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Eine junge Familie, bestehend aus Mutter, Vater und kleinem Sohn, sitzen an einem lauen Sommerabend im Garten.
Die notwendige Absicherung für alle privat Krankenversicherten

Pflegepflicht­versicherung

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Wer privat krankenversichert ist, muss eine private Pflegepflichtversicherung abschließen. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Eine Befreiung ist in Deutschland nicht möglich.
  • Die Pflegepflichtversicherung ist Ihr gesetzlicher Mindestschutz, falls Sie pflegebedürftig werden sollten.
  • Die Versicherung übernimmt nur einen Teil der Kosten für Ihre ambulante und stationäre Pflege. Deshalb ist eine zusätzliche private Pflegeversicherung wichtig. Die Leistungen in der privaten Pflegepflichtversicherung sind mit denen der sozialen Pflegeversicherung für gesetzlich Versicherte nach Art und Umfang gleichwertig.
  • Die Pflegebedürftigkeit wird in fünf Pflegegrade eingeteilt. Dabei ist es egal, ob körperliche, geistige oder psychische Einschränkungen die Ursache sind. Es zählt allein die Hilfsbedürftigkeit oder die fehlende Selbstständigkeit.
Die Leistungen im Überblick
Infografik - Leistungen der Pflegepflichtversicherung
Illustration - Eine dunkelhaarige Frau hält ein Schild mit einem Info-i in ihren Händen.
Gut zu wissen
Illustration - Eine dunkelhaarige Frau hält ein Schild mit einem Info-i in ihren Händen.

Gesetz verpflichtet zur Pflegeversicherung 
Die Pflegepflichtversicherung gibt es seit 1995. Sie war von Beginn an verpflichtend für alle Menschen, die in Deutschland krankenversichert sind. Jeder gesetzlich Versicherte ist automatisch in der Pflegeversicherung seiner Krankenkasse (Pflegekasse) mitversichert.

Pflicht auch für Privatversicherte 
Für privat Krankenversicherte gilt diese Pflicht ebenfalls. Sie müssen eine private Pflegepflichtversicherung abschließen. Wenn Sie freiwillig Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse (GKV) sind, können Sie sich dort mitversichern. Die Leistungen beider Versicherungen sind gleichwertig.

Ihre Vorteile
Eine junge Pflegerin legt freundlich ihren Arm auf die Schulter einer Seniorin und unterhält sich mit ihr.
Private Pflegepflicht - / gesetzliche Pflegeversicherung
Eine junge Pflegerin legt freundlich ihren Arm auf die Schulter einer Seniorin und unterhält sich mit ihr.

Nein, die Leistungen sind identisch. Die Leistungen der Pflegepflichtversicherung sind für privat und gesetzlich Versicherte im Sozialgesetzbuch (SGB) XI geregelt und vom Umfang gleichwertig. 

  • Bei der gesetzlichen Pflegeversicherung werden Sachleistungen und/oder Geldleistungen erbracht. 
  • Ein ambulanter Pflegedienst oder eine stationärer Aufenthalt werden dabei direkt von der Versicherung als Sachleistung gezahlt. 
  • Geldleistungen erhalten Sie etwa in Form von sogenanntem Pflegegeld, wenn Sie ein Angehöriger pflegt. 
  • Möglich ist auch eine Kombination aus Sach- und Geldleistungen. 
  • Bei der privaten Pflegepflichtversicherung werden die entstandenen Kosten der Pflege erstattet, genauso wie bei der Privaten Krankenversicherung. Dies bedeutet, dass Sie als Versicherter zunächst in Vorleistung gehen und dann die Rechnung einreichen können.
Private Pflegepflicht - / gesetzliche Pflegeversicherung
Illustration - Zwei Männer und eine Frau diskutieren gemeinsam und blicken in einen Laptop.

Die Kosten werden unterschiedlich berechnet.

