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Zahnarzt schaut sich die Zähne einer Patientin an
Zahnfleisch behandeln

Wie läuft die Reinigung von Zahnfleischtaschen ab?

Kurz erklärt in 30 Sekunden
  • Zahnfleischtaschen bezeichnen eine Vergrößerung des Abstandes zwischen dem Saum des Zahnfleisches und dem zugehörigen Zahn.
  • Oft gehen Zahnfleischtaschen mit einer Entzündung des Zahnfleisches einher, was schlimmstenfalls zum Ausfallen gesunder Zähne führt.
  • Zur Vermeidung oder Linderung ist eine regelmäßige und gründliche Reinigung der Zahnfleischtaschen der wichtigste Schritt.
  • Um die Kosten für die professionelle Zahnreinigung umfassend erstattet zu bekommen, ist der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung (ZZV) ratsam.
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Gut zu wissen 

Zahnfleisch liegt normalerweise schützend direkt am Zahn an. Löst es sich ab, entsteht ein Zwischenraum. In der Regel ist dieser lediglich einen halben bis zwei Millimeter tief. Liegt der Wert darüber, spricht man von Zahnfleischtaschen. Es handelt sich um eine unnatürliche Vergrößerung des Abstandes zwischen Zahnfleischsaum und Zahnoberfläche.

Nicht zu verwechseln sind Zahnfleischtaschen mit sogenannten Pseudotaschen, beispielsweise bei einer Zahnfleischentzündung in der Schwangerschaft. Bei diesen schwillt das Zahnfleisch rund um den Zahnhals herum an und erzeugt eine künstliche Tasche. Nicht jede Entzündung des Zahnfleisches sorgt somit für die Ausbildung vollwertiger Zahnfleischtaschen.

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Bakterien & Co

Die Ursachen für Zahnfleischtaschen sind vielfältig. Oft sind sie die Folge oder Begleiterscheinung von bakteriellen Zahnfleischerkrankungen, die unter anderem bei schlechter Mund- und Zahnhygiene und langjährigen Rauchern auftreten können.

Putzen Sie Ihre Zähne nicht jeden Tag gründlich und versäumen Prophylaxe-Termine beim Zahnarzt, können Bakterien ungehindert Schaden anrichten. Sie bilden dann einen Plaquefilm (Zahnbelag) auf den Zahnoberflächen und in den Zahnzwischenräumen. Werden die Bakterien beim Zähneputzen nicht entfernt, rufen Sie über kurz oder lang Entzündungen im Zahnfleischgewebe (Gingivitis) hervor. Diese liegen auf Höhe des Zahnfleischrands und führen dazu, dass das Zahnfleisch sich von den Zähnen zurückzieht. Das Risiko für Zahnfleischtaschen wird größer.

Darüber hinaus kann auch die genetische Veranlagung die Entstehung von Zahnfleischtaschen begünstigen. Denn nicht jeder, der eine schlechte Mundhygiene hat, ist zwangsweise von der Krankheit betroffen. Hier entscheidet oft die individuelle Prädisposition, ob das Immunsystem die Bakterien erfolgreich bekämpfen kann oder nicht.

Symptome: Zahnfleischtaschen frühzeitig erkennen

Oft verlaufen Entzündungen des Zahnhalteapparats und die Entstehung von Zahnfleischtaschen schmerzlos. Daher werden Sie häufig erst spät entdeckt. Folgende Anzeichen sprechen für ihr Vorhandensein:

  • Gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch
  • Zahnfleischbluten
  • freiligende Zahnhälse durch Zahnfleischrückgang
  • Empfindliche Zähne (insbesondere auf kalte und warme Getränke und Speisen)
  • Schmerzen beim Zähneputzen
  • Zahnlockerung
  • Zahnverlust
  • Süßlicher Geschmack im Mund
  • Mundgeruch, der trotz gründlicher Zahnpflege nicht verschwindet
  • Zahnstein

Ob sich bereits Zahnfleischtaschen gebildet haben und es zu möglichen Folgen wie einer Parodontitis (fälschlicherweise auch "Parodontose" genannt) gekommen ist, kann nur der Zahnarzt feststellen. Sie ist nicht heilbar bzw. reversibel. Eine umfassende Parodontalbehandlung kann jedoch helfen, die weitere Ausbreitung der Entzündung zu vermeiden.

Gut zu wissen

Die Entstehung von Zahnfleischtaschen ist bei einzelnen Personengruppen besonders hoch. Zu diesen gehören Raucher, weshalb der Verzicht auf Zigaretten eine wichtige Präventionsmaßnahme zur Vorbeugung von Zahnfleischerkrankungen darstellt. 

Auch eine ausgewogenen Ernährung leistet einen wertvollen Beitrag. Der Zusammenhang zwischen Diabetes und einem höheren Risiko an Parodontitis zu erkranken, ist bereits seit langem bekannt.
Wer diese beiden Risikofaktoren minimiert, beugt nicht nur einer Parodontitis, sondern auch vielen anderen Erkrankungen vor.

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Was ist zu tun?

