Frau sitzt hinter dem Steuer und fährt Auto
Ordnungswidrigkeit oder Straftat?

Fahren ohne Führerschein: Wenn Sie ohne Dokument unterwegs sind

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Der Führerschein bescheinigt, dass Sie eine offizielle Erlaubnis zum Steuern Ihres Fahrzeugs im öffentlichen Straßenverkehr besitzen.
  • Können Sie das Dokument bei einer Verkehrskontrolle nicht vorzeigen, begehen Sie eine Ordnungswidrigkeit und risikieren zehn Euro Verwarnungsgeld.
  • Haben Sie Ihren Führerschein verloren oder wurde das Dokument gestohlen, sollten Sie in der Führerscheinstelle Ihres Hauptwohnsitzes umgehend einen vorläufigen Führerschein als Ersatz beantragen.
  • Bei Führerscheinentzug erlischt die Erlaubnis, Kraftfahrzeuge auf öffentlichen Straßen zu bewegen. Wer dennoch mit seinem Kfz am Straßenverkehr teilnimmt, begeht eine Straftat. Sie machen sich ebenfalls strafbar, wenn Sie noch nie einen Führerschein besessen haben und trotzdem Auto fahren.
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Differenzierung
Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die Begriffe "Führerschein" und "Fahrerlaubnis" häufig gleichgesetzt. Doch es gibt einen zentralen Unterschied, wann was vorliegt.
Ein Paar sitzt auf dem Sofa und schaut sich etwas in einem Tablet an.

Der Führerschein ist die amtliche Bescheinigung dafür, dass Sie die Fahrerlaubnis für eine oder mehrere Fahrzeugklassen wie Kfz, Motorrad oder Lkw besitzen. Früher war der Führerschein auf rosafarbenes Papier gedruckt, seit 1999 gibt es ihn im Scheckkartenformat. Sie erhalten dieses "Nachweisdokument", wenn Sie die praktische Fahrprüfung erfolgreich absolviert haben.

Erst dann sind Sie berechtigt, Fahrzeuge der entsprechenden Fahrzeugklasse auf öffentlichen Straßen zu führen. Auf Privatgelände ist Fahren ohne Führerschein dagegen jederzeit möglich. Hier benötigen Sie weder eine Fahrerlaubnis, noch müssen Sie eine Fahrprüfung meistern.

Zu den gängigen EU-Fahrzeugklassen gehören Pkw, Motorrad, Lkw, Bus, Zugmaschinen, Roller und E-Roller. In jeder Klasse gibt es weitere Unterklassen, die sich beispielsweise nach Fahrzeugaufbau, Gewicht oder Leistung unterscheiden. Hier finden sich Fahrzeuge wie Quads oder Enduro-Motorräder. Sind Sie ohne Führerschein unterwegs, weil Sie das Dokument zu Hause vergessen oder verlegt haben, liegt lediglich eine Ordnungswidrigkeit vor.

Fahren ohne Fahrerlaubnis ist eine Straftat

Fahren Sie dagegen auf öffentlichen Straßen, ohne einen Führerschein zu besitzen, handelt es sich um eine Straftat. Ihr Vergehen: Fahren ohne Fahrerlaubnis. Die Fahrerlaubnis ist die staatliche Zulassung zum Führen eines Fahrzeugs. Gesetzlich geregelt ist dies in Paragraf § 4 der Fahrerlaubnisverordnung (FEV). Das Strafmaß hängt sehr von der Schwere des Verstoßes ab.

Negativ auf Ihre Strafe wirkt sich beispielsweise aus, wenn Sie einen Unfall verursachen oder Fahrerflucht begehen. Fahren Motorrad-, Roller-, E-Roller- oder Mofafahrer ohne Fahrerlaubnis bzw. Führerschein über öffentliche Straßen, stellt das ebenfalls einen Straftatbestand dar und hat Konsequenzen. Für diese Zweiradfahrer macht der Gesetzgeber keine Ausnahme.

