- Die Sicherheit von Elektroautos entspricht den Standards regulärer Verbrennerfahrzeuge. Crashtests belegen das hohe Sicherheitsniveau vollelektrischer Pkw bei einem Unfall.
- Die Brandgefahr bei Elektroautos ist sehr gering. Aber: Entzündet sich der Lithium-Ionen-Akku zum Beispiel durch einen technischen Defekt, ist das Feuer komplizierter zu löschen als bei einem Verbrenner.
- Am häufigsten treten Schäden am Akku auf, dem empfindlichsten und teuersten Bauteil eines E-Pkw. Aber auch Wechselrichter, Bordladegerät und E-Motor können bei Elektroautos Probleme verursachen.
- Hacker:innen können E-Auto-Ladesäulen manipulieren und auf Ihre Kosten Strom tanken. Wer öffentliche Ladestationen nutzt, sollte deshalb seine Ladekarte im Blick behalten und die Lademenge notieren.
Sicherheit bei Elektroautos: Wie gefährlich sind E-Autos wirklich?
Wie sicher sind Elektroautos?
Sind E-Autos so sicher wie Verbrenner?
E-Auto-Sicherheit im Crashtest
Bei Unfallsimulationen des European New Car Assessment Programme (Euro NCAP) erzielten getestete E-Auto-Modelle Bestnoten. Die Maximalwertung von fünf Sternen vergab die europäische Crashtest-Organisation unter anderem für Mercedes-Benz CLA, Tesla Model 3, Polestar 3, smart #5 und MINI Cooper E. Im Crashtest des Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) schnitten 2025 unter anderem Hyundai Ioniq 6, Audi Q6 e-tron, Tesla Model Y, Volvo EX90 und Ford Mustang Mach E4 mit der höchsten Auszeichnung "Top Safety Pick+" ab.
Zu ähnlichen Ergebnissen gelangte 2019 der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein (DEKRA) bei einem Crashtest in Kooperation mit der Universität Göttingen. Bei Kollision mit einem Pfahl entsprachen die Schadenbilder bei Renault Zoe und Nissan Leaf denen vergleichbarer Verbrennerfahrzeuge. Die Aufprallgeschwindigkeit lag bei bis zu 84 km/h. Zum Vergleich: Bei Euro-NCAP-Crashtests beträgt die Maximalgeschwindigkeit 64 km/h.
Crashtests belegen hohe E-Auto-Sicherheit
Elektroauto-Sicherheit: Häufige Probleme
Bei vollelektrischen Fahrzeugen sind Elektromotor, Wechselrichter, Bordladegerät und Elektroauto-Batterie am häufigsten von Defekten betroffen. Im Vergleich zu Benziner, Dieselfahrzeug oder Erdgas-Auto hat ein E-Auto aber weniger Bauteile, die anfällig für Schäden sind. Das bedeutet weniger Reparatur- und Wartungsaufwand.
Wichtig: Überlassen Sie E-Auto-Schäden immer einem Profi. Halten Sie sich vor allem von Hochvoltleitungen und orangefarbenen Kabeln fern. Reparaturversuche auf eigene Faust können bei einem Elektroauto gefährlich sein.
Elektroauto-Batterie: Schaden ist teuer
Der Lithium-Ionen-Akku ist das empfindlichste und teuerste Bauteil eines E-Autos. Beim Bau elektrischer Fahrzeuge steht die Sicherheit der Elektroauto-Batterie deshalb im Vordergrund. Hersteller verstärken die Energiespeicher mit einem stabilen Rahmen, der sie bei Unfällen schützt.
Selten passiert es auch ohne Kollision, dass wegen eines technischen Defekts ein Akku-Austausch nötig ist. Innerhalb des Garantiezeitraums sind Hersteller verpflichtet, eine neue Batterie zur Verfügung zu stellen oder bei Neukauf Rabatt zu gewähren. Kommt die E-Auto-Batterie nach Ablauf der Garantie bei einem Elektroauto-Unfall zu Schaden, erstatten die meisten Kaskoversicherungen einen Teil der Wiederbeschaffungskosten. Sollten Sie hingegen eine E-Auto Batterie mieten, gelten die Bedingungen aus dem Mietvertrag des Autoherstellers.
Wie hoch ist bei Elektroautos die Brandgefahr?
