- Die meisten privaten Krankenversicherungen (PKV) bieten Tarife mit "Selbstbeteiligung" oder "Selbstbehalt" (SB) an. Das heißt: Im Krankheitsfall zahlen Versicherte einen vereinbarten Teil der Behandlungskosten selbst.
- Ihr Vorteil: Personen, die selten ärztliche Behandlungen benötigen, können mit dem richtigen Selbstbeteiligungs-Modell bares Geld sparen. Denn je höher der vereinbarte Selbstbehalt im Versicherungsfall, desto günstiger sind in der Regel die monatlichen Beiträge.
- Über die Wahl des passenden Selbstbeteiligungs-Modells entscheiden Sie bei der Antragsstellung für eine private Krankenversicherung: Nehmen Sie als Arbeitnehmer:in voraussichtlich öfter ärztliche Leistungen in Anspruch, empfiehlt sich eine niedrigere SB. Sind Sie selbstständig tätig und überwiegend gesund, zahlt sich oftmals eine höhere SB aus.
- Doch für wen lohnt sich eine Selbstbeteiligung in der PVK und wie hoch sollte sie sein? In den MeinGesundheitsschutz-Tarifen der Allianz Privaten Krankenversicherung haben Sie verschiedenen Optionen. Der jährliche Eigenbeitrag ist dabei immer auf einen Maximalbetrag begrenzt.
Selbstbeteiligung in der privaten Krankenversicherung
Private Krankenversicherung und Selbstbeteiligung kurz erklärt
Was bedeutet die Selbstbeteiligung in der privaten Krankenversicherung?
Wichtig zu wissen: Die Höhe der PKV-Selbstbeteiligung ist nicht frei wählbar. Sie hängt von den Tarifen des jeweiligen Versicherers ab. Je höher der gewählte Selbstbehalt in der privaten Krankenversicherung, desto kostengünstiger ist in der Regel der monatliche Beitrag für Ihre Versicherung.
1. Wählen Sie zunächst Ihr gewünschtes Absicherungsniveau für ambulante und stationäre Behandlungen (MeinGesundheitsschutz Plus oder Best).
2. Entscheiden Sie sich für die Höhe Ihrer PKV-Selbstbeteiligung:
3. Entscheiden Sie sich für den Zahnschutz in der PKV, der am Besten zu Ihnen passt:
Welche Vorteile gibt es beim Wechsel in die PKV mit Selbstbehalt?
Ihr Gesundheitszustand ist einwandfrei? Dann können Sie mit dem Selbstbehalt in der privaten Krankenversicherung pro Kalenderjahr gleich zweifach profitieren:
- Für Ihre private Krankenversicherung mit Selbstbeteiligung zahlen Sie geringere Beiträge.
- Für nicht in Anspruch genommene PKV-Leistungen zahlen Ihnen Versicherer wie die Allianz Beitragsrückerstattungen auf Ihre gezahlten Beiträge. Sofern dies vertraglich vereinbart ist. Aber Achtung: Tarife mit hoher Selbstbeteiligung sind in der Regel günstiger als Tarife mit niedriger SB. Daher fällt bei einem Tarif mit hoher PKV-Selbstbeteiligung auch die Beitragsrückerstattung oft geringer aus, als bei einem Tarif mit niedriger PKV-Selbstbeteiligung.
Sie haben Angst, dass Sie im Falle einer teuren Versorgung eine hohe Selbstbeteiligung leisten müssen? Keine Sorge. In diesem Fall gelten feste Obergrenzen, z. B. für eine langwierige stationäre Behandlung im Krankenhaus.
Für wen ist eine PKV mit Selbstbeteiligung sinnvoll?
Selbstständige und Freiberufler:innen kommen für ihre private Krankenversicherung vollständig selbst auf und erhalten keinen Arbeitgeberzuschus. Ein hoher Selbstbehalt reduziert den Monatsbeitrag und spart in der Regel bares Geld.
Bitte beachten Sie: Vereinbaren Sie bei Vertragsabschluss maximal den Selbstbehalt, den Sie im Falle einer medizinischen Behandlung pro Kalenderjahr als Eigenanteil realistisch übernehmen können.
