Junge blonde Frau sitzt mit Seniorenpaar am Tisch und zeigt ihnen einen Vertrag.
Leistungen, Kosten & Co.

Pflegeberatung: Unterstützung für Pflege­bedürftige

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Hilfe bei Pflegebedürftigkeit
  • Seit dem 1. Januar 2009 haben Pflegebedürftige in Deutschland und deren Angehörige einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegeberatung nach §7a Sozialgesetzbuch (SGB) XI durch die Pflegekassen. 
  • Die Pflegeberatung wird von Pflegeberatern und Pflegestützpunkten durchgeführt. Ganz einfach vor Ort, bei Ihnen zu Hause, telefonisch oder online
  • Pflegeberater helfen dabei, Hilfsangebote und Sozialleistungen zu beantragen und erstellen individuelle Versorgungspläne für Pflegebedürftige. 
  • Die Pflegeberatung ist ein kostenloser Service der Pflegekasse. Neben der freiwilligen Beratung gibt es noch eine verpflichtende Beratung, wenn bereits Leistungen bezogen werden. 
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Illustration Info: Gut zu wissen
Gut zu wissen
Illustration Info: Gut zu wissen

Pflegebedürftige Familienmitglieder selbst zu versorgen, ist sowohl körperlich als auch psychisch belastend. In der Pflegeberatung erhalten pflegende Angehörige umfassende Beratung und Hilfestellungen. Pflegeberater sorgen dabei für eine bessere Versorgungssituation von Pflegebedürftigen. Ziel ist, die Pflegesituation für Pflegebedürftige sowie Pflegepersonen positiv zu gestalten.

Durch regelmäßigen Beratungsbesuch erhalten Sie nicht nur Unterstützung und Hilfestellung bei der Pflege. Die Beratung dient auch dem Schutz der zu pflegenden Person. Sobald Probleme in der häuslichen Pflege entstehen oder die Pflegebedürftigkeit steigt, kann so die Pflegekasse schnell reagieren. 

Ist eine Pflegeberatung Pflicht?

Ob die Pflegeberatung Pflicht ist oder nicht, ist vom Pflegegrad und der Versorgungsform des Pflegebedürftigen abhängig. Wird der Pflegebedürftige ausschließlich von Privatpersonen versorgt, so gilt: 

  • Pflegegrad 1: die Pflegeberatung ist freiwillig und steht Pflegenden halbjährlich kostenfrei zur Verfügung
  • Pflegegrad 2-3: eine Pflegeberatung ist nach § 37 Abs. 3 SGB XI alle sechs Monate verpflichtend
  • Pflegegrad 4-5: die Beratung muss alle drei Monate, also vierteljährlich, stattfinden
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Umfang und Hilfsangebote
Junge blonde Frau hilft älterer Dame beim Ausfüllen eines Leistungsantrages

Mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) hat die Bundesregierung einheitliche Pflegeberatungsrichtlinien erlassen. Die Inhalte sowie die Durchführung der Pflegeberatung sind somit bundesweit gleich. Diese Richtlinien gewährleisten einen gleichberechtigten und besseren Zugang zu Sozialleistungen und sorgen für bedarfsgerechte Unterstützung der Pflegebedürftigen und deren Angehörigen. 

  • Ermittlung des individuellen Pflegebedarfs
  • Informationen zur häuslichen Krankenpflege
  • Hilfestellung bei möglichen Sozialleistungen und Hilfsangeboten
  • Erstellung eines individuellen Versorgungsplans
  • Erfassung der benötigten Hilfsmittel wie beispielsweise Pflegebett, Pflegehilfsmittel, Rollstühle usw. 
  • Überwachung des Versorgungsplans und Anpassung an veränderte Bedarfslage
  • Kontaktherstellung zu Selbsthilfegruppen oder anderen Angeboten für pflegende Angehörige
  • Bereitstellung einer Verhinderungspflege, um pflegende Angehörige zu entlasten
  • Unterstützung bei Leistungsanträgen
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Pflegegrad entscheidet

In der Regel ist die Pflegeberatung kostenlos. Bei privaten Pflegeberatern oder Internetberatungsstellen können Ihnen jedoch Kosten entstehen. 

