bestimmten Risikobedingungen aber häufig gezogen werden. 

Eine Unterscheidung erfolgt dabei in allgemeinmedizinische und lokale Kontraindikationen.

    1. Antikoagulation
    2. Hämorrhagische Diathesen
    3. Hämophilie
    4. Schwere Herz-Kreislauf-Insuffizienz
    5. Akute Phase eines Herzinfarktes
    6. Akute Leukosen sowie Agranulozytosen
    7. Chemotherapie
    1. Akute Entzündungen
    2. Radiatio (Strahlentherapie)
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Gesamtkosten und Anteil der Krankenkasse
Zahnarzt schaut sich vor einer Zahnextraktion Röntgenaufnahmen auf einem Bildschirm an

Die Gesamtkosten einer Zahnextraktion richten sich nach den Kosten für die Vorbereitungen zum EingriffMitunter sind vorab spezielle Röntgenanalysen, eine Computertomografie (CT) oder eine digitale Volumentomographie (DVT) sowie zusätzlich eine professionelle Zahnreinigung notwendig. Die Kosten dafür beginnen ab 350 Euro und gehören nicht zu den Kassenleistungen.

Die Kosten für das Zahnziehen sowie die Lokalanästhesie werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Wünschen Sie die Behandlung unter Verwendung von Lachgas oder unter Vollnarkose, kommen bei Lachgas zwischen 100 und 200 Euro pro Stunde und bei einer Vollnarkose zwischen 200 und 350 Euro pro Stunde auf Sie zu. Besteht keine medizinische Notwendigkeit, müssen Sie die Anästhesie-Kosten selbst tragen. Ist ein anderes Anästhesieverfahren aus medizinischer Sicht notwendig, zahlt die Krankenkasse ebenfalls die Vollnarkose.

Soll der gezogene Zahn allerdings ersetzt werden, kann es unter Umständen auch teuer werden. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt hier 60 Prozent der Regelversorgung. Ein hochwertiger Zahnersatz kann Sie aber schnell mehrere Tausend Euro kosten (Eigenanteil).

Zahnarzt schaut sich vor einer Zahnextraktion Röntgenaufnahmen auf einem Bildschirm an
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Behandlung

Vor dem eigentlichen Eingriff wird Ihr Zahnarzt Sie nach Ihrer konkreten Krankengeschichte fragen. So kann er Ihre Wünsche oder auch Bedenken berücksichtigten und mögliche Komplikationen vermeiden.

Zur Behandlungsdauer lässt sich keine pauschale Aussage treffen. Muss der Zahn nur einfach gezogen werden, ist dies innerhalb von wenigen Minuten geschafft. Kompliziertere Eingriffe dauern länger.

So läuft eine Zahnextraktion ab:

01
Betäubung
Bevor der Eingriff beginnt, erhalten Sie zunächst eine örtliche Betäubung, sofern keine Vollnarkose notwendig oder gewünscht ist. Zum Einsatz kommen dabei die Leitungsanästhesie (Betäubung des ganzen Nervs) oder die Infiltrationsanästhesie. Dies ist abhängig von der Anatomie des Bereiches, aus dem der Zahn entfernt werden soll. Um eine maximale Schmerzfreiheit zu erreichen, werden manchmal auch beide Verfahren miteinander kombiniert.
Illustration: Zahnarzt bespricht mit Patientin Anästhesie vor einer Zahnentfernung
Illustration: Zahnarzt bespricht mit Patientin Anästhesie vor einer Zahnentfernung
02
Illustration von einem Zahnarzt mit Instrumenten und einer Patientin
Zahn ziehen
Fühlt sich das gesamte umliegende Gewebe taub an, sodass keine Schmerzen mehr zu befürchten sind, erfolgt die Lösung des Zahnfleisches vom Zahn. Mit einem Hebel wird der Zahn dann leicht hin und her bewegt und damit gelockert. Sobald der Zahn ausreichend gelockert ist, wird er mit einer speziellen Zange gegriffen und weiter bewegt. So dehnt sich der Knochen, bis der Zahn gelöst ist und einfach entfernt werden kann.
Illustration von einem Zahnarzt mit Instrumenten und einer Patientin
03
Abschluss
Nach dem Herauslösen überprüft der Zahnarzt den Zahn. Sofern der Zahn vollständig ist, ist die Behandlung abgeschlossen. Zum Schluss wird die offene Extraktionswunde gereinigt. Dafür wird das Zahnfach mit einem scharfen Löffel ausgekratzt und so mögliches entzündliches Gewebe entfernt.
Illustration von einem Zahnarzt mit Mundschutz und Lupe in der Hand
Illustration von einem Zahnarzt mit Mundschutz und Lupe in der Hand
Häufige Fragen
  • Ist nach einer Zahnextraktion eine Krankschreibung notwendig?

    In der Regel wird Ihnen der behandelnde Zahnarzt nach der Zahnentfernung eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen, da Sie sich mindestens am Folgetag schonen müssen. Wie lange Sie krankgeschrieben werden, hängt immer vom Verlauf des Eingriffs ab. Das wird individuell entschieden.
  • Wie lindern Sie die Schmerzen?

    Mindestens zwei Tage werden Sie vermutlich auf Schmerzmittel angewiesen sein. Ihr Arzt wird Ihnen direkt nach dem Eingriff ein entsprechendes Rezept ausstellen. Verordnet werden üblicherweise Paracetamol oder Ibuprofen. Nehmen Sie die Schmerzmittel entsprechend den Anweisungen ein. Meiden Sie blutverdünnende Mittel wie Aspirin, um eine erneute Blutung zu verhindern.
  • Wann ist die Heilung abgeschlossen?

    Bei einfachen Eingriffen ist die Heilung des Weichgewebes nach etwa sieben bis zehn Tagen abgeschlossen. Der Kieferknochen benötigt bis zur vollständigen Ausheilung meist zwischen sechs und zwölf Wochen.
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Ein Mann putzt sich im Badezimmer die Zähne
Vorsorge
Ein Mann putzt sich im Badezimmer die Zähne

Eine gründliche Zahnpflege und Mundhygiene ist unerlässlich. Zusammen mit einer zahnfreundlichen Ernährung können Sie Zahnschäden vorbeugen. Bestenfalls meiden Sie zuckerreiche und klebrige Speisen.

Nehmen Sie außerdem die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt wahr. So lassen sich mögliche Schäden frühzeitig erkennen und optimal behandeln. Dank der zahlreichen Methoden der Zahnerhaltung können inzwischen auch geschädigte Zähne noch eine durchaus lange Zeit erhalten bleiben. Eine Zahnextraktion ist erst ratsam, wenn alle zahnerhaltenden Maßnahmen ausgeschöpft sind.

Optimal abgesichert
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