Mit mehreren Fahrrädern beladenes Wohnmobil fährt auf Autobahn
Zuladung, Packtipps, Bußgelder

Wie Sie Ihr Wohn­mobil richtig beladen

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Wie viel Gepäck Sie in Ihr Mobil­heim laden dürfen, hängt vom Leer­gewicht des Fahrzeugs und seiner zulässigen Gesamt­masse ab. Die Zuladung ergibt sich aus der Differenz beider Werte.
  • Achten Sie beim Beladen des Wohnmobils auf die Gewichts­verteilung: Schweres Gepäck ist gut in Achsen- und Boden­nähe aufgehoben. Leichte Gegenstände bewahren Sie in den oberen Schränken und Klappen auf.
  • Zusätzlichen Stauraum schaffen Dachgepäck- und Fahrrad­träger. Achten Sie darauf, dass die Be­la­dung an der Außenseite des Reise­gefährts etwa mit Spann­gurten ausreichend gesichert ist.
  • Ist das Wohnmobil überladen, wird der Bremsweg länger und die Fahr­stabilität leidet. Bei Über­schreitung des zulässigen Gesamt­gewichts drohen europa­weit hohe Bußgelder.
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Leergewicht, Zuladung & Co.
Bevor Sie zum ersten Mal mit dem Reisemobil in den Urlaub fahren, überprüfen Sie, wie viel Zuladung das Fahrzeug "verträgt". Die hierfür be­nötigten Informationen zu Leergewicht und zulässigem Gesamtgewicht (zGG) finden Sie in der Zu­las­sungs­be­schei­nigung Teil I. Alle relevanten Ge­wichts­angaben sehen Sie nach­folgend im Überblick.
Frau sitzt in Campingstuhl vor Wohnmobil und studiert Betriebsanleitung des Fahrzeugs

Leergewicht gibt Masse des Wohnmobils im fahrbereiten Zustand an

Die Leermasse Ihres Mobilheims in Kilogramm ist in der Zulassungs­bescheinigung Teil I unter Punkt G angegeben. Haben Sie das Reisegefährt vor Oktober 2005 zugelassen, finden Sie den Wert im Fahrzeugschein unter Punkt 14.

Die europäische Norm EN 1646-2 definiert das Leergewicht als Masse des Fahrzeugs im fahrbereiten Zustand. Diese Gewichtsangabe beinhaltet:

  • das Grundgewicht des Fahrzeugs (Treibstofftank leer, Frisch- und Abwassertanks leer, Öle gefüllt)
  • einen Fahrer (75 Kilogramm)
  • einen zu 90 Prozent gefüllten Treibstofftank
  • Flüssiggasflaschen (mit bis zu 50 Kilogramm)
  • Bordwerkzeug und Wagenheber (fünf Kilogramm)
  • eine CEE-Kabeltrommel und Anschlussadapter (vier Kilogramm)
  • die Frischwasseranlage (15 Liter)
  • eine Zusatzbatterie (falls Halterung vorhanden)

Zulässiges Gesamt­gewicht begrenzt Beladung des Campers

Das technisch zulässige Gesamtgewicht (zGG) gibt Auskunft darüber, wie viel das beladene Wohnmobil maximal wiegen darf. In der Zulassungsbescheinigung Teil I finden Sie die Gewichtsangabe in Zeile F.1, bei älteren Campern im Fahrzeug­schein unter Punkt 15. Bei den meisten Mobilheimen liegt das zGG bei 3,5 Tonnen.

Zuladung sagt aus, wie viel Gepäck und Passagiere höchstens wiegen dürfen

Ziehen Sie das Leergewicht des Reise­mobils von der zulässigen Gesamt­masse ab, erhalten Sie die Zuladung – also das Maximalgewicht, das Passagiere und Gepäckstücke haben dürfen.