E-Auto-Brände sind komplizierter zu löschen
Verformt sich der Lithium-Ionen-Akku des E-Fahrzeugs bei einem Autounfall, können die Batteriezellen Feuer fangen. Ist der chemische Prozess im Inneren des Akkus einmal in Gang gesetzt, springt er von einer Zelle auf die nächste über ("Thermal Runaway"). Nur intensives Kühlen mir großen Wassermengen kann einen Elektroauto-Brand stoppen.
Trotzdem besteht bei einem brennenden Elektroauto keine Explosionsgefahr. Denn bei E-Autos sind alle elektrischen Komponenten eigensicher ausgelegt. Das heißt: Bei Kollision oder Defekt wird der Stromfluss unterbrochen. Das Hochvoltsystem des E-Fahrzeugs schaltet sich innerhalb von Millisekunden automatisch ab. So kann sich die E-Auto-Batterie nicht entzünden. Zusätzlich ist der Akku von außen mehrfach geschützt. Auch das Risiko, dass ein E-Auto während der Fahrt, im Stand oder beim Aufladen wegen eines technischen Defekts Feuer fängt (= Selbstentzündung), ist sehr gering.
Elektroauto-Brand: Was tun?
Bei E-Auto-Bränden gilt für Fahrer:innen und Passagiere und Passagierinnen:
- Verlassen Sie das Fahrzeug so schnell wie möglich.
- Verständigen Sie die Feuerwehr und weisen Sie darauf hin, dass es sich um ein Elektroauto handelt.
- Halten Sie sich vom brennenden Fahrzeug fern.
- Nähern Sie sich dem gelöschten E-Auto nicht, bevor die Feuerwehr es freigibt.
Dasselbe gilt, wenn ein Elektrofahrzeug in einer Tiefgarage brennt. Anders als unter freiem Himmel kann die Hitzeentwicklung die Statik des Gebäudes gefährden – insbesondere, wenn die Flammen auf umstehende Pkw überspringen. Die Garage oder das darüber befindliche Gebäude stürzen im schlimmsten Fall ein.
Brennender E-Auto-Akku kann sich erneut entzünden
Anders als bei Verbrennerfahrzeugen ist bei Elektroautos nicht mit bloßem Auge erkennbar, ob das Feuer ganz gelöscht ist. Bis zu 24 Stunden nach einem Elektroauto-Brand kann die Batterie abermals Feuer fangen. Denn wenn die Lithium-Ionen eine gewisse Temperatur erreicht haben, entzünden sie sich bei Kontakt mit Sauerstoff immer wieder von selbst. Die Feuerwehr prüft deshalb nach den Löscharbeiten per Wärmebildkamera, ob sich im E-Auto noch Hitze entwickelt.
Um erneutes Entzünden zu verhindern, werden verbrannte Elektroauto-Akkus bis zur Verschrottung oder Entsorgung in Wasser gelagert. Auch ausgebrannte E-Autos stellen Abschleppunternehmen getrennt von anderen Pkw oder in einem Wasserbecken ab. So greifen die Flammen nicht auf andere Fahrzeuge über, falls der Akku sich erneut entzündet.
E-Auto-Sicherheit in Werkstatt checken lassen
Bringen Sie Ihr Elektroauto nach Unfall oder Panne immer zur Inspektion. Mitarbeiter:innen einer auf E-Fahrzeuge spezialisierten Kfz-Werkstatt können beurteilen, ob Bauteile defekt oder beschädigt sind. Und, ob von dem Elektroauto Gefahren wegen eines defekten Akkus bzw. elektrischer Spannung ausgehen.
Erkundigen Sie sich vorab, ob die Werkstatt Fahrzeuge mit alternativen Antrieben annimmt. Das ist nicht immer der Fall. Denn um E-Autos zu reparieren, brauchen Kfz-Mechaniker:innen eine Weiterbildung und teures Zusatzequipment.
Viele Werkstätten bieten keine Reparatur- und Serviceleistungen für E-Autos an. In Vertragswerkstätten der E-Auto-Hersteller ist eine Instandsetzung dagegen meist problemlos möglich.
Elektroauto-Unfall: So verhalten Sie sich richtig
- Sichern Sie die Unfallstelle ab.
- Rufen Sie Rettungsdienst oder Polizei.
