- Pflegebedürftige Pflichtversicherte erhalten ab Pflegegrad 2 monatliche Geldleistungen von der Pflegekasse – das Pflegegeld. Die Voraussetzung ist, dass Privatpersonen (Angehörige oder Bekannte) die ambulante Pflege zu Hause übernehmen.
- Ob Sie gesetzlich oder privat pflichtversichert sind, spielt keine Rolle. Die ausgezahlten Geldleistungen im jeweiligen Pflegegrad sind identisch. Wofür Sie das Pflegegeld verwenden, ist Ihnen überlassen.
- Sie können Geldleistungen auch mit Pflegesachleistungen kombinieren. Ihre Pflegeversicherung verrechnet dann automatisch beide Leistungen in einer sogenannten Kombinationsleistung.
- Mit einer privaten Pflegezusatzversicherung können Vorsorgelücken geschlossen werden. Es ist sinnvoll, bereits vor Eintreten eines Pflegefalls vorzusorgen.
Pflegegrad & Geldleistungen für Sie und Ihre Angehörigen
Geldleistungen nach Pflegegrad: Kurz erklärt
Die Kosten im Pflegefall sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Der Pflegevorsorge-Rechner hilft Ihnen, vorausschauend zu planen. Mit nur wenigen Eingaben erhalten Sie eine individuelle Prognose, mit welchen Kosten Sie je nach Pflegegrad und Art der Pflege rechnen müssen. Zudem erfahren Sie, wie Sie Ihre Vorsorge schon jetzt gestalten können – für finanzielle Unabhängigkeit im Pflegefall.
Was sind Geldleistungen nach Pflegegrad?
Um für die Pflege zuhause Geldleistungen, das sogenannte Pflegegeld zu erhalten, müssen Sie zwei Voraussetzungen erfüllen:
- Sie benötigen einen bestätigten Pflegegrad zwischen 2 und 5. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 erhalten kein Pflegegeld. Sie erhalten lediglich den für alle Pflegebedürftigen einheitlichen Entlastungsbetrag von monatlich bis zu 131 Euro. Dessen Auszahlung ist unabhängig vom jeweiligen Pflegegrad, knüpft sich jedoch an bestimmte Leistungsvoraussetzungen.
- Die Pflege erfolgt zuhause durch Privatpersonen, z. B. Angehörige oder Bekannte.
Bitte beachten Sie: Keine Geldleistung erhalten Sie, wenn ein professioneller Pflegedienst die Betreuung oder Versorgung einer pflegebedürftigen Person übernimmt. In diesem Fall rechnen Pflegekasse oder Pflegeversicherer die Pflegekosten komplett als Pflegesachleistung ab. Sie haben jedoch die Möglichkeit, Geldleistungen und Sachleistungen zu kombinieren. Bei privat Pflegeversicherten wird nicht direkt abgerechnet, sondern die Kosten werden nach Einreichen der Rechnung erstattet.
Wer bereits vor Eintreten eines Pflegefalls für erhöhte Pflegeleistung sorgen möchte, der kann seine Pflegepflichtversicherung durch eine private Pflegezusatzversicherung ergänzen. Sie hilft, Versorgungslücken zu schließen.
Bitte beachten Sie, dass der Vertragsabschluss nur möglich ist, wenn beispielsweise noch keine Pflegebedürftigkeit besteht und noch kein Pflegegrad beantragt worden ist. Oder wenn innerhalb der letzten fünf Jahren keine ernsthaften Erkrankungen bestanden. Online abschließen können Sie bis zum 60. Lebensjahr. Sind Sie bereits älter als 60 Jahre, stehen wir Ihnen gerne persönlich zur Verfügung.
Welche Arten von Geldleistungen nach Pflegegrad gibt es?
Kostenerstattung private und gesetzliche Pflegeversicherung
Kombination aus Geldleistungen und Sachleistungen
Höhe der Geldleistungen
Das elfte Sozialgesetzbuch (bzw. das Pflegestärkungsgesetz) legt die Höhe der Geldleistungen fest, die gesetzlich Pflegeversicherten monatlich im jeweiligen Pflegegrad zustehen. Denn vor 2017 orientierten sich diese Leistungen an den Pflegestufen und deren Zeitaufwand. In der privaten Pflegeversicherung werden die Leistungen für Versicherte in den allgemeinen Vertragsbedingungen festgelegt.
