Seniorin sitzt beim Kartenspielen an einem Tisch
Wer zahlt was bei der vollstationären Pflege?

Pflegeheim: Kosten und Wissenswertes

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Die Kosten im Pflegeheim im Überblick
  • Die Kosten für einen Pflegeplatz im Heim setzen sich zusammen aus Pflege, Unterkunft und Verpflegung sowie Miete von Zimmer und Ausstattung („Investitionskosten“).
  • Je nach Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse einen Teil der Kosten für die Pflege. Sie selbst zahlen einen Eigenanteil. Seit dem Pflegestärkungsgesetz II ist dieser Eigenanteil innerhalb eines Pflegeheims immer gleich. Man spricht vom „einrichtungseinheitlichen Eigenanteil". Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie die Investitionskosten variieren von Heim zu Heim.
  • Sollten Sie selbst nicht der Lage sein die Kosten zu zahlen, unterstützt Sie gegebenenfalls das Sozialamt. Das Geld kann sich der Staat aber teilweise bei Ihren Angehörigen zurückholen, wenn deren Einkommen hoch genug ist.
  • Der durchschnittlicher Eigenanteil der Pflegeheimkosten in Deutschland liegt bei ungefähr 2.015 Euro.
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Kosten im Überblick
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Zusammensetzung

Die Kosten für die Betreuung und Versorgung im Pflegeheim, auch Heimentgelt genannt, lassen sich in folgende Komponenten einteilen:

  • Pflegebedingte Kosten (Pflegekosten)
  • Unterbringungs – und Verpflegungskosten
  • Investitionskosten (Miet- und Pachtzahlungen)
  • Kosten für die Ausbildung der Auszubildenden (Ausbildungsumlage)

Pflegebedingte Kosten

Im Gegensatz zur häuslichen Pflege werden Pflegebedürftige in einem Pflegeheim vollstationär versorgt. Dazu gehört auch eine allumfassende Betreuung und Pflege. Diese erhält jeder Versicherte mit anerkanntem Pflegegrad. 

Ein anerkannter Pflegegrad kann nur von Experten der MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) bzw. MEDICPROOF per Gutachten erstellt werden. Die Pflegekasse unterstützt die monatlichen Pflegeheimkosten mit folgenden Beträgen (Leistungen):

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  Betrag für vollstationäre Pflege
Pflegegrad 1 125 €
Pflegegrad 2 770 €
Pflegegrad 3 1.262 €
Pflegegrad 4 1.775 €
Pflegegrad 5 2.005 €

Unterbringungs- und Verpflegungskosten

Ähnlich wie die Hotelkosten bezahlen Sie in einem Pflegeheim auch für ein Zimmer mit Vollpension. Die Kosten tragen Sie als Versicherter selbst. Dabei entstehen die Verpflegungskosten für die gesamte Versorgung des Bewohners, wie zum Beispiel Aufwendungen für Mahlzeiten, Zimmer- und Wäschereinigung.

Die Unterkunftskosten sind gleichzusetzen mit Betriebskosten wie beispielsweise Kosten für Wärme, Strom und Wasser.

Übrigens: Sollte der Pflegebedürftige nicht in der Lage sein, die Nahrung selbst aufzunehmen, und stattdessen durch eine Magensonde ernährt werden, dann muss der Heimbetreiber den Kostenanteil für Verpflegung reduzieren.

Investitionskosten

Die Investitionskosten stellen einen wichtigen Teil der monatlichen Pflegeheimkosten dar. Ähnlich wie bei einer Eigentumswohnung bildet das Pflegeheim Rücklagen für Wohnraum und Instandhaltung, die auf die Heimbewohner umverteilt werden können. Dies sind beispielsweise Einrichtungskosten, Instandhaltungskosten oder Miet- und Pachtzahlungen. 

Dabei sind die Kosten von Heim zu Heim unterschiedlich. Achten Sie daher bei der Pflegeheimsuche auf Alter und Zustand.

