- Ohne Fahrerlaubnis fahren bedeutet: Sie fahren Auto, obwohl Sie wegen eines Fahrverbots temporär nicht ans Steuer dürfen oder nie eine Fahrerlaubnis erworben haben. Ohne Führerschein fahren Sie, wenn Sie das Dokument während der Fahrt nicht dabei haben.
- Fahren ohne Fahrerlaubnis ist eine Straftat, die bis zu drei Punkte und eine Geld- oder Freiheitsstrafe nach sich zieht. Autofahren ohne Führerschein ist dagegen eine Ordnungswidrigkeit. Können Sie Ihren Führerschein bei einer Verkehrskontrolle nicht vorzeigen, riskieren Sie ein Verwarnungsgeld.
- Wer ohne Fahrerlaubnis fährt, setzt den Schutz seiner Kfz-Versicherung aufs Spiel. Kommt es zu einem Unfall, fordert die Kfz-Haftpflicht oft einen Teil der Schadenskosten zurück. Teilkasko und Vollkasko können ihre Leistung verweigern.
Fahren ohne Fahrerlaubnis: Mögliche Konsequenzen
Fahren ohne Fahrerlaubnis: Auf den Punkt gebracht
Fahren ohne Fahrerlaubnis oder Fahren ohne Führerschein: Was ist der Unterschied?
Was ist der Unterschied zwischen Führerschein und Fahrerlaubnis?
Obwohl die Begriffe umgangssprachlich oft gleichgesetzt werden: Fahrerlaubnis und Führerschein sind zwei verschiedene Dinge.
- Die Fahrerlaubnis ist eine behördliche Genehmigung. Sie gestattet Ihnen, ein Kraftfahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr zu steuern.
- Der Führerschein ist ein amtliches Dokument. Es bescheinigt, dass Sie eine gültige Fahrerlaubnis für eine oder mehrere Fahrzeugklassen (z.B. Pkw, Motorrad, Lkw) besitzen. In jeder Klasse gibt es weitere Unterklassen, die sich zum Beispiel nach Gewicht oder Leistung unterscheiden. Wer die Fahrprüfung bestanden hat, erhält den Führerschein als "Besitzurkunde" über die Fahrerlaubnis.
Welche Strafe droht bei Fahren ohne Führerschein oder Fahrerlaubnis?
Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis ist nach Paragraf 21 Straßenverkehrsgesetzes (StVG) strafbar und wird mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet. Auch eine Sperrfrist fürs Wiedererteilen der Fahrerlaubnis oder der Einzug des Fahrzeugs ist möglich. Die Höhe der Strafe hängt vom Einzelfall ab. So beeinflusst vorsätzliches oder fahrlässiges Fahren ohne Fahrerlaubnis das Strafmaß. Ebenfalls entscheidend ist, ob es zu einem Unfall kam oder eine Vorstrafe vorliegt. Falls Sie Ihren Führerschein vergessen haben und damit ohne Führerschein fahren, zieht diese Ordnungswidrigkeit lediglich ein Verwarngeld nach sich.
Ist Fahren ohne Fahrerlaubnis eine Straftat?
Ja. Wenn Sie auf öffentlichen Straßen ohne Fahrerlaubnis fahren, begehen Sie eine Straftat. Gesetzlich geregelt ist das in Paragraf 21 des StVG. Das Strafmaß hängt von der Schwere des Deliktes ab.
Fahren ohne Fahrerlaubnis zieht auch eine Strafe für den Halter oder die Halterin nach sich: Wer zulässt oder anordnet, dass eine Person ohne Fahrerlaubnis das eigene Auto steuert, macht sich strafbar. Denn als Fahrzeughalter oder Fahrzeughalterin sind Sie verpflichtet, zu überprüfen, ob Fahrer oder Fahrerin die Voraussetzungen zum Führen des Pkw erfüllt. Andernfalls verletzen Sie Ihre Sorgfaltspflicht und riskieren rechtliche Konsequenzen.
