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Wertverlust beim Auto

Ein Auto verliert im ersten Jahr etwa ein Viertel seines Listen­preises, der unverbindlichen Preisempfehlung des Her­stellers. Für die Berechnung des Wertverlusts gelten verschiedene Richtwerte: So ist ein drei Jahre altes Fahr­zeug beim Verkauf etwa noch 50 Pro­zent seines Listen­preises wert. Ab einem Fahrzeug­alter von vier Jahren beträgt der Wertverlust bei Autos pro Jahr ungefähr fünf bis sechs Prozent. Zu den wichtigsten Einfluss­faktoren für den Wert­verfall beim Auto zählen Unfallschäden und der Kilometerstand.

Der Wertverlust eines Autos ist im ersten Jahr am höchsten. Er beginnt bei Neuwagen ab dem Autokauf und verläuft nach der Erst­zulassung rasant. Wertverlust bedeutet, dass der Fahrzeugwert mit seinem Gebrauch von Jahr zu Jahr fortwährend sinkt. Ab einem Alter von 20 Jahren entspricht der Kaufpreis nur noch dem Materialwert des Fahrzeugs. Eine Ausnahme sind Lieferfahrzeuge: Ihr Wert bleibt mit den Jahren stabil, wenn sie technisch funktionsfähig und gepflegt sind.

Der Wertverlust eines Autos ist abhängig vom Alter des Wagens, Fahrzeugklasse, Modell, Autotyp, Ausstattung und Laufleistung. Folgende Richtwerte verdeutlichen den jährlichen Kfz-Wertverlust:

  • Ein Jahr nach Kauf: Etwa 25 Prozent Wertverlust bei Jahres­wagen
  • Nach 3 Jahren: Etwa 50 Prozent Restwert vom Neupreis – der größte Wertverlust für Neuwagen
  • Nach 5 Jahren: Etwa 60 Prozent Wertverlust – ab hier konstanter Wert­verfall von rund 5-6 Prozent jährlich

Beispiel: Kaufen Sie einen Neuwagen für 30.000 Euro, ist Ihr Auto nach einem Jahr noch circa 22.500 Euro wert. Nach fünf Jahren sind es noch 15.000 Euro. Die Grafik zeigt den Wertverlust eines Autos über einen Zeitraum von zehn Jahren.

Die Grafik zeigt den Wertverlust eines Neuwagens über einen Zeitraum von zehn Jahren. Der Wert eines Pkw sinkt exponentiell, mit einem stärkeren Wertverlust in den ersten Jahren.

Elektro­autos verzeichnen oft einen höheren Wertverlust als Verbrenner. Besonders stark betroffen sind Luxus­modelle mit hohem Neupreis. Der Hauptgrund liegt in der Sorge um den Batterie­zustand gebrauchter E-Autos. Zusätzlich beschleunigen der rasche technische Fortschritt bei Reichweite und Ladezeiten sowie gesunkene Neupreise den Wertverfall bei Autos mit E-Antrieb.

Die Berechnung des Wertverlusts bei Neuwagen setzt eine genaue Analyse des Fahrzeug­markts voraus. Weitere wichtige Kriterien bei der Fahrzeug­bewertung sind:

  • Fahrzeug­klasse (zum Beispiel Kleinwagen, Kompakt-, Mittel- oder Luxusklasse)
  • Motorisierung (Benziner, Diesel, Elektro- oder Erdgasauto)
  • Wertverlust von Modell­vorgängern
  • Sondereffekte (beispielsweise die hohen Kraftstoffpreise in der Energiekrise durch den Iran-Krieg)

Zwar ist es mathe­matisch nicht möglich, den Wert­verlust Ihres Gebrauchtwagens exakt zu berechnen. Um jedoch Richtwerte für den Restwert Ihres Autos zu erhalten, gibt es neben den Tabellen zum Werterhalt folgende Möglich­keiten:

