Pflegeversicherung Beamte: Lehrer erklärt einer Schülerin etwas in der Schulklasse mit Klassenkameraden
Lehrer, Polizisten & Co. 

Pflege­versicherung Beamte

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Basisschutz im Pflegefall
  • Wenn Beamte pflegebedürftig werden und im Alltag auf fremde Hilfe angewiesen sind, bietet ihnen die Pflegeversicherung einen Basisschutz.
  • Egal, ob Polizist oder Lehrer, eine Pflegeversicherung ist für jeden Beamten in Deutschland Pflicht.
  • Wer als Staatsdiener gesetzlich krankenversichert ist, zahlt in die soziale Pflegeversicherung ein. Privat krankenversicherte Beamte schließen eine private Pflegepflichtversicherung ab. Je nach Versicherungsart bemessen sich die monatlichen Beiträge nach dem Bruttoeinkommen bzw. Beitrittsalter und Gesundheitszustand.
  • Ambulante und stationäre Pflege wird immer teurer. Um im Pflegefall nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten, ist eine private Pflegezusatzversicherung für Beamte meist sinnvoll.
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Pflegeversicherung Beamte: Pflegerin in blauer Uniform hält die Hand einer Seniorin im Rollstuhl
Definition
Pflegeversicherung Beamte: Pflegerin in blauer Uniform hält die Hand einer Seniorin im Rollstuhl

Die Pflegeversicherung bietet Beamten eine Basisabsicherung, wenn sie pflegebedürftig sind. Ein Beispiel: Eine pensionierte Lehrerin kann ihren Alltag nicht mehr alleine bewältigen, weil sie an fortschreitender Demenz leidet. Die Pflegeversicherung übernimmt in diesem Fall einen Teil der Kosten für ihre ambulante oder stationäre Pflege.

In der Regel sind Staatsdiener über die private Pflegepflichtversicherung abgesichert. In Ausnahmefällen können Beamte sich auch in der freiwilligen sozialen Pflegeversicherung versichern – unter anderem, wenn sie bereits der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angehören. 

Eine Pflege Versicherung ist für Beamte ein Muss

Genauso wie andere Arbeitnehmer sind Beamte in Deutschland gesetzlich verpflichtet, für den Fall vorzusorgen, dass sie pflegebedürftig werden. Denn sind Sie im Alter auf fremde Hilfe angewiesen, stellt das für Sie bzw. Ihre Angehörigen eine große finanzielle Belastung dar. Mit der Versicherungspflicht stellt der Gesetzgeber sicher, dass Beamte genauso wie alle anderen Angestellten, Freiberufler und Selbstständigen in Deutschland im Pflegefall mit Basisleistungen abgesichert sind.

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Gut zu wissen
Allianz – Pflegeversicherung Beamte: Illustration Information Gut zu wissen

Auch nach Ende ihrer Dienstzeit sind Beamte dazu verpflichtet, weiter in die Pflegepflichtversicherung einzuzahlen. Selbst wenn Sie rundum gesund in den Ruhestand starten, können Sie früher oder später auf Pflege angewiesen sein. In diesem Fall ist eine ausreichende Grundabsicherung unverzichtbar.

Pensionäre entrichten die Beiträge zur Pflegeversicherung für sich und beihilfeberechtigte Angehörige jeden Monat zusammen mit den Beiträgen zur sozialen oder privaten Krankenversicherung (PKV).

Allianz – Pflegeversicherung Beamte: Illustration Information Gut zu wissen
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Beitragshöhe

Wie hoch die Beiträge zur Pflegeversicherung für Beamte ausfallen, hängt davon ab, ob Sie über eine soziale oder private Pflegekasse versichert sind.

Bei der sozialen Pflegeversicherung bestimmt das Einkommen die Beitragshöhe

Sind Sie als Beamter freiwillig in der sozialen Pflegeversicherung angemeldet, gilt grundsätzlich: Je mehr Sie verdienen, desto höher sind Ihre monatlichen Kosten. Den Vorschriften im Elften Sozialgesetzbuch (SGB XI) entsprechend beträgt der Beitragssatz für Beihilfeberechtigte die Hälfte von 3,05 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen, also 1,525 Prozent. Sind Sie kinderlos und mindestens 23 Jahre alt, zahlen Sie zu den 1,525 Prozent einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,25 Beitragssatzpunkten – das heißt insgesamt 1,775 Prozent Ihres Bruttoeinkommens. Diese Regelung gilt auch für beihilfeberechtigte Angestellte, die freiwillig in der Pflegekasse versichert sind.  Diese zahlen ebenfalls nur 50 Prozent des Beitragssatzes – also 1,525 Prozent. 

Ein Rechenbeispiel: Verdienen Sie als sozial pflegeversicherte Beamtin (mit Ausnahme von Sachsen) mit zwei Kindern monatlich 4.000 Euro brutto, fließen etwa 60 Euro in die Pflegeversicherung. Einen Zuschuss Ihres Dienstherrn erhalten Sie nicht. Dafür haben Sie Anspruch auf Beihilfe oder Heilfürsorge nach beamtenrechtlichen Vorschriften.