Hinweis: Das Pflegewohngeld ist ein bewohnerorientierter Zuschuss, der zur Finanzierung der Investitionskosten dient. Die Höhe orientiert sich an den jeweiligen Pflegeheimkosten. Als einkommensabhängige Leistung wird das Pflegewohngeld vom Sozialamt nicht gewährt, wenn das Einkommen bestimmte Grenzen übersteigt. Das freiwillige Pflegewohngeld gibt es nur in den folgenden Bundesländern: Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. 

Die Ausbildungsumlage ist eine Umlage, an der sich jede Pflegeeinrichtung laut Gesetz beteiligen muss.. Die Umlage betrifft auch Heimbewohner, denn sie zahlen pro Hausbesuch einen Teil der Ausbildungsumlage.

Zusatzleistungen

Bewohner können sich mit dem Pflegeheim auch über Zusatzleistungen verständigen. Dies sind laut § 3 Zusatzleistungen nach § 88 SGB XI besondere Komfortleistungen bei Unterkunft und Verpflegung, sowie zusätzliche pflegerische/betreuende Leistungen. Komfortleistungen sind individuell wählbar und können beispielsweise ein wöchentlicher Frisörbesuch oder ein Leserservice sein.

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Kostenberechnung
Frau mit Sohn besprechen ein Infoblatt

Die Kosten für die Betreuung im Pflegeheim variieren je nach Anforderungen und Bundesland. So ist die vollstationäre Pflege in Ostdeutschland häufig günstiger als in Westdeutschland. In NRW liegen die Gesamtkosten im Durchschnitt bei rund 3.500 Euro monatlich, während ein Aufenthalt in einem Pflegeheim in Sachsen-Anhalt weniger als 1.400 Euro kostet. Bundesweit können Sie laut biva.de mit durchschnittlich 2.015 Euro pro Monat rechnen. Nicht enthalten ist der Anteil der Pflegegrade.

Entscheidend ist nicht nur das Bundesland, sondern auch die genaue Lage (Großstadt oder ländliche Region) sowie Ausstattung und Alter des Pflegeheims. Auch die Art des Zimmers (wie Einzelzimmer oder Doppelzimmer) im Pflegeheim können die Preise stark differenzieren lassen. 

Eigenanteil Pflegekosten je Bundesland

Der Eigenanteil der Pflegekosten sind die Gesamtkosten, die der Versicherte zahlen muss. Nicht enthalten ist der Anteil der Pflegeversicherungen, der ja nach Pflegegrad variieren kann.

Besonders die Investitions-, Unterkunft- und Verpflegungskosten variieren stark nach Bundesland.

Durchschnittlicher Eigenanteil der Pflegeheimkosten nach Bundesland

Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittliche finanzielle Belastung ohne Ausbildungsumlage bzw. Ausbildungskosten. Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil, auch EEE, ist eine monatliche Pauschale, die durch einen Bewohner zusätzlich zu den Investitionskosten und Aufwenden bezahlt werden muss (für Pflegegrade 2 bis 5).

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Bundesland EEE Unterkunft & Verpflegung Investitionskosten Summe
Sachsen-Anhalt 560 € 588 € 288 € 1.436 €
Mecklenburg-Vorpommern 602 € 600 € 338 € 1.540 €
Thüringen 490 € 712 € 362 € 1.564 €
Sachsen 595 € 672 € 354 € 1.621 €
Brandenburg 760 € 640 € 297 € 1.697 €
Niedersachsen 602 € 604 € 498 € 1.704 €
Schleswig-Holstein 603€ 745 € 493 € 1.841 €
Bremen 642 € 788 € 529 € 1.959 €
Hessen 761 € 703 € 501 € 1.965 €
Berlin 992 € 614 € 384 € 1.990 €
Durchschnitt Bund 786 € 774 € 455 € 2.015 €
Bayern 938 € 669 € 411 € 2.018 €
Hamburg 702 € 782 € 548 € 2.032 €
Rheinland-Pfalz 787 € 895 € 437 € 2.119 €
Saarland 936 € 893 € 512 € 2.341 €
Baden-Württemberg 1.062 € 863 € 429 € 2.354 €
Nordrhein-Westfalen 818 € 1.036 € 551 € 2.405 €
Am günstigsten wohnen Pflegebedürftige mit 1.436 Euro in Sachsen-Anhalt. Ebenso gering sind die Kosten für ein Pflegeheim in Sachsen mit 1.621 Euro.  Hessen und Bayern sind bei den Pflegeheimkosten nahe am Bundesdurchschnitt, der mit einem Eigenanteil bei 2.405 Euro liegt. Der Pflegeheimplatz in Nordrhein-Westfalen ist mit 2.405 Euro am teuersten. Als sinnvolle und finanziell entlastende Unterstützung bietet sich daher eine private Pflegezusatzversicherung an.
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Kostenbeispiel
Infografik: Eigenanteil der Pflegeheimkosten in Deutschland

