Allianz - Private Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit
Versicherungs­pflicht, Zuschüsse & Kosten

Private Kranken­versicherung bei Arbeits­losig­keit

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Auch wenn Sie in der Privaten Kranken­ver­si­che­rung (PKV) waren: Ab einem Bezug von Arbeits­losen­geld I (ALG I) müssen Sie in der Regel in die gesetzliche Kranken­ver­si­che­rung wechseln.
  • Eine Befreiung von der Ver­si­che­rungs­pflicht ist auf Antrag möglich, wenn Sie während der letzten fünf Jahre privat kranken­versichert waren.
  • Sie möchten zum Ende der Arbeits­losig­keit in die Private zurückkehren? Dann könnte die An­wart­schafts­ver­si­che­rung helfen. Mit ihr schaffen Sie den erneuten Einstieg in die PKV, zu gewohnten Konditionen.
  • Beim Verbleib in der PKV bei Arbeitslosigkeit übernimmt die Bundesagentur für Arbeit die tatsächlich an das private Krankenversicherungsunternehmen zu zahlenden Beiträge, höchstens aber die Beiträge, die ohne Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung und sozialen Pflegeversicherung von ihr zu tragen wären.

Voraussetzung: Sie können versicherte PKV-Leistungen, nach Art und Umfang dem SGB V entsprechend, nachweisen.

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Organisation bei Job­verlust
Grundsätzlich beginnt Ihre Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung ab dem Tag, ab dem Sie Arbeitslosengeld beziehen, auch wenn Sie zuvor privat krankenversichert waren. Teilen Sie Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit die von Ihnen gewählte gesetzliche Krankenversicherung mit, damit diese Sie dort anmelden kann. Den bei ihrem PKV-Versicherer bestehenden Vertrag sollten Sie innerhalb von drei Monaten kündigen, damit Sie keine weiteren Beiträge mehr zahlen müssen. Weitere häufige Fragen zur Krankenversicherung nach einer Kündigung und Jobverlust finden Sie nachfolgend:
Ja, Ihre Private Kranken­ver­si­che­rung ist verpflichtet, Sie vorzeitig aus dem Vertrag zu lassen. Einzige Vor­aus­setz­ung: Sie müssen Ihren PKV-Vertrag spätestens innerhalb von drei Monaten nach Beginn Ihrer Versicherungspflicht wegen Arbeitslosigkeit kündigen, damit Sie ab dem ersten Tag der Versicherungspflicht keine Beiträge mehr zahlen müssen.
Eine weitere, oft gestellt Frage ist: Muss ich die Private Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit kündigen? Nicht unbedingt. Besonders wenn Ihre Arbeits­losig­keit von absehbar kurzer Dauer ist, können Sie eine An­wart­schafts­ver­si­che­rung abschließen. Zwar erfüllen Sie für einige Wochen oder Monate nicht die Vor­aus­setz­ungen für die Mit­glied­schaft in der PKV. Wenn aber abschätzbar ist, dass Sie zum Privat­versicherer zurückkehren, sichern Sie so Ihren Verbleib in der PKV.
 