Zahnfleischtaschen zuhause zu reinigen, ist nicht möglich. Die Behandlung des Zahnhalteapparates sollte bereits beim ersten Auftreten einer Erkrankung durch den Zahnarzt erfolgen. Ohne Behandlung durch den Zahnarzt (Parodontalbehandlung) droht die fortschreitende Entwicklung einer Parodontitis. Diese kann für das Ausfallen gesunder Zähne verantwortlich sein. Ursache dafür ist der fehlende Halt im Zahnfleisch und damit auch im betroffenen Kieferknochen.

Wie läuft die Reinigung von Zahnfleischtaschen ab?

Für die Behandlung von Zahnfleischtaschen ist Ihr Zahnarzt der richtige Ansprechpartner. Dieser führt zunächst eine professionelle Zahnreinigung durch. Hierbei werden durch unterschiedliche Hilfsmittel Beläge, Ablagerungen, Verfärbungen und Zahnstein entfernt. In einem oder mehreren nachfolgenden Terminen findet die Behandlung der Taschen mit speziellen Instrumenten statt. Art und Intensität der Maßnahmen hängt von der jeweiligen Taschentiefe und dem Fortschritt der Entzündung ab. Nur wenn die Bakterien in regelmäßigen Abständen aus den Zahnfleischtaschen beseitigt werden, lässt sich vermeiden, dass die Taschentiefe zunimmt. Die Vergrößerung von Zahnfleischtaschen aufzuhalten ist stets das primäre Ziel – und wichtiger Bestandteil der Parodontitisbehandlung (oft auch fälschlicherweise als "Parodontosebehandlung" bezeichnet).

Bei fortgeschrittener Erkrankung kann unter Umständen ein chirurgischer Eingriff unter örtlicher Betäubung erforderlich sein. Zum Beispiel, um Zahnsteinreste und Bakterien aus schwer zugänglichen Wurzelvergabelungen und Zahnfleischtaschen zu entfernen. 

In medizinisch besonders komplexen Fällen kann eine Antibiotikatherapie erforderlich sein. Idealerweise erfolgt diese nach einem Keimtest, um eine perfekt abgestimmte Medikation verschreiben zu können. Die Vorgaben des Zahnarztes sollten dann unbedingt genau befolgt werden, um den Erfolg der Behandlung zu sichern und Antibiotikaresistenzen der Bakterien vorzubeugen. Regelmäßige Kontrollen durch den Zahnarzt während der gesamten Behandlung und auch im Nachgang sind unerlässlich. 

Wichtig zu wissen: Die erfolgreiche Therapie von Zahnfleischtaschen ist nicht mit einem mal abgeschlossen. Der Erfolg einer solchen Behandlung liegt in der Regelmäßigkeit der professionellen Zahnreinigung (bei schwierigen Fällen sogar bis zu 4 mal im Jahr) und der Einhaltung der Kontrolltermine.

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Behandlungskosten
Die während einer Parodontitiserkrankung entstandenen Zahnfleischtaschen müssen schnellstmöglich behandelt werden, um den Knochenabbau am Zahnhalteapparat frühzeitig zu stoppen. Die Reinigung der Zahnfleischtaschen gehört zur Parodontitistherapie, wofür folgende Kosten entstehen:
Erstattung

Die Kosten hängen vom Schweregrad der Erkrankung, der dafür gewählten Behandlungsmethode und der Anzahl der notwendigen Sitzungen ab. Sind Sie privatversichert, werden die Behandlungskosten in der Regel übernommen.

Je nach Maßnahme ist auch eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse möglich. Dafür stellt Ihr Zahnarzt vorab einen Antrag, in welchem er die Notwendigkeit der Zahnfleischtaschen-Behandlung begründet.

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Zahnärztin zeigt Patientin Interdentalbürste
Vorsorge
Zahnärztin zeigt Patientin Interdentalbürste

Um Zahnfleischtaschen vorzubeugen, ist eine gründliche Mund- und Zahnpflege unumgänglich. Mit einer regelmäßigen und gründlichen Reinigung von Zähnen und Zahnfleisch leisten Sie den besten Beitrag. Neben dem mehrmals täglichen Zähneputzen ist der Einsatz von speziellen Hilfsmitteln wie Interdentalbürsten, Zahnseide und Zungenreiniger ratsam. Mit ihnen lässt sich das Niveau der Mundhygiene erheblich steigern. Die Verwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta und Mundspülungen mit Chlorhexidin (nach Rücksprache mit Ihrem Zahnarzt) kann ebenfalls helfen. Wenn Sie sich für nachhaltige Zahnpflege interessieren, finden Sie hier weitere Informationen dazu.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind das A und O

Die Reinigung der Zahnfleischtaschen zuhause selbst durchzuführen ist nicht möglich. Umso wichtiger sind regelmäßige Zahnarztbesuche und professionelle Zahnreinigungen. Letztere sollten Sie zweimal jährlich durchführen lassen.

Da viele Betroffene diese aus Kostengründen hinauszögern oder nicht beanspruchen, ist der Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung ratsam. Für wenige Euro im Monat ist im Rahmen eines umfassenden Leistungsspektrums in der Regel auch eine Kostenerstattung für Zahnprophylaxe und damit professionelle Zahnreinigungen vorgesehen.

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