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Zahnärtzin schaut die feste Zahnspange eines Mädchens an
Zahnfehlstellungen korrigieren

Was kostet eine Zahnspange?

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Kieferorthopädische Behandlungen werden in fünf Schweregrade eingeteilt: Kieferorthopädische Indikationsgruppen (KIG).
  • Für Kinder zahlt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bei Vorliegen der KIG III bis V zunächst 80 Prozent der Kosten für die Zahnspange. Die restlichen 20 Prozent müssen Eltern selbst zahlen und erhalten diese bei erfolgreichem Abschluss erstattet.
  • Kieferorthopädische Behandlungen bei Erwachsenen werden nur in extremen Ausnahmefällen von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt.
  • Wünschen Sie als Eltern Zusatzleistungen für Ihre Kinder, zahlt die gesetzliche Krankenkasse dafür nicht. Hier kann eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll sein.
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Gut zu wissen

Mit einer Zahnspange lassen sich Zahn- und auch Kieferfehlstellungen korrigieren, die sowohl zu medizinischen als auch ästhetischen Problemen führen können. Sind Ihre Zähne von Natur aus schief, kann eine Behandlung beim Kieferorthopäden helfen.

Die Zahnmedizin bezeichnet die Behandlung mit einer Zahnspange als Zahnregulierung. Sie kommt häufig schon während den Wachstumsphasen bei Kindern zur Anwendung. Zahnfehlstellungen bei Erwachsenen sind schwieriger zu therapieren, da das Wachstum bereits abgeschlossen ist.

Zahnspangen bestehen aus unterschiedlichen Materialien wie Kunststoff, Keramik oder Metall (z. B. Stahl oder Titan). Neben der Ästhetik soll mit einer Zahnspange vor allem die Funktion des Kiefers verbessert werden.

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Kieferorthopädische Indikationsgruppen

Passen Ober- und Unterkiefer nicht zusammen, liegt eine Fehlstellung vor. Das wird häufig als unästhetisch empfunden. Schiefe Zähne können aber auch gesundheitliche Folgen für den Betroffenen haben, die mitunter schwerwiegend sein können.

In der Regel lassen sich diese mit kieferorthopädischen Maßnahmen jedoch beheben.

Die Kieferorthopädischen Indikationsgruppen

Ob eine Zahnspange notwendig ist, richtet sich nach den sogenannten Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG). Diese werden in fünf Schweregrade eingeteilt, welche die Grundlage für die Finanzierung der Zahnspange für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre durch die GKV bilden.

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KIG I Leichte Fehlstellungen Behandlung aus ästhetischen Gründen, keine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung
KIG II Geringe Fehlstellungen Behandlung aus medizinischen Gründen, keine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung
KIG III Ausgeprägte Fehlstellungen Behandlung medizinisch notwendig, Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung (80 % beim ersten Kind, 90 % beim zweiten Kind)
KIG IV Ausgeprägte und dringend zu behandelnde Fehlstellungen Behandlung medizinisch notwendig, Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung (80 % beim ersten Kind, 90 % beim zweiten Kind)
KIG V Extrem stark ausgeprägte Fehlstellungen Behandlung medizinisch notwendig, Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung (80 % beim ersten Kind, 90 % beim zweiten Kind)
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Auswahl
Die Zahnmedizin bietet mittlerweile eine recht große Auswahl an Spangen-Modellen, von denen aufgrund der dezenten Optik einige Varianten auch für Erwachsene attraktiv sind. Welche Art der Zahnspange für die Regulierung der Fehlstellung in Frage kommt, entscheidet der behandelnde Zahnarzt.

Feste Zahnspangen kommen vor allem bei stark ausgeprägten Fehlstellungen zum Einsatz. Diese sind nicht herausnehmbar. Sie sind fest auf den Zähnen angebracht.

