Versicherungspflichtgrenze für die Private Krankenversicherung

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Kurz erklärt in 30 Sekunden

Alles rund um die Versicherungspflichtgrenze der PKV

Auf einen Blick
  • Die Versicherungspflichtgrenze – auch Jahresarbeitsentgeltgrenze genannt – entscheidet darüber, ob Arbeitnehmer eine Private Krankenversicherung (PKV) abschließen dürfen.
  • Sie gilt nicht für alle Bundesbürger, sondern regelt nur die Obergrenze für Angestellte und Arbeiter, sowie beispielsweise für Ärzte in Festanstellung.
  • Für das Jahr 2019 liegt die Grenze für eine Pflichtversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bei 60.750 Euro – oder 5.062,50 Euro pro Monat.
  • Wächst das Jahresarbeitsentgelt eines Arbeitnehmers über diesen Wert hinaus, gilt er als versicherungsfrei und kann in die PKV wechseln.
  • Weitere Kennzahl ist die Beitragsbemessungsgrenze. Sie entscheidet über die Beitragshöhe.
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Gut zu wissen

Bei der Privaten Krankenversicherung gibt es oft Verwirrung um Begriffe wie Pflichtgrenzen, Bemessungen und Gehaltsgrenzen. Die maßgebliche Größe zur Einstufung in die PKV ist die Versicherungspflichtgrenze, auch Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) genannt. Die vom Gesetzgeber festgelegte Höhe entscheidet darüber, ob ein Arbeitnehmer eine Privatversicherung abschließen kann.

 Vereinfacht gesagt, ist sie die Obergrenze, bis zu der sich Arbeitnehmer in der GKV versichern müssen – also versicherungspflichtig sind. Wer die JAEG überschreitet, ist wahlfrei und darf in die PKV wechseln.  Eine weitere Kennzahl ist die Beitragsbemessungsgrenze. Sie wird oft mit der Versicherungspflichtgrenze verwechselt – dient jedoch als Grenzwert bei der Berechnung der Beiträge der Gesetzlichen Krankenkassen.

Versicherungspflichtgrenze – Beispiel
Allianz Private Krankenversicherung - Versicherungspflichtgrenze: Frau im Büro
„Ab wann ich mich privat versichern?“ Christina Walter, 36, ist Support Managerin im Kundenmanagement einer Softwarefirma. Weihnachtsgeld und 13. Monatsgehalt eingerechnet kommt sie auf ein Jahresentgelt von 58.540 Euro. Nach einer Beförderung erhält die kinderlose Arbeitnehmerin ab 1. Juli eine monatliche Gehaltserhöhung von brutto 385 Euro – und zusätzlich einen Vertriebsbonus in Höhe von 3.000 Euro im Dezember. Da der Einmalbonus für die Berechnung nicht zählt, kommt sie im laufenden Jahr auf ein Jahreseinkommen von 60.850 Euro. Sie überschreitet somit 2019 die Versicherungspflichtgrenze im Jahr der Gehaltserhöhung, gilt als versicherungsfrei und kann ab 1. Januar 2020 in die Privat Krankenversicherung wechseln  – sofern sie dann die neu festgelegte Versicherungspflichtgrenze für das Jahr 2020 ebenfalls überschreitet.
Allianz Private Krankenversicherung - Versicherungspflichtgrenze: Frau im Büro
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Jährliche Änderungen
Die Einkommensgrenze für die Private Krankenversicherung richtet sich nach dem Entgeltniveau des Vorjahres und ändert sich jährlich. Für das Jahr 2019 hat der Gesetzgeber die Grenze für eine Pflichtversicherung bei 60.750 Euro festgelegt – oder 5.062,50 Euro pro Monat. Liegt das Jahresarbeitsentgelt des Versicherungspflichtigen oberhalb dieses Wertes, ist er versicherungsfrei.

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Zeitraum

Monat

Jahr

2019

5.062,50 €

60.750 €

2018

4.950,00 € 59.400 €
Allianz private Krankenversicherung - Jahresentgeltgrenze: Angestellter, mittleres Alter, im Büro
Arbeiter, Angestellte, Assistenzärzte und angestellte Ärzte
Allianz private Krankenversicherung - Jahresentgeltgrenze: Angestellter, mittleres Alter, im Büro

Die Versicherungspflichtgrenze gilt nicht für jeden, sondern regelt die Grenzen

  • für Arbeitnehmer  und einige Ausnahmen, wie angestellte Ärzte und Assistenzärzte
  • Nicht zum Tragen kommt die Versicherungspflichtgrenze für Berufsgruppen, die nicht krankenversicherungspflichtig sind. Dazu zählen beispielsweise beihilfeberechtigte Beamte oder Selbständige. Sie können sich immer durch eine Private Krankenversicherung absichern.
  • Auch gelten einige Ausnahmen für Personen, für die die Versicherungspflichtgrenze schlichtweg nicht relevant ist: Dazu zählen beispielsweise Studenten, Hausfrauen oder Hausmänner.
Übersicht