Generell gilt: Je unselbstständiger die pflegebedürftige Person und je mehr Unterstützung im Alltag benötigt wird, umso höher fallen Pflegegrad und Pflegegeld aus. Eine gesetzliche Erhöhung des Pflegegeldes, ähnlich der Rentenerhöhungen, erfolgte zuletzt 2017. 2025 wurde das Pflegegeld wieder erhöht. In der nachfolgenden Tabelle zu den Pflegegrad Geldleistungen finden Sie einen Überblick über die Höhe der aktuellen Pflegegeldleistungen 2026.
Voraussetzung für den Erhalt der Geldleistung ist Pflegegrad 2 oder höher. Im Pflegegrad 1 erhalten Sie kein Pflegegeld. Jedoch haben Pflegebedürftige aller Pflegegrade unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf den sogenannten Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 131 Euro monatlich.
Tabelle zu den Geldleistungen je Pflegegrad
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Pflegegrad (von 1 bis 5)
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Pflegegeld 2026
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|---|---|
| Pflegegrad 1 | 131 €* |
| Pflegegrad 2 | 347 € |
| Pflegegrad 3 | 599 € |
| Pflegegrad 4 | 800 € |
| Pflegegrad 5 | 990 € |
* Entlastungsbetrag
Wofür darf ich die Geldleistungen verwenden?
Die Pflegegrad Geldleistungen bzw. das Pflegegeld sind eine finanzielle Unterstützung Ihrer Pflegeversicherung oder Pflegekasse für die häusliche Pflege. Wofür Sie das monatliche Pflegegeld verwenden, entscheiden allein Sie selbst. Es gibt keine Nachweispflicht. Mit dem Geld muss jedoch die Pflege sichergestellt werden.
Ob Sie auch außerhalb von Deutschland Anspruch auf Pflegegeld haben, erfahren Sie in unserem Ratgeber Pflege im Ausland.
Nachteile Pflegegeld: Die Höhe der Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung deckt in der Regel die Pflegekosten nicht vollständig ab. Dies gilt auch für das Pflegegeld, das monatlich ausgezahlt wird. In den meisten Fällen ist es ebenfalls nicht ausreichend bei größeren Umbaumaßnahmen im Pflegefall. Beispielsweise bei einer Badrenovierung für mehr Barrierefreiheit.
Allianz PflegetagegeldBest: Beitragsbeispiele
Bitte beachten Sie folgende Hinweise zum Höchstaufnahmealter: Der Online-Abschluss ist bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres möglich. Falls Sie bereits 60 Jahre oder älter sind, sind wir gerne persönlich für Sie da.
Berechnen Sie Ihren Beitrag in wenigen Schritten. Digital, sicher und transparent. Bei Fragen sind wir gerne persönlich für Sie da! Ist Ihnen der empfohlene Tagessatz zu hoch, können Sie diesen im Rechner anpassen. Auch ein niedrigerer Tagessatzes entlastet im Pflegefall spürbar und reduziert Ihren Beitrag.
Leistungen der Pflegeversicherung bei häuslicher Pflege
Pflegesachleistungen
Benötigen Sie Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst, erhalten Sie sogenannte Pflegesachleistungen. Das heißt, Sie können anstatt einer Geldleistung eine Dienstleistung in Anspruch nehmen. Die Leistungen selbst koordinieren Sie mit einem entsprechenden Dienstleister (Pflegedienst, Tagespflege). Die Kosten hierfür rechnen die gesetzlichen Pflegekassen bei gesetzlich Pflegeversicherten mit dem jeweiligen Dienstleister direkt ab. Sind Pflegebedürftige privat kranken- und pflegeversichert, gehen Rechnungen zuerst an Sie und können einfach bei Ihrem Versicherer eingereicht werden. Sie werden meist so zeitnah von Ihrer Privaten Pflegeversicherung erstattet, dass Sie nichts vorfinanzieren müssen. Anspruch auf solche Leistungen haben Sie ab Pflegegrad 2.
Wünschen Sie mehr Unterstützung im Alltag oder zusätzliche Betreuungsleistungen? Dann können Sie Ihren Entlastungsbetrag durch umgewandelte Pflegesachleistungen aufstocken. Mit dem sogenannten Umwandlungsanspruch (oder auch Umwidmungsanspruch) können Sie Sachleistungen in zusätzliche Betreuungsleistungen umwandeln, wie Haushaltshilfe oder stundenweise Betreuung. Bis zu 40 Prozent der maximalen Sachleistungen können in Betreuungsleistungen umgewandelt werden. Das allerdings nur, sofern Sie den Betrag für Pflegesachleistungen in einem Monat noch nicht ausgeschöpft haben. Noch Fragen zum Umwandlungsanspruch?