Häufig werden an den großen Backenzähnen dünne Bänder aus Stahlblech befestigt. Bei den anderen Zähnen werden sogenannte Brackets auf der Vorderseite der Zähne festgeklebt. Diese Brackets bestehen aus Metall. Es gibt aber inzwischen auch zahnfarbene Brackets aus Keramik oder Kunststoff.

Herausnehmbare Zahnspangen kommen häufig während den Wachstumsphasen zum Einsatz und lassen sich vom Patienten aus dem Mundraum entfernen. Eine solche Zahnspange besteht aus einem Kunststoff-Mittelstück. In dieses sind wiederum Klammern eingearbeitet.

Die Zahnspange liegt sehr dicht an der Innenseite der Zähne, wodurch eine sanfte Dehnung des Kiefers ermöglicht wird.

Eine Sonderform der herausnehmbaren Zahnspange ist die sogenannten Aligner-Zahnspange, zum Beispiel Invisalign. Bei der Aligner-Therapie kommen transparente Schienen zum Einsatz. Daher ist diese Art der Kieferorthopädie auch bei Erwachsenen sehr beliebt. Jedoch lassen sich nicht alle Fehlstellungen mit diesen Schienen beheben.

Vor allem die großen Backenzähne lassen sich nur schwer in die richtige Position bewegen. Mit einer Außenspange kann dies aber erreicht werden. Zum Einsatz kommen dabei sogenannte Headgears (Abstützung über Gummibänder mit einem Band an Nacken oder Kopf), Delaire-Masken (Abstützung an Stirn und Kinn) sowie die Kopf-Kinn-Kappe (Abstützung an Hinterkopf und Kinn).
Das Pendant zur festen Zahnspange mit Brackets ist die feste Lingual-Zahnspange. Auch hier kommen Brackets zum Einsatz. Diese werden jedoch auf der Innenseite der Zähne befestigt und sind von außen nicht sichtbar. Vor allem bei Erwachsenen ist diese Variante besonders beliebt. Das Anpassen und Anbringen ist allerdings mit hohem Aufwand verbunden.
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Ablauf

Vor der eigentlichen Behandlung werden Kiefer, Zähne und Kaufunktion von Ihrem Zahnarzt gründlich untersucht. So lässt sich feststellen, ob eine Zahnspange überhaupt notwendig ist. Anschließend erhalten Sie Ihre Diagnose und es erfolgt eine Erstberatung.

Daraufhin wird ein individueller Behandlungsplan erstellt. Die Behandlungsdauer einer kieferorthopädischen Therapie ist vom Schweregrad der Fehlstellung abhängig. Die Behandlung dauert bei Teenagern im Durchschnitt zwischen einem und drei Jahren. Ist zusätzlich eine chirurgische Therapie notwendig, kann die Behandlung auch mehr als fünf Jahre dauern. Starke Fehlstellungen, welche schon im Milchgebiss auftreten, bedürfen mitunter auch einer Behandlungsdauer von bis zu zehn Jahren. Eine Behandlung im Erwachsenenalter kann zwischen ein paar Monaten und circa zwei Jahren dauern, je nachdem wie stark Ihre Zähne verschoben sind.