Unter Umständen können Sie sich von der Versicherungspflicht befreien lassen und Ihre Privatversicherung in einer kurzen Phase der Arbeits­losig­keit, vielleicht aber auch ohne Ein­kommenfortsetzen. Andernfalls gewährleistet Ihnen eine Anwartschaft, dass Sie zum späteren Zeit­punkt zu ähnlichen Konditionen wieder einsteigen können. Eine erneute Gesundheits­prüfung bzw. Risiko­prüfung (siehe Ratgeber Vorerkrankungen) ist nicht nötig. Unter Umständen spielt alleine Ihr höheres Alter in die neue Tarifierung hinein.
Mit Ende der Leistungen durch die Bundesagentur für Arbeit endet regelmäßig auch diese Versicherungspflicht. Allerdings müssen Sie weiterhin einen Ver­si­che­rungs­schutz nachweisen. Falls Sie eine Anwartschaft abgeschlossen haben, können Sie diese ggf. bei Rückkehr in die PKV nutzen.
Oft gefragt
Mit dem Ende des Leistungsbezugs von Arbeitslosengeld, das heißt von ALG I, beispielsweise weil der Anspruch auf ALG I erschöpft ist, endet auch die Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Tritt im unmittelbaren Anschluss daran weder ein neuer Tatbestand der Versicherungspflicht noch eine Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung ein, dann sollte sich die betreffende Person umgehend an die betreffende Krankenkasse wenden, um die Einzelheiten einer freiwilligen Fortsetzung des Krankenversicherungsschutzes zu klären.
Heißt arbeitslos sein, keine Krankenversicherungsbeiträge für die Verträge von Familienmitgliedern zu zahlen? Nein. Bleiben Sie trotz Arbeits­losig­keit weiterhin privatversichert, zahlen Sie neben Ihren eigenen PKV-Beiträgen auch die Ihrer Kinder fort. Grundsätzlich übernimmt die Bundesagentur für Arbeit neben Ihren PKV-Beiträgen auch die PKV-Beiträge für ansonsten familienversicherte Angehörige wie z. B. Kinder. Da die Beitragsübernahme nur maximal in der Höhe erfolgt, die bei einer Versicherungspflicht in der gesetzlichen Kranken- und sozialen Pflegeversicherung entstehen würde, kann es sein, dass sie nicht für alle PKV-Beiträge ausreicht. Bei vorhandenem Nachwuchs sollten Sie – vor allem als alleinverdienender Ehepartner – überlegen, ob eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung mit beitragsfreier Familienversicherung für Ihre Angehörigen möglich ist.
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Beiträge: Was ändert sich?
Was Sie beachten sollten, wenn Sie die Private Krankenversicherung während Ihrer Arbeitslosigkeit fortführen wollen.

Wenn Sie Ihre Private Krankenversicherung während der Arbeitslosigkeit fortführen, ändert sich die Beitragshöhe in der Regel nicht. Die Beitragsübernahme durch die Bundesagentur für Arbeit kann unter Umständen nicht Ihre gesamten Beitragskosten ausgleichen.

Ein Wechsel in einen günstigen Basistarif der Privaten Krankenversicherung kann bei Arbeitslosigkeit eine finanzielle Entlastung darstellen.

Gut zu wissen

Wenn Sie arbeitslos sind und Ihre PKV mit Selbstbeteiligung fortführen möchten, können langfristig größere finanzielle Herausforderungen entstehen. Angenommen, Sie haben einen PKV-Tarif abgeschlossen, der mit einem jährlichen Selbstbehalt von 1.000 Euro für attraktivere Versicherungsbeiträge sorgt: Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt "nur" ihre tatsächlichen PKV-Beiträge, selbst wenn bei bestehender Versicherungspflicht in der gesetzlichen Kranken- und sozialen Pflegeversicherung höhere Beiträge anfielen.

Fallen jedoch tatsächliche Behandlungen im Rahmen Ihres PKV-Tarifes an, müssen Sie für die 1.000 Euro Selbstbehalt selbst aufkommen. Insbesondere solche Ausgaben sind es, die während einer Arbeitslosigkeit bei den Kosten der Privaten Krankenversicherung ungünstig zu Buche schlagen.

Ratgeber
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Damit können Sie rechnen
Sie waren in den letzten fünf Jahren privatversichert? Wenn Sie nun arbeitslos werden und Arbeitslosengeld erhalten, ist eine Befreiung von der Versicherungspflicht in der GKV möglich und Sie können in der PKV bleiben.
Private Krankenversicherung Kosten: Bei Arbeitslosigkeit ändern sich die Beiträge Ihrer Privaten Krankenversicherung nicht. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt Ihre Beiträge in der Höhe, die bei bestehender Versicherungspflicht in der gesetzlichen Kranken- und sozialen Pflegeversicherung anfielen, maximal aber in Höhe Ihrer tatsächlichen Beitragsaufwendungen.
Krankenversicherung und Arbeitsamt: Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt Beiträge in Höhe von maximal 733,37 Euro monatlich (Stand 2022). Eine mögliche Differenz zu Ihren höheren tatsächlichen Beitragsaufwendungen müssen Sie selbst übernehmen.
Wenn Sie nach einer längeren Zeit der Arbeitslosigkeit keinen neuen Job finden können, kommt evtl. der Bezug von ALG II unter gewissen Voraussetzungen für Sie in Betracht. Während des Bezuges von ALG II gewährt die Agentur für Arbeit den betreffenden Personen und den Angehörigen einen Zuschuss zu den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung, wenn die betreffenden Personen weder kranken­versicherungs­pflichtig noch familien­versichert sind. Insoweit können ALG-II-Bezieher also einen Zuschuss zu ihrer privaten Krankenversicherung erhalten.

