- Die Anwartschaftsversicherung pausiert die private Krankenversicherung (PKV). Sie unterbrechen also Versicherungsleistungen Ihrer PKV – können diese aber zu einem späteren Zeitpunkt ohne erneute Risikoprüfung wiederaufleben lassen.
- Es gibt sie in zwei Varianten: als kleine und als große Anwartschaft. Voraussetzung ist für beide die Kündigung einer (nach Art der Lebensversicherung betriebenen) Krankenversicherung.
- Die kleine Anwartschaft erspart Ihnen eine erneute Gesundheitsprüfung – sie "friert" Ihren gesundheitlichen Zustand ein und sichert Ihre erworbene Alterungsrückstellung ab, sofern Sie welche gebildet haben.
- Mit einer großen Anwartschaft können Sie später zum ursprünglichen PKV-Eintrittsalter erneut einsteigen und bauen während der Anwartschaftsversicherung weitere Alterungsrückstellungen auf. Die Kosten (Prämie) dafür sind deshalb höher.
- Während der Dauer der Anwartschaft haben Sie keinen Anspruch auf die tariflich vereinbarten Leistungen Ihrer PKV. Sie müssen sich deshalb um anderweitigen Versicherungsschutz kümmern, z. B. in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
Private Krankenversicherung Anwartschaftsversicherung
Anwartschaftsversicherung kurz erklärt
Bedeutung der Anwartschaftsversicherung
Eine Anwartschaft ist eine spezielle Option. Sie gilt für Versicherte, z.B. Krankenvollversicherte, in einer (nach Art der Lebensversicherung betriebenen) Krankenversicherung, die vorübergehend aus der privaten Krankenversicherung ausscheiden – diese aber zu einem späteren Zeitpunkt ohne erneute Risikoprüfung fortführen möchten.
Anwartschaft & Bedeutung in der PKV
Vereinfacht gesagt, lassen Sie mit einer Anwartschaftsversicherung die Versicherungsleistungen Ihrer privaten Krankenversicherung ruhen – und können Sie später erneut aufleben lassen.
Wie funktioniert die Anwartschaft für Krankenversicherungen?
Die Anwartschaft ist eine Option, für die Sie eine Prämie zahlen. Diese ist deutlich geringer als Ihr bisheriger PKV-Beitrag. Allerdings erhalten Sie während einer Anwartschaft keine Leistungen. Sie müssen sich deshalb anderweitig absichern. Für die Wiederauflebung müssen Sie die Aktivierung des Versicherungsschutzes beantragen – und zwar innerhalb von zwei Monaten nach Wegfall des Grundes für die Anwartschaftsversicherung.
Gründe für die Anwartschaft private Krankenversicherung
- Wechsel in ein neues oder anderes Angestelltenverhältnis mit gesetzlicher Krankenversicherungspflicht
- das Unterschreiten der vom Gesetzgeber festgelegtenJahresarbeitsentgeltgrenze
- ein längerer, aber zeitlich begrenzter Auslandsaufenthalt, da im Regelfall die Absicherung über eine ausländische Krankenversicherung vorgeschrieben ist. Wenn abschätzbar ist, dass Sie nach dem Aufenthalt wieder nach Deutschland zurückkehren und sich weiterhin privat versichern können, ist eine Anwartschaftsversicherung die richtige Wahl.
- die Aufgabe der Berufstätigkeit mit Übergang in die Arbeitslosigkeit
- ein vorübergehender Anspruch auf freie Heilfürsorge (etwa bei Soldaten, Soldatinnen auf Zeit, Bundeswehr Anwartschaft)
- die Aufnahme einer Ausbildung
- ein vorübergehender Anspruch auf Familienversicherung
Die zwei Varianten der Anwartschaftsversicherung
Kleine Anwartschaft: Was ist das?
Die kleine Anwartschaft ist eine Art Ruhemodus in der PKV. Sie eignet sich für kürzere Pausen, diese können entstehen bei:
- Elternteilzeit
- kurzer Arbeitslosigkeit
- Auslandsaufenthalt
Was bringt die kleine Anwartschaft?
Vereinfacht gesagt frieren Sie mit der kleinen Anwartschaft Ihren Gesundheitszustand ein – können jedoch später, ohne erneute Gesundheitsprüfung in Ihren ursprünglichen Tarif zurückkehren. Somit ist weder eine Ablehnung des Antrags noch das Einrechnen neuer Risiken seitens des Versicherers möglich. Ein weiterer Vorteil ist, dass Ihr Beitrag für die kleine Anwartschaft vergleichsweise gering ausfällt.