- Versorgen Sie Verletzte.
- Notieren Sie Kontaktdaten von Unfallbeteiligten und Zeugen.
- Melden Sie den Schaden Ihrer Kfz-Versicherung.
Wichtig: Weisen Sie die Einsatzkräfte darauf hin, dass ein E-Fahrzeug beschädigt ist. So können die Ersthelfer:innen am Unfallort mit gebotener Vorsicht prüfen, ob vom Elektroauto Gefahr durch elektrische Spannung ausgeht. Für Fahrer:innen des Unfallautos oder ersthelfende Personen gilt: Abstand vom E-Fahrzeug halten und die Pannenhilfe den Profis überlassen. Berühren Sie aus Versehen orangefarbene Kabel oder unter Strom stehende Fahrzeugteile, besteht Lebensgefahr.
Tipp: Elektroauto-Hersteller bieten Rettungskarten an. Das Dokument für Ihr E-Auto können Sie auf der Webseite der jeweiligen Automarke herunterladen, ausdrucken und zum Beispiel im Handschuhfach aufbewahren. Im Ernstfall zeigt die Karte den Rettungskräften, wo sie Ihr E-Fahrzeug gefahrlos öffnen können, ohne den Akku zu beschädigen.
Sie haben einen Schaden an Ihrem Auto, beispielsweise durch Hagel oder Wildunfall? Oder beschädigten ein anderes Fahrzeug? Ein Schadenfall ist nie angenehm. Wir helfen Ihnen gerne weiter – und tun alles, um die Abwicklung für Sie so simpel wie möglich zu machen.
Melden Sie Ihren Unfall ganz schnell und einfach über unser Allianz Online-Tool. Haben Sie die Produktlinien Komfort oder Premium abgeschlossen, erreichen Sie uns alternativ auch telefonisch unter der Allianz Schadenhotline 0800 11223344 (aus dem Ausland 00800 11223344).
Sonderfall: Zahlt die Kfz-Versicherung bei Elektroauto-Brand in Garage?
Ob Ihre Kfz-Versicherung bei einem Elektroauto-Brand greift, hängt von Ihrer Police ab. Fängt das E-Auto wegen eines technischen Defekts in der Garage an zu brennen, übernimmt die Kfz-Haftpflicht in der Regel alle Schäden am Gebäude und an anderen Fahrzeugen. Haben Sie zum Beispiel eine Tesla-Versicherung mit Vollkasko oder Teilkasko abgeschlossen, sind zusätzlich Schäden abgedeckt, die der Brand an Ihrem eigenen E-Auto verursacht.
Wichtig: Ihre Kfz-Haftpflicht leistet zum Beispiel, wenn sich die Batterie Ihres parkenden Elektrofahrzeugs selbst entzündet. Setzen Fremde den Pkw in der Garage in Brand, zahlt Ihre Kaskoversicherung zwar Beschädigungen an Ihrem Kfz. Schäden, die Ihr brennendes E-Auto an Garage oder angrenzenden Gebäuden verursacht, sind aber nicht abgedeckt. Elektroauto-Anhänger sind bei einem Brand meist nicht über die Kfz-Versicherung des Zugfahrzeugs versichert. Sie müssen dafür eine separate Anhängerversicherung abschließen.
Sonderfall: In vielen Tiefgaragen gibt es spezielle Parkplätze mit Ladevorrichtungen für E-Autos. Durch ladende Fahrzeuge besteht in der Garage zwar keine erhöhte Brandgefahr. Die E-Stellplätze sollten sich aber in einem brandschutztechnisch abgegrenzten Bereich befinden. Denn: Bei einem Brand ist es wichtig, dass schwer löschbare E-Autos genug Abstand zu anderen Pkw haben. Springt das Feuer auf sie über, entsteht im schlimmsten Fall ein Großbrand, der die Statik der Garage gefährden und Kosten in Millionenhöhe nach sich ziehen kann.
E-Auto-Brand: So schützt Sie die Allianz E-Auto-Versicherung
Ein Brand beschädigt oder zerstört Ihr vollelektrisches Fahrzeug? Mit der Allianz Elektroauto-Versicherung sind Sie rundum abgesichert:
- E-Auto-Versicherung: Wir bieten maßgeschneiderte Versicherungsleistungen für Ihr Fahrzeug.