Grundsätzlich gelten Ihre Zahlungen an den Privatversicherer als Vorsorgeaufwendungen. Diese können Sie steuerlich geltend machen

Die steuerlich relevanten Beiträge zu Ihrer privaten Kranken- und Pflegepflichtversicherung werden von dem Versicherungsunternehmen elektronisch an die Finanzbehörden gemeldet. In der Regel werden auch Zuschüsse, die Sie ggf. erhalten, ebenfalls elektronisch durch die entsprechende Zahlstelle gemeldet. Eine Angabe in der Einkommensteuererklärung ist grundsätzlich möglich, aber aufgrund der Meldungen nicht zwingend erforderlich.

Entdecken Sie in unseren Ratgebern die Leistungen und persönlichen Vorteile einer Privaten Krankenversicherung im Vergleich.
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Häufige Fragen
Was möchten Sie gerne wissen?
  • Ist bei Arbeitslosigkeit eine Rückkehr von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung möglich?

    Ja, ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit ist in der Regel möglich. Hier gibt es allerdings Ausnahmen: Zum Beispiel können Personen über 55 Jahren in Deutschland regelmäßig nicht mehr in eine gesetzliche Krankenversicherung wechseln.
  • Wechsel PKV zu GKV bei Arbeitslosigkeit: Bin ich von der Versicherungspflicht befreit?

    Nein, Sie sind als Arbeitsloser nicht automatisch von der Versicherungspflicht befreit, wenn Sie vorab privat versichert waren. Allerdings können Sie sich von der Versicherungspflicht befreien lassen, wenn Sie in den letzten fünf Jahren vor der Beschäftigungslosigkeit durchgängig privat versichert waren. Beachten Sie: Die Befreiung gilt für die gesamte Dauer der Arbeitslosigkeit. Mit der Befreiung sind Sie dann weiterhin privat krankenversichert.
  • Zahlt das Arbeitsamt die Krankenversicherungsbeiträge (für die GKV) während der Sperrfrist?

    Grundsätzlich ist der tatsächliche Bezug des Arbeitslosengeldes erforderlich für den Eintritt der Versicherungspflicht. Sofern der Bezug des Arbeitslosengelds unter anderem wegen einer Sperrzeit ruht, besteht dennoch grundsätzlich Krankenversicherungspflicht. Es sei denn, Sie haben wegen des Bestehens Ihrer privaten Krankenversicherung einen Antrag auf Befreiung gestellt oder sind versicherungsfrei, weil Sie das 55. Lebensjahr überschritten haben; bitte vergleichen Sie unsere diesbezüglichen Hinweise auf dieser Seite.
  • Private Krankenversicherung & arbeitslos: Zahlt die Bundesagentur für Arbeit die Beiträge der PKV?

    Bei Bezug von ALG I gilt: Es kommt darauf an. Es sind zwei höhenmäßige Begrenzungen bei der Übernahme der PKV-Beiträge durch die Bundesagentur für Arbeit zu beachten: Zum einen werden Ihre Beiträge maximal in der Höhe übernommen, die bei bestehender Versicherungspflicht in der gesetzlichen Kranken- und sozialen Pflegeversicherung anfielen. Und zum anderen aber maximal in Höhe Ihrer tatsächlichen Beitragsaufwendungen.
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