Nachteil der kleinen Anwartschaft ist, dass Sie Ihre Alterungsrückstellung in dieser Zeit nicht weiter aufbauen können. Deshalb zahlen Sie in Zukunft in Ihrem ursprünglichen Tarif höhere Beiträge gemäß Ihrem erreichten Alter. Die aus der ursprünglichen Alterungsrückstellung gebildeten Rabatte werden Ihnen nach Rückkehr angerechnet.
Wichtige Frist
Wenn der Grund für die Anwartschaft wegfällt (z. B. wenn Sie nicht mehr in der GKV pflichtversichert sind), dann muss die Aktivierung der PKV innerhalb von 2 Monaten beantragt werden. Verpassen Sie diese Frist, kann der Versicherer eine neue Gesundheitsprüfung verlangen. Das kann zu Zuschlägen oder sogar zu einer Ablehnung führen.
Große Anwartschaft: Was ist das?
Die große Anwartschaft ist eine Variante, mit der Sie sowohl Ihren Gesundheitszustand als auch Ihr ursprüngliches Eintrittsalter "einfrieren". Auch mit der großen Anwartschaft können Sie zum späteren Zeitpunkt (auch mehrere Jahre oder Jahrzehnte) ohne erneute Gesundheitsprüfung in den ursprünglichen Tarif Ihrer PKV zurückkehren. Ihr Eintrittsalter bleibt erhalten. Bei Wiederaufnahme starten Sie also nicht mit dem dann erreichten Alter, sondern mit dem ursprünglichen Alter bei Eintritt in die PKV.
Unterschied zur kleinen Anwartschaft: Ihre Alterungsrückstellungen werden während der Dauer der Anwartschaft weiter aufgebaut. Auf diese Weise zahlen Sie beim Wiedereintritt in Ihren ursprünglichen Versicherungstarif die gleichen Beiträge. So, als ob Sie die ganze Zeit in diesem Tarif versichert gewesen wären.
Fazit: Die große Anwartschaft schützt Sie doppelt – Ihre Gesundheitseinstufung und Ihr Eintrittsalter – und sorgt dafür, dass Ihre Beiträge beim Wiedereinstieg nicht sprunghaft höher sind.
Wichtige Frist
Auch hier gilt es wie bei der kleinen Anwartschaft, diese Fristen zu kennen: Wenn der Grund für die Anwartschaft wegfällt (z. B. bei Wegfall der Versicherungspflicht in der GKV), muss die Aktivierung der PKV innerhalb von 2 Monaten beantragt werden. Ansonsten kann der Versicherer eine neue Gesundheitsprüfung verlangen. Das kann zu Zuschlägen oder sogar zu einer Ablehnung führen.
Vergleich: Kleine Anwartschaft und große Anwartschaft
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Vergleich
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Kleine Anwartschaft
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Große Anwartschaft
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|---|---|---|
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Definition |
Option auf die Rückkehr in die PKV ohne erneute Gesundheitsprüfung |
Option auf die Rückkehr in die PKV ohne erneute Gesundheitsprüfung |
| Aufbau von Alterungsrückstellung | Nein | Ja |
| Anspruch auf Versicherungsleistungen | Nein | Nein |
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Geeignet für wen? |
Personen mit voraussichtlicher Rückkehr in die PKV |
Personen mit sicherer Rückkehr in die PKV |
| Kosten | Niedrige Beiträge | Höhere Beiträge wegen Aufbaus der Alterungsrückstellungen |
| Formales Alter bei Wiedereintritt (z. B. für Beitragsberechnung) | Alter zu Beginn der Anwartschaft | Ursprüngliches Eintrittsalter |
Wie hoch sind die Kosten einer Anwartschaftsversicherung?
Die Kosten für die kleine Anwartschaft betragen monatlich fünf bis zehn Prozent des Beitrags, den Sie als Neukunde oder als Neukundin in Ihrem privaten Krankenversicherungstarif zahlen müssten (Stand: 2026). Die Kosten der Anwartschaftsversicherung hängen von der Art Ihres bestehenden Schutzes ab: Die Anwartschaft in Kompakttarifen ist oftmals günstiger als bei Bausteintarifen. Kostspielig wird es, wenn Sie Leistungen aus einem Premiumschutz aufrechterhalten möchten. Der monatliche Beitrag für eine große Anwartschaft liegt im Mittel zwischen 30 und 45 Prozent Ihres bisherigen Zahlbeitrags.
Die kleine und große Anwartschaftsversicherung können steuerlich geltend gemacht werden.