Sie machen sich übrigens auch strafbar, wenn Sie als Fahrzeughalter zulassen oder anordnen, dass ein Fahrer ohne Führerschein oder Fahrerlaubnis Ihr Auto steuert. Fahrzeughalter müssen überprüfen, ob Fahrer die Voraussetzungen zum Führen eines Fahrzeugs erfüllen. Andernfalls kommen Sie Ihrer Sorgfaltspflicht nicht nach und tragen die Konsequenzen.

Gut zu wissen: Tendenz steigend
Illustration Info:  Gut zu wissen

Obwohl Fahren ohne Fahrerlaubnis eine Straftat ist, setzen sich immer mehr Automobilisten – ohne die Voraussetzungen zu erfüllen – hinters Steuer. Selbst teils saftige Geld- oder Haftstrafen des Gesetzgebers halten Autofahrer nicht davon ab. Im Gegenteil: Die Zahl der Verkehrsverstöße steigt. 

Ertappte die Polizei laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) 2010 noch 104.000 "Schwarzfahrer", die trotz Fahrverbots ohne Fahrerlaubnis mit ihrem Fahrzeug unterwegs waren, erwischten Gesetzeshüter 2019 bereits 138.000. Die Dunkelziffer liegt sicherlich höher. 

Viele Verkehrsteilnehmer scheinen sich über die weitreichenden Folgen ihres Handelns nicht im Klaren zu sein. Sie gefährden andere Verkehrsteilnehmer und riskieren, dass Behörden ihr Auto einziehen.

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Rechtliche Konsequenzen
Sie können beruhigt sein: Fahren ohne Ihren Führerschein dabei zu haben, brockt Ihnen keine Sperre ein. Es handelt sich dabei nur um ein Bagatelldelikt, also einen geringfügigen Verkehrsverstoß.
Ältere Frau zeigt bei Verkehrskontrolle durchs Autofenster ihre Fahrzeugpapiere

Mit diesen Strafen müssen Sie rechnen, wenn Sie ohne Führerschein fahren oder Ihre Verwarnstrafe nicht pünktlich bezahlen:
 

  • Vergessen: Können Sie Ihren Führerschein bei einer Verkehrskontrolle nicht vorzeigen, weil Sie ihn zum Beispiel zu Hause liegen gelassen haben, riskieren Sie in Deutschland zehn Euro Verwarnungsgeld. Im europäischen Ausland fallen die Strafen oft deutlich höher aus. In Österreich kostet es beispielsweise 36 Euro und in Dänemark sogar 135 Euro, wenn Sie ohne Führerschein im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs sind.
  • Abgelaufen: Ist Ihr Führerschein nicht mehr gültig, droht ein Verwarngeld in Höhe von zehn Euro.
  • Verloren oder gestohlen: Melden Sie den Verlust oder Diebstahl Ihres Führerscheins sofort bei der örtlichen Führerscheinstelle oder bei der Polizei. Andernfalls sind zehn Euro fällig. Können Sie bei Verkehrskontrollen keinen vorläufigen Führerschein als Ersatzdokument vorzeigen, zahlen Sie zehn Euro Verwarnungsgeld.
  • Wiedergefunden: Sollten Sie Ihren gestohlen oder verloren geglaubten Führerschein wiederfinden und das Dokument nicht sofort bei der Führerscheinstelle abgeben, riskieren Sie eine Geldstrafe von 25 Euro.
  • Verwarngeld nicht rechtzeitig gezahlt: Erhalten Sie für das Fahren ohne Führerschein eine Verwarnung und kommen der Zahlungsaufforderung nicht pünktlich nach, kann aus dem Verwarngeld ein Bußgeld werden. Zusätzlich zu den zehn Euro fallen dann mindestens 28,50 Euro für Gebühren und Auslagen an.

Gibt es eine Sperrfrist für Ersttäter?

Nein, denn anders als Fahren ohne Fahrerlaubnis ist Fahren ohne Führerschein kein eintragungspflichtiger Verkehrsverstoß. Erst ab einem Bußgeld von 60 Euro werden Verstöße im Verkehrsregister in Flensburg erfasst. Wie oft ein Autofahrer bereits ohne Führerschein unterwegs war, ist behördlich also nicht registriert.

