Weißes Elektroauto parkt an Straßenrand und lädt den Akku an einer öffentlichen Ladestation.
Batterie, Reparatur & Co.  

Elektroauto Schaden: Was bei Defekten zu beachten ist

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Typische Schwachstellen von E-Motoren
  • Elektroautos sind im Vergleich zu Verbrennern weniger anfällig für Pannen. Denn ihr Elektromotor besteht aus weniger Bauteilen.
  • Am anfälligsten für Schäden ist der Lithium-Ionen-Akkumulator eines E-Autos. Ist der Stromspeicher infolge eines Unfalls beschädigt, lassen Sie ihn umgehend reparieren oder austauschen. Aber auch Wechselrichter und Bordladegerät verursachen Defekte.
  • Gerät der Akku durch einen technischen Defekt in Brand, ist dieser nur schwer zu löschen. Meist erleidet das gesamte Fahrzeug dabei einen Totalschaden.
  • Für Schäden, die Sie mit Ihrem Stromer anderen Kfz, Personen oder Gegenständen zufügen, kommt Ihre Kfz-Haftpflicht auf. Schäden an Ihrem eigenen E-Auto übernimmt die Kaskoversicherung.
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Akku, Ladegerät & Co.

Keine Zündkerzen, kein Auspuff, kein Motoröl: Ein Elektroauto besitzt im Vergleich zu Fahrzeugen mit Diesel-, Benzin- oder Erdgasmotor weniger Bauteile, die anfällig für Schäden sind. Das bedeutet weniger Reparatur- und Wartungsaufwand. Am häufigsten von Fehlern betroffen sind bei Stromern Elektromotor, Wechselrichter, Bordladegerät und Akku.

Anders als bei Verbrennungsmotoren, an denen auch Hobbyschrauber herumbasteln können, sollten Sie Schäden an E-Motoren einem Profi überlassen. Lassen Sie insbesondere von Hochvoltleitungen und orangefarbenen Kabeln die Finger. Reparaturversuche auf eigene Faust können bei E-Fahrzeugen lebensgefährlich enden.

Elektroauto-Batterie: Schaden ist kostspielig

Das teuerste und gleichzeitig empfindlichste Bauteil eines E-Autos ist die Lithium-Ionen-Batterie. Die Sicherheit des Stromspeichers steht beim Bau von Elektrofahrzeugen deshalb im Vordergrund. Autohersteller verstärken den Akku mit einem stabilen Rahmen, der ihn bei Unfällen schützt.

Selten kommt es auch ohne Kollision dazu, dass der Akku aufgrund eines technischen Defekts ausgetauscht werden muss. Innerhalb des Garantiezeitraums sind Hersteller verpflichtet, Ihnen eine neue Batterie zur Verfügung zu stellen oder bei Neukauf Rabatt zu gewähren. Nimmt der Akkumulator des E-Autos nach Ablauf der Garantie bei einem Unfall Schaden, erstatten die meisten Kaskoversicherungen einen Teil der Wiederbeschaffungskosten.

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Im Ernstfall
Haben Sie mit Ihrem Elektroauto einen Unfall oder sind Sie Ersthelfer an einem Unfallort mit E-Fahrzeugen, handeln Sie wie bei jedem anderen Autounfall auch.
Frau hält Smartphone in der Hand. Im Hintergrund stehen zwei Unfallfahrzeuge.
  1. Sichern Sie die Unfallstelle.
  2. Rufen Sie Rettungsdienst oder Polizei.
  3. Versorgen Sie Verletzte.
  4. Notieren Sie die Kontaktdaten von Unfallbeteiligten und Zeugen. 
  5. Melden Sie den Schaden Ihrer Kfz-Versicherung.

Geringe Brandgefahr durch automatische Abschaltung des Stroms

Bei einem Unfall wird der Stromfluss eines E-Autos innerhalb von Millisekunden unterbrochen. Von der Elektrizität am Fahrzeug geht dann keine Gefahr mehr aus. Gleichzeitig verhindert das Abschalten des Stroms, dass die Batterie oder andere Komponenten überhitzen und sich entzünden. Die Gefahr eines Fahrzeugbrands ist daher gering.

Übrigens: Hersteller von Elektroautos stellen Rettungskarten zur Verfügung. Das Dokument können Sie auf der Website der jeweiligen Automarke herunterladen, ausdrucken und in Ihrem E-Pkw deponieren. Im Ernstfall zeigt die Papierkarte den Rettungskräften, wo sie das Fahrzeug gefahrlos öffnen können, ohne den Akku zu beschädigen.

