- Die Hauptuntersuchung, kurz HU oder TÜV, ist für Motorräder alle zwei Jahre fällig. Wann der nächste HU-Termin ansteht, steht in den Fahrzeugpapieren und auf der TÜV-Plakette am Motorradkennzeichen.
- Die Kosten für die HU-Motorrad liegen zwischen 75 und 98 Euro. Sie variieren je nach Bundesland und Prüfstelle.
- Ist der Motorrad-TÜV abgelaufen, riskieren Sie bei einer Verkehrskontrolle 15 bis 65 Euro Bußgeld und ggf. einen Punkt in Flensburg. Je länger Sie die HU überziehen, desto höher fällt die Strafe aus.
- Nehmen Sie Umbauten oder Tuning an Ihrem Motorrad vor, benötigen Sie unter Umständen eine Einzelabnahme. TÜV und andere amtlich anerkannte Prüfstellen stellen hierfür ein spezielles Gutachten aus.
TÜV Motorrad: HU-Kosten und Fristen im Überblick
Aktuelles: HU fällig für Zweiräder mit blauer TÜV-Plakette
+++ Seit 1. Januar 2026 dürfen nur noch Zweiräder mit blauer, brauner, gelber oder rosa Plakette unterwegs sein +++ Krafträder mit blauer Plakette müssen 2026 zur Abgas- & Hauptuntersuchung +++ Bußgeld vermeiden & richtig absichern +++ Allianz zahlt auch bei überzogenem TÜV +++
TÜV Motorrad: Kurz erklärt
Prüfintervall und -stelle: Wie oft und wo muss mein Motorrad zur HU?
Wenn Sie in Deutschland ein neues Motorrad anmelden, ist die erste Hauptuntersuchung, umgangssprachlich HU oder TÜV genannt, nach 24 Monaten fällig. Im Unterschied zu einem neuen Pkw muss ein neues Motorrad also nicht erst nach drei Jahren das erste Mal zum TÜV, sondern schon nach zwei Jahren. Auch danach sind Biker:innen verpflichtet, ihr Kraftrad alle zwei Jahre zum TÜV zu bringen.
Die Motorrad-HU führen anerkannte Prüforganisationen wie Technischer Überwachungsverein (TÜV), Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein (DEKRA) oder Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) durch.
Wie hoch sind die TÜV-Motorrad-Kosten?
Die Hauptuntersuchung-Motorrad kostet inklusive Abgasuntersuchung (kurz: AU-Motorrad oder AUK) zwischen 75 und 98 Euro. Je nachdem, in welchem Bundesland und bei welcher Prüfstelle Sie Ihr Bike zum TÜV bringen, können Kosten geringfügig abweichen. Wie viel die Motorrad-HU bei verschiedenen Prüfzentren kostet, zeigt folgende Tabelle beispielhaft für das Bundesland Bayern (Stand: Januar 2026):
Wischen um mehr anzuzeigen
| Prüfstelle | TÜV Motorrad: Kosten (ohne AU-Motorrad) in Bayern | TÜV Motorrad: Kosten (inkl. AU-Motorrad) in Bayern |
| TÜV Süd | 47,40 € | 75,10 € |
| TÜV Nord | 64,50 € | 93 € |
| GTÜ | 67 € | 98 € |
| DEKRA | auf Anfrage bei der gewünschten Prüfstelle | auf Anfrage bei der gewünschten Prüfstelle |
TÜV-Gebühren: Motorrad ist günstiger als Pkw
Hauptuntersuchung Motorrad: Welche Vorgaben und Fristen sind zu beachten?
Für welche Krafträder ist HU Motorrad verpflichtend?
TÜV überziehen: Was passiert, wenn der Motorrad-TÜV abgelaufen ist?
Wenn Sie den Motorrad-TÜV überziehen, riskieren Sie 15 bis 60 Euro Bußgeld und ggf. einen Punkt in Flensburg. Denn: Als Fahrzeughalter:in sind Sie verpflichtet, Ihr Kfz regelmäßig zur Hauptuntersuchung inklusive Abgasuntersuchung zu bringen. Wer die gesetzlich vorgeschriebene HU-Frist mehr als zwei Monate versäumt, nimmt in Kauf, dass sein Fahrzeug aufgrund technischer Mängel andere Verkehrsteilnehmer:innen gefährdet. Je länger Sie die Frist überschreiten, desto höher das Strafmaß – egal, ob Motorrad, Pkw oder Anhänger.