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Personengruppe Versicherungspflichtgrenze 2019

Arbeitnehmer - Arbeiter und Angestellte

Pflichtversicherungsgrenze 60.750 Euro

Ärzte in Anstellung, Assistenzärzte

Pflichtversicherungsgrenze 60.750 Euro

Niedergelassene Ärzte

Keine Pflichtversicherungsgrenze

Studenten, Praktikanten und Zweiter Bildungsweg

Keine Pflichtversicherungsgrenze – PKV jedoch nur möglich, wenn sie sich GKV befreien lassen oder mindestens 30 Jahre alt sind

Selbstständige, Unternehmer

Keine Pflichtversicherungsgrenze

Freiberufler

Keine Pflichtversicherungsgrenze

Beamte, Beamtenanwärter, Richter und alle PKV Beihilfeberechtigte

Keine Pflichtversicherungsgrenze

Kinder und Personen ohne Einkommen, z.B. Hausfrauen oder Hausmänner

Keine Pflichtversicherungsgrenze – PKV nur möglich, wenn sie kein Einkommen haben oder das Einkommen unter der Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro liegt

Versicherungspflichtgrenze 2019 & Befreiung

Die Höhe der Versicherungspflichtgrenze wird in einer Rechtsverordnung vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales festgelegt. Diese passt der Gesetzgeber jährlich an. Jüngstes Beispiel: Für das Jahr 2019 wurde die Versicherungspflicht auf 60.750 Euro angehoben, gemessen an 59.400 Euro im Jahr 2018 bedeutet das eine Erhöhung um 1.350 Euro.

Was heißt das für Arbeitnehmer? Einfach gesagt: Steigt die Jahresarbeitsentgeltgrenze, steigt die Messlatte für ein neue Privatversicherungen. Für bislang PKV-versicherte Angestellte kann es dazu kommen, dass sie sich wieder gesetzlich pflichtversichern müssten, wenn ihr Einkommen nicht mit der Erhöhung Schritt hält. Theoretisch.

Praktisch eröffnet der Gesetzgeber diesen Privatversicherten aber die Möglichkeit, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen. Sie können innerhalb von drei Monaten nach Beginn der Versicherungspflicht (neue Versicherungspflichtgrenze gilt immer ab 01. Januar eines Jahres, also bis 31. März) einen Befreiungsantrag bei der gesetzlichen Krankenkasse stellen. Voraussetzung für die Befreiung ist der Nachweis einer anderweitigen Krankenversicherung, zum Beispiel bei einer PKV.

Achtung! Diese Entscheidung ist endgültig. Wird Ihrer Befreiung von der Krankenversicherungspflicht stattgegeben, können Sie diese nicht mehr rückgängig machen. Sie dürfen dann nicht mehr in die GKV zurück; Sonderfälle ausgenommen.

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Einkommensgrenze private Krankenversicherung

Arbeitnehmer fragen sich oft, wieviel sie für den Wechsel in die PKV verdienen müssen - und was genau zum Einkommen zählt. Der Gesetzgeber definiert das maßgebliche Einkommen wie folgt:

Als regelmäßiges Arbeitsentgelt gilt das aktuell per Vertrag vereinbarte Bruttojahresgehalt.  Falls dem Arbeitnehmerverhältnis ein Monatsgehalt zu Grunde liegt, gilt das Zwölffache des letzten vereinbarten Monatsgehalts. Hinzu kommen regelmäßig gezahltes Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und sonstige Zuschläge. Weitere Einnahmen werden nur hinzugerechnet, wenn sie höchstwahrscheinlich einmal pro Jahr regelmäßig gezahlt werden, z.B. weil das vertraglich so festgelegt ist.

  • monatliche Lohn- und Gehaltszahlungen
  •  jährlich wiederkehrende Einmalzahlungen, z.B. Weihnachts- und Urlaubsgeld
  •  Sachbezüge
  •  vermögenswirksame Leistungen
  •  Überstundenvergütungen – sofern sie pauschal erfolgen
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Gut zu wissen

Oft wird die Versicherungspflichtgrenze mit der Beitragsbemessungsgrenze verwechselt. Die Beitragsbemessungsgrenze beschreibt jene Grenze des Bruttojahresgehalts, an der sich die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge bemisst. Nur bis zu dieser Höchstgrenze werden Beiträge vom Gehalt abgezogen. 

Auch für Privatversicherte ist die Beitragsbemessungsgrenze wichtig, an ihr orientiert sich der Höchstzuschuss des Arbeitgebers zur PKV. Privatversicherte können ab 1.1.2019 somit vom Arbeitgeber mit einem maximalen Zuschuss von 4.219,92 Euro für die Krankenversicherung und 830,40 Euro für die Pflegeversicherung rechnen.  Was heißt das vereinfacht? Der Arbeitgeber zahlt bei GKV-Versicherten gemäß Beitragsbemessungsgrenze die Hälfte – bei PKV-Versicherten einen Zuschuss.