Online sind die Allianz Beiträge für eine kleine und große Anwartschaft nicht verfügbar. Die Allianz Agenturen vor Ort erstellen Ihnen gerne in wenigen Schritten ein individuelles Angebot. Möchten Sie wissen, was die Allianz MeinGesundheitsschutz Tarife kosten? Dann klicken Sie auf "Jetzt berechnen".
Anwartschaft für Studierende & junge Menschen
Wenn Sie als Student:in privat versichert sind und mit Einstieg ins Berufsleben als Angestellter oder Angestellte unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen, werden Sie versicherungspflichtig. Sofern es absehbar ist, dass Sie sich in der Zukunft wieder privat versichern können, empfiehlt sich die Umstellung der privaten Krankenversicherung auf eine Anwartschaftsversicherung. Als Student:in stellt sich generell die Grundsatzfrage: PKV oder GKV wählen?
Zu beachten: Verzichten Sie auf eine Anwartschaft und kündigen stattdessen Ihren privaten Vollversicherungstarif, kann folgendes passieren: Sollte sich Ihr Gesundheitszustand verschlechtert haben, könnte künftig ein dauerhafter Risikozuschlag zu zahlen sein. Im schlimmsten Fall können Sie gar keine private Krankenversicherung mehr abschließen. Zudem ist der Beitrag in der PKV auch abhängig vom Eintrittsalter, das heißt Sie zahlen mehr, auch wenn Sie die Versicherung wieder abschließen können.
Wichtigster Vorteil der Anwartschaft für Studierende und junge Leute: In jungen Jahren sichern Sie sich Ihren Gesundheitszustand.
Alternative der Allianz zur Anwartschaft: Der Optionstarif OptionFlexiMed
Junge Menschen, Studierende und Berufseinsteiger:innen (ohne bestehende private Krankenversicherungsverträge) können sich alternativ mit dem Tarif OptionFlexiMed der Allianz ihren aktuellen Gesundheitszustand für den späteren Eintritt in die private Krankenversicherung sichern. Wechseln sie auf Basis dieser Option später in die Krankenvollversicherung oder schließen eine Krankenzusatzversicherung ab, spielt ihr späterer Gesundheitszustand keine Rolle mehr. Die OptionFlexiMed kann dabei innerhalb von 10 Jahren gezogen werden – und hat eine Verlängerungsmöglichkeit um weitere 10 Jahre.
Welche Fristen gelten bei der Anwartschaftsversicherung in der PKV?
- Fristen zur Beantragung der Anwartschaften: Anwartschaften sind sehr kurzfristig zu beantragen – und der Antrag ist meist mit sehr geringem formalen Aufwand verbunden. Der Grund: In vielen Fällen können Sie eine Unterbrechung Ihres privaten Krankenversicherungsschutzes ja nicht vorhersehen. Eine Anwartschaft kann auch rückwirkend beantragt werden. Dazu ist ein Nachweis nötig, zum Beispiel ab wann die Versicherungspflicht in der GKV eingetreten ist. Ab diesem Zeitpunkt wird die private Krankenversicherung auf Anwartschaft umgestellt.
- Fristen zur Wiederaufnahme Ihres bisherigen Krankenversicherungsschutzes: Wenn der Grund für die Anwartschaft wegfällt (z. B. wenn Sie nicht mehr in der GKV pflichtversichert sind), dann muss die Aktivierung der PKV innerhalb von 2 Monaten beantragt werden. Verpassen Sie diese Frist, kann der Versicherer eine neue Gesundheitsprüfung verlangen. Das kann zu Zuschlägen oder sogar zu einer Ablehnung führen.
Wichtig: Sobald Sie abschätzen können, dass das Ruhen Ihres bestehenden Vertrags in der privaten Krankenversicherung sinnvoll ist, nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Versicherung auf. Oft können Sie in Ihren Vertragsunterlagen schon Hinweise zu einer möglichen Anwartschaft mit allen Kosten und Fristen finden.
Unterschiede: PKV Anwartschaft oder Neuvertrag?
Anwartschaftsversicherung auch für Ihre Pflegepflichtversicherung?
Auch das Aufrechterhalten der Pflegepflichtversicherung ist grundsätzlich sinnvoll. Schließlich können Sie im Ausland oder während einer angestellten Tätigkeit durch einen Unfall oder eine schwere Krankheit zum Pflegefall werden. Darüber hinaus zählen private Pflegezusatzversicherungen für Millionen von gesetzlich und privat versicherten Personen zur sinnvollen Ergänzung der persönlichen Absicherung. Finden Sie hier mehr zu einer Ruhensversicherung für die Pflegezusatzversicherung.
Erkundigen Sie sich bei Ihrem Versicherer, ob Sie auch Ihre private Pflegezusatzversicherung als Anwartschaft fortführen können.