Ausnahme: Auf Privatgelände ist Fahren ohne Fahrerlaubnis gestattet. Um beispielsweise ein Auto oder Motorrad auf Ihrem Privatgrundstück zu bewegen, brauchen Sie weder eine behördliche Zulassung noch einen Führerschein als Nachweis Ihrer Fahrerlaubnis.
Fahren ohne Fahrerlaubnis Verjährung: Der Gesetzgeber hat nicht ewig Zeit, Verstöße wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu bestrafen. Die Verjährungsfrist für diese Straftat beträgt drei Jahre. Danach kann der Verkehrssünder bzw. die Verkehrssünderin nicht mehr wegen dieses Vergehens belangt werden.
Was passiert, wenn ich ohne Fahrerlaubnis Auto fahre?
Das Straßenverkehrsgesetz (StVG) § 21 Abs. 1 sieht bei Fahren ohne Fahrerlaubnis eine Geldstrafe (mindestens fünf, höchstens 360 Tagessätze) oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwölf Monaten vor. Dieses Straßmaß erwartet alle, die am Steuer erwischt werden, obwohl sie noch nie eine Fahrerlaubnis besaßen. Dabei spielt es keine Rolle, mit welchem Fahrzeug die fahrende Person den Verkehrsverstoß begeht.
Etwas milder fällt die Strafe für Verkehrsteilnehmer:innen aus, die bereits über eine Fahrerlaubnis verfügten. Wurde ihnen diese entzogen und sie fahren trotzdem Auto, bestraft der Gesetzgeber diesen Verstoß mit einer Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen oder einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten. Ab einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen gilt die verurteilte Person übrigens als vorbestraft.
Ohne gültige Fahrerlaubnis fahren Sie zum Beispiel bei:
- Fahrverbot: Nach § 44 des Strafgesetzbuchs (StGB) geben Sie Ihren Führerschein zum Beispiel nach einem Tempoverstoß vorübergehend ab. Nach Ablauf des Fahrverbots erhalten Sie ihn ohne weitere Auflagen zurück.
- Entzug der Fahrerlaubnis: Ein Gericht oder eine Behörde entzieht Ihnen etwa wegen Alkohol am Steuer die Berechtigung, ein Kfz zu lenken. Nach Ablauf der Sperrfrist von mindestens sechs Monaten beantragen Sie die Fahrerlaubnis neu. Bevor die zuständige Behörde Ihnen die Fahrerlaubnis erteilt, kann sie eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) oder Nachschulung für die betroffene Führerscheinklasse anordnen. Bei Führerscheinentzug wegen Drogenmissbrauchs dürfen Sie zum Beispiel erst wieder Auto fahren, wenn Sie die MPU erfolgreich bestanden haben.
Wiederholungstäter riskieren bei Fahren ohne Fahrerlaubnis eine härtere Strafe: Hat die Polizei einen Fahrer in den letzten drei Jahren bereits einmal ohne Fahrerlaubnis am Steuer erwischt, kann sie sein Kfz einziehen.
Ist es eine Straftat, ohne Führerschein zu fahren?
Führerschein vergessen
Führerschein abgelaufen
Führerschein verloren oder gestohlen
Verwarngeld nicht rechtzeitig gezahlt
Fahren ohne Fahrerlaubnis im Ausland: Strafen
So sehen die Strafen in anderen europäischen Ländern aus:
- Schweiz: Fahren ohne gültige Fahrerlaubnis ahnden die Schweizer Behörden mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe von bis zu 360 Tagessätzen. Teils wird das Fahrzeug eingezogen. Bei Ersttätern sind die Sanktionen meist milder als bei Wiederholungstäter:innen. Auch Fahrzeughalter:innen, die ihr Kfz wissentlich einer Person ohne Fahrerlaubnis überlassen, machen sich in der Schweiz strafbar.
- Österreich: Bei Fahren ohne Fahrlaubnis sind mindestens 363 Euro fällig. Teilweise beträgt die Geldstrafe schon beim ersten Verstoß bis zu 2.180 Euro, beim zweiten Mal mindestens 767 Euro. Zusätzlich ist eine Haftstrafe von bis zu sechs Wochen möglich. Erwischt die österreichische Polizei einen Fahrer oder eine Fahrerin dreimal oder öfter ohne Fahrerlaubnis am Steuer, drohen hohe Geld- oder Freiheitsstrafen.
