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Pärchen sitzt am Tisch vor einem Laptop und füllen ein Formular aus
Risikoeinschätzung der PKV

Private Krankenversicherung: Warum die Gesundheitsprüfung notwendig ist

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Wenn Sie eine Private Krankenversicherung abschließen wollen, müssen Sie mehrere Gesundheitsfragen beantworten. Auf Basis Ihrer Antworten wird anschließend eine Gesundheitsprüfung durchgeführt. 
  • Eine Private Krankenversicherung ohne Gesundheitsfragen gibt es in der Regel nicht. Bei einigen Zusatzversicherungen sehen einige Versicherer von einer Gesundheitsprüfung ab.
  • Vorerkrankungen geben Sie beim Antrag zur Privatversicherung wahrheitsgemäß an. Bei falschen Angaben kann die PKV den Antrag ablehnen oder rückwirkend beenden.
  • Bestimmte Vorerkrankungen können z. B. zu einem Risikozuschlag führen. Auch ein Leistungsausschluss oder eine Ablehnung ist möglich. 
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Definition

Die Gesundheitsprüfung ist Voraussetzung, um in der Privaten Krankenversicherung aufgenommen zu werden.  Im Zuge Ihres Antrags beantworten Sie eine Reihe von Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand. Mithilfe des Fragebogens erhält die Versicherung einen „Status quo“ Ihrer gesundheitlichen Verfassung. 

Die Gesundheitsprüfung dient somit als Entscheidungsgrundlage für die Annahme oder Ablehnung von Anträgen. Anhand der Angaben zu bisherigen und laufenden Behandlungen sowie Vorerkrankungen legt die Versicherung das Krankheitsrisiko für jede einzelne Person fest. Je nachdem wie hoch dieses Risiko eingeschätzt wird, können Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse vom Versicherer veranlasst werden. Dadurch steigen die monatlichen Beiträge der Privaten Krankenversicherung. Kurz gesagt: Je schwerwiegender Ihre Vorerkrankungen, desto höher die Versicherungskosten.

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Ablauf
Bei der Gesundheitsprüfung erfragt die Private Krankenversicherung eventuelle Vorerkrankungen und den Gesundheitszustand vor Vertragsabschluss von Ihnen. Dies geschieht unkompliziert per Ja-Nein-Beantwortung eines Fragekatalogs online oder schriftlich. Gegebenenfalls sind bei einer Beantwortung mit Ja ergänzende Angaben notwendig.

Die Gesundheitsfragen sind Teil des PKV-Antrags. Sie werden in schriftlicher Form im Rahmen eines Beratungsgesprächs gestellt oder per digitalem Fragekatalog, wenn Sie Ihre Private Krankenversicherung online abschließen. Neben persönlichen Daten wie Geschlecht, Alter und Beruf müssen Sie beim Antrag auch Fragen zu ärztlichen Behandlungen, Vorerkrankungen und chronischen Beschwerden angeben.

Der Fragenkatalog sowie die relevanten Zeiträume sind von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich. Die PKV-Gesundheitsfragen beziehen sich in der Regel auf die Krankheitsgeschichte der letzten drei bis zehn Jahre. Den genauen Zeitraum legt jede Versicherungsgesellschaft für sich fest.

Der Gesundheitsfragenkatalog variiert von Anbieter zu Anbieter. In der Regel finden Sie Fragen zu folgenden Themen vor: 

  • Bestehende Erkrankungen, z.B. Allergien und chronische Leiden
  • Ambulante Behandlungen der letzten drei Jahre
  • Stationäre Behandlungen der letzten fünf Jahre
  • Psychische Erkrankungen der letzten fünf bis zehn Jahre
  • Zahngesundheit: Aktueller Zustand der Zähne sowie geplante und aktuelle zahnärztliche Behandlungen
  • Suchterkrankungen (Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit)
   
Gut zu wissen

Die Gesundheitsfragen lassen sich in der Regel mit Ja oder Nein beantworten. Bejahen Sie eine Frage, sind meist weitere Angaben erforderlich. Die Versicherung möchte dann vor allem wissen, welche Erkrankung konkret vorliegt oder vorlag.

Beantworten Sie die Gesundheitsfragen immer ehrlich. Stellt sich nach Versicherungsbeginn heraus, dass Sie falsche Angaben gemacht haben, können beispielsweise eine Vertragsanpassung, Leistungsfreiheit oder etwa Vertragsbeendigung die Folge sein.

