Student und Studentin schauen im Hörsaal gemeinsam Notizen in einem Ordner an.
Pflegevorsorge & Studium

Pflegeversicherung als Student: Pflege in jungen Jahren

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Kurz erklärt in 30 Sekunden
Richtig versichert während des Studiums
  • In Deutschland besteht seit 01.01.2009  in bestimmten Versicherungszweigen für alle Personen Versicherungs­pflicht. Deshalb ist der Abschluss einer Kranken- und einer Pflegeversicherung für Studenten Pflicht.
  • Im Normalfall können Studenten unter gewissen Voraussetzungen bei den Eltern oder einem Ehepartner bis zum 25. Geburtstag beitragsfrei familienversichert sein. 
  • Verdienen sie jedoch selbst Geld, übernimmt ihr Arbeitgeber (wie bei anderen Angestellten auch) einen Anteil an den Kosten der Pflegeversicherung.
  • Der Abschluss einer privaten Pflege­zusatzversicherung ist freiwillig aber durchaus sinnvoll – sie schließt im Pflegefall Versorgungslücken.
  • Durch ihr junges Alter und durch ihren meist noch sehr guten Gesundheitszustand profitieren Studenten von günstigen Tarifen (im Pflege-Bahr Tarif sogar mit staatlicher Förderung) und zusätzlichem Schutz im Pflegefall – zum Beispiel mit einem Pflegetagegeld bei Pflegebedürftigkeit.
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Kurz und bündig

Beim Thema Pflege denken viele sofort an ältere Menschen. Aber auch Jüngere können zum Pflegefall werden und sind bei Pflegebedürftigkeit ebenfalls durch die Pflegeversicherung abgesichert. 

Die Pflegeversicherung sichert seit 1995 als Pflichtversicherung das Pflegerisiko quer über die Gesellschaft der Bundesrepublik ab – von den Arbeitnehmern, Selbstständigen, Arbeitslosen, Rentnern bis hin zu den Familien.

Ist die Pflegeversicherung für Studenten Pflicht?

In Deutschland unterscheidet man zwischen: der sozialen Pflegepflicht­versicherung (SPV), der privaten Pflegepflichtversicherung (PPV) und der privaten Pflegezusatzversicherung. Der Abschluss einer Krankenversicherung und Pflegeversicherung (SPV oder PPV) ist in Deutschland gesetzlich verpflichtend und gilt somit auch für Studenten. 

Gesetzlich Versicherte (Studenten) sind dabei automatisch in der Pflegekasse versichert, die an ihre Krankenversicherung angeschlossenen ist. Privatversicherte (Studenten) müssen sich selbst um eine private Pflegepflichtversicherung kümmern.

Im Gegensatz zu einer Pflegepflichtversicherung ist die private Pflegezusatzversicherung freiwillig. Sie schließt Versorgungslücken im Falle einer Pflegebedürftigkeit und passt sich an Ihre individuellen Bedürfnisse an.

Möglichkeiten während des Studiums
Fünf Studenten sitzen mit Büchern und Laptop an einem Tisch und lernen.

Bei der Immatrikulation an staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen müssen Studenten aufgrund der Versicherungspflicht einen Versicherungsnachweis über Kranken- und Pflegeversicherung vorlegen. Diese Pflicht besteht auch während eines Urlaubssemesters oder eines Auslandssemesters.

Kranken- und Pflegeversicherung für Studenten

Diese Möglichkeiten zur Kranken- und Pflegeversicherung für Studierende gibt es:

  1. Familienversichert: Studenten können bis zum 25. Geburtstag unter bestimmten Voraussetzungen beitragsfrei über einen Elternteil in der Familienversicherung in der GKV versichert sein. Wer vor dem Studium freiwilligen Wehrdienst oder Bundesfreiwilligendienst geleistet hat, kann darüber hinaus diese Altersgrenze um 12 Monate verlängern.
  2. Gesetzlich pflichtversichert: Studenten, die neben dem Studium mehr als 20 Stunden in der Woche arbeiten und ein Arbeitsentgelt von mehr als 450 Euro bekommen (Grenze für die geringfügige Beschäftigung), sind wie alle Angestellten automatisch über den Arbeitgeber versichert. Das gilt auch für Dual-Studierende.
  3. Freiwillig gesetzlich versichert: Auch Studenten, deren Einkommensgrenze unter 450 Euro liegt (Grenze für die geringfügige Beschäftigung), können sich selbst gesetzlich versichern. Sie müssen dann als Student die Pflegeversicherung selbst zahlen und sind somit freiwillig gesetzlich versichert.
  4. Privat krankenversichert (Eltern): Wer vor dem Studium über die Eltern privat versichert war, kann dies unter bestimmten Voraussetzungen auch weiterhin bleiben. Studenten benötigen dann gegebenenfalls eine Befreiung von der GKV.
  • Zu beachten: Die Entscheidung, welche Art von Kranken- und Pflegeversicherung Sie wählen, ist grundsätzlich für das gesamte Studium bindend. Jedoch ist eine Befreiung von der Versicherungspflicht innerhalb der ersten drei Monaten nach Beginn des Studiums möglich. Ihren Befreiungsantrag müssen Sie dabei innerhalb der ersten drei Monaten nach Eintritt der Versicherungspflicht stellen und das Bestehen eines Versicherungsschutzes bei einer PKV nachweisen.
Illustration Gut zu wissen
Gut zu wissen
Pflegeversicherung als Student: Gibt es eine Altersgrenze?
Illustration Gut zu wissen
Ja. Mit dem 30. Geburtstag endet der Zugang zur KVdS (Krankenversicherung der Studenten). Durch das MDK-Reformgesetz zum 01.01.2020 wurde anderseits die bisherige Begrenzung bis zum 14. Fachsemester bei der Versicherungspflicht der Studierenden in der GKV gestrichen. Das hat für Studierende Vorteile: Die Zahl ihrer Semester ist nun nicht mehr entscheidend. Sie fallen auch nach Abschluss des 14. Fachsemesters nicht aus der KVdS.
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Beiträge: Das zahlen Sie
Nahaufnahme eines Studenten und einer Studentin, die sich Notizen auf einem Block machen.