  • Restwertrechner: Ist online zum Beispiel bei der Deutschen Auto­mobil Treuhand GmbH (DAT) kosten­los nutzbar, um den aktuellen Händler­einkaufs­wert eines Pkw-Modells zu ermitteln. Zusätzlich gibt die DAT jährlich eine Restwert-Prognose für 50 Automodelle ab.
  • Schwacke-Liste: Ist seit 2020 nur noch für Gewerbe­treibende verfüg­bar. Um den Auto-Restwert mithilfe der Online-Datenbank zu bestimmen, ist ein kosten­pflichtiges Abo nötig. Privatleute ermitteln den Wert­verlust von Gebraucht­wagen mithilfe von Online-Fahrzeug­bewertungen, die unter anderem Auto­verkaufs­portale und Automobil­clubs zur Verfügung stellen.
  • Kfz-Gutachten: Wenn Sie den exakten Gebraucht­wagen-Wert Ihres Autos ermitteln wollen, geben Sie am besten ein Sach­verständigen-Gutachten in Auftrag. Ein solches Gutachten können Fahrzeug­halter:innen für rund 125 bis 200 Euro bei Prüfstellen (beispielsweise TÜV, DEKRA) in Auftrag geben. Es gibt individuell und fahrzeug­spezifisch an, wie viel Ihr Pkw zu einem bestimmten Zeit­punkt wert ist.

Um den Wertverlust Ihres Autos zu berechnen, ist ein Kfz-Sachverständigengutachten die sicherste Methode. Eine einfache Formel oder einen zuverlässigen Auto-Wert­verlust-Rechner gibt es nicht. Orientierung für den Wert Ihres Gebrauchtwagens finden Sie zudem in Statistiken zum Werterhalt verschiedener Automodelle. Der Werterhalt ist das Gegenstück des Wertverlusts und bezeichnet den Restwert eines Gebrauchtwagens. Also wie viel Prozent des ursprünglichen Neupreises ein Fahrzeug nach einer bestimmten Laufleistung (= Gesamtkilometerstand) noch wert ist. In der folgenden Tabelle finden Sie die Top 10 der "Wertmeister 2025: Das sind die Autos mit dem besten Werterhalt!" (Quelle: autobild.de, Stand: Januar 2026).

Top 10 der "Wertmeister 2025: Das sind die Autos mit dem besten Werterhalt!" (Quelle: autobild.de, Stand: Januar 2026)

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Fahrzeugsegment
Fahrzeugmodell
Restwert in % (nach 3 Jahren, 60.000 km Laufleistung)
Kleinwagen elektrisch Mini Aceman 54,9%
Kleinwagen Mini Cooper 59,1%
Kompaktklasse Audi A3 Sportback 53,7%
Kompakte SUVs Dacia Duster 60,6%
Mittel- bis Oberklasse SUVs Mercedes G-Klasse 67,6%
Mittelklasse Mercedes CLE 55,0%
Oberklasse Audi A6 Avant e-tron (E-Auto)
51,7%
SUVs Land Rover Range Rover Sport D300 (Dynamic HSE) 57,8%
Sportwagen Porsche 911 Carrera
63,0%
Vans Citroën Berlingo 62,4%

Egal ob Neuwagen, Jahreswagen oder Gebrauchtwagen: Nach dem Autokauf sind Pflege, Wartung und ein sorgsamer Umgang mit dem Fahrzeug entscheidend für dessen Werterhalt. Zu den vorbeugenden und wertsteigernden Maßnahmen zählen:

  • Regelmäßige Wartung: Inspektionen in der Fachwerkstatt sichern ein lückenloses, gepflegtes Scheckheft.
  • Wahl eines beliebten Automodells: Modelle bekannter Marke erzielen später oft bessere Verkaufspreise.
  • Gängige Autofarbe wählen: Farben wie Schwarz oder Silber erleichtern den späteren Wiederverkauf.
  • Rauchen im Auto vermeiden: So verhindern Sie Gerüche, Verfärbungen oder Ablagerungen im Innenraum.
  • Fahrleistung möglichst gering halten: Je weniger Kilometer auf dem Tacho, desto höher der Restwert des Wagens.
  • Komfortable und zeitgemäße Ausstattung: Extras steigern die Attraktivität eines Fahrzeugs.
  • Die richtige Versicherung: Sie übernimmt hochwertige Reparaturen nach Schäden und hilft, den Wert eines älteren Autos zu erhalten.

