So versichern Sie Ihr Kind privat in der Familienversicherung

Private Krankenversicherung für Kinder

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Auf den Punkt gebracht
  • Sollten beide Elternteile gesetzlich krankenversichert sein, kommt das Kind automatisch in die Familienversicherung. Wenn sie eine leistungsstärkere Versorgung wünschen, können sie ihr Kind aber trotzdem privat versichern.
  • Neugeborene können sofort ohne Gesundheitsprüfung privat versichert werden. Es besteht ein Annahmezwang beim Krankenversicherer der Eltern.
  • In der Privaten Krankenvollversicherung (PKV) für Kinder hat jedes Kind einen eigenen Versicherungstarif. Dieser ist meist im Versicherungsvertrag eines PKV-versicherten Elternteils integriert.
  • Die PKV für Kinder ist aufgrund spezieller Tarife oft relativ günstig: Die Kosten liegen im Schnitt bei monatlich 80 bis 180 Euro.
  • Wer GKV-versichert ist, sich aber bessere Leistungen für sein Kind wünscht (z. B. für Zähne, Kiefer, Heilpraktiker) für den ist eine Krankenzusatzversicherung für Kinder sinnvoll.
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Gut zu wissen

Damit ein Kind in einer Privaten Krankenversicherung versichert werden kann, muss mindestens ein Elternteil privat vollversichert sein. Gut sieht es für folgende Berufsgruppen aus: Wenn Sie als Selbstständiger oder Freiberufler tätig sind haben Sie als Eltern die Option, sich für eine private Krankenversicherung (PKV) zu entscheiden.

Als Beamter haben Sie diese Wahlmöglichkeit ebenfalls und auch als Arbeitnehmer –  sofern Ihr Einkommen oberhalb der sogenannten Versicherungspflichtgrenze angesiedelt ist. Folgende generellen Bedingungen sind zu beachten, falls Sie Ihr Kind privat versichern möchten:

  • Ein Elternteil hat seit mindestens drei Monaten eine private Vollversicherung.
  • Sie können eine Kindernachversicherung ohne Risikoprüfung vornehmen, wenn Ihr Kind innerhalb von zwei Monaten ab Geburt angemeldet wird, und zwar rückwirkend zum Tag der Geburt. Der Versicherungsschutz darf dabei nicht höher oder umfassender sein als der des privat versicherten Elternteils. Dies gilt sowohl für private Voll- als auch für Zusatzversicherungen.
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Keine Gesundheitsprüfung nötig

Kinder sollten unmittelbar nach der Geburt krankenversichert werden. Wenn Sie Ihr Neugeborenes privat versichern möchten, dann ist das schnell und problemlos möglich, sofern mindestens ein Elternteil ebenfalls in einer Privaten Krankenversicherung versichert ist.

Für Ihren Versicherer besteht dann ein Kontrahierungszwang. Das heißt, er kann die Versicherung Ihres neugeborenen Kindes nicht ablehnen. Eine Gesundheitsprüfung entfällt bei direkt nach der Geburt zu versichernden Kindern. Das gilt jedoch nur, sofern der beantragte PKV-Versicherungsschutz nicht höher oder umfassender ist als der des versicherten Elternteils.

  • PKV und PKV:
    Wenn beide Elternteile in der PKV sind, kann das Neugeborene unter den o. g. Gegebenheiten privatversichert werden. Andererseits ist es nicht möglich, dass zwei PKV-versicherte Eltern für ihr Kind die gesetzliche Krankenversicherung wählen. 
  • GKV und GKV:
    Sind beide Elternteile gesetzlich krankenversichert, wird der Nachwuchs automatisch in die sogenannte (gesetzliche) Familienversicherung zusätzlich aufgenommen. In diesem Fall haben Sie immer die Möglichkeit, das Kind obendrein privat abzusichern. Dafür bieten sich z. B. spezielle Angebote für Krankenzusatzversicherungen für KinderSofern mindestens ein Elternteil über private Krankenzusatzversicherungen verfügt und diese seit mindestens 3 Monaten bestehen, so können für Kinder die gleichen Tarife ohne Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden.
  • PKV und GKV:
    Etwas komplizierter wird es, wenn ein Elternteil privat und ein Elternteil gesetzlich krankenversichert ist: Eine beitragsfreie Familienversicherung in der GKV ist nicht möglich, wenn der privatversicherte Elternteil mehr als der gesetzlich versicherte verdient und ein Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze  hat (2019: 60.750 Euro). In diesem Fall muss für das Kind ein eigener monatlicher Krankenkassenbeitrag gezahlt werden. Sind die Eltern nicht verheiratet, gilt diese Einschränkung nicht.
Bitte beachten: Den PKV-Aufnahmeantrag für Ihren neugeborenen Nachwuchs müssen Sie innerhalb einer Frist von zwei Monaten nach der Geburt stellen. Der Versicherungsschutz tritt dann rückwirkend in Kraft.
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Ausbildung, Studium und Optionstarife

