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Ältere Frau in einem Cafe macht Notizen
Steigende Gesundheitsausgaben im Alter

Alterungsrück­stellungen in der Privaten Krankenver­sicherung

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Private Krankenversicherungen legen einen Teil Ihres monatlichen Beitrags als Alterungs­rück­stel­lun­g zurück. Umgangssprachlich auch Altersrückstellungen genannt, gleichen diese Rückstellungen generell altersbedingte höhere Krankheits­kosten im Alter aus und tragen dazu bei, dass die Beiträge nicht aufgrund des zunehmenden Alters steigen.
  • Neben der Privaten Kranken­ver­sicherung (PKV) bildet auch die Private Pflege­pflicht­versicherung Alterungs­rück­stellungen. Krankenhauszusatz- oder Zahnzusatzversicherungen bieten ebenfalls Tarife mit solchen Rückstellungen an.
  • Beim Tarifwechsel innerhalb Ihrer PKV können Sie Ihre bereits gebildeten Alterungsrückstellungen in der Regel behalten. Bei einem Anbieterwechsel oder Kündigung aus der Versicherung verlieren Sie Ihre Alterungs­rück­stellungen in vielen Fällen. Achten Sie vor einer Kündigung daher auf Ihre Versicherungsbedingungen. 
  • Eine Garantie für immer gleich­bleibende Beiträge sind jedoch auch Alterungs­rück­stellungen nicht. Wirtschaft­liche Faktoren wie Inflation, medizinischer Fortschritt oder steigende Lebens­erwartung fließen von Zeit zu Zeit in Beitrags­anpassungen ein.
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Definition

Vorsorgeuntersuchungen, Pflegebedürftigkeit, Medikamente: Mit dem Alter nehmen auch die körperlichen Beschwerden zu. Damit Ihre Beiträge zur Privaten Kranken­versicherung nicht aufgrund von zunehmendem Alter steigen, enthält Ihr monatlicher Tarifbeitrag einen bestimmten Anteil an Rückstellungen.

"Gemeinsam" für die Krankenversorgung im Alter

Alterungsrückstellungen der Privaten Krankenversicherung dienen dazu, die im Alter steigenden Gesundheits­aus­gaben zu finanzieren, ohne dabei den Beitrag anheben zu müssen. Sie fließen automatisch von den monatlichen Beiträgen der Versicherten ab.

Speziell im Alter nehmen einige Versicherte mehr und andere Versicherte weniger Leistungen in Anspruch. Für den notwendigen Ausgleich zwischen den beiden, bildet ein Versichertenkollektiv gemeinschaftlich die Alterungsrückstellung.

Die angesammelten Rückstellungen kommen Ihnen im Alter zugute: Müssen Sie häufiger zum Arzt oder stehen aufwen­dige medizinische Behandlungen an, verursacht das höhere Kosten. Statt Ihnen Gesundheitsleistungen zu kürzen oder sehr teure Beiträge zu veranschlagen, profitieren Sie dann von den vorhandenen Geldern, die über die Zeit angespart wurden.

  • Das heißt: In jungen Jahren zahlen Sie etwas höhere Beiträge in der PKV, als eigentlich notwendig wären. Je später Sie eine Private Krankenversicherung abschließen, desto höher sind Ihre monatlichen Zahlungen, um noch entsprechende Rückstellungen bilden zu können.
  • Übrigens: Alterungsrückstellungen sind verzinsliche Sparanteile Ihrer monatlichen Versicherungsbeiträge. Versicherungsunternehmen legen ihre Rückstellungen am Kapitalmarkt mit einer langfristigen Nettoverzinsung von marktdurchschnittlich 3,2 Prozent an (Stand 2019).
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Ihre Vorteile
Steigende Versicherungsbeiträge durch erhöhte Krankheitskosten im Alter – das vermeiden die Alterungsrückstellungen in Ihrer PKV. Eine Kürzung Ihrer tariflich vereinbarten Leistungen aufgrund Ihres Alters müssen Sie nicht befürchten.