Mindestens sechs Monate Sperrfrist bei Führerscheinentzug

Wie lange Ihre Führerscheinsperre dauert, hängt von der Schwere des Verstoßes ab. Bei einem sogenannten Führerscheinentzug, etwa wenn die Polizei Sie betrunken am Steuer erwischt, beträgt die Sperrfrist mindestens sechs Monate. Danach ist die offizielle Neuerteilung der Fahrerlaubnis erforderlich

Waren Alkohol, Drogen oder Aggressivität im Straßenverkehr der Grund für den Führerscheinentzug, gelten zusätzliche Auflagen – etwa das erfolgreiche Bestehen einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU). Erst dann dürfen Sie wieder Autofahren.

Die Sperrfrist lässt sich übrigens nicht mit einem neu gemachten EU-Führerschein umgehen. Einerseits können Sie im Ausland einen Führerschein nur erwerben, wenn Sie dort seit mindestens sechs Monaten Ihren festen Wohnsitz haben. Andererseits gilt der neue "Lappen" während der Sperre nicht in Deutschland.

Welches Bußgeld droht beim Fahren eines Mofas ohne Führerschein?

Fürs Fahren eines Mofas benötigen Zweiradlenker keinen Führerschein. Ihnen reicht es bei einer Kontrolle die Prüfbescheinigung vorzulegen. Besitzen Mofafahrer das Dokument nicht, liegt kein Verstoß nach §21 StVG, Fahren ohne Fahrerlaubnis, vor. Das Vergehen ist nicht strafbar. Gesetzeshüter ahnden es allerdings mit einem Verwarngeld in Höhe von 10 Euro.

Geldstrafe oder Gefängnis

Fahren ohne Fahrerlaubnis ist kein Kavaliersdelikt. Klemmen Sie sich ohne Berechtigung hinters Steuer und die Polizei erwischt Sie, drohen Ihnen Führerscheinsperre und hohe Geld- und Freiheitsstrafen.

Der Verkehrsverstoß zieht laut Straßenverkehrsgesetz (StVG) § 21 Abs. 1 eine Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwölf Monaten nach sich. Die Strafe greift auch, wenn das Gericht dem Fahrer das Führen des Fahrzeugs nach § 44 des Strafgesetzbuchs (StGB) oder nach § 25 verboten hat. 

Dabei spielt es keine Rolle, mit welchem Fahrzeug der Fahrzeuglenker den Verstoß begangen hat. Hinzu kommt: Ab einer verhängten Geldstrafe von 90 Tagessätzen gelten Verurteilte als vorbestraft. Die Fahrerlaubnisbehörde kann auch eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) oder eine Nachschulung für die betroffene Führerscheinklasse anordnen, bevor sie den Antrag auf Erteilung oder Wiedererteilung einer Fahrerlaubnis stattgibt.

Übrigens: Wiederholungstäter bestraft der Gesetzgeber härter. Im ungünstigsten Fall zieht die Polizei das Fahrzeug ein. Diese Konsequenz droht allerdings nur, wenn Ordnungshüter den Fahrer in den letzten drei Jahren schon einmal wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis aus dem Verkehr gezogen haben.

Darf ich in Notfällen ohne Fahrerlaubnis oder Führerschein fahren?

Brechen Sie überstürzt auf, um zum Beispiel ein verletztes Familienmitglied ins Krankenhaus zu bringen, bleiben Geldbörse samt Führerschein schnell mal zu Hause liegen. Da Fahren ohne Führerschein eine Ordnungswidrigkeit darstellt, drohen selbst unter diesen Umständen zehn Euro Verwarnungsgeld.

Erwischt die Polizei Sie trotz Fahrverbot oder Führerscheinentzug beim Autofahren, begehen Sie auch dann eine Straftat, wenn es sich um eine Notfallsituation handelt. Vor Gericht wird allerdings abgewogen, was schwerer wiegt: Fahren trotz Fahrverbot und ohne Fahrerlaubnis oder unterlassene Hilfeleistung – etwa wenn Sie einen Schwerverletzten nicht ins Krankenhaus bringen.