Die passende Versicherung ist abhängig vom Alter des Fahrzeugs und entscheidend für den Werterhalt Ihres Autos. Fahrzeug­halter:innen haben die Wahl zwischen Teilkasko- und Vollkasko­versicherung:

Für Autos ab einem Alter von zehn Jahren rechnen sich Vollkasko oder Teilkasko meist nicht mehr. Dann reicht eine Kfz-Haftpflicht als Basisschutz und Sie kommen günstiger weg, wenn Sie Kasko­schäden selbst zahlen. Für E-Autos empfiehlt sich eine Police, die auch Schäden am Akku durch Ladefehler absichert.

  • Sie wüschen eine persönliche Beratung? Unser Service-Team ist gerne für Sie da.

  • Berechnen Sie online Ihren möglichen Tarif in nur vier Schritten.

Für den Wertverlust beim Pkw sind neben der Fahrzeugklasse, Automarke/Modell und Motorisierung (Diesel, Benziner, Hybrid, E-Auto) vor allem folgende Kriterien relevant:

Unfallschäden müssen beim Verkauf angegeben werden und mindern den Verkaufspreis oft deutlich. Wichtig zu wissen: Bei unverschuldeten Unfällen gleicht die Haftpflichtversicherung des Verursachers den Wertverlust Ihres Autos aus. Reparaturen ohne Nachweis verunsichern und bergen Sicherheitsrisiken für potenzielle Käufer:innen.

Hagel- und Lackschäden: Dellen, die beispiels­weise durch einen Hagel­schaden am Auto entstanden sind, mindern den Fahrzeug­wert. Alles, was über leichte Lack­schäden hinaus­geht, gilt als Unfall­schaden. Auch eine Nach­lackierung führt zum Wert­verlust und verschlechtert die Verhandlungs­position beim Autoverkauf.

Kilometerstand: Sowohl die Kilometerleistung als auch das Fahrzeugalter beeinflussen den Wertverlust beim Auto pro Jahr. Je mehr Kilometer der Pkw auf dem Tacho hat, desto höher ist der Verschleiß. Gebrauchtwagen mit geringer Fahrleistung erzielen bessere Preise als baugleiche Fahrzeuge mit deutlich mehr Kilometern.

Regelmäßige Wartung: Lassen Sie vor Auto­verkauf eine Hauptuntersuchung (HU) inklusive Abgas­unter­suchung durch­führen. Eine neue TÜV-Plakette signalisiert, dass der Pkw keine technischen Mängel hat und in einwand­freiem Zustand ist. Wichtig dabei: der Nach­weis aller empfohlenen Inspektionen im sogenannten Scheckheft. Ein Auto ohne gepflegtes Scheck­heft erzielt meist nicht den gewünschten Preis.

Anzahl der Vorbesitzer:innen: Hatte ein Fahrzeug bereits viele Vorbesitzer:innen, drückt das ebenfalls den Wiederverkaufspreis. Den meisten Gebrauchtwagenkäufern und -käuferinnen ist ein guter Pflege­zustand jedoch wichtiger als die Anzahl der Vorbesitzer:innen. Wer ein Kfz aus zweiter oder dritter Hand verkauft, bekommt also nicht pauschal weniger Geld dafür.

Farbe & Ausstattung: Die Autofarbe beeinflusst den Gebrauchtwagenpreis – und damit auch den Wiederverkaufswert. Fahrzeuge in Schwarz, Grau- und Silbermetallic sind beliebter und teurer als beispielsweise rote Autos. Sonderausstattung macht zwar Neuwagen deutlich teurer, hat aber wenig Einfluss auf den Restwert eines Pkw. Entscheidend ist, ob Käufer oder Käuferin dafür mehr ausgeben.