Nach Unfall muss Elektroauto zum Check in die Werkstatt

Hat Ihr E-Fahrzeug eine Panne oder ist nach einem Crash beschädigt, sollten Sie es stets von einem Profi überprüfen lassen. Nur Experten einer auf E-Kfz spezialisierten Autowerkstatt können beurteilen, ob empfindliche Bauteile defekt oder beschädigt sind. Und ob von einem defekten Akku bzw. elektrischer Spannung gegebenenfalls Gefahr ausgeht.

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Illustration Information "Gut zu wissen"
Gut zu wissen
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Haben Sie mit Ihrem Elektroauto eine Panne oder einen Unfall, bringen Sie es zur Inspektion. Erkundigen Sie sich zuerst, ob die Werkstatt Ihrer Wahl Fahrzeuge mit Elektroantrieb repariert. Das ist nicht immer der Fall: Um Elektroautos reparieren zu dürfen, benötigen Kfz-Mechaniker eine Weiterbildung sowie zusätzliches teures Equipment

Da es in Deutschland bislang nur 136.600 zugelassene E-Autos gibt (Stand: Januar 2020) und Schäden an Elektrofahrzeugen seltener auftreten als bei Verbrennern, verzichten viele Werkstätten bislang auf eine Weiterbildung. Folglich bieten sie keine Reparatur- und Serviceleistungen für E-Autos an.

In den Vertragswerkstätten der jeweiligen E-Automobilhersteller steht einer Instandsetzung hingegen nichts im Wege.

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Feuer
Immer wieder sorgen Elektroautos für Schlagzeilen, weil sie unvermittelt Feuer fangen. Das erweckt den Eindruck, dass Stromer besonders anfällig für Brände seien. Crashtests des ADAC ergaben allerdings, dass bei Elektroautos ein extrem geringes Brandrisiko besteht.
Junger Mann untersucht den qualmenden Motor seines Pkw auf Landstraße, während zweiter Mann mit Feuerlöscher in der Hand zu Hilfe eilt

Selten, aber beschädigter Akku kann Brand auslösen

Selbst infolge eines Unfalls fängt ein Lithium-Ionen-Akkumulator nur selten Feuer. Denn mit Auslösen des Airbags schaltet sich der Strom im E-Auto innerhalb von Millisekunden ab. Zudem ist der Akku von außen mehrfach geschützt. Trotz dieser Sicherheitsvorkehrungen kann es passieren, dass sich der Schutzmechanismus der Antriebsbatterie infolge eines Unfalls verformt und einen Band auslöst.

Ist der chemische Prozess im Inneren des Akkus einmal in Gang gesetzt, springt er von einer Zelle auf die nächste über ("Thermal Runaway"). Diese Kettenreaktion erschwert die Eindämmung des Brandes erheblich. Dennoch besteht bei einem brennenden Elektroauto keine Explosionsgefahr.

E-Auto-Brand: Viel Wasser zum Löschen nötig

Beginnt ein Elektro-Pkw samt Batterie zu brennen, ist das Feuer schwieriger zu löschen als bei einem Benziner oder Dieselfahrzeug. Das liegt am Akku: Sobald die darin enthaltenen Lithium-Ionen eine gewisse Temperatur erreicht haben, entzünden sie sich bei Kontakt mit Sauerstoff immer wieder von selbst.

Um einen Elektroauto-Brand zu löschen, benötigt die Feuerwehr deshalb große Wassermengen. Nur so lassen sich Fahrzeug und Batterie herunterkühlen. Bis zu ihrer Verschrottung oder Entsorgung werden verbrannte Akkus häufig in Wasser gelagert, um ein erneutes Entzünden zu verhindern.

 

Gut zu wissen
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Ob bei einem Elektroauto-Brand die Versicherung einspringt, hängt von Ihrer individuellen Police ab. Fängt Ihr Stromer aufgrund eines technischen Defekts in einer Tiefgarage an zu brennen, kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung in der Regel für Schäden an fremden Fahrzeugen und am Gebäude auf.

Dasselbe gilt, wenn Sie mit Ihrem E-Auto eine öffentliche Ladestation beschädigen – die Kfz-Versicherung übernimmt den Schaden. Was darüber hinaus in Ihrem Tarif inkludiert ist, klärt ein Blick in die Leistungsübersicht des Versicherungsvertrags.