Gut zu wissen: Kein Kavaliersdelikt
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Für Rollerfahrer gelten auf öffentlichen Straßen die gleichen Gesetze wie für alle anderen Lenker jeglicher Fortbewegungsmittel: Wer ohne Fahrerlaubnis unterwegs ist, macht sich strafbar. Im schlimmsten Fall drohen Führerscheinsperre, Gefängnis oder Verlust des Fahrzeugs. Das Strafmaß legen Richter im Einzelfall fest.

Fahren ohne Fahrerlaubnis liegt bei einem Roller auch vor, wenn der Flitzer zu schnell ist. Ein Roller mit 50 ccm darf eine Höchstge­schwindigkeit von 45 km/h nicht überschreiten. Hat der Fahrer verbotenerweise seinen Untersatz beispielsweise auf 70 km/h frisiert und wird mit dieser Geschwindigkeit erwischt, ist er wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis dran.

Was für Rollerfahrer gilt, trifft auch für Biker zu: Motorradfahren ohne Führerschein zieht eine Strafe von 10 Euro nach sich, wenn der Lenker das Dokument zuhause vergessen hat und bei einer Verkehrskontrolle nicht vorzeigen kann. Strafbar machen sich Easy Rider, wenn sie keinen Führerschein und keine Fahrerlaubnis besitzen.

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Strafen im Ausland
Wie in Deutschland ist Autofahren ohne Fahrerlaubnis und damit ohne Führerschein auch im Ausland verboten. Wer dagegen verstößt, muss mit teils drastischen Konsequenzen rechnen. 
Autobahn in Österreich mit Abfahrt nach Italien und Deutschland, ein Auto ist auf der linken Fahrbahn zu sehen.

Wie beispielsweise in der Schweiz. Wer auf eidgenössischen Straßen ohne gültigen Führerschein unterwegs ist, macht sich eines strafrechtlichen Vergehens schuldig. 

Das Schweizer Gesetz sieht dafür Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen von bis zu 360 Tagessätzen vor. In manchen Fällen ziehen Behörden sogar das Fahrzeug ein. 

Ersttäter kommen in der Regel glimpflicher davon als unverbesserliche Wiederholungstäter. Und Halter, die wissentlich ihren Wagen einem Bekannten ohne Fahrerlaubnis überlassen, machen sich ebenfalls strafbar und werden gleichermaßen zur Rechenschaft gezogen.

Österreich bestraft Fahren ohne Lenkerlaubnis mit mindestens 363 Euro

Ähnlich konsequent ahndet Österreich Fahren ohne Lenkerlaubnis. Minimum sind bei unseren österreichischen Nachbarn 363 Euro Strafe fällig. Wer Pech hat, ist bereits beim ersten Verstoß bis zu 2.180 Euro los. Beim zweiten Mal beträgt die Geldstrafe mindestens 767 Euro. 

Zusätzlich ist eine Haftstrafe von bis zu sechs Wochen möglich. Wen die Gesetzeshüter dreimal oder öfter ohne einen Führerschein zu besitzen am Steuer eines Wagens erwischen, muss mit hohen Geld- oder Freiheitsstrafen rechnen. 

Frankreich und Großbritannien ahnden Fahren ohne Führerschein mit 4.500 bzw. 5.600 Euro Strafe

In Frankreich verstehen die Behörden beim Fahren ohne gültigen Führerschein ebenfalls keinen Spaß. Bei 4.500 Euro Strafe sollten es sich Fahrer genau überlegen, ob sie sich hinters Steuer klemmen. Dazu kommt, dass französische Behörden mitunter ebenfalls den Wagen beschlagnahmen. 

Auch in Großbritannien geht es ans Eingemachte: 5.600 Euro Geldstrafe und ein mehrmonatiger Gefängnisaufenthalt sind im Königreich die Konsequenzen von Fahren ohne Fahrerlaubnis.

