In die private Krankenversicherung und zurück

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Kurz erklärt in 30 Sekunden

Alles rund um den Wechsel der Privaten Krankenversicherung

Private Krankenversicherung wechseln
  • Um in die Private Krankenversicherung (PKV) wechseln zu dürfen, müssen Sie als Arbeitnehmer die Jahresarbeitsentgeltsgrenze, JAEG, überschreiten. Sie liegt 2019 bei 60.750 Euro pro Jahr.
  • Auch wenn Sie durch einen Wechsel in die Selbständigkeit aus der Versicherungspflicht herausfallen, können Sie in die PKV wechseln. Gleiches gilt für Beamte und andere Personen mit Anspruch auf Beihilfe.
  • Um in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zurückkehren zu können, muss Ihr Einkommen unter die JAEG absinken. Dann sind Sie erneut in der GKV pflichtversichert. Gleiches gilt für Selbstständige, die erneut zu Angestellten werden und deren Einkommen unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt.
  • Ab dem 55. Lebensjahr ist eine Rückkehr in die GKV nur noch unter besonderen Voraussetzungen möglich.
  • Eine Kündigung beim alten Versicherer wird erst wirksam, wenn Sie eine Bestätigung über die Folgeversicherung beim neuen Versicherer vorlegen.
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Wechsel PKV zu GKV: Wann und wie?

Viele Menschen glauben, dass der Wechsel zurück in die Gesetzliche Krankenversicherung unmöglich ist. Dies ist falsch. Tatsächlich kann es passieren, dass Sie gegen Ihren Willen in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren müssen. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn:

  • Ihr Jahreseinkommen unter die Versicherungspflichtgrenze sinkt, beispielsweise durch Gehaltskürzungen oder einen Wechsel des Arbeitgebers.
  • Der Gesetzgeber die Versicherungspflichtgrenze anhebt und Sie dadurch den Anspruch auf eine Private Krankenversicherung  verlieren.
  • Sie Ihre hauptberufliche selbstständige Tätigkeit aufgeben, wieder als Arbeitnehmer tätig werden und Ihr Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegt. Dies gilt bis zum 55. Lebensjahr.

 

Befreiungsrecht
Damit Sie Ihren PKV-Versicherungsschutz nicht aufgeben zu müssen, gibt es auch Konstellationen, bei denen Sie sich von einer anstehenden Versicherungspflicht befreien lassen können. Befreiungsmöglichkeiten bestehen unter bestimmten Voraussetzungen z.B. bei Eintritt von  Arbeitslosigkeit oder bei Wechsel in eine Teilzeitbeschäftigung
 
Auch wenn die Jahresarbeitsentgeltgrenze Ihr Einkommen "überholt", haben Sie ein Befreiungsrecht. Diese Liste ist nicht abschließend. Lassen Sie sich daher bei Fragen zum konkreten Fall von Ihrem Versicherungsunternehmen beraten.
Gut zu wissen
Privat oder Gesetzlich? In manchen Fällen stellt sich Frage erst gar nicht. Sobald Sie das 55. Lebensjahr überschritten haben, ist beispielsweise eine Rückkehr in die GKV nahezu unmöglich. Der Gesetzgeber will mit dieser Entscheidung verhindern, dass ältere Menschen (die in der Regel höhere Kosten verursachen) zurückkehren und die Solidargemeinschaft belasten. 
 
Sollten Sie älter als 55 Jahre sein, gibt es dennoch eine Möglichkeit: Die Aufnahme in die Familienversicherung Ihres Ehe- oder Lebenspartners. Dafür muss der Ehe- oder Lebenspartner gesetzlich versichert sein und das eigene Einkommen darf 445 Euro im Monat (bzw. 450 Euro bei Minijobs) nicht überschreiten. Gleiches gilt hinsichtlich der oben genannten Einkommens- und Verdienstgrenzen auch für hauptberuflich Selbstständige und Freiberufler ab Vollendung des 55. Lebensjahres.
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Privat zu Privat: Das müssen Sie beachten

Bei einem Versichererwechsel von PKV zu PKV müssen Sie lediglich die vereinbarten Kündigungsfristen einhalten, oder das Sonderkündigungsrecht bei Beitragserhöhung nutzen. 

Unabhängig davon, dass Sie diese Option hätten, ist ein solcher Wechsel nur selten empfehlenswert. Denn: Für den neuen Versicherer sind Sie ein Neukunde. Er wird also eine erneute Gesundheitsprüfung verlangen. Eine Kündigung beim alten Versicherer wird auf jeden Fall erst dann wirksam, wenn Sie eine Bestätigung über die Folgeversicherung beim neuen Versicherer vorlegen.

Was Sie noch bedenken sollten: In der Regel möchten Sie Ihr bestehendes PKV-Versicherungsunternehmen wechseln, um Beiträge zu sparen. Allerdings ist der Beitrag beim neuen Versicherer für einen vergleichbaren Tarif regelmäßig höher. Der Grund: Die bisherigen Alterungsrückstellungen werden entweder gar nicht (Verträge vor 2009) oder nur zum Teil (Verträge ab 2009) auf den neuen Versicherer übertragen.

Daher bietet sich zunächst ein Wechsel in einen günstigeren PKV-Tarif innerhalb des gleichen Versicherungsunternehmens an. Oder als letzte Option der Wechsel in den Standardtarif (falls Sie bereits vor dem 1.1.2009 in einer PKV versichert waren) oder Basistarif

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Wechsel & Einsparungen im Rentenalter

Alterungsrückstellungen

Der Gesetzgeber verpflichtet private Anbieter von Krankenversicherungen dazu, Alterungsrückstellungen zu bilden. Zusätzlich wird ein gesetzlicher Beitragszuschlag erhoben, der jedem Vertrag individuell zugeschrieben wird. Diese Rückstellungen werden verzinslich angelegt. Das so erzielte Guthaben dient später dazu, die Beiträge im hohen Alter zu senken. Dabei gilt, dass die Zuschläge jenem Vertrag gutgeschrieben werden, dem sie entstammen.

