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Private Krankenversicherung: Paar informiert sich über die passende Versicherung in Deutschland
So funktioniert die PKV für Personen aus dem Ausland

Private Kranken­ver­sicherung für Ausländer

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • In Deutschland besteht Kranken­versicherungs­pflicht. Das heißt: Wenn Sie aus dem Ausland kommen und dauerhaft in Deutsch­land leben möchten, müssen Sie eine Kranken­versicherung nachweisen können.
  • Ob Sie in Deutschland eine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) abschließen müssen - oder sich in einer Privaten Krankenversicherung (PKV) versichern können, hängt von bestimmten Voraussetzungen ab:
  • Planen Sie beispielsweise als unselbstständiger Arbeitnehmer zu arbeiten, entscheidet die Höhe Ihres regelmäßigen jährlichen Brutto-Arbeitsentgelts (Jahresarbeitsentgelt) darüber, ob Sie sich in der PKV versichern können. Auch Gesundheitsfragen sind relevant für Ihre Versicherungsfähigkeit in einer Privaten Krankenversicherung.
  • Prinzipiell ist eine bestehende Krankenversicherung Voraussetzung für die Aus­stellung eines Visums durch die Ausländer­behörde. Welche Krankenversicherung die aus dem Ausland kommende Person wählt, hängt ab von: Auf­enthalts­dauer, Herkunfts­land und Berufsgruppe.
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Basiswissen

Für Personen, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen, ist eine Kranken­versicherung Pflicht. Nur wer eine Kranken­versicherung nachweisen kann, erhält eine Auf­enthalts­erlaubnis, falls diese nötig ist.

Je nach Dauer des Aufenthalts, Herkunfts­land, Einkommen und Berufs­gruppe können Ausländer gesetzlich oder privat kranken­versichert sein.

Bei einem kurzen Aufenthalt in der Bundes­republik sind EU-Bürger über die Kranken­versicherung ihres Herkunfts­landes mit der Europäischen Kranken­ver­sicherungs­karte (EHIC) oft aus­reichend abgesichert.

Wer länger bleibt oder seinen Wohn­sitz dauer­haft nach Deutsch­land verlegt, muss sich in einer gesetz­lichen Kranken­kasse (GKV) oder in der Privaten Krankenversicherung (PKV) versichern.

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GKV versus PKV
Personen, die nach Deutschland kommen, können nicht immer wählen, ob sie sich privat oder gesetzlich versichern möchten. Welche Voraussetzungen und Unterschiede es zwischen gesetzlicher und Privater Krankenversicherung für Personen aus dem Ausland gibt, erfahren Sie hier.

In Deutschland gilt eine Krankenversicherungspflicht. Arbeitnehmer sind immer krankenversichert, entweder gesetzlich oder privat. Werden Sie krank, zahlt bzw. erstattet je nach Versicherungsart die GKV oder PKV die Kosten für medizinische Behandlungen und andere medizinische Versorgungen.

Was ist in der GKV und PKV gleich?

Folgende Leistungen gelten in Deutschland als Grundversicherungsschutz und werden sowohl gesetzlich als auch privat übernommen:

  • Ambulante ärztliche Behandlungen (z.B. in Arztpraxen)
  • Zahnärztliche Versorgung
  • Medikamente und Heil- bzw. Hilfsmittel
  • Stationäre Aufenthalte und Behandlungen (z.B. in Krankenhäusern)
  • Medizinisch erforderliche Rehabilitationsmaßnahmen
  • Leistungen für Schwangere bei der Entbindung

Als Krankenversicherter haben Sie automatisch auch eine Pflegeversicherung

Weiterer Vorteil: Mit dem Abschluss einer Krankenversicherung schließen Sie in Deutschland auch immer eine Pflegeversicherung ab: gesetzlich oder privat. Ihre Pflegeversicherung greift, wenn Sie sich aufgrund z.B. einer schweren Krankheit nicht mehr selbst versorgen können und Hilfe im Alltag benötigen. Oder, wenn Sie im Alter pflegebedürftig werden. In beiden Fällen erhalten Sie gegebenenfalls einen Pflegegrad und gelten als Pflegebedürftiger.