- Frankreich: Wer ohne gültige Fahrerlaubnis Auto fährt, riskiert bis zu 4.500 Euro Strafe. Mitunter beschlagnahmen französische Behörden das Fahrzeug.
- Großbritannien: Im Vereinigten Königreich drohen bei Fahren ohne Fahrerlaubnis bis zu 5.500 Euro Geldstrafe und bis zu 14 Monate Fahrverbot für England bzw. ganz Großbritannien.
Unfall bei Fahren ohne Fahrerlaubnis: Zahlt die Versicherung?
Zahlt die Kfz-Versicherung bei Fahren ohne Fahrerlaubnis?
Wer trotz Führerscheinentzugs (z.B. wegen Alkohol am Steuer) Auto fährt und einen Unfall hat, riskiert seinen Versicherungsschutz. Ob und was die Autoversicherung zahlt, hängt von der Versicherungsart ab: Die Kfz-Haftpflicht übernimmt zwar Schadenskosten Dritter. Sie kann aber bis zu 5.000 Euro zurückfordern, wenn der Unfallverursacher keine gültige Fahrerlaubnis hat.
Teilkasko und Vollkasko sind bei Fahren ohne Fahrerlaubnis mit Unfall nicht zur Leistung verpflichtet. Das heißt: Für Unfallschäden am eigenen Auto kommt der oder die Versicherte im Zweifel selbst auf. Das gilt auch, wenn Sie Ihren Pkw jemandem leihen, der oder die keine Fahrerlaubnis hat. Verursacht zum Beispiel ein Bekannter oder eine Bekannte während der Leihzeit mit Ihrem Auto einen Unfall, zahlt Ihre Kaskoversicherung meist nicht für Schäden an Ihrem Fahrzeug.
Unfall ohne Führerschein: Wer zahlt?
Welche Versicherung ist bei Führerscheinentzug oder Fahrverbot sinnvoll?
Ergänzend zur Kfz-Versicherung ist eine Verkehrsrechtsschutzversicherung empfehlenswert. Beispielsweise beim Vorwurf des Fahrens ohne Führerschein. Dieser kann laut Strafgesetzbuch nur vorsätzlich begangen werden. In diesem Fall greift zunächst die Verkehrsrechtsschutzversicherung der Allianz, um Ihre Verteidigungskosten zu übernehmen.
Sollte das Verfahren eingestellt werden – etwa wegen fehlender Beweise, Verfahrensfehlern oder eines Freispruchs – bleibt der Versicherungsschutz bestehen. Führt das Verfahren jedoch zu einer Verurteilung wegen vorsätzlicher Handlung, entfällt der Schutz rückwirkend. Benötigen Sie eine erste Einschätzung Ihres Falles wegen Fahrens ohne Führerschein, wenden Sie sich bitte an die kostenlose, telefonische Rechtsberatung der Allianz.
Ansonsten deckt der Allianz Rechtsschutz Verkehr Anwalts- und Gerichtskosten ab, übernimmt Mediationskosten für außergerichtliche Schlichtungen, bietet u.a. telefonische Rechtsberatung oder unterstützt, wenn Sie:
- … bei Entzug der Fahrerlaubnis einen Anwalt oder Anwältin konsultieren möchten.
- ... Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid im Verkehrsbereich einlegen möchten
- … z.B. gegen den Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung im Straßenverkehr vorgehen möchten.
Welche Kfz darf ich ohne Fahrerlaubnis fahren?
Für welche Fahrzeuge brauche ich keinen Führerschein?