Hat die pflegebedürftige Person einen anerkannten Pflegegrad, übernimmt die Pflegekasse die Kosten für die Pflegeberatung. Das gilt sowohl für die Pflegeberatung nach Paragraf § 37 Abs. 7a SGB XI als auch nach Paragraf § 37 Abs. 3 SGB X. Außerdem muss die Beratung ein anerkannter Pflegeberater durchführen. Ist die zu pflegende Person privat pflegeversichert, übernimmt die jeweilige Versicherung die Kosten. 

Auch wenn kein anerkannter Pflegegrad vorliegt, können Sie die Pflegeberatung in Anspruch nehmen. In diesem Fall übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten jedoch nicht. Sie müssen die Beratung selbst bezahlen. Die Kosten für einen privaten Pflegeberater liegen bei rund 80 Euro.

Gut zu wissen
Illustration Info: Gut zu wissen

Es gibt zwei verschiedene Arten der Pflegeberatung. Die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI dient als Erstinformation für Pflegebedürftige und Ihre Angehörigen. Ein Pflegeberater informiert Sie im Beratungsgespräch über mögliche Geld- und Sachleistungen, die für die Pflege möglich sind. 

Die Pflegeberatung nach § 37 Abs. 3 SGB XI ist ein kontinuierlicher Service der Pflegekasse. Sie greift dann, wenn jemand bereits Leistungen erhält und ausschließlich von Privatpersonen gepflegt wird. Die Beratungstermine finden in festen Intervallen – abhängig vom Pflegegrad – statt und sind verpflichtend. Durch diese Art der regelmäßigen Pflegeberatung soll die Qualität in der häuslichen Pflege gesichert sein. Verpassen Sie einen Beratungstermin, können Ihnen Kürzungen des Pflegegelds drohen. 

Illustration Info: Gut zu wissen
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Älterer Herr sitzt vor dem Laptop und führt ein Beratungsgespräch online per Videochat durch
Online, per Telefon oder persönlich
Älterer Herr sitzt vor dem Laptop und führt ein Beratungsgespräch online per Videochat durch

Als Ratsuchender finden Sie eine Vielzahl an Beratungsangeboten ganz in Ihrer Nähe. Aber auch online, per Telefon und Videochat sind Pflegeberatungen möglich. 

Beratungsstellen: Ob Pflegeberatungen in Berlin, Köln, München, Hamburg, Leipzig, Hannover, Wuppertal oder einer anderen Stadt – Anlaufstellen finden Sie in ganz Deutschland. So können Sie die Beratung direkt vor Ort in Ihrem Umkreis in Anspruch nehmen. Wo sich die nächste Beratungsstelle befindet, erfahren Sie beispielsweise über die Compass-Pflegeberatung.

Bei Ihnen zu Hause: Nicht immer besteht die Möglichkeit, eine Beratungsstelle persönlich aufzusuchen. In diesem Fall bieten viele Beratungsstellen einen Beratungsbesuch bei Ihnen zu Hause an. So kann sich der Pflegeberater außerdem direkt einen ersten Überblick über die häusliche Situation verschaffen.

Per Telefon: Bestimmte Fragen können Sie schnell und einfach am Telefon klären. Ein Gespräch per Telefon bietet sich auch dann an, wenn Sie bereits eine umfassende Beratung erhalten haben und nur noch ergänzende Infos benötigen.

Online: Es gibt immer mehr Online-Beratungsstellen im Internet. Dadurch können Sie sich ganz bequem von Zuhause aus von einem Pflegeberater informieren lassen. 