Lesen Sie in den verlinkten Ratgebern der Tabelle mehr über PKV Leistungen, Kostenübernahme, Selbstbehalt und Vorerkrankungen. Die wichtigsten Unterschiede GKV versus PKV sind:

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Gesetzliche Krankenversicherung
Private Krankenversicherung
Beiträge (Kosten & Tarife)
Die Höhe des Beitrags hängt vom Einkommen ab. Der gesetzlich festgeschriebene allgemeine Beitragssatz beträgt 14,6 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen. Zuzüglich eines Zusatzbeitrags, der je nach GKV variiert. Arbeitnehmer übernehmen den Versicherungsbeitrag je zur Hälfte, der Arbeitgeber zahlt die andere Hälfte. Selbstständige zahlen den Beitrag in der (sogenannten freiwilligen Krankenversicherung) allein. Auch bei freiwillig Versicherten hängt der Beitrag vom Einkommen ab.
Wie hoch der Beitrag ist, hängt von den im Tarif vereinbarten Leistungen und vom Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers ab. Je umfangreicher die Leistungen sind, desto höher ist in der Regel der Beitrag.
Leistungen
Die Leistungen sind bei den gesetzlichen Krankenkassen per Gesetz geregelt und identisch. Unterschiede gibt es meist nur bei wenigen Zusatzleistungen.
Bei Privaten Krankenversicherungen können Versicherte den Leistungsumfang selbst über Ihren gewählten Tarif festlegen.
Wie erfolgt die Kostenübernahme bzw. Kostenerstattung?
Behandlungskosten übernimmt die GKV direkt, Versicherte gehen nicht in Vorleistung bzw. Vorkasse. Die Versicherten müssen Zuzahlungen für Medikamente, Heil- und Hilfsmittel leisten.
Privatversicherte erhalten vom Arzt eine Rechnung, die sie in der Regel selbst bezahlen und anschließend bei ihrer PKV einreichen. Der Versicherer erstattet anschließend die Kosten in tariflich vereinbarter Höhe. Ausnahme: Stationäre Aufenthalte im Krankenhaus. Hier kommt eine direkte Kostenübernahme der PKV in Frage.
Selbstbeteiligung
In der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es meist keine Selbstbeteiligung. Allerdings bieten einige Krankenkasse einen Wahltarif mit Selbstbehalt an. Die Mitglieder tragen dabei einen Teil der anfallenden Kosten für medizinische Leistungen selbst. Dafür erhalten sie eine Prämie von der Krankenkasse.
In der Privaten Krankenversicherung gibt es Tarife mit Selbstbeteiligung. Wer einen Tarif mit Selbstbeteiligung wählt, profitiert von günstigeren Beiträgen.
Vorerkrankungen
Vorerkrankungen haben keine Auswirkungen auf die Beitragshöhe oder Versicherungsfähigkeit. Erfüllen Antragsteller die Voraussetzungen für die gesetzliche Krankenversicherung, darf die GKV sie nicht ablehnen.
Vorerkrankungen führen in der Regel zu einem höheren Versicherungsbeitrag (Risikozuschläge). Versicherer können Antragsteller aufgrund ihres Gesundheitszustands unter Umständen auch ablehnen.
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EU versus Nicht-EU
Personen aus dem europäischen Ausland, die in Deutschland arbeiten oder dauerhaft leben, unterliegen der Krankenversicherungspflicht und müssen krankenversichert sein. Hier lesen Sie, welche Regelungen dabei für EU- und Nicht-EU-Bürger gelten.
 

Bürger, die aus Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) kommen, können oft in der Krankenversicherung ihres Heimatlandes versichert bleiben. Das gilt auch für Staatsangehörige aus Ländern, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen hat. Voraussetzung ist, dass ihr Aufenthalt in der Bundesrepublik nur vorübergehend ist. Ab wann ein Aufenthalt nicht mehr als vorübergehend gilt, hängt vom Einzelfall ab.

Die Versicherungsleistungen (des Heimatlandes) unterscheiden sich oft von den Leistungen einer deutschen Krankenversicherung. Deshalb kann es sein, dass ausländische Versicherungsnehmer bestimmte Kosten in Deutschland selbst zahlen.