Wichtig: Wohnmobil­hersteller gestehen sich eine fünfprozentige Toleranz auf das Leergewicht zu ("Fünf-Prozent-Klausel"). Das heißt: Beträgt die Masse des Kfz im fahrbereiten Zustand laut Zulassungs­bescheinigung 2.500 Kilogramm, darf das nicht beladene Mobilheim zwischen 2.375 und 2.625 Kilogramm wiegen. Je nach Abweichung erhöht oder reduziert sich damit die nutzbare Zuladung.

Achslast legt fest, wie viel Gewicht auf Vorder- und Hinterachse lasten darf

Neben Leer- und Gesamtgewicht spielt die technisch zulässige Achslast des Wohnmobils eine wichtige Rolle bei der Beladung. Denn: Lasten auf der Hinter­achse des Fahrzeugs deutlich mehr Kilos als auf der Vorderachse, sind unter anderem Probleme beim Anfahren die Folge.

Die Achslast ist in der Zulassungs­bescheinigung Teil I in den Feldern 7.1 bis 7.3 ("technisch zulässige maximale Achslast" oder "Masse je Achsgruppe in Kilogramm") vermerkt. Im Fahrzeug­schein älterer Camper finden Sie die zulässige Achslast unter Punkt 16. In der Regel ist die Kennzahl zudem auf einem Schild im Motorraum des Mobilheims oder im Bereich der Beifahrertür angegeben.

Tragfähigkeits­index gibt an, wie viel Gewicht die Reifen aushalten

Wie viel Gewicht auf den Wohnmobil­reifen an Vorder- und Hinterachse lasten darf, definiert der Tragfähigkeits­index, auch Lastindex oder Load-Index (LI) genannt. Diese Angabe finden Sie als Ziffern­kom­bination auf den Reifen­flanken. Anhand von Umrechnungs­tabellen, die im Internet zu finden sind, ermitteln Sie die jeweiligen Werte in Kilogramm. Die kodierte Last­index-Ziffer 102 bei­spiels­weise steht für eine zulässige Höchstlast von 850 Kilogramm pro Reifen.

In der Zulassungsbescheinigung Teil I finden Sie die Höchstwerte pro Achse in Feld 8.1 bis 8.3, im "alten" Fahrzeug­schein unter Ziffer 16 bzw. 33. Achten Sie darauf, dass die maximale Trag­fähigkeit der Reifen mindestens den in den Fahrzeugpapieren eingetragenen Achslasten entspricht.

Relevant ist die Reifen­trag­fähigkeit auch, wenn Sie Wohnwagen oder Wohnmobil auflasten: Erhöhen Sie das zulässige Gesamtgewicht, müssen Sie sicherstellen, dass das Gewicht, das auf die Achsen und damit auf die Reifen des Campers drückt, innerhalb der erlaubten Grenzwerte liegt.

Überblick: Was wiegt was im Wohnmobil?

Leergewicht und zulässiges Gesamt­gewicht Ihres Campers sind von Größe und individueller Ausrüstung des Kfz abhängig. Fest verbaute Sonder­aus­stattung wie Markise (bis zu 40 Kilo­gramm), Backofen (bis zu 20 Kilo­gramm) oder Heckträger für Fahr­räder (rund zehn Kilo­gramm) zählen zur Leermasse des Fahrzeugs. Wie viel "Puffer" für die Zuladung bleibt, ist für jedes Mobilheim individuell zu berechnen.

Welches Gewicht die Gepäckstücke an Bord ungefähr auf die Waage bringen, zeigt folgende Übersicht. Sie umfasst Ausstattungsgegenstände, die typischer­weise auf der Wohnmobil-Packliste für einen zweiwöchigen Cam­ping­trip stehen.