Entlastungsbetrag
Werden die 131 Euro pro Monat nicht voll ausgeschöpft, kann der ausstehende Restbetrag in den Folgemonaten desselben Kalenderjahres mit genutzt werden. Und bis zum 30.06. des Folgejahres.
Verhinderungspflege
Fällt eine Pflegeperson aufgrund von Krankheit oder Urlaub aus, springt die Verhinderungspflege ein. Ab Pflegegrad 2 stehen Ihnen dann für maximal sechs Wochen im Jahr eine Ersatzpflegekraft oder ein ambulanter Pflegedienst zur Verfügung.
Landespflegegeld
Pflegebedürftige Menschen mit Pflegegrad 2 oder höher, die ihren Wohnsitz in Bayern haben, haben Anspruch auf das sogenannte Landespflegegeld. Mit bis zu 500 Euro jährlich möchte die bayerische Staatsregierung Pflegebedürftigen ihre Wertschätzung ausdrücken und finanzielle Unterstützung leisten. Das Landespflegegeld ist keine Leistung der PPV/SPV, sondern eine freiwillige Geldleistung auf Länderebene. Sie kann nur beim Freistaat Bayern beantragt werden und wird nach einmaliger Antragstellung jedes Jahr ausgezahlt.
Wie wird die Geldleistung bei der Pflegeversicherung beantragt?
Schritt für Schritt zum Pflegegeld
- Antrag stellen: Per Telefon, E-Mail oder Brief stellen Sie einen formlosen Antrag auf Pflegeleistungen bei Ihrer Pflegeversicherung. Dabei muss die pflegebedürftige Person diesen Antrag selbst stellen. Ist sie hierzu nicht in der Lage, kann dies auch eine bevollmächtigte Person oder gesetzliche Betreuungsperson übernehmen.
Pflegeversichert bei der Allianz? Dann nutzen Sie unseren Online-Pflegeantrag, um Leistungen aus der privaten Pflegepflichtversicherung zu beantragen. - Formular einschicken: Sie bekommen ein Antragsformular von Ihrem Versicherer zugesendet. In diesem Formular müssen Sie angeben, welche Leistungsart (z. B. Pflegegeld) Sie beantragen, wenn die Voraussetzungen der Pflegegrade 2-5 vorliegen. Dieses schicken Sie ausgefüllt zurück, sofern keine digitale Antragstellung erfolgt ist.
- Antrag prüfen lassen: Die Pflegeversicherung prüft Ihren Antrag. Es folgt ein Termin zur Begutachtung durch unabhängige Gutachter:innen, die über Ihre Pflegebedürftigkeit und damit auch Ihren Pflegegrad entscheiden.
- Leistungen abrechnen: Werden Sie bei der Begutachtung in Pflegegrad 2 oder höher eingestuft, erhalten Sie monatlich die Ihrem Pflegegrad entsprechende Geldleistung (Pflegegeld). Die Auszahlung der Leistungen erfolgt rückwirkend ab dem Ersten des Monats der Antragstellung. Frühestens aber nach Vorliegen der Voraussetzungen der Pflegebedürftigkeit und nicht, solange sich die pflegebedürftige Person noch vollstationär in einem Krankenhaus befindet.
Haben Sie noch Fragen zum Thema Pflege und Pflegegeld?
An diese Stellen sollten sich Versicherte wenden, wenn Sie Unterstützung oder Hilfe bei Fragestellungen rund um Pflege, Pflegegeldleistungen oder den Antrag auf Pflegegeld haben:
Privat Pflegepflichtversicherte: Wenden Sie sich an die compass Pflegeberatung. Die Pflegeberatung der privaten Krankenversicherer steht Ihnen rund um das Thema Pflege zur Seite. Weitere Informationen finden Sie unter compass Pflegeberatung.
Privat Pflegeversicherte der Allianz: Wenn Sie bei der Allianz privat vorsorgen, steht Ihnen die Allianz Pflege Assistance mit sofortiger Hilfe im Pflegefall zur Seite. Expertinnen und Experten beraten Sie und Ihre nahen Familienangehörigen – auch wenn diese nicht bei der Allianz versichert sind. Jederzeit und bei Bedarf auch weltweit!
