Ein schwarzer Tesla fährt auf Straße
Modellvergleich, Einflussfaktoren, Tipps

Elektroauto-Reich­weite: Welche Distanz schafft der Akku?

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Moderne E-Autos erzielen Reichweiten von 120 bis 600 Kilometern, ohne die Batterie nachzuladen. Dank fortschrittlicher Akku-Technologien wird die Durchschnittsreichweite künftig weiter steigen.
  • Neben der Batteriekapazität hängt die Reichweite eines Elektroautos von weiteren Parametern ab. Dazu gehören unter anderem Ge­schwin­dig­keit, Fahrstil, Fahr­zeug­ge­wicht und Außentemperatur
  • Bei Kälte verbrauchen Elektro­fahrzeuge zehn bis 30 Prozent mehr Energie als im Sommer. Die Batterie entlädt sich schneller und die Reichweite sinkt.
  • Laden Sie den Akku Ihres Stromers im Winter wenige Stunden vor dem Losfahren. Wer den Eco-Modus nutzt und das Kfz mit einer Wärmepumpe ausstattet, macht zusätzliche Kilometer gut.
Trend
Aktuell liegt die Reich­weite von Elektroautos bei durch­schnitt­lich 400 Kilo­metern. Manche Stromer, etwa das Tesla Model S, erzielen Reichweiten von über 600 Kilometern. Bis vor einigen Jahren kamen die meisten E-Autos mit einer Batterieladung im Durch­schnitt 150 Kilometer weit. Bis 2022 soll die durchschnittliche Elektroauto-Reichweite auf 491 Kilometer ansteigen. Grund dafür sind fort­schritt­liche Akku-Techno­lo­gien, die immer leistungs­stärkere Batterien hervor­bringen.
Infografik: Prognose zur durchschnittlichen Reichweite von Elektroautos in Deutschland bis 2022
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Modellvergleich

Laut Hersteller schaffen die Top Ten der reichweitenstärksten Elektroautos alle über 400 Kilometer mit nur einer Akku­ladung. Der Kia e-Niro erreicht beispiels­weise rund 455 Kilometer, der Hyundai Kona Elektro etwa 480 Kilo­meter und der Opel Ampera-e sogar 520 Kilo­meter.

Doch Herstellerangaben sind das eine, die tatsächlichen E-Auto-Reichweiten unter realen Alltagsbedingungen das andere. Das zeigte der ADAC Ecotest im Januar 2020. Der Automobilclub über­prüfte aktuelle Elektro­autos ver­schie­dener Größen und Preisklassen speziell auf Reichweite und Verbrauch. Das Ergebnis: Die tat­säch­lichen Reich­weiten der getesteten E-Fahrzeuge liegen eher zwischen 200 und 450 Kilometern

Teure Elektroautos liegen im Reichweiten-Vergleich vorne

Elektroautos mit hohen Batteriekapazitäten erreichen die größten Reichweiten. Leistungsstarke, teure Elektroauto-Modelle von Tesla führen das Reichweiten-Ranking daher an. Eine Ausnahme stellen Kia e-Niro und Hyundai Kona dar: Mit durchschnittlich hohen Batteriekapazitäten (64 kWh) und sparsamen Motoren erzielen sie Reichweiten von fast 400 Kilometern. Auch der Renault Zoe mit 52-kWh-Batterie fährt ohne Ladestopp 335 Kilometer weit.

Übersicht über die Reichweiten der verschiedenen Modelle

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Modell Batteriekapazität in kWh (laut Hersteller) Benötigter Strom pro Vollladung in kWh Reichweite in km
Tesla Model X 100D 100,0 108,33 451
Tesla Model 3 Long Range AWD 75,0 89,5 429
Kia e-Niro (64 kWh) Spirit 64,0 72,3 398
Kia e-Soul (64 kWh) Spirit 64,0 73,9 390
Hyundai Kona Elektro (64 kWh) Trend 64,0 73,9 379
Jaguar I-Pace EV400 S AWD 90,0 100,8 366
Opel Ampera-e First Edition 60,0 67,4 342
Renault Zoe R135 Z.E. 50 (52 kWh) 52,0 64,3 335
BMW i3 (120 Ah) 42,2 brutto (37,9 netto nutzbar) 48,8 272
Seat Mii electric Plus 32,3 37,8 215
Nissan Leaf Acenta 40,0 44,5 201
Nissan e-NV 200 Evalia 40,0 46,9 167
       
Illustration Info: Gut zu wissen
Gut zu wissen: Plug-in-Hybrid
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Im Gegensatz zu vollelektrischen Autos kann ein Plug-in-Hybrid nur kurze Strecken rein elektrisch fahren. Im Durchschnitt kommen Plug-in-Hybride im elektrischen Modus 40 bis 60 Kilometer weit. Das liegt an der deutlich kleineren Batterie, die der Hybrid zusätzlich zum Verbrennungsmotor besitzt.