Diese Regelung bedeutet jedoch folgendes für Sie, wenn Sie sich erst spät für eine PKV entscheiden (können): Der Zeitraum, der Ihrem PKV-Versicherer für Alterungsrückstellungen bleibt, ist mit zunehmendem Eintrittsalter kürzer. Folglich fallen die Beiträge im Alter höher aus - je später Sie Ihre PKV abschließen.

Beitragsberechnung

Ein weiterer entscheidender Punkt für die PKV im höheren Alter ist die Beitragsberechnung: Im Gegensatz zur GKV errechnet sich Ihr Beitrag nicht aus dem Einkommen. Stattdessen basiert er auf Alter und Gesundheitszustand, Stichwort: Risikozuschläge bei Vertragsunterzeichnung. Sollte Ihr Einkommen durch eine niedrigere Rente sinken, hat dies also keinen direkten Einfluss auf die Beiträge für Ihre private Krankenversicherung.

Weniger Kosten bei Renteneintritt

Spätestens mit Eintritt der Rente entfallen aber auch mehrere Kostenpunkte, unter anderem:

  • Ab Alter 60 entfällt der gesetzliche Beitragzuschlag in Höhe von 10 Prozent, welcher bisher auf den Beitrag für die Krankheitskostenversicherung entrichtet wurde.
  • Da Sie als Rentner nicht mehr zur Arbeit gehen, entfällt in der Regel auch der Beitragsanteil für das Krankentagegeld. Dieser hängt vom versicherten Nettoeinkommen ab und kann daher sehr unterschiedlich ausfallen. Dies kann also noch einmal bis zu 10 Prozent der Gesamtprämie betragen.
  • Zusätzlich entfallen Beiträge für gegebenenfalls bestehende Optionstarife (z.B. freie Tarifwechselmöglichkeit ohne Gesundheitsprüfung innerhalb eines Versicherungsunternehmens) mit begrenzter Laufzeit.
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Tarifwechsel, Basistarif & Zuschüsse
Darüber hinaus stehen Ihnen weitere Wege für den Wechseln in eine günstigere Krankenversicherung offen:
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Kündigungsfristen

Bei der Kündigung einer Krankenversicherung gibt es unterschiedliche Regeln für GKV und Private Krankenversicherung

Gesetzliche Krankenversicherung kündigen

 

  • In der Regel können Sie Ihre Mitgliedschaft in der GKV erst nach 18 Monaten Mitgliedschaft aufkündigen, wenn Sie zu einer anderen gesetzlichen Krankenkassen wechseln wollen. Anders sieht es aus, wenn Sie Wahltarife hinzugedacht haben. In dem Fall kann es sein, dass die gesetzliche Bindefrist von einem oder drei Jahren gilt. Die Kündigungsfrist in der GKV beträgt zwei Monate zum Monatsende. 
  • Anders sieht es aus, wenn Ihr Versicherer einen Zusatzbeitrag erhöht: In diesem Fall steht Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zu. Ihr Kündigungsschreiben muss dem Versicherer dann innerhalb eines Monats nach Inkrafttreten der Beitragssatzerhöhung zugestellt werden.
  • Freiwillig Versicherte sind nicht an die 18-Monatsfrist gebunden, falls sie einen Wechsel in die GKV anstreben. Beim Wechsel in die PKV hingegen spielt die Bindefrist von 18 Monaten ebenfalls keine Rolle. Ihre Versicherungspflicht endet mit Statuswechsel, z. B. Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze oder Wechsel in eine hauptberufliche Selbstständigkeit. Sind Sie bereits freiwilliges Mitglied, beträgt die Kündigungsfrist ebenfalls zwei Monate zum Monatsende, sofern kein Wahltarif vorliegt.

Private Krankenversicherung kündigen

 

  • Private Krankenversicherungen werden mit einer Frist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres gekündigt. Das Versicherungsjahr ist dabei nicht immer identisch mit dem Kalenderjahr! Die privaten Krankenversicherer definieren es unterschiedlich: So gibt es Versicherer, bei denen das Versicherungsjahr am 31.12. endet. Andere Versicherer definieren das Ende der ersten Versicherungsjahres genau 12 Monate ab Versicherungsbeginn bzw. dann fortlaufend. 
  • Ob es eine Mindestvertragszeit gibt, richtet sich nach dem Vertrag, den Sie mit Ihrer Krankenversicherung geschlossen haben.
  • Anders sieht es aus, wenn Ihr Versicherer den Beitrag erhöht. In dem Fall führt der höhere Beitrag zu einem Sonderkündigungsrecht. Sie haben dann zwei Monate ab Zugang des Anpassungsschreibens Zeit, den Vertrag zu kündigen. Er endet dann (gegebenfalls auch rückwirkend) zum Datum der Beitragserhöhung. 
  • Wenn Ihr Einkommen als Angestellter nicht nur vorübergehend unter die JAEG fällt, werden Sie in der GKV versicherungspflichtig. Sie haben dann ein Recht, Ihre private Krankenversicherung (unabhängig von einer Mindestvertragslaufzeit) außerordentlich zu kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate rückwirkend zum Eintritt der Versicherungspflicht.
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Der passende Schutz bei Krankheit
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Service und Kontakt
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