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Ausrüstung für 2 Personen Gewicht (ca.)
Freizeit-Equipment (z.B. Sportausrüstung, Grill, Sonnenschirm) 30 bis 50 kg
Essens- und Getränkevorräte  30 bis 40 kg
Camping-Ausrüstung (z.B. Campingmöbel, Auffahrkeile) 20 bis 30 kg
Kleidung und Schuhe 20 kg
Fahrrad oder E-Bike 15 bis 30 kg
Küchenausstattung (z.B. Geschirr, Besteck, Töpfe, Pfannen) 15 kg
Bad-/Sanitärraumausstattung (z.B. Kosmetik, Handtücher, Erste-Hilfe-Set) 10 kg
Illustration Info: Gut zu wissen
Gut zu wissen: Maximale Zuladung
Illustration Info: Gut zu wissen

Um Wohnmobil oder Wohnwagen zu wiegen, ist eine industrielle Lasten­waage erforderlich. Mit solchen Spezialwaagen sind unter anderem Prüf­stellen des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) oder des Deutschen Kraft­fahr­zeug-Über­wachungs-Vereins (DEKRA) ausgestattet. Geeichte Boden- oder Palettenwaagen finden Sie auch bei Abfall­deponien, Recycling­höfen und Baustoff­händlern. Reise­mobilisten dürfen diese in der Regel gegen eine Gebühr von zehn bis 20 Euro für den Gewichtscheck nutzen. Auto­mobil­clubs ermöglichen ihren Mitgliedern das Wiegen von Camper oder Caravan oft kostenlos.

Die Lastenwaage befahren Sie mit dem un­be­ladenen, voll­getankten Camper. Das ermittelte Leer­gewicht ziehen Sie von der zulässigen Gesamt­masse des Mobil­heims ab, um die maxi­male Zuladung zu erhalten. Eine Gewichts­kontrolle empfiehlt sich vor dem ersten Urlaub mit dem Wohn­mobil, um eine Über­ladung von vorneherein zu vermeiden. Alternativ können Sie Ihren Camper im beladenen Zustand inklusive aller Passagiere (auch Haustiere zählen!) unmittelbar vor der Abreise wiegen. Bringt das voll bepackte Reise­gefährt höchstens das zulässige Gesamt­gewicht auf die Waage, haben Sie bei Verkehrs­kontrollen keine bösen Überraschungen zu befürchten.

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Gewichtsverteilung, Packtipps & Co.
Die Grundregel lautet: Schwere Gepäck­stücke finden möglichst weit unten im Wohnmobil zwischen den Fahr­zeug­achsen Platz. Getränkeflaschen sind beispielsweise in Sitztruhen oder im Doppelboden des Campers gut auf­be­wahrt – nicht in Hänge­schränken über der Küche. Je leichter der Gegen­stand, desto weiter oben im Mobilheim können Sie ihn verstauen, ohne das Fahrverhalten negativ zu beeinflussen.
Eltern mit zwei kleinen Kindern beladen blaues Wohnmobil mit Gepäckstücken

Schweres Gepäck gehört nach unten, leichte Gegen­stände gehen oben in den Camper

Je nach Gewichtskategorie bieten sich für Ihre Habseligkeiten unterschiedliche Auf­be­wah­rungs­orte im Reisemobil an:

  • Schwere Gegenstände: Getränke, Konservendosen, Werkzeug oder Ersatzteile verstauen Sie so weit unten wie möglich im Camper. Denn: Je niedriger der Schwer­punkt des Fahrzeugs, desto stabiler liegt es auf der Straße. Verteilen Sie das Gewicht zudem möglichst gleichmäßig um die Achsen herum.
  • Mittelschwere Gegenstände: Freizeit­equipment, Töpfe oder Pfannen dürfen etwas höher im Wohnmobil aufbewahrt sein. Ideal für Geschirr sind beispielsweise boden­nahe Staufächer in der Küche des Campingmobils. Kontrollieren Sie vor der Abfahrt, dass Regale, Schränke und Co. sicher verschlossen sind und Gegenstände im Inneren nicht herumrollen oder rutschen.
  • Leichte Gegenstände: Kleidung, Schuhe oder Kosmetik sind in Klappen, Regalen und Hänge­schränken in der Nähe des Wohnmobildachs gut aufgehoben. Die "Leicht­gewichte" verlagern den Schwerpunkt des Reisegefährts nur geringfügig nach oben. Bei einer Voll­bremsung kann jedoch selbst ein Buch zum gefährlichen Geschoss werden. Verwahren Sie lose Gegenstände daher in einer Transport­box, die sich sicher ver­schließen und fest­zurren lässt.
  • Sperrige Gegenstände: Kinderwagen oder Camping­möbel verstauen Sie zum Beispiel in Kleider­schränken oder Dusch­kabine. Achten Sie darauf, dass die Gepäckstücke sicher verkeilt oder so mit Spanngurten befestigt sind, dass sie während der Fahrt nicht herab- oder umfallen können. Bewahren Sie Sperrgepäck hinter Türen auf, müssen diese fest verschlossen sein. Andernfalls können sie bei abrupten Brems- oder Ausweich­manövern aus der Halterung reißen.
  • Zweiräder: Um Mopeds oder E-Bikes zu transportieren, nutzen Sie in der Regel die Heckgarage oder einen Fahrradträger. Beachten Sie hierbei die Höchstzuladung: Bei größeren Reisemobilen ist der Heckstauraum mit 200 bis 300 Kilo meist voll ausgelastet.

Wohnwagen beladen Sie wie ein Reisemobil

Zwar halten sich in einem Wohnwagen während der Fahrt keine Passagiere auf. Beim Verstauen des Reisegepäcks gelten bei Caravans dennoch dieselben Grundsätze wie bei Wohnmobilen:

  • Bewahren Sie schwere Gepäck­stücke so boden- und achsennah wie möglich auf.
  • Bewahren Sie lose Gegenstände gesichert in fest verschließbaren Regalen, Schränken, Klappen oder rutschsicheren Transportboxen auf. 
  • Sperrige Gegenstände, die sich nicht im Innenraum des Wohn­wagens befestigen lassen, trans­por­tie­ren Sie im Zugfahrzeug. Andernfalls können sich Camping­grill oder Klappstühle während der Fahrt ver­selbst­ständigen und den Innen­raum des Hängers beschädigen.

Sieben Tipps, um bei der Zuladung im Wohnmobil Gewicht zu sparen

 

  1. Lassen Sie entbehrliche Ausrüstungsgegenstände zu Hause – zum Beispiel ein schweres Vorzelt, wenn Sie am Reiseziel ohnehin nur unter dem Sonnen­schirm am Strand liegen möchten.
  2. Füllen Sie den Wassertank des Mobilheims erst vollständig auf, wenn Sie auf dem Wohnmobil-Stellplatz oder Campingplatz angekommen sind.
  3. Sie nehmen Fertiggerichte mit auf die Reise? Kaufen Sie statt schwerer Kon­serven­dosen Tüten­gerichte oder Nudel­packungen.
  4. Setzen Sie auf leichtes Camping-Geschirr, etwa Teller aus Kunststoff oder Aluminium-Töpfe. Reguläres Küchengeschirr ist bruchanfälliger und schlägt mit deutlich mehr Gewicht zu Buche.
  5. Kaufen Sie eine Gasflasche aus Aluminium statt aus Stahl – das spart bis zu 50 Prozent Gewicht ein.
  6. Nutzen Sie Fahrrad- oder Kanuverleih am Urlaubsort, anstatt Ihre eigenen Sportgeräte im Campingmobil mitzunehmen.
  7. Ist das Mitführen eines Ersatzrads in Ihrem Urlaubsland keine Pflicht, reicht meist ein leichtes Reifen­pannen-Set.
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Gespanne
Sie ziehen mit Ihrem Wohnmobil einen Anhänger oder kuppeln einen Wohnwagen an Ihr Auto? Wer ein Gespann führt, sollte neben Anhänge- und Stützlast das zulässige Gesamtgewicht im Auge behalten.
Roter Campervan mit Kajak auf dem Dach steht neben Motorradanhänger auf Campingplatz

Anhängelast gibt an, welches Gewicht das Zugfahrzeug ziehen darf

Welche technisch zulässige Anhängelast für Ihr Wohnmobil oder Pkw gilt, hängt unter anderem von der Anhänge­vor­richtung des Fahrzeugs ab. Die erlaubte Anhängelast des Zugwagens finden Sie in der Zulassungs­be­schei­nigung Teil I bzw. im Fahr­zeug­schein: für gebremste Anhänger unter Punkt O.1 bzw. in Feld 28, für ungebremste Anhänger unter Punkt O.2 bzw. in Feld 29.