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Gut zu wissen: Folgen
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Für Ihren Versicherungsschutz hat Fahren ohne Mitführen des Führerscheins keine Konsequenzen. Das heißt: Liegt das Dokument zu Hause, wenn Sie einen Autounfall verursachen, kommt Ihre Kfz-Versicherung für den Schaden auf. Das Verwarngeld von zehn Euro zahlen Sie aus eigener Tasche. Das ist fällig, weil Sie ohne Führerschein gefahren sind und das Dokument den Polizeibeamten am Unfallort nicht vorzeigen können.

Anders verhält es sich bei einem Unfall, wenn der Fahrer keinen gültigen Führerschein besitzt. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Polizei diesen nach einer Trunkenheitsfahrt zur Verwahrung eingezogen hat. Die Kfz-Haftpflicht übernimmt zwar den Schaden des Gegners. Allerdings kann sich der Versicherer das Geld vom Versicherten zurückholen und Regressforderungen von bis zu 5.000 Euro geltend machen. 

Im ungünstigsten Fall leistet die Kaskoversicherung nicht. Das ist schlecht für den Unfallverursacher ohne gültigen Führerschein: Er bleibt auf den Schadenskosten des eigenen Fahrzeugs sitzen. Gleiches gilt, wenn Sie Ihr Fahrzeug an einen Bekannten verleihen, der keinen Führerschein besitzt. 

Baut der Freund einen Unfall, zahlt die Kaskoversicherung keinen Cent, die Haftpflicht könnte einen Teil der geleisteten Schadenssumme von Unfallverursacher und Versichertem zurückfordern.

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E-Scooter parkt an Hauswand
Führerscheinfreie Fahrzeuge
E-Scooter parkt an Hauswand

In wenigen Ausnahmefällen ist es möglich, bestimmte Kfz ohne Führerschein zu lenken, ohne rechtliche Konsequenzen befürchten zu müssen.

  • Zu führerscheinfreien Fahrzeugen zählen ausgewählte landwirtschaftliche Fahrzeuge wie Zugmaschinen, Stapler, Flurförderfahrzeuge oder selbstfahrende Arbeitsmaschinen. Allerdings darf keines dieser Gefährte schneller als 6 km/h unterwegs sein.
  • Elektrische Krankenfahrstühle, die maximal 10 km/h erreichen, sind ebenfalls fahrerlaubnisfrei. Das heißt, Sie dürfen sie ohne Führerschein fahren.
  • Mofas, Fahrräder mit Hilfsmotor und andere Fahrzeuge, die bauartbedingt eine Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h aufweisen, dürfen Sie im Straßenverkehr steuern, ohne einen Führerschein zu haben. Das trifft ebenfalls auf Mobilitätshilfen bis 20 km/h und elektrische Krankenfahrstühle bis 15 km/h zu. Bei einigen Fahrzeugen müssen Sie zuvor eine spezielle Fahrprüfung ablegen. Mit Mofaführerschein ein 25 km/h Auto zu fahren, ist allerdings eine Straftat.
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Häufige Fragen
  • Mir wurde der Führerschein vom Gericht entzogen. Ab wann darf ich kein Fahrzeug mehr führen?

    Sie dürfen kein Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr führen, sobald das Urteil des Gerichts rechtskräftig ist.
  • Mir entzog das Gericht im Strafverfahren für einen Monat den Führerschein. Kann man mir auch die "Fahrerlaubnis" entziehen?

    Ja, das ist möglich. Es kann durchaus sein, dass Ihr Führerschein nach Ablauf der Sperrfrist direkt an die Straßenverkehrsbehörde geht. Damit hätten Sie keine Fahrerlaubnis
  • Darf ich Jetski fahren ohne Führerschein?

    In Deutschland ist ein Sportbootführerschein die Voraussetzung, um einen Jetski zu fahren. Aber auch für die deutsche Seeschiffahrtsstraßen-Ordnung (SeeSchStrO) gilt: Fahren Sie das motorisierte Wasserfahrzeug ohne Führerschein, liegt "nur" eine Ordnungswidrigkeit vor. Vorausgesetzt, Sie besitzen eine entsprechende Fahrerlaubnis.
  • Benötige ich einen Führerschein, um ein Motocross-Motorrad oder Quad zu fahren?