- THG-Quote verkaufen: Mit dem E-Auto Geld verdienen und attraktive Prämie für Ihr E-Fahrzeug mit unserem Kooperationspartner M3E sichern.
- Allianz E-Charge App & Ladekarte: Mit der EnBW mobility+ App und der Allianz e-Charge Ladekarte laden Sie unterwegs einfach und günstig Strom – an über 900.000 Ladepunkten im EnBW HyperNetz.
Elektroauto-Sicherheit bei Hackerangriff
Achtung beim Laden: 4 Tipps gegen Betrug
- Zahlen Sie mit Ihrem Smartphone statt mit einer Ladekarte.
- Lassen Sie Ladekarte oder -anhänger nicht offen herumliegen.
- Laden Sie Ihr E-Auto nicht an öffentlichen Säulen, deren Gehäuse beschädigt ist.
- Notieren Sie sich während des Ladevorgangs Ladedauer und -menge. Gleichen Sie die Daten mit Ihrer Stromabrechnung ab, um nicht gerechtfertigte Kosten zu entdecken.
Ladekarten und Schlüsselanhänger, mit denen Sie Strom an öffentlichen Ladestationen bezahlen, sind einfach zu manipulieren. Auch die "Plug & Charge"-Technologie ohne Ladekarte hat Sicherheitsschwachstellen. Denn auch wenn Sie den Ladevorgang starten und beenden, indem Sie das Ladekabel bzw. den Ladestecker ans E-Auto anstecken bzw. trennen: E-Auto und Ladestation tauschen vertrauliche Daten aus, die Hacker:innen abfangen und entschlüsseln können. Auch aus Abrechnungs- und Steuereinheiten innerhalb der Ladesäulen können Cyber-Kriminelle vertrauliche Informationen auslesen.
So sicher sind Elektroautos beim Hackerangriff
Was möchten Sie zu Elektroauto-Sicherheit wissen?
Wie gefährlich sind Elektroautos?
Kann ein E-Auto explodieren?
Was tun bei einem Elektroauto-Unfall?
Was passiert, wenn ich das Elektroauto über mehrere Tage an der Ladestation lasse?
Schaden Standzeiten dem Elektroauto-Akku?
Was kann ich am E-Auto selbst reparieren?
Sie sollten Ihr Elektroauto grundsätzlich nicht selbst reparieren. Basteleien an E-Motor, Leistungselektronik oder Batterie des Fahrzeugs können gefährlich sein. E-Auto-Sicherheit gewährleistet nur eine qualifizierte Instandsetzung durch eine:n professionelle:n Dienstleister:in.
Was tun bei Schäden und Pannen?
Im Vergleich zu Verbrennern haben vollelektrische Fahrzeuge weniger Bauteile. Trotzdem kann es auch bei Elektroautos zu Gefahren, Pannen oder Marderschaden bei E-Autos kommen. Deshalb gilt: Finger weg von Motor und Fahrbatterie. Überlassen Sie Reparaturen Fachleuten, die sich mit der Hochvolttechnik des Pkw auskennen. Unqualifizierte Reparaturversuche können am E-Auto gefährlich sein. Auch das Abschleppen Ihres E-Autos sollten sie Profis überlassen. Ansonsten können Steuerungselektronik oder Akku beschädigt werden.
Professionelle Hilfe suchen
Eine geeignete Werkstatt für Ihr E-Auto finden Sie zum Beispiel über die Webseite des Herstellers. Viele Automarken bieten online eine Übersicht inklusive Kontaktdaten ihrer Vertragswerkstätten. Auch Versicherungen vermitteln geeignete E-Auto-Werkstätten an ihre Kunden bzw. Kundinnen.
Gibt es ein Elektroauto mit Moosfilter?
Nein. Das Start-up Sono Motors hatte in den Armaturenbrettern seiner "Sion"-Elektrofahrzeuge zwar natürliche Moosfilter integriert. Diese sollten das Raumklima verbessern und die Feinstaubbelastung im Fahrzeug reduzieren. Auf die technische Funktionsweise oder Sicherheit des Elektroautos hatte der Moosfilter keinen Einfluss. Da die Ideenschmiede 2023 Insolvenz anmelden musste, kam das E-Auto nie serienmäßig auf den Markt.
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