Reguläre Autos dürfen in der Regel höchstens 1,5 Tonnen ziehen. Bei leis­tungs­stärkeren Kfz können es bis zu 3,5 Tonnen sein. Faustregel: Die maxi­male Anhänge­last des Zug­fahr­zeugs sollte höher als das zGG des Anhängers sein. So sind Fahrsicherheit und Stabilität des Gespanns gewähr­leistet.

Übrigens: Reicht die Zugkraft Ihres Pkw für einen Wohnwagen nicht aus, können Sie die Anhängelast erhöhen. Eine Auflastung ist in Deutschland bis zu einer Zuglaststeigerung von acht Prozent zulässig.

Stützlast reduziert maximale Beladung des Zug­fahrzeugs

Die Stützlast bezeichnet das Gewicht, mit dem die Deichsel des Anhängers von oben auf die Anhänger­kupplung des Zugwagens drückt. Bei Gespannen ist die Stützlast dem Zugfahrzeug zugeordnet und verringert dessen zulässiges Gesamt­gewicht – und damit die mögliche Beladung.

Die maximal zulässige Stützlast des Zug­fahrzeugs ist in der Zulassungs­be­schei­ni­gung Teil I in Feld 13 vermerkt. Bei älteren Kfz findet sich die Angabe an Heckklappe oder Anhänger­kupplung. Die erlaubte Stützlast des Anhängers ist auf der Deichsel vermerkt. Weicht sie von der Stützlast des Zugwagens ab, ist der niedrigere Grenzwert ausschlag­gebend.

Wichtig: Die tatsächliche Stützlast, mit der ein Anhänger auf das Zugfahrzeug drückt, hängt davon ab, wie schwer der Trailer beladen ist. Die Stützlast er­mitteln Sie mit einer speziellen Stütz­last­waage oder einer her­kömm­lichen Personenwaage (Anleitungen hierzu finden Sie online). Einige Caravans verfügen serienmäßig über Bugräder mit integrierter Waage.

Damit das Gespann sicher auf der Straße liegt, sollten Sie die Stützlast bis zum zulässigen Höchstwert "ausreizen". Denn: Je größer die Stützlast, desto geringer ist die Pendelanfälligkeit des Anhängers. Ist die Stützlast zu hoch oder zu niedrig, drückt der Trailer zu stark oder zu wenig auf die Anhängerkupplung. In beiden Fällen leiden Fahrstabilität und Verkehrssicherheit des Gespanns.

Bei Gespannen entscheiden Anhängelast und zulässige Gesamt­masse über Beladung

Bis zu welcher Gewichtsgrenze Sie ein Gespann aus Pkw und Wohnwagen beladen dürfen, zeigen folgende Rechenbeispiele:

Beispiel 1:

  • Anhängelast Pkw: 1.500 Kilo­gramm
  • zGG Caravan: 1.500 Kilo­gramm
  • Leergewicht Caravan: 1.300 Kilo­gramm

Das zGG des Wohnwagens entspricht der erlaubten Anhänge­last des Zug­fahr­zeugs. In diesem Fall dürfen Sie den Wohnwagen mit maxi­mal 200 Kilo­gramm beladen.