  • Seit 2019 liegen die Beitragssätze für die Pflegeversicherung der gesetzlich versicherten Arbeitnehmer bei 3,05 Prozent des Bruttogehalts. Der Arbeitgeber beteiligt sich daran mit einem Zuschuss von 1,525 Prozent. Er trägt also die Hälfte der Kosten. Kinderlose zahlen einen Beitragszuschlag von 3,30 Prozent.
  • Der Beitrag bzw. die Prämie ist abhängig von dem individuellen Gesundheitsrisiko beim Eintritt in die private Pflegepflichtversicherung und ist einkommensunabhängig. Dieses Risiko ist bei höheren Eintrittsaltern höher und wirkt sich unmittelbar auf die Prämienhöhe aus.  
  • Die Beitragsberechnung erfolgt für alle Versicherungsunternehmen einheitlich. Es gelten auch brancheneinheitliche Allgemeine Versicherungsbedingungen.
Illustration - Zwei Männer und eine Frau diskutieren gemeinsam und blicken in einen Laptop.
Illustration - Ein Mann wird von einem Berater informiert. Im Hintergrund ist ein Taschenrechner zu sehen.
Achtung, hier gibt es Unterschiede
Illustration - Ein Mann wird von einem Berater informiert. Im Hintergrund ist ein Taschenrechner zu sehen.
  • Lehrer, Richter, Polizisten, Polizeianwärter und andere Beamte mit Anspruch auf Beihilfe oder freie Heilfürsorge müssen eine private Pflegepflichtversicherung abschließen. Diese muss die Kosten tragen, die die Beihilfe nicht übernimmt. Eine Ausnahmeregelung gilt, wenn Sie als Beamter freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse sind. In diesem Fall sind Sie direkt über diese pflegepflichtversichert. Sie zahlen dabei den halben Beitragssatz. Sie erhalten zu den verbliebenen beihilfefähigen Aufwendungen Beihilfe. Da die Leistungen aus der Pflege-Pflichtversicherung nicht ausreichen, um im Pflegefall die Kosten vollständig zu decken, empfiehlt sich auch für Beamte eine Pflegezusatzversicherung.
  • Eine Pflegepflichtversicherung für Soldaten? 
    Als Soldat der Bundeswehr sind Sie grundsätzlich über den Bund krankenversichert. Allerdings schließt das keine Pflegepflichtversicherung ein. Eine Pflegepflichtversicherung für Zeitsoldaten, für Berufssoldaten als auch für Freiwillig Wehrdienstleistende wird nicht automatisch abgeschlossen. Sie müssen sich selbst um diese Versicherung kümmern und diese innerhalb von drei Monaten nach Dienstantritt nachweisen.
Pflegebedürftig - und nun?
Um Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung zu erhalten, müssen Sie als pflegebedürftig eingestuft werden.
01
Den Antrag auf Pflegebedürftigkeit können Sie selber oder eine von Ihnen bevollmächtigte Person stellen. Reichen Sie diesen bei Ihrer Pflegekasse oder Pflegepflichtversicherung ein.
Illustration - Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch am Laptop und hält einen Stift in der Hand.
Illustration - Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch am Laptop und hält einen Stift in der Hand.
02
Illustration - Eine Frau steht im Wohnzimmer eines Seniors und unterhält sich mit ihm.
Wenn Sie privat Pflegepflichtversichert sind, übernimmt MEDICPROOF das Gutachten. Unabhängige medizinische Experten prüfen Ihre Fähigkeiten, zum Beispiel wie selbstständig Sie Ihren Alltag meistern. Die ermittelte Punktzahl bestimmt Ihren Pflegegrad
Illustration - Eine Frau steht im Wohnzimmer eines Seniors und unterhält sich mit ihm.
03
Es wird in fünf Pflegegrade eingeteilt. Bei Einstufung in Pflegegrad 1 sind Sie noch selbstständig und benötigen wenig Unterstützung. Pflegegrad fünf dagegen bedeutet, dass Sie intensive Pflege benötigen (meist im stationären Bereich). 
Illustration - Ein Arzt steht neben einem Krankenbett und unterhält sich mit dem Patienten.
Illustration - Ein Arzt steht neben einem Krankenbett und unterhält sich mit dem Patienten.
04
Illustration - Eine Pflegerin steht gemeinsam mit einer Seniorin in einem Badezimmer vor einer Badewanne.
Die Leistungen der Pflegeversicherung richten sich nach dem Pflegegrad. Ab Pflegegrad 1 erhalten Sie bei häuslicher oder ambulanter Pflege einen monatlichen Entlastungsbetrag und finanzielle Zuschüsse. In Pflegegrad fünf gibt es den maximalen Zuschuss, wenn Sie sich in stationärer Pflege befinden.
Illustration - Eine Pflegerin steht gemeinsam mit einer Seniorin in einem Badezimmer vor einer Badewanne.
Häufige Fragen
  • Können Sie Kranken- und Pflegeversicherung bei unterschiedlichen Anbietern abschließen?