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Vorbereitung
Sofern mehrere Optionen für die Behandlung zur Wahl stehen, wird der Arzt Sie über die Vor- und Nachteile sowie die Kosten der einzelnen Varianten informieren. Sobald Sie sich für eine Variante entschieden haben, werden Abdrücke von Ober- und Unterkiefer gemacht.
Illustration eines Zahnarztes im Gespräch mit einer Patientin
Illustration eines Zahnarztes im Gespräch mit einer Patientin
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Illustration eines Zahnarztes, der eine überdimensionale Abdruckschiene hält
Anfertigung und Einsetzen
Anhand des Abdrucks, der Röntgenbilder und der Fotografien erfolgt die Planung weiterer Behandlungsschritte sowie die Anfertigung der Zahnspange im Dentallabor. Danach kann die Spange eingesetzt werden.
Illustration eines Zahnarztes, der eine überdimensionale Abdruckschiene hält
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Kontrolle
Während einer kieferorthopädischen Behandlung müssen die regelmäßigen Kontrolltermine wahrgenommen werden. Wie häufig diese anstehen, ist von der Zahnspangenart und der Behandlungsphase abhängig. Die erste Kontrolle erfolgt meist etwa eine Woche nach Einsetzen der Zahnspange, die Abstände verlängern sich dann auf fünf bis acht Wochen. Die Spange wird bei den Terminen nachgestellt, um die Zähne in die gewünschte Richtung zu bewegen.
Illustration eines Zahnarztes mit einer Lupe
Illustration eines Zahnarztes mit einer Lupe
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Illustration eines Zahnarztes, der eine Kontrollbehandlung bei einer Patientin durchführt
Nachbehandlung
Eine Nachbehandlung ist für den dauerhaften Erfolg einer Therapie unumgänglich. Eine erfolgreich abgeschlossene Zahnkorrektur ist keine Garantie für dauerhaft gerade Zähne, denn die Kieferform kann sich ein Leben lang verändern. An die aktive Behandlungsphase schließt sich deshalb eine so genannte Retentionsphase an. Zumindest in der Nacht sollte dann für etwa ein bis zwei Jahre eine herausnehmbare Retentionsspange getragen werden. Damit wird das Endergebnis fixiert. Auch feste Retainer kommen häufig zum Einsatz. Dabei werden an der Innenseite der Zähne dauerhaft dünne Drähte befestigt.
Illustration eines Zahnarztes, der eine Kontrollbehandlung bei einer Patientin durchführt
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Pflege und Hygiene

Sowohl auf den Zähnen als auch an einer Zahnspange bilden sich Beläge. Diese sind für Bakterien ein optimaler Nährboden. Deshalb ist eine regelmäßige und sorgfältige Reinigung von Zähnen und Zahnspange wichtig.

  • Reinigung der herausnehmbaren Zahnspange: Die Reinigung einer herausnehmbaren Zahnspange gestaltet sich recht einfach. Beim Zähneputzen wird sie einfach herausgenommen und zunächst unter lauwarmem Wasser abgespült. Danach wird sie mit Zahnbürste und Zahnpasta zweimal täglich gereinigt. Dabei sollte die Zahnspange ausschließlich am Kunststoffteil festgehalten werden. Außerdem darf sie nicht in kochendem Wasser gereinigt werden. Ihr Zahnarzt oder Kieferorthopäde kann Ihnen Tipps für die richtige Reinigung geben.
  • Reinigung der festen Zahnspange: Bei der Reinigung einer festen Zahnspange ist etwas mehr Aufwand und Sorgfalt geboten. Schon beim Zähneputzen selbst werden natürlich Beläge entfernt. Zur Reinigung der Metalldrähte sowie der Zwischenräume der Brackets empfiehlt sich die Verwendung von Spezialbürsten. Wie Sie bei der Reinigung genau vorgehen sollen, erklärt Ihnen Ihr Zahnarzt oder Kieferorthopäde.
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Nebenwirkung

Schmerzen entstehen durch eine Zahnspange vor allem während der Eingewöhnungsphase. Bedingt durch die Zug- und Druckübertragung auf die Zähne kommt es nach dem Einsetzen oder nach dem Nachstellen der Drähte mitunter zu Schmerzen, die schnell wieder abklingen.

Zur Eindämmung der Schmerzen kann es bei bestimmten Klammertypen helfen, ein Glas kühles Wasser zu trinken und auf harte Lebensmittel zu verzichten. Massives Kauen kann die Beschwerden verstärken.

Auch das gereizte Weichgewebe (z. B. Wangeninnenseite, Zunge) kann Beschwerden verursachen. Ihr Kieferorthopäde wird Ihnen bei Bedarf spezielles Wachs aushändigen, welches Sie selbständig über die Beschwerden verursachenden Brackets oder Klammerbestandteile legen können. Durch die nun glatte Oberfläche des Wachses werden Beschwerden am Weichgewebe schnell gelindert.