Beispiel 2:

  • Anhängelast Pkw: 1.500 Kilo­gramm
  • zGG Caravan: 1.200 Kilo­gramm
  • Leergewicht Caravan: 1.100 Kilo­gramm

Das zGG des Wohnwagens ist geringer als die maxi­male Anhänge­last des Pkw. Sie dürfen höchstens 100 Kilo­gramm zuladen, um die zulässige Gesamt­masse des Camping­anhängers nicht zu über­schreiten.

Für Gespanne über 3,5 Tonnen gelten andere Verkehrsregeln

Behalten Sie darüber hinaus die zulässige Gesamtmasse des Gespanns im Blick. Sie ergibt sich aus der Summe des zGG des Zug­fahrzeugs und des zGG des Anhängers. Über­schreitet das Gewicht des Wohn­wagen­gespanns die 3,5-Tonnen-Grenze, verändern sich einige Verkehrs­regeln. Zum Beispiel gilt dann auf Auto­bahnen ein Tempo­limit von 100 Kilometern pro Stunde. Gespanne über 3,5 Tonnen dürfen Sie zudem mit einer Pkw-Fahr­erlaubnis der Klasse B, die meist als Wohnmobil-Führerschein ausreicht, nicht mehr steuern. Für schwerere Ge­spanne, etwa ein Wohn­mobil mit Anhänger, ist der Zusatz­schlüssel B96 oder die Erweiterung BE im Führer­schein erforderlich.

Gut zu wissen: Fahrsicherheit
Illustration Info: Gut zu wissen

Packen Sie Ihr rollendes Zuhause zu voll, verändert sich das Fahrverhalten beim Beschleunigen, Abbremsen und in Kurven. Beispielsweise verlängert sich der Bremsweg, die Fahrstabilität leidet und der Camper gerät leichter ins Schlingern. Zu viel Gepäck an Bord strapaziert zudem die Reifen des Reise­gefährts. Sie verschleißen schneller und können im schlimmsten Fall platzen.

Die Konsequenz: Wenn Sie das Wohn­mobil überladen, erhöht sich das Unfallrisiko für Sie und Ihre Mitfahrer genauso wie für andere Verkehrs­teilnehmer. Und Sie gefährden Ihren Versicherungsschutz.

Illustration Info: Gut zu wissen
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Bußgelder

Jedes Land bestimmt selbst, ab welcher Gewichtsüberschreitung die Überladung von Wohnmobil oder Caravan Strafen nach sich zieht. Im Ausland drohen neben hohen Bußgeldern häufig Fahrverbote, wenn Sie mit zu voll gepacktem Mobil­heim in eine Verkehrskontrolle geraten. Wie tolerant die Polizei ist, hängt ebenfalls vom Reiseland ab. In Deutsch­land beispielsweise sieht der Buß­geld­katalog bei der Zuladung von Wohn­mobil und Co. eine Toleranz von fünf Prozent vor. In Österreich werden Sie bereits ab einer Überladung von mehr als zwei Prozent zur Kasse gebeten.

Generell gilt: Je höher Sie das zulässige Gesamtgewicht überschritten haben, desto höher fällt die Strafe aus. In der Bundesrepublik erwartet Fahrer bzw. Fahrzeughalter bei Über­ladung des Camping-Kfz zwar kein Fahrverbot. Abhängig von der Schwere des Verstoßes kommt neben einem Buß­geld­bescheid allerdings ein Punkt in Flensburg auf Sie zu.

Wichtig: Wer ein Wohn­wagen­gespann führt, muss neben zulässiger Gesamt­masse und Anhänge­last des Zug­fahr­zeugs auch das zGG des Caravans im Auge behalten. Mit welchen Strafen bei Überladung von Wohn­mobil (bis 7,5 Tonnen) oder Wohn­wagen (bis zwei Tonnen) zu rechnen ist, zeigt folgende Tabelle:

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Überladung Bußgeld Punkte
in Flensburg 

ab 5 % 10 € -
ab 10 % 30 € -
ab 20 % 95 € 1
ab 25 % 140 € 1
ab 30 % 235 € 1

 

Erstellen Sie eine Packliste für Wohnmobil oder Wohnwagen

Tipp, um Ihr mobiles Zuhause nicht zu überladen: Notieren Sie sich vor Reise­antritt, welche Dinge Sie mitnehmen möchten – und streichen Sie rigoros alle Gegenstände, auf die Sie verzichten können. Haben Sie vor Ort zum Beispiel die Möglichkeit Wäsche zu waschen, reicht eine Grundausstattung an Kleidung aus.