Wie funktioniert das Prinzip? Finanzexperten legen die Alterungsrückstellungen am Kapitalmarkt an. In der Beitragsberechnung wird hierfür eine bestimmte Verzinsung berücksichtigt. Tatsächlich kann Ihr Versicherer in der Regel jedoch einen höheren Zins erzielen

Diese zusätzlich erwirtschafteten Gelder werden ebenfalls für Sie gespart. Nähern Sie sich dem Rentenalter profitieren Sie von den erzielten Überschüssen: Diese mildern Ihre Beitragsanpassungen ab dem 65. Geburtstag. Heißt, ab diesem Zeitpunkt greifen aufgrund der Zinsüberschüsse Limitierungsmaßnahmen bei den Anpassungen.

Bei anspruchsberechtigten Personen, die zum Ende eines Jahres 80 Jahre oder älter sind (und in diesem Jahr noch keinen Altersrabatt erhalten haben), werden Zinsüberschüsse dazu verwendet, den Beitrag zu senken oder Beitragsanpassungen auszugleichen und abzumildern.

Bei Renteneintritt profitieren Sie von zusätzlichen Entlastungen

Neben den gebildeten Alterungsrückstellungen entlasten Zuschüsse und weitere Reduzierungen Ihren monatlichen Beitrag im Rentenalter: Privatversicherte haben Anspruch auf einen Beitragszuschuss durch die Deutsche Rentenversicherung. Dieser liegt bei maximal 7,95 Prozent des Rentenzahlbetrags (2021). Er darf jedoch nicht die Hälfte Ihres regulären PKV-Beitrags übersteigen. Der Beitragszuschuss ist auf die Hälfte der tatsächlichen Aufwendungen begrenzt.

Haben Sie eine Krankentagegeldversicherung abgeschlossen, erlischt diese mit Eintritt in Ihr Rentenalter. Ihr Versicherer hebt diese Police nach Absprache mit Ihnen auf. Ihre monatliche Versicherungsprämie reduziert sich entsprechend. Auch der gesetzliche Beitragszuschlag in Höhe von zehn Prozent (10-Prozent-Regel) entfällt ab dem 60. Lebensjahr.

Die Gelder, die im Beitragszuschlag individuell über die Jahre verzinslich angesammelt wurden, werden ab dem 65. Lebensjahr dazu verwendet, so lange wie möglich künftige Beitragserhöhungen auszugleichen.

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Kosten und Beitragsanteil
Alterungsrückstellungen machen einen Teil Ihres monatlichen Versicherungsbeitrags aus. Die Kalkulation der Beiträge erfolgt für jeden Tarif je nach Alter. Alterungsrückstellungen sind der "Sparanteil" Ihres Beitrages. Der andere Teil dient zur Deckung der laufenden Versicherungsleistungen.
Junger Mann mit Tablet sitzt lächelnd zuhause auf einer Bank

Die Höhe des Sparanteils Ihrer Privaten Krankenversicherung, der in den Aufbau der Alterungsrückstellung fließt, ist je nach Eintrittsalter unterschiedlich hoch. Somit gibt es auch keinen einheitlichen Prozentsatz für die Höhe.

Die genaue Berechnung der Alterungsrückstellungen hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist versicherungsmathematisch komplex. Sie werden auf Basis der heutigen Gesundheitskosten kalkuliert. Dabei wird angenommen, dass diese konstant sind und somit nicht steigen werden.

Bei der Kalkulation der Beiträge (und Kalkulation der Alterungsrückstellungen) unterliegen die Privaten Krankenversicherungen zahlreichen gesetzlichen Vorschriften. Die wichtigsten Vorgaben entspringen dem Versicherungsvertragsgesetz (Gesetz über den Versicherungsvertrag, VVG), den Versicherungsaufsichtsgesetz (Gesetz über die Beaufsichtigung der Versicherungsunternehmen, VAG) und der Krankenversicherungsaufsichtsverordnung (KVAV).