Die Pflegekasse übernimmt nur einen Teil der Kosten eines Pflegeheimplatzes. Für den Rest muss der Pflegeheimbewohner selbst aufkommen.

Die Abbildung zeigt die finanzielle Belastung pro Pflegegrad bei gleichbleibenden Investitionskosten, Unterkunft- und Verpflegungskosten sowie einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEF) im Bundesdurchschnitt für einen Heimplatz.

Durch die neue Pflegereform hat sich die Situation für Heimbewohner jedoch etwas entlastet. Bei steigendem Pflegebedarf mussten sich die Pflegebedürftigen früher an den Kosten für das Pflegeheim beteiligen. Dies ist nun nicht mehr der Fall.

Stattdessen gilt ein einheitlicher Betrag für alle Pflegeheimbewohner unabhängig vom Pflegegrad.

Gut zu wissen
Allianz Illustration: Gut zu wissen Information zum Schonvermögen

Je höher der Pflegegrad des Pflegebedürftigen, desto höher der Pflegeaufwand und die damit verbundenen Kosten (inkl. Eigenanteil). Die Pflegeversicherungen unterstützen dabei mit höheren Geldleistungen.

Steigende Lohn- und Personalkosten sowie Heimkosten können zu Kostenerhöhungen führen. Das Pflegeheim kann daher unter bestimmten Voraussetzungen das Entgelt erhöhen. Diese Preiserhöhung gibt der Gesetzgeber im Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) vor. 

Wichtig: Für Pflegebedürftige, die schon vor dem 01.01.2017 in einem Pflegeheim leben, gilt ein Bestandsschutz. Die Heimbetreiber sind gesetzlich dazu verpflichtet für jede Kostenänderung eine Ankündigungsfrist von vier Wochen zu beachten.

Allianz Illustration: Gut zu wissen Information zum Schonvermögen
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Kostenübernahme im Detail
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Genutztes Eigentum als Sicherheit
Illustration: Gut zu wissen Information zum Schonvermögen
Wenn Sie pflegebedürftig werden, zahlt Ihre Pflegepflichtversicherung nur einen Teil der Kosten. Sie können die restlichen Ausgaben sofern Sie rechtzeitig vorgesorgt haben über eine private Pflegeversicherung oder mit Ihrem Vermögen abdecken. Sollte dies nicht ausreichen, müssen Sie gegebenenfalls Ihr Haus oder sonstiges Eigentum verkaufen. Wohnen Ihr Partner oder Ihre minderjährigen Kinder in Ihrem Eigenheim, gilt dieses als „selbst genutzt“ und zählt damit zum Schonvermögen.
Illustration: Gut zu wissen Information zum Schonvermögen
Illustration: Frau mit Cocktail am Meer
Versorgt im Ausland
Illustration: Frau mit Cocktail am Meer

Für viele deutsche Pflegebedürftige ist die stationäre Pflege in einem Pflegeheim im Ausland eine erstrebenswerte Wahl. Es locken gutes Wetter, eine schöne Atmosphäre und oft niedrigere Kosten. Besonders beliebt sind Pflegeheime im asiatischen Raum wie z. B. in Thailand oder in Osteuropa mit Polen und Ungarn. Auch erfreuen sich Pflegeheime in Österreich und Spanien großer Beliebtheit.