Wie hoch sind die Beiträge? Anfang 2019 sind neue Kalkulationsgrößen in der Sozialversicherung in Kraft getreten. Damit ist die Beitragsbemessungsgrenze der Kranken- und Pflegeversicherung von 53.100 Euro auf 54.450 Euro angewachsen.  Arbeitnehmer, die an oder über diesem Jahreseinkommen liegen und gesetzlich versichert sind, müssen aufgrund der neuen Beitragsbemessung monatlich circa 

  • 703,31 Euro - in die Krankenversicherung zahlen
  • 138,39 Euro - in die Pflegekasse zahlen
  • 841,70 Euro - insgesamt
Ausnahme seit 2003
Mit dem 1.1.2003 hat der Gesetzgeber eine Sonderregelung für Arbeitnehmer eingeführt, die bis dahin privat versichert waren. Wären sie aufgrund der damals extrem stark angehobenen Versicherungspflichtgrenze unter die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze gefallen, hätten sie sich wieder in der GKV versichern müssen. Für privat versicherte Arbeitnehmer, die am 31. Dezember 2002 wegen Überschreitens der an diesem Tag geltenden Jahresarbeitsentgeltgrenze krankenversicherungsfrei und in der PKV waren, gilt deshalb (solange sie im Erwerbsleben stehen und abhängig vom Bruttogehaltsniveau) die etwas niedrigere besondere Versicherungspflichtgrenze von 54.450 im Jahr 2019.
Wissen rund ums Thema
In Deutschland besteht die Pflicht zur Krankenversicherung. Dabei bildet die Private Krankenversicherung, PKV, zusammen mit der Gesetzlichen Krankenversicherung, GKV das Fundament des deutschen Gesundheitssystem. Rund 9 Mio. Menschen waren im Jahr 2019 durch eine Private Krankenvollversicherung versichert, weitere 25 Millionen private Zusatzversicherungen existieren. Ob sich jemand in der PKV versichern darf  oder sogar muss, darüber entscheiden: die Personen- und Berufszugehörigkeit, für die Versicherer entscheidende PKV Voraussetzungen wie Alter und Gesundheitszustand und Bemessungsgrößen wie die JAEG.
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Der passende Schutz bei Krankheit
Häufige Fragen
  • Welche Wechselfristen in die PKV gelten?

    Bis Ende 2010 galten Arbeitnehmer nur dann versicherungsbefreit, wenn ihr regelmäßiges Jahresentgelt die Pflichtgrenze drei Jahre in Folge überschritten hatte. Eine Ausnahme bildeten Berufsanfänger, die über dieser Versicherungsgrenze lagen. Sie durften sich sofort privat krankenversichern. Diese Regelung wurde geändert. Ab dem 1. Januar 2011 gilt die Ein-Jahres-Wechselfrist. Wer dieses Mindesteinkommen ein Jahr überschreitet – der kann in die PKV wechseln.
  • Welche Personen sind von der Versicherungspflichtgrenze ausgenommen?

    Wie Selbständige, Freiberufler und Beamte profitieren auch Studierende davon, dass für sie keine Einkommensgrenze in der Privaten Krankenversicherung gilt. Studenten, Praktikanten und Personen, die den zweiten Bildungsweg beschreiten, können sich i.d.R. ohne weitere Bedingungen oder Einkommensnachweise von der Versicherungspflichtgrenze befreien lassen und in die Private eintreten.
  • Was sollte ich beim Wechseln in die PKV beachten?

    Sobald Sie geklärt haben, ob Sie sich privat krankenversichern können, kann Ihr Wechseln in eine PKV beispielsweise über den Tarifrechner der Allianz schnell & unkompliziert erfolgen:

    •  Achten Sie auf Einhaltung von Fristen bei Kündigung und Wechsel bei Ihrer Vorgängerkrankenversicherung
    •  Wählen Sie Ihren gewünschten Tarif online
    • Beantworten Sie den digital einen kurzen und einfachen Fragebogen zu Ihrem Gesundheitszustand und Ihrem Beruf. Ihre korrekten Angaben sind endscheidend für die Beitragshöhe
    • Tarif gewählt? Fragebogen ausgefüllt? Antrag per Mausklick abschicken
    • Versicherungsunternehmen prüft und entscheidet, ob der Vertrag zustande kommt
    • Falls Ihr Antrag angenommen wird, erhalten Sie Ihre PKV-Aufnahmebestätigung innerhalb von wenigen Tagen per Post
    • Achtung! Falls erforderlich, müssen Sie Ihre gesetzliche Krankenkasse innerhalb der GKV Kündigungsfristen kündigen.
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Service und Kontakt
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