Eine hohe Selbstbeteiligung in der privaten Krankenversicherung lohnt sich nicht für alle Versicherungsnehmer:innen. Sind Sie privat versichert und in einem Angestelltenverhältnis tätig? Dann zahlt Ihr Arbeitgeber einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent Ihres monatlichen Versicherungsbeitrags zu Ihrer PKV. Maximal jedoch bis zum gesetzlich festgelegten Arbeitgeberanteil der gesetzlichen Krankenversicherung von aktuell 508,59 Euro (Stand: 2026).
Welche Auswirkungen hat die Selbstbeteiligung auf den Arbeitgeberzuschuss?
Welche Selbstbeteiligungs-Modelle gibt es in der PKV?
Abhängig von Ihren Versicherungsbedingungen entscheiden Sie sich für ein geeignetes Selbstbehalt-Modell. Dabei gibt es für die Selbstbeteiligung in der privaten Krankenversicherung grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
- Fixbetrag: Begleichen Sie Ihre Rechnungen in Eigenverantwortung bis zu einer fest vereinbarten Summe.
- Prozentual: Beteiligen Sie sich anteilig an den Kosten jeder einzelnen medizinischen Behandlung – meistens bis zu einem festgelegten Maximalbetrag.
In beiden Fällen gilt: Nach dem Einreichen Ihrer Arzt-Rechnung oder eines Rezepts erstattet Ihre PKV Ihnen die Differenz zur festgelegten Selbstbeteiligung. Der von Versicherern angebotene Selbstbehalt gilt in der Regel pro versicherter Person und Kalenderjahr.
Die PKV-Selbstbehalt-Modelle im Vergleich: Tabelle
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Selbstbehalt-Modell
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Erklärung
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Leistung und Erstattung
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|---|---|---|
| Prozentualer Selbstbehalt | Sie beteiligen sich an allen Krankheitskosten mit einem vereinbarten Prozentsatz. Beispiel: Liegt Ihr Selbstbehalt bei 10 Prozent, wird Ihre Arztrechnung zu 90 Prozent erstattet. | Erstattung bis zur vereinbarten Maximalsumme, gilt je nach Versicherer für alle oder nur bestimmte Leistungsbereiche. |
| Modularer Selbstbehalt | Diese Art der PKV-Selbstbeteiligung ist als Fixbetrag angelegt und gilt nur für bestimmte Versicherungsbereiche. Sie kommt meistens bei modular aufgebauten PKV-Tarifen zum Einsatz. | Gilt nur für bestimmte Leistungsbereiche. Beispiel: Haben Sie für Leistungen im Krankenhaus keinen Selbstbehalt abgeschlossen, gehen Sie hierfür auch nicht in Eigenleistung. |
| Leistungsdynamischer Selbstbehalt | Sie übernehmen pro Rechnung (ärztliche Behandlung, Medikament) einen fest definierten Betrag – bis zu einer vereinbarten Maximalsumme. Dieses Modell bieten nur wenige PKV-Versicherer an. | Bei Überschreiten der Maximalsumme erstattet Ihre PKV die übrigen Behandlungskosten. |
| Genereller Selbstbehalt als Fixbetrag | Ihre Selbstbeteiligung ist ein festgelegter Fixbetrag, gültig für das gesamte Kalenderjahr. | Alle Leistungsbereiche der PKV sind eingeschlossen (ambulante & stationäre Behandlung, Zahnbehandlungen). Bei Überschreiten des Fixbetrags werden Ihre Arztrechnungen erstattet. |
Selbstbehalt-Berechnung: Wie viel kann ich sparen?
