Private Krankenversicherung: Kur und Kuraufenthalt

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Private Krankenversicherung (PKV) ist bei Kuren und Reha-Maßnahmen grundsätzlich nicht in der Leistungspflicht. Das unterscheidet sie von der Gesetzlichen Krankenversicherung.
  • Ihre PKV ist nur dann leistungspflichtig, wenn Kuren und Reha-Maßnahmen in der Vollversicherung integriert oder über eine Zusatzversicherung extra abgesichert sind.
  • Als Versicherter können Sie eine Kostenübernahme jedoch gut über eine solche Voll- und Zusatzversicherung abdecken – mit unterschiedlichen Leistungen in vielen möglichen Tarifen.
  • Auch als gesetzlich Versicherter lohnt sich eine Zusatzversicherung für Kurmaßnahmen: Sie sparen sich damit den Eigenanteil pro Kurtag.
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Voraussetzungen, Bewilligung & Zuschüsse 
Nach Jahren im Berufsleben ist eine Auszeit manchmal unverzichtbar, um neue Energie zu schöpfen und Körper und Seele zu entspannen. Ein Kuraufenthalt ist für die meisten Bundesbürger attraktiv und wird wenigstens einmal im Laufe des Arbeitslebens genutzt.
 
Damit Sie Ihren Kuraufenthalt nicht komplett aus eigener Tasche zahlen, ist eine Bezuschussung durch die private Krankenversicherung oder die gesetzliche Krankenkasse denkbar. Wir zeigen Ihnen, welche Kosten auf Sie zukommen und welche Voraussetzungen für einen Zuschuss in beiden Systemen zu erfüllen sind.

 

Grundsätzliches zur Kostenübernahme von Kuren

Anders als bei der gesetzlichen Krankenkasse haben Sie keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Zuschuss durch die private Krankenversicherung, wenn Sie in Kur gehen möchten. Diese Regelung gilt neben Kuren auch für klassische Reha-Maßnahmen ohne Kuraufenthalt. Allerdings bieten PKV-Versicherer den Zuschuss für Kuren in leistungsstarken Tarifen.

Überlegen Sie deshalb beim Abschluss eines Volltarifs der privaten Krankenversicherung, ob eine Kurbehandlung als Leistungsbaustein für Sie in Frage kommt – und ob Sie dafür ein paar Euro mehr an Beitrag zahlen möchten.

Unter welchen Voraussetzungen werden Kosten übernommen?

Damit die private Krankenversicherung die Kosten einer Kur erstattet, wird zunächst geprüft, welche Kosten ein Sozialversicherungsträger übernimmt. Zu einer Kostenübernahme durch den SV-Träger kommt es in folgenden Fällen:

  • Sie sind als Versicherter aufgrund eines Unfalls im Berufsleben oder einer Berufskrankheit auf Kur oder Reha angewiesen und zugleich Mitglied einer Berufsgenossenschaft.
  • Ihre Kur oder Reha ist nach einem Unfall in der Freizeit medizinisch notwendig und Sie haben Versicherungsschutz über eine gesetzliche Unfallversicherung.
  • Die Deutsche Rentenversicherung Bund ist als Ihr Sozialversicherungsträger zuständig, da Sie als Versicherter Beiträge ins gesetzliche System eingezahlt haben und die Kur Ihre Arbeitsfähigkeit fördert.
  • Nur wenn Sie als Selbstständiger freiwillige Beiträge in die Deutsche Rentenversicherung einzahlen, haben Sie unter bestimmten Umständen Anspruch auf Reha- und Kurmaßnahmen.
  • Sie sind als Beamter beihilfeberechtigt und erhalten über Ihren Dienstherren unter bestimmten Voraussetzungen anteilig die Kostenübernahme entsprechend Ihres Beihilfebemessungssatzes.

Es liegt keiner der genannten Fälle vor oder die Beihilfe erstattet nur anteilig die Kosten? Dann kommt die (Rest)Kostenübernahme durch eine private Voll- oder Zusatzversicherung in FrageJedoch hängt es wesentlich von Ihrer Tarifwahl ab, welche Arten von Kuren abgesichert sind: zum Beispiel Behandlungen im ambulanten Bereich; Mutter-Kind-Kuren sind beispielsweise nicht in jedem Tarif enthalten.

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Kurtagegeld & Kurkosten

Die Premiumtarife der privaten Krankenversicherer bieten mehr oder weniger starke Leistungen für Kuraufenthalte. Bei vielen Versicherungsgesellschaften ist zudem eine flexible Leistungswahl möglich. So können Sie beispielsweise einen Tarif mit Standardversorgung bzw. Standardschutz wählen, den Sie gezielt um ein Leistungselement für einen potenziellen Kuraufenthalt ergänzen.

