Allianz – 25 km/h Auto mit Mofaführerschein: Mann sitzt lächelnd am Steuer eines Pkw
Leichtkraftfahrzeuge steuern

25 km/h Auto mit Mofaführerschein fahren: Ist das erlaubt?

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Mit Mofaführerschein hinter dem Lenkrad
  • Wer eine Mofa-Prüfbescheinigung besitzt, darf damit keine Autos im öffentlichen Straßenverkehr bewegen – selbst, wenn es sich um Kleinst-Pkw handelt, die 25 km/h Höchstgeschwindigkeit nicht überschreiten.
  • Mit Mofaführerschein ein 25 km/h Auto zu fahren, ist eine Straftat. Erwischt die Polizei den Fahrer, droht ein Bußgeld oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwölf Monaten.
  • Die Mofa-Prüfbescheinigung berechtigt Personen ab 15 Jahren lediglich zum Lenken von Mofas bis 50 Kubikzentimeter (ccm) Hubraum, zwei- und dreirädrigen Kraftfahrzeugen mit 25 km/h Höchstgeschwindigkeit sowie elektronischen Mobilitätshilfen wie Segways.
Alianz – Illustration: Gut zu wissen
Gut zu wissen
Alianz – Illustration: Gut zu wissen

Mit der Mofa-Prüfbescheinigung, umgangssprachlich Mofaführerschein genannt, dürfen Personen ab einem Mindestalter von 15 Jahren Motorfahrräder („Mofas") mit 25 km/h Höchstgeschwindigkeit im Straßenverkehr bewegen.

Fahrer, die vor dem 1. April 1965 geboren wurden, benötigen keine Prüfbescheinigung, um Mofas auf öffentlichen Straßen zu steuern.

Wichtig: Der Mofaführerschein ist nicht mit Führerscheinklasse M zu verwechseln. Diese Fahrerlaubnis berechtigte Personen ab 16 Jahren dazu, motorisierte Fahrräder und zweirädrige Kleinkrafträder bis 50 ccm Hubraum und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit zu lenken. 2013 wurde die Klasse M von Führerscheinklasse AM („Rollerführerschein") abgelöst.

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Rechtlicher Rahmen

Nein, mit einer Mofa-Prüfbescheinigung ist es nicht gestattet, Autos im Straßenverkehr zu bewegen. Um vierrädrige, mehrspurige Kfz zu steuern, ist eine gesonderte Fahrerlaubnis erforderlich – unabhängig von der Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs. Auch für auf 25 km/h gedrosselte Kleinst-Pkw, sogenannte „25er“, reicht ein Mofaführerschein nicht aus.

Wer mit einem „25er“ auf die Straße möchte, benötigt mindestens Führerscheinklasse S. Diese Fahrerlaubnis berechtigt Personen ab 16 Jahren dazu, dreirädrige Krafträder und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge wie Trikes, Quads oder Microcars bis 45 km/h Höchstgeschwindigkeit zu steuern. Dasselbe gilt für Führerscheinklasse AM: Fahrern ab 16 Jahren ist es damit gestattet, Mopeds, Roller und andere Kleinkrafträder bis 50 ccm zu lenken.

Mit einem regulären Führerschein der Klasse B dürfen Sie nicht nur mehrspurige Pkw und Anhänger bis 750 kg Gesamtmasse, sondern auch 25 km/h Autos auf öffentlichen Straßen bewegen. Das Mindestalter für den Pkw-Führerschein liegt bei 18 Jahren.

Für Krankenfahrstühle und Mobilitätshilfen gibt es eine Sonderregelung

Gilt ein (Kleinst-)Auto als Mobilitätshilfe oder Krankenfahrstuhl, ist es fahrerlaubnisfrei. Wer eine Mofa-Prüfbescheinigung besitzt, darf damit am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Voraussetzung: An der Bauart des Leichtkraftfahrzeugs ist erkennbar, dass es für die Nutzung durch körperlich beeinträchtige Personen bestimmt ist:

  • Krankenfahrstuhl: mit Elektroantrieb, 15 km/h bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit, maximal 110 cm breit, höchstens 300 kg Leergewicht bzw. 500 kg Gesamtgewicht
  • Mobilitätshilfe: zweispurig angeordnetes Fahrzeug (z.B. E-Scooter mit Stützrädern und lenkerähnlicher Haltestange), 20 km/h Höchstgeschwindigkeit, bis zu 70 cm breit

Eine spezielle Prüfbescheinigung für Krankenfahrstühle zu erwerben, um auf 25 km/h gedrosselte Kleinst-Pkws zu steuern, ist mittlerweile nicht mehr möglich. Zweisitzige „25er“, die bis 30. Juni 1999 erstmals zum Verkehr zugelassen wurden, als Krankenfahrstühle zu nutzen, ist dagegen nach wie vor zulässig – vorausgesetzt, der Fahrzeugführer ist behindert oder gebrechlich.

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Strafmaß

Wer einen Pkw ohne gültige Fahrerlaubnis im Straßenverkehr bewegt, begeht eine Straftat. Der Bußgeldkatalog sieht dafür eine Geldstrafe von bis zu 180 Tagessätzen, eine Freiheitsstrafe von bis zu zwölf Monaten und bis zu drei Punkte in Flensburg vor.

Ausschlaggebend für das Strafmaß ist, ob die Tat vorsätzlich oder fahrlässig war.

  • Ist dem Fahrer bewusst, dass er mit Mofa-Prüfbescheinigung keinen Pkw steuern darf, handelt er vorsätzlich und riskiert bis zu ein Jahr Freiheitsstrafe.
  • Ist der Person am Lenkrad nicht bewusst, dass der Mofaführerschein nicht zum Autofahren berechtigt, handelt sie fahrlässig. Das Strafmaß fällt mit einer Haftstrafe von maximal sechs Monaten entsprechend milder aus.
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Segways & Co.
Allianz – 25 km/h Auto mit Mofaführerschein: Frau sitzt auf Mofa und schließt Gurt ihres Helms

Sie haben eine Mofa-Prüfbescheinigung? Dann sind Sie nicht nur dazu berechtigt, Mofas bis 50 ccm Hubraum, sondern auch folgende fahrerlaubnisfreie Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr zu bewegen:

  • Leichtmofas bis 30 ccm Hubraum, die bauartbedingt 20 km/h Höchstgeschwindigkeit nicht überschreiten
  • Elektronische Mobilitätshilfen wie Segways, die eine Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h erreichen

Wer einen Mofaführerschein besitzt, darf gedrosselte Motorroller und dreirädrige Klein-Kfz fahren

Die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) legt in § 4 Absatz 1 Nr. 1b fest, dass Kleinkrafträder und dreirädrige Kraftfahrzeuge bis 45 km/h Mofas gleichgestellt sind. Das gilt allerdings nur, wenn ihre Bauart sicherstellt, dass die Höchstgeschwindigkeit auf ebener Fahrbahn auf maximal 25 km/h beschränkt ist.

Mit einer Mofa-Prüfbescheinigung dürfen Sie also auch gedrosselte zweisitzige Motorroller und dreirädrige Kleinkrafträder auf öffentlichen Straßen bewegen. Ein Umbau zum Einsitzer ist nicht nötig. Um leistungsstärkere Kleinkrafträder wie Mokicks, Mopeds oder Roller bis 45 km/h zu steuern, ist mindestens Führerscheinklasse AM erforderlich.

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