Selbstbeteiligung PKV – Beispiel Selbstständige und angestellte Arbeitnehmer:innen
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Beitrag
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Angestellte
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Selbstständige
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|---|---|---|
| PKV-Beitrag ohne Selbstbeteiligung | 500 € pro Monat | 500 € pro Monat |
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PKV-Beitrag mit 600 € Selbstbeteiligung pro Kalenderjahr |
400 € pro Monat | 400 € pro Monat |
| Beitragsersparnis |
50 € pro Monat (100 € abzüglich 50 % Arbeitgeberzuschuss) |
100 € pro Monat |
Das können Sie sparen
- Für Freiberufler:innen und Selbstständige lohnt sich die PKV-Selbstbeteiligung in dieser Konstellation in jedem Fall: Sie sparen pro Jahr 1.200 Euro Beitragskosten (12 x 100 Euro). Abzüglich des Selbstbehalts von 600 Euro ergibt das je nach Ausschöpfung ein Plus von 600 Euro.
- Als Arbeitnehmer:in sparen Sie in obigem Rechenbeispiel nur 50 Euro pro Monat. Das sind insgesamt 600 Euro jährlich (12 x 50 Euro). Da auch Ihr vereinbarter Selbstbehalt bei 600 Euro liegt, ergibt sich abhängig von der Ausschöpfung am Ende kein Vorteil.
Nachfolgend finden Sie Beitragsbeispiele für die Allianz MeinGesundheitsschutz-Tarife. Als Ausgangspunkt werden die Beiträge für Kinder und Jugendliche denen von Berufsstartern oder -starterinnen und Berufserfahrenen gegenübergestellt.
Beitrag in der GKV zum Vergleich
- Gesamtbeitrag als 40-jährige Person ohne Kinder mit Standard-Versicherungsschutz: 1.261,31 Euro / Monat
- Davon Arbeitgeberzuschuss bei Angestellten: 613,22 Euro / Monat
- Ihr Eigenanteil als Angestellter oder Angestellte: 648,09 Euro / Monat
Der Beitrag setzt sich wie folgt zusammen:
- Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (Beitragssatz 17,5 % der Beitragsbemessungsgrenze in Höhe von 5.812,50 €): 1.107,18 €
- Beitrag zur sozialen Pflegeversicherung (Beitragssatz 4,2 % von 5.812,50 €): 244,13 €
Alle Werte mit Stand 2026. Alle Beiträge sind Monatsbeiträge. Steuerliche Auswirkungen sind nicht berücksichtigt.
Der maximale Arbeitgeberzuschuss setzt sich zusammen aus 508,59 € für die Krankenversicherung und 104,63 € für die Pflegeversicherung Der Eigenanteil berechnet sich aus dem Gesamtbeitrag abzüglich des Arbeitgeberzuschusses.Allianz ist Testsieger und bietet weitere Vorteile
Was Sie vor Abschluss einer Selbstbeteiligung in der PKV beachten sollten
Bitte beachten Sie folgende Aspekte, bevor Sie sich für einen Selbstbehalt entscheiden:
Wann muss ich die Selbstbeteiligung bezahlen?
Sie haben eine Rechnung für eine ärztliche Behandlung oder Krankenhauskosten vorliegen, die Ihre private Krankenversicherung übernehmen soll? Sobald Sie diese Rechnungen einreichen, kommt Ihre PKV für die Selbstbeteiligung auf Sie zu. Dieser Selbstbehalt bzw. die Eigenbeteiligung wird in dem Moment fällig, in dem eine Zahlung durch Ihre private Krankenversicherung erfolgt. Die Eigenbeteiligung wird dann direkt vom Erstattungsbetrag abgezogen.
Ist die Selbstbeteiligung der privaten Krankenversicherung steuerlich absetzbar?
Nicht direkt. Ihr vereinbarter PKV-Selbstbehalt ist nicht steuerlich absetzbar. Ihre Krankheitskosten allerdings schon – und zwar als außergewöhnliche Belastung. Sofern diese die sogenannte "zumutbare Belastungsgrenze" überschreiten. Diese Grenze wird für alle Steuerpflichtigen anhand folgender Faktoren individuell berechnet:
- Jahreseinkommen
- Familienstand
- Anzahl der Kinder
Wann wirken sich die Kosten der PKV steuermindernd aus?
Die Beitragskosten Ihrer privaten Krankenversicherung können Sie bis zur Höhe der Beiträge für eine Basiskrankenversicherung als „Sonderausgaben“ steuerlich geltend machen.