Wie Alterungsrückstellungen erhalten bleiben

Sofern Sie nicht Ihre Privaten Krankenversicherung kündigen oder in die PKV wechseln sind Ihnen Ihre Alterungsrückstellungen sicher. Bei einem Tarifwechsel innerhalb eines Versicherungsunternehmens gilt das unter der Voraussetzung, dass Sie alle Leistungsbereiche (ambulant, stationär und Zahn) weiter versichern. 

Entfällt ein Leistungsbereich, entfallen auch dafür die Alterungsrückstellungen. Prinzipiell sind auch Alterungs­rück­stellungen den Bewegungen des Kapitalmarkts unterworfen. Größere und länger anhaltende Zinsschwankungen fließen bei Beitragsanpassungen in die Kalkulation ein. Auf der anderen Seite fließen erwirtschaftete Zinserträge in die Alterungsrückstellungen ein.

Illustration Info: Gut zu wissen
Gut zu wissen
Illustration Info: Gut zu wissen

Stichwort: Beitragsanpassungen. Alterungsrückstellungen garantieren zwar eine stabilere Beitragsentwicklung im Alter, schließen generelle Anpassungen Ihrer Beiträge aber nicht aus. Denn langfristig steigen die Kosten jeder Krankenversicherung – unabhängig davon, ob Sie gesetzlich oder privat versichert sind.

Das hängt unter anderem mit wirtschaftlichen Faktoren (Inflation), der steigenden Lebenserwartung sowie dem kontinuierlichen medizinischen Fortschritt zusammen. Auch in welchem Ausmaß Leistungen in den jeweiligen Versicherungstarifen zum Tragen kommen, spielt für Steigerung der Versicherungsprämie eine Rolle. Versicherungsunternehmen stellen daher jährlich die kalkulierten Gesundheitsleistungen bzw. Versicherungsleistungen den tatsächlichen Kosten gegenüber. Besteht eine Abweichung von mehr als zehn Prozent, müssen die Beiträge überprüft und gegebenenfalls angepasst werden (§ 155 VAG).

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Versicherungswechsel
Nur bei einem Tarifwechsel innerhalb Ihrer PKV bei Ihrem aktuellen Versicherer behalten Sie jenen Beitragsvorteil, der sich aus der Anrechnung Ihrer Alterungsrückstellung ergibt. Beim Wechsel des Versicherungsanbieters können Sie (je nach Vertrag) zumindest einen Teil Ihrer Alterungsrückstellungen mitnehmen.
Möchten Sie Ihren Versicherungsanbieter wechseln, beachten Sie, dass Sie je nach Vertrag nur einen Teil Ihrer Alterungsrückstellungen mitnehmen könnenKündigen Sie Ihre PKV, weil Sie versicherungspflichtig in der GKV werden, dann verfallen Ihre Alterungsrückstellungen. Ihre Rückstellungen werden nur bei Ihrem aktuellen PKV-Versicherer gebildet und können von dort nicht in die gesetzliche Krankenversicherung transferiert werden.
 
Beim Wechsel (beispielsweise über Online Abschluss) zu einer anderen Privaten Krankenversicherung fangen Sie im ungünstigsten Fall wieder bei null Alterungsrückstellungen an. Zudem zahlen Sie höhere Beiträge aufgrund Ihres höheren Einstiegsalters.

Ändern sich die Beiträge, wie zum Beispiel durch einen Tarifwechsel oder eine Beitragsanpassung, wird das erreichte Alter berücksichtigt. Die bisher angesammelte Alterungsrückstellung wird jedoch als Rabatt angerechnet. Relevant für den einzelnen Versicherten ist nicht die absolute Höhe der Alterungsrückstellung, sondern der Beitragsvorteil, der sich aus der Anrechnung der Alterungsrückstellung ergibt. Fallen nach einem Tarifwechsel einzelne Leistungsbereiche (ambulant, stationär, Zahn) weg, gehen die angesammelten Rückstellungen an die Versichertengemeinschaft über. 

Oft gefragt
Illustration Info: Oft gefragt

Die Anwartschaft ist eine besondere Versicherungsform in der Privaten Krankenversicherung, weil Sie vorübergehend Ihre PKV verlassen müssen (beispielsweise bei Arbeitslosigkeit, Auslandsaufenthalt oder Anspruch auf Familienversicherung). Es gibt die kleine und die große Anwartschaft. 