    Es ist nicht vorgeschrieben, dass Sie die private Pflegepflichtversicherung beim gleichen Anbieter abschließen wie die Private Krankenversicherung (PKV). Da aber die Kranken- und Pflegeversicherung eng verzahnt sind, empfiehlt es sich, dass Sie beides kombinieren. Wollen Sie dennoch verschiedene Anbieter wählen, müssen Sie sich innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss der PKV für einen anderen Anbieter entscheiden. Ansonsten sind Sie automatisch in Ihrer PKV pflegeversichert. 

    Freiwillig Versicherte in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) können sich entscheiden, ob sie sich in einer privaten Pflegepflichtversicherung oder in der GKV versichern wollen. Hier gilt eine Frist von drei Monaten.

  • Was hat sich durch das Pflegestärkungsgesetz (PSG) II geändert?

    Durch das PSG II gibt es seit Anfang 2017 neue Regeln, wie Pflegebedürftigkeit festgestellt und eingestuft wird. Aus den bisherigen drei Pflegestufen wurden fünf Pflegegrade. Dadurch sollen mehr Betroffene im Pflegefall staatliche Leistungen erhalten. Wer bei Einführung der Pflegegrade schon pflegebedürftig war, erhält dieselben oder sogar höhere Leistungen. Dennoch ist eine zusätzliche private Vorsorge zu empfehlen.
  • Können Sie sich von der Versicherungspflicht befreien lassen?

    Nein. Die Versicherung ist verpflichtend für gesetzlich wie auch privat Versicherte, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Wer gesetzlich krankenversichert ist, zahlt automatisch in die Pflegeversicherung ein. Als Privatversicherte müssen Sie sich grundsätzlich selbst um den Versicherungsschutz kümmern. Eine Befreiung ist aber auch hier nicht möglich.
  • Gibt es eine Anwartschaft in der Pflegepflichtversicherung?

    Eine Anwartschaft dient grundsätzlich dazu, die Rechte aus einem bestehenden Versicherungsvertrag zu erhalten, wenn der Versicherte durch äußere Einflüsse (z.B. Versicherungspflicht) gezwungen ist seinen bestehenden Versicherungsschutz zu unterbrechen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Anwartschaft auch in der Pflegepflichtversicherung möglich.
  • Welche Pflegeberatungs- und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für privat Pflegeversicherte?

    Als Ratsuchender finden Sie eine Vielzahl an Beratungsangeboten ganz in Ihrer Nähe. Aber auch online, per Telefon und Videochat sind Pflegeberatungen möglich.

    Für privat Pflegepflichtversicherte

    Wenden Sie sich an die compass Pflegeberatung, wenn Sie privat pflegepflichtversichert sind. Die Pflegeberatung der privaten Krankenversicherer steht Ihnen rund um das Thema Pflege zur Seite.

    Weitere Informationencompass Pflegeberatung.

    Für privat Pflegeversicherte der Allianz

    Wenn Sie bei der Allianz privat pflegeversichert sind bzw. privat vorsorgen, steht Ihnen die Allianz Pflege Assistance WDS.care mit sofortiger Hilfe im Pflegefall zur Seite. Die Experten beraten Sie und Ihre nahen Familienangehörigen – auch wenn diese nicht bei der Allianz versichert sind. Jederzeit und bei Bedarf auch weltweit!

    Weitere Informationen im Glossar unter: WDS.care  

Illustration - Ein Mann hält ein Megaphon in der rechten Hand und zeigt mit dem Zeigefinger der linken Hand auf drei Schilder mit Sternen, die hinter ihm hängen.
Tipp: Erweitern Sie den Grundschutz
Illustration - Ein Mann hält ein Megaphon in der rechten Hand und zeigt mit dem Zeigefinger der linken Hand auf drei Schilder mit Sternen, die hinter ihm hängen.
Im Pflegefall entstehen Kosten, die oft deutlich höher sind als die Leistungen, die Sie von der Pflegepflichtversicherung erhalten. Die Pflegepflicht-Versicherung bleibt nur ein Grundschutz. Eine private Pflegezusatzversicherung sichert Sie im Pflegefall ab. Machen Sie sich finanziell unabhängig und decken Sie Aufwendungen ab, die durch die Pflegebedürftigkeit anfallen. Seien es Kosten für häusliche Pflege, Pflegepersonen oder Umbaumaßnahmen.
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