Alle darüber hinausgehenden Leistungen der PKV, die Sie versichert haben, können Sie prinzipiell auch unter „sonstige Vorsorgeaufwendungen“ steuermindernd geltend machen. Beispielsweise Zusatzleistungen wie eine Chefarztbehandlung oder Einzelzimmer-Belegung im Krankenhaus. Allerdings nur dann, wenn Sie die entsprechenden Höchstgrenzen nicht bereits durch Ihre PKV-Beiträge zur Basisabsicherung ausgeschöpft haben.
Ist es sinnvoll, die Selbstbeteiligung im Rentenalter zu ändern?
Sie erfreuen sich auch im fortgeschrittenen Alter guter Gesundheit? Wunderbar! Dann können Sie durch eine Erhöhung der Selbstbeteiligung in der privaten Krankenversicherung Ihren Monatsbeitrag reduzieren.
Aber Vorsicht: Eine Reduzierung des Selbstbehalts mit erneuter Gesundheitsprüfung hingegen kann Sie eventuell teurer zu stehen kommen: Wenn sich während der Vertragslaufzeit Ihr Gesundheitszustand verschlechtert hat, ist eine Reduzierung der Selbstbeteiligung oder ein Tarifwechsel unter Umständen nicht mehr möglich.
Bitte beachten Sie: Tarife in der privaten Krankenversicherung bilden ab dem 21. Geburtstag Alterungsrückstellungen, unabhängig von der Höhe Ihrer gewählten Selbstbeteiligung. Was es damit auf sich hat, lesen Sie in unserem Ratgeber Alterungsrückstellungen.
Wie hoch sollte die Selbstbeteiligung in der privaten Krankenversicherung sein?
Um die richtige Höhe der Selbstbeteiligung zu bestimmen, sollten Sie Ihren Gesundheitszustand, Ihre Berufsgruppe und Ihre finanziellen Möglichkeiten mit beachten. Grundsätzlich gilt: Je fitter Sie sind, desto höher kann Ihre Eigenbeteiligung ausfallen. Legen Sie Wert auf eine hohe Erstattung, ist eine niedrige Selbstbeteiligung sinnvoll. Beispiele:
- Für Selbstständige und Freiberufler:innen kann sich ein hoher Selbstbehalt um die 1.000 Euro lohnen.
- Für angestellte Arbeitnehmer:innen ist eine Selbstbeteiligung über 500 Euro in der Regel eher unprofitabel.
Wichtig: Vereinbaren Sie generell keinen zu hohen Selbstbehalt. Für die meisten Tarife ist eine Höchstgrenze für Selbstbeteiligungen festgelegt. Bei gesundheitlichen Problemen kann es jedoch sein, dass selbst hohe Selbstbehalte schnell ausgeschöpft sind. Kalkulieren Sie bei Vertragsabschluss daher entsprechend, welche Summe Sie in jedem Fall zahlen können.
Zu welchem Zeitpunkt kann ich den Selbstbehalt ändern oder den Tarif wechseln?
Sie möchten Ihren Selbstbehalt anpassen oder eine Selbstbeteiligung "kündigen"? Wichtig zu wissen: Ein vertraglich vereinbarter Selbstbehalt ist oftmals an den abgeschlossenen Tarif gekoppelt. Er kann nicht unabhängig von Ihrer PKV "aufgekündigt" und auch nur unter bestimmten Voraussetzungen reduziert werden. Beim gleichen Versicherer haben Sie jedoch die Möglichkeit für einen Tarifwechsel innerhalb Ihrer privaten Krankenversicherung. Damit können Sie auch Ihren Selbstbehalt ändern.
Bitte beachten Sie: Bei Neuabschluss einer PKV oder Reduzierung Ihrer Selbstbeteiligung durch Tarifwechsel sehen private Versicherungsunternehmen in der Regel eine erneute Risikoprüfung vor. Ergibt diese Gesundheitsprüfung ein gestiegenes Kostenrisiko, kann Ihr Monatsbeitrag dann deutlich höher ausfallen, oder der Wechsel in einen Tarif mit geringerer Selbstbeteiligung ist nicht möglich.