Achtung: Der TÜV Ihres Motorrads ist abgelaufen, Sie sind das Motorrad aber nicht gefahren. Haben Sie das Motorrad aber auch nicht abgemeldet und gelangen in eine Verkehrskontrolle, zahlen Sie trotzdem ein Bußgeld. Egal, ob Ihr Kfz auf Privatgrund steht oder Sie mit abgelaufener Plakette zum TÜV fahren: Eine überzogene HU-Frist zieht immer ein Bußgeld nach sich. Wissen Sie bereits, dass Sie Ihr Motorrad länger nicht fahren werden, melden Sie es ab oder holen Sie sich ein Saisonkennzeichen.
Welche Sanktionen der Bußgeldkatalog vorsieht, wenn die Motorrad-HU abgelaufen ist und Sie in eine Verkehrskontrolle geraten, zeigt folgende Tabelle:
Tabelle: Bußgelder laut Bußgeldkatalog für überzogene Motorrad HU
Wischen um mehr anzuzeigen
| Verstoß / Fristüberschreitungen | Sanktion |
| TÜV Motorrad 2 bis 4 Monate überzogen | 15 € Bußgeld |
| TÜV Motorrad 4 bis 8 Monate überzogen | 25 € Bußgeld |
| TÜV Motorrad mehr als 8 Monate überzogen | 60 € Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg |
TÜV abgelaufen: Bin ich versichert?
Was tun, wenn das Motorrad den TÜV nicht besteht?
Ablauf nach nicht bestandener Motorrad-HU
Beanstandet die Prüfstelle bei der Hauptuntersuchung technische Mängel an Ihrem Motorrad, erhalten Sie keine neue Plakette. Folgende Schritte sind in diesem Fall einzuleiten:
- Die Schäden an der Maschine sind innerhalb eines Monats zu beheben.
- Während dieses Zeitraums besteht kein grundsätzliches Fahrverbot. Sie dürfen Ihr Bike weiterhin im Straßenverkehr bewegen.
- Spätestens einen Monat nach der nicht bestandenen HU bringen Sie die reparierte Maschine sowie den Prüfbericht der ersten Motorrad-Hauptuntersuchung zur Nachuntersuchung erneut zur Prüfstelle. Dieser "Zweit-Check" kostet je nach Anbieter bis zu 35 Euro. Der TÜV Süd beispielsweise veranschlagt für die Nachuntersuchung einzelner Fahrzeuge maximal zwei Drittel der regulären TÜV-Gebühren.
- Überziehen Sie die Frist, ist erneut eine vollumfängliche Hauptuntersuchung fällig (Kosten inklusive AUK: ca. 90 Euro). Zusätzlich zahlen Sie rund 40 Euro Verwarngeld.
Einzelabnahme TÜV: Wann ist sie beim Motorrad erforderlich?
Ablauf und Kosten einer TÜV-Einzelabnahme
Rüsten Sie Ihr Bike mit Tuning- oder Anbauteilen nach, für die keine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder vergleichbare Prüfzeugnisse vorliegen, benötigt das umgebaute Motorrad eine Einzelabnahme. So läuft der Prozess ab:
- TÜV, DEKRA und andere amtlich anerkannte Prüforganisationen kontrollieren, ob Ihr umgebautes Bike alle technischen Voraussetzungen für die Teilnahme am Straßenverkehr erfüllt.
- Das Prüfergebnis hält der oder die Sachverständige in einem Gutachten fest.
- Nur mit einem positiven Gutachten kann Ihnen das Straßenverkehrsamt (STVA) eine Einzelbetriebserlaubnis für das getunte oder umgebaute Motorrad erteilen, mit dem Sie die Maschine zulassen können.
Die Kosten für die Einzelabnahme können stark variieren. Grundsätzlich gilt: je aufwendiger die technische Prüfung, desto teurer das Gutachten. Die Vollabnahme einer Motorrad-Einzelanfertigung zum Beispiel ist umfassender und daher kostenintensiver als der Check einzelner Tuningmaßnahmen.
Neben Einzelabnahme-TÜV-Kosten fallen zusätzliche Gebühren für die Eintragung der baulichen Veränderungen in den Fahrzeugpapieren an (Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II bzw. Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief). Je nach Aufwand zahlen Sie bei der Kfz-Zulassungsbehörde hierfür bis zu 65 Euro.
Checkliste: Wie bereite ich mein Motorrad auf den TÜV vor?
Darauf achtet der TÜV: Motorrad-Bauteile und Funktionen
Bei der Hauptuntersuchung prüfen Sachverständige von TÜV, GTÜ und anderen Prüforganisationen alle Bauteile und Funktionen Ihres Motorrads, die für Verkehrssicherheit sorgen. TÜV-Motorrad-Expert:innen unterziehen alle relevanten Baugruppen einer Sichtprüfung. Zur HU gehört auch eine Probefahrt. Dabei testet der Prüfer oder die Prüferin unter anderem Lenk- und Bremsfunktion des Bikes und vergewissert sich, dass elektronische Sicherheitsassistenten wie das Antiblockiersystem (ABS) einwandfrei funktionieren.