Situation in der Privaten

In der PKV sind Kinder grundsätzlich unbefristet versichert. Es gibt jedoch ein Sonderkündigungsrecht bei Eintritt der Versicherungspflicht mit Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums – beim Studium kann sich der Versicherte von der (GKV) Versicherungspflicht befreien lassen und weiterhin privat versichert bleiben. Grundsätzlich gibt es keinen speziellen Kindertarif: Die Prämien der PKV sind in der Regel für die Altersgruppen 0-15 (Kinder) und 16-20 (Jugendliche) ohne Alterungsrückstellung kalkuliert. Dadurch sind sie günstiger. Ab Vollendung des 21. Lebensjahres werden Alterungsrückstellungen gebildet. Speziell für Studenten bieten die meisten Versicherern jedoch Ausbildungstarife ohne Alterungsrückstellungen an, damit weiterhin ein günstigerer Versicherungsschutz besteht.

Situation in der Gesetzlichen

In der gesetzlichen Familienversicherung ist die Situation bei einer Ausbildung wie folgt: Bis zu ihrem 25. Geburtstag können junge Erwachsene in der Familienversicherung versichert bleiben, falls sie eine Ausbildung oder Studium absolvieren. Diese Familienversicherung verlängert sich um die Zeit eines freiwilligen (sozialen oder kulturellen) Jahres. 

Optionstarife

Besonders interessant für junge Leute in Ausbildung oder Studium sind sogenannte Optionstarife, wie z. B. der Allianz OptionFlexiMed. Mit dieser Art von Tarif können sich junge Erwachsene frühzeitig ihren Gesundheitszustand sichern – und zu einem späteren Zeitpunkt weitere private Krankenzusatz- und Vollversicherungen ohne erneute Prüfung abschließen.

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Kosten, Beiträge & Bedingungen

Viele Eltern sind froh darüber, dass es im Zuge der (gesetzlichen) Familienversicherung möglich ist, den Nachwuchs kostenfrei mitzuversichern. Auf der anderen Seite reichen die Leistungen, die die GKV bietet, vielen Eltern nicht aus. 

Durch eine private Zusatzversicherungen können Sie die medizinische Grundversorgung Ihrer Kinder aufwerten und beispielsweise den Status Privatpatient im Krankenhaus oder umfassende Zahnleistungen absichern. Vor diesem Hintergrund stellt sich sofort die Frage: Welche Kosten fallen für den privaten Versicherungsschutz an? 

Zunächst die gute Nachricht: Die private Krankenvollversicherung für Ihr Kind kostet bei Weitem nicht so viel, wie Sie vielleicht annehmen – oder wie Ihr eigener PKV-Versicherungsschutz. Beiträge für Kinder und Jugendliche sind wesentlich günstiger, als die von Erwachsenen.

Warum sind die Beiträge für Kinder geringer?

 

  • Es werden keine Alterungssrückstellungen für Kinder und Jugendliche gebildet.
  • In der Regel haben Kinder noch einen sehr guten Gesundheitszustand.
  • Es existieren in der Regel noch keine chronischen Erkrankungen.
  • Es gibt eventuelle Zuschüsse des Arbeitgebers.
  • Meist ist kein eigener Beitrag zur Pflegepflichtversicherung zu leisten.

Von welchen Faktoren hängt die Beitrageshöhe ab?