Private Pflegepflichtversicherung kalkuliert die Beiträge abhängig von Alter und Gesundheit

Sind Sie in der privaten Pflegekasse angemeldet, entscheidet Ihr Eintrittsalter bei Vertragsabschluss, wie hoch die monatlichen Kosten ausfallen. Maximal zahlen Sie den Höchstbetrag der sozialen Pflegepflichtversicherung: rund 143 Euro pro Monat. Das sind 3,05 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze, die 2020 bei monatlich 4.687,50 Euro liegt.

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Pflegeversicherung Beamte: Opa legt Arm um Enkel und beide schauen aus dem Fenster
Pflegetagegeld, Pflegerente & Co.
Pflegeversicherung Beamte: Opa legt Arm um Enkel und beide schauen aus dem Fenster

Ob eine private Pflegezusatzversicherung für Sie sinnvoll ist, hängt unter anderem von Ihrer Gehaltsstufe und Ihren Lebensumständen ab. Grundsätzlich gilt: Die Leistungen der sozialen und privaten Pflegepflichtversicherung dienen lediglich als Basisabsicherung. Die Kosten, die Ihnen bei Pflegebedürftigkeit  tatsächlich entstehen, liegen in der Regel weit über den gezahlten Zuschüssen.

Schon jetzt betragen die durchschnittlichen  Heim- und Pflegekosten je nach Bundesland rund 4.000 Euro pro Monat – weit mehr, als die Pflegepflichtversicherung abdeckt. Damit Sie diese Versorgungslücke nicht mit Ihrem Privatvermögen ausgleichen oder Ihre Angehörigen finanziell belasten müssen, ist eine private Pflegezusatzversicherung empfehlenswert.

Je nachdem, wie und in welchem Umfang Sie vorsorgen möchten, haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Zusatzversicherungen:

  • Pflegetagegeldversicherung: Im Pflegefall erhalten Sie als Versicherungsnehmer einen fest vereinbarten Tagessatz, beispielsweise 50 Euro täglich. Über das Pflegetagegeld können Sie frei verfügen – unabhängig davon, ob Sie stationär im Heim, von einem professionellen Pflegedienst oder Angehörigen betreut werden.
  • Pflegekostenversicherung: Der Versicherer übernimmt in diesem Fall nur nachgewiesene Pflegekosten. Meist sind nur Kosten für Leistungen abgedeckt, die im Katalog der sozialen Pflegeversicherung enthalten sind. Sie können den von der Versicherung gezahlten Betrag demnach nicht beliebig einsetzen.
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Zahlung nach Pflegegrad
Welche Pflegeversicherung Leistungen für Beamte Ihnen im Pflegefall zustehen, bestimmt Ihr Pflegegrad (ehemals Pflegestufe). Die Aufteilung in einen der  fünf Pflegegrade erfolgt abhängig davon, wie selbstständig Pflegebedürftige ihren Alltag bewältigen können. Die Gutachter prüfen unter anderem, wie mobil Betroffene sind und ob sie ihren Tagesablauf selbstständig meistern können. Abhängig von der Pflegesituation zahlen die gesetzlichen und privaten Pflegekassen Beamten eine festgelegte monatliche Summe:

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Pflegegrad Pflege zu Hause durch Angehörige Pflege zu Hause durch zugelassene Pflegekräfte Stationäre Pflege im Heim
1 0 € 0 € 0 €
2 316 € 689 € 770 €
3 545 € 1.298 € 1.262 €
4 728 € 1.612 € 1.775 €
5 901 € 1.995 € 2.005 €
Übrigens: Für Unterstützung im täglichen Leben, etwa bei Besorgungen oder im Haushalt, steht ambulant Pflegebedürftigen aller Pflegegrade darüber hinaus ein einheitlicher Entlastungsbetrag von bis zu 125 Euro pro Monat zur Verfügung.
Oft gefragt
Pflegeversicherung Beamte: Illustration Information Gut zu wissen

Die Versicherungspflicht in der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung gilt in Deutschland auch für angehende Beamte. Das heißt: Sind Sie im öffentlichen Dienst tätig, aber noch nicht verbeamtet, schließen Sie trotzdem eine soziale oder private Pflegepflichtversicherung für Beamte ab.

Die Beitragskosten berechnen sich wie bei Versicherten mit Beamtenstatus. Werden Beamtenanwärter pflegebedürftig, haben sie Anspruch auf dieselben finanziellen Leistungen wie bereits vereidigte Beamte.

Pflegeversicherung Beamte: Illustration Information Gut zu wissen
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Zuschuss vom Staat

Wer als Staatsdiener pflegebedürftig wird, hat Anspruch auf Beihilfe oder freie Heilfürsorge. Das heißt: Der Dienstherr, also der Bund oder das jeweilige Bundesland, kommt für einen Teil der Pflegekosten auf, den die private Pflegepflichtversicherung nicht abdeckt. Zusammen entsprechen die Leistungen der Beihilfe und der privaten Pflegepflichtversicherung denen der sozialen Pflegekasse.