Zu den fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen zählen in Deutschland:
- E-Scooter mit 20 km/h Höchstgeschwindigkeit
- Mofas, Fahrräder mit Hilfsmotor und andere Kfz mit bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h
- landwirtschaftliche Fahrzeuge wie Zugmaschinen, Flurförderfahrzeuge oder selbstfahrende Arbeitsmaschinen mit 6 km/h Höchstgeschwindigkeit
- Elektrische Krankenfahrstühle mit 10 km/h Höchstgeschwindigkeit
- Mobilitätshilfen bis 20 km/h Höchstgeschwindigkeit
- elektrische Krankenfahrstühle bis 15 km/h Höchstgeschwindigkeit
Wichtig: Bei einigen Fahrzeugen legen Sie eine spezielle Fahrprüfung ab, bevor Sie damit auf die Straße dürfen. Für Mofas ist zum Beispiel eine Prüfbescheinigung notwendig, die Jugendliche ab 15 Jahren erwerben können. Sie berechtigt ausschließlich zum Führen von Kleinkrafträdern mit einer Maximalgeschwindigkeit von 25 km/h. Wer etwa ein 25 km/h Auto mit Mofaführerschein fährt, macht sich strafbar.
Darf ich Roller ohne Fahrerlaubnis fahren?
Nein. Wenn Sie ohne Fahrerlaubnis Roller fahren, begehen Sie eine Straftat. Je nach Schwere des Verstoßes drohen Führerscheinsperre, Freiheitsstrafe oder Verlust des Fahrzeugs. Das Strafmaß legen Richter:innen im Einzelfall fest.
Fahren ohne Fahrerlaubnis liegt bei einem Roller auch vor, wenn das Zweirad zu schnell ist. Ein Roller mit 50 Kubikzentimetern (ccm) Hubraum darf die Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h nicht überschreiten. Erwischt die Polizei einen Rollerfahrer oder eine Rollerfahrerin, der oder die das Kleinkraftrad auf 70 km/h getunt hat, mit diesem Tempo, macht er oder sie sich wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis strafbar.
Was möchten Sie zu Fahren ohne Fahrerlaubnis wissen?
Ist das Führen eines Rollers ohne Fahrerlaubnis strafbar?
Wie kann ich einen Führerscheinentzug in eine Geldstrafe umwandeln?
Was ist die Konsequenz, wenn ich zweimal beim Fahren ohne Fahrerlaubnis erwischt werde?
Mir wurde der Führerschein entzogen. Ab wann darf ich kein Fahrzeug mehr führen?
Benötige ich einen Führerschein, um ein Motocross-Motorrad oder Quad zu fahren?
Was passiert, wenn ich Roller, Moped oder Motorrad ohne Führerschein fahre?
Sind Sie ohne Führerschein mit einem Roller, Moped oder Motorrad unterwegs, riskieren Sie ein Verwaltungsgeld von zehn Euro, wenn Sie in eine Polizeikontrolle geraten. Vorausgesetzt, Sie besitzen eine gültige Fahrerlaubnis für das Zweirad ab 50 ccm und können das Führerscheindokument in den nächsten Tagen vorlegen.
Fahren Sie ein Mofa bis 50 ccm ohne Führerschein, legen Sie bei einer Kontrolle die Mofa-Prüfbescheinigung vor. Haben Sie das Dokument nicht dabei, zahlen Sie ebenfalls zehn Euro Verwarngeld.
Kann ich auf einem Verkehrsübungsplatz ohne Führerschein Auto fahren?
Ist das Fahren ohne umgeschriebene ausländische Fahrerlaubnis strafbar?
Ja. Staatsbürger eines Nicht-EU- oder Nicht-EWR-Lands wie Russland, Kasachstan oder der Türkei haben ein halbes Jahr Zeit, um ihre Fahrerlaubnis umschreiben zu lassen. In Kombination mit einem Internationalen Führerschein dürfen sie mit der ausländischen Prüfbescheinigung in diesem Zeitraum auf deutschen Straßen fahren. Wer die Umschreibung nicht innerhalb der sechs Monate vornehmen lässt und erwischt wird, macht sich wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis strafbar. In der Regel ist eine Geld- oder Freiheitsstrafe die Folge.
Stammen Sie aus einem EU- oder EWR-Staat, betrifft Sie diese Regelung nicht. Ihre ausländische Fahrerlaubnis ist in Deutschland ohne Umschreibung unbegrenzt gültig.
Ist Fahren trotz Fahrverbot im Notfall erlaubt?
Welche Strafe droht bei Fahren ohne Fahrerlaubnis mit einem Anhänger?
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