Immer häufiger sind in Tiefgaragen spezielle Parkplätze mit einer Ladevorrichtung für E-Autos zu finden. Die Angst vieler Autobesitzer, dass Ladesäulen oder ladende E-Fahrzeuge das Brandrisiko erhöhen, ist unbegründet. Trotzdem sollten Tiefgaragenbetreiber bei Installation der Ladestationen darauf achten, dass sich die Stellplätze in einem brandschutztechnisch abgegrenzten Bereich befinden. 

Der Grund: Für den unwahrscheinlichen Fall eines Brandes sollten schwer löschbare E-Autos genug Abstand zu anderen Fahrzeugen haben. Springt das Feuer auf andere Kfz über, entsteht im schlimmsten Fall ein Großbrand, der die Statik der Garage gefährdet. Je nach Schadensausmaß können Kosten in Millionenhöhe die Folge sein. 

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Schutz

In Deutschland ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung auch für Elektrofahrzeuge gesetzlich vorgeschrieben. Ohne Versicherungsschutz dürfen sie nicht am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Bislang gibt es für E-Autos keine gesonderten Policen. Allerdings bieten einige Versicherer Rabatte oder spezielle Tarifergänzungen für Stromer an. 

Für Elektroauto-Besitzer kann eine Teilkasko oder Vollkasko sinnvoll sein. In der Regel ist der teuerste Bestandteil des Fahrzeugs, der Lithium-Ionen-Akkumulator, darin mitversichert. Ist der Stromspeicher beschädigt, erstattet die Versicherung einen Teil des Wiederbeschaffungswerts.

Viele Versicherer übernehmen anteilig die Kosten für die Entsorgung beschädigter Akkus. Allerdings sind Autohersteller gesetzlich dazu verpflichtet, Batterien ihrer E-Fahrzeuge zurückzunehmen.

Besitzer von E-Autos sollten zudem darauf achten, dass die Kaskoversicherung Folgeschäden nach dem Abschleppen übernimmt. Da Elektrofahrzeuge über die Antriebsachse Strom erzeugen, kann unsachgemäßes Abschleppen zu Kurzschluss und teuren Akkuschäden führen.

Wie teuer ist eine Elektroauto-Versicherung?

Was die Kfz-Versicherung für ein Elektroauto kostet, hängt von denselben Kriterien ab wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Entscheidend für die Beitragshöhe ist nicht die Antriebsart, sondern Einstufungskriterien wie Fahreralter, Fahrzeugwert, Typklasse und Regionalklasse.

Wer sich ein neues Kfz mit E-Antrieb anschafft, kann die Schadenfreiheitsklasse seines vorherigen Pkw übernehmen und so Beitragskosten sparen. Einige Kfz-Versicherer bieten für E-Autos zudem Tarifvergünstigungen an.

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Häufige Fragen
  • Was passiert, wenn ich das Elektroauto über mehrere Tage an der Ladestation lasse?

    Nichts. Das integrierte Batterie-Managementsystem des E-Autos sorgt dafür, dass der Stromfluss unterbrochen wird, sobald der Akku vollgeladen ist. Somit ist eine Überladung oder Tiefenentladung der Batterie bei allen Elektroauto-Ladevarianten nicht möglich.

    Ist Ihr Fahrzeug mit einer öffentlichen Ladevorrichtung verbunden, kann es allerdings teuer werden. Denn viele Ladesäulenbetreiber rechnen zeitbasiert ab. Das heißt: Sie zahlen – egal, ob Ihr Kfz gerade lädt oder nur noch an der Säule hängt.

  • Schaden Standzeiten dem Elektroauto-Akku?

    Nicht unbedingt. Wie alle Batterien kann sich auch der Stromspeicher eines E-Autos von selbst entladen – auch wenn er gerade nicht im Einsatz ist. Die Angst, dass ein voller Akku sich innerhalb weniger Wochen komplett entlädt, ist jedoch unbegründet. Innerhalb eines Monats verliert er im Ruhezustand maximal vier Prozent seiner Leistung. Einen Schaden trägt er bei längeren Standzeiten in der Regel nicht davon. Trotzdem sollten Fahrzeughalter die Lithiumbatterie ihres E-Autos alle drei Monate mindestens einmal aufladen, damit sie sich nicht vollständig entlädt.
  • Gibt es ein Elektroauto mit Moosfilter?

    Ja. Das Münchner Start-up Sono Motors hat in den Armaturenbrettern seiner Elektroautos einen natürlichen Moosfilter integriert. Dieser soll das Raumklima verbessern und die Feinstaubbelastung im Fahrzeug reduzieren. Auf die technische Funktionsweise des E-Fahrzeugs hat der Moosfilter hingegen keinen Einfluss.

     

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