Private Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit

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Kurz erklärt in 30 Sekunden

Private Krankenversicherung bei Arbeitslosigkeit

Auf einen Blick
  • Auch wenn Sie in der Privaten Krankenversichrung (PKV) waren: Ab einem Bezug von Arbeitslosengeld I (ALG I) müssen Sie in der Regel in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln.
  • Eine Befreiung von der Versicherungspflicht ist möglich, wenn Sie über die letzten fünf Jahre privat krankenversichert waren.
  • Sie können absehen, dass Sie zum Ende der Arbeitslosigkeit in die Private zurückkehren? Dann hilft Ihnen die Anwartschaftsversicherung. Mit ihr schaffen Sie den erneuten Einstieg in die PKV –  zu gewohnten Konditionen.
  • Beim Verbleib in der PKV sichert Ihnen die Bundesagentur für Arbeit einen Zuschuss zu: Die Kostenübernahme erfolgt bis zur Höhe der Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der sozialen Pflegeversicherung.
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Allianz Private Krankenversicherung - Versicherungsstatus: Frau im Büro
Private Krankenversicherung ohne Einkommen
Allianz Private Krankenversicherung - Versicherungsstatus: Frau im Büro

Wenn bei Ihnen als Privatversicherter eine Arbeitslosigkeit eintritt, melden Sie sich bitte innerhalb von zwei Wochen bei einer (gesetzlichen) Krankenkasse Ihrer Wahl. Beantragen Sie dort eine Mitgliedschaft und weisen Sie Ihre Arbeitslosigkeit nach. Ihr Versicherer muss ab Eintritt der Arbeitslosigkeit den bestehenden Vertrag aufheben – Sie sind ab diesem Zeitpunkt von der Beitragszahlung befreit.

Ist das Pausieren des Vertrags möglich?

Wenn Sie meinen, dass Ihre Arbeitslosigkeit von absehbar kurzer Dauer ist, haben Sie folgende Option: Zwar erfüllen Sie für einige Wochen oder Monate die Voraussetzungen für die Mitgliedschaft in die PKV nicht. Wenn es aber abschätzbar ist, dass Sie zum Privatversicherer zurückkehren, lohnt es sich, über eine Anwartschaftversicherung nachzudenken.

Je nach Versicherer können Sie Ihre Privatversicherung in einer kurzen Phase der Arbeitslosigkeit vielleicht aber auch ohne Einkommen fortsetzen. Andernfalls gewährleistet Ihnen eine Anwartschaftversicherung, dass Sie zum späteren Zeitpunkt zu regulären Konditionen wieder einsteigen können. Die gute Nachricht? Eine erneute Gesundheitsprüfung bzw. Risikoprüfung wird nicht nötig. In der Regel spielt alleine Ihr höheres Alter in die neue Tarifierung hinein.

Was passiert, wenn ich kein Arbeitslosengeld mehr erhalte?

Mit Ende der Bezüge durch die Bundesagentur für Arbeit endet auch die Versicherungspflicht. Allerdings müssen Sie weiterhin einen Versicherungsschutz nachweisen. Abhängig von Ihrem neuen Einkommen oder von Ihren persönlichen Anforderungen an eine Krankenkasse können Sie überlegen, ob Sie in der GKV bleiben möchten – oder Ihre Anwartschaft beanspruchen und in die PKV zurückkehren möchten.

Was gilt für die Arbeitslosigkeit des Ehepartners?

Falls ein alleinverdienender Ehepartner arbeitslos wird und Kinder vorhanden sind, ist die Rückkehr in die GKV auf Basis einer Familienversicherung interessant. Diese Möglichkeit gibt es in der PKV nicht, hier sind Einzelverträge abzuschließen. Es müssen allerdings die Voraussetzungen für die Familienversicherung gegeben sein.

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Damit können Sie rechen

Sie sind in den letzten fünf Jahren privatversichert gewesen? Wenn Sie nun arbeitslos werden, ist eine Befreiung von der Versicherungspflicht in der GKV möglich und Sie können in der PKV bleiben. Ihr Vorteil: Sie müssen nicht alleine für die gesamten Beitragskosten aufkommen. Vielmehr erhalten Sie von der Bundesagentur für Arbeit einen Beitragszuschuss, der Ihren Beitragshöhen in der GKV entsprechen würde. Die Differenzbeiträge zu Ihrem tatsächlichen PKV-Tarif müssen Sie selbst übernehmen.