Viele fragen sich zu Beginn ihres Studiums: Was muss ich als Student an Beiträgen zur Pflegeversicherung zahlen?

  • Die Pflegepflichtversicherung ist für Studenten bis zum 25. Geburtstag beitragsfrei, wenn sie über die Eltern oder den  Ehepartner in der Familienversicherung beitragsfrei mitversichert sind. 
  • Ist dies nicht möglich, muss sich der Studierende um eine eigene Pflegepflichtversicherung kümmern. Grundsätzlich ist es so, dass die Pflegeversicherung der Krankenversicherung "folgt".
  • GKV krankenversicherungspflichtige Studenten sind in der Krankenversicherung der Studenten (KVdS) versichert. Für sie ist bezüglich der beitragspflichtigen Einnahmen der sogenannte BAföG-Bedarfssatz relevant. Bei krankenversicherungspflichtigen Studenten gelten als beitragspflichtige Einnahmen (für den Kalendertag) ein Dreißigstel des Betrages, der als monatlicher Bedarf nach der Regelung im BAföG für solche Studenten festgesetzt ist. Das gilt für Studenten, die nicht bei ihren Eltern wohnen. Ab Wintersemester 2020/2021 ist hier somit von einem Bedarfsbetrag von derzeit 861,00 Euro auszugehen. Dies ist die Bemessungsgrundlage für die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.
  • Die soziale Pflegepflichtversicherung für Studenten über 30 Jahre ist deutlich teurer, da sich ältere Studierende nicht mehr in der beitragsgünstigen studentischen Krankenversicherung (KVdS) versichern können. Für diese Gruppe ist im Hinblick auf die beitragspflichtigen Einnahmen nicht der BAföG-Bedarfssatz, sondern die monatliche Bezugsgröße ausschlaggebend. Für diese freiwillig GKV-versicherten Studenten gilt als beitragspflichtige Einnahmen bzw. Bemessungsgrundlage (für den Kalendertag) der neunzigste Teil der monatlichen Bezugsgröße. Dies sind monatlich 1.061,67 Euro in 2020. Diese Bemessungsgrundlage ist relevant für die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. 

Die gesetzliche Pflegeversicherung als Student ist im Vergleich zu einer privaten Pflegepflichtversicherung kaum teurer. Wie hoch die Beiträge einer privaten Pflegezusatzversicherung für Studenten ausfallen, hängt von Alter, Gesundheitszustand und vom gewählten Tarif beim Versicherungsanbieter ab.

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Bedarf & Pflegeleistungen

Die  Leistungen der Pflegeversicherung sind im Sozialgesetzbuch verankert – hier wird kein Unterschied gemacht, ob es sich um die Pflegeversicherung für Angestellte, Rentner oder Studenten handelt. Private und gesetzliche Pflegeversicherung unterscheiden sich dabei im Leistungsumfang nicht.

Versicherungsschutz besteht dann, wenn nachgewiesener Bedarf an einer Pflege besteht. Die Pflege kann im häuslichen Umfeld oder stationär stattfinden. Jeder, der länger als sechs Monate auf Unterstüt­zung im Alltag angewiesen ist, erhält Leistungen aus der Pflege­versicherung. Notwendig ist ein Antrag auf Pflege­leistungen.

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Pflege und BAföG
Zuschuss zur Pflegeversicherung bei Studenten mit BAföG

Pflegeversicherung, Student & BAföG: Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) umfasst eine staatliche Unterstützung für Schüler und Studenten. Studenten, die BAföG-Leistungen beziehen, bekommen neben der finanziellen Unterstützung für Lernutensilien und Wohnung auch einen festen monatlichen Zuschuss von 25 Euro für die Pflegeversicherung.