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Checkliste

Bei der Vielzahl an Beratungsmöglichkeiten ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Folgende Schritte helfen Ihnen, eine gute Pflegeberatung zu finden und für den ersten Termin vorbereitet zu sein: 

1. Wohin: 

Wenden Sie sich an einen Pflegestützpunkt oder eine Beratungsstelle Ihrer Kommune. Falls Sie einen privaten Pflegeberater beauftragen, achten Sie darauf, dass dieser die notwendige Zertifizierung besitzt.

2. Unabhängigkeit: 

Die Pflegeberater sollten Sie neutral und unabhängig von einem bestimmten Anbieter beraten. 

3. Vorbereitung: 

Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor. Überlegen und notieren Sie sich im Vorhinein Fragen, die Sie klären wollen.

4. Kontakt: 

Die Beratung sollte besonders bei komplexen Fällen in der Wohnung des Pflegebedürftigen stattfinden. Bei einfachen Fragen reicht eine Beratung in der Beratungsstelle oder per Telefon aus.

5. Gespräch: 

Der Pflegeberater sollte Sie ausführlich über mögliche Leistungen und Hilfsangebote informieren. 

6. Unterlagen: 

Bringen Sie wichtige Unterlagen wie Pflegetagebuch, medizinische Befunde sowie eine Vorsorgevollmacht des pflegenden Angehörigen zum Gespräch mit.

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Häufige Fragen
  • Was ist eine Pflegeberatung?

    Laut Pflege-Weiterentwicklungsgesetz in Verbindung mit § 7a SGB XI hat seit dem 01. Januar 2009 jede Person in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf eine Pflegeberatung. Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz ist ein deutsches Artikelgesetz, das die Pflegeversicherung besser auf die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen ausrichten soll.

    Die Entlastung von Angehörigen und Information für Pflegebedürftige steht dabei im Fokus: Die Pflegeberater weisen auf Sozialleistungen und Hilfsangebote hin, ermitteln den individuellen Betreuungs- und Hilfebedarf und arbeiten mit Ihnen einen Versorgungsplan aus. 

  • Wer darf Pflegeberatungen anbieten?

    Eine umfassende Pflegeberatung bieten Krankenkassen, Pflegedienste, Krankenhäuser, Verbraucherzentralen, Sozialämter, Pflegestützpunkte und private Pflegeberater an. Durchgeführt wird die Pflegeberatung von anerkannten Pflegefachkräften, Sozialversicherungsfachangestellten oder Sozialarbeitern mit entsprechender Weiterbildung.
  • Welche gesetzlichen Regelungen betreffen die Pflegeberatung?

    Seit 01. Januar 2009 besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Pflegeberatung. Dieser wurde durch das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz geschaffen. Er ist in § 7a SGB XI verankert. Somit kann jeder privat sowie gesetzlich Versicherte, der Pflegeleistungen der Pflegeversicherung erhält, sich kostenlos beraten lassen. 

    Mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz (PSG II) hat der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) Richtlinien zur einheitlichen Durchführung der Pflegeberatung nach §7a SBG XI erlassen. Der GKV-Spitzenverband ist gleichzeitig auch der Spitzenverband der Pflegekassen. Darüber hinaus ist er Träger des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS). Alle gesetzlichen Krankenkassen sind Mitglieder des GKV-Spitzenverbandes.

  • Gibt es eine Weiterbildung zum Pflegeberater?

    Es gibt mehrere Institutionen, die eine Weiterbildung zum Pflegeberater anbieten. Diese wird nach § 7a SGB XI und § 45 SGB XI sowie den Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes durchgeführt. 

    Die Weiterbildung befasst sich unter anderem mit Grundlagen des Pflegefachwissens, Case Management, Recht in der Pflege, Qualitätsmanagementsystemen sowie Aufklärung, Beratung und Antragstellung. Teil der Ausbildung ist außerdem ein Pflegepraktikum, das in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen stattfindet. Danach dürfen Sie als Pflegeberater Individualberatungen anbieten sowie auch Pflegekurse für pflegende Angehörige durchführen.

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