Anwartschaft in der Steuererklärung eintragen
- Sofern Ihre Prämie pro Jahr unter 100 Euro liegt, können Sie die Kosten vollständig auf Ihre Beiträge zur Basiskrankenversicherung (Basistarif) aufschlagen. In diesem Fall sind die Prämien vollständig steuerlich absetzbar.
- Sofern Sie mehr als 100 Euro jährlich an Beiträgen zahlen, können Sie den übersteigenden Betrag steuerlich insoweit als Sonderausgabe berücksichtigen, sofern es sich um Beitragsbestandteile handelt, welche der Basiskrankenversicherung zuzurechnen sind.
Wechsel von kleiner in große Anwartschaft: Ist das möglich?
Ob Sie Ihre Anwartschaft wechseln können, kommt auf Ihren Einzelfall an. Möchten Sie als gesetzlich krankenversicherte Person von einer kleinen in eine große Anwartschaft wechseln, geht das bei den meisten Versicherungsunternehmen ohne Probleme. Der Grund hierfür liegt darin, dass bei beiden auf eine erneute Gesundheitsprüfung verzichtet wird, sie grundsätzlich also vergleichbar sind. Voraussetzung für den Wechsel ist jedoch, dass (auch wenn in der Anwartschaft die erneute Gesundheitsprüfung entfällt) Versicherungspflicht in der GKV besteht.
Benötige ich als Soldat:in oder als ziviler Beamter bzw. zivile Beamtin in der Bundeswehr mit der ab dem 1.1.2019 wirksamen VEG noch eine PKV-Anwartschaft?
Eine PKV-Anwartschaft ist keine Pflicht. Sofern Sie jedoch auch im Alter einen höheren Leistungsanspruch an Ihre Krankenversicherung haben, ist die Anwartschaftsversicherung für Sie als Soldat:in (auf Zeit, SaZ) oder ziviler Bundeswehrbeamter bzw. zivile Bundeswehrbeamtin sinnvoll, vor allem in Hinblick auf Ihre Pensionierung bzw. auf das Ende Ihrer Dienstzeit.
Mit dem Eintritt in die Pensionierung endet Ihr Anspruch auf Heilfürsorge, es besteht aber weiterhin Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung. Das Versicherungsentlastungsgesetz (VEG) erleichtert zwar den Eintritt in die gesetzliche Kranken- und auch Pflegevollversicherung, indem es die Beiträge bezuschusst. Die Leistungen einer PKV nach einer Anwartschaft und bei Dienstende werden jedoch in der Regel höher sein, bei Beitragssätzen, die sich z. B. am ursprünglichen Eintrittsalter orientieren und sogar Alterungsrückstellungen (große Anwartschaft) berücksichtigen.
Ist es möglich, eine Anwartschaft abzuschließen, wenn eine private Krankenversicherung noch nicht verfügbar ist?
Nein, das ist in der Regel und bei den meisten Krankenversicherungsunternehmen nicht möglich.
Welche Möglichkeiten der Ruhensversicherung habe ich bei meiner Pflegezusatzversicherung?
Wie bei vielen Verträgen können Sie auch bei der Pflegezusatzversicherung eine Ruhensversicherung (z. B. bei Arbeitslosigkeit oder Elternzeit) abschließen, bevor es zur vollständigen Kündigung kommt. Sie zahlen in diesem Fall keine Beiträge, genießen jedoch auch keinen Versicherungsschutz.
Wann lohnt sich eine Anwartschaft für Beamte und Beamtinnen mit Heilfürsorge besonders?
Sobald Sie als Beamter bzw. Beamtin mit Heilfürsorge in Pension gehen, beteiligt sich der Dienstherr nicht mehr über eine Beihilfe an Ihren Krankheits- und Heilkosten. Deshalb ist hier eine Anwartschaftsversicherung zu empfehlen. Am häufigsten betrifft dies Polizisten und Polizistinnen und Vollzugsbedienstete der Justiz. Während die Heilfürsorge gilt, ist der PKV-Vertrag in Form einer Anwartschaft zu führen. Beispielsweise macht die große Anwartschaft für Polizeibedienstete Sinn, da die weiterhin gebildeten Alterungsrückstellungen und das ursprüngliche PKV-Eintrittsalter sich günstig auf künftige Beitragsberechnung auswirken. Bei Eintritt ins Pensionsalter bzw. bei Antritt ihrer Rente können sie den Vertrag wieder aufnehmen, inklusive der Vorteile von bis dahin angesammelten Alterungsrückstellung und zu vergleichsweise günstigen Beiträgen.