Da die Pflegeversicherung für Studenten über 30 Jahre meist deutlich teurer ausfällt, werden ältere Studenten zusätzlich entlastet. Sie bekommen seit der BAföG-Reform 2019 einen höheren Zuschlag für die soziale Pflegeversicherung von 34 Euro monatlich.

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Ade Versorgungslücken

Pflege ist teuer und eine Pflegebedürftigkeit kann nicht nur "ältere Semester" treffen. Auch junge Erwachsene können z. B. während oder nach einer schweren Erkrankung häusliche Pflege benötigen:  Angehörige oder (ambulante) Pflegekräfte müssen sie unter Umständen dann zu Hause bei alltäglichen Dingen wie Anziehen, Körperhygiene oder bei Erledigungen unterstützen.

Auch wer zum Beispiel aufgrund eines Unfalls und einer daraus resultierenden Invalidität in einen Pflegegrad eingestuft wird, braucht intensive Pflege und Betreuung. Entsprechend wachsen die Pflegekosten. Tritt diese oder eine andere Art Pflegefall tatsächlich ein, reichen die Standartleistungen der Pflegekassen oft nicht aus. Der Eigenanteil, den Sie als Student aus eigener Tasche zahlen müssen, steigt. Zudem kann ein Pflegefall auch Ihre Eltern finanziell belasten, wenn Sie während des Studiums einer Pflege bedürfen. 

Nicht zu vergessen: Unsere Gesellschaft wird immer älter. Somit steigt die Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten Jahrzehnten stetig an. Damit einhergehend die Last der Pflegekassen. Als heute 25-Jähriger haben Sie rund 40 Jahre Erwerbstätigkeit vor sich: Wie in vier Jahrzehnten die Leistungen Ihrer Pflegekasse ausfallen, lässt sich aus heutiger Sicht schwer einschätzen.

Warum ist eine private Pflegezusatzversicherung bei Studenten noch sinnvoll? Sind Sie jünger, haben Sie meist noch einen besseren Gesundheitszustand. Auch das bringt Ihnen hier als Student Vorteile. Je gesünder Sie sind, desto geringer ist Ihr Beitrag zu einer Pflegezusatzversicherung.

  • Wer privat vorsorgt, kann zwischen einer privaten PflegerentenversicherungPflegekostenversicherung und Pflegetagegeld wählen. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit des Pflege-Bahr. Dieser bezuschusst die private Vorsorge mit staatlichen Fördergeldern.
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Häufige Fragen
  • Was heißt Pflegebedürftigkeit und wann kann sie bei Studenten entstehen?

    Egal ob jung oder alt: Braucht jemand langfristig Hilfe bei alltäglichen Aufgaben wie Waschen, Essen oder dem Anziehen, spricht man von Pflegebedürftigkeit. Benötigt jemand nur kurzzeitig Unterstützung im Alltag spricht man hingegen von häuslicher Krankenpflege, wozu z.B. die Behandlungspflege zählt. Die Ursache für beide Formen der Pflege sind vielfältig und können natürlich auch junge Menschen betreffen: Durch einen Unfall beim Sport, in der Freizeit oder im Straßenverkehr, genauso wie durch schwere Krankheiten.
  • Welche Pflegegrade gibt es?

    Es gibt fünf Pflegegrade. Sie sind entscheidend dafür, welche Leistungen Sie als pflegebedürftige Person von der Pflegekasse oder Pflegeversicherung erhalten. Die Eingruppierung in diese Grade richtet sich nach der körperlichen, geistigen oder psychischen Einschränkung. Während Pflegegrad 1 nur wenig Unterstützung benötigt, stellt Pflegegrad 5 die aufwendigste Pflegestufe mit den umfangreichsten Leistungen dar.
  • Welche weiteren Versicherungen und Zusatzversicherungen für Studenten gibt es?

    Immer mehr Versicherungen und Knappschaften bieten Versicherungstarife an, die speziell auf die finanziellen Bedürfnisse von Studenten zugeschnitten sind. Ob Zahnzusatzversicherungen für Studenten oder gute Optionstarife, die einen günstigen Beitrag für die private Krankenversicherung ermöglichen (bei der Allianz beispielsweise OptionFlexiMed).
  • Ist die Pflegeversicherung für Studenten steuerlich absetzbar?

    Der Beitrag zur Pflegepflichtversicherung kann in voller Höhe als Vorsorgeaufwendungen in Zeile 28 abgezogen werden.

    Grundsätzlich lassen sich auch die Beiträge für eine private Pflegezusatzversicherung von der Steuer absetzen – allerdings mit Einschränkungen. Sie können als Student mit Einkommen höchstens 1.900 Euro (Arbeitnehmer) bzw. 2.800 Euro (selbständige bzw. freiberufliche Tätigkeit) im Jahr für Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge steuerlich geltend machen. Wenn schon die Kranken- und Pflegepflichtversicherung diese Summe übertreffen, können Sie für die private Pflegezusatzversicherung nichts mehr absetzen. (Stand Oktober 2020).

Der passende Versicherungsschutz
Im Pflegefall individuell abgesichert mit der Pflegezusatz­versicherung
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