Die neue Typklassenstatistik des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) für 2026 ist da. Rund 33.000 Autos hat der GDV neu evaluiert. Für knapp sechs Millionen Autofahrende steigen die Typklassen 2026, für 4,5 Millionen Fahrer:innen sinken sie. Die neue Typklassen-Einstufung wirkt sich auf deren Kfz-Versicherungsbeitrag aus. Bei 75 Prozent aller Autos bleibt die Einstufung allerdings gleich. Große Sprünge um mehr als eine Typklasse nach oben oder unten machen nur wenige Modelle. Ob Ihr Versicherungsbeitrag steigt oder sinkt, entscheidet außerdem nicht die Typklasse allein.
Neue Typklassen 2026: Steigt Ihr Versicherungsbeitrag?
Ein Beispiel für eine verbesserte Einstufung ist zum Beispiel der BMW iX1 xDrive 30 (Schlüsselnummer 0005/DIZ). Dessen Typklasse sank sowohl in der Kfz-Haftpflicht als auch in der Teilkasko um zwei Stufen. Sogar in allen drei Kategorien verbesserte sich der Mercedes-Benz SLK 200 Roadster (1313/BSV): In Kfz-Haftpflicht und Teilkasko um je eine Stufe, in der Vollkasko sogar um zwei Stufen.
In der Typklassenklassifizierung abgestiegen sind dafür Modelle wie der Škoda Karoq 1.6 TDI (8004/ASP). Das SUV wanderte in allen drei Kategorien um eine Stufe nach oben. Noch härter traf es den Toyota Yaris Cross Hybrid 1.5 (7104/AAE): Seine Haftpflicht-Typklasse verschlechterte sich um einen Punkt, seine Teil- und Vollkasko-Einstufung sogar um je zwei Punkte.
Tabelle: Neue Kfz-Typklassen 2026 beliebter Automarken
Die folgende Tabelle zeigt Ihnen beispielhaft, wie sich die GDV-Typklassen 2026 von Modellen beliebter Automarken verändert haben:
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|
Modell
|
HSN/TSN
|
Kfz-Haftpflicht
|
Teilkasko
|
Vollkasko
|
|---|---|---|---|---|
| Fiat 500 1.2 | 4136/AJB | 13 (-) | 12 (-) | 14 (-2) |
| Opel Corsa D 1.4 | 0035/AFR | 15 (-) | 11 (-) | 13 (-) |
| Ford Focus ST 2.3 | 8566/BQZ | 16 (-2) | 21 (-1) | 25 (-) |
| Renault Clio 1.3 | 3333/BLP | 18 (-2) | 20 (-) | 21 (-) |
| Toyota Yaris Cross Hybrid 1.5 | 7104/AAE | 16 (+1) | 20 (+2) | 24 (+2) |
| BMW iX1 xDrive 30 | 0005/DIZ | 14 (-2) | 21 (-2) | 23 (-) |
| Mercedes SLK 200 Roadster | 1313/BSV | 12 (-1) | 16 (-1) | 17 (-2) |
| VW Touareg 3.0 TDI | 0603/CGK | 22 (+2) | 26 (-) | 27 (+1) |
| Škoda Karoq 1.6 TDI | 8004/ASP | 14 (+1) | 18 (+1) | 22 (+1) |
So funktioniert die Typklassenstatistik des GDV
Für eine faire Einstufung in die Kfz-Versicherung analysiert der GDV jedes Jahr die Unfallbilanz von rund 33.000 in Deutschland zugelassenen Fahrzeugmodellen. Die sogenannte Typklassenstatistik berücksichtigt die Schadenhäufigkeit und -höhe der Jahre 2022 bis 2024.
Je weniger Schäden ein Modell im Schnitt verursacht, desto niedriger fällt seine Typklasse aus – und umgekehrt. Das wirkt sich auf die Berechnung der Beitragshöhe in der Kfz-Versicherung aus. Allerdings ist sie nur ein Teil der Berechnung: Weitere Faktoren wie Regionalklasse, Fahrleistung oder Schadenfreiheitsklasse spielen ebenso eine Rolle. Auch die anhaltend steigenden Reparaturkosten beeinflussen die Prämie. Diese führten zuletzt zu hohen Verlusten bei den Versicherern.
Die Einstufung von Fahrzeugen in Typklassen variiert je nach Typschlüsselnummer (HSN/TSN) und Versicherungsart:
- In der Kfz-Haftpflicht gibt es 16 Klassen (10–25), basierend auf Schäden, die Dritten bei Unfällen entstanden sind.
- Für die Teilkasko werden 24 Klassen (10–33) vergeben, die sich an den gemeldeten Teilkaskoschäden bemessen.
- Die Vollkaskoversicherung nutzt 25 Klassen (10–34) und berücksichtigt dabei sowohl selbst verursachte Schäden am eigenen Auto als auch Teilkaskoschäden wie Diebstahl, Glasbruch oder Naturereignisse.
Die vom GDV ermittelte Typklasseneinteilung ist für Versicherer nicht bindend. Versicherungsunternehmen können sie bei neuen Verträgen ab sofort, bei bestehenden Verträgen ab dem kommenden Versicherungsjahr nutzen.
Ab wann gelten die neuen Typklassen?
Die neuen Typklassen gelten ab dem Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung – für das Jahr 2026 also seit dem 9. September 2025. Das bedeutet: Wenn Sie jetzt ein Fahrzeug neu versichern, kommt bereits das aktualisierte Typklassenverzeichnis zur Anwendung.
Bei bestehenden Verträgen wird die Typklasse jedoch erst zur Hauptfälligkeit angepasst – in der Regel ist das der 1. Januar des folgenden Jahres.
Führt die neue Typklasse zu einem höheren Beitrag, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Sie können dann vorzeitig Ihre Kfz-Versicherung kündigen und zu einem anderen Anbieter wechseln.