Je nachdem, für welche Form der Anwartschafts­versicherung Sie sich entscheiden, behalten oder vermehren Sie Ihre Alterungsrückstellungen auch während einer Unterbrechung: Die kleine Anwartschaft sichert Ihre bereits erworbenen Rück­stellungen, wenn Sie länger unterbrechen. Die Rückstellungen bleiben erhalten, es werden jedoch keine neuen aufgebaut. Zudem bleibt Ihnen bei Wieder­auf­nahme eine erneute Gesundheitsprüfung erspart. 

Mit einer großen Anwart­schaft bauen Sie während der Dauer Ihrer Anwartschaftsversicherung zusätzlich weitere Altersrücklagen auf und sichern sich Ihre ursprüngliche Beitragshöhe. Damit überbrückt Sie quasi lückenlos eine kurzzeitige Unterbrechung der Privaten Krankenversicherung.

Illustration Info: Oft gefragt
Die passende Versicherung
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Häufige Fragen
  • Was ist der 10-Prozent-Zuschlag?

    Private Versicherungsunternehmen sind seit 1. Januar 2000 gesetzlich dazu verpflichtet, bei Neuabschlüssen zehn Prozent auf die monatlichen Versicherungsbeiträge aufzuschlagen. In der Regel zahlen alle Versicherungsnehmer zwischen 21 und 60 den Zuschlag (mit dem 60. Geburtstag entfällt er). Haben Sie das 65. Lebensjahr erreicht, kommen Ihnen die so gebildeten Rückstellungen ohne Abzug anderweitiger Kosten zugute: Dann verhindert oder begrenzt der 10-Prozent-Zuschlag etwaige Beitragssteigerungen & Beitragserhöhungen. 
  • Warum steht die Beitragskalkulation der PKV für Generationengerechtigkeit?

    Privatversicherte finanzieren durch Alterungsrückstellungen ihre eigenen Krankheitskosten im fortgeschrittenen Lebensalter. Als Mitglied einer PKV sind Sie dabei nicht Teil des umlagefinanzierten Solidarprinzips, auf dem die gesetzlichen Krankenversicherungen beruhen: Jüngere Versicherungsnehmer tragen in der GKV durch ihre Beiträge die ältere Generation in der Versichertengemeinschaft mit. Da sich in den kommenden Jahrzehnten das Verhältnis von Erwerbsfähigen zu Rentnern stark verändern wird, ergeben sich neue Herausforderungen. 

    In der Privaten Krankenversicherung gibt es grundsätzlich keine Verschiebung der Beiträge auf andere Generationen. Versicherungsmathematisch bringt jeder Jahrgang die Krankheitskosten für seinen Jahrgang auf. Die älteren Versicherten sind daher prinzipiell nicht auf die Zahlungsfähigkeit der jüngeren Generation angewiesen.

  • Gibt es Private Krankenvollversicherungen ohne Alterungsrückstellungen?

    Nein. Private Krankenvollversicherungen ohne Alterungsrückstellungen sind per Gesetz nicht zulässig. Ausnahmen bilden die Beiträge für Kinder- und Jugendtarife und spezielle zeitlich befristete Tarife wie Ausbildungstarife. Diese Tarife ohne Alterungsrückstellungen laufen jedoch in der Regel mit Erreichen eines bestimmten Höchstalters aus. 

    Anders sieht es bei privaten Zusatzversicherungen aus: Hier existieren zwar Tarife mit Alterungsrückstellungen, gesetzlich vorgeschrieben ist die Alterungsrückstellung aber nicht. Daher entscheiden Sie selbst, ob Sie beispielsweise eine Zahnzusatzversicherung mit oder ohne Alterungsrückstellung abschließen. Gesetzliche Krankenversicherungen sehen keine Alterungsrückstellungen für ihre Mitglieder vor, da das System der GKV auf einem umlagefinanzierten Solidarprinzip beruht.

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