Ein Wechsel sollte jedoch stets gut überlegt und vorab mit der Pflegeversicherung geklärt worden sein.

Die passende Versicherung
Im Pflegefall individuell abgesichert mit der Pflegezusatz­versicherung
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Häufige Fragen
  • Wie bemisst sich der Eigenanteil für die Betreuung in einem Pflegeheim?

    Anfang 2017 ist das Pflegestärkungsgesetz (PSG) II vollständig in Kraft getreten. Statt bisher drei Pflegestufen gibt es nun die Pflegegrade 1 bis 5. Für Pflegebedürftige in einem Pflegeheim gelten durch das PSG II neue Regeln: Bisher stieg der Eigenanteil mit zunehmender Pflegestufe, seit 2017 ist er unabhängig vom Pflegegrad, man spricht jetzt vom einrichtungseinheitlichen Eigenanteil, der in jeder Pflegeeinrichtung unterschiedlich hoch sein kann.
  • Sind die Kosten für das Pflegeheim steuerlich absetzbar?

    Ja, die selbst getragenen Kosten gelten bei der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastung. Als solche können Sie sie absetzen. Wenn Sie allerdings Ihre Wohnung aufgeben, um in ein Heim zu ziehen, ist die sogenannte Haushaltsersparnis abzuziehen. Den Restbetrag können Sie absetzen, sofern der Betrag höher ist als die zumutbare Belastung. Diese hängt ab von der Summe Ihrer Einkünfte sowie Familienstand und der Anzahl Ihrer Kinder. Übrigens: Falls Ihre Angehörigen für die Heimkosten aufkommen, können auch sie das (zumindest anteilig) steuerlich geltend machen.
  • Was ist bei ausländischen Pflegeheimen (z. B. in Tschechien oder Polen) zu beachten?

    Die Kosten für Pflegeheime sind in Deutschland oftmals höher als beispielsweise in Einrichtungen hinter der deutschen Grenze in Polen oder Tschechien. Achten Sie darauf, ob diese Pflegeheime Personal mit ausreichenden Deutschkenntnissen beschäftigen – es sei denn, Sie beherrschen selbst die Landessprache. Zudem sollten in dem Haus genügend ausgebildete Fachkräfte arbeiten, damit Ihre Pflege und die medizinische Versorgung gewährleistet sind. Denken Sie auch daran, dass Ihre Angehörigen möglicherweise höhere Reisekosten haben.
  • Worin liegt der Unterschied zwischen einem Pflege- und Altenheim?

    Wenn ältere Menschen den Alltag nicht mehr alleine bewältigen können, dann bietet sich der Umzug ein Seniorenheim beziehungsweise Altenheim an. Hier werden sie rund um die Uhr bestens versorgt. Das Pflegeheim ist in der Regel nur für Menschen mit Pflegebedürftigkeit vorgesehen.
  • Wann übernimmt der Sozialhilfeträger (Sozialamt) die Kosten für ein Pflegeheim?

    Die Pflegeversicherung unterstützt Pflegebedürftige bei den Kosten für ihren Pflegeheimaufenthalt. Die restliche Summe muss der Versicherte selbst übernehmen. Reichen die eigenen finanziellen Mittel (z. B. Rente und Vermögen) nicht aus, prüft das Sozialamt, inwieweit die unterhaltspflichtigen Angehörigen (z. B. Kinder, Ehegatten) im Rahmen des Elternunterhalts Unterstützung gewähren müssen. Dies gilt auch für alleinstehende Pflegebedürftige. Beachten Sie geltende Freibeträge für Angehörige bei Pflegeheimkosten.

    Reicht das gesammelte Vermögen nicht aus, übernimmt der Sozialhilfeträger die Kosten für das Pflegeheim.

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