Tipp: Länger zurückliegende Behandlungen und Diagnosen geraten leicht in Vergessenheit. Sprechen Sie deshalb vor der Gesundheitsprüfung mit Ihrem Hausarzt. Er gibt Ihnen einen genauen Überblick über Ihre Krankheitshistorie.

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Relevant vs. Irrelevant
In der Regel sind Vorerkrankungen kein Hindernis, wenn Sie eine Private Krankenversicherung abschließen möchten. Sie führen nicht automatisch zur Ablehnung des Versicherungsantrags. Es hängt von der Krankheit ab, welche Auswirkungen diese z.B. in Form eines Risikozuschlags oder Leistungsausschlusses hat. Dabei unterscheiden Versicherer zwischen relevanten und irrelevanten Vorerkrankungen.  
  • Herz und Kreislauf (Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzkranzgefäßprobleme)
  • Atmungsorgane (Lungenentzündung, chronische Bronchitis, Asthma)
  • Verdauungsorgane (Magen, Darm, Galle, Bauchspeicheldrüse, Leber)
  • Harn- und Geschlechtsorgane (Nieren, Blase, Unterleib, Brust, Geschlechtskrankheiten)
  • Stoffwechsel (Diabetes, stark erhöhtes Cholesterin, Schilddrüsenerkrankungen) 
  • Bluterkrankungen (Bluter, Eisenmangelanämie)
  • Psyche, Gehirn, Nervensystem (Depressionen, Suizidalität, Bulimie, Multiple Sklerose, Migräne)
  • Entzündliche Gelenks- und Bindegewebserkrankungen (Gelenkrheumatismus, chronische Arthritis, Morbus Bechterew)
  • Infektionskrankheiten (Tuberkulose, Malaria, HIV, Corona Infektion)
  • Krebserkrankungen
  • Krankenhausaufenthalte der letzten zehn Jahre (und bereits geplante)
  • Erkältungskrankheiten, die folgenlos ausgeheilt sind (Schnupfen, Hals- oder Nebenhöhlenentzündung, Kehlkopf- oder Luftröhrenentzündung, grippaler Infekt)
  • Magen-, Darm- und Harnwegsinfekte, die folgenlos ausgeheilt sind
  • Vorsorgeuntersuchungen, bei denen keine Erkrankung festgestellt wurde (Hautkrebsvorsorge, gynäkologische Vorsorgeuntersuchung)
  • Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt
  • Schwangerschaft oder Geburt
  • In manchen Fällen: Sportverletzungen, die ohne Folgen ausgeheilt sind
  • Über-/Unterfunktion der Schilddrüse soweit medikamentös eingestellt
  • Pilzerkrankungen (Fußpilz, Nagelpilz) - abhängig vom konkreten Fall
  • Operationen an Blinddarm, Mandeln oder Nasenscheidewand (ohne Komplikationen und Folgen)
Gut zu wissen

Nein, eine PKV ohne Gesundheitsprüfung gibt es in der Regel nicht. Wer eine private Krankenversicherung abschließen will, muss den Fragenkatalog beantworten und wahrheitsgemäße Angaben zu Gesundheitszustand und Krankheitsgeschichte machen. Ob Sie dabei einen weniger umfangreichen oder Volltarif wählen, macht keinen Unterschied.

Die einzige Ausnahme: In bestimmten Einzelfällen können Zusatzversicherungen auch ohne Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden – zum Beispiel eine Zahnzusatzversicherung.

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Risikovoranfrage
Sie möchten vor Vertragsabschluss auf Nummer Sicher gehen? Ein Probeantrag für eine Private Krankenversicherung ermöglicht Ihnen den Vergleich verschiedener PKV-Angebote.

Befürchten Sie aufgrund von Vorerkrankungen hohe Risikozuschläge, können Sie zunächst einen Probeantrag stellen. Diese Risikovoranfrage reichen Sie vor dem „echten“ Krankenversicherungsantrag bei Ihrer Wunsch-PKV ein.

Für einen Vergleich privater Krankenversicherungen empfiehlt es sich, bei verschiedenen Anbietern Probeanträge zu stellen. Das ist problemlos möglich, da Sie nicht verpflichtet sind, das Angebot der Versicherung anzunehmen. Die PKV kann Ihnen daraufhin ein bindendes Angebot machen.  Durch den PKV Vergleich können Sie vorab ermitteln, welche Beiträge auf Sie zukommen und beim Anbieter mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis den „echten“ Antrag stellen.