Grundsätzlich gilt: Laden Sie nur so viel Gepäck wie nötig in Ihr Zuhause auf Rädern – abhängig von der Anzahl der Mitfahrer und Dauer des Campingtrips. Verbringen Sie beispielsweise zwei Wochen auf einem gut ausgestatteten Campingplatz in Deutschland, benötigen Sie deutlich weniger Vorräte und Ausrüstung als bei einem einmonatigen Roadtrip durch Osteuropa.

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Versicherungsschutz

Um Ihr Mobilheim im Straßenverkehr und auf Campingplätzen abzusichern, ist eine Wohnmobil­versicherung unverzichtbar. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung für Ihr Reisemobil. Sie kommt für Schäden auf, die Sie anderen Verkehrs­teilnehmern mit dem Kfz zufügen. Eine Wohn­mobil­ver­sicherung mit Teilkasko sichert das Campingfahrzeug umfassend ab, wenn es beispielsweise durch Diebstahl, Brand, Hagel oder Marderbiss zu Schaden kommt. Die Vollkasko greift auch bei selbst verschuldeten Unfällen und Vandalismus.

Steuern Sie ein Wohnmobil mit An­hänger, schließen Sie zusätzlich eine Anhängerversicherung ab. Eine Kfz-Haftpflicht ist für alle Anhänger ob­li­ga­to­risch, die im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden. Von der Ver­sicherungs­pflicht ausgenommen sind nur Spezial- und Boots­anhänger. Eine Vollkasko oder Teilkasko für Anhänger ist freiwillig, aber empfehlenswert. Die Teil­kasko übernimmt zum Beispiel Schäden durch Hagel, Sturm oder Zusammen­stöße mit Tieren. Die Voll­kasko springt zusätzlich bei selbst verschuldeten Unfällen und Vandalismus­schäden ein.

Besitzen Sie einen Caravan, schließen Sie eine Wohnwagenversicherung ab. Der Schutz greift auch, wenn Ihr mobiles Heim nicht mit dem Zugfahrzeug verbunden ist. Erweitern Sie die Kfz-Haftpflicht freiwillig um Teilkasko oder Vollkasko, ist der Wohn­wagen unter anderem bei Un­wetter, Brand und Einbruch­schäden abgesichert.

Wer Wohnmobil oder Wohn­wagen überlädt, riskiert seinen Versicherungs­schutz

Ein überladenes Reisemobil stellt im Straßenverkehr ein erhebliches Sicher­heits­risiko dar und kann schwere Unfälle verursachen. Das hat Konsequenzen für die Kfz-Versicherung: Besteht der Verdacht, dass die Unfallursache auf eine Überladung des Camping­fahrzeugs zurückzuführen ist, kann der Versicherer die Schadens­begleichung verweigern.

Ein Beispiel: Weil Sie das zulässige Gesamt­gewicht Ihres Caravans überschritten haben, gerät er auf der Autobahn ins Schlingern. In der Folge können Sie das Fahrzeug­gespann nicht mehr kontrollieren und kollidieren mit der Leitplanke. In diesem Fall kann sich Ihre Kasko­versicherung weigern, den Unfall­schaden zu übernehmen.

Auch bei Campervan und Co. kann es im Schadensfall zu Problemen mit der Ver­sicherung kommen, wenn das Fahr­zeug nachweislich überladen war. Im Zweifel entscheidet ein Gericht, ob die Über­ladung als Unfall­ursache zu werten ist – und ob Sie den Schaden komplett aus eigener Tasche zahlen.

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