Beihilfe zu Pflegeleistungen beantragen Beamte bei der zuständigen Beihilfestelle. Nach Bewilligung des Antrags übernimmt die Beihilfe bei gesetzlich pflegeversicherten Beamten circa 50 Prozent der Pflegekosten. Wie hoch die Unterstützung tatsächlich ausfällt, hängt vom jeweiligen Bundesland ab. Abweichungen sind möglich. Für den Restbetrag kommt die jeweilige beihilfekonforme Pflegeversicherung auf.

Die Höhe der Beihilfe richtet sich nach dem Pflegegrad

Je nachdem, ob pflegebedürftige Beamte ihren Alltag noch weitgehend selbstständig bestreiten können (Pflegegrad 1) oder erheblich eingeschränkt sind (Pflegegrad 5), erhalten sie mehr oder weniger Beihilfe. Für privat pflegeversicherte Beihilfeberechtigte erstellt die MEDICPROOF GmbH zunächst ein Gutachten zur Pflegebedürftigkeit. Auf Basis dieser Begutachtung wird der Pflegegrad ermittelt. Diese Einstufung bestimmt wiederum die finanziellen Leistungen der Beihilfestellen und Pflegeversicherungen.

Ambulant vs. stationär: Pflegeart beeinflusst die Beihilfeleistung

Erfolgt die Pflege nicht in den eigenen vier Wänden, sondern stationär in einem Pflegeheim, kommt die Beihilfe anteilig für die reinen Pflegeleistungen auf. In einigen Bundesländern sind Kosten für Unterkunft und Verpflegung für Beamte nicht beihilfefähig – es sei denn, sie übersteigen eine bestimmte Höhe.

Bei häuslicher Pflege kommt es wiederum darauf an, ob selbstbeschaffte Pflegekräfte, beispielsweise Familienangehörige, oder Fachpersonal den Beihilfeberechtigten betreuen. Kümmern sich der Partner oder die eigenen Kinder um den Pflegebedürftigen, fällt das Pflegegeld deutlich niedriger aus als die Beihilfehöchstgrenzen für professionelle Pflegedienste.

Wie viel Beihilfe Sie erhalten, hängt vom Bundesland ab

Maßgeblich für den Umfang der Beihilfe bei Pflegebedürftigkeit ist die jeweilige Beihilfeordnung der Länder oder die Bundesbeihilfeverordnung. Die meisten Bundesländer legen Höchstgrenzen für beihilfefähige Pflegeleistungen fest. Bayern zum Beispiel gewährt eine besonders hohe Beihilfe. Grundsätzlich orientieren sich die Länder bei der Beihilfebemessung an den Vorschriften der gesetzlichen Pflegeversicherung.

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Allianz – Pflegeversicherung Beamte: Polizist steht am Bahnsteig vor vorbeifahrendem Zug
Polizist, Lehrer & Co.
Allianz – Pflegeversicherung Beamte: Polizist steht am Bahnsteig vor vorbeifahrendem Zug

Egal, ob Sie Richterin oder Berufssoldat sind: Die Pflegeversicherung ist für Sie gesetzlich vorgeschrieben. Je nach Art der Krankenversicherung (gesetzlich oder privat), ist auch geregelt wie man pflegeversichert werden muss. Lesen Sie hier mehr zum Thema Träger der Pflegeversicherung.

Angestellte Lehrer sind nicht beihilfeberechtigt

Sind Sie als Lehrer verbeamtet, können Sie sich in der gesetzlichen oder in der privaten Pflegepflichtversicherung versichern. Im Pflegefall erhalten Sie einen Teil der Pflegekosten über die Beihilfestelle erstattet.

Anders sieht es aus, wenn Sie als freiberuflicher Lehrer an Schulen unterrichten. Dann müssen Sie sich selbst kranken- und pflegeversichern und können keine Beihilfe beziehen. Nicht verbeamtete Referendare und Lehrer mit geringem Einkommen sind automatisch in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert. Erst wenn ihr Bruttoeinkommen regelmäßig die Pflichtversicherungsgrenze (2020: 5.212,50 Euro im Monat bzw. 62.550 Euro pro Jahr) übersteigt, dürfen sie in die PKV und damit in die private Pflegepflichtversicherung wechseln.

Bei Polizisten übernimmt die Beihilfe bis zu 80 % der Pflegekosten

Polizeianwärter müssen innerhalb von drei Monaten nach Eintritt in die Polizei eine Pflegepflichtversicherung abschließen. Die Leistungen sind gesetzlich geregelt, die Beitragskosten hängen vom Eintrittsalter ab. 

Der passende Versicherungsschutz
Im Pflegefall grundsätzlich abgesichert mit der Pflegepflicht­versicherung
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