Neben der Möglichkeit der Kostenübernahme für Kuren durch den PKV-Tarif (soweit für Sie als privat Vollversicherter vereinbart) gibt es unterschiedliche ErgänzungstarifeDie beiden wichtigsten Leistungsmodelle für solche Zusatzversicherungen sind:

  • Kurtagegeldversicherung: Für jeden Tag Ihres Kuraufenthaltes zahlt Ihnen Ihr Versicherer einen Tagessatz in Euro aus. Maximal werden dabei die nachweislich entstandenen Kosten erstattet.
  • Kurkostenversicherung: Bei dieser Tarifart ist der Zuschuss nicht an die Anzahl Ihrer Kurtage gekoppelt. Stattdessen ist im Vertrag ein Höchstsatz festgelegt, den Sie pro Kuraufenthalt für die nachweislich entstandenen Kosten verwenden können. 
Gut zu wissen
Achten Sie im Wortlaut Ihres PKV-Tarifs darauf, welche Kosten- und Behandlungsarten im Detail abgesichert sind. Folgende drei Formulierungen sind üblich und werden in Voll- oder Zusatzverträgen verwendet:
 
  • Nicht jeder Kurtarif der privaten Krankenversicherung umfasst alle genannten Formulierungen. Umso wichtiger ist, Ihren Versicherungsvertrag auf Ihre individuell gewünschten Leistungen zu prüfen und zu ergänzen. So gewinnen Sie Sicherheit für eine Kostenübernahme für Leistungen, die über den klassischen Kuraufenthalt hinaus gehen.
Kur beantragen - So funktioniert's
Wichtigste Voraussetzung für die Inanspruchnahme einer Kostenübernahme für Kur oder Reha ist die medizinische Notwendigkeit. Ist sie gegeben und durch einen Arztbesuch bestätigt, müssen Sie den Antrag für Kur oder Reha im ersten Schritt i. d. R. beim Deutschen Rentenversicherungsträger für eine Kostenübernahme einreichen. Lehnt dieser ab, lassen Sie Ihren Antrag über Ihre Krankenversicherung prüfen.  
 
Sollten die Leistungen ganz oder teilweise von der Deutschen Rentenversicherung abgelehnt werden, haben Sie die Möglichkeit, diese über eine bereits bestehende private Kurkostenzusatzversicherung abzurechnen.  Sofern diese Leistung in Ihrer privaten Vollversicherung integriert ist, können Sie die Kosten dann im tariflich abgesicherten Umfang abrechnen.
Kosten für dreiwöchigen Kuraufenthalt

Die konkreten Kosten für einen Kuraufenthalt hängen natürlich von der jeweiligen Kurklinik ab. Neben den medizinischen Behandlungen zahlen Sie hier Ihren täglichen Anteil für Unterbringung und Verpflegung. Grob liegt die Spanne bei deutschen Kurkliniken dafür zwischen 75 und 150 Euro pro Tag. 

Ausgehend von 120 Euro Durchschnittskosten und einer gängigen Aufenthaltsdauer von drei Wochen fallen Gesamtkosten von 2.520 Euro für Ihren Kururlaub an.

Sofern Sie die Kurkosten nicht über einen oben genannten Versorgungsträger abwickeln oder einen Zuschuss erhalten, sollte Ihr PKV-Tarif die genannten Tageskosten ganz oder größtenteils abdecken. Vor allem Tarife im Bereich Kurtagegeld decken ein breites Spektrum zwischen 40 Euro bis zu 150 Euro pro Tag ab. Leistungshöhe und Beitrag hängen natürlich zusammen und machen einen ausführlichen Preis-Leistungs-Vergleich sinnvoll.

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Wann ist eine Zusatzversicherung für gesetzlich Versicherte sinnvoll?
Vorschlag gesetzliche Krankenkasse

Als gesetzlich Versicherter profitieren Sie bei der Kostenübernahme vom gesetzlichen Versicherungssystem. Hier zahlen Sie für Kuraufenthalte von maximal 42 Kalendertagen pro Jahr einen Zuschuss von zehn Euro pro Kurtag. Gleiches gilt, wenn Sie ambulante oder stationäre Reha-Maßnahmen in Anspruch nehmen. Für sie gibt es keine zeitlichen Einschränkungen.

Wenn Sie diese Kosten (Zuschuss) nicht privat zahlen möchten, ist eine Zusatzversicherung der PKV sinnvoll. Mit einem speziellen Tarif deckt Ihre private Versicherung beispielsweise die Kosten jenes Zuschusses ab, den Sie andernfalls selbst tragen müssten. Wenn Sie neben der Kostenerstattung Zusatzleistungen haben möchten, beispielsweise ein Tagegeld zur freien Verfügung am Aufenthaltsort, können Sie das über einen leistungsstärkeren Tarif ebenfalls ermöglichen.

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