- Mit Allwetterreifen dürfen Sie Ihr Auto das ganze Jahr über fahren. Erkennbar sind Ganzjahresreifen an der Alpine-Kennzeichnung (= Bergpiktogramm mit Schneeflockensymbol).
- Auch bei einem Unfall mit Ganzjahresreifen zahlt die Versicherung. Entspricht die Bereifung zum Unfallzeitpunkt nicht den gesetzlichen Vorgaben, können Versicherer aber ihre Leistungen einschränken.
- In Deutschland gibt es kein Allwetterreifen-Verbot. Aber: Reifen, die nur eine M+S-Kennzeichnung tragen und vor 31. Dezember 2017 hergestellt wurden, sind seit 1. Oktober 2024 nicht mehr erlaubt.
Allwetterreifen: Zahlt die Versicherung & sind sie noch erlaubt?
Allwetterreifen: Kurz erklärt
Zahlt die Versicherung bei Unfällen mit Allwetterreifen?
Unfall mit Allwetterreifen: Besteht Versicherungsschutz?
Auch wenn Ihr Auto Ganzjahresreifen hat, zahlt die Versicherung bei einem Unfall. Kommt es zu einem Schaden mit Allwetterreifen, besteht Versicherungsschutz über:
Zahlt die Versicherung auch bei Unfällen mit falscher Bereifung?
Leistungskürzung
Regressforderung
Allwetterreifen: Kennzeichnung, Winterreifenpflicht & Reifenwechsel
Wie erkenne ich Allwetterreifen, die bei Winterreifenpflicht erlaubt sind?
Bei winterlichen Straßenverhältnissen sind Allwetterreifen nur erlaubt, wenn sie eine dieser Markierungen an der Reifenflanke haben:
- Alpine-Symbol: Bergpiktogramm mit Schneeflocke in der Mitte
- M+S-Kennzeichnung: Markierung für "Mud + Snow" (= Matsch und Schnee)
Wichtig: Für Ganzjahresreifen mit M+S-Kennzeichnung, die vor dem 31. Dezember 2017 produziert wurden, galt eine Übergangsfrist bis 30. September 2024. Seitdem sind diese Allwetterreifen bei Winterreifenpflicht nur noch erlaubt, wenn sie zusätzlich das Alpine-Symbol tragen.
Allwetterreifen: Was Sie sonst noch wissen sollten
Was bedeutet Winterreifenpflicht?
Sind Allwetterreifen noch erlaubt?
Wann muss ich Allwetterreifen wechseln?
Wann Sie Ihre Ganzjahresreifen wechseln sollten, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Mindestprofiltiefe: Allwetterreifen wechseln Sie spätestens bei einer Profiltiefe von 1,6 Millimetern (= gesetzliche Mindestprofiltiefe). Laut ADAC sollte das Profil von Winter- oder Ganzjahresreifen mindestens vier Millimeter tief sein.
- Fahrleistung: Wer wenig Auto fährt, sollte nach 50.000 Kilometern einen Reifenwechsel einplanen. Vielfahrer:innen und sportliche Fahrer:innen sollten Alljahresreifen schon nach 35.000 Kilometern wechseln.
- Reifenalter: Nach sechs Jahren sollten Sie Ganzjahresreifen austauschen. Laut ADAC ist die Gummimischung nach dieser Zeit oft so hart geworden, dass der Grip bei tiefen Temperaturen nachlässt.
Strafen bei Verstoß gegen die Winterreifenpflicht
Wischen um mehr anzuzeigen
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Verstoß
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Bußgeld
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Punkte in Flensburg
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|---|---|---|
| Fahren mit Reifen, die nicht an die Witterungsverhältnisse angepasst sind | 60 € | 1 |
| … mit Verkehrsbehinderung | 80 € | 1 |
| … mit Gefährdung anderer | 100 € | 1 |
| … mit Unfall | 120 € | 1 |
Häufige Fragen zu Allwetterreifen & Versicherung
Wann sind Allwetterreifen sinnvoll?
Was ist der Unterschied zwischen Sommer-, Winter- und Allwetterreifen?
- Sommerreifen haben ein spezielles Profil und eine härtere Gummimischung. So kommen sie besonders gut mit Hitze zurecht und bieten optimale Nasshaftung bei Regen.
- Winterreifen sind weicher als Sommer- oder Allwetterreifen und garantieren sicheren Grip bei Schnee, Eis und Matsch.
- Allwetterreifen kombinieren die Eigenschaften von Sommer- und Winterreifen. Zum Beispiel ist ihr Profil nicht so flach wie bei Sommerreifen, aber nicht so tief wie bei Winterreifen.
Was kann ich anhand der Markierungen an der Reifenflanke ablesen?
An der Reifenflanke können Sie neben Alpine- und M+S-Kennzeichnung auch diese Informationen ablesen:
- Produktionszeitraum: Erkennen Sie an der DOT-Nummer (DOT = Department of Transportation) auf der Reifenflanke. Zum Beispiel: DOT A5EX 2DPR 1023. Relevant ist der vierstellige Zahlencode am Ende: Die ersten beiden Ziffern geben die Produktionswoche (KW 10) an, die letzten beiden das Produktionsjahr (2023). Die vorderen Zahlen und Buchstaben kennzeichnen die Zulassungsnummer des US-Verkehrsministeriums.
- Geschwindigkeitsindex: Gibt an, mit welcher Höchstgeschwindigkeit Sie mit Allwetterreifen fahren dürfen. Zum Beispiel: 205/50 R15 91T. Der letzte Buchstabe in der Zahlen-Buchstaben-Kombination kennzeichnet das Maximaltempo: "T" steht zum Beispiel für eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h.
Gibt es in anderen Ländern ein Allwetterreifen-Verbot?
Ganzjahresreifen sind auch in Deutschlands Nachbarländern erlaubt. In beliebten Wintersportregionen gelten teilweise aber Sonderregelungen für Allwetterreifen und Winterreifenpflicht:
- Allwetterreifen in Österreich: Allwetterreifen sind zwar nicht verboten. Zwischen 1. November und 15. April besteht aber Winterausrüstungspflicht. In diesem Zeitraum dürfen Pkw und Lkw bis zu 3,5 t bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen (z. B. Schneematsch, Eis) nur mit Winterreifen mit M+S-, M.S.-, M&S- oder Alpine-Kennzeichnung fahren.
- Allwetterreifen in der Schweiz: In der Schweiz gibt es keine gesetzliche Winterreifenpflicht. Fahrer:innen müssen aber jederzeit in der Lage sein, ihr Auto zu beherrschen. Indirekt heißt das: Bei winterlichen Straßenverhältnissen sollten sie auf Winterreifen umsteigen. Bei Verkehrsbehinderungen oder Unfällen sind sie ansonsten haftbar – auch wenn es sich nur um einen Bagatellschaden handelt.
- Allwetterreifen in Italien: Winter- und Ganzjahresreifen sind in den Sommermonaten zwischen 16. Mai und 14. Oktober erlaubt, wenn ihr Geschwindigkeitsindex mit den Angaben im Fahrzeugschein übereinstimmt. Ab 15. Oktober bis 15. Mai gilt in Italien Winterreifenpflicht.
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