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Häufige Fragen
  • Falsche oder unvollständige Angaben in der Gesundheitsprüfung – was sind die Folgen?

    Egal ob mit Absicht oder aus Versehen – machen Sie falsche Angaben bei der Gesundheitsprüfung, müssen Sie mit Konsequenzen rechnen. Als Folgen in Betracht kommen z.B. reduzierte Leistungen, rückwirkende Risikozuschläge und im schlimmsten Fall die Beendigung des Vertrages durch den Versicherer auf Sie zu.
  • Was sind objektive und subjektive Risiken in der PKV?

    Mithilfe der Gesundheitsfragen ermittelt die Private Krankenversicherung Ihr individuelles Krankheitsrisiko. Grundsätzlich gibt es objektive und subjektive Risiken.

    Das objektive Risiko ergibt sich aus Faktoren wie Alter, Geschlecht, Beruf, Wohnort, Vorerkrankungen, bisherigen Behandlungen, Operationen und Kuraufenthalten sowie chronischen Erkrankungen und Behinderungen. In der Regel ist das objektive Risiko leicht zu ermitteln.

    Anders liegt der Fall beim subjektiven Risiko, da dieses nicht ausschließlich auf Daten und Fakten basiert. 

  • Sonderfall: Eintritt in die Private Krankenversicherung bei Psychotherapie möglich?

    Hier kommt es auf den Zeitpunkt der Therapie an. Ein Eintritt in die Private Krankenversicherung ist bei einer laufenden Psychotherapie nicht möglich. Liegt die Therapie jedoch schon mehrere Jahre zurück, besteht die Möglichkeit, eine Private Krankenversicherung abzuschließen.

    Die meisten Versicherer fragen im Rahmen der Gesundheitsprüfung explizit nach, ob Sie in psychotherapeutischer Behandlung waren. Der abgefragte Zeitraum variiert je nach Anbieter und liegt meist zwischen fünf und zehn Jahren. Das heißt: Liegt Ihre Therapie mehrere Jahre zurück, besteht eventuell die Möglichkeit in die PKV einzutreten. 

  • Ich plane meine PKV zu wechseln. Ist eine erneute Gesundheitsprüfung notwendig?

    Ob eine erneute Gesundheitsprüfung notwendig ist, hängt davon ab, ob Sie beim gleichen Anbieter bleiben und nur den Tarif wechseln oder ob Sie zu einer anderen Versicherungsgesellschaft wechseln.

    • Ändern Sie Ihren Versicherungstarif beim gleichen Anbieter, verlangt dieser nur dann eine erneute Gesundheitsprüfung, wenn der neue Tarif bessere oder umfangreichere Leistungen hat als Ihr alter Tarif. Die Prüfung darf sich dann jedoch nur auf die neu hinzugekommenen Leistungen auswirken. Man spricht hier auch von einer verkürzten Gesundheitsprüfung.
    • Bleibt der Leistungsumfang des Tarifs gleich, ist der Wechsel der PKV in der Regel ohne erneute Gesundheitsfragen möglich. 
  • Warum sind die Gesundheitsfragen wichtig für den Abschluss der PKV?

    Die Gesundheitsprüfung dient den privaten Krankenversicherern zur Risikoeinschätzung. Denn sie funktionieren im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nicht nach dem sogenannten „Solidarprinzip“. Dort zahlt die Gemeinschaft für die Krankheitsausgaben. Vorerkrankungen spielen in der GKV (Krankenkasse) keine Rolle. Durch die Versicherungspflicht müssen Gesetzliche Krankenkasse alle Antragssteller aufnehmen.

    In der PKV muss das jeweilige Kollektiv (gleicher Tarif, gleiche Vorerkrankungen) die Kosten statistisch tragen. Deshalb muss die Versicherungsgesellschaft vorab genau wissen, wie hoch das Krankheitsrisiko jedes Einzelnen ist und dementsprechend individuelle Versicherungsbeiträge festlegen. Ist das Risiko zu hoch, kann die PKV – anders als die gesetzliche Krankenversicherung – die Aufnahme sogar verweigern. 

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