Gesetzlich Pflegeversicherte in der Pflegekasse: Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind jederzeit automatisch in der Pflegeversicherung ihrer Krankenkasse bzw. Pflegekasse versichert. Sie können sich direkt an ihre Pflegekasse zur weiteren Beratung wenden. Oder ihren gesetzlichen Anspruch auf eine Pflegeberatung einem sogenannten Pflegestützpunkt in ihrer Nähe wahrnehmen. Pflegestützpunkte sind unabhängige Beratungsstellen für Pflegebedürftige, pflegende Angehörige oder Senioren rund um das Thema Pflege.
Die fünf Pflegegrade
So werden die fünf Pflegegrade berechnet
Mehr Informationen zu den Pflegegraden finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber.
Hohe Kundenzufriedenheit bei der Pflegezusatzversicherung
Wo finde ich als Pflegebedürftige:r oder Angehörige:r Beratung zum Antrag für Geldleistungen?
Welche Rolle spielen mein Aufwand oder Zeitaufwand bei der Ermittlung des Pflegegrades?
Seit der Pflegereform 2017 ist der Zeitaufwand für die Pflege nicht mehr ausschlaggebend dafür, wie viele Leistungen aus der Pflegeversicherung Sie erhalten. Denn der Zeitaufwand für die Pflege kann sehr unterschiedlich sein und hängt vom individuellen Zustand des Pflegebedürftigen ab. Für die Höhe der Pflegeleistungen bzw. die Einteilung in einen Pflegegrad sind seit 2017 ausschließlich Ihre Selbständigkeit und Alltagskompetenz entscheidend.
Unabhängig davon kann es für Angehörige oder Pflegepersonen dennoch sinnvoll sein, ihren tatsächlichen Pflegeaufwand z. B. in einem Pflegetagebuch festzuhalten. So behalten sie den Überblick und können Besonderheiten im Pflegealltag dokumentieren.
Warum ist auch bei einer hohen Geldleistung pro Pflegegrad eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll?
Wann sollten Pflegegrad Geldleistungen für Angehörige beantragt werden?
Sobald eine Pflegebedürftigkeit vorliegt und Sie in einem Pflegegrad 2-5 zugeteilt wurden, sollten Sie handeln. Sie haben sich für eine ambulante Pflege zuhause oder häusliche Pflege durch Angehörige, Freunde oder Ehrenamtliche entschieden? Dann stellen Sie direkt bei der Beantragung eines Pflegegrads den Erstantrag auf Pflegeleistungen oder Kombinationsleistungen bei Ihrer Pflegekasse oder Pflegeversicherung. Generell gilt: Stellen Sie den Antrag auf Geldleistungen nach Pflegegrad so früh wie möglich. Die Geldleistungen bzw. das Pflegegeld werden rückwirkend bis zum Tag des Antrags bezahlt. Tritt eine Pflegebedürftigkeit vor der Antragstellung ein, entgeht Ihnen bares Geld. Zudem ist das Pflegegeld steuerfrei.
Betroffene, die aktuell in einer Klinik oder Reha-Einrichtung gepflegt werden, können über den Sozialdienst einen Eilantrag stellen lassen. Damit ist die Pflege zu Hause bereits ab der Entlassung aus der Klinik gewährleistet.
Wer trägt die Kosten bei Inanspruchnahme von Pflegeleistungen ohne Pflegegrad?
Pflegegrad Geldleistungen wie das Pflegegeld erhalten Pflegebedürftige erst ab Pflegegrad 2 und abhängig vom Versicherungsstatus von ihrer jeweiligen Pflegeversicherung bzw. Pflegekasse. Betroffene mit Pflegegrad 1 können wie alle Pflegebedürftigen mit Pflegegrad unabhängig vom Einkommen auch den Entlastungsbetrag von 131 Euro monatlich in Anspruch nehmen. Dieser ist allerdings zweckgebunden und darf nur für entsprechende Unterstützungsangebote wie Haushaltshilfe, Reinigungskraft oder Ähnliches verwendet werden.
Anders sieht es bei Personen ohne Pflegegrad aus. Wollen Sie sich im Alter Unterstützung bei der Bewältigung Ihres Alltags holen oder die Altenpflege in einem Pflegeheim wahrnehmen? Ohne Pflegegrad besteht kein Anspruch auf die Leistungen Ihrer Pflegeversicherung oder Pflegekasse. Die dadurch entstehenden finanziellen Versorgungslücken im Pflegefall schließt eine passende Pflegezusatzversicherung wie die der Allianz.