Zum Vergleich: Der Elektro-SUV Audi e-tron 55 quattro mit 95-kWh-Batterie erzielt laut Hersteller eine Reichweite von bis zu 436 Kilometern. Beim Plug-in-Hybrid A3 Sportback 40 e-tron gibt Audi eine Batteriekapazität von 8,8 Kilo­watt­stun­den an. Vollelektrisch fährt der Hybrid maximal 50 Kilo­meter (innerorts).

Beziehen Sie die Leistung des Ver­bren­nungs­mo­tors inklusive 40-Liter-Tank ein, schafft der Audi A3 Sportback 40 e-tron eine Gesamt­reichweite von rund 800 Kilometern. Damit übertrifft der Plug-in-Hybrid die maximalen Reich­weiten aktueller Elektro­autos deutlich.

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Reichweiten-Rechner
Moderne Elektroautos bewältigen mittlerweile auch längere Strecken ohne "Nachtanken". Die Reichweite Ihres Stro­mers bestimmen Sie mithilfe von zwei Angaben: der Batteriekapazität und dem tatsächlichen Energieverbrauch auf 100 Kilometern.
Mann rechnet etwas auf einem Taschenrechner und notiert dabei die Ergebnisse in ein Notizblock

Die Formel zum Berechnen der Reichweite lautet:

Reichweite (km) = Batteriekapazität (kWh) ÷ Energieverbrauch (kWh/100 km) x 100

Ein Rechenbeispiel: Hat der Akku Ihres Elektroautos eine Kapazität von 60 kWh und verbraucht auf 100 Kilometern 20 kWh, ergibt sich eine maximale Reich­weite von 300 Kilometern.

Berechnung: 60 kWh ÷ 20 kWh x 100 = 300 km

Grundsätzlich gilt: Je geringer der En­er­gie­ver­brauch in Kilo­watt­stunden und je höher die Akkuleistung, desto größer ist die Reichweite.

 

Lithium-Ionen-Akku
Der Akkumulator ist das Herzstück eines Elektroautos. Zudem beeinflusst er die Reichweite des Fahrzeugs und die Ladezeit. Das sollten Sie über die Hochleistungsbatterie wissen:
  • Lebensdauer: Elektroauto-Akkus halten acht bis zehn Jahre bzw. 500 bis 1.000 Ladezyklen. In der Regel geht eine Elektroauto-Batterie nicht kaputt. Allerdings büßt sie mit der Zeit einen Teil ihrer Ladekapazität ein – ähnlich wie Akkus von Handys und Laptops.
  • Speicherleistung: Die Akku-Kapazität von Elektroautos ist von Modell zu Modell unterschiedlich. Die größten derzeit erhältlichen E-Auto-Batterien speichern etwa 100 Kilowattstunden. Bei einem Ver­brauch von 15 bis 25 Kilo­watt­stun­den pro 100 Kilometer kommen Modelle wie Tesla Model S, Jaguar I-Pace oder Audi e-tron zwischen 400 und 600 Kilometer weit. E-Autos mit niedrigeren Batteriekapazitäten sind zum Beispiel der VW e-Golf mit 35,8 Kilowattstunden oder der BMW i3 (94 Ah) mit 27,2 Kilowattstunden.
  • Preis: Für die hohen Elektroauto-Kosten ist bis heute der Akku verantwortlich. Er ist die teuerste Fahrzeugkomponente. Die Batteriepreise reichen von 6.000 Euro bei einem Mittel­klasse­wagen bis zu 20.000 Euro bei einem Luxus-Stromer von Tesla. Grundsätzlich gilt: Je höher die Kapazität der Batterie, desto kostspieliger ist das Elektroauto.
Gut zu wissen: Fahrleistung
Illustration Info: Gut zu wissen
Ob Arbeitsweg, Einkaufsfahrt oder Ausflug ins Grüne: Viele Elektroautos schaffen alltagsübliche Distanzen, ohne dass Sie die Batterie unterwegs aufladen müssen. Auch die nach wie vor kur­sie­rende Reich­wei­ten­angst, die viele Auto­fahrer vom Kauf eines E-Autos abhält, ist unbegründet – zumindest für Durch­schnitts­auto­fahrer. Verschiedene Studien belegen, dass die durch­schnittlich zurück­gelegten Stre­cken vieler Auto­fahrer und die Reich­weiten von E-Autos kompatibel sind. 
Illustration Info: Gut zu wissen
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Reichweitenverlust
Kälte beeinflusst die Leistung der Batterie eines Elektroautos. Je kälter es ist, desto schneller entlädt sich der Akku. Hinzu kommt gesteigerter Energiebedarf für das Beheizen des Stromers. Das schlägt sich auf die Reichweite der Elektro-Fahrzeuge nieder. Die Kilometer-Einbußen summieren sich auf bis zu 30 Prozent.
Schneebedecktes schwarzes Elektroauto lädt an öffentlicher Ladesäule am Straßenrand.