    Quads  und Motocross-Maschinen, die keine Straßenzulassung besitzen, dürfen Sie nur auf Privatgelände benutzen. Dafür müssen Sie keine Führerscheinprüfung ablegen. Ist das Fahrzeug für den öffentlichen Verkehr zugelassen, ist ein Führerschein (und damit auch eine Fahrerlaubnis) notwendig, bevor Sie mit dem zwei- oder vierrädrigen Kfz auf die Straße dürfen.
  • Erhalte ich als Beifahrer eine Strafe, wenn der Fahrer ohne Führerschein fährt?

    Nein, Fahren ohne Führerschein brockt Ihnen als Beifahrer keine Strafe ein. Auch dann nicht, wenn die Polizei den Fahrzeugführer bei einer Verkehrskontrolle ohne Führerschein erwischt. Sie sind auch nicht dazu verpflichtet, sich vor Fahrtantritt zu informieren, ob der Fahrer das Dokument bei sich hat. Generell sind Fahrer verpflichtet, alle Fahrzeugpapiere mitzuführen.
  • Was passiert, wenn ich Roller, Moped oder Motorrad ohne Führerschein fahre?

    Egal, ob Roller  oder Motorrad: Wenn Sie ohne Führerschein unterwegs sind und in eine Verkehrskontrolle oder einen Unfall geraten, riskieren Sie zehn Euro Verwarnungsgeld. Vorausgesetzt, Sie besitzen einen Führerschein und können diesen in den nächsten Tagen vorlegen.
  • Darf ich einen überladenen 3,5-Tonner ohne Führerschein fahren?

    Auch in diesem Fall gilt: Haben Sie Ihren Führerschein vergessen und geraten in eine Polizeikontrolle, ahnden das die Polizeibeamten mit einem Verwarngeld in Höhe von zehn Euro. Das Fahren ohne Führerschein und die Überladung des Kfz stehen dabei in keinem Zusammenhang.

    Die Geldstrafe für die Überschreitung des zulässigen Gesamtgewichts des Fahrzeugs richtet sich laut Bußgeldkatalog nach dem Umfang der Überladung: Ist die zulässige Gesamtmasse bis fünf Prozent überschritten, löhnen Sie zehn Euro, bis zehn Prozent 30 Euro. Beides gilt als Ordnungswidrigkeit. Bei Überbeladung zwischen zehn und 20 Prozent des zulässigen Gesamtgewichts sind 95 Euro fällig, bei 20 bis 30 Prozent 235 Euro. In beiden Fällen kassieren Sie neben der Geldbuße zusätzlich einen Punkt in Flensburg.

  • Kann ich auf einem Verkehrsübungsplatz ohne Führerschein Auto fahren?

    Autofahren ohne Führerschein ist auf einem Verkehrsübungsplatz tatsächlich ab 16 Jahren möglich. Weitere Bedingung: Der Probefahrer darf nicht alleine übers Gelände rollen. Sein Begleitfahrer muss mindestens 21 Jahre alt und seit mindestens drei Jahren im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis sein. Dann spricht auf dem Übungsgelände nichts gegen Fahren ohne Führerschein mit dem Auto.
  • Ist das Fahren ohne umgeschriebene ausländische Fahrerlaubnis strafbar?

    Ja, das ist es. Als Staatsbürger eines Nicht-EU- oder Nicht-EWR-Lands wie beispielsweise Russland, Kasachstan, Serbien oder Türkei haben Sie ein halbes Jahr Zeit, Ihre Fahrerlaubnis umschreiben zu lassen. In Kombination mit einem Internationalen Führerschein dürfen Sie mit Ihrer Prüfbescheinigung innerhalb dieser ersten sechs Monate auf deutschen Straßen fahren. 

    Kommen Sie der Umschreibung nicht nach und werden erwischt, machen Sie sich wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis strafbar. Der Gesetzgeber ahndet das in der Regel mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe. Stammen Sie aus einem EU- oder EWR-Staat, betrifft Sie das nicht. Ihre ausländische Fahrerlaubnis ist in Deutschland unbegrenzt gültig, ohne diese umschreiben zu müssen. 

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