Nehmen Sie sich deshalb vor dem HU-Termin Zeit für eine gründliche Reinigung und Wartung Ihrer Maschine. Kontrollieren Sie Ihr Motorrad auf optische Mängel sowie feuchte Stellen (eventueller Wasserschaden). Prüfen Sie bei einer Testfahrt Lenkung, Bremsanlage und wichtige Sicherheitsfunktionen.
TÜV-Kriterien im Überblick
Der technische Check beim TÜV beinhaltet unter anderem folgende Kriterien:
- Allgemeiner Fahrzeugzustand, z. B.: Ist die Fahrzeugidentifikationsnummer (Fahrgestellnummer) gut lesbar? Stimmt sie mit den Angaben in den Fahrzeugdokumenten überein?
- Beleuchtung, z. B.: Funktionieren sämtliche Scheinwerfer und Kontrollleuchten am Motorrad einwandfrei? Sind die Bremslichtschalter richtig eingestellt?
- Elektrische Ausrüstung, z. B.: Ist die Batterie ausreichend befestigt und in gutem Zustand? Sind die elektrischen Leitungen scheuerfrei verlegt und unbeschädigt?
- Räder und Reifen, z. B.: Weisen die Motorradreifen Beulen, Risse oder Einschnitte auf? Entspricht das Reifenprofil der vorgeschriebenen Mindestprofiltiefe (1,0 Millimeter bei Leichtkrafträdern bzw. 1,6 Millimeter bei allen anderen Motorrädern)?
- Antrieb, Fahrwerk, Rahmen und Anbauteile, z. B.: Ist die Auspuffanlage richtig befestigt, unbeschädigt und rostfrei? Ist die Fahrstellung von Seiten- und Hauptständer gesichert?
- Lenkung, z. B.: Sitzen die Lenkgriffe fest? Ist die Lenkung frei und bei jedem Einschlag leichtgängig?
- Bremsen, z. B.: Weisen Bauteile der Bremsanlage (Hebel, Leitungen, Schläuche, Gestänge, Beläge, Scheiben, Trommeln) Mängel auf? Stimmt der Bremsflüssigkeitsstand?
Tipp: Detaillierte Checklisten zum Herunterladen finden Sie online unter anderem auf den Webseiten von TÜV Süd und GTÜ.
Häufige Fragen zum Motorrad-TÜV
Wie lange dauert die Hauptuntersuchung bei Motorrädern?
Welche Unterlagen muss ich für den TÜV meines Motorrads dabeihaben?
Für den TÜV Ihres Motorrads sollten Sie folgende Fahrzeugdokumente mitbringen:
Ein Personalausweis oder Reisepass mit amtlicher Meldebescheinigung ist für Haupt- und Abgasuntersuchung des Motorrads nicht erforderlich.
Kommt mein Motorrad mit abgefahrenen Reifen durch den TÜV?
Nein. Sind die Reifen so abgefahren, dass sie nicht mehr die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe aufweisen, kommt das Kraftrad nicht durch den TÜV. Damit Ihr Bike eine neue TÜV-Plakette erhält, ziehen Sie neue Reifen auf und bringen es innerhalb eines Monats zur Nachuntersuchung.
Tipp: Besonders bei Allwetterreifen ist es ratsam, regelmäßig die Profiltiefe zu kontrollieren.
Ist eine Abgasuntersuchung beim Motorrad Pflicht?
Vollabnahme Motorrad – wann erforderlich?
Ein Vollgutachten nach § 21 Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) ist für Krafträder nur in Ausnahmefällen erforderlich. Wer beispielsweise ein Motorrad aus dem Nicht-EU-Ausland importiert und in Deutschland zulassen möchte, benötigt eine Vollabnahme. Motorrad-Fabrikate, die keine deutsche ABE oder EG-Typgenehmigung besitzen, fallen darunter.
Erforderlich ist eine Vollabnahme auch, wenn Sie Ihre Maschine nach Stilllegung von mehr als sieben Jahren wieder zulassen möchten. Voraussetzung für die erneute Anmeldung ist, dass Sachverständige von zum Beispiel TÜV oder DEKRA Ihnen per Vollgutachten bescheinigen, dass technischer Zustand und Verkehrssicherheit den Vorschriften entsprechen.
Tipp: Wenn Sie ein Motorrad privat kaufen, achten Sie darauf, dass solche Angaben in Ihrem Motorrad-Kaufvertrag mit aufgenommen sind.
Erlaubt der TÜV, das Motorradheck zu kürzen?
Beeinflussen Motorradführerschein oder Versicherungsart die HU-Frist?
Mo bis Sa 8-20 Uhr
Ermitteln Sie Ihren individuellen Beitrag zur Motorrad-Versicherung.