Elektroautos haben in der kalten Jahreszeit mit Reichweiten-Einbußen und verminderter Akku-Performance zu kämpfen. Je nach Fahrszenario und Außen­be­din­gungen verbrauchen Elektroautos im Winter zwischen zehn und 30 Prozent – im Extremfall bis zu 50 Prozent – mehr Energie als im Sommer. Dem­ent­spre­chend reduziert sich ihre Reichweite.

Der Grund: Niedrige Temperaturen verlangsamen die elektrochemischen Prozesse in der Batterie, wodurch sich der Innen­wider­stand erhöht. Um die vom Motor angeforderte Leistung zu liefern, wendet der Akku mehr Energie auf. Die Folge: Die Batterie entlädt sich schneller und die Reichweite sinkt.

Hinzu kommt, dass E-Autos im Winter zusätzliche Energie für die Beheizung von Innenraum, Heck- und Frontscheiben, Lenkrad sowie Sitzen verbrauchen. Man­che E-Fahrzeuge verfügen über eine separate Batterieheizung, um den Akku "auf Temperatur" zu halten. Diese frisst ebenfalls Strom.

Bei -20 Grad sinkt die Reichweite im Stadt­ver­kehr auf 30 Prozent

Bei Geschwindigkeiten zwischen 30 bis 50 km/h (z.B. innerorts im Stadtverkehr) erreichte das Testfahrzeug bei milden 20 Grad eine Reichweite von 188 Kilo­me­tern. Bei einer Außentemperatur von 0 Grad halbierte sich die Reichweite auf 93 Kilometer.

Bei höheren Geschwindigkeiten um 100 km/h (z.B. auf Autobahnen und Land­stra­ßen) reduzierte sich die Reich­weite um zehn Prozent. Bei 0 Grad kam der E-Pkw 82 Kilometer weit. Allerdings war die Ursprungsreichweite (91 Kilo­meter) aufgrund der hohen Geschwindigkeit geringer.

Ähnlich verhält es sich bei Winter­tem­pe­ra­tu­ren von minus 20 Grad. Im langsamen Stadtverkehr verringerte sich die Reich­weite des Kfz bei derartigen Minusgraden auf ein Drittel. Bei 30 km/h Höchst­ge­schwin­dig­keit erzielte der Stromer einen Aktionsradius von 68 Kilo­metern.

Sommer vs. Winter: So hoch ist der Reichweitenverlust

Wie groß die Reichweitenverluste bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Außentemperaturen sind, unter­suchten ADAC und sein ös­ter­reich­ischer Partner – der Auto­mo­bil­club ÖAMTC – gemeinsam in einem Test.