 

  • von der Versicherungsgesellschaft
  • vom Tarif mit seinen individuellen Leistungen
  • vom Alter sowie vom Gesundheitszustand des Kindes bei Versicherungsbeginn
  • Ausnahme: Falls Sie Ihr Kind direkt nach der Geburt versichern, hat der Gesundheitszustand im Rahmen der bedingungsgemäßen Kindernachversicherung keinen Einfluss auf die Versicherungsprämie. 
  • ­­Abhängig von den zuvor genannten Einflussfaktoren können Sie damit rechnen, dass Sie die private Krankenversicherung Ihres Kindes monatlich zwischen 80 bis 180 Euro kosten wird. 
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Drei Möglichkeiten bei Scheidung

Nach einer Scheidung stellt sich für Eltern die Frage, wer nun die Beiträge zur PKV für das gemeinsame Kind zahlt bzw. zahlen muss. Zudem ist zu klären, ob das Kind nach der Trennung überhaupt noch weiter in der privaten Krankenvollversicherung versichert sein darf. Bleiben weiterhin beide Eltern privat krankenversichert, ändert sich für das Kind nichts. Verändert sich allerdings der Status eines Elternteils (weil zum Beispiel die Mutter nach der Trennung versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung wird) kann dies dazu führen, dass das Kind nicht in der privaten Familienversicherung verbleiben kann.

Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass das Kind zukünftig über ein Elternteil kostenfrei in der gesetzlichen Familienversicherung versichert werden kann. In diesem Fall kann eine Vollversicherung in der Regel ohne erneute Gesundheitsprüfung auf private Zusatzversicherungen umgestellt werden – sofern der Versicherungsschutz nicht umfassender ist als die vorherige Vollversicherung. 

Grundsätzlich gibt es drei Varianten, wie und wo Kinder nach der Scheidung ihrer Eltern krankenversichert sein können:

  • Eltern sind vor der Trennung beide gesetzlich krankenversichert und auch nach der Scheidung: Kind bleibt weiterhin kostenlos gesetzlich familienversichert.
  • Eltern sind vor der Trennung beide privat krankenversichert und auch nach der Scheidung: Kind kann weiterhin privat versichert bleiben.
  • Eltern sind vor der Trennung beide Privatversicherte, nach der Scheidung jedoch nur noch ein Elternteil privat versichert. Es erfolgt eine Einzelfallprüfung: Entweder Fortsetzung der PKV für das Kind oder Familienversicherung in der GKV und Umstellung der Vollversicherung in private Zusatzversicherungen.

Was die Zahlungspflicht angeht, so ist diesbezüglich die Unterhaltspflicht entscheidend. Oft ist es nach einer Trennung so, dass der Vater gegenüber dem Kind und eventuell auch der Mutter unterhaltspflichtig ist. In diesem Fall muss er auch die Beiträge zur PKV für sein Kind zahlen. 

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Allianz - Private Krankenversicherung: Taschenrechner
Gesetzlich oder Privat
Allianz - Private Krankenversicherung: Taschenrechner

Ob sich die PKV für ein Kind lohnt, sollten Eltern nicht nur an den anfallenden Kosten festmachen. Rein monetär ist die gesetzliche Familienversicherung natürlich immer günstiger. Die Kinder können hier beitragsfrei mitversichert werden, während in der Privatversicherung für Kinder Beiträge von zum Teil über 100 Euro im Monat zu zahlen sind.

Trotzdem ist die private Krankenvollersicherung für Kinder häufig sinnvoll – aufgrund der zum Teil deutlich besseren Leistungen als in der GKV. Eltern sollten daher beider Entscheidung PKV oder GKV sorgsam prüfen, welche Leistungen in den gewählten Tarifen für Kinder und Jugendliche enthalten sind und wo die Unterschiede zur sogenannten „Kassenleistung“ bestehen.

In der Summe zeichnet sich die Privatversicherung für Kinder häufig durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Daher lohnt sich die private Familienversicherung in der Regel für alle Eltern, die nicht auf jeden Euro achten müssen und ihr Kind mit umfassenderen Leistungen (z.B. für Kieferorthopädie, Zahnersatz oder Krankenhaustagegeld) abgesichert wissen möchten.

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