Bis zu welchem Alter oder Zustand es sinnvoll ist, ein altes Auto zu reparieren, lässt sich nicht pauschal sagen. Bei gut erhaltenen Pkw besteht die Chance auf eine spätere Wert­steigerung als Oldtimer. Möglich ist das etwa bei Modellen wie Opel GT, Audi A2 oder BMW i3. Eine Reparatur lohnt sich auch, wenn Sie emotional an Ihrem Auto hängen und es unbedingt weiterfahren möchten.

Faustregel zur Orientierung: Sobald die Reparaturkosten mehr als die Hälfte des Rest­werts (= bei Autoverkauf erzielter Preis) ausmachen, lohnt sich der Verkauf. Gleiches gilt, wenn die Reparatur­kosten höher sind als der Wiederbeschaffungs­wert. Dann ist es günstiger, das gleiche Modell beim Gebraucht­wagen­händler oder von privat zu kaufen.

Schaden online melden – wir übernehmen alles Weitere

Sie haben einen Schaden an Ihrem Auto, beispielsweise durch Hagel oder Wildunfall? Oder beschädigten ein anderes Fahr­zeug? Ein Schaden­fall ist nie angenehm. Wir helfen Ihnen gerne weiter – und tun alles, um die Abwicklung für Sie so simpel wie möglich zu machen.

Melden Sie Ihren Unfall ganz schnell und einfach über unser Allianz Online-Tool. Haben Sie die Produkt­linien Komfort oder Premium abge­schlossen, erreichen Sie uns alter­nativ auch telefonisch unter der Allianz Schaden­hotline 0800 11223344 (aus dem Ausland 00800 11223344).

So bewerten unsere Kunden und Kundinnen die Allianz Schadensfallbearbeitung

Ich möchte mir ein Auto kaufen. Wann habe ich den geringsten Wertverlust?

In den ersten drei Jahren nach Erstzulassung ist der Wertverlust bei Neu­wagen am höchsten. Kaufen Sie einen Gebrauchtwagen ab einem Alter von drei Jahren, ist der größte Wert­verlust beim Auto bereits erfolgt. Dann erhalten Sie für verhältnis­mäßig wenig Geld einen technisch aktuellen Pkw mit passablem Restwert.

Kann ich den Wertverlust meines Pkw steuerlich geltend machen?

Ja, als Privatperson können Sie den Wertverlust Ihres Gebraucht­wagens bei Verkauf von der Steuer absetzen. Voraus­setzungen: Sie sind das Auto nicht länger als ein Jahr gefahren, haben es nicht gewerblich genutzt und die Kilometer­pauschale nicht über­schritten.

Beispiel: Sie kaufen im Januar einen Pkw für 75.000 Euro und verkaufen ihn im Oktober des­selben Jahres für 50.000 Euro. Weil Anschaffung und Verkauf inner­halb eines Jahres erfolgen, können Sie den sogenannten Veräußerungs­verlust von 25.000 Euro steuerlich als Spekulations­verlust geltend machen. Dieser kann Spekulations­gewinne bis zur gleichen Höhe mindern. Bei einem Einkommens­steuer­satz von 40 Prozent ergäbe sich eine Steuer­ersparnis von 10.000 Euro.

Ich möchte einen EU-Neuwagen wieder verkaufen. Habe ich im Vergleich zu deutschen Fahrzeugen einen höheren Wertverlust?

Ja, das ist möglich. Autohersteller produzieren für ausländische Märkte teils andere Modell­varianten und gehen bei EU-Neuwagen auf kulturell unter­schiedliche Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden ein. Zum Beispiel bei der Ausstattung, den Design­kriterien oder auch abweichenden Sicherheits­standards. Zum Beispiel verzichten Automobil­konzerne gelegent­lich auf Sicherheits­systeme wie beispielsweise die elektronische Wegfahr­sperre. Auf dem deutschen Markt sind modifizierte Modelle weniger gefragt. Der Wert­verlust solcher Autos ist höher, Restwert und Wieder­verkaufswert sind entsprechend niedriger.

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