Infografik: Reichweitenverluste von Elektroautos bei Kälte
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Mann bedient Bordcomputer seines Elektroautos, um Eco-Modus zu aktivieren.
Ohne Verluste durch den Winter
Mann bedient Bordcomputer seines Elektroautos, um Eco-Modus zu aktivieren.
  1. Laden Sie die E-Auto-Batterie im Winter nicht über Nacht, sondern einige Stunden vor dem Losfahren. So kühlt der Akku nicht vollständig aus und ist leistungsstärker.
  2. Heizen Sie Ihr E-Auto bereits beim Aufladen der Batterie auf. Zahlreiche Modelle lassen sich so programmieren, dass sie während des Ladevorgangs vorheizen. Das schont die Reichweite, da die Antriebsbatterie keine Wärme für den Innenraum generieren muss.
  3. Nutzen Sie während der Fahrt statt der Innenraumheizung die strom­spa­ren­de­re Sitz- und Lenkrad­hei­zung.
  4. Statten Sie Ihr Elektroauto mit einer Wärme­pumpe (Wärmetauscher) aus. Sie arbeitet wie ein Kühl­schrank bzw. eine Klimaanlage – nur umgekehrt. Anstatt Strom aus dem Akku zu ziehen, nutzt die Wärme­pumpe die Ab­wärme anderer Bauteile, um den Innen­raum zu beheizen.
  5. Fahren Sie im Eco-Modus, um Motor- und Heiz­leistung zu dros­seln und das Energie­ma­nage­ment des Fahrzeugs zu optimieren. Der Energie­spar­modus ist besonders im dichten Stadtverkehr emp­feh­lens­wert.
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Theorie vs. Realität

Bei Autos mit Verbrennungsmotor finden Sie in den Herstellerangaben den durch­schnitt­lich­en Kraft­stoff­ver­brauch in Litern. Bei Elektro­autos ist darin der Strom­ver­brauch in Kilo­watt­stun­den vermerkt – in der Regel zwischen 15 und 20 Kilo­watt­stun­den pro 100 Kilometer. Die Angaben des Herstellers sind nur ein Richtwert. Wie sehr die theo­re­tischen Ver­brauchs­zah­len von den tat­säch­lichen abweichen, zeigen Ergebnisse des ADAC Ecotests.

Je kleiner das E-Auto, desto sparsamer der Verbrauch

Der ADAC Ecotest zeigt: Größere und schwerere Elektrofahrzeuge haben einen höheren Stromverbrauch als leichte und kleine Stromer. Das sparsamste Auto ist der Hyundai Ioniq Elektro. Er kommt auf einen Ecotest-Verbrauch von 14,7 kWh für 100 Kilometer. Die kompakten Cityflitzer Seat Mii Electric Plus und VW e-Golf verbrauchen bereits 17,3 kWh auf 100 Kilometern. Das deutlich größere Nissan-Familienauto e-NV 200 Evalia benötigt mit 28,1 kWh fast doppelt so viel Strom wie der kleine Hyundai Ioniq Elektro.

Übersicht: So hoch ist der tatsächliche Verbrauch

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Modell Verbrauch nach ADAC Ecotest in kWh/100 km Verbrauch nach Herstellerangabe NEFZ/WLTP in kWh/100 km
Hyundai Ioniq Elektro Style 14,7 11,5/k.A.
VW e-Golf 17,3 13,2/15,8
Seat Mii Electric Plus  17,3 k.A./14,9
BMW i3 (120 Ah) 17,9 13,1/15,3
Kia e-Niro Spirit (64 kWh) 18,1 k.A./15,9
Hyundai Kona Elektro Trend (64 kWh) 19,5 14,3/15,0
Opel Ampera-e First Edition 19,7 14,5/k.A.
Tesla Model X 100D 24,0 20,8/k.A.
Jaguar I-Pace EV400 S AWD 27,6 k.A./22,0
Nissan e-NV200 Evalia (40 kWh) 28,1 k.A./25,9
Illustration Info: Kosten
Kostenvergleich
Illustration Info: Kosten

Ein direkter Vergleich des Ben­zin­ver­brauchs in Litern und des Strom­ver­brauchs in Kilo­watt­stun­den ist nicht möglich. Bei den Verbrauchs­kosten schneiden Stromer allerdings besser ab als Diesel oder Benziner.

Zum Beispiel: Verbraucht ein Benziner acht Liter pro 100 Kilometer, ergeben sich bei einem Benzinpreis von 1,42 Euro/Liter Kosten von rund 11,36 Euro. Beim Diesel schlagen ein Verbrauch von sieben Litern auf 100 Kilometern und ein Literpreis von 1,26 Euro mit 8,82 Euro zu Buche.

Tanken Sie Ihren Stromer – zum Beispiel einen Kia e-Niro Spirit (64 kWh) – an Ihrer heimischen Wallbox auf, kostet Sie die Kilowattstunde rund 0,29 Euro. Bei einem Ecotest-Verbrauch von 18,1 kWh/100 Kilometer, ergeben sich Kosten von 5,25 Euro.

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