Die genannten Probleme zeigen sich vor allem bei festsitzenden Zahnspangen.

Herausnehmbare Zahnspangen verursachen normalerweise keine starken Schmerzen. Beschwerden zeigen sich hier nur, wenn die Spange nicht entsprechend den ärztlichen Anweisungen getragen oder auch verstellt wird.

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Unterschiede
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Gesamtkosten und Kassenleistung

Die Kosten einer Zahnspange variieren je nach Spangenart und liegen üblicherweise zwischen 1.000 und 6.500 Euro. Transparente Zahnspangen wie Aligner kosten Sie 3.500 bis 6.500 Euro.  Bei komplexen Fällen oder besonderen Wünschen steigt der Preis auf bis zu 10.000 Euro, zum Beispiel für eine Lingual-Zahnspange.

Ist eine feste Zahnspange notwendig, so zahlt die gesetzliche Krankenkasse für Standard-Brackets aus Edelstahl. Wünschen Sie höherwertige Materialien, leistet die Krankenkasse nur für die Standard-Versorgung und Sie zahlen die restlichen Kosten selbst.

Der im Rahmen der Nachbehandlung zum Einsatz kommende Retainer kostet ab etwa 300 Euro. Ein herausnehmbarer Standard-Retainer wird dabei vollständig von der Krankenkasse bezahlt. Festsitzende Retainer müssen Sie selbst zahlen.

Was bezahlt die Krankenkasse?

Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung, sofern eine Fehlstellung entsprechend den Indikationsgruppen III bis V vorliegt.

Für das erste Kind zahlt die Krankenkasse dabei 80 Prozent, für weitere Kinder 90 Prozent der Kosten sofort. Für Eltern fällt dann ein Eigenanteil von 20 beziehungsweise 10 Prozent an, welcher bei erfolgreichem Abschluss der Behandlung zurückerstattet wird.

Zusatzleistungen werden grundsätzlich nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Benötigen Erwachsene eine kieferorthopädische Behandlung, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse nur in extremen Ausnahmefällen die Kosten. Dies ist beispielsweise bei schweren Kieferanomalien (z. B. angeborene Missbildungen, Fehlbisse durch Verknöcherung oder Verletzung) der Fall. Nach Bewilligung des Kostenvoranschlags wird von der gesetzlichen Krankenkasse in diesen Fällen eine Standardbehandlung bezahlt.

Zahnzusatzversicherung kann Eigenanteil senken

Mit einer Zahnzusatzversicherung können Sie die Kosten für die Behandlung reduzieren. Vor allem für Kinder gibt es schon günstige Tarife, sofern noch keine Fehlstellung der Zähne prognostiziert oder gar diagnostiziert wurde. Fragen Sie am besten den Zahnarzt, ob er in der Patientenakte des Kindes bereits einen entsprechenden Vermerk hinterlassen hat.

Ist dies nicht der Fall, übernimmt eine gute Zahnzusatzversicherung, bei der auch Kieferorthopädie eingeschlossen ist, einen hohen Kostenanteil für die Behandlung. Und zwar auch für die Indikationsgruppen I und II, sofern die medizinische Notwendigkeit gegeben ist. Oft werden die Mehrkosten für Keramikbrackets jedoch auch von der privaten Zahnzusatzversicherung nicht übernommen, da für diesen rein ästhetischen Vorteil keine medizinische Notwendigkeit besteht.

Für Erwachsene gestaltet sich auch hier die Kostenübernahme schwierig, denn die Fehlstellung ist bereits länger bekannt. Eine Beteiligung an den Kosten für eine kieferorthopädische Behandlung erfolgt nur nach einem Unfall oder bei einer schweren Erkrankung, sofern diese Leistung im Zahnzusatztarif vereinbart ist.

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