Private Zusatzversicherungen bieten GKV-Versicherten hier einen ergänzenden Schutz und schließen die Versorgungslücke. Hingegen genießen privat krankenversicherte ausländische Bürger bereits einen umfassenden Krankenversicherungsschutz und benötigen in der Regel keine Zusatzversicherungen.

Wer aus EU-Ländern wie Spanien oder Italien kommt, kann bei seiner Kranken­versicherung im Herkunfts­land die Europäische Kranken­versicherungs­karte (EHIC) beantragen. Damit wird die ausländische Kranken­versicherung in Deutsch­land anerkannt. Mit der EHIC stehen aus­ländischen Personen jedoch aus­schließ­lich medizinisch not­wendige Behandlungen zu.

Können diese ver­schoben werden, bis die Person wieder zurück im Heimat­land ist, werden sie nicht übernommen. Grund­sätzlich haben Ausländer in Deutsch­land aber Anspruch auf alle Leistungen, die gesetz­lich kranken­versicherte Deutsche auch haben.

Mit bestimmten Ländern hat Deutschland ein Sozial­versicherungs­abkommen abgeschlossen. Damit wird die aus­ländische Kranken­versicherung in der Bundes­republik anerkannt. Das Sozial­ver­si­che­rungs­abkommen gilt beispiels­weise für Arbeit­nehmende aus Bosnien und Herzegowina, Israel, Marokko, Mazedonien, Montenegro, Türkei oder Tunesien.

Alle anderen Personen benötigen sowohl ein Visum als auch eine passende Krankenversicherung für den Aufenthalt in Deutschland. Hierfür gibt es spezielle Reise­versicherungen bzw. Incoming-Versicherungen für Aus­länder, die für einen begrenzten Zeit­raum gültig sind. Wer länger in Deutsch­land bleibt, schließt eine gesetzliche oder Private Kranken­versicherung ab.

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Arbeiten in Deutschland
Hier erfahren Sie, ob und wie sich Arbeitnehmer, Selbstständige und Studenten aus dem Ausland in Deutschland privat krankenversichern können.

Ausländische Arbeitnehmer in Deutsch­land sind in der Regel gesetzlich versichert. Zumindest solange ihr Brutto­ein­kommen unter der Jahres­arbeits­entgelt­grenze (2021: 64.350 Euro) liegt. Diese wird auch Versicherungspflichtgrenze genannt. Verdienen Angestellte mehr, können sie in eine Private Krankenversicherung wechseln.

Mit­arbeiter, die für einen Auslands­einsatz nur vorüber­gehend in Deutsch­land arbeiten (Impatriates), sind für die Dauer des Auf­enthalts in der Regel über ihren Arbeit­geber privat krankenversichert. Hier können Sie als Arbeitnehmer für einen PKV Ihre:

Ob Selbstständige sich privat oder gesetzlich versichern müssen, hängt von ihrem bisherigen Versicherungsstatus im Heimatland ab. Waren sie gesetzlich versichert, können sie sich auch in Deutschland gesetzlich versichern. Alternativ schließen Selbstständige in Deutschland eine Private Krankenversicherung ab. Hier können Sie als Selbstständiger für einen PKV Ihre:

Für ausländische Studenten ist eine Krankenversicherung Voraussetzung, um sich in Deutsch­land zu immatrikulieren. Studierende aus EU-Ländern und Staaten mit Sozial­ver­si­che­rungs­abkommen können sich von der Kranken­ver­si­che­rungs­pflicht befreien lassen. Über die Kranken­versicherung ihres Heimat­lands sind sie dann auch während des Studiums in Deutsch­land abgesichert.

Alle anderen Studierenden versichern sich entweder gesetz­lich oder privat. Studierende, die 30 Jahre oder älter sind, können sich aus­schließ­lich privat versichern.

Gut zu wissen: Neben den "normalen" PKV-Tarifen, bieten die Privaten Krankenversicherungen jungen Auszubildenden und Studenten in Deutschland vielfach auch das Modell der sogenannten Optionstarife, wie z.B. den Allianz Optionstarif OptionFlexiMed. Diese Tarife bieten die Option auf einen späteren Abschluss einer Krankenvoll- oder Krankenzusatzversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfungen.