Zuschüsse für Hartz-IV-Empfänger?

Sie haben nach einer längeren Bezugsphase von ALG I noch keine neue Anstellung gefunden? Dann bleibt alleine eine Absicherung Ihres Lebens durch Arbeitslosengeld II (ALG II), gemeinhin als Hartz IV bekannt. Auch bei Bezug des ALG II sind Sie unter Umständen berechtigt, einen Zuschuss zu Ihrer Privatversicherung zu erhalten. Als Grundlage für den Zuschuss dient der Basistarif Ihrer Versicherung. Ihr Jobcenter übernimmt maximal 50 Prozent der hier anfallenden Beitragsprämien. Bitte beachten! Bei Tarifen mit Selbstbeteiligung erhalten Sie nur eine Bezuschussung der Beitragszahlungen – keine Bezuschussung von potenziellen Selbstbeteiligungen für Behandlungskosten.

Was ist steuerlich zu beachten?

Das müssen Sie für Ihre Steuererklärung beachten: Grundsätzlich gelten Ihre Zahlungen an den Privatversicherer als Vorsorgeaufwendungen. Diese können Sie steuerlich geltend machen. Wichtig ist dem Finanzamt, dass Sie diesen Aufwand tatsächlich hatten.  In Ihrer Steuererklärung müssen Sie dann zwischen Ihrem persönlichen Aufwand (ohne Zuschüsse von Arbeitgebern, Bundesagentur für Arbeit oder anderen Institutionen) und Gesamtaufwand unterscheiden.

Allianz private Krankenversicherung - Jahresentgeltgrenze: Angestellter, mittleres Alter, im Büro
Welche Kosten fallen tatsächlich an?
Allianz private Krankenversicherung - Jahresentgeltgrenze: Angestellter, mittleres Alter, im Büro

Falls sich ein erwerbsloser Angestellter mit knapp 1.600 Euro monatlichem Arbeitslosengeld für die Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Krankenkasse entscheidet, wird hierfür der allgemeine Beitragssatz angesetzt. Er liegt aktuell bei 14,6 Prozent, umgerechnet circa 233 Euro.
 

  • Ohne Einkommen und bei einem reinen Bezug von ALG I übernimmt die Bundesagentur für Arbeit diese (GKV) Kosten von 233 Euro komplett. Voraussetzung dafür ist, dass er sich rechtzeitig arbeitslos gemeldet hat.
  • Falls er arbeitslos seine private Krankenversicherung fortführen möchte, ist dies möglich, sofern er die Voraussetzungen erfüllt. Allerdings liegt der gewährte Zuschuss ebenfalls bei den genannten 233 Euro.
  • Gemäß dem Alter des Arbeitslosen (51) und seiner Tarifeinstufung werden die tatsächlichen Beitragskosten wahrscheinlich bei über 500 Euro liegen. Für die Differenz von mindestens 267 Euro monatlich muss er gemäß Versicherungsvertrag also selbst aufkommen.
Darauf sollten Sie achten
Wenn Sie arbeitslos sind und Ihre PKV mit Selbstbeteiligung fortführen möchten, entstehen langfristig die größten finanziellen Herausforderungen. Angenommen, Sie haben einen PKV-Tarif abgeschlossen, der mit einem jährlichen Selbstbehalt von 1.000 Euro für attraktivere Versicherungsbeiträge sorgt: In diesem Fall werden Ihre laufenden Beiträge pro Kalendermonat durch die Bundesagentur für Arbeit bezuschusst. Wenn tatsächliche Behandlungen im Rahmen Ihres PKV-Tarif anfallen, müssen Sie für die 1.000 Euro Selbstbehalt jedoch weiter aufkommen. Insbesonders solche Zusatzausgaben sind es, die während einer Arbeitslosigkeit unerfreulich zu Buche schlagen. 
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Der passende Schutz bei Krankheit
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Service und Kontakt
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