Für Gastwissenschaftler aus EWR-Staaten und Staaten mit Sozial­ver­si­che­rungs­abkommen gilt die Kranken­versicherung des Heimat­landes mit der Euro­päischen Kranken­ver­si­che­rungs­karte auch in Deutsch­land. Gast­wissen­schaftler mit längerem Auf­enthalt und Wohn­sitz in Deutsch­land schließen in der Regel eine Private Krankenversicherung ab. Wie hoch Ihre Beiträge ausfallen, können Sie hier berechnen. Oder hier:
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Gut zu wissen

Um eine Private Krankenversicherung abzuschließen, benötigen nicht deutsche Staatsbürger, die langfristig in Deutschland leben, folgende Dokumente:

  • Kopie von Personalausweis oder Reisepass
  • Kopie der Aufenthaltserlaubnis
  • Bei Angestellten: Arbeitsvertrag (u.a. für den Arbeitgeberzuschuss)
Die passende Versicherung
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Häufige Fragen
  • Können mit der Privaten Krankenversicherung auch Familienangehörige versichert werden?

    Nein. Eine Familienversicherung gibt es in der Privaten Kranken­versicherung nicht. Jedes Familien­mitglied schließt eine eigene Ver­sicherung ab und zahlt eigene Beiträge. Lesen Sie mehr über die Voraussetzungen und Leistungen im Ratgeber Private Krankenversicherung Kinder und Familie.

    In der gesetzlichen Kranken­versicherung hingegen können Sie Familien­angehörige ohne Ein­kommen kostenlos innerhalb der Familien­versicherung mit­versichern. Das gilt sowohl für Ehe­partner als auch für Kinder bis mindestens zum 18. Lebensjahr.

  • Können die Leistungen der Privaten Krankenversicherung auch bei einem kurzen Auslandsaufenthalt oder Aufenthalt in der Heimat in Anspruch genommen werden?

    Die Private Krankenversicherung gilt in der Regel auch außerhalb von Deutschland. Mit der PKV genießen Sie Versicherungsschutz in ganz Europa. Und zwar in vollem Umfang der tariflichen Leistungen.
  • Was sind Alterungsrückstellungen in der PKV?

    Die Private Krankenversicherungen legen einen Teil Ihres monatlichen Beitrags als Alterungs­rück­stel­lun­g zurück. In jungen Jahren benötigt man weniger Leistungen als mit steigendem Alter. Die Alterungsrückstellungen (umgangssprachlich oft Altersrückstellungen genannt) sorgen dafür, dass die Beiträge nicht aufgrund des zunehmenden Alters steigen.

    Private Krankenvollversicherungen ohne Alterungsrückstellungen sind per Gesetz nicht zulässig. Ausnahmen bilden die Beiträge für Kinder-und Jugendtarife und spezielle zeitlich befristete Tarife wie Ausbildungstarife. Diese Tarife ohne Alterungsrückstellungen laufen jedoch in der Regel mit Erreichen eines bestimmten Höchstalters aus.

  • Warum ist eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll, wenn ich mich für eine gesetzliche Krankenversicherung entscheide?

      Mit einer Zahnzusatzversicherung erhalten Sie je nach Tarif viele Zusatzleistungen, die die gesetzliche Krankenversicherung (Krankenkasse) nicht oder nur anteilig erstatten würde. Dazu zählen beispielsweise Leistungen für professionelle Zahnreinigung, hochwertige Füllungen oder Zahnersatz. Mit einer Zahnzusatz können Sie Ihre eigenen Kosten deutlich reduzieren. Das lohnt sich in jedem Alter und vor allem als Zusatzvorsorge für die Dauer Ihres Aufenthaltes in Deutschland.

  • Was ist die private Pflegeversicherung in Deutschland?

    Lesen Sie im Ratgeber, was in Deutschland eine zusätzliche private Pflegeversicherung (Pflegezusatzversicherung) ist und worin sie sich zur Pflegepflichtversicherung unterscheidet.
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